Das Zins-Geheimnis der EliteMoin zusammen, willkommen zu Tag 11.
Bis hierhin haben wir die Maschinenräume des modernen Finanzsystems komplett auseinandergenommen. Wachstum, Inflation, Liquidität, Zinskanäle und an Tag 10 die unfassbar wichtige, unsichtbare Architektur des Dollars. Wir haben gesehen, was passiert, wenn das globale Schmieröl plötzlich knapp wird und alle gleichzeitig durch dieselbe kleine Tür nach draußen wollen.
Heute ist Tag 11. Wir sind mitten im Bootcamp, nicht in irgendeiner trockenen Uni-Vorlesung aus dem 11. Jahrhundert. Wir gehen heute noch einen massiven Schritt weiter – wir gehen an den absoluten Ursprung von allem. Heute zeige ich euch etwas, das 99 % aller Retail-Trader da draußen komplett ignorieren. Die gucken auf ihre bunten Linien, ziehen ein paar Trendkanäle und nennen es "SmartMoneyConcepts" "Trading like the Banks" und denken, der Zins ist "nur so ein Makro-Ding", das die Typen im Anzug bei der Fed halt ab und zu mal anpassen.
Bullshit.
Wir reden heute über den wahren Preis der Zeit. Wir reden darüber, warum Zinsen keine Erfindung von irgendwelchen modernen Zentralbanken sind, sondern die fundamentalste Naturkonstante der Märkte. Und das nicht erst seit Bretton Woods, sondern seit über 5000 Jahren.
Wer das hier heute verinnerlicht, der tradet ab sofort nicht mehr einfach nur nach Chartmustern. Der tradet ab heute die Allokation von Zeit und Kapital. "Time and Price"
Lasst uns tief reingehen.
Was kam zuerst Zinsen oder Geld ?
Der Zins war lange vor dem Geld da
Macht mal kurz die Augen zu und stellt euch vor, ihr lebt im antiken Mesopotamien – da, wo heute der Irak ist. Wir reden von einer Zeit, in der das verdammte Rad gerade mal so eine neue, hippe Erfindung war. Münzgeld? Gab es nicht mal im Ansatz. Das Konzept von klimpernden Münzen in eurer Tasche oder kleinen runden Metallstücken, mit denen man Brot kauft, kommt erst Jahrtausende später, irgendwann im 8. Jahrhundert vor Christus
Aber wisst ihr, was es damals schon gab? Lange bevor die Menschheit überhaupt auf die Idee kam, echtes Geld zu erfinden? Kredite. Und verdammte Zinsen. Die Menschen dort haben Zinsen auf Darlehen erhoben, noch bevor sie überhaupt ein Wort für „Geld“ hatten
Wie lief das ab? Alles über Tontafeln. Da wurde ganz penibel in den weichen Ton reingehackt: Wer schuldet wem wie viel? Wann ist der verdammte Stichtag? Und vor allem: Was ist die Sicherheit? Wenn du nicht zahlst, gehört mir dein Haus, dein Stück Land oder im schlimmsten Fall sogar deine Sklaven. Gezahlt wurde meistens in der Währung, in der der Kredit aufgenommen wurde – also in echten, physischen Dingen wie reinem Silber oder einfach einem riesigen Haufen Gerste.
Warum erzähle ich euch diese alte Geschichtsstunde in einem Trading-Bootcamp? Weil sie uns eine absolute, unausweichliche Wahrheit zeigt, die 99 % der Marktteilnehmer da draußen nicht checken: Der Zins ist kein künstliches Konstrukt.
Er ist keine wilde Idee, die sich irgendwelche gierigen Banker im Mittelalter ausgedacht haben, um die armen Bauern auszunehmen. Nein, der Zins ist eine organische, völlig natürliche Notwendigkeit des menschlichen Zusammenlebens und Wirtschaftens. Überlegt doch mal logisch: Wenn du jemandem etwas Wertvolles gibst – sei es Saatgut, Silber oder heute eben Fiat-Geld – und du verzichtest freiwillig darauf, es in der Zwischenzeit selbst zu nutzen, dann willst du für diesen Verzicht und das Risiko entschädigt werden. Die Zeit, die du wartest, hat einen Preis.
Boom. Das ist der Zins. Es ist der Preis für das Warten. Und wer diesen Preis manipuliert, der manipuliert die Naturkonstante selbst. Grüße an LIBOR
Denkt da mal eine Sekunde länger drüber nach. Zinsen sind nicht einfach nur irgendeine nervige Gebühr, die ihr der Bank für euren Immobilienkredit zahlt. Zinsen sind eine absolute Metakonstante, ein unumstößliches Naturgesetz, das dafür sorgt, dass unsere Gesellschaft überhaupt funktioniert. Mehr noch: Sie sind der einzige Grund, warum es echten, gesunden wirtschaftlichen Fortschritt und Wachstum überhaupt geben kann.
Warum ist das so? Ganz einfach: Der Zins baut eine unsichtbare Hürde auf. Er ist der ultimative evolutionäre Filter für die gesamte Weltwirtschaft. Wenn ihr euch irgendwo Kapital besorgt, und dieses Kapital kostet euch 5 % im Jahr, dann müsst ihr mit dieser Kohle etwas erschaffen, das am Ende mehr als 5 % Rendite abwirft. Ihr seid förmlich dazu verdammt, produktiv zu sein! Ihr müsst Innovationen auf die Straße bringen, ihr müsst effizienter arbeiten, ihr müsst einen echten, greifbaren Mehrwert für die Welt generieren.
