DAX Wochenrückblick KW27-Die wichtigsten Erkenntnisse! Makroökonomie & Geopolitik
Die vergangene Handelswoche stand vollständig unter dem Einfluss eines deutlichen Stimmungswechsels an den globalen Finanzmärkten. Nachdem die Märkte in den Vorwochen noch von geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Renditen und einer zunehmenden Skepsis gegenüber dem Technologiesektor belastet wurden, sorgten in dieser Woche vor allem die US-Arbeitsmarktdaten für eine deutliche Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen.
Insbesondere zum Wochenschluss entwickelte sich ein klares Risk-On-Umfeld. Aktien konnten weltweit zulegen, der Goldpreis profitierte von fallenden Zinserwartungen, der US-Dollar gab einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder ab und die Volatilität fiel auf den niedrigsten Stand seit mehreren Wochen zurück. Gleichzeitig blieb eine weitere Eskalation im Nahen Osten aus, wodurch der Ölmarkt ebenfalls deutlich an Risikoaufschlägen verlor.
US-Arbeitsmarkt verändert den Marktausblick
Das wichtigste Ereignis der Woche waren ohne Zweifel die US-Arbeitsmarktdaten.
Während die Inflation in den vergangenen Monaten das dominierende Thema war, richtet sich der Fokus der Federal Reserve zunehmend auf den Zustand des Arbeitsmarktes. Genau hier lieferte der aktuelle Bericht erste Anzeichen einer Abschwächung.
Die neu geschaffenen Stellen fielen schwächer aus als in den Vormonaten, gleichzeitig wurden die Beschäftigungszahlen der vergangenen Monate nach unten revidiert. Obwohl der Arbeitsmarkt weiterhin robust bleibt, erkennen die Märkte inzwischen erste Bremsspuren.
Für Investoren ist dies von enormer Bedeutung.
Ein etwas schwächerer Arbeitsmarkt reduziert den Lohndruck und damit langfristig auch den Inflationsdruck. Gleichzeitig sinkt der Druck auf die Federal Reserve, ihre Geldpolitik weiter zu verschärfen.
Entsprechend wurden unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen deutlich zurückgenommen.
Während noch vor wenigen Tagen vereinzelt eine Zinserhöhung bereits im September diskutiert wurde, verschieben die Terminmärkte diese Wahrscheinlichkeit inzwischen deutlich weiter nach hinten. Aktuell preisen die Marktteilnehmer vielmehr ein längeres Stillhalten der Fed ein.
Diese Veränderung war letztendlich der entscheidende Auslöser für die starke Erholung an den Aktienmärkten.
Federal Reserve
An der grundsätzlichen Haltung der Federal Reserve hat sich allerdings wenig verändert.
Die Inflation liegt weiterhin oberhalb des Zielwertes von zwei Prozent und mehrere Fed-Mitglieder betonten zuletzt erneut ihre datenabhängige Vorgehensweise.
Dennoch zeigte die Reaktion der Finanzmärkte sehr deutlich, dass bereits kleine Veränderungen im Arbeitsmarkt aktuell ausreichen, um die Zinserwartungen spürbar zu verschieben.
Genau diese Entwicklung erklärt den deutlichen Rückgang des US-Dollars sowie die starke Nachfrage nach Risikoanlagen.
Eurozone
Auch aus Europa kamen überwiegend konstruktive Signale.
Die CPI Daten in Europa nahmen weiterhin ab und lagen mit 2.8% sogar unter den Erwartungen von 3%.
Durch fallende Inflation, ist die EZB zukünftig nicht gezwungen Zinserhöhungen vorzunehmen. Diese Signale sind erstmal positiv für europäische Risk Assets.
Die endgültigen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor lagen leicht über den Erwartungen.
Besonders der Eurozonen Composite PMI konnte mit einem Wert von 50 Punkten erstmals wieder knapp in den expansiven Bereich zurückkehren.
Deutschland zeigte ebenfalls eine leichte Verbesserung gegenüber den Schätzungen.
Von Seiten der Europäischen Zentralbank gab es hingegen keine neuen Überraschungen.
Mehrere EZB-Mitglieder betonten eine ausgewogene Risikolage und signalisierten keine unmittelbar bevorstehenden geldpolitischen Änderungen.
Damit bleibt das Bild in Europa kurzfristig trotzdem unverändert.
Die Wirtschaft wächst weiterhin langsam, zeigt aktuell jedoch erste Stabilisierungstendenzen.
Warum liefen europäische Aktien so stark?
Viele Marktteilnehmer stellten sich in dieser Woche genau diese Frage.
Der DAX entwickelte sich deutlich stärker als zahlreiche internationale Indizes und markierte erstmals seit Januar wieder neue Allzeithochs.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
Erstens sorgten die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten weltweit für sinkende Zinserwartungen.
Fallende Zinserwartungen führen in der Regel zu sinkenden Diskontierungszinsen und damit zu höheren Bewertungen an den Aktienmärkten.
Dazu ist die Inflation in Europa ebenfalls gefallen und verstärkt dieses Bild damit umso mehr.
Zweitens gingen die Renditen nach Veröffentlichung der Daten leicht zurück, wodurch insbesondere europäische Standardwerte zusätzliche Unterstützung erhielten.
Drittens überraschten die europäischen Einkaufsmanagerindizes leicht positiv.
Und viertens blieb die befürchtete Eskalation im Nahen Osten erneut aus.
Gerade europäische Industrieunternehmen reagieren besonders sensibel auf steigende Energiepreise.
Da Brent und WTI in dieser Woche jedoch deutlich nachgaben, nahm auch dieser Belastungsfaktor weiter ab.
In Summe entstand dadurch ein nahezu ideales Umfeld für europäische Aktien.
Geopolitik
Auch geopolitisch blieb die Lage deutlich ruhiger als noch vor wenigen Wochen.
Der Markt beobachtet weiterhin aufmerksam die Entwicklungen zwischen Israel und dem Iran sowie die Situation rund um die Straße von Hormus.
Die tatsächlichen Schifffahrtsdaten zeigen jedoch ein deutlich entspannteres Bild als viele Schlagzeilen vermuten lassen.
Nach aktuellen Transitdaten passierten am Freitag insgesamt 39 Schiffe die Straße von Hormus.
Davon befanden sich 17 Schiffe auf dem Weg in den Persischen Golf und 22 Schiffe verließen die Region.
Besonders wichtig:
Es gab keinerlei Hinweise auf eine tatsächliche Blockade oder nennenswerte Einschränkungen des Ölverkehrs.
Auch die Verladungen an Irans wichtigstem Exportterminal auf Kharg Island laufen weiterhin nahezu unverändert.
Zwar werden weiterhin sogenannte Dark-Fleet-Tanker, AIS-Manipulationen sowie verschiedene Umgehungsstrategien westlicher Sanktionen beobachtet, diese Entwicklungen stellen mittlerweile jedoch eher den Normalzustand als eine neue Eskalation dar.
Für den Ölmarkt bedeutet dies vor allem eines:
Das globale Angebot bleibt aktuell weitgehend stabil.
Damit entfällt einer der wichtigsten Gründe für einen nachhaltigen Ölpreisanstieg.
China und Taiwan
Auch in Asien blieb die Lage vergleichsweise ruhig.
China kündigte Anpassungen bei den Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge an und setzte seine Küstenwachenpatrouillen nahe Taiwan fort.
Diese Entwicklungen sorgten jedoch kaum für größere Marktbewegungen.
KI bleibt langfristig das dominierende Thema
Abseits der Makrodaten rückte erneut der KI-Sektor in den Fokus.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Meldung, dass Meta eine mögliche Produktion eigener KI-Chips bei Samsung prüfen soll.
Auch wenn bisher keine endgültige Entscheidung bekannt wurde, unterstreicht diese Nachricht erneut den anhaltenden Investitionszyklus rund um künstliche Intelligenz.
Der Markt geht weiterhin davon aus, dass die Ausgaben großer Technologiekonzerne für Rechenzentren, Halbleiter und KI-Infrastruktur in den kommenden Quartalen auf hohem Niveau bleiben werden.
Diese Entwicklung dürfte insbesondere den Halbleitersektor auch langfristig unterstützen und ist für die kommenden Earnings für Q2 umso wichtiger.
Zwischenfazit
Die Kombination aus einem leicht abkühlenden US-Arbeitsmarkt, stabileren Inflations- und Konjunkturdaten in Europa, einer weiterhin ruhigen Lage am Ölmarkt sowie einer nachlassenden Zinssorgen führte letztendlich zu einem klaren Risk-On-Umfeld.
Aktienmärkte weltweit konnten deutlich zulegen, Gold profitierte von sinkenden Zinserwartungen, während der US-Dollar einen Teil seiner jüngsten Stärke wieder abgab.
Für die kommende Handelswoche wird nun entscheidend sein, ob sich diese Entwicklung fortsetzt oder neue Inflationsdaten beziehungsweise Aussagen der Notenbanken erneut für Gegenwind sorgen.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Am Ölmarkt setzte sich die Abwärtsbewegung in dieser Woche weiter fort. WTI verlor auf Wochenbasis rund 2,7 % und schloss bei 68,4 US-Dollar. Damit notiert der Ölpreis direkt wieder unter dem Quartalstief sowie unter dem Monatstief vom Juni. Charttechnisch bleibt das Bild damit zunächst klar bearish.
Aus fundamentaler Sicht passt diese Entwicklung ebenfalls zum Gesamtbild der Woche. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich zwar keineswegs vollständig aufgelöst, der Markt preist aktuell jedoch eine deutlich geringere Eskalationswahrscheinlichkeit ein. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus geöffnet und auch die iranischen Ölexporte laufen nahezu unverändert weiter. Dadurch verschwindet ein Großteil der zuvor eingepreisten geopolitischen Risikoprämie.
Nichtsdestotrotz bleibe ich bei meiner Einschätzung der vergangenen Wochen. Sollte sich die Situation zwischen Iran, Israel oder den USA erneut verschärfen, besitzt der Ölmarkt enormes Potenzial für einen schnellen Short Squeeze. Die aktuelle Positionierung vieler Marktteilnehmer wirkt mittlerweile sehr einseitig.
Charttechnisch bleiben für mich insbesondere drei Preisbereiche entscheidend. Zunächst das ehemalige Monatstief vom März bei rund 69,20 US-Dollar, anschließend der Bereich um 68,60 US-Dollar als Monatstief vom Juni sowie darüber die wichtige Widerstandszone um 72 US-Dollar, an welcher sowohl der Jahreseröffnungs- als auch der Jahresschlusskurs der vergangenen Jahre verläuft.
Solange Öl unterhalb dieser Marken notiert, bleibt der kurzfristige Trend klar abwärtsgerichtet.
US-Staatsanleihen
Die US-Staatsanleihen entwickelten sich in dieser Woche erneut leicht positiv.
Die Renditen stiegen über nahezu alle Laufzeiten hinweg moderat an.
• 3-jährige Staatsanleihen: +1,70 %
• 5-jährige Staatsanleihen: +2,46 %
• 10-jährige Staatsanleihen: +2,75 %
• 30-jährige Staatsanleihen: +2,53 %
Damit notieren die Renditen weiterhin auf einem historisch hohen Niveau.
Dies zeigt sehr deutlich, dass der Markt trotz der schwächeren Arbeitsmarktdaten noch immer von einer vergleichsweise restriktiven Geldpolitik ausgeht. Zwar wurden nach den NFP-Daten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen etwas zurückgenommen, dennoch bleibt das Zinsniveau insgesamt hoch.
Besonders interessant war die Marktreaktion unmittelbar nach Veröffentlichung der NFP-Daten. Kurzfristig fielen die Renditen deutlich, bevor sich der Anleihemarkt im weiteren Verlauf der Sitzung wieder stabilisierte. Insgesamt ergibt sich dadurch weiterhin das Bild einer vorsichtigen, aber keineswegs panischen Neubewertung der Zinserwartungen.
Für die kommenden Wochen bleibt der Anleihemarkt einer der wichtigsten Indikatoren überhaupt. Sollten die Renditen nachhaltig zurückkommen, dürfte dies insbesondere Wachstumswerte und den Technologiesektor weiter unterstützen.
US-Dollar (DXY)
Der US-Dollar zeigte nach mehreren starken Wochen erstmals wieder deutliche Schwäche.
Auf Wochenbasis verlor der Dollar-Index rund 0,5 % und schloss bei 100,887 Punkten.
Besonders wichtig war dabei der technische Verlauf. Der Versuch, die Marke von 101,50 Punkten nachhaltig zu überwinden, scheiterte erneut. Im Anschluss fiel der DXY sogar wieder unter die psychologisch wichtige 101-Punkte-Marke zurück.
Genau dieses Szenario hatte ich bereits im Laufe der Woche mehrfach angesprochen.
Nun entscheidet sich, ob der Bereich zwischen 100,50 und 100,65 Punkten als Unterstützung dient oder ob der Dollar erneut vollständig in seine übergeordnete Jahresrange zurückfällt.
Fundamental passt diese Entwicklung hervorragend zur Marktreaktion auf die NFP-Daten. Schwächere Beschäftigungszahlen erhöhen die Hoffnung auf eine weniger restriktive Federal Reserve. Dadurch verlieren Zinserhöhungen an Wahrscheinlichkeit, was den US-Dollar unmittelbar belastet.
Sollte sich dieses Bild in den kommenden Wochen durch weitere schwächere Konjunkturdaten bestätigen, könnte der Dollar seine Korrektur zunächst fortsetzen.
Gelingt dagegen erneut der Sprung über 101 Punkte, dürfte der Fokus wieder auf dem Bereich um 102 Punkte liegen.
Volatilitätsindex (VIX)
Auch der Volatilitätsindex bestätigte in dieser Woche das insgesamt konstruktive Marktumfeld.
Der VIX verlor auf Wochenbasis rund 13 % und schloss bei lediglich 16,15 Punkten.
Damit bleibt die implizite Volatilität weiterhin deutlich unter der wichtigen Marke von 20 Punkten.
Historisch spricht ein derart niedriger VIX für eine hohe Risikobereitschaft institutioneller Anleger und bestätigt aktuell das bestehende Risk-On-Umfeld.
Natürlich bedeutet ein niedriger VIX niemals, dass keine Korrektur eintreten kann. Dennoch zeigt er aktuell sehr deutlich, dass die Marktteilnehmer kurzfristig keine außergewöhnlichen Risiken einpreisen.
In Kombination mit den schwächeren NFP-Daten, dem nachgebenden US-Dollar sowie den weiterhin stabilen Ölpreisen ergibt sich damit ein insgesamt konstruktives Umfeld für Risikoanlagen.
Zwischenfazit
Betrachtet man Öl, Staatsanleihen, Dollar und Volatilität gemeinsam, ergibt sich aktuell ein sehr interessantes Gesamtbild.
Der Ölpreis bleibt trotz geopolitischer Risiken niedrig, der Dollar verliert nach den Arbeitsmarktdaten an Stärke, der VIX signalisiert weiterhin eine hohe Risikobereitschaft und die Renditen bewegen sich zwar auf erhöhtem Niveau, konnten ihre jüngste Dynamik jedoch nicht weiter beschleunigen.
Genau diese Kombination erklärt, weshalb sich Aktienmärkte weltweit in dieser Woche so stark entwickeln konnten. Insbesondere europäische Indizes wie der DAX profitierten von diesem Umfeld überdurchschnittlich stark.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Der KI-Sektor blieb auch in dieser Woche einer der spannendsten Bereiche am Aktienmarkt. Nvidia konnte die Handelswoche zwar mit einem leichten Plus von rund 1,15 % beenden, das kurzfristige charttechnische Bild bleibt jedoch weiterhin angeschlagen.
Seit dem Allzeithoch hat die Aktie mittlerweile rund 17,5 % korrigiert und schafft es bislang nicht, die psychologisch wichtige Marke bei 200 US-Dollar nachhaltig zurückzuerobern. Genau diese Zone bleibt kurzfristig der entscheidende Widerstand.
Auf der Unterseite richtet sich mein Fokus weiterhin auf den Bereich um 190 US-Dollar. Sollte diese Unterstützung nicht halten, öffnet sich aus meiner Sicht der Weg in Richtung 186 US-Dollar und im weiteren Verlauf sogar bis in den Bereich um 180 US-Dollar.
Nichtsdestotrotz sollte man den langfristigen Trend nicht aus den Augen verlieren. Übergeordnet befindet sich Nvidia weiterhin klar in einem intakten Aufwärtstrend. Die strukturellen Wachstumstreiber rund um künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Halbleiter bleiben vollständig erhalten. Kurzfristig sehen wir aktuell lediglich eine gesunde Konsolidierung innerhalb dieses langfristigen Trends.
Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 200 US-Dollar würde das technische Bild wieder deutlich aufhellen und Raum für eine Bewegung in Richtung der bisherigen Hochs schaffen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte in dieser Woche erstmals seit längerer Zeit wieder deutliche relative Stärke.
Nachdem zu Wochenbeginn nochmals Tiefststände um 57.850 US-Dollar getestet wurden, gelang den Käufern eine schnelle Stabilisierung. Bereits zur Wochenmitte konnte sich Bitcoin wieder oberhalb von 60.000 US-Dollar etablieren und durchbrach anschließend sogar die wichtige Marke bei 61.000 US-Dollar.
Damit wurden inzwischen drei aufeinanderfolgende bullische Tageskerzen ausgebildet.
Auf Wochenbasis notiert Bitcoin aktuell rund 5 % im Plus.
Trotz dieser kurzfristigen Erholung bleibt mein übergeordnetes Bild jedoch unverändert vorsichtig. Die langfristige Marktstruktur ist erst dann wieder klar bullisch, wenn die nächsten relevanten Widerstände zurückerobert werden.
Hier stehen insbesondere folgende Marken im Fokus:
• 65.000 US-Dollar (Monatstief März)
• 65.700 US-Dollar (Monatstief April)
• 67.000 US-Dollar als nächster größerer Widerstandsbereich.
Erst oberhalb dieser Preiszonen würde sich das langfristige Chartbild wieder deutlich verbessern.
Bis dahin werte ich die aktuelle Bewegung weiterhin als technische Erholung innerhalb einer übergeordneten Konsolidierung.
S&P 500
Der S&P 500 konnte die Handelswoche trotz zwischenzeitlicher Schwankungen mit einem Wochenplus von rund 1,8 % abschließen.
Besonders positiv ist dabei, dass sich der Index oberhalb der wichtigen Unterstützung um 7.500 Punkte stabilisieren konnte.
Die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten sorgten dafür, dass sich die Zinserwartungen leicht entspannten und dadurch erneut Kapital in den breiten Aktienmarkt floss.
Das übergeordnete Bild bleibt damit weiterhin konstruktiv.
Die nächsten entscheidenden Ziele bleiben aus meiner Sicht die bisherigen Allzeithochs im Bereich um 7.600-7.700 Punkte.
Solange der Bereich um 7.400 Punkte verteidigt wird, bleibt der mittelfristige Aufwärtstrend vollständig intakt.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte sich in dieser Woche etwas schwächer als der Dow Jones oder der DAX, konnte die Woche jedoch ebenfalls mit einem Plus von rund 1,4 % beenden.
Technisch bleibt das Bild nahezu unverändert.
Die Marke bei 30.000 Punkten stellt weiterhin den entscheidenden Widerstand dar.
Auf der Unterseite bleibt insbesondere der Bereich um 29.500 Punkte kurzfristig wichtig, während das übergeordnete Strukturtief bei rund 28.800 Punkten weiterhin als entscheidende Unterstützung dient.
Sollte der Nasdaq die Zone zwischen 30.600 und 30.700 Punkten nachhaltig überwinden, würde sich das Chartbild deutlich verbessern und neue Allzeithochs rücken wieder in den Fokus.
Bis dahin bleibt der Technologiesektor kurzfristig etwas anfälliger als die übrigen US-Indizes.
US30 (Dow Jones)
Der Dow Jones gehörte auch in dieser Woche erneut zu den stärksten großen Indizes weltweit.
