Alpha Report: Riss im Schatten des USD. The surface always liesDer Dollar steht an einem Scheideweg, der so in keinem Lehrbuch steht: Kurzfristig gestützt durch Krieg, Öl und Stagflation – aber unter der Oberfläche frisst sich eine Private-Credit-Krise durch das System, die gerade erst anfängt, systemisch zu werden. Die Fed schnüffelt bereits rum. Das Finanzministerium fragt Versicherer aus. Wall Street baut CDS-Indizes auf Private Credit. Und die größten Distressed-Investoren der Welt sagen: "Größte Chance seit 2008." Das ist kein normaler Zyklus mehr. Das ist das Setup für einen Regimewechsel – und der Dollar sitzt mittendrin
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BIG PICTURE USA
Das hier ist der Teil, den 99% der Marktteilnehmer noch nicht auf dem Schirm haben – oder aktiv ignorieren. Und genau deshalb ist es der wichtigste Teil
Private Credit steht vor einer systemischen Krise. Nicht irgendwann. Jetzt. Die Fakten:
Die Ausfallwelle: UBS prognostiziert Ausfallquoten im Private Credit von bis zu 15% – getrieben durch "schnelle, schwerwiegende KI-Disruption" im Software/SaaS-Sektor, der ein Viertel aller Private-Credit-Portfolios ausmacht. Bei Blue Owl, dem Epizentrum, liegt die Software-Exposure noch deutlich höher.
Stell dir vor, du gibst einem Kumpel 100.000 Euro Kredit. Er investiert das Geld in ein Softwareunternehmen, das gerade von KI-Agenten zerfressen wird. Dann sagt er dir: "Mach dir keine Sorgen, das Unternehmen ist 100.000 wert — das steht so in meiner Bilanz." Zwei Monate später ist das Unternehmen 50.000 wert. Aber in seiner Bilanz steht immer noch 100.000. Und jetzt will er noch mehr Geld von dir.
Das ist, in einer Nussschale, was gerade mit 3 Billionen Dollar an privatem Kredit passiert. Und das ist keine Übertreibung — das ist der Markt, der gerade in Echtzeit implodiert.
Was als geordneter Rückzug begann, ist zum Bank Run geworden:
- Blue Owl Technology Income Corp: 41% der Investoren fordern Rückzahlung
- Blue Owl Credit Income Corp: 22% Redemption Requests
- Carlyle, Ares, Apollo, Oaktree, KKR*– alle mit Anfragen deutlich über der gesetzlichen 5%-Quartalsgrenze
- Blackstone BCRED (weltweit größter Private-Credit-Fonds, $82 Mrd.) wurde so hart getroffen, dass Senior Staff **$150 Mio. aus eigener Tasche** einzahlten, um das Defizit zu stopfen
- Cliffwater – der Kanarienvogel – wurde bereits ge-gated
Das eigentliche Gift steckt tiefer in 6 Kernproblemen
1. Falsche Kennzeichnung der SaaS-Exposure in Portfolios
2. Keine Portfoliokonstruktion* bei vielen Direktverwaltern
3. Inkonsistente Bewertungen zwischen Fonds
4. Versteckte Hebelwirkung durch 2nd Outs, Joint Ventures, direkte CLO-Equity
5. $250 Mrd. in semi-liquiden Produkten mit komplett illiquidem Underlying
6. Gefangenendilemma für LPs – wer nicht einlöst, bleibt mit dem Schrott zurück
Warum das für den Dollar relevant ist: Private Credit ist kein isolierter Sektor. Er ist systemisch verflochten:
Banken verleihen an Private-Credit-Fonds (Kreditlinien, Verwahrung, Finanzierung)
Versicherer (besonders Lebensversicherer) haben laut IMF 35% ihrer US-Investitionen in Private Credit
CLOs – der Transmissionsmechanismus in die öffentlichen Kreditmärkte – stehen als nächster Dominostein bereit
Wenn Private-Credit-Portfolios um nur 21% fallen werden regulatorische Asset-Coverage-Tests verletzt → erzwungene Liquidationen
Die Wall-Street-Reaktion sagt alles: JPMorgan und andere Großbanken launchen nächste Woche den CDX Financials / FINDX – einen Credit-Default-Swap-Index speziell für Private Credit. Bank of America, Barclays, Deutsche Bank und Goldman Sachs steigen ein. Boaz Weinstein (Saba Capital), der einst den London Whale von JPMorgan zerstörte, treibt die Entwicklung aktiv voran.
Übersetzt: Die Smart Money-Fraktion baut gerade die Instrumente, um eine $3-Billionen-Branche zu shorten. Das ist exakt dasselbe Muster wie 2006-2007, als CDS auf Subprime-RMBS gebaut wurden.
Und jetzt kommt die Fed. Die Federal Reserve fragt die großen US-Banken nach Details zu ihrer Private-Credit-Exposure. Das Finanzministerium befragt Versicherer. Das ist das stärkste Signal, dass die Regulierungsbehörden verstanden haben: Das hier könnte systemisch werden. Goldmans Analyse von Ende März, dass Private Credit kein systemisches Risiko sei, war – wie wir vermutet haben – ein schlechter Witz.
Wenn die Private-Credit-Krise auf öffentliche Märkte überschwappt (CLOs, IG-Spreads, HY-Spreads), könnte die Fed gezwungen werden, den Lockerungszyklus trotz Inflation zu starten. Das wäre Dollar-negativ. Kurzfristig dürfte der Dollar aber wegen Risk off und Funding stabil halten
$200+ Mrd. an Tech-Schulden werden bis 2028 fällig, davon $130 Mrd.+ allein 2028. Die Refinanzierung beginnt H2 2026. Ein Drittel dieser Darlehen hat Vintage 2021 – der Durchschnittspreis liegt bei 83.40 (massiver Stress). Das wird der Stresstest, der zeigt, ob Private Credit überlebt oder bricht.
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Wachstum – Die Oberfläche lügt
Die Headlines sagen: "Alles cool"
- NFP März: +178K vs. 60K Erwartung – massiver Beat
- Arbeitslosenquote: 4.3% (runter von 4.4%)
- Initial Claims: nahe Mehrjahrestief
- Lohnwachstum: 3.5% YoY (runter von 3.8%) – leichte Disinflation bei Löhnen
- S&P 500: bei 6.816 – exakt der 6-Monats-Durchschnitt von 6.814
Wenn du nur das liest, denkst du: Goldilocks lebt. Aber das ist die Headline-Version. Jetzt die Realität.
Was unter der Oberfläche passiert
Private Equity gibt Portfoliounternehmen auf. Marblegate Asset Management berichtet, dass der Leiter der Restrukturierung einer großen Regionalbank mitteilte: PE-Firmen übergeben Portfoliounternehmen in "alarmierendem Tempo". Das heißt: Die Sponsoren werfen das Handtuch. Die Firmen, die Private Credit finanziert hat, werden aufgegeben.
Bad PIK explodiert. Payment-in-Kind – die Methode, Zinszahlungen aufzuschieben, indem man einfach noch mehr Schulden als Zins zahlt – ist von 2.5% der Kreditnehmer (Ende 2021) auf 6.4% gestiegen (Q4 2025). Das ist der Proxy für die tatsächliche Ausfallrate im Private Credit. Die offiziellen Zahlen lügen.
Software wird zerstört. Der IGV Software ETF und der VanEck BDC ETF handeln jetzt praktisch auf demselben Niveau – normalisiert auf Januar 2025. Software-Aktien wurden durch KI-Disruption zerschlagen, und Software-Kredite machen fast die Hälfte aller PE-Deals der letzten Jahre aus. Die Konzentration war absurd – und jetzt zahlt der Markt den Preis.
Die Halbleiter-Software-Divergenz: Letzte Woche sahen wir eine 23%-Differenz zwischen Halbleitern und Software – die größte wöchentliche Bewegung seit über 25 Jahren. Der Markt trennt brutal zwischen KI-Gewinnern (Semis) und KI-Verlierern (SaaS). Das ist kein Noise – das ist ein säkularer Regimewechsel innerhalb von Tech.
Hier schließt sich der Kreis zur Privatkreditkrise
Privater Kredit finanziert kleine und mittlere Unternehmen — genau die, die 60-70% der US-Arbeitsplätze schaffen. Wenn dieser Kreditkanal austrocknet (durch Rückzahlungspanik, Gating, höhere Spreads), passiert Folgendes:
Kreditverknappung: Unternehmen bekommen schwerer und teurer Kredit → weniger Investitionen → weniger Wachstum
Refinanzierungskrise: Unternehmen, die 2021 billig Geld aufgenommen haben, können 2026-2028 nicht refinanzieren → Defaults steigen → Arbeitsplätze gehen verloren
Vermögenseffekt: BDC-Investoren (oft wohlhabende Privatanleger) verlieren Geld → weniger Konsum
Vertrauenseffekt: Headlines über "Private-Credit-Krise" und "Fed befragt Banken" verunsichern → Unternehmen und Konsumenten werden vorsichtiger
Das ist der Kreditkanal der Geldpolitik — nur diesmal funktioniert er nicht über die Fed, sondern über den privaten Schattenbanken-Sektor. Und die Fed hat kaum Einfluss auf diesen Kanal.
Dollar-Implikation: Nominales GDP bleibt erstmal solide (Inflation + reales Wachstum). Das stützt den Dollar kurzfristig. Aber wenn die Private-Credit-Krise reales Wachstum angreift (Firmenpleiten, Kreditverknappung, Wealth-Effekt bei BDC-Investoren), dreht das Wachstumsbild – und mit ihm der Dollar.
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Inflation Der Iran-Krieg hat die Rechnung serviert
### Der März-CPI im Detail
Der Print vom 10. April hat geliefert – und zwar genau das, was das Stagflationsregime braucht:
- Headline CPI +0.9% MoM / 3.3% YoY – höchster Wert seit April 2024, massiver Sprung von 2.4% im Februar
- Core CPI: +0.2% MoM / 2.6% YoY – unter den Erwartungen von 0.3%/2.7%, der Lichtblick im Print
- Energie: +10.9% MoM – Benzin alleine +21.2%, fast drei Viertel des gesamten Headline-Anstiegs
- Shelter: +0.3% MoM – hartnäckig, aber kein neuer Schock
- Food: flat MoM – Food at Home sogar -0.2%
- Airfares: +2.7% (unter GS-Modell von +4%) – Airline-Hedges verzögern den Jet-Fuel-Passthrough
- Gebrauchtwagen: -0.4%, Medical Care: negativ, Personal Care: -0.5% – Gegengewichte stärker als erwartet
Headline schreit Stagflation, Core sagt "noch nicht". Das ist exakt das Window, in dem die Fed sagen kann: "Energy ist transitory." Und genau das tun sie. Aber hier ist die Falle, die der Markt gerade übersieht:
Die Pipeline ist geladen:
- Airline-Hedges laufen aus → April/Mai stärkerer Jet-Fuel-Durchschlag
- Amazon schlägt ab 17. April 3.5% Fuel & Logistics Surcharge drauf
- UPS und FedEx mit höheren Fuel Surcharges seit Kriegsbeginn
- Brent physisch über $140 für Spot-Lieferung letzte Woche – die Futures bei $96 reflektieren Normalisierungshoffnung, die nach Islamabads Scheitern nicht mehr gerechtfertigt ist
Der eigentliche Test: April-CPI am 12. Mai. Wenn Core anfängt zu broadenen – Supercore (Services ex-Shelter) springt – dann stirbt das "transitory"-Narrativ. Und dann hat die Fed ein echtes Problem. Aktuell ist Supercore noch bescheiden gestiegen. Solange das so bleibt, kann die Fed stillhalten. Aber ein Sprung wäre das Red Flag.
Inflation und der Dollar – Die doppelte Klinge
Kurzfristig Dollar-positiv: Höhere Inflation = Fed bleibt hawkish = Zinsvorteil bleibt = Dollar-Stärke nach Islamabads Scheitern wieder aggressiv zurückgepreist. Aktuell erwartet der Markt nur noch einen Cut in 2026 – und selbst das ist fragwürdig.
Mittelfristig Dollar-negativ: Wenn Inflation persistent wird UND Wachstum kippt = echte Stagflation. Dann ist die Fed in der Falle: Kann nicht senken (Inflation), kann nicht erhöhen (Wachstum). Das ist das Szenario, in dem der Dollar seinen Safe-Haven-Status verliert – weil die USA selbst das Problem werden
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Globale Liquiditätsströme
Dollar-Funding-Stress: Der physische Ölschock (Brent Spot über $140, Futures bei $96) zeigt: Es gibt einen massiven Disconnect zwischen physischer und Papier-Realität. Wenn Öl physisch knapp ist, braucht die Welt mehr Dollar – weil Öl in Dollar denominiert ist. Das ist der Petrodollar-Mechanismus, der den Greenback in Krisen stützt.
Japan-Risiko: Der größte ausländische Halter von US-Treasuries. Wenn die BoJ weiter strafft (aktuell: Assessment aller 9 Regionen unverändert, Rate Hikes zeigen noch keinen negativen Impact), droht Carry-Unwind. Das ist der systemischste Dominostein – und er hängt direkt mit der Private-Credit-Krise zusammen, weil japanische Versicherer massiv in US Private Credit investiert sind.
China: Hält sich diplomatisch zurück, aber jede Intervention im Iran-Konflikt würde die globalen Kapitalflüsse massiv verschieben. China-Risiko bleibt der Tail-Event, den niemand einpreist.
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REGIME-IDENTIFIKATION
Wir befinden uns in einem Stagflationsregime – aber mit einem Twist einem gleichzeitigen Kreditschock im Private-Credit-Sektor, der droht, auf öffentliche Märkte überzuschwappen.
Das macht das aktuelle Umfeld gefährlicher als Standard-Stagflation, weil der Kreditschock die Fed in eine Zwangslage bringt: Sie kann die Inflation nicht bekämpfen (Öl/Energie), ohne die Kreditkrise zu verschlimmern. Und sie kann die Kreditkrise nicht adressieren, ohne die Inflation weiter anzuheizen. Was die Kreditkrise verschlimmern würde.
Historische Parallele: 2007-2008. Damals war es Subprime → CLOs → Banken → Systemkrise. Heute: Private Credit → CLOs → Versicherer → Banken → ? Der Transmissionsmechanismus ist anders, aber das Muster ist identisch. Und die Tatsache, dass Wall Street gerade CDS-Indizes auf Private Credit baut, ist das stärkste Analogie-Signal.
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Fed Funds & Forward Curve
ed Funds Rate: 3.75% – unverändert
Markterwartung: Nur noch 1 Cut in 2026 eingepreist (drastisch zurück von 3 Cuts Anfang des Jahres)
April-Meeting (28.-29. April): Quasi null Chance auf Veränderung
Die Inflation ist zu hoch für Cuts. Das Wachstum ist zu fragil für Hikes. Private Credit schreit nach Liquidität. Der Iran-Krieg heizt die Energiepreise an. Das ist das klassische "Higher for Longer" – aber mit der ständigen Gefahr, dass ein Kredit-Event die Fed zum Handeln zwingt.
Aktuell sehen wir in der 2s10s einen Bear Steepener im Aufbau bei ~50bp, Tendenz steiler. Das ist das gefährlichste Kurvenregime: Langfristige Zinsen steigen (Inflationserwartungen + Fiscal Dominance + Term Premium), während kurzfristige Zinsen hochbleiben (Fed on Hold).
Was das bedeutet:
Bear Steepening = der Markt baut Inflationssorgen UND Wachstumssorgen gleichzeitig ein
Term Premium steigt – Investoren verlangen mehr Prämie für das Halten von Duration
Das ist Dollar-ambivalent: Höhere Zinsen = Dollar-Stärke, aber Bear Steepening signalisiert auch Vertrauensverlust in US-Fiskal = Dollar-Schwäche
Reale Zinsen
Fed Funds (3.75%) − Core PCE (~2.6%) = ~1.15% – still positiv, still restriktiv. Aber wenn Core PCE Richtung 3%+ geht (Second-Round-Effekte), schrumpft der reale Leitzins – und damit die reale Restriktion.
5Y Breakevens dürften nach Islamabads Scheitern wieder steigen. Der Markt hatte letzte Woche begonnen, niedrigere Inflation einzupreisen (Ceasefire-Hoffnung). Diese Hoffnung ist tot.
Der Zinsvorteil der USA gegenüber dem Rest der Welt bleibt massiv:
Fed: 3.75% vs. EZB: niedriger, BoJ: nahe null
Der Carry-Vorteil allein rechtfertigt Dollar-Stärke
ABER: Wenn die Fed als erste dreht (wegen Credit Stress), schrumpft der Spread → Dollar-Schwäche
Zins-Regime: HAWKISH HOLD
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Was die Smart Money-Positionierung sagt
>$80 Mrd. Kaufpotenzial in globalen Aktienindex-Futures diese Woche – WENN das Tape stabil oder stärker ist. CTAs und systematische Fonds haben nach 7 Wochen stetiger Verkäufe gedreht. Die diskretionäre Crowd ist zum Käufer geworden (getrieben von kurzfristigen Makro-Produkten).
Aber Achtung: "Diese Ströme könnten sich mit dem Wind verschieben. Höhere Preise führen zu mehr Käufen, aber niedrigere Preise schalten diese Schalter schnell um." Warum ?
Die Käufe sind mechanisch, nicht überzeugungsgetrieben. Bei Schwäche dreht alles.
US Info Tech verzeichnete den größten Nettoumsatz seit über 5 Jahren (-2.9 SD vs. 1 Jahr). Hauptsächlich getrieben durch Leerverkäufe (Short:Long-Ratio ~3.3:1). Software machte ~60% des Volumens aus – fast ausschließlich Shorts.
Das ist der Punkt: Die Positionierung in Tech ist jetzt extrem sauber. Wer shorten wollte, hat geshortet. Die Bären sind drin. Das bedeutet: Bei jedem positiven Katalysator (Earnings-Beat, Ceasefire-Surprise) gibt es massives Short-Squeeze-Potenzial. Goldman empfiehlt QQQ Call-Spreads (Mai 620/650, ~3x max) als bevorzugte Implementierung.
Dollar-Positionierung
14-Jahres-Rekord bei bärischer Dollar-Positionierung. Die Non-Commercials sind massiv short DXY. Das ist ein konträres Signal: Wenn alle bearish positioniert sind und der Dollar NICHT fällt, ist das extrem bullisch.
DXY hat den 2026er Abwärtskanal durchbrochen und testet die 100er Marke. Aktuell bei ~99.13. Key Support: 98.50-98.90 Key Resistance: 100.15-100.42 (2024 Swing Low, Juli-Hoch).
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INTERMARKET-ANALYSE
Stock-Bond-Korrelation Korrelieren Aktien und Bonds positiv oder negativ?
Aktuell: Tendenz zu positiver Korrelation – Aktien UND Bonds fallen gleichzeitig bei Inflationsschocks, steigen gleichzeitig bei Ceasefire-Hoffnung. Das ist das Stagflations-Korrelationsregime – Diversifikation funktioniert nicht. Die einzigen echten Hedges sind Gold und Cash (= Dollar).
Wenn Bonds keinen Hedge mehr bieten, steigt die Nachfrage nach Dollar-Cash als sicherer Hafen. Das ist strukturell Dollar-positiv – solange die USA nicht selbst das Epizentrum der Krise werden.
Vola
MOVE erhöht durch Iran-Krieg + Inflationsunsicherheit. VIX hat nach der Ceasefire-Rally zurückgesetzt – aber das Islamabad-Scheitern dürfte beide wieder höher treiben.
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Ölmarkt – Die physische Realität
Das Ölmarkt-Kapitel ist entscheidend für den Dollar-Outlook:
Brent Spot vs. Futures: Physisches Rohöl für sofortige Lieferung stieg letzte Woche über $140, während Juni-Brent deutlich tiefer blieb (~$96). Diese Backwardation ist extrem – der Kampf um prompte Fässer verschärft sich.
Die letzten Vorverkaufsladungen treffen ca. am 20. April ein. Danach verliert das System die letzten Fässer, die vor der Hormuz-Schließung geräumt wurden. ~250 Mio. Barrel Reserven wurden seit März verbraucht.