Schafft ihr das nicht? Dann frisst euch der Zins bei lebendigem Leib auf. Ihr geht pleite, euer Business stirbt, und das wertvolle Kapital wandert weiter zu jemandem, der schlauer, schneller oder innovativer ist als ihr. Das klingt brutal, aber das ist der natürliche Selektionsprozess des Marktes. Genau dieser Druck erzeugt Fortschritt. Der Zins zwingt die Menschheit buchstäblich jeden verdammten Tag dazu, morgen besser und effizienter zu sein als heute. Er ist der Motor der Evolution.
Wenn man diese Konstante nun ausschaltet – wenn das Geld auf einmal wie in den letzten 10 bis 15 Jahren absolut kostenlos ist –, dann bricht dieser lebenswichtige Filter einfach weg. Niemand muss mehr effizient sein. Jeder mit einer mäßigen Idee und einer bunten PowerPoint kann sich Millionen leihen und Ressourcen verbrennen, ohne jemals echten Wert zu schaffen. Es entsteht kein echtes, hartes Wachstum mehr, sondern nur noch heiße Luft und gigantische Blasen, die irgendwann mit einem riesigen Knall platzen müssen. Der Zins ist der Motor für reales Wachstum. Fehlt er, säuft der Motor langsam ab.
Und wie formt das unsere Gesellschaft?
Jede große Zivilisation, alles was wir als Menschheit jemals aufgebaut haben, basiert darauf, dass Menschen Belohnungen aufgeschoben haben. Du frisst das Saatgut nicht heute im Rausch auf, sondern du pflanzt es ein, du wartest hart geduldig ein halbes Jahr, und erntest danach ein Vielfaches. Der Zins ist der mathematische Anreiz, exakt das zu tun. Er belohnt das Sparen, das strategische Planen und das Aufbauen von echten Werten für die Zukunft. Er ist der unsichtbare Kleber, der kooperatives Verhalten über lange Zeiträume überhaupt erst möglich macht. Was die Grundstrutkur unserer Gesellschaft ist
Euer Konto ist eine verdammte Zuchtherde
Jetzt wird es richtig wild, und hier kommt euer erstes massives Mindset-Shift für heute. Vergesst mal für eine Minute eure PNLs, eure grünen und roten Zahlen auf dem Bildschirm und eure Hebelprodukte. Wenn wir uns anschauen, woher der Begriff „Zins“ sprachlich eigentlich kommt, landen wir direkt im echten Leben, tief in der Natur – bei der Vermehrung von Saatgut und dem Nachwuchs von Tieren.
Das sumerische Wort für Zins lautet mash. Übersetzt heißt das nicht etwa „Prozentsatz“ oder „Bankgebühr“. Es heißt einfach „Zicklein“ oder „Lamm“. Im Alten Ägypten hieß es *ms*, was schlicht und ergreifend „gebären“ bedeutet. Der Zins ist also buchstäblich der „Nachwuchs“ eures Kapitals.
Was heißt das verdammt noch mal konkret für euer Trading?
Die Top 1 % der Trader – die wirkliche Elite – behandeln ihr Kapital wie eine lebendige, atmende Zuchtherde, die sie auf einer Wiese hüten und die sich vermehren muss. Sie behandeln ihr Geld nicht wie billige Plastik-Jetons, die man am Roulette-Tisch mal eben auf Schwarz ballert! Euer Kapital lebt. Es ist euer Saatgut. Es ist eure Herde.
Wenn ihr einen fetten Drawdown fahrt, weil ihr ohne Stop-Loss irgendeinem gehypten Meme-Coin hinterherrennt oder aus purer Wut Revenge-Trading betreibt, dann verliert ihr nicht einfach nur ein paar rote Pixel auf eurem Smartphone. Ihr nehmt ein Maschinengewehr und schlachtet blind eure eigene Zuchtherde ab.
Wenn ihr 50 % eurer Schafe killt, wird es unfassbar schwer, die Herde jemals wieder aufzubauen. Ihr braucht dann nicht 50 % Plus, um wieder auf null zu kommen, ihr braucht verdammte 100 %. Ohne Saatgut gibt es keine Ernte. Capital Preservation (Kapitalerhalt) steht über absolut allem. Wer sein Kapital nicht wie ein Lebewesen beschützt, der ist kein Trader. Der ist ein Tourist, der darauf wartet, ausgenommen zu werden.
In Babylonien waren die Zinssätze über Jahrhunderte, ja fast Jahrtausende hinweg extrem stabil. Es gab keine wilden Zinssenkungen vor Wahlen, keine "Notfall-Meetings" irgendwelcher Notenbanker im Panikmodus. Der absolute Standard? Knallharte 20 % Zinsen für Silberdarlehen und 33,33 % für Gerste. Und das blieb für verdammte Ewigkeiten so. Das System hat sich völlig natürlich selbst reguliert.
Ein Elite-Trader bei Goldman Sachs oder in einem echten Hedgefonds liest diesen historischen Fakt und versteht sofort den unfassbar tiefen Sinn dahinter: Es gibt auf diesem Planeten so etwas wie einen „natürlichen“ Zins (den "Natural Rate").
Was ist das? Der natürliche Zins ist der Preis, der die absolute, ungeschminkte Knappheit von Kapital und Zeit in der echten, physischen Welt widerspiegelt. Geld ist nun mal knapp. Zeit ist verdammt knapp. Also hat beides einen fairen, schmerzhaften Preis, den der Markt ganz von alleine findet. Er ist wie die Gravitation auf der Erde – sie ist einfach da, du kannst sie messen, aber du kannst sie nicht wegdiskutieren.