Mit einem Wochenplus von rund 1,9 % wurden neue Allzeithochs erreicht und zeitweise sogar die Marke von 53.150 Punkten überschritten.
Besonders bemerkenswert war dabei die enorme relative Stärke gegenüber dem Nasdaq.
Während Technologiewerte weiterhin unter Gewinnmitnahmen litten, floss Kapital verstärkt in klassische Industrie- und Standardwerte.
Der Wochenschlusskurs bei rund 52.923 Punkten bestätigt den weiterhin intakten Aufwärtstrend.
Solange keine deutliche Schwäche unterhalb der jüngsten Ausbruchszone auftritt, bleibt der Dow Jones für mich einer der stärksten internationalen Leitindizes.
DAX – Charttechnischer Wochenrückblick
Der DAX war ohne Zweifel der stärkste große Aktienindex dieser Handelswoche.
Mit einem Wochenplus von rund 4,8 % gelang dem deutschen Leitindex der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch – erstmals seit dem 13. Januar 2026.
Besonders beeindruckend war dabei die Dynamik des Anstiegs.
Innerhalb kurzer Zeit wurden nahezu sämtliche relevanten Widerstände überwunden.
Sowohl die Jahreshochs als auch die Quartalshochs sowie sämtliche bisherigen Allzeithochs wurden mit außergewöhnlich starkem Momentum nach oben durchbrochen.
Der Wochenschlusskurs bei rund 25.814 Punkten markiert gleichzeitig den höchsten Wochenschluss der DAX-Geschichte.
Fundamental wurde diese Bewegung gleich von mehreren Faktoren unterstützt.
Zum einen sorgten die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten für sinkende Zinserwartungen. Zum anderen entwickelten sich die europäischen Inflationsdaten besser als erwartet und die Konjunkturdaten fielen ebenfalls leicht besser als erwartet aus. Hinzu kamen die Entspannung am Ölmarkt sowie das Ausbleiben weiterer geopolitischer Eskalationen.
Diese Kombination schuf ein nahezu ideales Umfeld für europäische Aktien.
Trotz des ausgesprochen bullischen Gesamtbildes sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der DAX historisch betrachtet nach neuen Allzeithochs häufig zunächst deutliche Gewinnmitnahmen gesehen hat.
Das bedeutet keineswegs, dass sich dieses Szenario zwangsläufig wiederholen muss.
Dennoch werde ich in den kommenden Handelstagen genau beobachten, ob der Bereich um die ehemaligen Allzeithochs erfolgreich als neue Unterstützung bestätigt werden kann.
Gelingt dieser Retest, würde dies den Ausbruch zusätzlich bestätigen und den Weg für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends ebnen.
Aktuell spricht das außergewöhnlich starke Momentum jedoch klar für die Käuferseite.
Fazit der Woche
KW27 markierte einen wichtigen Wendepunkt für die Finanzmärkte.
Die Kombination aus einem sich leicht abschwächenden US-Arbeitsmarkt, stabilen Inflationsdaten, einer Entspannung im Nahen Osten und sinkenden Zinserwartungen führte zu einer deutlichen Verbesserung der Marktstimmung.
Besonders europäische Aktien profitierten von diesem Umfeld überdurchschnittlich stark. Der DAX erreichte neue Allzeithochs, der Dow Jones setzte seinen Aufwärtstrend fort und auch der S&P 500 bleibt konstruktiv.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Fokus nun zunehmend auf die anstehende Q2-Earnings-Season. Vor allem die Ergebnisse der großen Technologieunternehmen dürften darüber entscheiden, ob die aktuelle Risk-On-Phase weiter Bestand hat oder ob es nach den starken Kursanstiegen zunächst zu einer größeren Konsolidierung kommt.
Insgesamt überwiegt aus meiner Sicht nach wie vor das bullische Gesamtbild. Dennoch gilt es nach den dynamischen Anstiegen insbesondere im DAX aufmerksam zu bleiben. Rücksetzer und Gewinnmitnahmen wären nach einer derart starken Woche keineswegs ungewöhnlich, würden den übergeordneten Aufwärtstrend aktuell jedoch noch nicht infrage stellen.
Keine Anlageberatung – ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsch euch ein schönes Wochenende!
Dax40
NFP heute-Entscheidet der US-Arbeitsmarkt über DAX & Nasdaq?Heute stehen die US-Non-Farm Payrolls (NFP) im Mittelpunkt und könnten die Richtung der Märkte für die kommenden Tage vorgeben.
In diesem Video erkläre ich zunächst, warum die heutigen Arbeitsmarktdaten aktuell so wichtig sind, weshalb die Federal Reserve weiterhin einen hawkishen Kurs verfolgt und warum der Markt derzeit mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis September rechnet.
Anschließend gehen wir gemeinsam die drei entscheidenden Kennzahlen durch:
• Non-Farm Payrolls
• Arbeitslosenquote
• Average Hourly Earnings
Außerdem bespreche ich die möglichen bullischen, neutralen und bearischen Szenarien für DAX, Nasdaq und weitere Risk Assets, bevor wir uns die wichtigsten charttechnischen Marken für den heutigen Handel ansehen.
Im zweiten Teil des Videos:
• DXY
• Nasdaq
• S&P 500
• Dow Jones
• DAX
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und spiegeln meine persönliche Markteinschätzung wider.
Wünsche euch viel Erfolg und stabile Trades!
DAX Wochenrückblick KW26-Die wichtigsten Erkenntnisse!Zwischen geopolitischer Entspannung und wachsender Unsicherheit – erste Risse im Bullenmarkt?
Die Kalenderwoche 26 stand ganz im Zeichen eines spürbaren Stimmungswechsels an den Finanzmärkten. Während sich die geopolitische Lage im Nahen Osten zunächst deutlich entspannte und die Ölpreise massiv unter Druck gerieten, verschlechterte sich das technische Bild an den Aktienmärkten zunehmend. Gleichzeitig bestätigten die jüngsten US-Konjunkturdaten erneut eine robuste Wirtschaft, eine weiterhin erhöhte Inflation sowie eine Federal Reserve, die keinen unmittelbaren Grund für Zinssenkungen hat.
Besonders auffällig war die zunehmende Divergenz zwischen den einzelnen Assetklassen: Der US-Dollar setzte seinen Aufwärtstrend fort, Staatsanleiherenditen gaben trotz der hawkishen Fed nach, Öl korrigierte den gesamten geopolitischen Risikoaufschlag der vergangenen Wochen und insbesondere der Technologiesektor geriet zunehmend unter Verkaufsdruck.
Auch fundamental war die Woche geprägt von zahlreichen wichtigen Entwicklungen. Die USA lockerten ihre Restriktionen gegenüber Anthropic teilweise wieder, SpaceX wurde offiziell in den Nasdaq-100 aufgenommen, Micron überzeugte operativ, während gleichzeitig die Spannungen zwischen den USA und dem Iran gegen Wochenschluss wieder zunahmen und erste Zweifel an der Stabilität der Waffenruhe aufkamen.
Geopolitik
Neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran
Nachdem sich die Lage im Nahen Osten zunächst deutlich beruhigt hatte, verschärfte sich die Situation gegen Ende der Woche erneut.
Auslöser war ein Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus, den die USA iranischen Kräften zuschreiben. Daraufhin reagierten die Vereinigten Staaten mit Luftangriffen auf mehrere militärische Ziele im Süden Irans.
Teheran erklärte im Anschluss, US-Ziele in der Region angegriffen zu haben, während beide Seiten sich gegenseitig Verstöße gegen die erst kürzlich vereinbarte Waffenruhe vorwerfen.
Besonders kritisch bleibt dabei die Situation rund um die Straße von Hormus. Obwohl sich der Schiffsverkehr zuletzt deutlich normalisiert hatte und der Ölpreis entsprechend stark zurückkam, zeigt die aktuelle Entwicklung erneut, wie fragil die Lage weiterhin ist.
J ede weitere Eskalation könnte den Ölmarkt innerhalb kürzester Zeit erneut massiv bewegen und damit unmittelbare Auswirkungen auf Inflation, Energiepreise und die Geldpolitik haben.
Fundamentale Entwicklungen der Woche
US-Wirtschaft bleibt überraschend robust
Auch auf der makroökonomischen Seite lieferte die Kalenderwoche 26 zahlreiche wichtige Daten, die das Bild der vergangenen Wochen weiter bestätigten. Die US-Wirtschaft präsentiert sich trotz des historisch hohen Zinsniveaus weiterhin äußerst widerstandsfähig. Gleichzeitig bleibt die Inflation hartnäckig oberhalb des Zielwertes der Federal Reserve.
Diese Kombination erschwert der Fed weiterhin den Spielraum für kurzfristige Zinssenkungen und bestätigt insgesamt den hawkishen Kurs, den die Notenbank zuletzt eingeschlagen hat.
Besonders die Einkaufsmanagerindizes überraschten erneut positiv.
Der S&P Global Services PMI stieg auf 51,3 Punkte und lag damit leicht über den Erwartungen von 51,1 Punkten. Bereits der Vormonat wurde mit 50,7 Punkten solide bestätigt.
Noch stärker fiel der Manufacturing PMI aus. Mit 55,7 Punkten wurde sowohl der Forecast von 54,6 Punkten als auch der Vormonat von 55,1 Punkten übertroffen.
Damit zeigt sich weiterhin ein überraschend robuster Industriesektor, obwohl sich die Finanzierungskosten nach wie vor auf einem historisch hohen Niveau befinden.
Etwas schwächer entwickelten sich dagegen die New Home Sales. Mit 580.000 verkauften Häusern blieb der Wert klar unter den Erwartungen von 638.000 sowie unter dem Vormonat von 626.000. Der Immobiliensektor bleibt damit einer der wenigen Bereiche, die weiterhin unter dem hohen Zinsniveau leiden.
Inflation bleibt erhöht – Zinssenkungen rücken weiter in die Ferne
Besonders aufmerksam verfolgten Marktteilnehmer in dieser Woche die Veröffentlichung des bevorzugten Inflationsindikators der Federal Reserve.
Der Core PCE Price Index stieg im Jahresvergleich auf 3,4 % und lag damit leicht über dem Vormonat von 3,3 %. Gleichzeitig entsprach der Wert exakt den Erwartungen der Analysten.
Auch auf Monatsbasis blieb der Core-PCE mit 0,3 % unverändert hoch. Zusätzlich wurde der Vormonat nachträglich von 0,2 % auf ebenfalls 0,3 % nach oben revidiert.
Von einer nachhaltigen Entspannung beim Inflationsdruck kann somit weiterhin keine Rede sein.
Gleichzeitig überraschte das US-BIP für das erste Quartal deutlich positiv. Mit einem Wachstum von 2,1 % lag der Wert klar über den erwarteten 1,6 % und weit über der vorherigen Schätzung von lediglich 0,5 %.
Auch der Arbeitsmarkt sendet bislang keine Rezessionssignale.
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen bei rund 215.000 und damit erneut auf einem historisch niedrigen Niveau. Zwar wurden einzelne Arbeitsmarktdaten im Wochenverlauf unterschiedlich interpretiert, insgesamt bleibt das Bild jedoch eindeutig: Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin äußerst robust.
Zusammenfassend ergibt sich damit weiterhin folgendes Gesamtbild:
• robuste Konjunktur
• widerstandsfähiger Arbeitsmarkt
• steigendes Wirtschaftswachstum
• hartnäckige Inflation
• hawkishe Federal Reserve
Genau diese Kombination erklärt auch, weshalb der US-Dollar weiter aufwerten konnte und die Erwartungen an baldige Zinssenkungen erneut zurückgingen.
Rohöllagerbestände bleiben angespannt
Auch die US-Rohöllagerbestände standen in dieser Woche erneut im Fokus.
Die Lagerbestände gingen um 6,088 Millionen Barrel zurück und lagen damit erneut deutlich unter dem Durchschnitt. Zwar fiel der Rückgang etwas geringer aus als in der Vorwoche (-8,263 Mio.), dennoch bleibt das Angebotsumfeld weiterhin angespannt.
Fundamental hätte dieser Rückgang eigentlich unterstützend für den Ölpreis wirken müssen.
Der Markt konzentrierte sich jedoch fast ausschließlich auf die Entspannung im Nahen Osten und den wieder zunehmenden Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Dadurch überwogen letztlich die geopolitischen Faktoren deutlich gegenüber den eigentlichen Fundamentaldaten.
Unternehmensnews
SpaceX wird in den Nasdaq 100 aufgenommen
Eine der wichtigsten Unternehmensmeldungen der Woche kam aus dem Technologiesektor.
Nasdaq bestätigte offiziell, dass SpaceX bereits zum 7. Juli in den Nasdaq 100 aufgenommen wird.
Damit beginnt eine neue Phase für die Aktie.
Durch die Indexaufnahme müssen zahlreiche ETFs und passive Fonds automatisch SpaceX kaufen, um den Index korrekt abzubilden. Analysten von J.P. Morgan rechnen allein dadurch mit passiven Mittelzuflüssen von rund 4,3 Milliarden US-Dollar.
Kurzfristig dürfte dies die Nachfrage zusätzlich stützen.
Langfristig bleibt die Bewertung jedoch anspruchsvoll. Mehrere Analysten, darunter Morningstar, sehen die Aktie inzwischen als ambitioniert bewertet und rechnen nach dem ersten passiven Kaufdruck eher mit einer Normalisierung.
Nichtsdestotrotz bleibt SpaceX eines der spannendsten Unternehmen im gesamten KI- und Raumfahrtsektor und dürfte in den kommenden Quartalen weiterhin im Fokus institutioneller Investoren stehen.
Anthropic erhält wieder eingeschränkten Zugang
Auch im Bereich Künstliche Intelligenz gab es eine bedeutende Entwicklung.
Die US-Regierung lockerte ihre erst vor wenigen Wochen eingeführten Exportbeschränkungen gegenüber Anthropic teilweise wieder.
Das Unternehmen darf sein leistungsstärkstes KI-Modell Mythos 5 künftig erneut ausgewählten, vertrauenswürdigen US-Unternehmen sowie kritischen Infrastrukturbetreibern zur Verfügung stellen.
Die vollständige öffentliche Freigabe bleibt jedoch weiterhin aus.
Parallel bestätigte OpenAI, dass die öffentliche Einführung von GPT-5.6 auf Wunsch der US-Regierung zunächst verschoben wird. Hintergrund bleiben nationale Sicherheitsbedenken rund um besonders leistungsfähige Frontier-Modelle.
Die aktuelle Entwicklung zeigt eindrucksvoll, welche strategische Bedeutung moderne KI inzwischen für geopolitische Machtverhältnisse besitzt. Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zu einem sicherheitspolitischen Thema und nicht mehr ausschließlich zu einem wirtschaftlichen Wettbewerb.
Micron bestätigt den KI-Boom
Auch Micron stand in dieser Woche im Mittelpunkt.
Das Unternehmen überzeugte mit starken Zahlen und bestätigte erneut die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Rechenzentren.
Vor allem die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM) bleibt unverändert hoch.
Gleichzeitig mahnten viele Marktteilnehmer jedoch zur Vorsicht. Nach den enormen Kursanstiegen vieler KI-Aktien in den vergangenen Monaten nehmen Gewinnmitnahmen mittlerweile deutlich zu. Die operativen Entwicklungen bleiben zwar ausgesprochen stark, kurzfristig dürfte jedoch zunehmend die Bewertung in den Vordergrund rücken.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt gehörte in dieser Woche erneut zu den volatilsten Assetklassen. Nach dem deutlichen Gap-Up zu Wochenbeginn infolge der geopolitischen Unsicherheit konnte sich der Markt nicht nachhaltig oberhalb der wichtigen Widerstandszone etablieren. Bereits zum Wochenstart setzte massiver Verkaufsdruck ein, wodurch sämtliche Gewinne innerhalb weniger Handelstage wieder vollständig abgegeben wurden.
US Oil verlor in der Kalenderwoche 26 knapp 7 % und schloss bei rund 70,25 USD. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der Markt mittlerweile wieder auf dem Preisniveau notiert, das vor der gesamten Nahost-Eskalation gehandelt wurde.
Damit wurde nicht nur der geopolitische Risikoaufschlag vollständig ausgepreist, sondern gleichzeitig wichtige technische Unterstützungen unterschritten.
Besonders relevant:
• Schlusskurs unter dem Jahreseröffnungskurs 2025
• Schlusskurs unter dem Jahresclose 2024
• nachhaltiger Bruch der Schlüsselzone um 72 USD
• Wochenschluss nahe der psychologisch wichtigen 70-Dollar-Marke
Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang inzwischen auf rund 20 %, womit Juni zu den schwächsten Ölmonaten der vergangenen Jahre zählt.
Fundamental beruhigte sich die Situation im Nahen Osten zunächst deutlich. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus normalisierte sich zunehmend und auch Saudi Aramco nahm seine Verladungen wieder auf. Dennoch zeigt der Freitagabend bereits, wie fragil diese Entspannung bleibt. Neue militärische Zwischenfälle zwischen den USA und dem Iran könnten bereits zum Wochenstart erneut für erhöhte Volatilität sorgen.
Die kommenden Handelstage werden entscheidend sein, ob sich US Oil oberhalb der 70-Dollar-Zone stabilisieren kann oder ob eine Fortsetzung der Korrektur in Richtung der nächsten Unterstützungen folgt.
US-Staatsanleihen
Nach der hawkishen FOMC-Sitzung blieb das Renditeniveau insgesamt weiterhin hoch. Im Wochenverlauf setzte jedoch eine moderate Entspannung ein.
Veränderung der Renditen:
• 3-jährige US-Treasuries: -2,39 %
• 5-jährige US-Treasuries: -2,30 %
• 10-jährige US-Treasuries: -1,80 %
• 30-jährige US-Treasuries: -0,68 %
Obwohl sämtliche Laufzeiten rückläufig waren, befinden sich die Renditen historisch weiterhin auf einem hohen Niveau.
Interessant ist hierbei vor allem die Marktreaktion:
Normalerweise würden fallende Renditen den Aktienmarkt zusätzlich unterstützen. Genau das blieb diese Woche jedoch aus. Stattdessen gerieten insbesondere Wachstumswerte und Technologietitel zunehmend unter Druck.
Dies deutet darauf hin, dass Anleger aktuell verstärkt Gewinne realisieren und das Marktumfeld deutlich vorsichtiger einschätzen als noch vor wenigen Wochen.
Gleichzeitig bleibt die Fed aufgrund der weiterhin robusten Konjunkturdaten in einer komfortablen Position, sodass kurzfristige Zinssenkungen zunehmend unwahrscheinlich erscheinen.
US-Dollar (DXY)
Der US-Dollar setzte seine beeindruckende Erholung auch in dieser Woche fort.
Der Dollar-Index legte rund 0,6 % zu und schloss bei 101,366 Punkten. Nachdem der Markt den Bereich um 101 Punkte nochmals erfolgreich getestet hatte, konnte sich der DXY erneut stabilisieren und den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigen. Besonders bemerkenswert ist hierbei die Entwicklung im Juni:
Der Dollar gewinnt aktuell rund 2,4 % im Monatsvergleich und konnte damit aus seiner monatelangen Seitwärtsrange nach oben ausbrechen.
Fundamental bleibt das Umfeld für den Dollar ausgesprochen konstruktiv.
Die Kombination aus
• robuster US-Wirtschaft,
• steigender Inflation,
• höheren Wachstumserwartungen,
• einer weiterhin restriktiven Federal Reserve
• sowie anhaltender Safe-Haven-Nachfrage
spricht aktuell klar für den Greenback.
Bemerkenswert bleibt zudem, dass der Dollar trotz fallender Staatsanleiherenditen weiter zulegen konnte – ein weiteres Zeichen dafür, dass derzeit weniger die Zinsspreads, sondern vielmehr die Suche nach Sicherheit den Markt dominiert.
Volatilitätsindex (VIX)
Auch wenn die Aktienmärkte im Wochenverlauf deutlicher unter Druck gerieten, blieb der Volatilitätsindex insgesamt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Der VIX stieg in dieser Woche um rund 13 % auf 18,4 Punkte.
