Rheinmetall AG
Short

Rheinmetall - übersehen - macht nix ;)

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Rheinmetall – starke Story, starke Kurse, aber kein planbarer Compounder

Der Kursverlauf von Rheinmetall ist beeindruckend. In kurzer Zeit kam es zu einer extremen Kursexplosion.
Und man muss sich darüber nicht ärgern, wenn man nicht dabei war. Solche Bewegungen gibt es immer – sie sind Teil des Marktes.

Was hier passiert ist, ist eine Story-getriebene Neubewertung.

  • Warum der Kurs so stark gestiegen ist:
  • geopolitischer Schock (Ukrainekrieg),
  • massive Erhöhung europäischer Verteidigungsbudgets,
  • volle Auftragsbücher, stark steigende Gewinne,
  • extrem positives Markt-Narrativ.





Der Markt hat nicht reagiert – er hat vorweggenommen. Zukunftserträge wurden in sehr kurzer Zeit eingepreist.

Woran man erkennt, dass das kein dauerhafter Compounder ist (rein zahlenbasiert):

  • Über viele Jahre (2015–2021) praktisch keine Umsatzdynamik.
  • Historisch niedrige und schwankende EBIT-Margen (meist 5–8 %).
  • Free Cashflow pro Aktie stark volatil, inklusive negativer Jahre.
  • Owner Earnings nicht stetig steigend → kein stabiler Zinseszinseffekt.
  • Wachstum zuletzt kapitalintensiv (hoher CAPEX, steigendes Working Capital).
  • Der Boom führte nicht zu Netto-Cash, sondern zu Netto-Verschuldung.

Der entscheidende Punkt:
Der heutige Kurs steht in keinem Verhältnis zu den Eigentümer-Erträgen. Die Owner-Earnings-Rendite auf den aktuellen Preis liegt im Bereich von Basispunkten - 0,12% aktuell. Das ist kein Investment, sondern eine Wette auf die Fortsetzung einer perfekten Story.

Wichtig – und das ist entscheidend:
Man kann bei solchen Bewegungen aufspringen und die Welle reiten.
Aber planen kann man so etwas nicht.
Niemand kann systematisch vorhersehen, wann politische, militärische oder mediale Ereignisse eine solche Neubewertung auslösen. Solche Chancen tauchen auf und dann muss man schnell sein. ABER nicht euphorisch in den Wahn verfallen dass das nun ewig weitergeht und diesmal alles anders ist. Denn es wird wieder einer Rückkehr zur Normalität geben. Das war immer so und wird auch immer so bleiben.

Der Unterschied zu echten Essential-Unternehmen:

Dort wachsen Umsätze, Cashflows und Owner Earnings kontinuierlich.

Wohlstand entsteht planbar, nicht sprunghaft.

Man muss nicht am Newsticker kleben.

Man analysiert. Baut eine Position auf und lässt die Zeit für sich arbeiten.

Fazit:
Rheinmetall ist eine Kursexplosion.
Essentials zielen auf langfristigen, planbaren Wohlstand.
Beides hat seinen Platz – aber man sollte immer wissen, in welchem Spiel man sich gerade befindet.

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