Aber was ist in den letzten 15 Jahren nach der großen Finanzkrise 2008 passiert? Unsere Zentralbanken, allen voran die Fed und die EZB, sind hingegangen und haben gesagt: "Scheiß drauf, wir heben die Schwerkraft einfach mal auf." Sie haben den Zins künstlich, mit aller Gewalt, auf Null oder sogar in den Minusbereich gedrückt. Sie haben die Realität gebogen, um das bankrotte System vor dem totalen Crash zu retten.
Und was passiert, wenn man in einem Raum plötzlich die Schwerkraft ausknipst? Alles fängt an zu schweben. Alles fliegt völlig wild, besoffen und orientierungslos durch die Gegend. Es gibt kein Oben und kein Unten mehr.
Genau das ist an den Weltmärkten passiert. Es entstand die gigantischste **Fehlallokation von Kapital** in der gesamten Geschichte der Menschheit. Weil Geld plötzlich buchstäblich nichts mehr kostete (und nebenbei neu gedruckt wurde wie buntes Monopoly-Geld), floss es nicht mehr in sinnvolle, produktive und harte Dinge. Es schoss unkontrolliert in völlig absurde, spekulative Blasen. Wir haben alle gesehen, wie hässliche Bilder von Affen (NFTs) für Millionen Dollar den Besitzer gewechselt haben. Wir sahen Milliarden-Bewertungen für Software-Klitschen, die noch keinen einzigen echten Kunden hatten (SPACs). Und völlig überteuerte Schrott-Immobilien mitten im Nirgendwo.
Aber das absolut Schlimmste von allem: Die Ära der Nullzinsen hat eine gigantische Armee von sogenannten „Zombie-Unternehmen“ gezüchtet.
Was ist ein verdammter Zombie? Das ist eine Firma, deren operativer Gewinn (das, was sie eigentlich jeden Tag mit ihrem Kerngeschäft verdient) nicht mal ansatzweise ausreicht, um auch nur die Zinszahlungen für ihre eigenen Schulden abzustottern. Normalerweise müsste so eine Firma sofort sterben, bankrott gehen und aus dem Markt gespült werden, damit ihr Kapital und ihre Mitarbeiter an Firmen fließen können, die ihren Job besser machen. Das ist der natürliche Waldbrand, der Platz für starkes neues Leben macht.
Aber bei 0 % Zinsen? Da können Zombies ewig weiterleben! Sie nehmen einfach ständig neue, kostenlose Kredite auf, um die alten abzulösen. Sie verbrennen massiv Ressourcen, binden Arbeitskräfte und bringen der Gesellschaft absolut null echten Wert. Sie vegetieren vor sich hin und fressen die Wirtschaft von innen auf.
Der Elite-Trade:
Der durchschnittliche Retail-Trader liest im Kalender "Zinsen steigen" und denkt sich platt: "Ah, Zinsen hoch, Tech-Aktien runter, ich drücke mal blind auf Sell." Das ist Level 1.
Die Elite tradet das komplett anders. Die Elite tradet die **Rückkehr zur Realität**.
Sobald der Markt (oder die Zentralbank, weil ihr gerade die Inflation um die Ohren fliegt) gezwungen ist, den Zins wieder in Richtung seiner natürlichen, fairen Höhe anzuheben, passiert etwas Wunderschönes und Brutales zugleich: Die verdammte Schwerkraft wird wieder eingeschaltet.
Und wer sich jahrelang im Nullzins-Rausch ohne Fallschirm in die Luft geschwungen hat, der klatscht jetzt unangespitzt auf den harten Beton der Realität. Diese Zombie-Unternehmen, die nur von kostenlosem Geld und Lügen gelebt haben, platzen als allererstes. Sie kollabieren, weil sie ihre ständig neuen Kredite bei plötzlichen 5 % Zinsen nicht mehr bedienen können. Das ist euer ultimativer Short-Edge. Ihr sucht euch nicht einfach irgendeine x-beliebige Aktie, ihr sucht die Patienten, die ohnehin schon hirntot sind und nur durch die Beatmungsmaschinen der Notenbanken am Leben gehalten wurden. Ihr wartet einfach geduldig darauf, dass jemand den Stecker zieht – und dann positioniert ihr euch hart für den freien Fall.
Zinseszins und das Gesetz der "Clean Slates"
Schon die Jungs im antiken Mesopotamien haben relativ schnell gemerkt, dass sie mit dem Zins ein absolut brutales, unaufhaltsames Biest erschaffen haben. Die Rede ist vom Zinseszins. Albert Einstein soll mal gesagt haben, der Zinseszins sei das achte Weltwunder – aber glaubt mir, wenn ihr auf der falschen Seite dieses Wunders steht, ist es ein verdammter Albtraum.
Das Problem ist unser menschliches Gehirn. Unser Gehirn ist für lineares Denken gemacht (ein Schritt vor den anderen, 1+1+1). Es kann exponentielles Wachstum nicht im Ansatz begreifen.
Die Mathematik dahinter ist gnadenlos: Schulden, auf die Zinsen und Zinseszinsen anfallen, wachsen immer exponentiell. Die Kurve biegt sich nach oben ab und schießt irgendwann fast senkrecht in den Himmel. Die echte, produzierende Wirtschaft in der realen Welt wächst aber immer nur linear. Ihr könnt halt nur soundso viel Weizen auf einem Feld anbauen. Ihr könnt nur soundso viele Autos pro Jahr in einer Fabrik zusammenschrauben. Irgendwann stoßt ihr an physikalische Grenzen.