Öl wird in Dollar gehandelt. Steigende Ölpreise = steigende Dollar-Nachfrage weltweit. Gleichzeitig ist die USA der einzige große Netto-Energieexporteur unter den G7 – jeder Dollar, den Brent steigt, fließt NETTO in die US-Wirtschaft.
Fazit
Der Dollar steht in einem perfekten kurzfristigen Sturm der Stärke: Stagflation hält die Fed hawkish (Zinsvorteil), der Iran-Krieg treibt Petrodollar-Nachfrage (Öl in USD), die Private-Credit-Krise erzeugt Risk-Off-Flows (Flucht in Dollar-Liquidität), und die bärische Positionierung ist auf 14-Jahres-Rekord (konträres Signal). Aber unter dieser Oberfläche baut sich der mittelfristige Bärenfall auf: Wenn Private Credit systemisch wird, muss die Fed lockern – trotz Inflation. Die Fälligkeitswand ab H2 2026 ist der Zeitpunkt, an dem diese Spannung explodiert
Die Drei Horizonte
Horizont 1: Jetzt bis Ende April (DXY-Bias: BULLISH)
Treiber:
- Islamabad gescheitert → Risk-Off → Dollar als Safe Haven Nr. 1
- Ölpreise steigen strukturell (Hormuz blockiert, keine Diplomatie)
- Fed hawkish hold → Zinsvorteil bleibt massiv
- Senkungsphantasie wird weiter ausgepreist → Dollar-positiv
- Earnings-Saison startet (große Banken diese Woche, Mega-Cap-Tech zweite Monatshälfte)
- Dollar-Bären auf 14-Jahres-Rekord-Short → konträrer Squeeze möglich
- Systematische $80 Mrd.+ Kaufkraft wartet auf stabiles Tape
Risiken
- Überraschungs-Deal (Iran akzeptiert "finales Angebot") → 15% Wahrscheinlichkeit → Dollar crasht
- Earnings-Enttäuschung bei Banken (Private-Credit-Exposure wird sichtbar) → gemischtes Signal
Horizont 2: Mai bis Juli (DXY-Bias: NEUTRAL bis BEARISH)
Treiber:
- April-CPI am 12. Mai → der echte Inflationstest. Wenn Core broadened → Fed-Dilemma verschärft sich
- Private-Credit-Fälligkeiten beginnen zu drücken → Credit-Stress eskaliert
- FINDX/CDX Financials gewinnt an Liquidität → Short-Druck auf Private Credit verstärkt sich reflexiv
- Fed könnte gezwungen werden, QT zu pausieren oder Liquiditätsfenster zu öffnen
- Saisonalität: Dollar historisch schwächer Mai-Juli
- Wenn Diplomatie zurückkehrt → Öl-Discount → Dollar-Boden fällt weg
Risiken:
- Öl-Eskalation (Hormuz komplett dicht) → Dollar schießt nochmal höher
- Carry-Unwind Japan → kurzfristiger Dollar-Schock, dann Recovery
DXY-Zielzone: 96-100. Der Pfad abwärts beginnt, sobald der Markt den Fed-Pivot einpreist.
Horizont 3: H2 2026 (DXY-Bias: BEARISH)
Treiber:
- Die Fälligkeitswand ($130 Mrd.+ Tech-Schulden bis 2028) trifft auf steigende Kreditkosten
- Private-Credit-Krise wird öffentlich sichtbar (CLOs, IG-Spreads)
- Fed muss zwischen Inflationsbekämpfung und Finanzstabilität wählen → wählt Finanzstabilität
- Rate Cuts beginnen → Zinsvorteil schmilzt → Dollar fällt
- Morgan Stanley: DXY bei 94, dann Recovery zum Jahresende
- Goldman: 98-100 Jahresende (moderaterer Rückgang)
- Cambridge Currencies: 93-97 Durchschnitt, mit Tiefs bis 92
DXY-Zielzone: 94-98 zum Jahresende, mit möglichen Tiefs bei 92-94.
Im Kontext des Portfolioaufbaus: Eine Long-Indexposition in Rohstoffen – und eine Long-Position in US-Zweijahres-Notes – sollte sich gut mit der Länge Ihrer Aktien in den nächsten Monaten kombinieren
Long Commodities = Inflationshedge + Ölschock-Proxy → Dollar-Korrelation positiv
Long 2Y Notes = Wette auf "höchstes Zinsniveau bereits erreicht" → wenn Fed dreht, 2Y profitiert zuerst
Und jetzt der Teil, der diesen Report von jedem anderen unterscheidet.
Die meisten USD-Analysen reden über Fed, CPI, Geopolitik. Alles richtig, alles wichtig. Aber der Hidden Catalyst – der Treiber, der alles auf den Kopf stellen wird – ist die Private-Credit-Krise.
Hier die Kausalkette:
1. KI-Disruption zerstört Software-Bewertungen → Private-Credit-Portfolios (25%+ Software) werden abgewertet
2. Redemption-Panik → Fonds müssen Vermögenswerte liquidieren → Preise fallen weiter
3. $250 Mrd. in semi-liquiden Produkten treffen auf Gates → Investoren stellen fest, dass ihr Geld eingesperrt ist
4. Fälligkeitswand ab H2 2026 ($130 Mrd.+) → Refinanzierung zu aktuellen Spreads = Insolvenz für viele
5. CLO-Überschwappung → Private-Credit-Stress trifft öffentliche Kreditmärkte
6. Versicherer mit 35% Exposure → Lebensversicherungssektor unter Druck
7. Banken mit Kreditlinien an Private Credit → Sicherheiten-Qualität sinkt
8. Fed/Treasury interveniert → Liquiditätsinjektionen, möglicherweise Rate Cuts
9. Dollar fällt → weil die USA jetzt *selbst* das Problem sind, nicht der Safe Haven
Das ist der Pfad von "Dollar Strong" zu "Dollar Weak". Und er beginnt JETZT – mit den CDS-Launches nächste Woche, den Fed-Anfragen an Banken, und den Redemption-Wellen, die bereits laufen.
Die Frage ist nicht OB, sondern WANN. Und die Antwort lautet: H2 2026. Die Fälligkeitswand ist der Katalysator. Alles davor ist Vorbereitung.
Kurzfristig: Dollar bleibt King. Stagflation + Öl + hawkish Fed + rekord-bärische Positionierung = perfekter kurzfristiger Sturm der Stärke. DXY testet 100-101.
Mittelfristig: Der Riss wird sichtbar. Private Credit eskaliert, Fälligkeitswand nähert sich, Fed gerät zwischen Inflation und Finanzstabilität in die Zwickmühle. DXY driftet Richtung 96-98.
Langfristig: Der Paradigmenwechsel. Wenn die Fed zwischen Inflationsbekämpfung und Systemrettung wählen muss – wählt sie immer die Systemrettung. Cuts kommen, Dollar fällt. DXY bei 94 oder tiefer.
Der Smart Money-Indikator: Wall Street baut gerade die Infrastruktur, um Private Credit zu shorten. Die Fed schnüffelt rum. Distressed-Investoren sagen "Größte Chance seit 2008." Wenn die klügsten Leute im Raum sich auf eine Krise vorbereiten – bereite dich auch vor.
"Markets bottom when things stop getting worse, not when they get good."
Das gilt auch für den Dollar. Er wird stark bleiben, bis die Dinge aufhören, schlechter zu werden. Und im Private Credit werden die Dinge gerade erst angefangen, schlechter zu werden.
RISIKOHINWEIS
Dieser Markkommentar stellt Keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Spekulationsobjekten birgt erhebliches Risiko.
Makro
Makro, Earnings und Geopolitik – Darauf achte ich nächste WocheWährend die meisten noch das Wochenende genießen, müssen wir Trader uns mental wieder auf die nächste Woche vorbereiten, um für alle möglichen Szenarien gewappnet zu sein. Als Hilfe habe ich für euch eine kleine Zusammenfassung erstellt, worauf ich nächste Woche mein Augenmerk lege.
Die wichtigsten Kennzahlen dieser Woche, um zu erahnen, wie es mit dem Leitzins der FED weitergeht, sind meiner Meinung nach die Existing Home Sales (Montag, 16:00 Uhr) und die Producer Price Inflation MoM (Dienstag, 14:30 Uhr). Kurz gesagt: Wenn weniger Häuser verkauft werden (bzw. weniger Hypotheken aufgenommen werden) und die PPI höher ausfällt als die bereits erwarteten 1,3 Prozent (im Vormonat waren es 0,7 Prozent), könnte es für Risiko-Assets wie Aktien und Kryptowährungen ungemütlich werden.
Zum Wochenstart am Montag und Dienstag stehen außerdem die Earnings der Finanzschwergewichte JPMorgan Chase, Berkshire Hathaway und BlackRock an. Als Abbild unserer (oder zumindest der amerikanischen) Realwirtschaft sind diese für mich besonders interessant.
Bei JPMorgan Chase achte ich vor allem auf das Kreditwachstum, da mehr als zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaft auf Kredit basiert. Dadurch erhält man einen guten Frühindikator dafür, ob die Stimmung eher „Risk On“ oder „Risk Off“ ist.
Bei BlackRock kann man anhand der Inflows und Outflows gut erkennen, ob Risikobereitschaft beim institutionellen Kapital vorhanden ist.
Und bei Berkshire Hathaway – dem Unternehmen der Investment-Legende Warren Buffett – bin ich besonders auf die Cash-Position gespannt. Eine weitere Erhöhung, die zuletzt ohnehin schon relativ hoch war, würde darauf hindeuten, dass weiterhin defensiv agiert wird.
Und zu guter Letzt: Was wäre eine Wochenvorschau derzeit ohne eine Einschätzung zum Iran-Konflikt? Während ich das hier am Sonntagmorgen schreibe, ist die Nachricht hereingekommen, dass die erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran gescheitert ist und JD Vance wieder zurück in die USA geflogen ist. In den westlichen Medien wird es so dargestellt, als lägen die Forderungen so weit auseinander, dass eine Fortführung des Krieges bereits sicher sei.
Ich wäre da vorsichtiger – nicht nur, weil ich aus technischer Sicht kurz- bis mittelfristig bärisch auf Öl und gleichzeitig bullisch auf die amerikanischen Indizes bin, sondern auch, weil eine Fortführung des Krieges für beide Parteien und die Weltwirtschaft gravierende Folgen hätte. Dennoch wissen wir: In der heutigen Zeit ist leider alles möglich.
Ich persönlich ignoriere, was die Medien über die Verhandlungen schreiben, und achte stattdessen darauf, ob beispielsweise Donald Trump weitere Truppen in den Nahen Osten verlegen lässt. Das wäre für mich ein starkes Signal dafür, dass eine Waffenruhe lediglich zur strategischen Vorbereitung genutzt wird.
Auf jeden Fall bleibt es spannend. Lasst euch nicht täuschen und haltet euch – egal was passiert – an euren Plan.
Wie Rendite den Verstand frisst Moin zusammen, willkommen zu Tag 15.
Heute, an Tag 15, gehen wir ins viktorianische England des 19. Jahrhunderts. Und wir schauen uns ein Phänomen an, das so aktuell ist, dass es sich anfühlt, als wäre es gestern passiert. Ein Phänomen, das euch als Trader mehr Geld kosten wird als jeder technische Indikator, den ihr jemals ignoriert habt – wenn ihr es nicht versteht. Und gleichzeitig ein Phänomen, das euch mehr Geld einbringen wird als jede noch so geile Setup-Strategie – wenn ihr lernt, es eiskalt auszunutzen.
Die Rede ist vom "Reach for Yield" – dem Drang nach Rendite. Oder, um es mit den unsterblichen Worten des legendären Ökonomen Walter Bagehot zu sagen: "John Bull kann 2 Prozent nicht ertragen."
während die bisherigen Kapitel euch die Geschichte, die Philosophie und die Mechanik des Zinses beigebracht haben, zeig ich euch heute die nackte, ungefilterte Psychologie des Zinses.
Es zeigt euch, was mit dem menschlichen Gehirn passiert, wenn die Rendite verschwindet. Es zeigt euch, wie niedrige Zinsen eine ganze Gesellschaft – Rentiers, Sparer, Banker, Spekulanten, den verdammten Postboten – in einen kollektiven Rausch der Verzweiflung treiben, der immer, immer, in einer Katastrophe endet.
Wenn ihr Tag 15 heute verinnerlicht, werdet ihr nie wieder blind in ein Asset investieren, nur weil es "mehr Rendite" verspricht als euer Tagesgeld. Ihr werdet exakt verstehen, warum die Herde in Niedrigzinsphasen systematisch in Schrott-Assets getrieben wird, warum die absurdesten Betrügereien und Blasen immer dann entstehen, wenn die Zinsen am Boden liegen, und warum die absolute Elite in genau diesen Momenten die größten Trades ihres Lebens aufbaut.
Um zu verstehen müssen wir uns in das England nach den Napoleonischen Kriegen versetzen. Anfang des 19. Jahrhunderts. Napoleon ist besiegt, Europa atmet auf, und Großbritannien steht als die unangefochtene Supermacht der Welt da. Das britische Empire beherrscht die Weltmeere, den Welthandel und das globale Finanzsystem. London ist das Zentrum des Universums.
Aber es gibt ein Problem. Ein Problem, das keiner der siegreichen Generäle und stolzen Politiker auf dem Schirm hatte. Ein Problem, das leise und schleichend kam, wie ein Gift, das man nicht schmeckt.
Die Zinsen fielen
Nach den Kriegen stabilisierte sich die britische Wirtschaft. Die Staatsschulden waren zwar gigantisch (erinnert euch an den Zinseszins-Effekt aus Tag 11 – Kriege sind die ultimative Schuldenmaschinerie), aber das Empire war stark genug, um sie zu bedienen. Das Vertrauen in die britische Krone war hoch. Und was passiert, wenn ein Staat als absolut kreditwürdig gilt? Die Rendite auf seine Anleihen sinkt. Weil jeder dem Staat sein Geld geben will, weil es "sicher" ist.
Die britischen Staatsanleihen hießen Consols – das waren quasi die Treasuries des 19. Jahrhunderts. Und ihre Rendite fiel in den Friedensjahren immer tiefer. Von 5 % nach den Kriegen... auf 4 %... auf 3 %... und irgendwann auf verdammte 2 %.
2 %. Zwei mickrige Prozent pro Jahr. Das war die "risikofreie" Rendite, die das sicherste Investment der damaligen Welt abwarf
Und jetzt stellt euch mal vor, ihr seid ein wohlhabender englischer Gentleman Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Rentier – jemand, der von den Zinseinkünften seines Vermögens lebt. Euer gesamtes Lebensmodell basiert darauf, dass ihr euer Kapital in Consols steckt und von den Zinszahlungen bequem lebt. Euer Haus, eure Bediensteten, eure Kutsche, die Ausbildung eurer Kinder – alles wird aus den Zinserträgen eurer Staatsanleihen bezahlt
Und dann? Dann fällt die Rendite auf 2 %. Plötzlich reicht euer Zinsertrag nicht mehr, um euren Lebensstandard zu halten. Ihr könnt euch die Bediensteten nicht mehr leisten. Die Ausbildung der Kinder wird zum Problem. Euer gesamtes finanzielles Fundament bröckelt – nicht weil ihr Geld verloren habt, sondern weil das Geld, das ihr habt, nichts mehr erwirtschaftet.
Und genau das ist der Moment, in dem John Bull den Verstand verliert.
"John Bull" – das war und ist die Karikatur des typischen Engländers. Stellt euch einen dicken, rotgesichtigen Mann in einem Frack vor, mit Zylinder und einer Bulldogge an der Leine. Sturköpfig, stolz, konservativ – aber im Kern ein Typ, der in Panik gerät, wenn sein Einkommen schrumpft. Und Walter Bagehot, der brillanteste Finanzjournalist des 19. Jahrhunderts, der Herausgeber des Economist und ein Mann, dessen Schriften bis heute Pflichtlektüre für jeden Zentralbanker sind, formulierte eine der berühmtesten Zeilen der Finanzgeschichte:
"John Bull kann vieles ertragen, aber 2 Prozent kann er nicht ertragen."
Dieser eine Satz enthält mehr Weisheit über das menschliche Verhalten an den Finanzmärkten als 90 % aller Lehrbücher über Behavioral Finance. Denn er beschreibt nicht einfach nur ein historisches Phänomen. Er beschreibt eine psychologische Konstante. Eine unveränderliche Schwäche der menschlichen Natur, die sich seit 200 Jahren in exakt derselben Form wiederholt – bei jeder Nullzinsphase, bei jedem QE-Programm, bei jedem "Easy Money"-Zyklus.
Was Bagehot beschrieb, war eine Art mentale Instabilität, die niedrige Zinsen bei Anlegern erzeugen. Menschen, die an Sicherheit gewöhnt sind – an stabile, vorhersehbare Einkünfte aus risikoarmen Anlagen –, werden durch niedrige Zinsen in einen Zustand der Verzweiflung getrieben. Und Verzweiflung ist der absolut gefährlichste Zustand für einen Investor. Denn verzweifelte Menschen treffen verzweifelte Entscheidungen.
Und genau das passierte im 19. Jahrhundert in einem Ausmaß, das so grotesk ist, dass es sich wie Satire liest. Aber es ist bittere, dokumentierte Realität
Als die Consol-Renditen auf 2–3 % fielen, entstand eine gigantische Einkommenslücke. Millionen von Briten – Rentiers, Witwen, Pensionäre, Stiftungen, Kirchenfonds – konnten ihren Lebensunterhalt nicht mehr aus sicheren Staatsanleihen bestreiten. Sie brauchten mehr Rendite. Sie brauchten sie dringend. Und sie waren bereit, dafür Dinge zu tun, die sie in einem normalen Zinsumfeld niemals auch nur in Erwägung gezogen hätten
Der Markt erkannte diese Verzweiflung sofort. Und er tat das, was der Markt immer tut, wenn eine Masse von Menschen verzweifelt nach Rendite sucht: Er lieferte ihnen Rendite. In rauen Mengen. Verpackt in den absurdesten, verlogensten und gefährlichsten Produkten, die sich menschliche Kreativität ausdenken kann.
Das krasseste Beispiel ist so wahnsinnig, dass ihr es euch nicht ausdenken könntet. In den 1820er Jahren, als die Zinsen für sichere britische Anleihen am Boden lagen, tauchten plötzlich exotische Staatsanleihen aus Südamerika an der Londoner Börse auf. Die ehemaligen spanischen Kolonien waren gerade unabhängig geworden, und Investmentbanken boten britischen Anlegern Anleihen dieser neuen Nationen an – mit saftig hohen Zinssätzen von 6 %, 7 % oder mehr.
Die Briten stürzten sich drauf wie Verdurstende auf eine Oase. Sie kauften Anleihen von Ländern, deren Namen sie kaum aussprechen konnten, von Regierungen, die sie noch nie gesehen hatten, auf der Basis von Prospekten, die sie nicht gelesen hatten. Hauptsache, die versprochene Rendite war höher als die erbärmlichen 2 % der Consols.
Und dann kam Poyais. Die vielleicht dreisteste Betrugsgeschichte der gesamten Finanzhistorie
Ein schottischer Abenteurer und Hochstapler namens Gregor MacGregor kehrte aus Südamerika nach London zurück und behauptete, er sei der "Cazique" (Häuptling) eines Landes namens Poyais – angeblich an der Mosquito-Küste von Honduras gelegen. MacGregor beschrieb Poyais als ein tropisches Paradies: fruchtbares Land, reiche Goldvorkommen, eine florierende Hauptstadt mit gepflasterten Straßen und einer Kathedrale, ein funktionierendes Bankensystem und eine wohlhabende Bevölkerung, die nur darauf wartete, mit britischen Investoren zusammenzuarbeiten
Er druckte Prospekte. Er zeichnete Landkarten. Er gab sogar eigene Poyais-Währung aus. Und dann bot er britischen Investoren Staatsanleihen des Landes Poyais an – mit einer saftigen Rendite, die die 2 % der Consols in den Schatten stellte.