Damit bewegt sich die implizite Volatilität weiterhin unter der wichtigen Marke von 20 Punkten, welche häufig als Grenze zwischen einem ruhigen Marktumfeld und einer echten Risikoaversion angesehen wird.
Von einer breiten Marktpanik kann derzeit also keine Rede sein. Vielmehr deutet die Entwicklung darauf hin, dass institutionelle Anleger ihre Risiken langsam reduzieren und erste Absicherungen aufbauen, ohne jedoch bereits in einen klassischen Risk-Off-Modus überzugehen.
Die kommenden beiden Handelstage zum Monats- und Quartalsende könnten hier nochmals deutlich mehr Bewegung bringen, insbesondere wenn institutionelle Portfolios im Zuge des Quartalsabschlusses umgeschichtet werden.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Auch der Kryptomarkt stand in der vergangenen Handelswoche weiter unter deutlichem Verkaufsdruck. Bitcoin setzte die bereits in der Vorwoche begonnene Korrektur fort und verlor auf Wochensicht rund 4,6 %. Damit notiert die Kryptowährung aktuell wieder knapp oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 60.000 USD, nachdem zwischenzeitlich sogar das Wochentief sowie das bisherige Monatstief unterschritten wurden.
Im Tief fiel Bitcoin bis auf rund 58.140 USD zurück und testete damit die zentrale Unterstützungszone erneut. Zwar konnte sich der Markt von dort zunächst etwas stabilisieren, ein nachhaltiger Befreiungsschlag blieb bislang jedoch aus.
Noch deutlicher wird die Schwäche auf Monatssicht. Im Juni summiert sich das Minus inzwischen auf rund 18 %, womit Bitcoin den schwächsten Monatsverlauf seit längerer Zeit verzeichnet.
Charttechnisch bleibt die Lage daher angespannt. Solange sich Bitcoin nicht nachhaltig oberhalb der Marke von 60.000 USD etablieren kann, bleibt das Risiko weiterer Abgaben in Richtung 57.600 USD bestehen.
S&P 500
Während der Gesamtmarkt in den vergangenen Wochen noch von wenigen Schwergewichten getragen wurde, zeigten sich in KW26 erstmals deutlichere Ermüdungserscheinungen.
Der S&P 500 verlor auf Wochensicht rund 2,25 %, während sich das Minus im laufenden Monat inzwischen auf rund 2,5 % ausweitet.
Technisch besonders interessant ist hierbei die Struktur der vergangenen Wochen.
Bereits in der Vorwoche hatte sich erstmals eine größere bearish geprägte Wochenkerze gebildet. In dieser Woche gelang es den Käufern nicht mehr, neue Hochs auszubauen. Stattdessen entstand zunehmend der Eindruck einer möglichen Doppeltop-Formation.
Besonders relevant ist der Wochenschluss:
• Schlusskurs unter 7.500 Punkten
• Schlusskurs unter der wichtigen 7.401er Zone
• Schlusskurs unter den Tiefs der Vorwoche
Damit verschlechtert sich das kurzfristige technische Bild deutlich.
Für die kommende Woche rückt nun vor allem die Unterstützungszone um 7.250 Punkte in den Fokus. Sollte diese ebenfalls aufgegeben werden, dürfte sich die laufende Korrektur erheblich ausweiten.
Noch handelt es sich lediglich um Gewinnmitnahmen innerhalb eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends. Dennoch zeigen sich erstmals seit längerer Zeit wieder klare Warnsignale im Chartbild.
Nasdaq 100
Noch deutlicher fiel die Schwäche im Technologiesektor aus.
Der Nasdaq verlor in KW26 knapp 4 % und steht im laufenden Monat inzwischen bei einem Minus von rund 4,7 %. Die gesamte Handelswoche verlief dabei nahezu ausschließlich in Richtung Süden.
Zwar gelang zu Wochenbeginn nochmals ein kurzfristiger Erholungsversuch, dieser wurde jedoch konsequent verkauft. Im weiteren Wochenverlauf dominierten nahezu ausschließlich die Verkäufer.
Besonders kritisch ist dabei der Wochenschluss.
Der Nasdaq schloss:
• unter der wichtigen 29.000-Punkte-Marke
• unter den Tagestiefs von Mittwoch und Donnerstag
• deutlich unter den kurzfristigen Unterstützungen
Auch auf Tagesbasis gelang es den Käufern nicht mehr, neue Hochs auszubauen.
Damit rücken nun die Tiefs im Bereich von 28.200 Punkten zunehmend in den Fokus. Sollte diese Zone unterschritten werden, würde sich das technische Bild nochmals deutlich eintrüben und eine größere Korrektur bestätigen.
Gerade vor dem Hintergrund der hohen Bewertungen vieler KI- und Technologiewerte bleiben kurzfristige Gewinnmitnahmen weiterhin absolut möglich.
US30 (Dow Jones)
Der Dow Jones präsentierte sich erneut deutlich robuster als die großen Technologieindizes.
Auf Monatssicht notiert der US30 weiterhin rund 1,8 % im Plus, während auf Wochensicht sogar ein leichtes Plus von rund 0,7 % erzielt werden konnte.
Der Grund hierfür bleibt unverändert:
Der Dow weist eine deutlich geringere Gewichtung großer Technologieunternehmen auf und profitierte stattdessen weiterhin von klassischen Industrie-, Finanz- und Value-Titeln.
Technisch verlief die Woche allerdings ebenfalls interessant.
Zum Wochenbeginn wurden nochmals die Tiefs der Vorwoche erfolgreich verteidigt. Anschließend gelang sogar ein Anstieg auf ein neues Allzeithoch im Bereich von rund 52.800 Punkten.
Allerdings blieb dieser Ausbruch nicht nachhaltig. Die Käufer konnten das neue Hoch nicht halten und wurden im weiteren Wochenverlauf konsequent abverkauft.
Besonders wichtig:
• Schlusskurs wieder unter 52.000 Punkten
• Schlusskurs nahezu auf Höhe des Donnerstag-Tiefs
• neues Hoch lediglich als Docht ausgebildet
• keine neuen Hochs auf Schlusskursbasis
Damit verschlechtert sich auch hier das kurzfristige Chartbild leicht.
Noch bleibt der Dow Jones im Vergleich zu Nasdaq und S&P 500 der stärkste US-Index. Dennoch zeigen sich auch hier erste Ermüdungserscheinungen.
DAX
Auch der DAX musste in dieser Woche erneut deutlich Federn lassen.
Auf Wochensicht verlor der deutsche Leitindex rund 1,44 %, während sich das Minus im laufenden Monat inzwischen auf rund 1,65 % beläuft.
Dabei verlief der Wochenstart zunächst durchaus konstruktiv.
Die Käufer versuchten mehrfach, die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zurückzuerobern. Gleichzeitig wurde nochmals das Wochenhoch der Vorwoche angelaufen. Ein nachhaltiger Ausbruch gelang jedoch nicht. Stattdessen übernahmen im weiteren Wochenverlauf zunehmend die Verkäufer das Kommando.
Der Freitag brachte schließlich den entscheidenden Abverkauf.
Besonders kritisch ist hierbei der Wochenschluss.
Der DAX schloss nicht nur:
• unter der Marke von 25.000 Punkten
• unter dem Wochentief der Vorwoche
• sondern gleichzeitig auch unter der zentralen Unterstützungszone um 24.800 Punkte
Gerade dieser Bereich besitzt aus technischer Sicht enorme Bedeutung.
Hier verlaufen unter anderem:
• das Jahreshoch 2025,
• das Monatshoch aus April,
• sowie eine mehrfach getestete Unterstützungszone.
Mit dem Bruch dieser Marke trübt sich das kurzfristige Chartbild deutlich ein.
Für die kommende Woche richtet sich der Fokus nun klar auf die 24.500-Punkte-Zone. Sollte auch diese Unterstützung aufgegeben werden, dürfte sich die Korrektur nochmals deutlich beschleunigen.
Noch handelt es sich hierbei ausdrücklich nicht um einen Trendwechsel, sondern zunächst um eine technische Korrektur innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends. Dennoch zeigen inzwischen nahezu alle großen Aktienindizes erste Schwächesignale.
Aus Sicht meiner persönlichen Markteinschätzung wird entscheidend sein, ob die Käufer in der kommenden Woche die genannten Unterstützungen verteidigen können oder ob die laufenden Gewinnmitnahmen in eine größere Korrektur übergehen.
Fazit der Woche
Die Kalenderwoche 26 markierte aus meiner Sicht einen wichtigen Wendepunkt.
Während die geopolitischen Risiken zunächst deutlich zurückgingen und der Ölpreis nahezu den gesamten Risikoaufschlag wieder abgab, zeigen sich an den Aktienmärkten zunehmend erste Ermüdungserscheinungen. Vor allem der Technologiesektor gerät nach den starken Anstiegen der vergangenen Monate verstärkt unter Verkaufsdruck.
Fundamental bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Die US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet, der Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin robust und auch die Inflation bleibt hartnäckig hoch. Gleichzeitig hält die Federal Reserve an ihrem restriktiven Kurs fest, wodurch die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben wird.
Hinzu kommt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten trotz zwischenzeitlicher Entspannung alles andere als gelöst ist. Die jüngsten Zwischenfälle zwischen den USA und dem Iran zeigen eindrucksvoll, wie schnell sich das Sentiment wieder drehen kann.
Ein weiterer wichtiger Faktor sind die kommenden beiden Handelstage. Mit dem Monats-, Quartals- und Halbjahresende stehen institutionelle Rebalancings an, die erfahrungsgemäß nochmals für erhöhte Volatilität sorgen können.
Aus meiner persönlichen Sicht beginnt die Fassade an den Märkten langsam zu bröckeln. Noch befinden wir uns nicht in einem bestätigten Abwärtstrend, allerdings nehmen die technischen Warnsignale mittlerweile deutlich zu. Die kommenden Handelstage dürften daher richtungsweisend für den weiteren Verlauf des Sommers werden.
Keine Anlageberatung – lediglich meine persönliche Markteinschätzung.
Den ausführlichen Wochenausblick inklusive aller relevanten Chartmarken, Makrodaten und Szenarien für die kommende Handelswoche veröffentliche ich morgen wie gewohnt in einem separaten Beitrag inklusive Video.
Ich wünsche euch allen ein erholsames Wochenende und einen guten Start in die letzte Handelswoche des Monats sowie des zweiten Quartals!
DAX Marktfilter: Rückenwind oder Gegenwind für Pullback-Trades?DAX Pullback Radar KW 26: Welche DAX-Aktien zeigen konstruktive Rücksetzer?
Der DAX schließt die Woche bei 24.985 Punkten und bleibt damit weiterhin nahe am bisherigen Jahreshoch. Für mich ist das grundsätzlich ein konstruktives Umfeld, aber noch kein Freifahrtschein für blinde Käufe.
Ich trade den DAX selbst nicht direkt. Der Index dient mir nur als Marktfilter:
Ist das Umfeld freundlich genug, um Long-Setups in starken Einzelaktien zu suchen?
Oder ist der Markt zu schwach, sodass selbst gute Setups eher scheitern?
Nach Minervini-orientierter Logik geht es für mich nicht darum, gefallene Aktien billig einzusammeln. Ich suche starke Aktien, die in einem intakten Trend kontrolliert zurücksetzen und anschließend wieder Stärke zeigen.
Trend zuerst. Pullback zweitens. Trigger drittens. Risiko immer vorher definieren.
DAX Marktfilter
Der DAX steht weiterhin nahe am Hoch. Das spricht grundsätzlich dafür, dass der Markt noch nicht beschädigt ist. Gleichzeitig fehlt mir aktuell der klare Follow-through, um aggressiv zu werden.
Meine Interpretation:
Bereich Einschätzung
DAX nahe Jahreshoch konstruktiv
25.000er-Zone wichtige Entscheidungszone
Marktbreite selektiv bleiben
Long-Umfeld grundsätzlich möglich, aber nicht blind
Vorgehen nur stärkste Einzelaktien handeln
DAX Marktfilter:
68/100 – konstruktiv, aber selektiv
Das bedeutet: Ich suche Long-Setups, aber nur in Aktien mit sauberem Pullback, relativer Stärke und klarem Trigger. Schwache oder beschädigte Charts bleiben außen vor.
DAX Pullback Radar – KW 26
Ich habe die DAX-Aktien nach einem einfachen Pullback-Filter geprüft:
Übergeordneter Trend intakt
Nähe zum 52-Wochen-Hoch
Rücksetzer kontrolliert statt panikartig
Relative Stärke gegenüber dem Markt
Klarer Trigger erkennbar
Risiko sinnvoll definierbar
Der Score ist kein Kaufsignal, sondern ein technischer Qualitätsfilter.
Score-Modell
Kriterium Max. Punkte Bedeutung
Trendqualität 20 Aktie übergeordnet stark, keine klare Trendbeschädigung
Nähe zum Hoch 15 Je näher am 52-Wochen-Hoch, desto besser
Pullback-Q. 20 Rücksetzer eng, kontrolliert, keine Panikstruktur
Relative Stärke 15 Aktie hält sich besser als der Markt
Trigger-Klarheit 15 Sauberer Pivot / Reclaim-Bereich erkennbar
Risiko-Struktur 15 Stop logisch und nicht zu weit entfernt
Gesamt 100 Setup-Qualität
DAX Pullback Radar
DAX Pullback Radar – KW 26
Rang | Aktie | Trend | Hoch | PB | RS | Trigger | Risiko | Score | Status
-----|--------------------|-------|------|----|----|---------|--------|-------|-----------------
1 | DHL Group | 18 | 15 | 18 | 13 | 11 | 9 | 84 | Actionable Watch
2 | Daimler Truck | 18 | 14 | 17 | 13 | 11 | 9 | 82 | Actionable Watch
3 | Infineon | 17 | 13 | 16 | 14 | 10 | 10 | 80 | Potential Setup
4 | Merck | 17 | 13 | 17 | 12 | 10 | 9 | 78 | Potential Setup
5 | Siemens | 18 | 14 | 14 | 13 | 9 | 8 | 76 | Potential Setup
6 | GEA Group | 17 | 12 | 16 | 12 | 9 | 9 | 75 | Potential Setup
7 | E.ON | 16 | 11 | 15 | 11 | 9 | 10 | 72 | Watch
8 | BASF | 15 | 10 | 14 | 11 | 10 | 10 | 70 | Watch
9 | Symrise | 15 | 10 | 14 | 11 | 9 | 10 | 69 | Watch
10 | Siemens Energy | 17 | 9 | 13 | 14 | 8 | 6 | 67 | Watch
11 | Airbus | 16 | 8 | 13 | 12 | 8 | 9 | 66 | Watch
Interpretation
80–100 Punkte:
Sehr gutes Pullback-Setup. Aktie ist nah am Hoch, Trend ist intakt, Rücksetzer wirkt kontrolliert.
70–79 Punkte:
Gutes Potential Setup. Struktur ist brauchbar, aber Trigger muss noch sauber bestätigt werden.
60–69 Punkte:
Watch. Interessant, aber mit klaren Schwächen.
Unter 60 Punkte:
Grenzfall oder Avoid. Nur beobachten, nicht priorisieren.
Top 3 Pullback-Kandidaten
1. DHL Group – Score 84
DHL ist für mich aktuell einer der saubersten Pullback-Kandidaten im DAX. Die Aktie liegt sehr nahe am 52-Wochen-Hoch, der Rücksetzer wirkt eher seitwärts als panikartig, und das Risiko lässt sich relativ klar eingrenzen.
Status: Actionable Watch
Plan: Kein Nachlaufen. Interessant wird es bei einem Reclaim über das kurzfristige Pullback-Hoch.
Risiko: Schwäche unter der letzten Pullback-Zone wäre ein Warnsignal.
2. Daimler Truck – Score 82
Daimler Truck zeigt ein flaches Pullback-Setup nahe dem Hoch. Das ist genau die Art Rücksetzer, die ich bevorzuge: nicht zu tief, nicht zu chaotisch, aber noch mit klarem Triggerbedarf.
Status: Actionable Watch
Plan: Einstieg nur bei Stärke über dem kurzfristigen Pivot.
Risiko: Bruch der Pullback-Basis würde das Setup deutlich verschlechtern.
3. Infineon – Score 80
Infineon zeigt relative Stärke und eine starke Erholung nach dem Rücksetzer. Das Setup ist interessant, aber wegen der Volatilität muss der Einstieg sauber geplant werden.
Status: Potential Setup
Plan: Nur bei sauberem Trigger, nicht in einen überdehnten Tagesmove hinein.
Risiko: Stop muss technisch sinnvoll unter der Pullback-Struktur liegen.
Weitere interessante Setups
Merck:
Ruhiger Rücksetzer nahe Hoch. Interessant, wenn die Aktie wieder Momentum zeigt.
Siemens:
Sehr starke Trendqualität, aber der Pullback ist nicht mehr ganz frisch. Für mich nur bei sauberem Reclaim interessant.
GEA Group:
Konstruktive Erholung nach Rücksetzer. Noch kein Top-Trigger, aber ein guter Watchlist-Kandidat.
E.ON und BASF:
Solide Watch-Kandidaten. Beide brauchen aber klare Stärke über dem kurzfristigen Widerstand.
Was ich aktuell meide
Ich meide DAX-Werte, die deutlich vom 52-Wochen-Hoch entfernt sind oder deren Chart bereits beschädigt wirkt.
Ein tiefer Rückgang ist für mich kein Pullback-Setup.
Ein Pullback ist nur interessant, wenn die Aktie vorher stark war und der Rücksetzer kontrolliert bleibt.
Billig ist nicht automatisch stark.
Ich suche Stärke, nicht Hoffnung.
Mein Wochenplan
Für die kommende Woche gilt:
DAX nur als Marktfilter nutzen
Keine Index-Prognose traden
Nur die stärksten Pullback-Aktien beobachten
Kein Einstieg ohne Trigger
Stop vorher definieren
Keine Aktie kaufen, nur weil sie gefallen ist
Favoriten auf meiner Watchlist:
DHL Group, Daimler Truck, Infineon, Merck, Siemens, GEA Group
Fazit
Der DAX liefert aktuell ein grundsätzlich konstruktives Umfeld für Long-Setups in Einzelaktien. Trotzdem bleibt der Markt selektiv.
Ich trade nicht den Index, sondern suche die stärksten Aktien innerhalb des DAX, die einen kontrollierten Pullback zeigen und bei einem klaren Trigger wieder Stärke bestätigen.
Für mich ist das kein Umfeld für blinde Käufe, sondern für sauberes Warten auf Trigger.
Kein Trigger, kein Trade.
Erst Risiko definieren, dann Chance suchen.
Keine Anlageberatung. Nur mein technischer Wochenplan nach Minervini-orientierter Pullback-Logik.
DAX Tagesausblick 19. Juni-Kommen die Bären vor dem Wochenende?Geopolitische Lage
Der Markt bleibt weiterhin stark von den Entwicklungen im Nahen Osten geprägt. Während die Aktienmärkte die vergangenen Tage vor allem die Entspannung rund um den US-Iran-Deal gefeiert haben, mehren sich nun die ersten Fragezeichen hinter einer langfristigen Lösung.
Mehrere Reuters-Berichte zeigen, dass die ursprünglich geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz vorerst nicht stattfinden werden. US-Vizepräsident JD Vance hat seine Reise abgesagt, wodurch sich die Unsicherheit über die nächsten Verhandlungsschritte erhöht. Gleichzeitig betont die iranische Führung, dass mögliche weitere Verhandlungen nicht einfach werden und man zusätzliche Forderungen der USA nicht ohne Weiteres akzeptieren werde.
Hinzu kommt, dass Israel weiterhin militärisch im Libanon aktiv bleibt. Damit ist klar, dass die aktuelle Waffenruhe zwar kurzfristig für Entspannung sorgt, die geopolitischen Risiken in der Region aber keineswegs vollständig verschwunden sind. Entsprechend bleibt die Entwicklung rund um den Nahen Osten auch zum Wochenschluss der wichtigste Faktor für die globalen Finanzmärkte.