Und jetzt passiert das Unausweichliche: Irgendwann kreuzen sich diese beiden Linien. Der Schuldenberg (und vor allem die Zinslast, die jeden Monat bedient werden muss) wächst schneller als das Einkommen der gesamten Wirtschaft. Das ist der Moment, an dem der Parasit größer wird als sein Wirt. Das System beginnt, sich selbst aufzufressen
Was haben die babylonischen Herrscher damals gemacht?
Sie standen vor einem massiven Problem: Wenn 90 % der Bauern durch den Zinseszins irgendwann komplett verschuldet sind und in die Sklaverei abrutschen – wer erntet dann noch den Weizen? Wer kämpft dann noch in der Armee des Königs, wenn der Nachbar angreift?
Die Herrscher mussten handeln. Sie haben regelmäßig sogenannte „Jubiläen“ oder Schuldenerlasse (auf Sumerisch andurarum, wörtlich „Clean Slates“ – die saubere, blanke Schiefertafel) ausgerufen. Sie haben buchstäblich die Reset-Taste gedrückt und alle Schulden der Bürger radikal gestrichen. Warum? Nicht aus Nächstenliebe! Sondern aus purer Selbsterhaltung, um zu verhindern, dass das komplette System kollabiert und die hungernden Massen das Schloss anzünden. Das System der "Clean Slates" war so überlebenswichtig, dass es schon im berühmten Codex Hammurabi (um 1750 v. Chr.) gesetzlich verankert wurde
Was heißt das für unser heutiges System?
Wir haben heute keine gütigen Könige mehr, die sich einmal alle 50 Jahre hinstellen und netterweise eure Immobilienkredite und Kreditkartenschulden streichen. Aber die Mathematik hat sich seit 5000 Jahren nicht ein bisschen verändert. Der Schuldenberg in den USA und Europa wächst heute wieder krass exponentiell. Die reale Wirtschaftsleistung stottert linear hinterher.
Ein Finanzkollaps oder eine massive Wirtschaftskrise ist deshalb absolut kein unvorhersehbarer „schwarzer Schwan“, der aus dem Nichts kommt, weil irgendeine Bank auf Wall Street Mist gebaut hat. Wenn der Zinseszins der weltweiten Schulden schneller wächst als die reale Wirtschaft, ist ein System-Reset eine **mathematische Gewissheit**. Es ist absolut unausweichlich, es ist nur eine Frage der Zeit bzw des Zinses :)
Wie sieht der "Clean Slate" heute aus? Er heißt in der Finanzsprache Deleveraging (Schuldenabbau). Und weil Regierungen keine echten Schuldenschnitte machen können, ohne das gesamte Bankensystem in die Luft zu jagen, machen sie es durch die Hintertür: Sie drucken Geld und werten die Währung ab (Inflation). Sie lassen die Inflation absichtlich heißer laufen, als die Zinsen hoch sind, um die gigantischen Schulden der Staaten wegzuschmelzen. Das ist der moderne Schuldenerlass. Die Fiat-Währung stirbt, die Schulden verschwinden.
Während 99 % der Retail-Trader da draußen linear denken („Ich mach jeden Tag meine sicheren 500 €, die grüne Linie im S&P 500 geht doch immer hoch“), denkt die Elite in Zinseszins-Kurven. Sie rechnet nach. Sie weiß exakt, wann ein Trend mathematisch nicht mehr haltbar ist – wenn wir den absoluten Sättigungspunkt erreicht haben, an dem die immense Zinslast jeden freien Cashflow der Wirtschaft erdrückt (erinnert euch exakt an Tag 8 und den Cashflow-Kanal!).
Die Elite positioniert sich eiskalt für diesen erzwungenen "Clean Slate". Sie kauft Volatilität (Long VIX), wenn alle anderen tiefenentspannt sind. Sie kauft harte, reale, dezentrale Assets wie Gold, die nicht durch den Knopfdruck einer Zentralbank beliebig vermehrt und entwertet werden können. Sie shortet schwache Währungen. Und sie tut all das, lange bevor die breite Masse überhaupt schnallt, dass die verdammte Rechnung für die Exzesse der letzten Jahrzehnte auf dem Tisch liegt.
Zinsen sind eine absolute „organische Notwendigkeit“, um Kapital in einer Gesellschaft vernünftig zu verteilen. Zinsen sind der harte, mechanische Filter, der die Spreu vom Weizen trennt.
Stellt euch den Zins wie eine verdammte Hochsprunglatte vor. In der Finanzwelt nennt man diese Latte die "Hurdle Rate" (Hürdenrate).
Wenn Notenbanken in den Panikmodus schalten und die Zinsen auf 0 % drücken, nehmen sie diese Latte und legen sie flach auf den Boden. Was passiert dann? Sogar ein toter Fisch kann drüberrollen. Jeder Volltrottel mit einer mittelmäßigen Idee, einem schicken MacBook und einer bunten PowerPoint-Präsentation bekommt plötzlich Millionen an Venture Capital hinterhergeworfen. Dummheit wird buchstäblich subventioniert. Es entstehen absurde Firmen, die Fahrräder ans Internet anschließen oder Saftpressen mit WLAN für 700 Dollar verkaufen, aber in zehn Jahren nicht einen einzigen Cent echten Gewinn machen. Weil das geliehene Geld nichts kostet, fragt niemand nach hartem Profit. Der Bullshit-Filter des Kapitalismus ist komplett kaputt, ausgeschaltet.
Aber was passiert, wenn die Party vorbei ist und die Zinsen auf einmal wieder auf 5 % steigen?