Und die Briten? Sie kauften. Sie kauften Anleihen eines Landes, das es nicht gab. Hunderte von Familien investierten ihre gesamten Ersparnisse. Manche verkauften ihre Häuser. Etwa 250 Siedler setzten sich tatsächlich auf Schiffe, um nach Poyais auszuwandern – in ihr gelobtes Land aus Milch und Honig.
Als sie an der Mosquito-Küste ankamen, fanden sie nichts. Keinen Hafen. Keine Stadt. Keine Straßen. Keinen verdammten Stein. Nur Dschungel, Moskitos und Malaria. Dutzende starben an tropischen Krankheiten, bevor die Überlebenden von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet werden konnten.
oyais existierte nicht. Es war eine komplette Erfindung. MacGregor hatte buchstäblich ein fiktives Land verkauft. Und der einzige Grund, warum ihm Hunderte von ansonsten vernünftigen, gebildeten britischen Bürgern ihr Geld hinterhergeworfen hatten, war: Die Consols brachten nur 2 %, und Poyais versprach mehr.
Das ist kein Witz. Das ist kein Randphänomen. Das ist die nackte, brutale Wahrheit über die menschliche Psychologie in einem Niedrigzinsumfeld. Wenn die sichere Rendite zu niedrig ist, schaltet das Gehirn die Due Diligence aus. Die Gier nach Einkommen überschreibt jeden Sicherheitsinstinkt. Die Menschen wollen glauben, dass es einen Weg gibt, risikolos mehr Rendite zu bekommen. Und genau dieses Wollen macht sie zu perfekten Opfern für jeden Betrüger, jeden Scharlatan und jede Luftblase, die der Markt ihnen vor die Nase hält.
Aber Poyais war nur das Appetithäppchen. Die wirklich monumentale Katastrophe des viktorianischen "Reach for Yield" war die Railway Mania – die Eisenbahn-Hysterie der 1840er Jahre. Und diese Episode ist so erschreckend ähnlich zu dem, was wir in den letzten 15 Jahren in der Tech-Branche gesehen haben, dass es euch die Haare aufstellen wird.
Die Ausgangslage war dieselbe wie bei Poyais, nur in einer komplett anderen Größenordnung. Die Consol-Renditen waren niedrig. Die Anleger suchten verzweifelt nach Alternativen. Und dann kam die Eisenbahn – die aufregendste, revolutionärste Technologie des 19. Jahrhunderts.
Die ersten Eisenbahnlinien waren tatsächlich goldene Investments. Die Strecke zwischen Liverpool und Manchester, eröffnet 1830, war ein Gelddruckmaschine. Sie transportierte Waren und Passagiere schneller und billiger als jede Kutsche oder jeder Kanal. Die Renditen der ersten Eisenbahngesellschaften waren spektakulär
Und dann? Dann setzte der "Reach for Yield" ein. John Bull sah die fetten Renditen der ersten Eisenbahnlinien, verglich sie mit seinen erbärmlichen 2 % auf Consols, und verlor komplett den Verstand.
Zwischen 1844 und 1846 wurden in Großbritannien **über 8.000 Meilen** neuer Eisenbahnstrecken genehmigt – durch Parlamentsakte, die praktisch jedem Antrag stattgaben. Das investierte Kapital erreichte astronomische Summen, die zeitweise bis zu einem **Drittel des gesamten britischen Bruttosozialprodukts** ausmachten. Stellt euch das mal vor: Ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung der damaligen Supermacht der Welt floss in ein einziges Konzept – Eisenbahnen.
Jeder, der ein paar Pfund übrig hatte, kaufte Eisenbahnaktien. Handwerker, Geistliche, Witwen, Lehrer, Dienstmädchen. Die Zeitungen waren voll mit Anzeigen für neue Eisenbahngesellschaften, die immer exotischere Strecken versprachen – quer durch Wales, hinauf in die schottischen Highlands, zu jedem noch so kleinen Dorf, das auf der Landkarte zu finden war. Es entstanden Hunderte von Eisenbahngesellschaften, viele davon mit identischen Strecken, die sich gegenseitig die Kunden streitig machten.
Das Problem war offensichtlich – aber niemand wollte es sehen. Es gab nicht genug Passagiere und nicht genug Fracht für all diese Strecken. Die meisten der neuen Linien konnten niemals profitabel werden. Es war eine massive Überkapazität – zu viel Angebot für zu wenig Nachfrage. Aber weil das Geld nichts kostete (niedrige Zinsen!), fragte niemand nach dem tatsächlichen Cashflow. Es reichte, dass die Idee aufregend klang und die Aktien stiegen.
Und dann kam der unvermeidliche Crash. 1847/48 brach die Railway Mania zusammen. Die Aktienkurse kollabierten. Hunderte von Eisenbahngesellschaften gingen bankrott. Tausende von Familien verloren ihre gesamten Ersparnisse. Die britische Wirtschaft rutschte in eine schwere Rezession. Und die Strecken, die mit so viel Euphorie gebaut worden waren? Viele davon verfielen, wurden niemals fertiggestellt oder transportierten jahrelang Züge durch leere Landschaften, in denen kein Mensch ein- oder ausstieg.
**Erkennt ihr das Muster?** Es ist *exakt* dasselbe Muster, das wir bei jeder modernen Blase sehen:
1. Niedrige Zinsen erzeugen Renditehunger.
2. Eine revolutionäre Technologie verspricht die Lösung.
3. Billiges Geld fließt unkontrolliert in diese Technologie.
4. Es entstehen massive Überkapazitäten, weil niemand nach Profitabilität fragt.
5. Der Crash enthüllt, dass 90 % der Investitionen Müll waren.
Dotcom 2000? Exakt dasselbe. Niedrige Zinsen → Internet-Euphorie → Hunderte von Internet-Klitschen ohne Geschäftsmodell → Crash. Krypto 2021? Exakt dasselbe. Nullzinsen → DeFi/NFT-Hype → Tausende von Tokens ohne Use Case → Crash. SPACs 2020/2021? Exakt. Dasselbe. Verdammte. Muster. Seit 200 Jahren.
Und hier kommt der Mann ins Spiel, der dieses gesamte Phänomen als Erster brillant auf den Punkt gebracht hat: Walter Bagehot.
Bagehot war kein trockener Akademiker, der aus dem Elfenbeinturm herab theoretisierte. Er war Journalist. Er war Praktiker. Er beobachtete die Finanzmärkte Londons aus nächster Nähe, interviewte Banker, sprach mit Spekulanten und analysierte Krisen in Echtzeit. Er war der erste echte Finanzjournalist der Geschichte – und gleichzeitig einer der schärfsten analytischen Köpfe, die je über Geld geschrieben haben.
Sein Meisterwerk "Lombard Street" (1873) ist bis heute die Bibel der Zentralbanker. Und seine Analyse der psychologischen Wirkung niedriger Zinsen ist so messerscharf, dass sie sich liest, als wäre sie gestern für die Post-2008-Ära geschrieben worden.
Bagehots zentrale Erkenntnis war diese: Niedrige Zinsen erzeugen nicht Stabilität – sie erzeugen Instabilität.
Das klingt paradox, oder? Die meisten Menschen – und die meisten Zentralbanker – glauben, niedrige Zinsen seien beruhigend. Sie sollen die Wirtschaft stabilisieren, das Risiko senken, die Nerven der Anleger beruhigen. Aber Bagehot beobachtete das exakte Gegenteil
Sein Argument war genial in seiner Einfachheit: Wenn die sichere Rendite (Consols, heute: Staatsanleihen/Treasuries) auf ein Niveau fällt, das für Sparer und Investoren unerträglich ist, dann werden diese Menschen gezwungen, höhere Risiken einzugehen, um ihr Einkommen aufrechtzuerhalten. Sie tun das nicht aus Gier. Sie tun es nicht, weil sie plötzlich mutige Abenteurer geworden sind. Sie tun es aus purer, nackter Verzweiflung. Und verzweifelte Anleger sind die dümmsten Anleger.
Bagehot schrieb: Wenn die Zinsen niedrig sind, werden Menschen, die an Sicherheit gewöhnt waren, in hochriskante Abenteuer getrieben. Sie kaufen Dinge, die sie nicht verstehen. Sie ignorieren Risiken, die sie normalerweise sofort erkennen würden. Sie werden mental instabil – nicht im klinischen Sinne, sondern im ökonomischen. Ihre Risikowahrnehmung ist komplett verzerrt. Die Benchmark, gegen die sie alle ihre Investitionsentscheidungen messen, ist zusammengebrochen.
Denkt mal eine Sekunde darüber nach. Wenn Consols 5 % Rendite bringen, dann muss ein alternatives Investment mindestens 7 % oder 8 % bieten, um attraktiv zu sein – und ihr wisst automatisch, dass das mit einem höheren Risiko einhergeht. Die 5 % sind euer Anker. Euer Kompass. Euer Bullshit-Detektor.
Aber wenn Consols nur noch 2 % bringen? Dann wird plötzlich alles attraktiv. Eine Anleihe von einem wackeligen südamerikanischen Staat, die 5 % bietet? "Hey, das ist doch harmlos – Consols bringen ja auch 2 %, und 5 % ist doch gar nicht so viel mehr!" Ein brandneues Eisenbahn-Startup, das 8 % Dividende verspricht? "Klingt vernünftig – schließlich haben die ersten Eisenbahnen auch so viel gezahlt!"
Seht ihr, was passiert? Wenn der Anker fällt, verschieben sich *alle* Risikogrenzen. Das, was vorher als "spekulativer Wahnsinn" galt, sieht plötzlich aus wie eine "moderate Chance". Das, was vorher als "offensichtlicher Betrug" erkennbar gewesen wäre, kommt als "interessante Opportunität" daher. Die gesamte Risikokalibrierung der Gesellschaft ist kaputt. Der Kompass dreht sich im Kreis.
Bagehot nannte das die Phase der "lethargischen Sorglosigkeit". Eine seltsame, tranceähnliche Stimmung, in der alle Warnsignale ignoriert werden, weil die Verzweiflung nach Rendite jede Vorsicht betäubt. Es ist wie ein kollektiver Rausch, nur dass die Droge nicht Alkohol oder Opium ist, sondern das Versprechen von ein paar Prozentpunkten mehr Rendite pro Jahr.
Chancellor zeigt in Kapitel 5, wie sich dieser Zyklus im 19. Jahrhundert immer und immer wieder wiederholte – mit einer fast schon beängstigenden Regelmäßigkeit. Und dieser Zyklus ist die **exakte Blaupause** für alles, was wir in den letzten 200 Jahren an den Märkten gesehen haben.
Die Mechanik war jedes Mal identisch:
Phase 1: Der Fall der Zinsen
Nach einer Krise oder einem Krieg stabilisiert sich die Wirtschaft. Die Bank of England senkt die Zinsen (oder lässt sie fallen). Die Consol-Renditen sinken. Kapital wird billig. Sparer und Investoren bekommen weniger für ihr Geld.
Phase 2: Der Drang nach Rendite
John Bull kann 2 % nicht ertragen. Die Masse beginnt, in immer riskantere Assets zu fließen. Exotische Anleihen, Aktien von Unternehmen in fernen Ländern, neue Technologien, Rohstoffprojekte, Immobilien. Die Nachfrage nach diesen Assets treibt deren Preise hoch. Steigende Preise ziehen noch mehr Käufer an. Die Euphorie beginnt
Phase 3: Die Kreditexpansion
Weil Geld billig ist, leihen sich die Menschen Geld, um noch mehr zu investieren. Der Hebel steigt. Die Banken vergeben immer großzügiger Kredite, weil auch sie unter dem Druck stehen, in einem Niedrigzinsumfeld Erträge zu generieren. Es entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf aus billigem Geld, steigenden Preisen und wachsender Verschuldung.
Phase 4: Die Sättigung
Irgendwann sind die Preise der spekulativen Assets so hoch gestiegen, dass selbst die verzweifeltsten Renditesucher nervös werden. Die Goldminen in Peru liefern kein Gold. Die Eisenbahnlinien in Wales transportieren keine Passagiere. Die Anleihen von Poyais zahlen keine Kupons. Die ersten Investoren beginnen zu verkaufen
Phase 5: Die Panik
Und dann reicht ein einziger Auslöser – ein Bankrott, eine Erntekatastrophe, eine geopolitische Krise, eine Zinserhöhung der Bank of England. Der Verkaufsdruck wird zur Lawine. Alle wollen gleichzeitig raus. Die Preise kollabieren. Die Kredite werden fällig. Die Banken rufen ihre Darlehen zurück. Firmen gehen pleite. Menschen verlieren alles.
Phase 6: Der Reset.
Die Bank of England greift ein (das, was Bagehot später als "Lender of Last Resort" beschrieb – die Zentralbank als Notfallkreditgeber). Die Zinsen steigen kurzfristig, um die Goldreserven zu schützen und die Panik einzudämmen. Die Spekulation wird aus dem System gespült. Die Verluste werden realisiert. Die Überlebenden lecken ihre Wunden.
Und dann? Fällt der Zins wieder. Und der ganze Zyklus beginnt von vorne.
Chancellor dokumentiert diesen Zyklus im 19. Jahrhundert mit erschreckender Präzision: 1825, 1847, 1857, 1866 – alle paar Jahrzehnte dasselbe Muster. Niedrige Zinsen → Reach for Yield → Spekulation → Kreditexpansion → Crash → Reset. Wieder und wieder und wieder.
Und wisst ihr, was das absolut Verrückteste ist? Dass wir exakt denselben Zyklus in unserer modernen Welt sehen. 2000 (Dotcom), 2008 (Subprime), 2020/2021 (Everything Bubble) – die Zeitabstände werden kürzer, die Amplituden werden größer, aber das Muster ist verdammt noch mal identisch. Weil die menschliche Psychologie sich in 200 Jahren nicht ein einziges Bit verändert hat. John Bull konnte 1825 keine 2 % ertragen. Und er kann 2025 keine 0 % ertragen. Die Verzweiflung ist dieselbe. Die Dummheit ist dieselbe. Nur die Währung auf den Geldscheinen hat sich geändert.
Wir machen zwar kein Mathe aber ziehen wir eine Parallele die für euer Verständnis der heutigen Märkte absolut entscheidend ist. Denn die Railway Mania war nicht einfach nur eine Aktienblase, die platzte und dann vergessen wurde. Sie hatte massive strukturelle Konsequenzen für die echte Wirtschaft – Konsequenzen, die wir in der Tech-Welt von heute eins zu eins wiederfinden.
Das Problem der Railway Mania war nicht, dass Eisenbahnen eine schlechte Idee waren. Eisenbahnen waren eine fantastische Idee. Sie revolutionierten den Transport, senkten Kosten und schufen enormen wirtschaftlichen Wert. Das Problem war, dass billiges Geld dazu führte, dass zu viele Eisenbahnen gebaut wurden.
Wenn der Zins bei 2 % liegt, bekommt jedes halbwegs plausible Projekt Finanzierung. Es gibt keinen Filter mehr (erinnert euch an die Hurdle Rate aus Tag 11!). Also werden nicht nur die profitablen Strecken gebaut, sondern auch die unprofitablen, die marginalen, die komplett sinnlosen. Es entstehen drei, vier, fünf Eisenbahnlinien zwischen denselben Städten, die sich gegenseitig die Kunden wegnehmen. Keine einzige von ihnen kann profitabel operieren, weil der Markt einfach nicht groß genug ist für alle.
Das Ergebnis? Massiver Preisdruck nach unten, weil zu viele Anbieter um zu wenige Kunden kämpfen. Margenzerstörung, weil die Überkapazität die Preissetzungsmacht eliminiert. Und am Ende eine brutale Konsolidierungswelle, in der die schwachen Firmen sterben und die starken die Überreste für Centbeträge aufkaufen.
Und jetzt übersetzt das in die Gegenwart:
- Cloud-Computing: Billiges Geld finanzierte Hunderte von Cloud-Startups, die alle dasselbe anboten. Überkapazitäten in Rechenzentren, Preiskrieg, Margendruck – bis am Ende nur noch drei, vier Giganten (AWS, Azure, Google Cloud) übrig blieben, die den Rest geschluckt haben.
- E-Commerce: Billiges VC-Geld finanzierte Hunderte von Online-Shops und Lieferdiensten. Die meisten davon subventionierten ihre Kunden mit dem Geld der Investoren ("Wachstum über Profit"), bis die Zinsen stiegen und das Geld ausging. Dann starben sie wie die Fliegen.
- AI-Startups: Und genau dasselbe passiert gerade in der KI-Branche. Billiges Geld pumpt Milliarden in jedes Startup, das irgendwo "AI" im Namen hat. Die meisten werden niemals profitabel sein. Sie bauen Überkapazitäten auf, die die Welt nicht braucht. Und wenn die Zinsen hoch bleiben oder weiter steigen, wird der evolutionäre Filter wieder scharf gestellt – und 90 % dieser "AI-Revolutionäre" werden im selben Massengrab landen wie die walisischen Eisenbahngesellschaften von 1847.
Die Lektion ist glasklar: Niedrige Zinsen verwandeln revolutionäre Technologien in Überkapazitäts-Monster. Nicht die Technologie ist das Problem – die Technologie ist meistens real und wertvoll. Das Problem ist, dass billiges Geld zu viel Kapital in die Technologie schüttet, zu viele Konkurrenten finanziert und zu viele Projekte am Leben hält, die eigentlich längst hätten sterben müssen. Am Ende gewinnen nur die Stärksten – und alle anderen werden vom Markt gefressen.
Was das alles für euer 1%-Elite-Mindset bedeutet
Ein Top-Trader bei Goldman Sachs oder Bridgewater liest dieses Kapitel nicht als Geschichtsstunde über viktorianische Eisenbahnen und schottische Betrüger. Er liest es als **exakte Karte des menschlichen Verhaltens in jeder Niedrigzinsphase**. Er erkennt die psychologischen Muster. Er sieht die Mechanik. Und er nutzt beides eiskalt aus.
Hier sind eure 1%-Edges aus dem "Reach for Yield":
Die Elite weiß: Das gefährlichste Marktumfeld ist nicht Panik. Panik ist laut, sichtbar, offensichtlich – und damit handelbar. Das wirklich gefährliche Umfeld ist die Langeweile. Die schleichende, leise Verzweiflung, wenn die sichere Rendite unter ein psychologisches Mindestniveau fällt Wenn die "risikofreie" Rendite (Staatsanleihen, Tagesgeld) unter ein gewisses psychologisches Niveau fällt – historisch betrachtet irgendwo um die 3 % –, dann beginnt die Masse, Risiken systematisch zu ignorieren. Nicht weil sie plötzlich mutiger geworden ist. Sondern weil sie es physisch nicht aushält, nichts zu verdienen. Der Drang nach Rendite überschreibt die Risikowahrnehmung.
Beobachtet die Zuflüsse in Junk-Bonds in Emerging-Market-Schulden, in hochspekulative Altcoins, in unprofitable Growth-Stocks. Wenn die Rendite-Spreads in diesen Segmenten sinken – wenn also die Rendite-Differenz zwischen sicherem und riskantem Schrott schrumpft –, dann wisst ihr: John Bull verliert gerade seinen Verstand. Die Masse ist so verzweifelt nach Rendite, dass sie bereit ist, für Schrott fast denselben Preis zu zahlen wie für Qualität. Das Risiko wird nicht mehr fair bepreist. Und das ist die Zeit, um antizyklisch Short-Positionen in den schwächsten Gliedern der Kette aufzubauen – in den "Poyais-Assets" unserer Zeit, den Unternehmen und Projekten, die nur existieren, weil billiges Geld sie am Leben hält
Gregor MacGregor konnte ein fiktives Land verkaufen, weil die Anleger vor lauter Renditehunger aufgehört hatten, Fragen zu stellen. In Phasen niedriger Zinsen sinkt die Due-Diligence-Bereitschaft der Anleger gegen Null
In jeder Niedrigzinsphase entstehen massenhaft Assets, die "zu schön klingen, um wahr zu sein" – und die trotzdem gigantisches Kapital anziehen. Im 19. Jahrhundert waren es fiktive Länder und sinnlose Eisenbahnlinien. In unserer Zeit sind es: intransparente DeFi-Protokolle, die "risikolose" 20 % APY versprechen; SPACs, die Milliarden-Bewertungen an Firmen ohne Umsatz vergeben; Krypto-Lending-Plattformen wie FTX, die mit dem Geld ihrer Kunden spekulieren; oder jedes neue "Revolutionäre" Produkt, dessen Erklärung länger dauert als die Aufmerksamkeitsspanne eines TikTok-Videos.