Trotz der ersten Unsicherheiten halten sich die Märkte bislang erstaunlich stabil. Der Ölpreis konnte sich nach dem massiven Einbruch der vergangenen Tage zunächst stabilisieren, während die Aktienmärkte den Fokus weiterhin auf die Aussicht einer längerfristigen Entspannung legen.
Auch bei SpaceX setzten gestern die ersten Gewinnmitnahmen ein. Nach dem spektakulären Börsendebüt verlor die Aktie rund 7 %. Angesichts der zuvor extrem starken Aufwärtsbewegung ist dies allerdings noch völlig im normalen Rahmen und eher als erste Konsolidierung innerhalb eines sehr dynamischen IPO-Hypes zu bewerten.
Fundamentaldaten
Auf der Makroseite standen gestern vor allem die US-Arbeitsmarktdaten sowie der Philadelphia Fed Manufacturing Index im Fokus.
Die Initial Jobless Claims lagen mit 226.000 leicht über der Erwartung von 225.000, allerdings weiterhin unter dem vorherigen Wert von 230.000. Der US-Arbeitsmarkt zeigt damit weiterhin Stabilität, auch wenn erste leichte Abschwächungstendenzen sichtbar bleiben.
Besonders positiv fiel der Philadelphia Fed Manufacturing Index aus. Mit 10,3 Punkten wurde sowohl die Prognose von 9,8 als auch der vorherige Wert von -0,4 deutlich übertroffen. Die Daten bestätigen damit weiterhin eine robuste US-Wirtschaft und stützen die Argumentation der Federal Reserve, vorerst an ihrer restriktiven Geldpolitik festzuhalten.
Heute Morgen wurden zudem die deutschen Erzeugerpreise veröffentlicht. Der German PPI stieg lediglich um 0,3 % gegenüber der Prognose von 0,7 % und dem vorherigen Wert von 1,2 %. Dies signalisiert einen weiteren Rückgang des Preisdrucks auf Produzentenebene und ist grundsätzlich positiv für den Inflationsausblick in Deutschland und Europa.
Ansonsten bleibt der Wirtschaftskalender zum Wochenschluss vergleichsweise dünn. Einige EZB-Reden stehen noch an, größere marktbewegende Daten werden jedoch nicht mehr erwartet. Der Fokus liegt daher weiterhin klar auf der geopolitischen Nachrichtenlage.
Heute ist Feiertag in den USA, somit kann von geringerer Volatilität ausgegangen werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölmarkt konnten wir gestern zunächst einen Test der 72-Dollar-Zone beobachten. Von dort setzte eine erste Gegenbewegung ein, die heute bereits zur Rückeroberung wichtiger kurzfristiger Unterstützungen geführt hat. Aktuell notiert US Oil wieder im Bereich der 77 Dollar.
Entscheidend wird nun sein, ob sich der Markt oberhalb dieser Zone stabilisieren und Richtung 79 Dollar weiter erholen kann oder ob die Verkäufer erneut Druck aufbauen und die Auswirkungen des zuletzt eingepreisten Energieschocks weiter zurücknehmen.
US Bonds
Bei den US-Staatsanleihen dominierte gestern eher ein ausgeprägter Range-Handel. Viele Marktteilnehmer verarbeiten weiterhin die Aussagen der Fed vom Mittwoch und positionieren sich für die kommenden Wochen.
DXY
Der US-Dollar konnte dagegen weiter zulegen. Der DXY schloss gestern oberhalb der 100,80 und erreichte in der Nacht bereits die Marke von 101 Punkten. Die Dollarstärke bleibt damit intakt. Besonders bemerkenswert ist die starke Wochenperformance von aktuell über 1 %. Für die Bullen wäre ein Wochenschluss nahe der aktuellen Hochs ein wichtiges Signal für eine mögliche Fortsetzung Richtung 101,50 und später 102 Punkte.
VIX'
Der Volatilitätsindex VIX notiert weiterhin entspannt bei rund 16 Punkten. Von Panik oder erhöhter Absicherungsnachfrage ist derzeit nichts zu erkennen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Auch die großen Technologieaktien bleiben stark. Nvidia konnte gestern erneut zulegen und profitiert weiterhin von der KI-Euphorie im Markt. Solange die Unterstützungen im Bereich von 198 bis 200 Dollar halten, bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv. Neue Dynamik dürfte allerdings erst oberhalb der 212-Dollar-Marke entstehen.
Bitcoin
Bitcoin bleibt dagegen angeschlagen. Der stärkere Abverkauf der vergangenen Tage spricht weiterhin für einen möglichen Test der 60.000-Dollar-Zone, wo sich zeigen dürfte, ob die Käufer erneut bereit sind, den Markt zu verteidigen.
SPX
Im S&P 500 konnten wir gestern einen starken bullischen Tagesabschluss beobachten. Das übergeordnete Bild bleibt konstruktiv, solange die 7.500 Punkte verteidigt werden können. Neue Hochs würden sich bei einem Ausbruch über das gestrige Tageshoch anbieten. Erst unterhalb von 7.500 beziehungsweise später 7.470 Punkten würde sich das Bild wieder merklich eintrüben.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte ebenfalls enorme Stärke. Die gestrige Tageskerze schloss sogar oberhalb der Hochs vom Mittwoch und bestätigt damit die starke Nachfrage im Technologiesektor. Oberhalb von 30.500 Punkten bleiben die Allzeithochs das wahrscheinlichere Szenario. Erst ein Rückfall unter die 30.000er-Marke würde wieder Raum für eine größere Korrektur schaffen.
US30
Im Dow Jones wurde die Unterstützung bei 51.500 Punkten erneut getestet. Sollte diese Marke brechen, wäre die Zone um 51.000 Punkte das nächste relevante Ziel. Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung müsste der Markt dagegen nachhaltig über 52.000 Punkte ausbrechen.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass heute in den USA Feiertag ist. Entsprechend sollte mit reduziertem Handelsvolumen und geringerer Liquidität gerechnet werden. Größere Bewegungen dürften daher primär durch unerwartete geopolitische Schlagzeilen ausgelöst werden.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX präsentierte sich gestern erneut sehr stark und schloss knapp 0,9 % im Plus. Besonders wichtig war dabei die Rückeroberung und Verteidigung der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke.
Der nächtliche Rücksetzer wurde bereits am Morgen vollständig aufgekauft. Aktuell arbeitet sich der Markt erneut an die Hochs von Dienstag und Donnerstag heran. Solange wir oberhalb von 25.000 Punkten notieren, bleibt das kurzfristige Bild klar positiv.
Kann die Zone um 25.160 Punkte nachhaltig überwunden werden, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 25.270 bis 25.300 Punkte. Dort dürfte die nächste größere Entscheidungszone auf die Bullen warten.
Für neue Short-Positionierungen würde ich aktuell Geduld mitbringen. Interessant wird die Short-Seite erst wieder bei einem nachhaltigen Rückfall unter die 25.000 Punkte sowie bei einer klaren Schwäche innerhalb der aktuellen Widerstandszone.
Insgesamt bleibt das Bild zum Wochenschluss freundlich. Der DAX konnte sich in dieser Woche eindrucksvoll zurückkämpfen, die Risikomärkte präsentieren sich weiterhin stabil und die aktuelle H4-Struktur zeigt nach wie vor starkes Momentum auf der Oberseite.
Dennoch sollte man die geopolitischen Risiken vor dem Wochenende nicht unterschätzen. Die Nachrichtenlage rund um den Nahen Osten kann sich jederzeit verändern und zu entsprechenden Gaps am Montag führen. Wer Positionen über das Wochenende hält, sollte dieses Risiko unbedingt berücksichtigen.
Ich wünsche euch schon jetzt ein schönes Wochenende.
Morgen folgt wie gewohnt mein Wochenrückblick und am Sonntag der Wochenausblick für die kommende Handelswoche.
Keine Anlageberatung, sondern ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
DAX Chartanalyse & Prognosen für die neue Woche #25Analyse beim Stand des DAX-Index (Kassa) von 24.614 Punkten
Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Szenarien aus meiner persönlichen Einschätzung und Erfahrung entstehen und eine Zusammenfassung der wahrscheinlichsten Kursspanne für die jeweilige Zeiteinheit darstellen.
DAX Index Prognose für Montag
An seine bemerkenswerte 2025er-Rallye hat der DAX im Januar mit einem neuen Allzeithoch angeknüpft. Danach ist der Kurs zunächst in eine seitwärts laufende Korrekturphase übergegangen, die kurzfristig nach unten verlassen wurde und das letzte lokale Tief im März gesetzt hat. Dort konnte der Markt den Verkaufsdruck abfangen und in eine Erholungstendenz drehen.
Korrekturimpulse haben sich zuletzt im Bereich der 24.000er-Marke gestützt und den Kurs in Reichweite zum Allzeithoch gebracht. Hier fehlte es für weitere Zugewinne jedoch deutlich an Nachfrage, sodass der Kurs Verkaufsdruck zu spüren bekam und in der vergangenen Woche das Februartief unter Druck setzte. Hier konnte jedoch stützende Nachfrage zum Wochenschluss das Vorjahreshoch erneut in Reichweite bringen. Der Start in die neue Woche am Montag dürfte sich dadurch fester gestalten und einen Test des 24.900er-Bereichs in Aussicht stellen.
Erwartete Tagesspanne: 24.390 bis 24.910
Nächste Widerstände: 24.771 | 24.820 = Vorwochenhoch | 25.507
Wichtige Unterstützungen: 24.272 | 24.043 = Vorwochentief | 23.476
DAX Index Prognose für Dienstag
Abhängig vom Wochenstart könnte der Kurs am Dienstag signalisieren, ob die jüngste Erholungsstimmung das Vorjahreshoch zurückgewinnen kann. Sollte der Markt hingegen auf Widerstand treffen, wäre im Verlauf der Woche eher eine Tradingrange zu erwarten.
Erwartete Tagesspanne: 24.520 bis 25.040 alternativ 24.330 bis 24.610
DAX Prognose für diese Woche
Ergänzend zum Stundenchart erholt sich der DAX-Index vom Test der Unterstützung durch den 200-Tage-Durchschnitt. Der am Vorjahreshoch seitwärts laufende GD 20 könnte die Stimmung vorerst einbremsen, ein Ausbruch würde hingegen wieder auf die Rekordmarke zielen.
Erwartete Wochenspanne: 24.320 bis 25.260
Die DAX Prognose für nächste Woche:
Die DAX Prognose für nächste Woche: Abhängig von der geopolitischen Konfliktlage drückten zuletzt auch Gewinnmitnahmen auf die Marktstimmung. Mit neu einsetzender Nachfrage konnte das Februartief jedoch verteidigt werden, sodass die Signallage neutral bis positiv zu bewerten ist. Daraus lässt sich eine mögliche Wochenspanne zwischen
24.780
und
25.590
Punkten ableiten.
Alternativ wäre eine anhaltende Pendelbewegung um das Vorjahreshoch möglich.
Beste Grüße und gute Trades,
Christian Möhrer
Kagels-Trading
DAX Tagesausblick 16. Juni – 25.000er Marke im Fokus!!!Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Nach den zahlreichen Meldungen vom Wochenende halten die Märkte an der Erwartung fest, dass die USA und der Iran den eingeschlagenen Deeskalationskurs fortsetzen und die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet wird.
Neue Details zum Memorandum zwischen beiden Seiten wurden zuletzt nur vereinzelt bekannt. Während die tatsächliche Umsetzung des Deals weiterhin Zeit benötigen dürfte, preisen die Märkte aktuell vor allem die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation ein. Entsprechend bleibt der Einfluss auf Öl, Staatsanleihen und Risk Assets vorerst positiv. Solange keine negativen Überraschungen folgen, bleibt das fundamentale Umfeld für Aktienmärkte grundsätzlich unterstützend.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Aus fundamentaler Sicht dürfte der heutige Handelstag vergleichsweise ruhig verlaufen. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich bereits auf die morgigen US-Daten sowie die FED-Zinsentscheidung.
In der asiatischen Sitzung sorgte vor allem die Bank of Japan für Aufmerksamkeit. Die BOJ erhöhte ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 1,00 % und setzt damit ihren historischen Kurswechsel fort. Höhere japanische Zinsen können mittelfristig Auswirkungen auf globale Liquiditätsströme und Carry Trades haben, kurzfristig wurde die Entscheidung allerdings weitgehend erwartet und bislang gut vom Markt aufgenommen.
Heute stehen in Europa unter anderem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone auf dem Kalender. Zusätzlich wird EZB-Mitglied Philip Lane sprechen. Marktteilnehmer achten weiterhin darauf, wie die Europäische Zentralbank die zuletzt rückläufigen Inflationsdaten und die Entwicklung der Energiepreise bewertet.
Aus den USA folgen am Nachmittag unter anderem die Daten zu den Housing Starts, Building Permits sowie Import- und Exportpreisen. Größere Marktbewegungen werden hiervon aktuell allerdings nicht erwartet.
Der eigentliche Fokus bleibt klar auf Mittwoch gerichtet. Dann stehen die US-Retail-Sales, die Core Retail Sales sowie die FOMC-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz von Jerome Powell an. Diese Termine dürften die Richtung für die zweite Wochenhälfte maßgeblich bestimmen.
Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt der Ölmarkt. Nach dem massiven Rückgang der geopolitischen Risikoprämie notierte Öl zuletzt auf dem tiefsten Niveau seit mehreren Wochen. Die Märkte handeln aktuell die Erwartung einer verbesserten Versorgungslage und sinkender Inflationsrisiken, was Risk Assets zusätzlich unterstützt.
Interessant bleibt zudem die Meldung, dass die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 43 Jahren gefallen sind. Grundsätzlich wäre dies ein bullisher Faktor für den Ölmarkt, da die USA im Falle neuer Angebotsschocks deutlich weniger Puffer besitzen. Aktuell wird diese Entwicklung jedoch von der geopolitischen Entspannung rund um den Iran-Deal überlagert, weshalb der Markt den Fokus weiterhin auf die mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus und eine Verbesserung der globalen Ölversorgung legt.
Wichtig ist aber zu verstehen, sollten wir doch keinen Deal bekommen, oder weitere Eskalation im Nahen Osten enstehen, könnte all das wieder eingepreist werden und die schnellen Anstiege in Risk Assets abverkauft werden.
Kapitalflüsse & Risikobereitschaft der Märkte
Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die anhaltend hohe Risikoaffinität der Investoren. Besonders deutlich zeigt sich das aktuell am Beispiel von SpaceX. Seit dem IPO ist die Aktie um rund 59 % gestiegen und notiert inzwischen bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,5 Billionen US-Dollar. Allein in den vergangenen Handelstagen flossen enorme Kapitalmengen in das Unternehmen, obwohl die Bewertung gemessen an klassischen Fundamentaldaten weiterhin extrem ambitioniert erscheint. Der Markt fokussiert sich aktuell deutlich stärker auf zukünftiges Wachstum, Marktführerschaft und Visionen als auf kurzfristige Gewinne oder Bewertungskennzahlen.
Auch bei Nvidia bleibt die Risikobereitschaft der Anleger sichtbar. Das Unternehmen konnte laut aktuellen Berichten eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach seiner jüngsten Anleiheemission verzeichnen. Investoren signalisierten dabei Interesse im Volumen von rund 85 Milliarden US-Dollar. Dies zeigt, dass Liquidität weiterhin reichlich vorhanden ist und große Technologieunternehmen nach wie vor nahezu unbegrenzten Zugang zu Kapital haben.
Insgesamt unterstreichen diese Entwicklungen das aktuell sehr konstruktive Umfeld für Risk Assets. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, hoher Bewertungen und der bevorstehenden FED-Sitzung bleibt die Kapitalzufuhr in wachstumsstarke Technologie- und KI-Unternehmen ungebrochen. Das spricht weiterhin für ein grundsätzlich bullisches Sentiment an den Aktienmärkten.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt bleibt das Bild für mich weiterhin bearish. Trotz der massiven geopolitischen Schlagzeilen konnte sich der Markt nicht nachhaltig oberhalb der Hochs etablieren. Gestern schloss WTI bereits bei rund 81,10 Dollar und notiert aktuell im Bereich von 80,45 Dollar.
Mit der Entspannung im Nahen Osten verschwindet ein wesentlicher Teil der geopolitischen Risikoprämie. Entsprechend bleiben für mich die nächsten relevanten Ziele die Bereiche um 79 Dollar sowie anschließend 77 Dollar. Kurzfristig könnte es zwar jederzeit noch zu einem Rücklauf in Richtung 84 Dollar kommen, insbesondere falls neue Schlagzeilen zur Umsetzung des Iran-Deals erscheinen. Übergeordnet bleibt mein Bias jedoch klar bearish.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Bonds konnten die gestrigen Gap-Downs überraschend schnell wieder aufgeholt werden. Die Anleihemärkte zeigen weiterhin Kaufinteresse, während die Renditen auf erhöhtem Niveau verbleiben.
Entscheidend dürfte nun die morgige FED-Sitzung werden. Vor allem die Aussagen Warshs werden darüber entscheiden, ob die Märkte wieder stärker auf Zinssenkungen setzen oder ob die höheren Renditen vorerst Bestand haben.
Dollar Index (DXY)
Im Dollar bleibt die Lage weiterhin spannend. Der Bereich um 99,50 Punkte wurde erneut erfolgreich verteidigt. Gleichzeitig konnte das gestrige Tageshoch bereits überschritten werden.
Für mich bleibt die aktuelle Range zwischen 99,50 und 100 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über 100 Punkte könnte den Dollar kurzfristig stärken. Ein Bruch unter 99,50 würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Die morgige FED dürfte auch hier die Richtung vorgeben.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang gestern konsequent fort und verlor erneut über 8 %. Aktuell notiert der VIX bei rund 16,20 Punkten.
Das zeigt sehr deutlich, wie stark die Risikoaversion zuletzt zurückgegangen ist. Für die Aktienmärkte bleibt dies ein klar unterstützender Faktor.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin eines der stärksten Assets am Markt. Nachdem die Unterstützung im Bereich von 200 Dollar erfolgreich verteidigt wurde, notiert die Aktie inzwischen wieder bei rund 212 Dollar.
Solange wir oberhalb dieser Zone bleiben, bleibt mein Bias klar bullish. Der KI-Boom zeigt weiterhin keinerlei Schwächeanzeichen und Nvidia bleibt das Aushängeschild dieses gesamten Trends. Zusätzlich sorgt die enorme Euphorie rund um den erfolgreichen SpaceX-Börsengang weiterhin für positives Sentiment im Technologie- und KI-Sektor.
Neue Allzeithochs bleiben aus meiner Sicht weiterhin das wahrscheinlichere Szenario, solange die Fundamentalen und Geopolitischen Daten dieses Bild stützen.
Bitcoin
Bitcoin konnte sich ebenfalls stabilisieren und zeigte zuletzt wieder leichte Stärke. Die geopolitische Entspannung wurde grundsätzlich positiv aufgenommen, dennoch bleibt Bitcoin aktuell eher im Fahrwasser der allgemeinen Risk-On-Bewegung.
Eine größere Richtungsentscheidung bleibt hier erstmal aus, ich sehe übergeordnet weiterhin einen sehr intakten Abwärtstrend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt beeindruckend stark. Gestern wurde erneut ein neues Allzeithoch markiert und die 7.500-Punkte-Marke erfolgreich verteidigt.
Für mich ergeben sich aktuell zwei interessante Szenarien. Entweder wir sehen weitere Fortsetzungskäufe über dem gestrigen Tageshoch oder wir erhalten noch einmal einen Rücksetzer in Richtung 7.500 Punkte, der anschließend neue Long-Chancen eröffnet.
Das übergeordnete Bild bleibt klar bullish.
Nasdaq
Auch der Nasdaq präsentiert sich weiterhin extrem stark. Der Index konnte direkt über die psychologisch wichtige 30.000-Punkte-Marke springen und notiert inzwischen nur noch knapp unter seinen Allzeithochs.