Die Notenbank nimmt die Latte und legt sie wieder auf 1,50 Meter. Plötzlich reicht es nicht mehr, den Investoren nur eine geile Story vom Wachstum in der Zukunft zu erzählen. Wenn dich dein geliehenes Kapital 5 % im Jahr kostet, dann **musst** du verdammt noch mal ein echtes Business haben, das am Ende des Jahres 8 %, 10 % oder 15 % echte Rendite abwirft. Wenn du das nicht schaffst, bist du tot. Game over. Hallo Insolvenzverwalter.
In einem Hochzins-Umfeld wird ineffizienter Müll brutal bestraft und echte, harte Effizienz belohnt. Cashflow ist auf einmal wieder King. Wer keinen Profit macht, wird vom Markt lebendig aufgefressen, weil er seine Zinsen nicht bedienen kann.
Wenn die Zinsen steigen und die Latte wieder nach oben wandert, ändert sich das komplette Spiel an der Wall Street. Euer Edge heißt ab diesem Moment **gnadenlose Selektion**.
Die Elite kauft dann nicht einfach blind "den Markt" oder irgendwelche ETFs. Sie geht "Long Quality". Das bedeutet: Sie sucht gezielt nach Unternehmen mit gigantischem, freiem Cashflow, massiven Festungen als Bilanzen und einer echten Preismacht (Pricing Power) – Firmen, die ihre gestiegenen Kosten einfach an den Konsumenten weiterreichen können, ohne dass der aufhört zu kaufen.
Und auf der anderen Seite? Sie gehen "Short Hype". Sie wetten massiv gegen diese ganzen unprofitablen Tech-Klitschen und Zombie-Startups, die nur durch billiges Geld groß geworden sind und jetzt ersticken, weil sie ihre Kredite teuer refinanzieren müssen.
Warren Buffett hat es mal perfekt formuliert: "Erst wenn die Ebbe kommt, siehst du, wer verdammt noch mal nackt geschwommen ist."
Der Zins ist diese Ebbe. Das Wasser zieht sich zurück. Und der Zins zeigt uns schonungslos jeden einzelnen nackten Schwimmer, der dachte, die Nullzins-Party geht ewig weiter
Lasst uns mal kurz über eure Psyche reden. Warum gibt es Zinsen überhaupt auf einem ganz fundamentalen Level? Weil wir Menschen biologisch und psychologisch fest verdrahtet sind, die Gegenwart immer, *immer* höher zu bewerten als die Zukunft.
Wenn ich euch frage: „Wollt ihr 10.000 € heute direkt bar auf die Hand oder 10.000 € in genau zehn Jahren?“, nimmt absolut jeder von euch das Geld heute. Warum? Es könnte ja in zehn Jahren Krieg geben, die Bank könnte pleite sein, oder ihr seid schlichtweg tot. Wir wollen die Sicherheit und den Dopamin-Kick *jetzt*. Der Zins ist in der Finanzwelt die reine Entschädigung für das Warten. Die eiskalte Prämie dafür, dass ihr auf den sofortigen Kick verzichtet und das Risiko der Zukunft tragt. In der Ökonomie nennt man dieses Konzept **Zeitpräferenz (Time Preference)**.
Und jetzt kommt die harte Wahrheit über euer Trading-Verhalten: Die allermeisten Retail-Trader scheitern kläglich an ihrer extrem hohen Zeitpräferenz. Sie haben die Aufmerksamkeitsspanne einer Eintagsfliege auf TikTok. Sie wollen den Erfolg, den Lambo, die Rolex, und zwar JETZT SOFORT. Sie haben null Geduld. Und was passiert? Sie gehen in den 1-Minuten-Chart, hebeln sich mit 100x Margin ins absolute Nirvana, overtraden aus purer Langeweile, können Gewinne nicht laufen lassen und betreiben Revenge-Trading, wenn sie im Minus sind. Sie können einfach nicht warten.
Die absolute Elite der Wall Street hingegen hat eine extrem *niedrige* Zeitpräferenz. Ein Top-Trader kann wochenlang auf seinen Händen sitzen und Cash halten, ohne auch nur einen einzigen Trade abzufeuern, wenn das Setup nicht perfekt ist. Er weiß: Warten ist eine scharfe Waffe. Wenn eine echte Krise oder ein Crash zuschlägt (denkt an März 2020 oder die Lehman-Pleite 2008), passiert etwas Faszinierendes mit der Massenpsychologie: Die Zeitpräferenz der Herde schießt plötzlich ins Unendliche. Panik bricht aus. Jeder will sofort, auf die Sekunde, aus dem Markt raus. Jeder schreit: „Gib mir mein Cash, JETZT, der Preis ist mir völlig egal, hol mich hier einfach nur raus!“
Die Leute werfen absolute Top-Assets blind auf den Markt, nur um Liquidität zu bekommen. Die Risikoaufschläge (Spreads) explodieren. Es gibt keine Käufer mehr, nur noch panische Verkäufer.
Und genau hier, in diesem blutigen Moment, wenn die Straßen brennen, wird die Elite zum ultimativen **„Liquidity Provider“**.
Ein echter Profi-Trader schaut sich das Spektakel an und sagt: „Du willst sofort raus? Du hast Todesangst und brauchst dringend Cash? Kein Problem, ich geb dir die Liquidität, die du willst. Aber dafür nehme ich dir deine besten Firmen, deine besten Assets heute mit 40 % oder 50 % Rabatt ab.“
Wahre Vermögen werden nicht in sauberen Bullenmärkten gemacht, wenn jeder Idiot Geld verdient. Wahre Vermögen werden gemacht, indem man die pure Panik derer kauft, die keine Zeit mehr haben. Ihr sammelt das Blut auf den Straßen ein. Ihr lasst euch fürstlich dafür bezahlen, dass ihr im Vorfeld euer Pulver trocken gehalten habt, eure Emotionen im Griff hattet und jetzt warten könnt. Ihr seid die Bank, bei der die Panischen ihre Assets verpfänden.