Wenn euch jemand ein Asset zeigt, das in einem Niedrigzinsumfeld deutlich mehr Rendite verspricht als der Markt, ohne dass das Risiko transparent erklärt wird – dann habt ihr euer Poyais gefunden. Die Frage ist nicht, ob es ein Betrug oder ein Luftschloss ist. Die Frage ist wann es auffliegt. Und das "Wann" ist immer dasselbe: Sobald die Zinsen der Zentralbanken auch nur leicht steigen, kollabieren diese Luftschlösser als Erstes. Denn das Kapital, das in ihnen steckt, ist kein "investiertes" Kapital – es ist "verzweifeltes" Kapital, das nur dort gelandet ist, weil es nirgendwo sonst eine Rendite fand. Und verzweifeltes Kapital ist das Erste, das flieht, sobald es eine sichere Alternative gibt.
Niedrige Zinsen führen zur Duplikation von Infrastruktur und Geschäftsmodellen, die die Welt nicht braucht. Das ist nicht Zufall – das ist Physik. Wenn die Hurdle Rate auf dem Boden liegt, schafft es jedes noch so beschissene Projekt über die Hürde.
Die Top 1 % unterscheiden zwischen "produktivem Kapital" und "konsumptivem Kapital". Produktives Kapital fließt in Unternehmen und Projekte, die einen echten Mehrwert schaffen und langfristig profitabel sind. Konsumptives Kapital fließt in Überkapazitäten, die nur durch billige Kredite existieren und die Margen der gesamten Branche zerstören.
Short-Kandidaten sind Unternehmen in Sektoren mit massiven Überkapazitäten, die nur durch billige Kredite überleben. Sobald die Zinsen steigen, passiert der "Waldbrand" – die schwachen Bäume verbrennen. Aber danach? Danach schießt neues, starkes Wachstum hoch. Die überlebenden "Quality"-Firmen – die mit echtem Cashflow, echter Preismacht und Festungs-Bilanzen – übernehmen den Markt der toten Konkurrenten. Das ist euer Long-Trade: Kauft die Gewinner der Konsolidierung, die am Ende alleine auf dem Schlachtfeld stehen
Bagehot formulierte die berühmte Regel, die bis heute jede Zentralbank-Krisenpolitik bestimmt: In einer Krise muss die Zentralbank großzügig leihen – aber zu einem hohen Zinssatz. Der hohe Zinssatz ist der Filter. Er stellt sicher, dass nur solide, kreditwürdige Institutionen Zugang zur Notfall-Liquidität bekommen, während die Zombies und Betrüger rausgefiltert werden.
Die Elite wartet auf den Moment der absoluten Kapitulation. Den Moment, in dem die Zinsen am Interbankenmarkt plötzlich in die Höhe schießen. Den Moment, in dem selbst solide Banken sich weigern, einander Geld zu leihen, weil das Misstrauen so groß ist. Den Moment, in dem der Markt aufhört zu funktionieren
Wenn die Panik maximal ist wenn der VIX durch die Decke schießt, wenn die Schlagzeilen von "Systemkrise" und "Bankrott" schreien –, dann ist das euer Kaufsignal für Qualitäts-Assets. Warum? Weil die Panik bereits die Schwachen aus dem Markt liquidiert haben. Die Zombies sind tot. Die Betrüger sind aufgeflogen. Was noch übrig ist, ist Substanz. Und diese Substanz bekommt ihr in der Panik mit 30 %, 40 %, 50 % Rabatt auf den fairen Wert. Weil die Masse nicht zwischen "bankrott" und "vorübergehend unter Druck" unterscheiden kann. Aber ihr könnt es. Weil ihr Bagehot gelesen habt
John Bull konnte 2 % nicht ertragen, weil er die Zeit nicht richtig bewertete. Er wollte den Ertrag von 10 Jahren in einem Jahr. Er wollte den Reichtum jetzt sofort. Und genau diese Ungeduld – diese extrem hohe Zeitpräferenz, die wir an Tag 12 besprochen haben – machte ihn zum perfekten Opfer Die Elite nutzt die Zeit-Inkonsistenz der Masse gnadenlos aus. Während der Markt in der Euphorie von 2 % Zinsen in 100x-Hebel flüchtet und jeden Schrott kauft, der mehr verspricht, bleibt die Elite in Cash oder Cash-Äquivalenten. Sie sitzt da, sie wartet, sie tut nichts. Und genau dieses Nichtstun ist ihr mächtigster Trade.
Euer Edge ist die Kaufkraft-Optionalität. Cash in einem Bullenmarkt fühlt sich an wie Zeitverschwendung. Jeder Idiot verdient Geld, und ihr sitzt auf der Bank. Aber Cash in einem Crash? Cash ist das ultimative Luxusgut. Cash ist Munition. Cash ist die Fähigkeit, in dem Moment, in dem alle bluten und alles mit 50 % Rabatt im Schaufenster liegt, eiskalt zuschlagen zu können. Die Spekulationsblase platzt (weil John Bull sich übernommen hat), und ihr kauft die Trümmer für Cent-Beträge. Ihr kauft die überlebenden Quality-Unternehmen am absoluten Tiefpunkt. Ihr sammelt die Assets ein, die die verzweifelten Margin-Call-Opfer euch zum Schnäppchenpreis in den Schoß werfen.
Das ist kein passives "Nichtstun". Das ist aktives, strategisches Warten. Es erfordert eine Disziplin, die 99 % der Trader nicht aufbringen können, weil ihr Ego es nicht erträgt, der einzige Mensch im Raum zu sein, der kein Geld verdient. Aber die Elite weiß: Der größte Gewinn entsteht nicht im Trade – er entsteht im Warten auf den richtigen Trade.
Das Trading-Playbook für Tag 15
Hier ist eure ultimative Zusammenfassung. Ab heute habt ihr die psychologische Karte des "Reach for Yield" im Kopf. Ihr wisst, was mit der Masse passiert, wenn die Zinsen fallen. Und ihr wisst, wie ihr das ausnutzt.
Hört auf, Zinssenkungen als "gut für den Markt" zu feiern. Ja, kurzfristig pumpen die Kurse. Aber was wirklich passiert, ist, dass die Masse in immer riskantere Assets getrieben wird, weil die sichere Rendite nicht mehr ausreicht. Der "Reach for Yield" ist keine rationale Investmententscheidung – er ist ein psychologischer Notzustand. Und Notzustände enden in Katastrophen.
Der klarste Indikator für "John Bull verliert den Verstand" ist die Kompression der Credit Spreads – die Rendite-Differenz zwischen sicheren und riskanten Anleihen schrumpft. Wenn Investoren für Junk-Bonds fast dieselbe Rendite akzeptieren wie für Staatsanleihen, dann ist das Risiko-Pricing komplett kaputt. Das ist euer Frühwarnsystem.
In jeder Niedrigzinsphase gibt es Betrug, Luftschlösser und "Too good to be true"-Produkte. Findet sie. Analysiert sie. Versteht, warum verzweifelte Anleger trotzdem reinspringen. Und positioniert euch für den Moment, in dem die Wahrheit ans Licht kommt.
Die Technologie selbst ist meistens real. Das Problem ist die Überfinanzierung durch billiges Geld. Wenn ein Sektor von Hunderten identischer Startups überflutet wird, die sich gegenseitig die Kunden wegsubventionieren – dann ist das Railway Mania 2.0. Geht Short auf die Schwächsten. Geht Long auf die Überlebenden.
Haltet Cash. Haltet Pulver trocken. Lasst euch von der Euphorie nicht anstecken. Wenn die Blase platzt – und sie platzt immer –, seid ihr die Einzigen im Raum, die noch zuschlagen können. Das ist der Cantillon-Move aus Tag 14, angewendet auf den Bagehot-Zyklus aus Tag 15. Die Elite kauft nicht im Rausch. Die Elite kauft in der Panik.
Hausaufgabe Tag 15
Zettel und Stift raus, Notion-Page aufmachen – ihr wisst wie es läuft:
Reach-for-Yield-Scan: Recherchiert die aktuelle Rendite auf 10-jährige US-Treasuries und deutsche Bundesanleihen. Liegt sie über oder unter 3 % ? Seid ihr aktuell in einer "John-Bull-Phase" oder nicht? Begründet in 3 Sätzen.
Recherchiert den aktuellen High-Yield-Credit-Spread (z. B. ICE BofA US High Yield Index OAS). Ist er historisch eng oder weit? Was sagt euch das über den aktuellen Risikoappetit der Masse?
Identifiziert ein aktuelles Asset, Produkt oder Projekt, das verdächtig nach "Poyais" riecht – also deutlich mehr Rendite verspricht, als das Risiko rechtfertigt, und das hauptsächlich von der Niedrigzins-Verzweiflung lebt. (Maximal 3 Sätze.)
Nennt einen aktuellen Sektor, in dem ihr Überkapazitäten durch billiges Geld vermutet. Welche Unternehmen in diesem Sektor sind die "Zombies" (die nur durch billige Kredite überleben), und welche sind die "Survivors" (die den Konsolidierungsprozess überleben werden)?
Stellt euch vor, die Zinsen steigen in den nächsten 12 Monaten um 200 Basispunkte. Wie viel Cash haltet ihr aktuell? Reicht es, um in einem Crash die Trümmer aufzusammeln? Wenn nicht – was müsst ihr heute noch ändern?
Ihr habt heute die mächtigste psychologische Waffe im Arsenal der Elite kennengelernt: das Verständnis des **"Reach for Yield"**. Ihr wisst jetzt, dass niedrige Zinsen keine Stabilität bringen – sie bringen Wahnsinn. Ihr wisst, dass John Bull seit 200 Jahren denselben Fehler macht: Er ertrinkt in der Verzweiflung nach Rendite und greift nach jedem Strohhalm, den ihm der Markt hinhält – egal ob es eine echte Rettungsleine ist oder ein vergifteter Köder.
Die Masse wird in der nächsten Niedrigzinsphase wieder denselben Fehler machen. Sie wird wieder in Poyais investieren. Sie wird wieder Railway-Mania-Aktien kaufen. Sie wird wieder ihr Kapital in Luftschlösser stecken, die beim ersten Windhauch in sich zusammenfallen.
Aber ihr nicht. Ihr seid ab heute die Trader, die Bagehot lesen. Die Trader, die den Zyklus kennen. Die Trader, die nicht aus Verzweiflung handeln, sondern aus Verständnis. Ihr seid die Cantillons der modernen Ära – die wenigen, die die Chimäre durchschauen, die Blase reiten, solange sie hält, und rechtzeitig in echte Werte tauschen, bevor der Vorhang fällt.
Niedrige Zinsen sind ein psychologisches Gift. Sie zwingen die Masse zu Fehlern. Euer Job als Elite-Trader ist es, nicht Teil dieser Masse zu sein, sondern die Rendite-Gier der Verzweifelten zu beobachten und systematisch gegen die unvermeidliche Übertreibung zu wetten. Wenn John Bull anfängt, 2 % zu hassen, bereitet euch auf den großen Short vor.
Willkommen in Tag 15. Willkommen in der Psychologie des Zinses. Lasst uns weiterarbeiten.
Wir sehen uns bei Tag 16.
Nasdaq 100 unter Druck im restriktiveren ZinsumfeldDer Nasdaq 100 reagiert sensibel auf steigende Renditen und ein restriktiveres Finanzierungsumfeld.
Nach der Aufwärtsbewegung zeigt sich aktuell eine klare Abschwächung der Dynamik, während der Kurs sich den wichtigen gleitenden Durchschnitten annähert.
In Kombination mit steigenden Diskontierungsfaktoren geraten insbesondere wachstumsstarke und hoch bewertete Titel unter Druck.
Konsequenz:
– Momentum schwächt sich ab
– Zinssensitive Sektoren verlieren relative Stärke
US 10Y zurück Richtung restriktiver Zonen (4,5%)Die Renditen bewegen sich zurück in Richtung restriktiver Zonen.
Damit entfernen sie sich klar aus dem zuletzt unterstützenden Umfeld.
Steigende Renditen erhöhen die Diskontierungsfaktoren für zukünftige Cashflows – besonders relevant für zinssensitive Sektoren.
In Kombination mit erhöhten Credit Spreads und einem hohen VIX (>30) ergibt sich aktuell kein klar unterstützendes Makroumfeld für Risk Assets.
– Rückenwind für Aktien bleibt begrenzt
– Relative Stärke aktuell eher in Energie als in Growth
Strukturelle Preisfindung: Der mechanische Unterbau der MärkteHeute ist dein erster Tag an der Börse, und ich werde dir das Geheimnis verraten, das die meisten Trader erst nach Jahren (und teuren Verlusten) verstehen: Der Markt ist kein Casino mit blinkenden Zahlen – er ist eine gewaltige, atmende Maschine, die Zeit in Wert verwandelt.
Wenn du auf das Bild schaust, siehst du nicht nur ein Diagramm. Du siehst die „Matrix“ des Geldes
Am linken und rechten Rand siehst du die gleichen Akteure: Haushalte, Firmen, den Staat und das Ausland. Aber sie haben völlig unterschiedliche Missionen:
Die „Defizit-Einheiten“ (Links)
Das sind die Borrowers. Sie haben eine Vision (ein Haus, eine Fabrik, eine neue Autobahn), aber ihnen fehlt das Cash. Sie „leihen“ sich die Zukunft in die Gegenwart, indem sie Versprechen ausgeben – wir nennen sie Wertpapiere.
Die „Überschuss-Einheiten“ (Rechts)
Das sind die Lenders. Sie haben Geld übrig und wollen, dass es für sie arbeitet. Da sie heute auf Konsum verzichten, verlangen sie eine Belohnung. Den Zins.
Wo die Magie passiert
In der Mitte sitzen die Intermediäre. Warum? Weil der Sparer in Wanne-Eickel der Regierung von Japan wahrscheinlich nicht direkt Geld leihen würde
Die Banken: Sie sind die ultimativen Alchemisten. Sie nehmen kurzfristige Einlagen (CDs) und verwandeln sie in langfristige Kredite. Einzigartig: Wenn Banken Kredite vergeben, erschaffen sie Geld.
Die Investmentvehikel: Pensionsfonds und Hedgefonds bündeln das Kapital von Millionen Menschen, um als „Wale“ am Markt aufzutreten und Anteile (PIs) zu kaufen.
Alle diese Player leben von der Marge: Sie verlangen vom Kreditnehmer mehr, als sie dem Sparer geben. Dieser winzige Spread finanziert die gesamte Glasfassaden-Architektur von Frankfurt bis New York.
Der Puppenspieler: Die Zentralbank
Ganz oben thront die Zentralbank. Sie ist nicht einfach ein Mitspieler, sie ist der Gott der Liquidität.
Entgegen dem, was viele denken, bestimmt nicht „Angebot und Nachfrage“ die kurzfristigen Zinsen. Die Zentralbank legt sie administrativ fest (PIR – Policy Interest Rate). Dieser Zins ist der Anker, an dem alles andere hängt. Wenn die Zentralbank atmet, bebt der ganze Chart
Zinsen sind die Schwerkraft der Finanzwelt.
Wenn die Zinsen steigen, sinkt der Wert von allem anderen. Warum? Weil zukünftige Gewinne mit einem höheren Satz „diskontiert“ (abgeschwächt) werden
Wie Funktioniert das Finanzsystem
Alles beginnt auf der rechten Seite Hier befinden sich die Sektoren (Haushalte, Unternehmen, Regierung, Ausland), die in diesem Moment mehr Geld haben, als sie ausgeben. Sie suchen nach einer Möglichkeit, dieses überschüssige Geld sicher aufzubewahren oder zu vermehren. Sie verzichten heute auf Konsum und verlangen dafür eine Belohnung – den Zins
Die Wege des Geldes: Direkt vs. Indirekt
Das Geld kann zwei Wege nehmen, um zu denjenigen zu gelangen, die es brauchen (den Kreditnehmern auf der linken Seite).
Weg A: Die Abkürzung (Direktfinanzierung)Hier kaufen die Kreditgeber direkt die Wertpapiere (Aktien oder Anleihen) der Kreditnehmer.
Beispiel: Ein wohlhabendes Individuum kauft direkt Staatsanleihen
Weg B: Die Autobahn (Indirektfinanzierung via Intermediäre)
Dies ist der Weg, über den der Großteil des Geldes fließt. Hier schalten sich Profis dazwischen
Banken
Was sie vom Kreditgeber nehmen: Einlagen / CDs (Einlagenzertifikate)
Was sie dem Kreditnehmer geben: Kredite, Hypotheken, Overdrafts
Investmentvehikel
Was sie vom Kreditgeber nehmen: Beteiligungsanteile (PIs)
Was sie dem Kreditnehmer geben: Kauf von Aktien und Anleihen
Banken sind weit mehr als nur Tresore für dein Geld; sie sind „Finanz-Alchemisten“.
Sie sammeln das überschüssige Geld von den „Lenders“ (den Kreditgebern) ein. Als Gegenleistung erhältst du ein Einlagenzertifikat (CD) – im Grunde ein Versprechen, dass dein Geld sicher ist und du Zinsen bekommst. Dieses eingesammelte Geld bleibt nicht liegen. Die Bank bündelt tausende kleiner Einlagen zu riesigen Summen und verleiht sie als Kredite, Hypotheken oder Überziehungskredite an die „Borrowers“ (die Kreditnehmer) weiter. Banken verringern das Risiko für dich als Sparer. Sie übernehmen die „Informationskosten“ – also die Prüfung, ob der Häuslebauer links auch wirklich zurückzahlen kann. Wenn er es nicht tut, ist das erst einmal das Problem der Bank, nicht deines. Zudem schaffen sie Liquidität: Du kannst dein Geld meist schnell wieder abheben, obwohl der Kreditnehmer es vielleicht für 20 Jahre geliehen hat.
Investmentvehikel
Unter diesem Begriff verstecken sich die „Wale“ des Marktes: Pensionsfonds, Versicherer oder Investmentfonds. Sie geben sogenannte „Beteiligungsanteile“ (Participation Interests – PIs) aus. Wenn du also Geld in einen Fonds einzahlst, kaufst du ein Stück dieses großen Topfes. Mit diesem gigantischen Kapitalberg gehen sie an die Börse (den Sekundärmarkt) oder direkt zu Firmen (den Primärmarkt) und kaufen dort im großen Stil Aktien und Anleihen. Durch das Sammeln von Millionen kleiner Beträge können sie ihre Investitionen extrem breit streuen (Diversifikation). Das senkt das Risiko drastisch im Vergleich zu jemandem, der alles auf eine einzige Aktie setzt.
Warum machen die das? Die „Marge“ ist der Treibstoff
Niemand arbeitet umsonst. Das gesamte System wird durch die sogenannte Bankmarge finanziert Die Bank verlangt vom Kreditnehmer höhere Zinsen (Interest Earned – IE), als sie dir für deine Einlage zahlt (Interest Paid – IP). Diese Differenz ist die Marge. Sie deckt die Kosten der Bank, schützt gegen Kreditausfälle und ist – wie es im Fachjargon heißt – „sticky“, also wird von den Banken eifersüchtig bewacht, da sie ihren Hauptgewinn darstellt
Wenn du als Trader später auf einen Chart schaust, siehst du das Endergebnis dieses Prozesses. Wenn die Zentralbank den „Anker-Zinssatz“ (PIR) anpasst, ändern die Banken sofort, wie viel sie für CDs zahlen und wie viel sie für Kredite verlangen. Das verändert den gesamten Geldflow auf der „Autobahn“ – und genau das ist es, was die Kurse auf deinem Bildschirm schließlich nach oben oder unten drückt.
Das Ziel: Ultimative Kreditnehmer
Auf der linken Seite sitzen die Akteure, die Pläne haben, aber kein Geld Sie geben Wertpapiere (Schuldscheine oder Aktien) aus. Im Austausch für diese Papiere erhalten sie das Cash, um Häuser zu bauen (Haushalte), Fabriken zu eröffnen (Unternehmen) oder Infrastruktur zu finanzieren (Regierung).