Aktuell fehlen lediglich rund 0,8 % bis zu neuen Rekordständen. Über dem gestrigen Tageshoch bleibe ich klar auf der Long-Seite. Alternativ wäre ein Rücklauf in Richtung 30.000 Punkte ebenfalls eine interessante Kaufzone.
Dow Jones
Der Dow Jones konnte gestern ebenfalls neue Allzeithochs markieren. Die 52.000-Punkte-Zone wurde nahezu punktgenau angelaufen und bestätigt.
Für weitere Long-Einstiege bleiben die Bereiche um 51.500 Punkte sowie ein möglicher Ausbruch über 52.000 Punkte besonders interessant.
DAX – 25.000er Marke im Fokus
Im DAX zeigte sich gestern ein etwas anderes Bild als in den amerikanischen Indizes. Zwar eröffnete der Markt mit einem starken Gap-Up, allerdings konnten die Käufer die Dynamik im Tagesverlauf nicht vollständig verteidigen.
Im Bereich von 25.000 Punkten wurde der Markt erstmal abverkauft. Dennoch bleibt die übergeordnete Struktur konstruktiv.
Besonders wichtig war die Reaktion auf die bereits gestern angesprochene Unterstützungszone zwischen 24.800 und 24.850 Punkten. Hier treffen aktuell das Wochenhoch der KW24, das Monatshoch April sowie das ehemalige Jahreshoch 2025 aufeinander. Der Markt reagierte dort nahezu punktgenau mit Käufen.
Für den heutigen Handel sehe ich zwei zentrale Szenarien.
Bullisches Szenario:
Sollten die Käufer die 25.000-Punkte-Marke erneut überwinden und bestätigen können, wären weitere Anstiege in Richtung 25.200 bis 25.400 Punkte durchaus denkbar.
Vorsichtiges Szenario:
Sollte die 25.000er Marke erneut als Widerstand fungieren und wir dort wieder deutliche Verkäufe sehen, wäre zunächst Vorsicht angebracht. In diesem Fall könnte eine größere Korrektur bis in den Bereich von 24.600 bis 24.650 Punkten folgen, bevor der nächste Anlauf nach oben startet.
Trotzdem bleibt mein übergeordnetes Bild weiterhin bullish. Die geopolitische Entspannung, der Rückgang der Volatilität und die starke Entwicklung der US-Märkte sprechen aktuell weiterhin für Risk Assets.
Fazit
Der Markt bleibt klar im Risk-On-Modus. Die geopolitische Entspannung rund um den Iran-Deal sorgt weiterhin für Rückenwind, während gleichzeitig die Volatilität deutlich zurückgeht und die Aktienmärkte neue Höchststände markieren.
Heute könnte es vor dem morgigen FOMC-Entscheid durchaus etwas ruhiger werden. Die Marktteilnehmer dürften sich zunehmend auf die US-Retail-Sales und die Zinsentscheidung der FED fokussieren.
Für den DAX bleibt die 25.000er Marke der zentrale Bereich. Ein Ausbruch darüber könnte weitere Dynamik freisetzen. Scheitert der Markt erneut an dieser Zone, wären kurzfristige Rücksetzer zunächst nicht überraschend.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades!
DAX Tagesausblick 15. Juni - Nahost-Deal sorgt für Risk-On!!!Geopolitische Lage
Die neue Handelswoche startet mit einer deutlichen Risk-On-Reaktion an den globalen Finanzmärkten. Auslöser sind die Entwicklungen rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Am Wochenende verdichteten sich die Hinweise auf eine weitreichende Einigung zwischen beiden Seiten. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass ein Memorandum of Understanding (MOU) vereinbart wurde, welches unter anderem Einschränkungen beim iranischen Atomprogramm, Regelungen zur Urananreicherung sowie mögliche Lockerungen von Sanktionen umfasst. Gleichzeitig richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf die Straße von Hormus, die als eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Öltransport gilt.
Die Märkte preisen aktuell eine nachhaltige Deeskalation ein. Genau diese Erwartung führte bereits in den vergangenen Handelstagen zu massiven Bewegungen in Öl, Staatsanleihen, US-Dollar und den großen Aktienindizes.
Wichtig bleibt jedoch: Der Markt handelt aktuell die Erwartung einer dauerhaften Entspannung. Entscheidend wird sein, ob die Vereinbarungen von allen Beteiligten bestätigt und in den kommenden Tagen tatsächlich umgesetzt werden. Sollte dies gelingen, dürfte dies erheblichen Inflationsdruck aus dem Markt nehmen und Risk Assets zusätzlich unterstützen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Aus fundamentaler Sicht fällt der heutige Handelstag vergleichsweise ruhig aus. Der Fokus liegt weiterhin klar auf der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten.
Am Vormittag stehen unter anderem die Trade Balance sowie die Industrial Production Daten aus Europa auf dem Kalender. Zusätzlich wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen. Marktteilnehmer achten dabei insbesondere auf mögliche Hinweise zum zukünftigen geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank.
Der eigentliche Fokus dieser Woche liegt jedoch auf Mittwoch. Dann steht der nächste FED-Zinsentscheid an. Eine Änderung der Leitzinsen wird nicht erwartet. Entscheidend werden vielmehr das FOMC Statement, die aktualisierten Economic Projections sowie die anschließende Pressekonferenz.
Nach den zuletzt rückläufigen Inflationsdaten Core CPI MoM, gleichzeitig aber weiterhin robusten Arbeitsmarktdaten, dürfte die Kommunikation der FED maßgeblich darüber entscheiden, ob die aktuelle Risk-On-Bewegung weiter fortgesetzt werden kann.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt reagiert am stärksten auf die geopolitische Entspannung.
US Oil notiert aktuell rund 4,14 % im Minus bei etwa 80,84 Dollar. Zwischenzeitlich wurde die psychologisch wichtige 80-Dollar-Marke bereits getestet.
Charttechnisch rückt nun das Monatstief aus April bei rund 79 Dollar in den Fokus. Sollte die aktuelle Deeskalation Bestand haben und die Situation rund um die Straße von Hormus weiter entspannen, halte ich einen Rückgang in Richtung 77 Dollar weiterhin für realistisch.
Fallende Ölpreise bedeuten weniger Inflationsdruck, geringere Energiekosten und gleichzeitig weniger Druck auf die Zentralbanken. Genau deshalb reagieren die Risk Assets aktuell so positiv auf diese Entwicklung.
Die im gestrigen Wochenausblick beschriebenen Szenarien entwickeln sich bislang nahezu punktgenau. Wer die detaillierten Zonen und Setups sehen möchte, kann sich den aktuellen Wochenausblick auf meinem YouTube-Kanal ansehen.
US-Staatsanleihen
Auch die Renditen der US-Staatsanleihen fallen zum Wochenstart deutlich.
Dreijährige Staatsanleihen notieren rund 1,43 % im Minus, fünfjährige rund 1,31 %, zehnjährige rund 1,03 % und dreißigjährige etwa 0,70 %.
Der Markt preist aktuell weniger geopolitische Unsicherheit sowie einen potenziell konstruktiveren Zinspfad ein. Sinkende Renditen bleiben grundsätzlich unterstützend für Aktienmärkte und andere Risk Assets.
DXY
Der Dollar-Index steht ebenfalls unter Druck.
Der DXY notiert aktuell rund 0,37 % im Minus und ist bereits unter das Wochentief der Vorwoche sowie unter die wichtige 99,50er-Zone gefallen.
Die Kombination aus sinkendem Safe-Haven-Demand, fallenden Renditen und Hoffnungen auf eine weniger restriktive FED belastet den Dollar.
Sollte die FED am Mittwoch zusätzlich dovish auftreten, könnte sich die Bewegung in Richtung 99 Punkte fortsetzen.
VIX
Der Volatilitätsindex dürfte zum Wochenstart ebenfalls deutlich unter Druck geraten.
Die geopolitische Entspannung sorgt aktuell dafür, dass Absicherungspositionen abgebaut werden. Sinkende Volatilität unterstützt historisch betrachtet vor allem Aktienmärkte und Wachstumswerte.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Bitcoin zeigt zum Wochenstart erste Stärke und notiert aktuell wieder im Bereich von 65.800 Dollar.
Nach dem bullischen Weekly Close bleibt nun entscheidend, ob Bitcoin das verbesserte Risk-On-Umfeld nutzen kann. Das nächste größere Ziel liegt für mich weiterhin im Bereich von 69.000 bis 70.000 Dollar.
In den vergangenen Wochen blieb Bitcoin trotz starker Aktienmärkte teilweise zurück. Sollte nun zusätzlich Kapital in den Kryptomarkt zurückfließen, könnte sich dieses Bild ändern.
SPX
Der S&P 500 startet mit einem Gap-Up von über 2 % in die neue Handelswoche.
Die zentrale Unterstützungszone bleibt für mich weiterhin der Bereich um 7.500 Punkte. Ein Rücksetzer in diesen Bereich wäre aus meiner Sicht interessant, um anschließend die Bewegung in Richtung neuer Allzeithochs zu begleiten.
Solange die Struktur intakt bleibt, bleibt mein Bias klar bullisch.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzt seine relative Stärke fort und notiert deutlich über der psychologisch wichtigen 30.000-Punkte-Marke.
Genau dieses Szenario hatte ich bereits im Wochenausblick beschrieben. Solange die 30.000 verteidigt wird, bleiben für mich die nächsten Ziele bei 30.500 sowie anschließend 31.000 Punkten.
US30
Der Dow Jones handelt ebenfalls nahe neuer Rekordstände.
Nach dem Ausbruch über die Zone bei 51.500 Punkten bleibt die Bewegung in Richtung 52.000 Punkte das bevorzugte Szenario.
Sollte sich der Nahost-Deal bestätigen und die FED am Mittwoch nicht überraschend hawkish auftreten, halte ich neue Allzeithochs in den großen US-Indizes weiterhin für sehr wahrscheinlich.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX startet mit einem deutlichen Gap-Up in die neue Handelswoche und notiert aktuell rund 1,38 % im Plus.
Besonders wichtig bleibt nun die psychologisch relevante 25.000-Punkte-Marke.
Bullisch betrachtet sehe ich zwei Szenarien:
Das erste Szenario wäre die direkte Fortsetzung des Momentums über die 25.000-Punkte-Zone. In diesem Fall rückt die Zone um 25.500 Punkte sowie das Allzeithoch direkt in den Fokus.
Mein bevorzugtes Szenario bleibt jedoch ein kontrollierter Rücksetzer in den Bereich zwischen 24.800 und 24.850 Punkten. Dort befinden sich das Wochenhoch der KW24, das Monatshoch aus April sowie wichtige Jahreslevels. Sollte der Markt dort Unterstützung finden, ergeben sich aus meiner Sicht attraktive Long-Möglichkeiten in Richtung neuer Rekordstände.
Solange sich der Nahost-Deal bestätigt und die FED am Mittwoch nicht überraschend hawkish auftritt, bleibt mein Bias klar bullisch.
Sollte sich die geopolitische Lage dagegen erneut verschärfen, könnte das aktuelle Gap-Up schnell geschlossen werden. In diesem Fall würde die Zone um 24.000 Punkte wieder in den Fokus rücken. Ebenso wie bei allen anderen Risk Assets, im Moment ist schon sehr viel positives eingepreist!
Ausführlichere Trade-Ideen und sämtliche relevanten Zonen habe ich bereits im aktuellen Wochenausblick auf meinem YouTube-Kanal besprochen.
Keine Anlageberatun nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und stabile Trades!
Wochenausblick KW24 –Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW24
Kurz vorab
Ich habe heute wieder zusätzlich ein ausführliches Analysevideo zum Wochenausblick KW24 veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf die wichtigsten Entwicklungen und Erwartungen für die gesamte Handelswoche ein – von Inflation, Geldpolitik und Arbeitsmarkt über die geopolitische Lage bis hin zu Öl, Anleiherenditen, US-Dollar, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Wer die aktuelle Marktlage noch tiefer verstehen möchte, findet den Link zu meinem YouTube-Kanal auf meinem TradingView-Profil.
Außerdem habe ich bereits den ausführlichen Wochenrückblick zur KW23 veröffentlicht. Dort analysiere ich die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Handelswoche, die Reaktionen der Märkte auf die jüngsten Wirtschaftsdaten sowie die Auswirkungen der geopolitischen Ereignisse. Den entsprechenden Beitrag findet ihr ebenfalls auf meinem TradingView-Profil.
Der heutige Wochenausblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten fundamentalen Entwicklungen, Wirtschaftsdaten und charttechnischen Szenarien der kommenden Handelswoche KW24.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der KW24 einer der wichtigsten fundamentalen Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation rund um den Iran, die USA und die Entwicklungen im Nahen Osten.
Während Ende der KW22 und zu Beginn der KW23 noch verstärkt Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung und einen möglichen Deal zwischen den beteiligten Parteien eingepreist wurden, hat sich dieses Bild zuletzt etwas verändert. Zwar kam es nicht zu einer massiven Eskalation, gleichzeitig wurde jedoch auch keine endgültige Einigung erzielt. Genau dieser Umstand sorgt aktuell für eine gewisse Unsicherheit an den Märkten.
Im Verlauf der vergangenen Woche kam es erneut zu gegenseitigen Drohungen, militärischen Aktivitäten und politischen Spannungen. Aussagen von Donald Trump gegenüber der israelischen Regierung sowie neue Entwicklungen rund um Raketenangriffe, Vergeltungsmaßnahmen und diplomatische Verhandlungen zeigten erneut, wie fragil die Situation weiterhin bleibt. Die ursprünglich eingepreiste Hoffnung auf eine schnelle Lösung rückt damit zumindest kurzfristig wieder etwas in die Ferne.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Rohstoffmärkte zum Wochenende vergleichsweise ruhig geblieben sind. Insbesondere der Ölpreis konnte trotz der geopolitischen Unsicherheit keinen nachhaltigen Ausbruch nach oben vollziehen. Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie bereits zuvor eingepreist und in den vergangenen Wochen wieder abgebaut wurde.
Für die kommende Woche bleibt deshalb entscheidend, ob neue Eskalationen auftreten oder ob die Märkte weiterhin auf eine spätere diplomatische Lösung setzen. Sollte sich die Situation erneut verschärfen, könnte dies unmittelbar Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen, Volatilität und letztlich auch auf die Aktienmärkte haben. Bleibt die Lage dagegen stabil, dürfte die geopolitische Risikoprämie weiter zurückgehen und den Risk Assets zusätzliche Unterstützung liefern.
Damit bleibt die Entwicklung im Nahen Osten weiterhin einer der wichtigsten externen Faktoren für die Finanzmärkte der kommenden Handelswoche.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW24 im Überblick
Neben der geopolitischen Lage richtet sich der Fokus in der kommenden Woche klar auf die Inflationsentwicklung und die Geldpolitik.
Besonders wichtig ist dabei die Einordnung der Daten im Zusammenhang mit den Ereignissen der vergangenen Woche. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA fielen zuletzt deutlich robuster aus als erwartet. Sowohl die Non-Farm Payrolls als auch die durchschnittlichen Stundenlöhne zeigten weiterhin eine überraschend hohe Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Genau deshalb gewinnen die CPI-Daten in dieser Woche nochmals zusätzlich an Bedeutung. Nach den starken Arbeitsmarktdaten stellt sich nun die entscheidende Frage, ob die Inflation tatsächlich weiter zurückgeht oder ob sich die Befürchtungen bestätigen, dass der Inflationsdruck erneut zunimmt und die Fed mögliche Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben muss.
Der Montag und Dienstag bleiben zunächst vergleichsweise ruhig.
Am Dienstag stehen die Existing Home Sales im Fokus. Erwartet werden 4,08 Millionen Verkäufe bestehender Wohnimmobilien nach zuvor 4,02 Millionen. Diese Kennzahl misst die annualisierte Anzahl verkaufter Bestandsimmobilien und gilt als wichtiger Indikator für die Stärke des US-Immobilienmarktes. Da der Immobiliensektor einen bedeutenden Bestandteil der US-Wirtschaft darstellt, liefern diese Daten wichtige Hinweise auf die allgemeine wirtschaftliche Aktivität sowie die Auswirkungen des aktuellen Zinsniveaus.
Zusätzlich wird am Dienstag eine Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwartet. Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine Zinsentscheidung, dennoch achten Marktteilnehmer sehr genau auf mögliche Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Der absolute Hauptfokus der Woche liegt jedoch auf Mittwoch und Donnerstag.
Am Mittwoch werden die mit Abstand wichtigsten Inflationsdaten der Woche veröffentlicht. Für den CPI Month over Month wird ein Wert von 0,3 % erwartet nach zuvor 0,6 %. Hier rechnen die Märkte also mit einer Abschwächung des monatlichen Inflationsanstiegs.
Besonders wichtig wird jedoch der Core CPI. Dieser misst die Preisentwicklung ohne die volatilen Komponenten Nahrung und Energie und gilt daher als einer der wichtigsten Inflationsindikatoren überhaupt. Hier liegt die Erwartung aktuell bei 0,5 % nach zuvor 0,4 %. Die Märkte rechnen also mit einer erneuten Beschleunigung der Kerninflation.
Auch beim CPI Year over Year wird aktuell ein weiterer Anstieg erwartet. Mit einem Forecast von 4,2 % gegenüber zuvor 3,8 % würde sich die Inflation erneut weiter vom langfristigen Zielwert der Federal Reserve entfernen.
Die Bedeutung dieser Daten kann kaum überschätzt werden. Nach den starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche könnte ein weiterer Inflationsanstieg die Erwartungen an zukünftige Zinssenkungen deutlich reduzieren. Entsprechend hoch dürfte die Volatilität an den Märkten ausfallen.
Ebenfalls am Mittwoch werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht. Hohe Lagerbestände wirken grundsätzlich belastend auf den Ölpreis, während sinkende Lagerbestände tendenziell preistreibend wirken. Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten besitzen diese Daten aktuell eine erhöhte Relevanz.
Zusätzlich findet die Versteigerung zehnjähriger US-Staatsanleihen statt. Die Nachfrage nach diesen Anleihen liefert wichtige Hinweise auf die Erwartungen institutioneller Investoren hinsichtlich Inflation, Wachstum und zukünftiger Zinspolitik.
Am Donnerstag richtet sich der Fokus zunächst auf Europa.
Veröffentlicht wird die Deposit Facility Rate der Europäischen Zentralbank. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, den Banken für überschüssige Einlagen bei der EZB erhalten. Aktuell wird eine Anhebung von 2,00 % auf 2,25 % erwartet.
Parallel dazu erfolgt die eigentliche EZB-Zinsentscheidung. Während die Deposit Facility Rate den Einlagenzins beschreibt, bezieht sich die offizielle Interest Rate Decision auf den Hauptrefinanzierungssatz der EZB. Die Märkte preisen aktuell mit rund 99 % Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Die Zinserhöhung selbst gilt damit weitgehend als eingepreist. Entscheidend wird vor allem der Ausblick auf die kommenden Sitzungen im Juli und September.
Anschließend folgt die EZB-Pressekonferenz. Besonders wichtig wird hierbei die Kommunikation der Zentralbank hinsichtlich Inflation, Wachstum und zukünftiger Zinsschritte.
Am Nachmittag stehen erneut wichtige US-Inflationsdaten auf dem Programm. Der Producer Price Index (PPI) misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene und gilt als Frühindikator für die spätere Verbraucherpreisinflation.
Für den PPI Month over Month wird aktuell ein Wert von 0,7 % erwartet nach zuvor 1,4 %. Die Märkte rechnen hier also mit einer Abschwächung des Preisauftriebs auf Produzentenebene.
Zusätzlich werden die Initial Jobless Claims veröffentlicht. Diese liefern wöchentlich wichtige Hinweise auf die aktuelle Verfassung des US-Arbeitsmarktes.