Zins als moralisches und soziales Signal (Der Cantillon-Effekt und die Wut der Straße)
Letzter Punkt für heute, und der geht richtig deep. Verabschiedet euch von dem Gedanken, dass Zinsen nur eine kalte Zahl auf einem Bloomberg-Terminal sind. Wer den Zins manipuliert, der manipuliert die verdammte Moral und das gesamte Fundament der menschlichen Gesellschaft. Das war in der Antike so und das ist heute zu 100 % exakt dasselbe.
Was passiert eigentlich gesellschaftlich, wenn unsere Zentralbanken die Zinsen auf Null drücken und Billionen an neuem Fiat-Geld aus dem Nichts in den Markt pumpen? Es passiert der größte, leiseste und brutalste Raubzug der modernen Geschichte. Man nennt das in der Ökonomie den Cantillon-Effekt.
Die Mechanik dahinter ist erbarmungslos: Die Leute, die ohnehin schon nah an der Geldquelle sitzen und harte Assets (Aktien, Immobilien, Unternehmen) besitzen, werden im Schlaf unfassbar reich. Warum? Weil das ganze künstlich gedruckte und billige Geld direkt in ihre Assets fließt und die Preise völlig absurd aufpumpt. Sie müssen dafür keinen einzigen Finger krumm machen. Ihr Haus verdoppelt sich im Wert, ihr Portfolio explodiert.
Und auf der anderen Seite? Steht der normale Typ. Der Typ, der keine Assets hat. Der 40, 50 Stunden die Woche ehrliche, harte Arbeit leistet, um seinen Lohn zu bekommen. Dieser Lohn wird durch die schleichende Inflation (die durch das billige Geld im System entsteht) jeden Tag ein bisschen weniger wert. Er buckelt sich kaputt und kann sich am Ende des Jahres trotzdem den verdammten Einkauf im Supermarkt oder die Miete nicht mehr leisten, während der Typ mit der Villa und dem Aktienportfolio zuschaut, wie sein Net Worth durch die Decke geht.
Das ist nicht einfach nur "schade". Das ist hochgradig toxisch. Wenn diszipliniertes Sparen bestraft und waghalsige Spekulation auf Pump belohnt wird, zerstört das die Moral und die Arbeitsmoral einer ganzen Gesellschaft.
Das führt unweigerlich zu massiver sozialer und politischer Instabilität. Wenn die Schere zwischen Arm und Reich so extrem auseinanderreißt, geht die Gesellschaft irgendwann auf die Barrikaden. Das Resultat? Die nackte Wut der Straße. Populismus, extreme Wahlergebnisse, Proteste, Streiks, komplett irrationale politische Entscheidungen und Regierungswechsel.
Ein Top-Makro-Trader sitzt nicht vor dem Fernseher und heult über ungerechte Politik. Ein echter Pro beobachtet dieses Pulverfass mit eiskalter Klarheit. Er weiß: Wenn die Notenbanken den gesellschaftlichen Bogen überspannen, reißt irgendwann das Gummiband.
Er wettet dann gezielt auf drastische regulatorische Umbrüche. Er wettet auf krasse Währungsabwertungen, weil Regierungen früher oder später anfangen werden, "Helikoptergeld" zu verteilen, um die wütende Masse ruhigzustellen. Er positioniert sich in alternativen Fluchtwährungen, in Gold und Bitcoin, weil er das Vertrauen in das Fiat-System bröckeln sieht.
Das ist Makro-Trading in absoluter Reinkultur. Politik, Gesellschaft, Psychologie und Charttechnik – am Ende des Tages hängt alles, wirklich alles, an diesem einen verdammten Hebel: dem Zins.
Das Trading-Playbook für Tag 11
Hier ist eure „Goldman“-Zusammenfassung für euer Mindset. Ab heute seid ihr keine Chart-Affen mehr. Der Zins ist die Schwerkraft eures Universums.
1. Hinterfragt die Bewertung gnadenlos:
Ist dieses Asset (diese Aktie, dieser Coin, diese Immobilie) wirklich so geil, oder ist es nur so teuer, weil die Zeit (also der Zins) künstlich billig gemacht wurde? Wenn Letzteres der Fall ist: Sucht euch den Ausgang, bevor das Licht angeht.
2. Achtet auf die Sättigung:
Wenn der Zinseszins der weltweiten Schulden den Cashflow der echten Wirtschaft übersteigt, dann schnallt euch an. Bereitet euch mental und im Portfolio auf den „Clean Slate“ (Deleveraging/Crash) vor.
3. Handelt gegen die Gier der Herde:
Wenn alle Welt in „Free Money“ badet und FOMO kickt, seid ihr diejenigen, die den wahren Preis der Zeit einfordern. Verkauft den Zombie-Unternehmen ihre eigenen Träume (Shorts) und sammelt stattdessen absolute Qualität ein.
4. Euer Kapital ist Saatgut:
Zerstört niemals, absolut niemals, eure Reproduktionsfähigkeit für einen „Vielleicht“-Trade aus Langeweile. Behandelt euer Konto wie eine Herde, die in einem Schneesturm beschützt werden muss.
5. Nutzt die Ungeduld der Masse aus:
Lasst euch für eure Geduld bezahlen. Wenn die Masse panisch Liquidität braucht, seid ihr diejenigen, die sie zu absoluten Premium-Preisen bereitstellen.