Die Schaltzentrale: Zentralbank & Interbankenmarkt
In der Mitte der Grafik siehst du den "Maschinenraum". Zentralbank: Sie steuert die Geldmenge und setzt den Anker-Zinssatz (PIR) fest.
Interbankenmarkt Hier leihen sich Banken untereinander Geld, um ihre Reserven bei der Zentralbank auszugleichen Wenn eine Bank einem Kreditnehmer links einen Kredit gibt, erschafft sie in diesem Moment neues Geld in Form einer Einlage Der Flow ist ein ständiges Geben und Nehmen von Versprechen (Wertpapieren) gegen Liquidität (Cash). Die Zinsen sind dabei das Thermometer: Sind sie hoch, wird das Geld "teuer" und der Flow bremst ab. Sind sie niedrig, fließt das Geld schneller
Was sind Zinsen eigentlich? Es ist nicht der Preis für Geld!Stell dir vor, du betrittst zum ersten Mal die Welt der Finanzmärkte. Überall blinken Zahlen, Kurse bewegen sich im Sekundentakt, und irgendwo in den Nachrichten fällt ein Satz, der alles verändert: *„Die Zentralbank hat den Leitzins angehoben."* Plötzlich fallen Aktienkurse, Anleihen reagieren, der Dollar bewegt sich. Und du fragst dich: Warum hat ein einziger Zinssatz so viel Macht? Die Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel zu allem, was du als Trader jemals verstehen musst. Denn der Zins ist nicht irgendein Detail am Rand – er ist das Gravitationszentrum des gesamten Finanzsystems.
## Was Zinsen wirklich sind
Die meisten Menschen denken bei Zinsen an den Prozentsatz, den sie für ihren Kredit zahlen oder auf ihr Sparkonto bekommen. Klingt simpel – ist es aber nicht. Zinsen sind im Kern etwas viel Tieferes: Sie sind der Preis der Zeit.
Stell dir vor, jemand gibt dir heute 1.000 €. Du könntest dir sofort etwas davon kaufen, es investieren, damit arbeiten. Geld heute ist mehr wert als Geld morgen, weil du heute damit handeln kannst. Wenn du dieses Geld aber jemand anderem leihst, verzichtest du auf all diese Möglichkeiten. Der Zins ist die Entschädigung dafür, dass du wartest. Er ist die Gebühr, die der Kreditnehmer zahlt, um Kaufkraft aus der Zukunft ins Heute zu holen – wie ein Ticket für eine Zeitmaschine.
Mathematisch betrachtet ist ein Zins nichts anderes als ein Verhältnis: Du leihst 1.000 € und zahlst 100 € Gebühr – das ergibt einen Zinssatz von 10 %. Damit diese Zahlen weltweit vergleichbar sind, werden sie immer *pro Jahr* angegeben. Einfach, elegant und universell.
## Der unsichtbare Anker: Die Zentralbank
Jetzt kommt der entscheidende Punkt, den die meisten übersehen: Zinsen werden nicht frei am Markt gehandelt wie Äpfel auf dem Wochenmarkt. Die kurzfristigen Zinsen – also die, die das gesamte System antreiben – werden von einer einzigen Institution kontrolliert: der **Zentralbank**.
Die Zentralbank setzt den sogenannten **Leitzins**. Dieser Leitzins ist kein Vorschlag und keine Empfehlung – er ist ein administrativer Anker, an dem sich alles orientiert. Jeder Kredit, jede Anleihe, jeder Zinssatz, den du irgendwo siehst, ist im Grunde nur eine Reaktion auf diesen einen Hebel. Wenn die Zentralbank den Leitzins senkt, wird Geld billiger. Wenn sie ihn anhebt, wird Geld teurer. Und diese eine Bewegung hat Konsequenzen für buchstäblich jedes Asset auf dem Planeten.
Warum? Weil der Wert jeder Aktie, jeder Anleihe, jeder Immobilie letztlich davon abhängt, was ihre zukünftigen Einnahmen *heute* wert sind. Um das zu berechnen, brauchst du einen Zinssatz, mit dem du diese zukünftigen Cashflows auf die Gegenwart zurückreechnest. Ändert sich der Zins, ändert sich diese Rechnung – und damit der Preis von allem.
## Wie Banken Geld erschaffen
Aber warte – woher kommt das Geld überhaupt, das da verliehen wird? Hier wird es richtig interessant, denn die Wahrheit ist kontraintuitiv: Banken verleihen nicht das Geld ihrer Sparer. Sie *erschaffen* neues Geld.
Wenn eine Bank dir einen Kredit über 50.000 € gibt, dann öffnet sie kein Tresor und zählt Scheine ab. Sie tippt eine Zahl in den Computer, und auf deinem Konto erscheinen 50.000 €, die vorher nicht existiert haben. Die Bank verwandelt dein Kreditversprechen – etwas, das am freien Markt niemand kaufen würde – in liquide Bankeinlagen, mit denen du sofort bezahlen kannst. Das ist moderne Geldschöpfung.
Damit sich das für die Bank lohnt, lebt sie von der **Zinsmarge**: der Differenz zwischen dem Zins, den sie von Kreditnehmern kassiert, und dem Zins, den sie Sparern zahlt. Diese Marge ist ihr Geschäftsmodell, ihr Lebensblut. Und sie hängt direkt davon ab, wo die Zentralbank den Leitzins ansetzt.
## Das große Bild: Warum dich das als Trader interessieren muss
Jetzt hast du die einzelnen Puzzleteile – lass uns das Bild zusammensetzen.
Der Zins ist das Bindeglied zwischen **Zeit**, **Risiko** und **Kapital**. Er verbindet den Wert von heute mit dem Wert von morgen. Ohne ihn gäbe es keine Möglichkeit, zukünftige Cashflows in heutige Preise umzurechnen. Ohne ihn hätte kein Asset einen berechenbaren Wert.
Wenn du als Trader einen Chart öffnest und siehst, wie ein Kurs steigt oder fällt, dann siehst du in Wahrheit das Ergebnis unzähliger Berechnungen, Erwartungen und Entscheidungen – und im Kern jeder einzelnen davon steckt ein Zinssatz. Die Zentralbank bewegt den Hebel, und das gesamte Finanzsystem reagiert wie ein Organismus.
Deshalb ist der Zins nicht nur irgendein Konzept aus dem Wirtschaftsunterricht. Er ist **die Schwerkraft der Märkte**. Wer ihn versteht, versteht, warum sich Preise bewegen. Wer ihn ignoriert, tradet blind.
Der Bitcoin Zyklus. Wann kommt das Blow-off-Top?Hallo Zusammen,
da der Gold Kurs derzeit stark am steigen ist, habe ich mir mal die Vergangenheit angeschaut und konnte daraus einige Rückschlüsse ziehen.
Wie in dem Chart (in rot) zu erkennen ist, hatte Gold IMMER eine Rally in Verbindung mit dem M.2 Money Supply, welche durch ein Blow-off-Top beendet wurde, WENN eine Globale Krise herrschte. 2011 war es die Euro Krise, 2020 die Corona-Pandemie und aktuell sind es Trumps Zölle und globale Unsicherheiten. Diese Krisen führten zu einem Risk-Off Sentiment und dadurch zu einem Blow-Off-Top bei Gold. ABER, kurz nach den Gold Blow-off-Tops hatten wir IMMER leicht verzögert ein Bitcoin Blow-off-Top, welches aktuell noch nicht eingetreten ist. Diese These wird durch das Blow-off-Top im M.2 Supply (grau) bestätigt. Außerdem stehen Rate Cuts an und Jerome Powell hat bereits bekannt gegeben, dass QT bald beendet wird. Für mich sieht es aktuell stark danach aus, als würde sich die Geschichte bald wiederholen.
Für die Altcoins sieht es dabei auch sehr gut aus, denn ein Bitcoin Blow-off-Top gemeinsam mit akzeptierten Altcoin-ETFs könnten hier ebenfalls eine Euphorie-Phase auslösen.
Teilt mir gerne mit was ihr davon haltet! :)
Leute ! Mehr Signale gibt es nicht ! Was passiert da gerade?! – Ein Blick auf den Anleihemarkt, Gold & Krypto
Ich bin mir sicher, viele von euch haben heute die News hier auf TradingView gelesen – sowohl im Krypto-Bereich als auch zu den US-Staatsanleihen. Da braut sich etwas zusammen, das man nicht ignorieren sollte!
Die Renditen für US-Staatsanleihen sind allein in der letzten Woche von 4 % auf 4,5 % gestiegen. Eigentlich würde man erwarten, dass Anleger in diesem Fall aus Gold rausgehen – denn Gold wirft bekanntlich keine Zinsen ab. Aber was passiert? Gold steigt trotzdem weiter!
Das ergibt keinen klassischen Sinn. Irgendwas läuft hier aus dem Ruder – entweder der Anleihemarkt oder der Goldmarkt liegt falsch.
Gleichzeitig sinkt der Dollar-Index, und obwohl die Renditen der Anleihen steigen, kauft sie niemand. Das sieht verdächtig nach einem Vertrauensverlust aus. Kapitalflucht aus den USA? Fast wie ein stiller Bank-Run – nicht im klassischen Sinn, aber auf makroökonomischer Ebene.
Deswegen auch die Aussagen in vielen Beiträgen: “Man weiß nicht, was gerade los ist.”
Doch vielleicht weiß man es eben doch: Das Vertrauen in den Dollar, in die USA und ihre Stabilität beginnt zu bröckeln.
Die Fed wird früher oder später eingreifen müssen – und wir alle wissen, wie das läuft:
Mehr Liquidität. Zinssenkungen.
Und sobald die Leitzinsen fallen, fließt Kapital massiv in Assets – und zwar nicht nur in Krypto.
Das wird Preise auf ein neues Level bringen. Analysten sprechen schon jetzt von einer parabolischen Wachstumsphase.
In den heutigen Krypto-News hieß es passend: Jetzt ist die Zeit, um breit zu investieren – bevor die Fed neue Maßnahmen trifft.
BTC/USD - Analyse - Supplyschock ?? wichtige Makros + Keylevels Bitcoin-Marktanalyse: Wie ein Supply-Schock und globale Unsicherheiten zu einer möglichen Entkoppelung führen können
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1. Rückblick: Was bisher geschah und was jetzt entscheidend wird
In der letzten Analyse wurde klar hervorgehoben, dass Bitcoin aufgrund von ETF-Zuflüssen, sinkender Börsenliquidität und globaler Adaption in eine Phase eintritt, die einen potenziellen Supply-Schock auslösen könnte. Die Kursziele bei $118.000–$123.000 und darüber hinaus bei $129.000–$144.000 bleiben technisch im Fokus.
Was sich nun verschärft:
Die zunehmenden makroökonomischen Risiken (Rezession, Yield-Curve-Inversion, fragile Märkte) kombinieren sich mit geopolitischen Unsicherheiten (z.B. Taiwan-Konflikt).
Ein Trump-Szenario mit einer US-Bitcoin-Reserve könnte Bitcoin zu einem geopolitischen Anker machen und das Narrativ der Entkoppelung vom traditionellen Finanzsystem stärken.
Im Folgenden analysieren wir Schritt für Schritt, wie sich ein solches Szenario entwickeln könnte und warum Bitcoin als sicherer Hafen unvermeidlich wird.
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2. Makroökonomische Instabilität und Rezessionsrisiko
1. Der Arbeitsmarkt und die Rolle der US-Staatsausgaben
Unter der Biden-Administration wurden Millionen neuer Arbeitsplätze geschaffen. Allerdings:
Der Großteil dieser Jobs entstand im Staatsapparat (Regierungsstellen, Verwaltungen).
Dies bedeutet, dass die neu geschaffenen Stellen durch Staatsausgaben finanziert werden und keine industrielle Wertschöpfung schaffen.
Folge: Ein unproduktiver Arbeitsmarkt, der die staatliche Verschuldung erhöht und das Wirtschaftswachstum langfristig hemmt.
2. Yield-Curve-Inversion: Das klassische Rezessionssignal
Die Zinsstrukturkurve (Yield Curve) ist aktuell invers: Die Renditen kurzlaufender US-Staatsanleihen liegen über den langlaufenden Anleihen.
Eine inverse Yield-Curve hat historisch in 100 % der Fälle Rezessionen angekündigt (Daten seit 1950).
Rückschluss: Der unproduktive Arbeitsmarkt und die Yield-Curve-Inversion sind klare Signale für eine bevorstehende Rezession.
3. Fragilität der Aktienmärkte: Dominanz der „Magnificent 7“
Die Magnificent 7 (Apple, Microsoft, Google, Amazon, Nvidia, Meta, Tesla) machen ca. 30 % der S&P-500-Marktkapitalisierung aus.
Ein Einbruch bei einem dieser dominanten Unternehmen könnte zu einem Dominoeffekt führen, der den gesamten Index mitreißt.
Historische Parallele: Ähnliche Konzentrationen führten 2000 (Dotcom-Blase) und 2008 (Finanzkrise) zu schwerwiegenden Marktkorrekturen.
Zusammenhang: Eine Kombination aus Rezessionsdruck, fragilen Aktienmärkten und geopolitischen Spannungen bildet das ideale Umfeld für eine Flucht in sichere, knappe Assets – wie Bitcoin.
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3. Geopolitische Unsicherheit: Taiwan und globale Spannungen
Der Taiwan-Konflikt zwischen den USA und China verdeutlicht die geopolitische Zerbrechlichkeit:
Taiwan ist ein wirtschaftlicher Knotenpunkt (z.B. 60 % der globalen Halbleiterproduktion).
Ein Konflikt würde globale Lieferketten und die Märkte destabilisieren, was zu einer Flucht aus Fiat-Währungen führen könnte.
Historische Perspektive: Hegemoniale Machtverschiebungen führten in der Geschichte oft zu wirtschaftlichen und währungspolitischen Konflikten:
1. Britisches Empire vs. USA (19. Jh.) → Abwertung des britischen Pfunds.
2. Deutschland vs. Frankreich (1920er Jahre) → Hyperinflation der Reichsmark.
3. USA vs. China (heute) → Währungskonflikte, De-Dollarisierung.
Rückschluss: Die heutigen geopolitischen Spannungen bergen das Potenzial, Fiat-Währungen massiv unter Druck zu setzen und Bitcoin als neutralen, globalen Wertspeicher zu etablieren.
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4. Trump-Szenario: Bitcoin als US-Reserve und globales Wettrüsten
Sollte Trump ins Weiße Haus zurückkehren und Bitcoin als strategische US-Reserve ausrufen, wären die Konsequenzen enorm:
1. Narrativ der Unabhängigkeit
Trump könnte BTC als Absicherung gegen US-Dollar-Inflation und geopolitische Risiken positionieren.
Dies würde Vertrauen in BTC als Reservewährung auf globaler Ebene schaffen.
2. Globales Wettrüsten
Andere Nationen würden gezwungen, ebenfalls Bitcoin zu akkumulieren, um ihre Währungsreserven abzusichern (FOMO der Staaten).
Staaten wie Russland, Saudi-Arabien oder rohstoffreiche Länder könnten BTC nutzen, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.
3. Flucht aus Fiat-Währungen
In einer Rezession und bei geopolitischer Unsicherheit wird das Narrativ entstehen, einen bestimmten prozentualen Anteil in Bitcoin zu halten, um Fiat-Währungen abzusichern.
Sobald dieses Narrativ akzeptiert ist, entsteht ein parabolischer Preisanstieg, weil das begrenzte Angebot (21 Mio. BTC) der steigenden Nachfrage nicht gerecht werden kann.
Rückschluss: Das Szenario ist keine Frage des „ob“, sondern des „wann“. Ein Supply-Schock wird unvermeidlich, wenn Staaten und Institutionen gleichzeitig BTC akkumulieren.
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5. Technische Analyse: Unterstützungen und Widerstände
Unterstützungszonen
$106.000–$108.000: Starke Schlüsselunterstützung.
$102.000: Fibonacci-Level 0.382.
$98.000: Letzter signifikanter Rücklaufbereich.
Widerstandszonen
$118.000–$123.000: Niedriges Volumen in diesem Bereich ermöglicht schnelle Aufwärtsbewegungen.
$129.000: Oberkante des Aufwärtskanals.
$135.000–$144.000: Fibonacci-Extensionsziel.
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6. Fazit und Schlusswort: Ein Weg voller Rückschlüsse
Bitcoin steht an einem entscheidenden Punkt der Geschichte, beeinflusst durch fundamentale, makroökonomische und geopolitische Faktoren:
1. Rezession und Märkte: Unproduktive Staatsausgaben, die Yield-Curve-Inversion und die fragile Dominanz der „Magnificent 7“ erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Markteinbruchs.
2. Geopolitische Spannungen: Taiwan und die weltweiten Machtverschiebungen verstärken die Unsicherheit, die Fiat-Währungen belastet.
3. Trump-Szenario und Supply-Schock: Eine US-Bitcoin-Reserve würde ein globales Wettrüsten auslösen und Bitcoin als deflationäres Wertspeicher-Asset etablieren.
Möglichkeit der Entkoppelung: Wenn das Narrativ entsteht, dass ein prozentualer Anteil in Bitcoin gehalten werden muss, um sich vor wirtschaftlicher Unsicherheit abzusichern, wird der Preis parabolisch steigen. Der begrenzte Supply macht eine langfristige Entkoppelung von traditionellen Märkten unvermeidlich.
Abschließender Gedanke: Bitcoin vereint fundamentale Knappheit, geopolitische Neutralität und makroökonomische Resilienz. In einem zunehmend fragilen globalen Umfeld wird Bitcoin zu einer realistischen Alternative für Staaten, Institutionen und Investoren gleichermaßen. Wer die Signale erkennt, versteht, dass der Wandel bereits begonnen hat.
BTC/USD - Analyse - Makros und wichtige Timing Zeitpunkte Bitcoin-Analyse (Stand Dezember 2024): Der Zyklus, das potenzielle Top und die Rolle der Krise
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1. Der Vier-Jahres-Zyklus: Historische Struktur und aktueller Stand
Bitcoin folgt einem bewährten Vier-Jahres-Zyklus, der durch das Halving-Ereignis geprägt ist. Dabei wird das Angebot halbiert, was in der Vergangenheit massive Preissteigerungen ausgelöst hat.
Historische Daten (Halving bis Top):
1. 2012-2013:
Halving: November 2012.
Top: November 2013 → Dauer: 12 Monate.
2. 2016-2017:
Halving: Juli 2016.
Top: Dezember 2017 → Dauer: 17 Monate.
3. 2020-2021:
Halving: Mai 2020.
Top: November 2021 → Dauer: 18 Monate.
4. 2024-2025:
Halving: 20. April 2024 (bereits stattgefunden).
Aktueller Kurs: 99.800 USD (Stand Dezember 2024).
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2. Aktueller Zyklus (2024 Halving) und potenziell komprimierter Verlauf
Das letzte Halving fand am 20. April 2024 statt. Seitdem zeigt Bitcoin eine starke bullische Tendenz. Aufgrund der aktuellen Marktdynamik ist ein komprimierter Zyklus wahrscheinlicher, was ein früheres Top im Vergleich zu früheren Zyklen bedeutet.
Komprimiertes Szenario (früheres Top):
Dauer bis zum Top: 10-12 Monate nach dem Halving → Top im Februar 2025.
Begründung:
1. Beschleunigte Kapitalflüsse: Institutionelle Anleger akkumulieren schneller, was die Marktdynamik verändert.
2. Makroökonomische Unsicherheiten: Ein mögliches FED-Pivot (Zinssenkung) könnte bereits 2024/2025 für eine beschleunigte Rallye sorgen.
3. Altcoin-Season: Frühere Marktzyklen zeigen, dass die Altcoin-Season oft früher einsetzt, wenn der Markt überhitzt.
Preisziel im komprimierten Szenario:
Maximal: $110.000-$120.000 im Februar 2025.
Begründung: Das komprimierte Szenario erlaubt keine längere Überhitzung. Die Rallye wird voraussichtlich bei $120.000 ihr Top finden.
Traditionelles Szenario (längerer Zyklus):
Dauer bis zum Top: 18 Monate nach dem Halving → Top im Oktober/November 2025.