Am Freitag stehen schließlich noch die Michigan Inflation Expectations, die Consumer Expectations sowie das Consumer Sentiment im Fokus. Diese Daten liefern zusätzliche Hinweise darauf, wie Verbraucher Inflation, Wirtschaft und Konsum einschätzen.
Trotz aller Wirtschaftsdaten bleibt jedoch wichtig zu betonen, dass geopolitische Schlagzeilen jederzeit für zusätzliche Volatilität sorgen können. Entsprechend sollten Marktteilnehmer in der kommenden Woche nicht ausschließlich auf den Wirtschaftskalender achten.
Ein gesondertes YouTube-Video zu den CPI-Daten und den möglichen Marktszenarien werde ich am Dienstag veröffentlichen. Daher gehe ich an dieser Stelle bewusst nicht detailliert auf die einzelnen CPI-Szenarien ein.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Wie bereits im Wochenrückblick zur KW23 angesprochen, bleibt der Ölpreis aktuell einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Wir konnten zuletzt einen wichtigen Wochenschluss oberhalb der 90-Dollar-Marke nicht etablieren. Für das bearishe Szenario bleibt nun entscheidend, dass zunächst das Wochentief der KW23 bei rund 88,40 Dollar unterschritten wird. Anschließend rückt die wichtige Unterstützungszone um 87,70 Dollar in den Fokus.
Besonders relevant bleibt danach das Wochentief der Vorwoche bei rund 86,30 Dollar. Sollte auch diese Zone nachhaltig brechen, würde gleichzeitig das aktuelle Monatstief unterschritten werden. In diesem Fall könnte sich die Korrektur deutlich ausweiten und mittelfristig in Richtung der wichtigen 81-Dollar-Zone fortsetzen.
Bullisch würde das Bild für mich erst wieder bei einem nachhaltigen Daily Close oberhalb von 95 Dollar werden.
Solange sich die geopolitische Situation nicht deutlich verändert, erscheint aktuell jedoch eine größere Range zwischen etwa 88 und 95 Dollar als das wahrscheinlichste Szenario.
US-Staatsanleihen und DXY
Bei den US-Staatsanleihen bleibt für mich besonders interessant, dass wir zuletzt über nahezu sämtliche Laufzeiten hinweg starke Bewegungen gesehen haben. Auffällig war dabei vor allem die Stärke der kurzfristigen Laufzeiten.
Zum Wochenschluss zeigten sich jedoch erste Gewinnmitnahmen und Umschichtungen. Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob sich dieses Momentum fortsetzt und die Renditen erneut anziehen.
Dies hätte direkte Auswirkungen auf den US-Dollar.
Der Dollar Index DXY konnte die vergangene Woche oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke beenden. Für die kommende Woche bleibt die Zone um 99,50 Punkte die wichtigste Unterstützung.
Sollte diese gehalten werden, bleibt ein erneuter Anlauf auf die 100,50 Punkte wahrscheinlich. Dort befindet sich aktuell das entscheidende Range High sowie das bisherige Jahreshoch bei rund 100,64 Punkten.
Ein Ausbruch darüber könnte die Rückkehr einer stärkeren Dollar-Dominanz signalisieren und zahlreiche Dollar-Paare unter Druck setzen.
Beim EUR/USD bleibt zusätzlich die EZB-Zinsentscheidung zu beachten. Eine restriktivere EZB könnte kurzfristig dazu führen, dass der Euro trotz eines starken US-Dollars relative Stärke zeigt.
Volatilitätsindex VIX
Der VIX bleibt für die kommende Woche ein besonders wichtiger Frühindikator.
Wir haben die vergangene Handelswoche mit einem Anstieg von rund 40 % beendet und notieren aktuell wieder oberhalb der Marke von 20 Punkten.
Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob dieser Anstieg lediglich eine kurzfristige Reaktion auf die geopolitischen Entwicklungen war oder ob sich daraus eine nachhaltige Veränderung der Marktstimmung entwickelt.
Sollte der VIX weiter steigen, würde dies auf zunehmende Unsicherheit und erhöhte Absicherungsaktivitäten institutioneller Marktteilnehmer hindeuten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der wichtigsten Einzelwerte für die Entwicklung des gesamten Technologiesektors.
Charttechnisch wurde zuletzt die wichtige Zone zwischen 208 und 212 Dollar unterschritten. Die Aktie notiert aktuell im Bereich von rund 205 Dollar.
Für mich liegt die nächste entscheidende Unterstützungszone nun zwischen 198 und 200 Dollar. Dort wird sich zeigen, ob erneut Käufer in den Markt kommen oder ob sich die Korrektur weiter ausdehnt. Auf der Oberseite wäre eine Rückkehr über 212 Dollar ein erstes positives Signal.
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt im Bereich der wichtigen 60.000-Dollar-Unterstützung zunächst einen Boden ausbilden. Gleichzeitig wurde mit der jüngsten Bewegung unter die Hochs aus dem Februar gebrochen. Die vergangene Woche war insgesamt von deutlichen Gewinnmitnahmen geprägt.
Für mich bleibt Bitcoin aktuell zunächst weniger interessant. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir zunächst nochmals eine Erholung in Richtung 65.000 Dollar sehen, bevor über die weitere Richtung entschieden wird.
Entsprechend bleibe ich hier vorerst abwartend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt für mich aktuell einer der spannendsten Märkte.
Entscheidend wird sein, ob die Zone um 7.350 Punkte unterschritten wird. Dort treffen mehrere wichtige technische Marken aufeinander.
Sollte dieser Bereich brechen, könnte sich die laufende Korrektur bis in den Bereich von 7.250 Punkten ausweiten.
Auf der Oberseite bleibt die Zone um 7.500 Punkte die wichtigste Entscheidungsmarke. Sollte sich dieser Bereich nun als Widerstand etablieren, könnten sich dort erneut interessante Short-Setups ergeben.
Die endgültige Richtung dürfte jedoch maßgeblich von den CPI-Daten am Mittwoch beeinflusst werden.
Nasdaq
Der Nasdaq verzeichnete zuletzt eine deutliche Korrektur und löschte innerhalb einer einzigen Handelswoche einen erheblichen Teil der Gewinne der vorangegangenen Wochen aus.
Für das bearishe Szenario bleibt die Marke bei 28.500 Punkten entscheidend. Ein Bruch könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich von 27.500 Punkten ermöglichen.
Sollte sich der Markt dagegen stabilisieren und wieder über 29.000 Punkte steigen, würden 29.500 Punkte und anschließend die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wieder in den Fokus rücken.
US30
Auch beim Dow Jones ergibt sich aktuell ein gemischtes Bild.
Sollten wir den Bereich um 50.660 Punkte nachhaltig unterschreiten, wäre zunächst eine Bewegung bis etwa 50.400 Punkte denkbar.
Kann die Zone um 50.500 Punkte anschließend ebenfalls nicht verteidigt werden, rückt die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten in den Fokus.
Auf der Oberseite würde ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 51.000 Punkten das bullische Szenario stärken und weiteres Potenzial in Richtung 51.500 Punkte eröffnen.
DAX – Charttechnischer Ausblick für die kommende Woche
Der DAX bleibt trotz der jüngsten Korrektur weiterhin in einer grundsätzlich bullischen Marktstruktur.
Für die kommende Woche wird zunächst entscheidend sein, ob das Wochentief der KW23 verteidigt werden kann. Sollte der Markt unter 24.400 Punkte fallen, rückt die nächste Unterstützungszone im Bereich von rund 24.300 Punkten in den Fokus.
Kann sich die Korrektur weiter ausdehnen und etabliert sich die Zone um 24.500 Punkte als Widerstand, wären im weiteren Verlauf sogar Bewegungen bis in den Bereich von 24.000 Punkten denkbar.
Auf der Oberseite bleibt zunächst abzuwarten, ob sich die Märkte nach den jüngsten Gewinnmitnahmen stabilisieren können.
Der Montag dürfte dabei besonders wichtig werden. Marktteilnehmer werden genau beobachten, ob die Korrekturen der vergangenen Woche fortgesetzt werden oder ob bereits erste Käufer zurückkehren.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt wichtig festzuhalten, dass sich die großen Risk Assets weiterhin in übergeordnet bullischen Strukturen befinden. Die jüngsten Rückgänge spiegeln vor allem die gestiegenen Inflationssorgen, die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinssenkungen sowie die geopolitischen Risiken wider.
Von einer vollständigen Trendwende kann aktuell jedoch noch keine Rede sein.
Wichtigste Erkenntnisse für KW24
* Die geopolitische Lage rund um den Iran bleibt der wichtigste externe Markttreiber.
* Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung haben zuletzt etwas nachgelassen.
* Die CPI-Daten am Mittwoch werden nach den starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche zum wichtigsten Event der Handelswoche.
* Die Märkte werden genau beobachten, ob sich die Inflation erneut beschleunigt.
* Die EZB-Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz stehen am Donnerstag im Fokus.
* Öl bleibt einer der wichtigsten Inflationstreiber und damit einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
* Der DXY notiert wieder oberhalb von 100 Punkten und könnte bei weiteren Zinssenkungsverschiebungen zusätzliche Stärke entwickeln.
* VIX, Ölpreis und geopolitische Schlagzeilen bleiben die wichtigsten kurzfristigen Risikofaktoren.
* Trotz der jüngsten Korrekturen bleiben die übergeordneten Strukturen bei DAX, S&P 500 und Nasdaq weiterhin bullisch.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen stabile Trades für die kommende Handelswoche und einen schönen Sonntag.
Ab morgen gibt es wie gewohnt wieder den täglichen DAX-Tagesausblick.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Werden die CPI-Daten und die Geldpolitik wieder zum dominierenden Markttreiber oder bleibt die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten das entscheidende Thema der kommenden Woche?
Eigentlich Tesla Analyse - jetzt aber unser AbschiedsvideoLiebe User, Follower und Tradingviewnutzer
Wir möchten euch in dem heutigen, unserem letzten Video auf TradingView erklären, wieso wir ab heute keine Analysen mehr hier veröffentlichen werden.
Wir hoffen auf euer Verständnis, wünschen euch weiterhin alles Gute und uns bleibt zum Schluss nur noch zu sagen, HERZLICHEN DANK an alle für eure Treue.
Euer Wellenblick-Trading Team.
Dax Chartupdate - Kurz vor neuem Allzeithoch - wie auch erwartet📊 DAX | Video-Update – Kurz vor dem neuen Allzeithoch
Der DAX steht aktuell kurz vor einem neuen Allzeithoch, und genau dieses Bild entspricht auch unserer bisherigen Erwartung.
Im heutigen Video ordnen wir die aktuelle Lage erneut ein und gehen darauf ein, wie wir die weitere Entwicklung von hier aus bewerten und welche Bereiche nun für den weiteren Verlauf entscheidend bleiben.
🎬 Die konkrete Einordnung und unsere weitere Erwartung besprechen wir im heutigen Video.
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Märkte folgen Strukturen – wir folgen dem Plan.
⚠️ Hinweis
Diese Analyse dient ausschließlich Informations-
und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
Investitionsentscheidungen erfolgen eigenverantwortlich.
DAX Tagesausblick – 29. Mai - Finaler US-IRAN Deal in Sicht?Kommt heute der entscheidende Iran-USA-Deal?
Bevor wir in die Märkte schauen, ein wichtiger Hinweis: Heute ist der letzte Handelstag im Monat Mai. Damit schließen heute Abend nicht nur die Tages- und Wochenkerzen, sondern auch die Monatskerzen. Gerade zum Monatsende sehen wir häufig erhöhte Volatilität, Umschichtungen institutioneller Investoren und Gewinnmitnahmen. Entsprechend wichtig sind heute die Schlusskurse auf Monatsbasis.
Geopolitische Lage im Nahen Osten
Die geopolitische Lage bleibt aktuell der wichtigste Markttreiber.
Gestern haben wir eine Vielzahl teils widersprüchlicher Meldungen gesehen. Auf der einen Seite gab es Berichte über neue US-Luftschläge, iranische Gegenreaktionen, weitere Sanktionen und Spannungen rund um die Straße von Hormus. Auf der anderen Seite tauchten gleichzeitig Meldungen auf, wonach die USA und Iran offenbar eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere 60 Tage ausgearbeitet haben und lediglich noch die finale Zustimmung von Donald Trump ausstehen soll.
Genau diese Hoffnung auf eine Deeskalation hat gestern für einen massiven Risk-On-Squeeze gesorgt. Nach einem breiten Abverkauf wurden Aktien, Kryptowährungen und andere Risikoanlagen innerhalb weniger Minuten aggressiv gekauft, sobald positive Schlagzeilen aus dem Nahen Osten über die Ticker liefen.
Das zeigt sehr deutlich, worauf die Märkte aktuell achten. Sollte heute tatsächlich eine offizielle Zustimmung Trumps oder ein belastbarer Deal verkündet werden, dürfte dies kurzfristig sehr positiv für Risk Assets interpretiert werden. In diesem Szenario wären weitere Anstiege bei DAX, Nasdaq, S&P 500 und Bitcoin durchaus denkbar, vor allem weil wir gestern schon erste Squeeze Szenarien gesehen haben.
Kommt es dagegen zu neuen Eskalationen oder scheitert ein möglicher Deal, kann sich die Stimmung sehr schnell wieder drehen.
Für heute bleibt deshalb die geopolitische Nachrichtenlage der mit Abstand wichtigste Faktor.
FED und EZB im Fokus
Auch die Notenbanken standen gestern erneut im Mittelpunkt.
Von Seiten der FED äußerten sich sowohl Williams als auch Musalem vergleichsweise hawkish.
Williams betonte, dass die Inflation zwar Fortschritte gemacht habe, man aber weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Die FED sei datenabhängig und müsse sicherstellen, dass die Inflation nachhaltig zurück Richtung Zielwert fällt.
Musalem ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, dass weitere Zinserhöhungen nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten, falls sich der Inflationsdruck wieder verstärken sollte. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Zinssenkungen aktuell keineswegs dringend seien.
Auch die EZB präsentierte sich gestern überraschend restriktiv.
Lagarde, Lane sowie die veröffentlichten EZB-Protokolle zeigten, dass die Sorge über Energiepreise und mögliche Zweitrundeneffekte weiterhin hoch bleibt. Mehrere Mitglieder hätten laut Sitzungsprotokoll sogar weitere Zinserhöhungen nicht grundsätzlich abgelehnt. Die EZB sieht sowohl steigende Inflationsrisiken als auch zunehmende Wachstumsrisiken.
Insgesamt bleiben sowohl FED als auch EZB durch die erhöhte Inflation durch Energiepreise aktuell deutlich vorsichtiger als viele Marktteilnehmer noch vor einigen Wochen erwartet hatten.
Fundamentale Wirtschaftsdaten von gestern
Der Donnerstag war einer der wichtigsten Makrotage der Woche.
Die Core-PCE-Daten, das bevorzugte Inflationsmaß der FED, kamen leicht besser als erwartet herein. Diese Inflationsdaten sind ohne Lebensmittel und Energie und daher sehr entscheidend.
Core PCE MoM:
• Aktuell: 0,2 %
• Erwartet: 0,3 %
• Vorher: 0,3 %
Core PCE YoY:
• Aktuell: 3,3 %
• Erwartet: 3,3 %
• Vorher: 3,2 %
Die Inflation bleibt damit erhöht und deutlich über dem FED-Ziel von 2 %, liegt jedoch im Rahmen der Erwartungen.
Beim BIP gab es eine kleine Enttäuschung:
GDP Q1:
• Aktuell: 1,6 %
• Erwartet: 2,0 %
• Vorher: 0,5 %
Trotz der Verfehlung gegenüber dem Forecast bleibt das Wachstum deutlich über dem Vorquartal.
Besonders stark fielen die Durable Goods Orders aus. Diese messen die Neuaufträge für langlebige Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Industrieanlagen und gelten als wichtiger Frühindikator für Investitionen.
Durable Goods:
• Aktuell: 7,9 %
• Erwartet: 4,0 %
• Vorher: 1,3 %
Das ist ein klar positives Signal für die Wirtschaft und zeigt weiterhin robuste Investitionstätigkeit.
Auf der anderen Seite zeigte sich der Arbeitsmarkt schwächer:
Initial Jobless Claims:
• Aktuell: 215k
• Erwartet: 211k
• Vorher: 210k
Mehr Menschen beantragten erstmals Arbeitslosenhilfe als erwartet.
Auch der Immobilienmarkt enttäuschte:
New Home Sales:
• Aktuell: 622k
• Erwartet: 661k
• Vorher: 663k
Zusätzlich kamen die Rohöllagerbestände besser als erwartet herein, was kurzfristig etwas Druck vom Ölmarkt nimmt.
In Summe ergibt sich daraus ein interessantes Bild:
• Inflation im Rahmen
• Arbeitsmarkt etwas schwächer
• Immobilienmarkt schwächer
• Investitionen deutlich stärker
Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED mittelfristig wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen erhält, auch wenn die Notenbank aktuell noch sehr vorsichtig kommuniziert. Entscheidend bleibt hier die Inflation.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen deutlich weniger Daten auf dem Kalender.
Heute Mittag wird der deutsche Verbraucherpreisindex veröffentlicht.
German CPI:
• Forecast: 0,1 %
• Previous: 0,6 %
Hier wird aktuell ein deutlicher Rückgang der Inflation erwartet.
Später folgt der Chicago PMI.
Chicago PMI:
• Forecast: 50,6
• Previous: 49,2
Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum im verarbeitenden Gewerbe, während Werte unter 50 auf eine Abschwächung hindeuten.
Trotz dieser Daten dürfte der Fokus der Märkte weiterhin auf den Entwicklungen im Nahen Osten liegen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US-Öl
US Oil bleibt einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Trotz zwischenzeitlicher Erholungen notiert Öl mittlerweile wieder deutlich unter der Marke von 90 Dollar. Auf Wochensicht beträgt das Minus rund 9 %, auf Monatssicht sogar über 16 %.
Das ist grundsätzlich positiv für Risk Assets, weil sinkende Energiepreise den Inflationsdruck reduzieren.
Entscheidend bleibt heute, ob Öl den Monat unter 90 Dollar beendet. Sollte es positive Nachrichten zu einem Iran-Deal geben, wäre sogar ein Rückgang in Richtung 85 Dollar denkbar.
US-Anleihen
Die Renditen zeigten gestern erneut hohe Schwankungen, konnten sich aber nicht nachhaltig nach oben durchsetzen.
Das spricht weiterhin dafür, dass die Märkte mittelfristig mit niedrigeren Zinsen rechnen.
DXY
Der US-Dollar bleibt innerhalb seiner Range gefangen.
Wichtig wird heute, ob der Dollar die Region um 99 Punkte halten kann oder die Range nach unten verlässt.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert aktuell bei rund 15,7 Punkten und signalisiert weiterhin sehr geringe Angst am Markt.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der stärksten Titel im Markt.
Nach dem erfolgreichen Retest der Zone zwischen 208 und 212 Dollar notiert die Aktie mittlerweile wieder bei rund 214 Dollar.
Gelingt ein Ausbruch über das Monatshoch bei etwa 217 Dollar, bleibt das Gesamtbild klar bullisch, wichtig ist heute der Bruch des Tageshochs von gestern.
Bitcoin
Bitcoin bleibt für mich kurzfristig technisch angeschlagen.
Entscheidend ist die Zone um 74.576 Dollar. Solange diese nicht überzeugend zurückerobert wird, bleibe ich bei neuen Long-Positionen vorsichtig.
S&P 500
Der S&P 500 konnte erneut neue Allzeithochs markieren.
Die 7.500er-Zone wurde erfolgreich verteidigt und dient weiterhin als zentrale Unterstützung.
Sollte heute eine positive Nahost-Meldung kommen, sind weitere Hochs absolut möglich.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt weiterhin enorme Stärke.
Die Zone um 30.000 Punkte wurde erfolgreich verteidigt. Oberhalb von 30.300 Punkten sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 30.500 Punkte, aber nur mit Fundamentalem Rückenwind.
Dow Jones (US30)
Der US30 konnte sich ebenfalls stabilisieren.
