MACD-Indikator (Moving Average Convergence/Divergence)
Es handelt sich hierbei um einen Momentumindikator, welcher die Differenz zwischen 2 gleitenden Durchschnitten misst. Wir erhalten hierbei eine direkte Ansicht der Konvergenz und Divergenz dieser gleitenden Durchschnitte. Wir können des Weiteren diesen Indikator auch verwenden, um das Preismomentum und kurzfristige Trends zu bewerten.
INHALT:
- Was ist die Konvergenz/Divergenz von gleitenden Durchschnitten?
- Wie der MACD berechnet wird
- MACD-Einstellungen
Was ist die Konvergenz/Divergenz von gleitenden Durchschnitten?
Der MACD-Indikator wurde in den 1970ern von Gerald Appel entwickelt. 1986 hat dann Thomas Aspray eine Histogrammlinie hinzugefügt, welche die Differenz zwischen dem MACD und einer Signallinie darstellt.
Der MACD besteht aus 3 Teilen:
- Die MACD-Linie, welche um einen Nullwert herum oszilliert, während die 2 gleitenden Durchschnitte konvergieren und divergieren.
- Eine geglättete Signallinie, welche dem MACD folgt und uns Überschneidungspunkte anzeigt, welche wir verwenden können, um potenzielle Umkehrungen zu erkennen.
- Ein Histogramm, welches ein zunehmendes oder abnehmendes Momentum darstellt, und potenzielle MACD-Signalüberschneidungen antizipieren kann.
Unser Indikator zeigt alle 3 Serien an – den MACD, die Signallinie und das Histogramm — in einem separaten Chartfenster.
Mit einer Analyse dieser Werte können wir:
- Die Trendrichtung bestimmen.
- Die Kraft der Kursbewegungen beurteilen.
- Potenzielle Umkehrpunkte erkennen.
- Momentumdivergenzen und andere Muster bemerken.

Wie der MACD berechnet wird
Der Indikator berechnet die Differenz zwischen 2 gleitenden Durchschnitten (verschiedener Längen), um eine MACD-Hauptserie zu erstellen. Der MACD wird dann geglättet, um eine Signallinie ableiten zu können. In der Folge wird dann ein Histogramm erstellt, indem hierfür die Differenz zwischen dem MACD und der Signallinie verwendet wird.
MACD = Schneller MA − Langsamer MA
Signal = gleitender Durchschnitt des MACD
Histogramm = MACD − Signal
Hierbei ist:
- Der schnelle MA der gleitende Durchschnitt mit der geringsten Länge.
- Der langsame MA ist der gleitende Durchschnitt mit der größten Länge.
Der Indikator zeichnet dann den MACD und die Signallinie als Linien ein, und das Histogramm als farbcodierte Balken. Er zeigt des Weiteren auch eine horizontale Nulllinie ein, damit wir leichter die positiven von den negativen Werten unterscheiden können.
Mit diesen Werten können wir dann das Momentum und die Trends analysieren. Es stehen uns hierfür verschiedene Methoden zur Verfügung, zu den populärsten Interpretationen gehören:
- Wenn sich der MACD über 0 bewegt, dann indiziert dies, dass der schnelle MA größer als der langsame MA ist. Dies suggeriert uns ein durchschnittliches Aufwärtsmomentum oder einen potenziellen Aufwärtstrend.
- Wenn sich der MACD unter 0 bewegt, dann indiziert dies, dass der schnelle MA kleiner als der langsame MA ist. Dies suggeriert uns ein durchschnittliches Abwärtsmomentum oder einen potenziellen Abwärtstrend.
- Ein Histogrammwert von über 0 oder wenn sich der MACD über der Signallinie bewegt, dann suggeriert uns dies, dass das Aufwärtsmomentum steigt oder ein Abwärtsmomentum abnimmt.
- Ein Histogrammwert von unter 0 oder wenn sich der MACD unter der Signallinie bewegt, dann suggeriert uns dies, dass das Abwärtsmomentum zunimmt oder ein Aufwärtsmomentum abnimmt.
Was ist die MACD-Divergenz?
Eine Divergenz ist eine Abweichung zwischen der Preisbewegung und der Bewegung eines technischen Indikators. Es gibt 2 Arten von Divergenzen:
- Reguläre: Dies suggeriert eine Abnahme des aktuellen Trends oder eine anstehende Umkehr.
- Versteckte: Dies suggeriert eine Fortsetzung des aktuellen Trends.
Divergenzen zwischen den relativen Bewegungen der Marktpreise und dem MACD können uns dabei helfen, Umkehrpunkte oder Trendwechsel zu erkennen. Zum Beispiel: Fallende Spitzen im MACD, während der Preis steigt, können uns anzeigen, dass sich ein Aufwärtstrend gerade erschöpft. Und steigende Tiefs im MACD, während der Preis fällt, können uns anzeigen, dass sich nun ein Abwärtstrend erschöpft.
Divergenzen zwischen den MACD-Bewegungen und dem Histogramm können uns potenzielle Momentumwechsel suggerieren. Zum Beispiel: Sinkende Histogrammwerte, während der MACD steigt, können uns anzeigen, dass der MACD zu einem langsameren Tempo steigt, was für eine Erschöpfung eines Aufwärtsmomentums stehen kann. Und steigende Histogrammwerte, während der MACD sinkt, können uns indizieren, dass der MACD in einem langsameren Tempo abnimmt. Dies kann für eine potenzielle Erschöpfung eines Abwärtsmomentums stehen.
Dieser Indikator enthält des Weiteren auch Alarmbedingungen für Histogrammwechsel (von positiv zu negativ und umgekehrt). Auf diese Weise können wir dann benachrichtigt werden, wenn sich gerade ein Momentum verschiebt. Sehen Sie sich diesen Artikel an, wenn Sie mehr über die Alarme erfahren möchten.
MACD-Einstellungen

- Quelle: Die Werteserien, welche für den Oszillator verwendet werden sollen.
- Schnelle Länge: Der Längenwert für den schnellen gleitenden Durchschnitt.
- Langsame Länge: Der Längenwert für den langsamen gleitenden Durchschnitt.
- Signallänge: Der Längenwert für den gleitenden Durchschnitt des MACD (Signallinie).
- Oszillator-MA-Typ: Der Typ des schnellen und langsamen Durchschnitts für die MACD-Berechnung. Verwenden Sie „EMA“ für exponentielle gleitende Durchschnitte oder „SMA“ für einfache gleitende Durchschnitte.
- Signal-MA-Typ: Der Typ des gleitenden Durchschnitts für die Berechnung der Signallinie. Wählen Sie hier „EMA“ für einen exponentiellen gleitenden Durchschnitt oder „SMA“ für einen einfachen gleitenden Durchschnitt aus.
- Zeitrahmen: Hier können Sie den Zeitrahmen für die Berechnungen auswählen. Mit „Auf Zeitrahmenschließung warten“ können Sie einstellen, ob der Indikator seine Ergebnisse nur anzeigen soll, wenn ein Balken in diesem Zeitrahmen geschlossen wird. Dies kann sich bei Analysen von mehreren Zeitrahmen als nützlich erweisen.
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