Preisziel: $130.000-$150.000.
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3. Der Pi Cycle Top Indikator: Timing für das Top
Der Pi Cycle Top Indikator hat in der Vergangenheit mit hoher Genauigkeit Bitcoin-Hochs vorhergesagt:
2013: Signal am 29. November, tatsächliches Top $1.150 (3 Tage Abweichung).
2017: Signal am 17. Dezember, tatsächliches Top $20.000 (exakt getroffen).
2021: Signal am 12. April, tatsächliches Top $64.863 (2 Tage Abweichung).
Aktueller Stand (Dezember 2024):
Der Pi Cycle Indikator zeigt KEIN Überhitzungssignal, was bedeutet, dass Bitcoin weiterhin Luft nach oben hat.
Prognose für das Top: Im komprimierten Szenario wird der Pi Cycle ein Top im Februar 2025 signalisieren.
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4. Bitcoin Dominanz und Altcoin-Season
Die Bitcoin-Dominanz ist ein wichtiger Indikator für die Kapitalbewegungen im Kryptomarkt:
Aktuelle Dominanz: 51%.
Muster: Während Bitcoin steigt, bleibt Kapital primär in BTC. Sobald die Dominanz sinkt (unter 50%), beginnt typischerweise eine Altcoin-Season.
Prognose:
1. Kurzfristig (bis Februar 2025):
Bitcoin bleibt im Fokus, da die Dominanz stabil bleibt.
2. Nach dem BTC-Top (ab Februar 2025):
Kapital fließt aus Bitcoin in Altcoins, was eine massive Altcoin-Season auslöst.
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5. Arbeitsmarktdaten, Yield Curve und potenzieller Crash im März 2024
Arbeitsmarktsituation in den USA:
1. Non-Farm Payrolls (NFP):
Die Arbeitsmarktdaten zeigen Schwächen, da viele neu geschaffene Stellen primär im Staatsapparat liegen. Diese Stellen belasten den Staatshaushalt, da sie keine produktiven Einnahmen generieren.
Im November 2024 wurden +190.000 neue Stellen gemeldet, jedoch blieben diese unter den Erwartungen. Historisch werden die NFP-Zahlen oft nach unten korrigiert (2023: durchschnittlich -25.000 Stellen pro Monat).
2. Kosten für den Staat:
Die zusätzlichen staatlichen Stellen belasten den Haushalt erheblich. Der US-Bundesstaat hat bereits eine Schuldenquote von über $33 Billionen (Stand 2024), und wachsende Ausgaben könnten das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität schwächen.
Yield Curve Inversion:
Seit 2022 ist die Zinskurve invertiert, ein bewährter Rezessionsindikator (98% Treffsicherheit).
Historisch tritt eine Rezession 12-18 Monate nach der Inversion ein, was den Zeitraum März 2024 ins Zentrum rückt.
Prognose für März 2024:
Basisszenario: Ein wirtschaftlicher Abschwung oder Crash könnte durch enttäuschende Arbeitsmarktdaten und Rezessionsängste ausgelöst werden.
Alternative: Statt eines vollständigen Crashs könnte es nur eine Korrektur geben, da die Märkte mögliche Schocks vorwegnehmen.
Handlungsempfehlung:
Ein solcher Rücksetzer bietet eine Kaufgelegenheit, um Bitcoin unterhalb des fairen Werts zu akkumulieren.
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6. De-Dollarisierung, BRICS und Bitcoin
Globale Verschiebung:
BRICS-Staaten: Überholen die G7 beim globalen BIP (31,5% vs. 30,7%).
Bitcoin als Alternative: BTC wird zunehmend als unabhängige globale Währung wahrgenommen.
Langfristige Bedeutung:
Bitcoin könnte von der De-Dollarisierung massiv profitieren, da Schwellenländer BTC als Store of Value adaptieren.
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7. Langfristige Preisziele
Komprimiertes Szenario (realistisch):
2024: $100.000-$120.000.
Februar 2025 (Top): $110.000-$120.000.
2030+: $500.000-$1 Million (bei globaler Adaption und De-Dollarisierung).
Traditionelles Szenario (langsame Dynamik):
2024: $100.000-$120.000.
November 2025 (Top): $130.000-$150.000.
2030+: $500.000-$1 Million.
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Zusammenfassung
Bitcoin befindet sich im Übergang von der frühen bullischen Phase zur Hauptphase des Zyklus. Aufgrund beschleunigter Marktdynamiken wird das komprimierte Szenario als wahrscheinlicher angesehen, mit einem Top bei $110.000-$120.000 im Februar 2025.
Makroökonomische Risiken:
Crash-Prognose März 2024: Schwache Arbeitsmarktdaten in den USA (viele neue Stellen nur im Staatsapparat, durchschnittlich -25.000 Revisionen/Monat in 2023) und die hohe Verschuldung ($33 Billionen) könnten einen wirtschaftlichen Abschwung auslösen.
Yield Curve Inversion: Der bewährte Rezessionsindikator deutet auf eine bevorstehende Krise hin.
Strategie:
1. Kurzfristig (bis Februar 2025):
Bitcoin akkumulieren, da ein früheres Top wahrscheinlicher ist.
Kurzfristige Rücksetzer (z. B. durch einen Crash im März 2024) als Kaufgelegenheit nutzen.
2. Ab Februar 2025:
Gewinne aus Bitcoin teilweise realisieren und Kapital in Altcoins verlagern (Start der Altcoin-Season).
3. Langfristig:
BTC als Absicherung gegen Fiat-Risiken und globale Unsicherheiten halten.
Ziel bis 2030: $500.000-$1 Million, abhängig von Adaption und De-Dollarisierung.
Anleger sollten flexibel auf kurzfristige Rücksetzer reagieren, die sich als ideale Akkumulationschancen für den nächsten Bitcoin-Zyklus erweisen könnten.
Makro Analyse S&P500 Long Term Crash-Indikator Makro-Analyse
Der Chart zeigt den S&P 500, die Zinskurveninversion (Yield-Differenz), die Arbeitslosenquote und die M2-Geldmenge (WM2NS), welche alle als zentrale Makrofaktoren dienen.
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1. Rückblick auf den Chartverlauf und Korrelationen
S&P 500
Der S&P 500 zeigt in jedem der analysierten Zeiträume (2000, 2008, 2020) starke Korrekturen, die mit vorhergehenden Yield-Inversionen und einem Anstieg der Arbeitslosenquote korrelieren.
Aktuell liegt der Index nahe dem historischen Hoch, bewegt sich aber in einer Zone, die durch Fibonacci-Widerstände zwischen 3.862 (0.236) und 4.818 (Allzeithoch) stark beeinflusst wird.
Yield-Inversion
Im Chart ist eine starke Zinskurveninversion (negativer Unterschied) zu erkennen, die in der Vergangenheit ein verlässlicher Frühindikator für eine Rezession war.
Die Inversion wurde 2022/2023 beobachtet, und in der Vergangenheit folgten Korrekturen im Zeitraum von 10–18 Monaten.
Arbeitslosenquote
Ein typisches Muster zeigt, dass die Arbeitslosenquote mit einer Verzögerung nach der Zinskurveninversion ansteigt. Dies signalisiert das Ende der wirtschaftlichen Expansion.
Aktuell bleibt die Arbeitslosenquote niedrig (~3,8–4 %), aber erste Anzeichen einer möglichen Erhöhung sind erkennbar.
M2-Geldmenge (WM2NS)
Die M2-Geldmenge ist nach einem starken Anstieg während der COVID-Krise zurückgegangen. Dies deutet auf eine restriktive Geldpolitik hin, die die Liquidität im Markt einschränkt und langfristig Druck auf die Wirtschaft ausübt.
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2. Timing eines möglichen Crashes (unter Einbezug des Charts)
Frühindikatoren (bis Q2 2025):
Arbeitslosenquote:
Ein Anstieg über 4,5 % würde den Markt weiter belasten. Historisch trat der Arbeitslosenanstieg 6–12 Monate nach der Yield-Inversion auf.
High-Yield-Spreads:
Sollten sich die Kreditmärkte verschlechtern, könnte dies ein weiteres Warnsignal sein. Ein Anstieg der Spreads über 500 Basispunkte wäre kritisch.
Liquidität (M2-Geldmenge):
Ein weiterer Rückgang würde die Finanzmärkte destabilisieren.
Crash-Wahrscheinlichkeit:
Basierend auf der Verzögerung von Yield-Inversionen und den aktuellen Daten ist der wahrscheinlichste Zeitraum für eine Korrektur zwischen Q2 und Q4 2025.
Die Fibonacci-Analyse im Chart deutet darauf hin, dass ein Rückgang auf die Unterstützungszonen bei 3.635 (0.382) und 2.135 (0.786) möglich ist.
Nach-Crash-Erholung:
Ab Ende 2025 bis 2026 könnte sich der Markt erholen, wenn die Federal Reserve Zinssenkungen einleitet und die Liquidität wieder erhöht.
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3. Beobachtungen und Ergänzungen aus dem Chart
A. Fibonacci-Level im S&P 500
Der Chart zeigt deutliche Fibonacci-Level, die als Widerstands- und Unterstützungszonen dienen:
Widerstand: 3.862 (0.236) – Kritische Zone, die der Markt derzeit testet.
Unterstützungen: 3.635 (0.382), 2.135 (0.786).
Ein Bruch unter 3.635 würde eine starke Abwärtsbewegung auslösen, während ein Test des 0.786-Levels (2.135) in einem schweren Crash-Szenario möglich wäre.
B. Langfristige Muster
Die blauen vertikalen Linien im Chart markieren die Zeitpunkte der Zinskurveninversion und die darauf folgenden Marktkorrekturen (2000, 2008, 2020). Dieses Muster zeigt eine starke historische Korrelation.
Die Differenz in der Zinskurve hat derzeit ein extremes negatives Niveau erreicht, was auf eine bevorstehende Rezession hinweist.
C. Korrelation zwischen M2 und Marktbewegung
Während der COVID-Phase führte die Expansion der M2-Geldmenge zu einer starken Marktrally. Der Rückgang der M2 seit 2022 hat jedoch die Liquidität reduziert, was den Markt anfälliger macht.
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4. Fazit und Empfehlungen
Kurzfristig (bis Q2 2025):
Beobachten Sie die Arbeitslosenquote: Ein Anstieg über 4,5 % wäre ein klares Signal für eine bevorstehende Rezession.
Absicherung: Inverse ETFs oder Put-Optionen können genutzt werden, um Portfolios abzusichern.
Liquidität halten: Mindestens 20–30 % des Portfolios sollten in Cash oder Bargeld-äquivalenten Anlagen geparkt werden.
Mittelfristig (Q2 bis Q4 2025):
Crash-Zielzonen: Der S&P 500 könnte auf 3.635 oder tiefer korrigieren. Nutzen Sie diese Niveaus für langfristige Käufe.
Rebalancing: Defensive Sektoren wie Basiskonsumgüter und Versorger bleiben attraktiv.
Langfristig (ab Q4 2025):
Nach einer möglichen Rezession könnten Wachstumssektoren (Technologie, zyklische Konsumgüter) überdurchschnittlich abschneiden.
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Fundamentales UpdateDie aktuellen ISM-Daten zum Verarbeitenden Gewerbe sind alarmierend! Der Beschäftigungsindex fällt auf 43,4 und erreicht den tiefsten Stand seit Juli 2020 – satte 5,6 Punkte unter den Erwartungen. Gleichzeitig bleiben die Preise hoch mit einem Indexwert von 52,9.
Diese Entwicklungen signalisieren eine gefährliche Kombination aus sinkender Beschäftigung und anhaltender Inflation. Sollten diese Trends anhalten, könnten die Märkte stark unter Druck geraten.
Spannend wird es am Montag mit den neuen Daten zum Dienstleistungssektor.
Zinsentscheid der FED, kommt heute die letzte Zinserhöhung?Liebe Tradingview-Community,
es ist schon eine Weile her, seitdem ich über einen Zinsentscheid gesprochen habe, daher möchte ich heute ein wichtiges Update geben. Dazu schauen wir uns zuerst nochmal die letzte Projektion der FED an, die am 14. Juni veröffentlicht wurde:
Für den Zinssatz liegt der Median bis zum Ende des Jahres bei 5,6%. Die zentrale Tendenz bewegt sich im Bereich von 5,4-5,6%. Der derzeitige Zinssatz liegt bei 5,08% und wird heute Abend in den Bereich von 525-550 erhöht. Um den Median zu erreichen, ist es also durchaus möglich, dass die FED den Zinssatz dieses Jahr noch ein zweites Mal auf den Bereich 550-575 erhöhen wird. Danach wird der Zinssatz wahrscheinlich stagnieren, denn seitens der FED ist für dieses Jahr noch keine Zinssenkung geplant. Dies wird dem Markt jedoch nicht gefallen. Werfen wir hierfür einen Blick auf die Projektion des Marktes:
Dieser sieht den Zinshöhepunkt bei 5,43% und erwartet für dieses Jahr ebenfalls keine Zinssenkung mehr. Allerdings ist die Entwicklung für das Jahr 2024 sehr spannend. Die zentrale Tendenz der FED liegt hier im Bereich von 4,4-5,1%, während der Markt bis zum Ende des Jahres einen Zinssatz von 4,21% erwartet.
Da heute aber der Fokus auf diesem Jahr liegt, schauen wir uns nun noch Daten zur Arbeitslosigkeit und Inflation an. Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,6% immer noch sehr niedrig, denn die zentrale Tendenz liegt bei 4-4,3%.
Bei der Core PCE Inflation Rate sehen wir Ähnliches: Diese hält sich sehr stabil über den 4,6%. Die zentrale Tendenz liegt bei 3,7-4,2%.
Das sind alles Argumente für eine 2. Zinserhöhung in diesem Jahr. Gleichzeitig steigt nämlich auch der Aktienmarkt sehr stark und lässt sich von der restriktiven Politik nicht beeindrucken. Denn viele schauen zwar nicht mehr auf die Bilanz der FED, aber diese wird immer noch weiter stark reduziert.
Abschließend kann ich mich heute trotzdem noch nicht festlegen, ob nun eine 2. Zinserhöhung kommen wird oder nicht. Dies werden die oben gezeigten Daten entscheiden, daher ist es wichtig, diese zu verfolgen!
Ich hoffe, dass euch dieses Update gefallen hat, und ihr auf den Like/die Rakete tippt oder/und einen Kommentar hinterlasst. Ansonsten wünsche ich euch noch eine schöne Woche.
Profitables Investieren und bis zum nächsten Mal.
Euer CryptoRaphael
Aktuelle Marktsituation BTC und ALTS/MakroansichtGuten Tag allerseits!
Nach langer Zeit gibt es mal wieder eine Idee von mir mir meiner Einschätzung der aktuellen Marktsituation von Krypto. Dabei kommen wir natürlich nicht an den trditionellen Märkten vorbei. Deshalb vorab ein kurzer Seitenhieb zu den Aktienmärkten:
Der DJI hat seinen Widerstand, an dem er seit November 22' gescheitert ist, endlich durchbrochen.
Nasdaq und S&P sind sogar in der Rückeroberung der Widerstandslevel weiter als der DJI und geben einen optimistischen Ausblick. Sollte der DJI in ein neues ATH ausbrechen, ergibt das historisch gesehen eine große Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch BTC in ein neues ATH ausbricht. Die längste Zeitdifferenz zwischen DJI-ATH und BTC-ATH betrug bisher ca. 150 Tage.
Dass BTC in der Lage ist, den Rückstand zu den Aktienmärkten in dieser kurzer Zeit auszugleichen, wurde dabei mehrwach bewiesen.
Das einzige Argument, was meiner Ansicht nach dagegen spricht, ist die Supercycle-Theorie, die besagt, dass Bitcoin bereits einen abgeschlossenen "Supercycle-Impuls" hinter sich hat und nun in eine mehrjährige große ABC startet:
Bestätigt wird diese Theorie dadurch, dass BTC und ETH im letzten Zyklus nur eine 4,236er Fib Extension im Marketcap erreicht haben. Dies ist ein Hinweis auf eine Blase, die eine längere Korrektur zur Abkühlung benötigt. ETH hatte 2017/18 ein ähnliches Szenario, bei dem die Korrektur den Start des Impulses sogar unterschritten hat.
Auf BTC übertragen, würde das nach einem Retracement in den Bereich von 40-50k USD einen Crash auf unter 3200 USD bedeuten.
Sollte es BTC jedoch gelingen, zusammen mit den Aktienmärkten in neue ATHs auszubrechen, ist alles beim Alten und wir können uns Ziele für den neuen Zyklus suchen (das werde ich in diesem Post nicht tun).
Nun zu den Altcoins:
Die Altcoins haben bisher immer besonders gut performt, wenn BTC in eine nach oben gerichtete Korrektur gestartet ist und ihre Tops an der Spitze von Bitcoins Korrektur gemacht.
Da der Bullrun 2020/21 allerdings ein Bullrun fur nur einige ausgewählte Coins dargestellt hat und viele der Top-Altcoins nicht mal ein neues ATH gesehen, geschweige denn ein 4,236er Fib-Extension erreicht haben, könnte die oben genannte große "B" von Bitcoin ein Chance sein, das nachzuholen. Bei vielen Altcoins ist eine abgeschlossene Akkumulationsstruktur zu erkennen, die eine sehr bullische Zukunft verspricht.
Sollte BTC in ein neues ATH ausbrechen, könnte sich die ALT-Rally ein wenig nach hinten verschieben. 2017 ist XRP allerdings richtig durchgestartet, als BTC sein ATH durchbrochen hatte, also ist auch in diesem Szenario ein Ausbruch von XRP und den ALTs möglich.
Für die nächsten Tage:
Vieles zeigt gen Norden. Nur BTC muss unbedingt den Widerstand bei 31,4 brechen, dann geht die Party höchstwahrscheinlich in der ganzen watchlist los.
Alles Gute und bis dann!
EUR / USD – NIMMT DER HÖHENFLUG EIN ENDE?Meine heutige Analyse setzt sich damit auseinander, wie der weitere Verlauf unseres beliebten Währungspaares „EUR / USD“ aussehen könnte.
> Die Technische Analyse und ausgewählte Indikatoren, bestätigen die These einer bevorstehenden Korrektur.
= Wieso das so ist, dass erkläre ich nach der Einleitung.
Der DXY / USD hat einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf EUR / USD, da die ganze Wirtschaft von seinem Verhalten abhängig ist.
> Derweil scheint dieser Anlauf zu nehmen, für einen letzten Aufschwung, welcher das Währungspaar unter massiven Verkaufsdruck bringen könnte.
> Unabhängig von diesen vom USD ausgehenden Verkaufsdruck, hat der EUR einen sehr starken Widerstand erreicht, welcher einen fallenden Kurs ermöglichen würde.
Im Folgenden geht die Analyse ins Detail, damit dir die signifikanten Level und Areale bekannt sind.
Hierfür habe ich eine „MULTI-TIME-FRAME“ Analyse durchgeführt, welche sich auf die höheren Zeiteinheiten (Monat & Woche) bezieht und damit das große ganze sichtbar macht.
Normalerweise werden alle Zeiteinheiten unter „1h“ als Lärm bezeichnet, jedoch bringt dir auch eine - 1h-4h - Analyse nichts, wenn das Wissen über das große und ganze fehlt.
> Wir Trader wissen, dass niemand die Zukunft voraussagen kann und man genau deshalb auf alle Ausgangssituationen vorbereitet sein muss.
> Wenn der DXY wieder steigen sollte, heißt das „BLUT“ für die Traditionellen- und Krypto Märkte.
> Daraus ergeben sich Gefahren, aber auch Chancen – es gilt das Große Bild zu betrachten.
> Welche Level RELEVANT sind, habe ich aufs ausführlichste in den folgenden Seiten erklärt.
INHALTSVERZEICHNIS
- 1. Teil = EINLEITUNG
- 2. Teil = TECHNISCHE ANALYSE
= Monats - Zeitebene
= Wochen - Zeitebene
- 3. Teil = SCHLUSSFOLGERUNG
ERSTER TEIL
„EINLEITUNG“
Nachdem „EUR/USD“ im Januar|2011 ein Top bei - 1,235 - bildete, ist nach einem erneuten Anlauf des Levels, ein starker Abverkauf losgetreten.