Über 50.870 Punkten bleibt das Bild bullish. Unterhalb von 50.500 Punkten würden hingegen wieder Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher werden.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Im DAX haben wir gestern eine sehr interessante Tageskerze gesehen.
Die Zone um 25.000 Punkte wurde erneut getestet und erfolgreich verteidigt. Zwischenzeitlich fiel der Markt sogar unter 24.900 Punkte, bevor die Käufer wieder deutlich zurückkehrten.
Der Tagesschluss erfolgte oberhalb der wichtigen 25.000er-Marke.
Zusätzlich konnten wir vor dem London Open einen H4-Schluss über dem Wochenhoch der Vorwoche sehen.
Solange wir oberhalb von 25.000 Punkten bleiben, bleibe ich bullish gestimmt und sehe weiteres Potenzial in Richtung 25.300 bis 25.400 Punkte.
Das Short-Szenario aktiviert sich für mich erst wieder unterhalb von 24.900 Punkten.
Übergeordnet bleibt der Trend weiterhin klar aufwärtsgerichtet.
Fazit
Der heutige Handelstag dürfte maßgeblich von einer einzigen Frage bestimmt werden:
Wird Donald Trump den möglichen Iran-USA-Deal final genehmigen?
Kommt es zu einer offiziellen Deeskalation, dürfte dies Öl weiter belasten und gleichzeitig Risk Assets wie DAX, Nasdaq, S&P 500 und Bitcoin unterstützen.
Scheitert der Deal oder kommt es zu neuen militärischen Spannungen, kann sich das Bild sehr schnell wieder eintrüben.
Wie seht ihr die Lage?
Bleibt ihr Risk-On?
Kommt heute der Iran-USA-Deal?
Wird Trump das finale Approval geben?
Ich wünsche euch schon jetzt ein schönes Wochenende. Bleibt diszipliniert und gebt die Gewinne der Woche nicht am letzten Handelstag wieder ab.
Morgen folgt wie gewohnt der Wochenrückblick KW22 inklusive Monatsrückblick Mai.
Am Sonntag erscheint dann der große Monatsausblick für Juni sowie der Wochenausblick für KW23 auf TradingView und YouTube.
Gute Trades!
Dax Chartupdate - Neue Hochs vor dem Bärenmarkt im Visier 📊 DAX | Video-Update – Wir bleiben kurzfristig weiter bullisch
Im heutigen DAX-Update zeigen wir euch weshalb wir beim Dax auch weiterhin von noch weiteren Allzeithochs ausgehen und die übergeordnete grosse Korrektur noch etwas auf sich warten lässt.
Dabei besprechen wir die Struktur, die relevanten Hinweise auf der Oberseite und die Bereiche, die nun weiter gehalten werden müssen, damit dieses Bild Bestand hat.
🎬 Die konkrete Einordnung und die aktuell wichtigen Marken besprechen wir im heutigen Video.
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Märkte folgen Strukturen – wir folgen dem Plan.
⚠️ Hinweis
Diese Analyse dient ausschließlich Informations-
und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
Investitionsentscheidungen erfolgen eigenverantwortlich.
DAX Tagesausblick 22. Mai – ATHs in Reichweite - Risk On!Bevor wir starten:
Ich habe gestern ein extrem ausführliches YouTube-Video zur New YorkSession hochgeladen, inklusive fundamentaler Analyse, Trade Ideen und detaillierter Ausblicke auf Nasdaq, US30, DAX, Bitcoin sowie Nvidia und die aktuelle Makrolage. Gerade im Hinblick auf die gestrigen Nvidia Reaktionen, die Nahost Thematik und die heutige FED Story lohnt sich das Video definitiv nochmal anzuschauen.
Marktüberblick zwischen Geopolitik, FED-Unsicherheit und AI-Euphorie
Die Märkte bleiben weiterhin komplett im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Eskalation im Nahen Osten und gleichzeitig extrem bullischer AI-/Liquidity Fantasie.
Besonders wichtig bleiben aktuell die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormuz. Reuters berichtete zuletzt, dass Iran zunehmend Kontrolle über die Schifffahrtsrouten durch Hormuz konsolidiert und ein mehrstufiges Kontrollsystem für Tanker etabliert. Genau das hatte den Ölpreis zuletzt massiv nach oben gedrückt, weil Hormuz einer der wichtigsten Energie-Engpässe weltweit ist. Gleichzeitig wird mittlerweile aber wieder verstärkt über mögliche Gespräche und diplomatische Lösungen gesprochen. Pakistan versucht offenbar aktiv zwischen den USA und Iran zu vermitteln, während auch aus anderen Regionen zunehmend von möglichen Talks berichtet wird.
Genau diese Hoffnung auf Deeskalation sorgt momentan wieder für Entspannung an den Märkten. Man merkt extrem, wie sensibel die Risk Assets aktuell auf jede positive oder negative Schlagzeile reagieren. Sobald geopolitische Entspannung reinkommt, fallen Öl und Volatilität direkt ab und die Indizes schieben massiv nach oben. Wir werden sehen, ob sich am Wochenende mehr Entspannung entwickelt und wir weitere Deeskalation im Nahen osten sehen.
Dazu kommt heute eine weitere extrem wichtige Story für die Märkte: Kevin Warsh .
Nach allem, was aktuell berichtet wird, dürfte Kevin Warsh heute offiziell als neuer FED-Chair präsentiert beziehungsweise vereidigt werden. Donald Trump soll dazu später am White House auftreten. Die Märkte beobachten das extrem genau, weil Warsh deutlich anders wahrgenommen wird als Jerome Powell.
Warsh galt früher zwar eher als Hawk, hat sich in den letzten Jahren aber zunehmend dovisher positioniert und mehrfach niedrigere Zinsen unterstützt. Gleichzeitig spricht er von einem „Regime Change“ innerhalb der FED, kritisiert frühere Fehler der Notenbank und will die Kommunikation sowie Entscheidungsfindung der FED grundlegend verändern.
Trotzdem bleibt die Lage für die FED extrem schwierig.
Denn auf der einen Seite fordert Donald Trump massiv Zinssenkungen, auch wegen der enormen US-Staatsverschuldung und der brutal hohen Zinskosten. Auf der anderen Seite bleibt die Inflation weiterhin hartnäckig hoch – insbesondere durch die Energiepreise und die Nahost-Thematik. Genau das limitiert aktuell die Möglichkeit aggressiver Zinssenkungen.
Das macht die aktuelle Lage so spannend:
Die Märkte wollen Liquidität, Zinssenkungen und AI-Euphorie spielen – gleichzeitig bleiben Inflation, Ölpreise und geopolitische Risiken ein massiver Gegenwind.
Zusätzlich bleibt auch die OPEC+ beziehungsweise die gesamte Öl-Thematik extrem relevant. Sollte sich die Lage mit Iran weiter entspannen, könnte das Öl deutlich unter Druck setzen und den Märkten nochmal zusätzlichen Rückenwind geben. Darauf bin ich gestern im YouTube-Video bereits ausführlich eingegangen.
Wirtschaftsdaten von gestern
Die gestrigen Wirtschaftsdaten waren insgesamt sehr interessant und gemischt.
Besonders auffällig war der Philadelphia Fed Manufacturing Index. Dieser ist auf -0,4 gefallen. Forecast lag bei 17,6, Previous sogar bei 26,7. Damit ist der Index nicht nur massiv eingebrochen, sondern sogar unter die Nulllinie gefallen, was auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe hindeutet. Das war definitiv eine schwache Zahl.
Die Initial Jobless Claims hingegen kamen mit 209K rein, Forecast lag bei 210K und Previous bei 212K. Bedeutet: Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. Weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe signalisieren nach wie vor Stabilität im Arbeitsmarkt.
Dazu kamen die S&P Global Manufacturing PMI Daten. Der Manufacturing PMI lag bei 55,3 und damit deutlich über Forecast von 53,8 sowie Previous von 54,5. Der Dienstleistungs-PMI kam mit 50,9 leicht schwächer rein als erwartet, bleibt aber weiterhin über der wichtigen 50er Marke.
Alles in allem zeigt sich also weiterhin ein Bild einer grundsätzlich stabilen US-Wirtschaft – trotz einzelner Schwächesignale wie dem Philadelphia Manufacturing Index.
Fundamentale Daten heute
Heute wird es datenmäßig insgesamt etwas ruhiger.
Im Fokus stehen später die deutschen GDP-Daten.
Forecast liegt bei 0,3%, Previous bei 0,2%. Es wird also von einer leichten Verbesserung des deutschen Wirtschaftswachstums ausgegangen.
Hier bleibt abzuwarten, wie die Daten tatsächlich ausfallen und vor allem wie der DAX darauf reagiert.
Später wird natürlich noch spannend, was zu Kevin Warsh kommt.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis sehen wir aktuell wieder leichte Entspannung. US Oil notiert momentan bei rund 97,75 Dollar und hat nach der starken geopolitischen Rally zuletzt wieder etwas abgegeben.
Besonders wichtig:
Wir hatten gestern erneut eine massive Rejection oberhalb der 100-Dollar-Marke und die Tageskerze hat bearish unter 100 Dollar geschlossen. Das ist erstmal sehr positiv für Risk Assets und natürlich auch für die Inflationsthematik.
Nichtsdestotrotz bleibt Öl mit knapp 98 Dollar weiterhin extrem hoch.
Entscheidend wird jetzt der Weekly Close. Besonders interessant wird, ob wir nicht nur bearish schließen, sondern sogar unter das letzte Weekly Low beziehungsweise unter die Zone um 96 Dollar fallen können.
Dann wird extrem spannend, was sich übers Wochenende geopolitisch entwickelt – insbesondere mit Blick auf Iran, mögliche Talks und Deeskalation.
Auch darauf bin ich gestern im YouTube-Video ausführlich eingegangen, vor allem was Öl bei einer echten diplomatischen Einigung potenziell machen könnte.
Bonds & DXY
Die Bondpreise haben gestern ebenfalls wieder leicht abgegeben. Besonders bei den 10- und 30-jährigen Staatsanleihen sieht es aktuell danach aus, als würden wir zumindest kurzfristig etwas runterkommen.
Im Dollarindex sehen wir ebenfalls eine spannende Situation. Der DXY notiert aktuell bei 99,23 und bewegt sich weiterhin innerhalb einer wichtigen Range.
Hier bleibt entscheidend:
Kann der DXY über die 99,5 ausbrechen und Richtung 100 laufen oder wird die Range erneut nach unten verlassen Richtung 98,5?
Nichtsdestotrotz bleibt der Safe-Haven-Demand weiterhin stabil – auch aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX hat gestern erneut deutlich abgegeben und notiert aktuell bei 16,75 Punkten.
Das zeigt ziemlich klar:
Sobald geopolitische Entspannung in den Markt kommt, entspannen sich auch die Märkte selbst extrem schnell.
Das aktuelle Umfeld bleibt daher insgesamt weiterhin eher risk-on.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia hatten wir am Mittwochabend die Earnings.
Wie erwartet kam zunächst nochmal Momentum nach oben rein, anschließend folgten aber erste Gewinnmitnahmen. Auch hier bleibt jetzt extrem spannend, wie die Weekly Candle schließt.
Im gestrigen YouTube-Video hatte ich bereits erklärt, warum Nvidia mittlerweile so unglaublich wichtig für die gesamten US-Indizes geworden ist. Die Gewichtung im Nasdaq liegt inzwischen bei rund 13–14%, im SPX ebenfalls extrem hoch bei 8-9%.
Das bedeutet:
Jede größere Bewegung in Nvidia beeinflusst direkt Nasdaq und SPX.
Ich hatte außerdem darauf hingewiesen, dass ich bei NVDA einen tieferen Retest Richtung 213 Dollar für wahrscheinlich halte. Genau das könnte kurzfristig nochmal etwas Druck auf die Indizes bringen.
Bitcoin
Bei Bitcoin hatte ich ebenfalls darauf hingewiesen, dass wir die 77.500 zurückerobern müssen.
Genau dort notieren wir aktuell. Die Tageskerze gestern konnte bullish schließen und solange wir die Tiefs um 76.000 nicht verlieren, bleibe ich hier weiterhin bullisch und sehe nochmal einen möglichen Angriff auf die Hochs.
SPX
Der SPX startete gestern zunächst mit einem Gap Down, dieses wurde allerdings vollständig aufgekauft.
Wir haben erneut einen bullischen Schlusskurs gesehen und auch hier hatte ich gesagt:
Solange wir das Mittwochstief nicht nachhaltig brechen, sehe ich die 7.500er Marke weiterhin als realistisches Ziel.
Die Wochenkerze bleibt extrem wichtig. Wir hatten kurz einen Sweep unter das Wochentief gesehen, wurden dort aber massiv aufgekauft.
Aktuell bleibt das Momentum klar bullish.
Nasdaq
Im Nasdaq sieht die Lage weiterhin extrem stark aus.
Wir haben gestern erneut einen starken bullischen Impuls von rund 1,2% gesehen und notieren nahezu an den Allzeithochs bei rund 29.500 Punkten.
Wie bereits gestern im Video angesprochen, halte ich die 30.000er Marke weiterhin für sehr wahrscheinlich. Die Frage bleibt eher, ob wir das bereits heute oder erst kommende Woche sehen.
Kurzfristig bleibt allerdings relevant, ob weitere Gewinnmitnahmen bei Nvidia auftreten.
US30
Der US30 bleibt ebenfalls extrem spannend.
Ich hatte bereits darauf hingewiesen:
Sobald wir nachhaltig über die 50.000 laufen, werden die Allzeithochs aus Februar wieder extrem realistisch.
Genau das sehen wir aktuell. Der Index notiert bei rund 50.475 Punkten und bleibt auf Wochenbasis extrem stark mit einer klar bullischen Dynamik.
Für mich sind neue Allzeithochs heute definitiv möglich – bevor zum Wochenende eventuell erste Gewinnmitnahmen einsetzen.
DAX – Charttechnischer Tagesausblick
Auch im DAX haben wir gestern erneut eine starke Dynamik gesehen.
Ich hatte darauf hingewiesen, dass die 24.500 nochmal angelaufen werden könnten – genau dort kamen starke Käufe rein. Nachdem wir die wichtige Zone um 24.800 überschritten hatten, sahen wir zunächst eine stärkere bearish Reaktion, wurden anschließend aber wieder massiv aufgekauft.
Aktuell notieren wir direkt an den gestrigen Tageshochs bei knapp 24.900 Punkten.
Für den weiteren Verlauf bleibt jetzt entscheidend, ob wir den gestrigen Höchstkurs bei 24.925 nachhaltig brechen können.
Sollte das passieren, sehe ich eine Fortsetzung Richtung:
• 25.000
• 25.150
• und anschließend potenziell sogar Richtung 25.400
Vor allem wenn geopolitisch weitere Entspannung reinkommt, halte ich auch einen schnellen Spike Richtung 25.400 durchaus für möglich.
Insgesamt bleibt festzuhalten:
Sollten wir die 25.000 nachhaltig überwinden, rückt das Allzeithoch im DAX wieder deutlich näher. Aktuell fehlen lediglich rund 2,6%.
Falls wir allerdings keinen Breakout schaffen und die Kraft kurzfristig ausgeht, bleibt die Zone um 24.800 extrem wichtig. Dort liegen mehrere relevante technische Levels:
• Wochenhoch KW16
• Jahreshöchstkurs 2025
• April-Monatshoch
Das bleibt für mich ein sehr interessantes Long-Szenario.
Sollte diese Zone allerdings nicht halten, sehe ich die nächste starke Kaufzone erst wieder bei:
• 24.620
• beziehungsweise erneut bei 24.500
Im aktuellen Marktumfeld halte ich noch tiefere Rücksetzer allerdings eher für weniger wahrscheinlich, solange keine neuen Geopolitischen Eskalationen reinkommen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wie seht ihr den DAX heute?
Knacken wir die 25.000 bereits heute oder sehen wir vor dem Wochenende nochmal Gewinnmitnahmen?
Schaut euch gerne nochmal das gestrige YouTube-Video an, dort bin ich auf alle Märkte deutlich ausführlicher eingegangen.
Morgen kommt wie jede Woche mein Wochenrückblick und am Sonntag folgt der neue Wochenausblick.
Ich wünsche euch einen entspannten Freitag und einen guten Start ins Wochenende, Gute Trades!
DAX Tagesausblick – 21. Mai - 25.000 Marke wieder erreichbar!Marktüberblick zwischen Geopolitik, FED und KI-Euphorie
Die Märkte starten heute weiterhin in einem insgesamt klaren Risk-on-Umfeld, allerdings bleibt die Lage gleichzeitig extrem sensibel und stark abhängig von geopolitischen Schlagzeilen, der zukünftigen FED-Politik sowie der Entwicklung rund um den KI-Sektor. Vor allem die Kombination aus geopolitischer Entspannung im Nahen Osten, den starken NVIDIA-Earnings und gleichzeitig weiterhin robusten US-Wirtschaftsdaten sorgt aktuell dafür, dass die Aktienmärkte weiter Stärke zeigen und erneut Richtung Allzeithochs tendieren.
Geopolitisch standen zuletzt erneut die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormus im Fokus. Donald Trump äußerte sich zuletzt erneut vergleichsweise optimistisch und sprach von Fortschritten bei möglichen Verhandlungen sowie laufenden Gesprächen hinter den Kulissen. Genau diese Aussagen sorgten gestern dafür, dass sich die Märkte etwas beruhigen konnten und insbesondere der Ölpreis deutlicher zurückkam. Der Markt interpretiert das aktuell als Zeichen dafür, dass zumindest kurzfristig keine vollständige Eskalation im Nahen Osten bevorsteht.
Trotzdem bleibt die Lage weiterhin fragil. Vor allem die Straße von Hormus bleibt für die Märkte extrem relevant, da dort ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird. Sollte es dort erneut zu stärkeren Spannungen oder Einschränkungen kommen, könnte der Ölpreis sehr schnell wieder deutlich steigen, was wiederum direkten Einfluss auf Inflation, FED-Erwartungen und die gesamte Marktstimmung hätte. Zusätzlich bleiben auch geopolitische Themen wie NATO-Spannungen, die Situation zwischen China und Taiwan sowie allgemein die Unsicherheit rund um globale Lieferketten weiterhin Risikofaktoren für die Märkte.
Vor allem China und Taiwan bleiben für den Technologiesektor extrem wichtig. Eine weitere Eskalation dort hätte direkte Auswirkungen auf Halbleiterproduktion, Lieferketten und die gesamte KI-Industrie. Aktuell bleibt es dort zwar vergleichsweise ruhig, allerdings reicht bereits eine einzige neue Schlagzeile aus, um die Volatilität kurzfristig deutlich ansteigen zu lassen.
FED, Inflation und Kevin Warsh im Fokus
Neben der Geopolitik stand gestern erneut die US-Notenbank im Mittelpunkt. Die veröffentlichten FOMC-Meeting-Minutes wurden insgesamt klar hawkish interpretiert und haben gezeigt, dass die FED weiterhin erhebliche Inflationsrisiken sieht. Besonders auffällig war, dass mehrere Mitglieder offen darüber gesprochen haben, dass Zinserhöhungen erneut notwendig werden könnten, falls die Inflation nicht nachhaltig zurückkommt oder durch geopolitische Entwicklungen erneut angeheizt wird.
Vor allem die Kombination aus steigenden Energiepreisen, robustem Konsum, stabiler Wirtschaft und weiterhin starken AI-Investitionen sorgt dafür, dass die FED aktuell nur sehr wenig Spielraum für schnelle Zinssenkungen hat. In den Minutes wurde mehrfach betont, dass insbesondere die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf Ölpreise und Inflation genau beobachtet werden. Gleichzeitig bleibt die Sorge bestehen, dass sich höhere Energiepreise über Lieferketten und Produktionskosten weiter auf die Gesamtinflation übertragen könnten.