Hausaufgabe Tag 11
1. Konto-Reflexion (Real Talk): Seid verdammt ehrlich zu euch selbst – betrachtet ihr euer Kapital aktuell als Jetons im Casino oder als lebendige Zuchtherde? Was müsst ihr an eurem Risk Management heute noch ändern, um euer Saatgut bedingungslos zu schützen?
2. Zombie-Jagdt Sucht euch ein Asset oder einen Sektor, der in den letzten 5 Jahren nur durch Nullzinsen überlebt hat. Warum wird genau dieser Sektor beim nächsten Deleveraging komplett in der Luft zerrissen? (Max. 3 Sätze)
3. Checkt eure Zeitpräferenz: Wie oft habt ihr in der letzten Woche aus purer Ungeduld (hoher Zeitpräferenz / FOMO / Revenge Trading) einen Trade geschlossen oder geöffnet, obwohl das Setup scheiße war? Schreibt es auf.
4. Das Big Picture: Wenn der „Natural Rate“ der natürliche Preis der Zeit ist – was passiert wohl mit Gold, wenn die Zentralbanken versuchen, diesen Preis dauerhaft künstlich nach unten zu drücken, während die Inflation läuft?
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Ihr seid ab heute nicht mehr der Typ, der Zinsen als irgendeine Zahl auf Bloomberg abliest, die ihn eigentlich nicht juckt.
Ihr seid der Trader, der versteht, dass die Allokation von Zeit und Kapital die Welt seit 5000 Jahren antreibt. Und der entspannt darauf wartet, dass die Realität am Ende immer gewinnt.
Willkommen in Tag 11. Willkommen in der babylonischen Wahrheit. Mitten im Bootcamp. Lasst uns weiterarbeiten.
Geld
Die Lage spitzt sich zuWirtschaft schwächelt. Liquidität wird knapper. Bisher wurde auf langfristige Einlagen zurückgegriffen für ausreichende Liquiditätsversorgung.
Nun seit Juli 2023 wird vermehrt auch auf kurzfristige Einlagen zurückgegriffen. Auch bei den öffentlichen Haushalten ist die Verschuldung in der Summe rückläufig, Investitionen fehlen.
Die aktuelle Lage ist jetzt seit Juli 2023 offiziell schlimmer als 2001 und 2007.
Bisher ging ich von einer Crash-"Gefahr" aus. Nun bin ich mir sicher, wir kommen nicht mehr um einen Crash herum. Auch wenn die Leitzinsen noch in diesem Jahr stark sinken sollten.
Es ist durchaus möglich, dass die Indizes erneut Allzeithochs erreichen. Viel fehlt dafür nicht.
Das wird viele Anleger leider in eine Falle locken. Viele würden die anfänglichen Verwerfungen als Korrektur betrachten und nachkaufen. Danach werden sich die wirtschaftlichen Daten ggf. erneut verschlechtern und Kursverfall weitergehen.
Das ist schade, aber diese Entwicklung wäre mein primäres Szenario.
Ich halte Sie weiter informiert.
Viele Grüße,
Andreas Schendel
Portfoliomanagement
Ruhe vor dem Sturm?Seit nun fast 5 Monaten ist der ASMI Indikator short. Seitdem hat sich der breite S&P500 Index kaum verändert. Ist das Signal falsch und erwarten uns schon bald neue Allzeithochs?
Von einem falschen Signal kann ich noch nicht ausgehen, da die Märkte und insb. der S&P500 seitdem noch nicht signifikant gestiegen ist. Mit einem Long-Signal wären die Ergebnisse insgesamt nicht deutlich besser ausgefallen. Charttechnisch ist beim S&P500 sogar eine umgedrehte sog. Tassenformation erkennbar, welche den Short-Signal weiterhin bestätigt.
Inflation und Leitzinsen haben Einfluss auf die Märkte, sind jedoch nicht entscheidend für die Grundrichtung. Der Immobilienmarkt stellt derzeit wegen der restriktiven Geldpolitik eine Gefahr für die Wirtschaft und Märkte dar. Wieso die Märkte dennoch robust zu sein scheinen, kann viele Gründe haben.
Einige Anleger begründen es mit einem Ungleichgewicht zwischen einzelnen Werten im Index und dass die wenigen gut laufenden Werte einen großen Teil im Index darstellen und diesen stützen. Das jedoch ist kein Argument. Denn i.d.R. ist bei der Order nicht die Anzahl an Aktien relevant, sondern das investierte Kapital. Wenn ein Anleger 10.000€ investieren möchte, ist es völlig irrelevant, ob er 100 Aktien zu je 100€ kauft oder 10 Aktien zu je 1.000€.
Der einzig plausible Grund wäre die Verzögerung durch die vorangegangene Liquiditätsflut. Das Short-Signal beim ASMI basiert hauptsächlich auf Veränderungen im Markt und die aktuelle Veränderung ist der Liquiditätsentzug. Da Veränderungen durch die Geldpolitik relativ schnell vom Markt kompensiert werden, hat die Vergangenheit, wie hier die vorangegangene Liquiditätsflut, beim ASMI wenig Einfluss auf die Signalgebung.
Zwar könnte ein Crash wie in der Vergangenheit kurz nach Leitzinssenkung erfolgen, die Lage jedoch lässt sich nicht ganz mit der Tech- und Finanzkrise in den Jahren 2002 und 2008 vergleichen. Damals gab es die Liquiditätsflut vor dem Liquiditätsentzug nicht.