> Dieser Abverkauf schloss im September / 2021 ab und bildete unseren derzeitigen Boden.
> Das sich das Paar in einem „Symmetrischen Dreieck“ befand, scheinen viele derzeit zu vergessen, weshalb ich hiermit nochmal ausdrücklich darauf verweise (im Bild Violett markiert.)
> Der Ausbruch des Dreiecks war der Grund für den starken Abverkauf und wird gerade vom Kurs erneut herausgefordert.
> In den letzten Wochen haben wir eine sehr starke Aufwärtsbewegung gesehen, welche meines Erachtens kurz vor einer Korrektur stehen könnte.
= Wir befinden uns an der unteren Widerstandslinie des zuvor erwähnten „symmetrischen Dreiecks“, welches von 2017 bis 2022 | eine große Rolle spielte.
= Signifikante FIBONACCI-Level und SUPPLY-Zonen, befinden sich in der Zone und stellen damit einen Magneten für institutionellen Investoren dar.
= Das heißt übersetzt, dass der Kurs am „Symmetrischen Dreieck“ abprallen kann. Jedoch nicht auszuschließen ist, dass sich die institutionellen Investoren, die sich an den „Magnet-Level“ befindende Liquidität holen.
= Um ein wenig Klarheit zu erhalten, muss man auf die Reaktion des DXY abwarten, welcher den folgenden Verlauf des EUR und der Wirtschaft entscheidet.
= Der „TAGES“ - MACD + RSI – zeigen beide Divergenzen, was die Korrektur-These weiter verstärkt.
> Diese Divergenz ist bei vielen anderen Paaren, welche gegen den USD gehandelt werden, zu sehen, was die These eines Abverkaufs zusätzlich unterstützt.
> Sobald man sich den DXY (USD-Index) auf den höheren Zeitebenen anschaut, wird der weitere Abverkauf in den traditionellen Märkten sogar noch wahrscheinlicher.
(Meine DXY-Analyse ist unter diesen Beitrag, zu Bestätigungs-Zwecken verlinkt.)
ZWEITER TEIL
TECHNISCHE ANALYSE
Für die Analyse der höheren Zeitebenen gehe ich nach dem Zwiebelschalenprinzip vor.
> MONATS - Ebene > WOCHEN - Ebene
Aufgegliedert sind diese in
> ZUSAMMENFASSUNG > CHARTS
Die Charts werden in logarithmischer Skalierung dargestellt, da die gegebenen Informationen visuell harmonischer dargestellt werden können.
(Dies bezieht sich auch auf die Fibonacci Level.)
1. MONATS – ZEITEBENE
ZUSAMMENFASSUNG
Der im Chart, türkis eingezeichnete Trendkanal, bildete sich seit 1978 und konnte sich seitdem als legitimer Trendkanal behaupten. Seine Mittel-Trendlinie zeigte bei Konfrontation Reaktionen und wurde vom Markt respektiert.
> Der Kurs befindet sich außerhalb und hatte nach vergeblichen Versuchen den Kanal zurückzuerobern, 2018 aufgegeben und den MAKRO-Abverkauf eingeleitet.
Die erdfarbenen eingezeichneten Trendlinien, bildete sich 2003 + 2008 und dienten seitdem als Unterstützung oder Widerstand.
> Der Kurs läuft die Widerstandslinie an (2008) und könnte mit ihr vor der nächsten größeren Aufgabe stehen.
Das im Chart, violett eingezeichnet - „Symmetrischen Dreieck“, bildete sich seit 2017 und dirigierte seitdem den Kurs.
> Der Kurs durchbrach im April | 2022 das Dreieck und fordert momentan die Rückerlangung.
Die rot eingefärbte Trendlinie bildete sich im Jahr 1992 und stellt ein unscheinbares, jedoch relevantes Level dar.
> Betrachtet man die Vergangenheit dieser Trendlinie erkennt man recht schnell, welchen starken Einfluss sie spielte.
Wenn wir genauer auf die „SUPPLY & DEMAND“ Zonen eingehen, kannst du dir die von mir markierten „DEMAND“ + „SUPPLY“ Zonen im Chart anschauen.
> D|1 - Zone | STARK = folgte eine starke Bewegung + an unterer Unterstützungslinie abgeprallt.
> D|2 - Zone | SEHR STARK = folgte extrem - Starke Bewegung + Ursprung 2001
> D|3 - Zone | SEHR STARK = folgte extrem - Starke Bewegung + Ursprung 2001 + Quartals Zone
> S|1 - Zone | SCHWACH = entstand während Abverkauf, nicht der Auslöser.
> S|2 - Zone | STARK = folgte eine starke Bewegung + markantes FIB Level + symmetrisches Dreieck + Quartals Zone
> S|3 - Zone | STARK = folgte eine starke Bewegung + markantes FIB Level + symmetrisches Dreieck + Quartals Zone
> S|4 - Zone | SEHR STARK = folgte extrem - Starke + Makro FIB Level
Die Fibonacci-Retracements sollen uns als zusätzliche Bestätigung dienen und wurden in vergangenen Bewegungen (letzten Jahrzehnten) berücksichtigt.
> FIB 1 | wird als der stärkste Widerstand dienen, sollte der Kurs noch einen weiteren Anstiegsanlauf versuchen. (MAKRO FIB Level)
> FIB 2 | sind die möglichen Widerstands-Ziele, welche bei einem erfolgreichen Durchbruch des „Symmetrischen Dreieck“ realisierbar wären.
> In Kombination mit dem dem 0,328er FIB vom MAKRO FIB Level ein sehr starker Widerstand.
> FIB 3 | sind die nächsten Korrektur-Ziele, welche bei einem direkten Abverkauf (sofortig nach dieser Analyse), relevant werden.
> FIB 4 | ist ein starkes MAKRO Unterstützungslevel (0,88), für einen weiteren Abverkauf.
Die vergangenen Hochs und Tiefs dienen meist als Widerstand / Unterstützung, von welchen uns einer vorliegt.
> HÖHERES HOCH | 2020 - Bullische Markt-Struktur = Bestätigung = Widerstand
> TIEFERES HOCH | 2017 - Bullische Markt-Struktur = Beginn = Widerstand
Einige Level von Interesse liegen uns vor, welche in den letzten Monaten + Jahren, eine starke Rolle für den Markt spielten.
> Das derzeit relevanteste - POI (1,145 USD) - stellt schon seit dem Jahr 1980 eine wichtige Marke dar und nimmt damit eine aktuell sehr starke Widerstandsrolle ein.
> Die anderen POIs sind keinesfalls zu vernachlässigen und werden in den kommenden Tage, Wochen und Monaten eine Rolle für die Preisentwicklung spielen. (Nimm dir deswegen Zeit und übertrage, die für dich relevanten in deinen Chart.)
CHARTS
Gesamtbild
Gesamtbild ohne POIs + MSBs
ACHTUNG
In der folgenden Zeitebene werde ich nur noch auf die NEU, hinzukommenden Elemente eingehen.
2. WOCHEN – ZEITEBENE
ZUSAMMENFASSUNG
Zu den Monats „SUPPLY & DEMAND“ Zonen gesellen sich noch weitere aus der Wochenansicht hinzu, die sich mit anderen Widerstands- / Unterstützungselementen decken.
> D|1 - Zone | SCHWACH = ist eine Rally-Base-Rally Zone, jedoch zusätzliche Widerstandsunterstützung durch MSB (2020) + Trendlinie (Rot)
> D|2 - Zone | STARK = folgte eine starke Bewegung + markante FIB Level
> S|1 - Zone | STARK = folgte eine starke Bewegung + markantes FIB Level + MAKRO FIB + Trendlinien Widerstand (Erdfarben)
> S|2 - Zone | SEHR STARK = folgte extrem - Starke + Makro FIB Level + „Symmetrischen Dreieck“ Widerstandslinie
*** Zusätzlich bedarf es keiner weiteren Ergänzung, da die Level von der Monatsebene auch die Wochen Perspektive abdecken.
DRITTER TEIL
SCHLUSSFOLGERUNG
„Und alles ohne Not - der Euro ist der EU ihr Tod.“
Dieser Spruch verweist gegebenenfalls darauf, dass der EURO niemals als beständige, sondern nur als Übergangswährung gedacht war.
Was das auf den zukünftigen Kursverlauf bedeuten könnte, darüber sollte sich jeder mal Gedanken machen.
Zusammengefasst kann man sagen, dass ausgehend von der technischen Analyse, starke Gründe für einen langfristig - fallenden EURO-Kurs bestehen.
> Seit dem Kurs Top in Jan|2021 – wurde die Quartals Kerzen von Bärischen dominiert und die derzeitige Bewegung schaut eher nach einem Abpraller aus.
> Ein möglicher Durchbruch der Widerstandselemente ist möglich, sollte jedoch spätestens bei 1,131 - auf stärksten Widerstand stoßen. (Diese „Todes-Zone“ habe ich im Titelbild mit einem „Violetten“ Bereich markiert.)
> Die Divergenzen im Tages RSI + MACD, lassen auf eine Bärischen Abverkauf schließen.
Aus diesem Grund gehe ich von einem schwachen EURO-Kurs und einem starken USD aus und ein damit einhergehendes Blutbad an den traditionellen und Kryptomärkten.
> Positionierung nach Bestätigung dieser These = SHORT
Sollte dir diese Idee und Erklärung einen Mehrwert geboten haben, würde ich mich über eine Bewertung der Idee sehr freuen.
Vielen Dank und ein erfolgreiches Traden!
ZIEL IST DIE AUTARKIE | THE GOAL IS SELF-SUFFICIENCY
Inflationsdaten lassen Bitcoin kalt, sehen wir ein Rounding Top?Liebe Bitbuller,
Die Euphorie auf die Inflationsdaten hielt sich beim Bitcoin gestern schwer in Grenzen. Die Korrekturen die sich in den traditionellen Märkten ergeben (und am Ende als Retests entpuppen 😅), werden jedoch immer öfter antizipiert. 🤔
Der Anstieg erreichte unter 31000$ keine neuen Hochs, der Abverkauf endete bei 30200$ und mit den aktuellen 30500$ sind wir immerhin wieder auf gesunden Levels in der Range.
Es zeichnet sich jedoch langsam ein Rounding Top ab, das als Reversal Pattern vorerst für niedrigere Kurse sorgen könnte. Wir haben mal ein für Bitcoin typischen Chartverlauf eingezeichnet.
Auch dann bleiben wir also Makrobullish, erst wenn wir uns nachhaltig unter 25000$ bewegen, ändern wir unsere Bias.
Wirtschaftskalender:
Heute folgt wie gewohnt der Erzeugerpreisindex, der uns eine Idee gibt, wie sich die Preise des aktuellen Monat entwickeln werden, und somit die Inflationsdaten des Monats Juli. Viel ist da nicht mehr drin, wir freuen uns über jede Verringerung, die uns geringere Produktpreise liefert.
Wie jeden Donnerstag kommen die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe on top. Es gibt also auch heute genügend Zündstoff! 🔥
Lass uns gerne ein Abo da, wenn dir unsere Ideen Gefallen!
Makro-Analyse (Monthly to 4h) in den S&P Futures Hallo zusammen,
hier einmal eine Makro-Übersicht der ES-Futures vom Corona-Low bis heute - Ihr könnt von der Monats-Übersicht über Wochen und Tage hin zu den 4h und habt daher auch eine mittelfristige und kurzfristige Sicht auf die Dinge.
Generell:
Monthly bullisch
Weekly Bearish-Reversal erst einmal durch ein Higher-Low zumindest gestoppt
Daily bullisch Reversal aktuell im Gange - 4300/4400 ist m.E. das nächste Liquiditätsziel
Wer eine genauere Analyse und Erklärung möchte, kann gerne den aktuellsten Beitrag auf meinem YT-Kanal anschauen
Viele Grüsse,
Khan
BTC - Wohin geht der nächste Move?Hallo zusammen, lang ist es her!
Der Bitcoin befindet sich seit etwa 2 Wochen in einer Seitwärtsbewegung. Trotz der Makro-Daten konnte man in den letzten beiden Wochen gut mit höherem Hebel scalpen und handeln, da es nicht viel Liquidität am Markt gab. Das Volumen nimmt (siehe Indikator unten) immer weiter ab, was darauf hindeutet, dass es bald zu einer Kursbewegung kommen könnte. Die Frage ist nun, in welche Richtung diese gehen wird.
Meine Einschätzung tendiert eher zu Shorts, aus mehreren Gründen. Erstens sollte der Skandal um Binance in den USA nicht unterschätzt werden. Zweitens könnten in Kürze möglicherweise HKEX:3 Billionen in Bitcoin verkauft werden (wenn auch nicht abrupt). Zudem sind die Makro-Daten und die derzeitige US-Wirtschaft nicht optimal für Bitcoin.
Wie wir auf dem Volume-Profile erkennen können, befindet sich gerade bei $28k eine Supportzone (in beide Richtungen), die der BTC bald verlassen wird.
BITGET:BTCUSDT.P
Ein tödliches Verfangen, erwartet uns bald der Abverkauf?Liebe Community,
in meinem heutigen Artikel möchte ich euch über den bevorstehenden Zinsentscheid am 22. März informieren und gleichzeitig einen Einblick in die aktuelle Investitionsstrategie der Marktteilnehmer geben. Am Ende hoffe ich auf eure Unterstützung in Form eines Likes oder/und einem Kommentar, jetzt aber viel Spaß beim Lesen.
Starten wir mit einer Sektorenübersicht des Anteils der Aktien mit einem neuen Tief in den letzten Monaten:
Auffällig ist, dass vor allem Aktien aus offensiven Sektoren eine sehr gute Performance zeigen und nur ein kleiner Anteil dieser Aktien ein neues Tief erreicht hat. Dies lässt darauf schließen, dass der Markt sich keine Sorgen über die Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik auf die Konjunktur macht und bereit ist, riskantere Investitionen zu tätigen. Ein einfacher Vergleich zwischen den beiden Sektoren Consumer Discretionary (offensiv) und Consumer Staples (defensiv) seit dem 1. Januar 2023 verdeutlicht dies.
Schauen wir jetzt auf die Positionierung der Hedgefonds. Hier zeigt sich jedoch das Gegenteil: Seit Anfang 2023 wird auf hohe Qualität gesetzt.
Eine weitere gute Möglichkeit um herauszufinden, wie Profis investieren, bietet der Anleihenmarkt. Anleihen werden bereits sehr stark abverkauft (Move-Index steigt), Aktien halten sich aber noch gut (Vix sinkt). Nun stellt sich die Frage: Wem sollte man eher vertrauen - dem Anleihenmarkt oder dem Aktienmarkt? Historisch gesehen hatte meistens der Anleihenmarkt recht.
Zusammenfassend gibt es immer noch eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Realität. Vor dem nächsten Zinsentscheid werden wir wichtige Marktdaten erhalten, nämlich die morgigen Arbeitsmarktzahlen und die Inflationszahlen in der nächsten Woche. Wenn die Arbeitsmarktzahlen besser als erwartet ausfallen (niedrigere Arbeitslosigkeit) und die Inflationszahlen weiterhin höher als erwartet sind, wird der Markt eine 50%-ige Zinserhöhung vollständig einpreisen. Derzeit wird die Erhöhung um 50 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% erwartet, während vor knapp einem Monat diese Wahrscheinlichkeit noch im einstelligen Bereich lag. Ich hatte jedoch bereits in einem Artikel vom 15. Februar auf diese Möglichkeit hingewiesen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht nur eine höhere Zinserhöhung beim nächsten Zinsentscheid erwartet wird, sondern auch weitere stärkere Zinserhöhungen bereits eingepreist sind.
Dazu ein kurzer Überblick anhand der Zinskurve:
Der erwartete Zinshöhepunkt liegt nun bereits ungefähr 50 Basispunkte höher. Dementsprechend wurde auch wie oben gezeigt der Anleihenmarkt abverkauft (Anleihe sinkt = Anleihenrendite steigt). Der Aktienmarkt hat sich aber sehr gut gehalten... Dazu nochmal eine weitere Grafik, die diese Diskrepanz sehr schön zeigt:
Während die Rendite der 10-jährigen Anleihen das letzte Hoch überschreitet, ist der Aktienmarkt (SPX) immer noch weit entfernt vom letzten Tief, was eine klare bärische Divergenz darstellt. Aus diesem Grund kann ich derzeit nicht bullish sein, solange sich die Marktdaten (Arbeitsmarkt/Inflation) weiterhin wie oben beschrieben entwickeln. Eine ausführliche Analyse der momentanen Märkte, findet ihr in meinen Newsletter (unten verlinkt). Ich würde mich auch sehr über das Klicken auf die Rakete / Daumen hoch freuen oder das Schreiben eines Kommentares. Wenn ihr keine Updates, Änderungen oder weitere Ideen verpassen möchtet, könnt ihr mir gerne folgen.
Profitables investieren und bis zum nächsten Mal.
Euer CryptoRaphael
Newsletter 1. AusgabeLiebe Community,
ich habe ein neues Projekt ins Leben gerufen und bin überglücklich euch heute den ersten Newsletter präsentieren zu dürfen:
Aufbau:
1. Analyse der wichtigsten Assets:
- Preischartanalyse
- Analyse technischer Indikatoren
- Analyse Momentum
2. Wirtschaftsdaten:
2.1 Vergangene Wirtschaftsdaten
2.2 Zukünftige wichtige Wirtschaftsdaten
2.3 Wie wird die Reaktion der FED sein?
3. Ausblick Schwellenländer
3.1 Preischartanalyse
3.2 Analyse Momentum
3.3 Vergleichsanalyse mit dem US-Dollar
4. ???
5. ???
Da es mein erster Newsletter ist, habe ich den 4. und 5. Punkt frei gelassen. Hier dürft ihr mir gerne eure Vorschläge mitteilen. Auf was könnte ich im 4. / 5. Punkt noch eingehen? Ebenso ist die Anzahl der analysierten Assets begrenzt, aus diesem Grund könnt ihr gerne eure Wunschassets in die Kommentare schreiben. Dann werde ich diese in der nächsten Ausgabe des Newsletters mit einbauen. Starten wir aber nun mit dem Newsletter, viel Spaß und nicht vergessen auf die Rakete zu tippen!
1. Analyse von Bitcoin, S&P 500 und Natural Gas.
1.1 Bitcoin
Preischart:
In der 1. Möglichkeit könnte Bitcoin nun direkt den Bereich von 18100$-18800$ anlaufen. Bei der 2. Möglichkeit würde er denselben Bereich mit einem Umweg bei ca. 28000$ erreichen. In beiden Fällen rechne ich übergeordnet mit einer Schulter-Kopf-Schulter Formation.
Technische Analyse:
Bärishe Divergenzen im RSI/MacD erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die erste Möglichkeit.
Mittelfristiges Momentum:
Widerstand: 29400$ / Unterstützung: 17390$
(Beachtet bitte, dass sich diese Level wöchentlich verändern und somit auch immer wieder neu berechnet werden müssen! / Sollten wir daher ein bestimmtes Level erreichen oder nachhaltig durchbrechen, werde ich euch hier in Form eines Updates auf Tradingview benachrichtigen.)
Kurzfristiges Momentum:
Widerstand: 24391$ / Unterstützung: 19500$
1.2 S&P 500
Preischart:
Ich bin klar bärish auf den S&P 500. Der Zeit nutze und sehe ich hier keine Möglichkeit für einen Long-Entry.
Technische Analyse:
Bärishe Divergenzen verstärken meine Sicht:
Mittelfristiges Momentum:
In der grünen Ellipse kam einiges zusammen. Die orange, sowie rote Trendlinie wirkten als Widerstand. Der S&P 500 konnte hier nicht durchbrechen und wurde abgewiesen. Nun bewegen wir uns in Richtung der unteren Trendkanallinie.
1.3 Natural Gas
Preischart:
Im orangenen Unterstützungsbereich konnte der Kurs eine schöne Reaktion nach oben starten. Je nachdem wie sich diese in den nächsten Wochen weiterentwickelt, muss man davon ausgehen, dass wir hier nur in einer Welle 4 sind, worauf noch eine letzte Welle 5 folgen könnte.
Technische Analyse:
Bullishe Divergenzen bestätigen die momentane Bewegung nach oben.
Kurzfristiges Momentum:
Das Level bei -16,8% sollte, für eine weitere Fortsetzung der bullishen Bewegung, nachhaltig durchbrochen werden. Positiv ist auch die bullishe Divergenz.
2. Wirtschaftsdaten:
2.1 Vergangene Daten:
Die Daten der letzten Wochen verfehlten größtenteils die Prognosen. Somit ist die Wirtschaft doch aktiver als erwartet.
2.2 Zukünftige Daten:
Der Fokus in der nächsten Woche liegt auf den ISM-Daten, den schwebenden Hausverkäufen und dem Auftragseingang für langlebige Güter.
2.3 Wie wird die FED reagieren?
"Die Inflation geht nicht so schnell zurück wie erwartet, so lange der Dienstleistungssektor stark bleibt."
"Auch die Arbeitsmarktzahlen übertreffen die Prognosen nach oben!"
--> Die FED muss also weiterhin restriktiv bleiben und wird die Zinsen weiter erhöhen! Wie genau die Prognose zur Zinskurve ist, könnt ihr in der nachfolgenden Grafik sehen:
1.: 3 eingepreiste Zinserhöhungen in diesem Jahr.
2.: Erwarteter Zinshöhepunkt bei 5,4% im August.
3.: Zinsen sollen für 2 Monate bei 5,4% bleiben.
4.: Erwartete Zinssenkungen um 0,1%.
--> Die FED wird dieses Jahr also restriktiv bleiben, was positiv für den US-Dollar ist. Laut Momentum ist der nächste Widerstand im DXY bei 111.124$.
3. Ausblick Schwellenländer:
3.1 Preischartanalyse EEM:
Im Chart konnten sich viele 1-2-Setups bilden, die wie eine Sprungfeder fungieren. Das heißt die Sprungfeder lädt sich immer mehr auf und wird dann in einer impulsiven Welle 3 entladen, welche bereits gestartet ist oder noch starten wird. Dazu mehr im kleinen Timeframe:
Hier zeigt sich, dass wir seit dem letzten Tief eher eine 3-wellige Struktur ausgebildet haben (A-B-C). Das würde bedeuten, dass wir erst nach einer letzten Welle (1-2-3-4-5) den langfristigen Boden formen würden.
3.2 Analyse Momentum:
Kurzfristiges Momentum:
Das Hoch der (C) wurde durch die bärishe Divergenz im Momentum bestätigt.
Mittelfristiges Momentum:
Das Level bei 38,81$ würde perfekt zur unteren Trendkanallinie im Chart passen!
3.3 Vergleichsanalyse mit dem US-Dollar
Steigender US-Dollar = fallender EEM
Sinkender US-Dollar = steigender EEM
--> Aufgrund der restriktiven FED wird der US-Dollar kurzfristig steigen. Sobald das FED-Pivot aber erreicht ist, wird der US-Dollar fallen und eine Investition in Schwellenländer lohnt sich.
Ich hoffe euch hat dieser Newsletter gefallen und ihr drückt auf die Rakete. Über Verbesserungsvorschläge, Feedback, Fragen oder weiteres, würde ich mich sehr freuen.
Profitables investieren und bis zum nächsten Mal.
Euer CryptoRaphael
Stehen wir kurz vor einer Rezession?! Was macht die FED?Bis zum FED-Pivot dauert es noch einige Monate. Ebenso werden die Zinsen längere Zeit hoch bleiben, daher wird man sich mit dem Thema Rezession beschäftigen müssen! Doch welche Indikatoren gibt es und welchen Nutzen haben sie?
In diesem Artikel möchte ich euch einen Einblick in einige Indikatoren geben, die ich auch selbst benutze. Zuerst werde ich dabei die verschieden Indikatoren zeigen und dazu jeweils eine kurze Erklärung abgeben. Später bewerte ich die derzeitige Lage anhand der Indikatoren und teile meine persönliche Einschätzung mit.
Starten wir mit Wirtschaftsfrühindikatoren:
Als ersten Indikator habe ich hier den LEI-Index ausgewählt. Der Leading Economic Index ist ein amerikanischer Wirtschaftsfrühindikator, der die zukünftige wirtschaftliche Aktivität vorhersagen soll. Er wird von The Conference Board berechnet, die den Wert des Indexes aus den Werten von zehn Schlüsselvariablen bestimmt.
Sobald der Index unter 0 fällt, geht man davon aus, dass die US-Wirtschaft wahrscheinlich in den nächsten 2 bis 3 Quartalen zurückgehen wird.
Hier findet ihr den Index: en.macromicro.me
Als 2. Indikator benutze ich die PMI´s, welche für mich sehr wichtig sind. Dabei starte ich mit dem PMI für das Verarbeitende Gewerbe:
Werte > 50 = wachsende Wirtschaft
Werte < 50 = schrumpfende Wirtschaft
Werte bei 50 = stagnierende Wirtschaft
Der PMI für das Verarbeitende Gewerbe (Manufacturing PMI) setzt sich aus 5 von 10 Subindices zusammen mit folgender Gewichtung: Auftragseingang (30 Prozent), Produktion (25 Prozent), Beschäftigung (20 Prozent), erhaltene Lieferungen (15 Prozent) und Lagerbestand (10 Prozent). 3 der 10 Subindices konnte ich auf Tradingview finden, die restlichen findet ihr auf der Website von ISM (Link weiter unten).
1.: New Orders (Auftragseingang):
2.: Employment (Beschäftigung): (Zusammenhang mit Beschäftigungs-Level)
3.: Prices (Preise): (Zusammenhang mit Inflationsrate)
Neben dem Verarbeitenden Gewerbe gibt es aber noch den Dienstleistungssektor, welcher etwa 77% des BIP´s in der USA ausmacht und somit nochmal von größerer Bedeutung ist. Hierzu eine kleine Übersicht aller Indikatoren, welche ich auf Tradingview finden konnte.
Weitere Indikatoren findet ihr wie oben angesprochen auf der Website von ISM, klickt euch einfach mal durch:
www.ismworld.org
Die Wichtigkeit der PMI´s seht ihr auch in der nächsten Grafik. Tief´s oder Hoch´s im US Real-GDP (YoY%) kündigten sich oft schon Monate vorher in den PMI´s an. Ebenso wird aus meinen obigen Grafiken ein Zusammenhang zwischen den Subindices der PMI´s zur Inflationsrate oder Beschäftigung deutlich (mit einer gewissen Vorlaufzeit!). Somit sind die PMI´s von unglaublichem Nutzen, da sie einem auf Grund der monatlichen Umfragen einen direkten Einblick in die Realwirtschaft geben.
Als 3.Indikator kann man beispielsweise einen Kurs-Spread nehmen, in diesem Fall den Spread von Kupfer und Gold. Performt Kupfer besser als Gold, so befindet sich die Wirtschaft in einer Boom-Phase. Ist Gold der Outerformer, so befinden wir uns eher in einem Abschwung und Vorsicht ist geboten. Das coole an dem Spread ist, dass wir hier einen normalen Kerzenchart haben, welchen man analysieren kann um eventuelle Zukunftsprognosen zu erstellen.
Im letzten Indikator geht es um invertierte Anleihen. Die erste Grafik zeigt die 10 jährige US-Staatsanleihe minus die 2 jährige US-Staatsanleihe. Invertiert die Kurve (Kurs<0) war das in der Vergangenheit ein Warnzeichen für eine baldige Rezession (rote Bereiche).
Ebenso kann man 2 Anleihen mit anderen Laufzeiten wählen, beispielsweise die 10-jährige minus die 3-monatige Staatsanleihe.
Bevor wir nun zu meiner Einschätzung kommen, möchte ich noch auf die FED eingehen. Werden Zinsen erhöht oder die Bilanz verringert wirkt sich das negativ auf die US-Wirtschaft aus. In der folgenden Grafik ist der US Manufacturing-PMI zusammen mit dem Chicago-PMI (großer Anteil an Autoindustrie, bewegt sich aber in die gleiche Richtung wie der Manufactung-PMI) und die FED-Billanz, sowie der Zinssatz dargestellt. Die negativen Auswirkungen restriktiver Maßnahmen sind in den PMI's klar zu erkennen.
Ich hoffe euch hat meine Übersicht einiger wichtiger Indikatoren gefallen, nun machen wir weiter mit meiner persönlichen Einschätzung. Davor würde es mich aber auch interessieren, welche Indikatoren ihr nutzt? Teilt sie gerne in den Kommentaren.
Starten wir als erstes mit dem Bericht des Manufacturing-PMI am 1. Februar:
Die Prognose lag bei 48, welche höher war als der gemeldete Wert von 47,4. Bei den weiteren Prognosen der Sub-Indeces gab es ebenfalls Abweichungen. Die Preise im Verarbeiteden Gewerbe gehen mit einem Wert von 44,5 zwar immer noch zurück, jedoch nicht so schnell wie bei einem prognostizierten Wert von 39,5. Desweiteren wurde mit einem Wert von 49 eine schrumpfende Beschäftigung erwartet, welche jedoch mit einem Wert von 50,6 am wachsen ist.
Im folgenden noch die Übersicht des gesamten PMI´s und allen Sub-Indices. Auffällig ist hier auch noch der schnellere Rückgang an neuen Aufträgen sowie Produktion, welche zusammen 55% des gesamten PMI´s ausmachen, wodurch dieser auch im Vergleich zum Vormonat gesunken ist.
Zur selben Uhrzeit um 16 Uhr wurden auch die Stellenangebote in der USA veröffentlicht, auch hier gab es mit 11M eine starke Abweichung zur Prognose von 10,25M. Das Verhältnis von angeboten Stellen zu Arbeitslosen ist nun bei 1,93.
Da es in diesem Artikel auch um das Verhalten der FED geht, werde ich auch kurz auf den Zinsentscheid am 1. Februar um 20 Uhr eingehen. Im Grunde wurden die Zinsen total unspektakulär, wie vom Markt erwartet, um 0,25% erhöht. Spannend sind jedoch die Aussagen von J. Powell in der nachfolgenden Pressekonferenz. Er machte sich plötzlich weniger Sorgen über die Lockerung der Finanzkonditionen und sprach von einer "Disinflation". Die Märkte sind daraufhin wieder gestiegen und fühlten sich in ihrer Illusion eines baldigen Zins-Pivots von J.Powell bestätigt. Demnach lockerte sich die Markterwartung der zukünftigen Zinskurve. Es wurden sogar insgesamt 2 Zinssenkungen im Jahr 2023 eingepreist.
Das Highlite der Woche war dann der Freitag. Um 14:30 wurden die Daten zum Arbeitsmarkt veröffentlicht, welche die Prognosen weit übertrafen:
Später um 16 Uhr wurden dann noch die PMI´s für den Dienstleistungssektor veröffentlicht, welche ebenfalls enorm positiv ausfielen:
Hier auch nochmal eine vollständige Übersicht der PMI´s für den Dienstleistungssektor:
Im Grunde sehen wir einen sehr starken Dienstleistungssektor mit weiterhin schnell steigenden Preise. Daher ist es auch unwahrscheinlich, dass das FED-Pivot schnell erreicht wird und die Zinsen im Jahr 2023 2mal gesenkt werden. Demnach konnten wir am Freitag auch nochmal eine negative Veränderung in der Markterwartung sehen:
Den S+P 500 oder Bitcoin hat das aber wenig interessiert, somit konnten sich diese auch sehr gut halten. Alles in Allem bleibe ich also bei meiner Meinung, dass der Markt viel zu optimistisch ist. Nicht nur zu optimistisch in Bezug auf die Zinskurve, sondern auch in Bezug auf die Wirtschaft. Meiner Meinung nach konnten sich die Aktienmärkte am Freitag nur so gut halten, weil eben die Daten aus dem Dienstleistungssektor und Arbeitsmarkt so positiv waren. Auch wenn dadurch ein höherer, sowie späterer Zinspivot eingepreist wurde, sieht der Markt die Folgen dieser Zinsen nicht. Ich frage mich sogar ob er denn überhaupt eine Rezession kommen sieht, dabei habe ich euch meine Indikatoren weiter oben aufgezeigt. Der LEI-Index deutet auf eine Rezession, sowie die Invertierung der Anleihen. Ebenso signalisiert der Manufacturing-PMI seit 3 Monaten eine schrumpfende Wirtschaft. Abschließend bin ich also überhaupt nicht positiv gestimmt, denn auch die letzten Zinserhöhungen der FED werden ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft erst noch zeigen. Und solange der Dienstleistungssektor und Arbeitsmarkt stark bleiben, muss und wird die FED weiterhin Zinsen erhöhen. Das wird dem Markt nicht gefallen!
Passend zum Artikel möchte ich auch auf den unten verlinkten Insta-Account verweisen. Mein Partner Ennio hat hier einen Beitrag zu Rezessionssicheren Aktien hochgeladen, welche aufgrund ihres Anti-Zyklischen Verhaltens während einer Rezession nicht ganz so starke Kursverluste erleiden wie beispielsweise der S+P 500. Meiner Meinung nach sollte man in diesen Zeiten aber auch einen kleinen Leerverkauf als Hedge zum Long Portfolio haben. Ebenso ist auch cash ein Asset. Zu dieser Thematik aber mehr in einem weiteren Artikel. Falls ihr noch andere Artikelwünsche habt, lasst es mich gerne wissen!
In diesem Sinne vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und nochmal meine Frage nach Indikatoren, die ihr nutzt. Postet sie in die Kommentare, damit der Nutzen dieses Artikels noch größer wird. Ebenso würde ich mich sehr freuen, wenn ihr auf die Rakete drückt und den Artikel teilt. Für mich ist das nämlich die einzigste Belohnung für meine Zeit, die ich für den Artikel aufgebracht habe.
Profitables Investieren und bis zum nächsten mal.
Euer Crypto|Raphael
PS: Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in der USA ist bereits höher wie vor der Finanzkrise 2008:
Eine böse Überraschung für den Markt! Liebe Tradingview-Community,
seit meiner letzten Idee ist einiges passiert. Durch die Pleite von FTX erreichte Bitcoin schneller als gedacht meine Zielzone bei etwa 15600$ - 16300$. Die Analyse dazu findet ihr in meinem letzten Artikel. Im folgenden könnt ihr aber auch nochmal den Chart dazu unverändert sehen. Wir sind nun wieder knapp 50% von meiner Zielzone entfernt.
Nun muss man darüber sprechen wie nachhaltig diese Bewegung ist und wo sich der Kurs in den nächsten Monaten hinbewegen wird.
Zuerst möchte ich aber nochmal auf den Verlauf seit dem Tief am 21. November eingehen. Der erste Anstieg um ca. 20% hielt bis zum Zinsentscheid am 14. Dezember an. Dort wurde auch die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen veröffentlicht, welche ihr unter folgendem Link findet:
www.federalreserve.gov
Das Negative war, dass die FED den Zinshöhepunkt 2023 bei etwa 4,9-5,6% sieht (Median: 5,1%). Das war eine Veränderung um 0,5% nach oben im Vergleich zum Median von 4,6% im September. Der Markt fasste dieses Statement sehr negativ auf, was sich auch in der Projektion aus den FED Fund Futures Rates erkennen lässt.
Zum Vergleich die Projektion am 25. November (vor dem Zinsentscheid) aus den FED Funds Futures Rates in Orange. Und in Blau die Projektion am 26. Dezember, 14 Tage nach dem Zinsentscheid.
Klar zu erkennen ist, dass sich die Markterwartung zur zukünftigen Zinskurve, nach dem Zinsentscheid, nach oben und nach hinten verschoben hat:
Der Zinshöhepunkt hat sich von 4,85% im Mai auf 4,96% im Juni verschoben. Ebenso sollen die Zinsen längere Zeit hoch bleiben, so die Veränderung der Markterwartung nach dem Zinsentscheid und den Prognosen der FED.
Trotzdem ist die Markterwartung immer noch deutlich tiefer wie die der Notenbank. Dies kann man auch in der nächsten Grafik sehr schön erkennen. Die weiße Linie ist dabei wieder die Erwartung vom Markt und die grüne Linie ist die Prognose der FED.
Im Ergebnis war der Markt also nach dem Zinsentscheid immer noch zu positiv auf die zukünftige Zinsentwicklung gestimmt und das hat sich nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert. Mit schnell fallender Inflation sind die Märkte wieder gestiegen. Bitcoin konnte über 23000$ steigen, aber auch der SPX hat sich nach dem Abverkauf durch den Zinsentscheid wieder gut erholt.
Während diesem Anstieg hat sich aber an den Zinsprognosen der FED nichts geändert! Was sich aber geändert hat, ist die Zinsprognose des Marktes. Im Folgenden seht ihr wieder die blaue Kurve der Zinsprognose am 26. Dezember und darunter ebenfalls in blau die heutige (26.01.2023).
Zu erkennen ist ein Rückgang des erwarteten Zinshöhepunktes von 4,96% auf 4,9%. Allgemein hat sich die Kurve nach unten verschoben. Dabei möchte ich nochmal betonen: die Prognosen der FED haben sich nicht verändert! Im Gegenteil, auch Wirtschaftsdaten zeigen immer noch eine gewisse Stärke, wodurch die FED gezwungen sein wird, glaubwürdig zu bleiben und die Zinsen zu erhöhen. Gestern beispielsweise kamen die Daten für das US-BIP im 4.Quartal 2022 raus, welche mit 2,9% ganze 0,3 Prozentpunkte höher waren als die Analystenschätzung mit 2,6%. Auch der Auftragseingang für langlebige Güter lag heute Mittag mit 5,6% weit über den erwarteten 2,5%. Zudem seht ihr auch in der nächsten Grafik das Verhältnis zwischen Arbeitssuchenden und Stellenangebote. Im Moment gibt es in der USA für jeden Arbeitslosen 1,7 Stellenangebote.
Gleichzeitig ist auch die Arbeitslosenquote auf einem Rekordtief.
Wir können also festhalten, dass der Markt der FED mit ihren Zielen des Zinssatzes nicht glaubt und mit einem schnelleren, sowie tieferen FED-Pivot rechnet. Daher könnte der Markt negativ überrascht werden! "Don't fight the FED!". Abschließend also noch kurz meine Einschätzung zum Bitcoin-Preis. Wir haben nun einen starken Anstieg hinter uns und das Momentum verliert langsam an Stärke. Starke Widerstandsbereiche warten bei 25000$ und 28000$-30000$ auf uns.
Auch technische Indikatoren zeigen sowohl Divergenzen im RSI, sowie MacD. Der Stochastic ist im überkauften Bereich. Somit sehe ich zur Zeit keinen Grund einen Long-Einstieg bei Bitcoin zu starten, im Gegenteil! Das Realisieren von Gewinnen ist nie ein Fehler! Zudem warte ich ab und beobachte wie sich die Diskrepanz zwischen dem Markt und der Notenbank löst. In diesem Zusammenhang muss auch damit gerechnet werden, dass die Anleihen-Ralley, wie im letzten Artikel erwähnt, doch noch auf sich warten lässt und wir zuerst nochmal steigende Anleihen-Renditten sehen. Dabei sollten die Folgen trotzdem nicht ungeklärt bleiben! Geht man weg vom Arbeitsmarkt hin zum verarbeitenden Gewerbe, werden die Folgen für die Wirtschaft leicht erkennbar. Der ISM-Index ist bereits 2-Monate in Folge unter 50, das heißt die Wirtschaft ist am schrumpfen. (Mehr zum ISM-Index findet ihr in der unten verlinkten Idee).
Auch der Konsument lässt stark nach. Was denkt ihr wird wohl passieren, wenn die Ersparnisse alle aufgebraucht sind???
Am Ende möchte ich mich für eure Aufmerksamkeit bedanken, ich hoffe, euch hat meine Idee gefallen und ihr drückt auf die Rakete. Schreibt auch gerne eure Meinung in die Kommentare und lasst mir einen Wunsch für eine nächste Idee da. Nochmals vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
Euer CryptoRaphael






