Die Gefahr im Dominoeffekt schätze ich als gering ein. Das würde die Notenbanken dazu verleiten noch mehr Geld als jemals zuvor in den Markt zu pumpen, um die aktuellen Währungen massiv zu entwerten, um mögliche Akzeptanz für CBDC zu verbessern. Für die Finanzmärkte wäre die Geldflut eher positiv.
Die Frage ist nun, wie lange die Verzögerung anhält. Ich erachte die hier angezeigte charttechnische Formation als das wahrscheinlichste Szenario.
Die fundamentale Lage bleibt weiter fragil.
Andreas Schendel
Portfoliomanagement
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Disclaimer: Wertpapiere, Kryptowährungen und andere Investments sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren o.ä. Sie ersetzen auch nicht eine fachliche Beratung.
Korrektur vorbei?Leider ist die Lage noch instabil und die kurzfristige Verkaufsbereitschaft immer noch sehr hoch. In der Summe aus der technischen und fundamentalen Sicht sehe ich derzeit zwei mögliche Szenarien.
Einmal könnte der Markt auf aktuellem Niveau +/- paar Prozent schwanken und dann zu neuen Hoch aufbrechen.
In einem anderen Szenario könnte der Markt in den nächsten Tagen noch leicht zulegen, ggf. die vorherigen Hochs nahekommen und anschließend erneut korrigieren. Beim DAX könnten dann ggf. 15000 getestet werden.
Aktuell jedoch sehe ich die Lage im ersten Szenario, da der Markt sich zwar etwas erholt hat, jedoch zu stagnieren scheint.
Inflation Szenario einfach erklärt !In dieser Video Analyse gehe ich auf die aktuelle Inflationssituation ein. In dem 1 Teil geht es er um die Basics, also was ist Inflation, was macht eine Zentralbank und warum hat das Angebot und die Nachfrage einen Einfluss auf die Inflation Dynamik.
Viel Spaß beim schauen !
BTCUSD Analyse und Trade MöglichkeitenBitcoin ist aus dem großen Symmetrical Triangle am 21.01.21 nach unten ausgebrochen, hat diese am 22.01.21 retestet und hat in der Zwischenzeit ein neues kleineres Sym. Triangel gebildet.
Hier habt Ihr zwei möglichkeiten einzusteigen, bzw. zu Traden.
Ausbruch nach unten SHORT.
Ausbruch nach oben LONG. Hier bedenken das der Preis an der Roten Lini am großen Sym. Triangle kommen kann, oder aber in die große Sym. Triangle wieder reingeht und bis zu unserem Target steigt. (36.600 $).
Keine Anlageberatung. Trading auf eigenes Risiko.
5 Tage bestimmen das BörsenjahrDie Idee:
Die Entwicklung der ersten fünf Handelstage bestimmt die Richtung für das gesamte Jahr. Wenn der S&P 500 in den ersten fünf Handelstagen des neuen Börsenjahrs ansteigt, kaufe ich am Ende des fünften Handelstages und halte die Position bis zum Jahresende. Damit bin ich abgesehen von den ersten fünf Handelstagen das ganze Jahr über investiert. Ist die Rendite zum Jahresbeginn negativ, halte ich über das Jahr keine Position im S&P 500. In diesem Fall bin ich also nicht in den amerikanischen Aktienmarkt investiert. Es ist kein Stop Loss und kein Take Profit vorgesehen.
Das Ergebnis für den S&P 500 ab 01.01.1943 weißt im Backtest eine sehr gute Performance auf und hat eine Trefferquote von 89%.
Warum es funktioniert:
Im Januar werden überdurchschnittliche Renditen erzielt, da sich viele Investoren häufig dazu entschließen, vor Ende des vorangegangenen Jahres ihre Wertpapiere, Aktien oder ähnliches zu verkaufen, um steuerliche Erträge zu optimieren. Viele von ihnen entscheiden sich dann im neuen Jahr ihr Kapital neu zu investieren, da sie von steigenden Aktienkursen ausgehen. Andere Faktoren, die ebenfalls höhere Investitionen im neuen Jahr begünstigen können, sind die Absicherungen der Performance von Fondsmanagern zum Jahresende oder die Umschichtung von Portfolios in größeren Unternehmen. Außerdem ist zu vermuten, dass große Staatsfonds Trend folgende Investmentpläne umsetzen. Wenn der Jahresbeginn an den Börsen freundlich ist, könnte das ein Hinweis sein, dass über dieses Jahr die Investitionsquote erhöht wird. Zu Beginn des Jahres verfügen institutionelle Investoren wieder über frische Risikobudgets. Wenn das Jahr gut startet, haben sie die Möglichkeit, mehr Kapital in Risikopositionen zu allokieren und Trends damit zu verstärken.
Gut:
Sehr einfaches System
Psychologisch leicht umzusetzen
Sehr langer und sehr stabiler Backtest
Sehr gute Liquidität im S&P 500
Bei einem Long-Signal ist man lange investiert
Prämie lässt sich erklären
Sehr gutes Verhältnis von Profit zu Drawdown
Sehr gute Trefferquote
Schlecht:
Kein Stop Loss zur Risikobegrenzung
Es können viele Jahre vergehen ohne Signal
Interessant:
Verbesserung der Strategie durch individuelles Timing möglich
Funktioniert in allen großen Aktienmärkten aber am besten im S&P 500
Trefferquote ist besonders hoch in US-Wahljahren
Performance kann durch den Verkauf von Put-Optionen weiter verbessert werden
Damit stehen die Vorzeichen für das Börsenjahr 2020 erstmal gut. Ein Abverkauf unter das YTD Level könnte als erstes Warnsignal interpretiert werden.