Zusätzlich rückt jetzt Kevin Warsh immer stärker in den Mittelpunkt. Der neue FED-Chairman soll am Freitag offiziell vereidigt werden und genau das sorgt aktuell ebenfalls für Unsicherheit am Markt. Ursprünglich wurde von vielen Marktteilnehmern erwartet, dass unter Warsh möglicherweise schneller Zinssenkungen kommen könnten. Mittlerweile preist der Markt jedoch zunehmend ein, dass die FED länger hawkish bleiben könnte.
Besonders interessant war gestern außerdem, dass mittlerweile sogar wieder Wahrscheinlichkeiten für mögliche Zinserhöhungen im Jahr 2026 diskutiert werden. Noch vor einigen Monaten war der Markt fast ausschließlich auf Zinssenkungen fokussiert. Genau dieser Shift zeigt aktuell sehr deutlich, wie stark sich die Inflationsthematik durch Energiepreise und geopolitische Risiken wieder verschärft hat.
Gleichzeitig bleibt aber auch wichtig: Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannen und Öl wieder deutlicher Richtung 90 Dollar oder tiefer fallen, könnte sich auch der Inflationsdruck wieder schneller abschwächen. Genau deshalb bleiben geopolitische Schlagzeilen aktuell einer der wichtigsten kurzfristigen Markttreiber überhaupt.
NVIDIA Earnings als Schlüsselereignis für den Gesamtmarkt
Das absolute Schlüsselereignis für die Märkte waren gestern die NVIDIA-Earnings – und die Zahlen waren erneut extrem stark.
NVIDIA konnte erneut zeigen, dass die Nachfrage nach AI-Infrastruktur, Data-Centern und Hochleistungschips weiterhin massiv bleibt. Besonders beeindruckend waren dabei vor allem die Gewinnmargen, die weiterhin auf außergewöhnlich hohem Niveau liegen. Die Gross Margin bewegt sich weiterhin bei rund 75 %, was extrem stark ist und deutlich zeigt, wie dominant NVIDIA aktuell im gesamten KI-Sektor positioniert ist.
Zusätzlich bleibt auch der Free Cash Flow enorm stark. Das Unternehmen generiert weiterhin gigantische Cashflows und nutzt diese unter anderem für aggressive Aktienrückkäufe. Besonders wichtig für die Märkte war außerdem die starke Guidance beziehungsweise der positive Outlook für die kommenden Quartale. NVIDIA geht weiterhin von extrem hoher Nachfrage nach AI-Infrastruktur aus und bestätigte damit im Prinzip erneut die gesamte KI-Euphorie, die aktuell den Markt antreibt.
Genau das ist für den Gesamtmarkt aktuell entscheidend. NVIDIA ist mittlerweile weit mehr als nur eine einzelne Aktie. Das Unternehmen gilt inzwischen als eine Art Gradmesser für die gesamte KI-Thematik und damit auch für einen großen Teil des aktuellen Markt-Momentums im Technologiesektor.
Besonders positiv ist aktuell außerdem, dass wir trotz der starken Zahlen bislang noch keine völlig übertriebene Nachbörsenreaktion sehen. Die Aktie zeigt zwar Stärke, allerdings ohne komplett parabolisch zu eskalieren. Das wirkt momentan eher gesund und spricht dafür, dass der Markt die Zahlen zwar klar positiv interpretiert, gleichzeitig aber nicht komplett irrational euphorisch wird.
Für den Gesamtmarkt bleibt damit aktuell klar: Solange die KI-Thematik intakt bleibt und Unternehmen wie NVIDIA weiterhin solche Zahlen liefern, bleibt das Umfeld grundsätzlich positiv für Risk Assets und insbesondere für den Technologiesektor.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen erneut mehrere wichtige US-Wirtschaftsdaten an, die insbesondere für die kurzfristige Marktbewegung relevant werden dürften.
Um 14:30 Uhr wird zunächst der Philadelphia Fed Manufacturing Index veröffentlicht. Der Forecast liegt bei 17,6 nach zuvor 26,7 Punkten. Auch wenn ein Rückgang erwartet wird, bleibt der Index weiterhin deutlich im positiven Bereich. Wichtig dabei: Werte über 0 signalisieren grundsätzlich weiterhin Wachstum beziehungsweise verbesserte wirtschaftliche Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe. Der Markt wird heute vor allem darauf achten, wie stark die tatsächlichen Daten vom Forecast abweichen. Sollten die Daten deutlich stärker ausfallen, könnte das erneut als Zeichen einer robusten US-Wirtschaft interpretiert werden. Schwächere Daten dagegen könnten kurzfristig Rezessionsängste oder Zinssenkungshoffnungen verstärken.
Ebenfalls um 14:30 Uhr folgen die Initial Jobless Claims. Hier liegt der Forecast bei 210K nach zuvor 211K. Diese Daten gelten als früher Indikator für die Lage am US-Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt bleibt aktuell einer der wichtigsten Faktoren für die FED, da ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt Inflationsdruck aufrechterhalten kann. Besonders starke Marktreaktionen entstehen hier meistens dann, wenn die Zahlen deutlich vom Forecast abweichen.
Später um 15:45 Uhr folgen außerdem die S&P Global PMI-Daten für den Manufacturing- und den Servicesektor. Beim Manufacturing PMI liegt der Forecast bei 53,8 nach zuvor 54,5. Zwar wird also ein leichter Rückgang erwartet, allerdings signalisiert alles über 50 weiterhin wirtschaftliche Expansion. Ähnlich sieht es auch beim Services PMI aus, der mit 51,1 leicht über dem vorherigen Wert von 51,0 erwartet wird.
Gerade diese PMI-Daten dürften heute wichtig werden, um besser einschätzen zu können, ob die US-Wirtschaft weiterhin stark genug bleibt, um höhere Zinsen länger auszuhalten oder ob erste deutliche Abkühlungssignale sichtbar werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
Die Marktstruktur bleibt aktuell insgesamt klar Risk-on.
Bei NVIDIA sehen wir trotz der starken Earnings bislang noch keine völlig eskalierende Marktreaktion. Die Aktie zeigt Stärke, bleibt aber bislang vergleichsweise kontrolliert. Das ist grundsätzlich eher positiv zu bewerten, da übertriebene Euphorie kurzfristig oft auch ein Warnsignal wäre.
Am Bondmarkt sahen wir gestern dagegen Schwäche bei den Bondpreisen beziehungsweise steigende Renditen. Das passt insgesamt zum hawkish interpretierten FED-Protokoll und der weiterhin robusten Wirtschaftslage. Gleichzeitig zeigte sich beim US-Dollar erneut Schwäche. Der Dollar Index reagierte zuletzt erneut im Bereich der 99,5er Zone und befindet sich aktuell weiter in einer Range. Entscheidend bleibt jetzt, ob wir nachhaltig unter die 99 fallen oder ob der Dollar wieder Stärke Richtung 100 aufbauen kann.
Der VIX ist gestern deutlich zurückgekommen und notiert aktuell bei rund 17,43 Punkten. Damit bleibt die Volatilität weiterhin auf relativ entspanntem Niveau. Solange der VIX unter 20 bleibt, spricht das grundsätzlich eher für stabile Marktbedingungen und ein weiterhin positives Umfeld für Risk Assets.
Beim Ölpreis sahen wir gestern dagegen einen deutlichen Rücksetzer von knapp 5 %. Hintergrund waren vor allem Hoffnungen auf Entspannung im Nahen Osten. Trotzdem bleibt Öl weiterhin hoch und notiert weiterhin nahe der wichtigen 100-Dollar-Marke. Für die Inflation wäre eine nachhaltige Bewegung zurück Richtung 90 Dollar oder tiefer extrem wichtig. Genau deshalb bleibt der Ölmarkt aktuell einer der entscheidenden Faktoren für Inflation und FED-Erwartungen.
Risk Assets bleiben stark
Bitcoin zeigt weiterhin Stärke. Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass ein Bruch über das Weekly High bei 77.500 weiteres Momentum auslösen könnte. Genau das sehen wir aktuell. Die heutige Daily-Kerze konnte bereits das gestrige Hoch brechen. Solange das allgemeine Risk-on-Umfeld stabil bleibt, halte ich einen weiteren Anlauf Richtung 82.500 durchaus für realistisch. Wichtig bleibt allerdings, dass wir nicht wieder nachhaltig unter die 77.400 zurückfallen.
Auch der S&P 500 zeigte gestern erneut stark bullisches Momentum. Nach dem kurzfristigen Rücksetzer kam es zu einem sehr starken Daily Close von rund +1,17 %. Vor allem die Kombination aus geopolitischer Entspannung und starken NVIDIA-Earnings unterstützte die Märkte deutlich.
Der NASDAQ bleibt ebenfalls extrem stark. Die psychologisch wichtige 30.000er Marke rückt zunehmend in den Fokus. Solange wir nicht nachhaltig unter 28.500 fallen, bleibe ich persönlich weiterhin vorsichtig mit Shorts. Das aktuelle Umfeld bleibt klar von AI-Euphorie und Risk-on-Momentum geprägt.
Beim Dow Jones konnten wir uns erneut klar über der 49.500er Zone stabilisieren und anschließend sogar die 50.000er Marke zurückerobern. Jetzt wird entscheidend, ob das gestrige Tageshoch bei rund 50.120 Punkten nachhaltig gebrochen werden kann. Sollte das passieren, halte ich einen weiteren Lauf Richtung Allzeithoch durchaus für realistisch.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX bleibt für mich übergeordnet weiterhin bullisch. Trotz der starken Rejection vom Dienstag konnten wir die wichtige 24.500er Zone erfolgreich verteidigen und anschließend erneut stark nach oben drehen. Der Markt arbeitete zunächst noch einmal das Tagestief ab und zeigte danach sehr bullisches Momentum bis in den Bereich rund um 24.900 Punkte.
Besonders wichtig bleibt jetzt die Zone rund um:
• Wochenhoch,
• Jahreshoch 2025,
• sowie das Monatshoch aus April.
Genau dort sehen wir aktuell weiterhin Widerstand. Der gestrige Daily Close lag bei rund 24.741 Punkten und damit weiterhin knapp unter diesen entscheidenden Bereichen.
Für heute kann ich mir gut vorstellen, dass wir zunächst noch einmal einen kleineren Rücksetzer Richtung 24.620 oder sogar 24.500 sehen, bevor ein erneuter Angriff auf die 25.000er Marke startet. Solange wir nicht nachhaltig unter 24.500 schließen, bleibt das bullische Gesamtbild für mich weiterhin intakt.
Sollten wir dagegen direkt weiteres Momentum sehen und das gestrige Tageshoch bei rund 24.900 Punkten brechen, halte ich auch einen direkten Angriff auf die psychologisch extrem wichtige 25.000er Marke für absolut realistisch.
Übergeordnet bleibe ich weiterhin bullish gestimmt. Ich hatte bereits im Wochenausblick darauf hingewiesen, dass ich insgesamt eher mit einem erneuten Angriff Richtung neue Hochs rechne und dass Long-Setups aktuell weiterhin deutlich mehr Sinn ergeben als aggressive Shorts gegen das Momentum.
Später folgt noch ein ausführlicheres Fundamental- und Makro-Video auf YouTube mit noch tieferer Analyse zu:
• FED,
• Inflation,
• Bonds,
• NVIDIA,
• AI,
• Geopolitik
• und den aktuellen Marktstrukturen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen guten Start in den Trading-Tag und erfolgreiche Trades!
DAX Tagesausblick 20. Mai – Nvidia Earnings im Fokus!Fundamentale und geopolitische Lage
Iran und die Straße von Hormuz
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin das dominante Thema an den Märkten. Vor allem Iran und die Straße von Hormuz stehen weiter im absoluten Fokus, da die Situation direkten Einfluss auf den Ölpreis, die Inflationserwartungen und damit auch auf die globale Geldpolitik hat. Gestern kamen erneut zahlreiche Meldungen rund um mögliche Verhandlungen zwischen den USA und Iran, gleichzeitig aber auch neue Hinweise darauf, dass die Lage jederzeit wieder eskalieren könnte.
Trump erklärte mehrfach, dass innerhalb der nächsten Tage Entscheidungen bezüglich Iran getroffen werden könnten und dass man zwar weiterhin auf Verhandlungen setzt, militärische Optionen aber nicht ausgeschlossen sind. Gleichzeitig berichteten mehrere Medien, dass Iran den USA einen neuen Friedensvorschlag unterbreitet haben soll. Dieser beinhaltet unter anderem ein Ende der Kampfhandlungen, einen Rückzug von US-Truppen aus Regionen nahe Iran sowie Reparationszahlungen für Kriegsschäden. Trotzdem sehen Vermittler laut WSJ und Reuters weiterhin kaum Fortschritte in den Gesprächen. Auch die NATO mischte sich inzwischen ein und erklärte, dass ein möglicher Einsatz in der Straße von Hormuz diskutiert werde, falls die Route bis Juli nicht wieder vollständig geöffnet wird.
Zusätzlich wurde bekannt, dass die USA offenbar erneut einen Iran-linked Öltanker abgefangen haben. Genau diese Meldungen zeigen, dass die Situation trotz einzelner diplomatischer Aussagen weiterhin extrem angespannt bleibt. Die Straße von Hormuz bleibt dabei das zentrale Thema, weil ein großer Teil der weltweiten Öltransporte über genau diese Route läuft. Solange dort keine echte Entspannung eintritt, bleibt das Risiko hoher Ölpreise und damit höherer Inflation bestehen.
Auch mehrere US-Vertreter machten gestern erneut deutlich, dass steigende Energiepreise aktuell wieder ein ernstes Inflationsproblem darstellen könnten. Genau deshalb reagieren die Märkte momentan extrem sensibel auf jede neue Schlagzeile rund um Iran, Öl und mögliche Eskalationen.
China / Taiwan
Auch geopolitisch rund um China bleibt die Lage angespannt. Reuters berichtete zuletzt, dass China offenbar russische Militärkräfte trainiert haben soll, die teilweise bereits wieder im Ukraine-Krieg eingesetzt werden. Gleichzeitig treffen sich Xi Jinping und Wladimir Putin erneut, während sich die Spannungen zwischen den globalen Machtblöcken weiter verschärfen.
Parallel dazu bleibt auch Taiwan weiterhin ein sensibles Thema für die Märkte. Gerade die Halbleiter- und KI-Industrie hängt extrem stark von Stabilität in der Region ab. Das betrifft vor allem Unternehmen wie Nvidia, AMD oder TSMC. Jede Eskalation hätte direkte Auswirkungen auf Lieferketten, Chipproduktion und globale AI-Infrastruktur.
Zusätzlich laufen aktuell wieder Gespräche zwischen den USA und China bezüglich möglicher Handelsabkommen und Zollthemen. Laut Reuters werden dabei auch neue Handelslockerungen diskutiert. Trotzdem bleibt die Lage insgesamt fragil und geopolitische Risiken bleiben weiterhin ein zentraler Belastungsfaktor für die Märkte.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Auch fundamental gab es gestern wieder einige wichtige Aussagen von Zentralbanken und Regierungsvertretern. Besonders im Fokus standen erneut steigende Bondrenditen und die Sorge, dass Inflation länger hoch bleiben könnte als vom Markt ursprünglich erwartet.
EZB-Vertreter Nagel erklärte unter anderem, dass sich die EZB zunehmend vom bisherigen Baseline-Szenario entfernt und dass Energieschocks deutlich persistenter bleiben könnten. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass möglicherweise bereits im Juni erneut gehandelt werden müsse. Damit bleibt das Thema Inflation auch in Europa weiterhin absolut relevant.
Zusätzlich stiegen die globalen Bondrenditen erneut deutlich an. Vor allem die US-30Y-Yields bleiben weiterhin auf extrem hohen Niveaus und erreichten zuletzt Mehrjahreshochs. Teilweise wurden gestern sogar wieder höhere Wahrscheinlichkeiten für mögliche FED-Hikes bis Ende 2026 eingepreist. Genau das belastet momentan vor allem den gesamten Tech-Sektor und hoch bewertete AI-Aktien.
Auch die steigenden Ölpreise spielen dabei weiterhin eine enorme Rolle. Der Markt hat aktuell große Sorgen, dass Energiepreise die Inflation erneut anheizen könnten und dadurch Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden.
Fundamentale Daten heute
Heute steht mit Abstand das wichtigste Event der Woche an: die Nvidia Earnings heute Abend nach US-Börsenschluss.
Nvidia ist mittlerweile eines der wichtigsten Unternehmen weltweit geworden und bewegt durch seine enorme Gewichtung praktisch den gesamten Markt. Vor allem im Nasdaq macht Nvidia inzwischen rund 13 bis 14 Prozent aus. Entsprechend könnten schwache Zahlen oder eine enttäuschende Guidance heute Abend massive Rücksetzer im gesamten Tech-Sektor auslösen. Sollten die Zahlen dagegen erneut deutlich besser ausfallen als erwartet und die Guidance weiterhin extrem bullish bleiben, könnte das die nächste große AI-Euphoriewelle starten und die Märkte wieder Richtung All-Time-Highs treiben.
Bereits seit letzter Woche Donnerstag sieht man bei Nvidia erste Schwäche. Die Aktie verlor bereits rund sieben Prozent, was zeigt, dass Marktteilnehmer vor den Earnings zunehmend Unsicherheit einpreisen. Heute Abend wird sich entscheiden, ob Nvidia die Erwartungen erneut schlagen kann oder ob wir erste größere Schwäche im AI-Hype sehen.
Heute Morgen kamen außerdem bereits die deutschen PPI-Daten rein. Der German PPI Year over Year lag bei 1,2 Prozent, erwartet wurden 2,0 Prozent, zuvor lagen die Daten bei 2,5 Prozent. Die PPI-Daten messen die Preisentwicklung der Hersteller und gelten als früher Inflationsindikator. Hier sieht man momentan klar, dass die Inflation in Deutschland weiter abflacht.
Später heute stehen dann die europäischen CPI-Daten im Fokus. Beim Eurozone CPI Year over Year liegt der Forecast bei 3,0 Prozent, genauso wie der Previous-Wert. Beim Core CPI ohne Energie und Lebensmittel liegt Forecast ebenfalls bei 2,2 Prozent. Hier bleibt entscheidend, ob die Inflation unter den Erwartungen liegt oder ob wir erneut stärkere Inflationsdaten sehen.
Am Nachmittag folgen dann noch die US Crude Oil Inventories. Forecast liegt bei minus 2,5 Millionen Barrel, zuvor lagen die Lagerbestände bei minus 4,306 Millionen Barrel. Hier bleibt entscheidend, ob das Angebot knapper ist als erwartet. Eine stärkere Angebotsverknappung würde erneut bullish auf Öl wirken und die Inflationserwartungen weiter anheizen.
Heute Abend folgen dann zusätzlich noch die FOMC Meeting Minutes. Dort wird besonders wichtig sein, wie die FED die aktuelle Inflation bewertet, wie man die weitere Zinspolitik einschätzt und ob Hinweise auf spätere Zinssenkungen oder weiterhin restriktive Geldpolitik kommen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
Bei Öl sehen wir heute erste leichte Schwäche, nachdem wir gestern erneut einen starken Handelstag gesehen haben. Trotzdem handelt Öl weiterhin deutlich über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke und liegt aktuell bei rund 103,12 Dollar. Damit bleibt Inflation weiterhin das zentrale Thema. Solange es keine echte Entspannung in der Straße von Hormuz gibt, bleibt das Risiko weiter steigender Energiepreise bestehen.
Bei den US-Bonds sehen wir weiterhin extrem hohe Renditen. Gestern stiegen die Yields erneut an, heute sehen wir zwar erste leichte Rücksetzer, trotzdem bleibt das Niveau insgesamt sehr hoch. Genau diese hohen Bondrenditen unterstützen aktuell auch den US-Dollar. Der DXY schloss erneut nahe der oberen Begrenzung seiner aktuellen Range rund um 99,5. Sollten die Bonds weiter steigen und zusätzliche Safe-Haven-Nachfrage in den Markt kommen, halte ich einen weiteren Anstieg Richtung 100 beziehungsweise 100,5 weiterhin für realistisch.
Der VIX handelt aktuell bei 18,18 Punkten und damit weiterhin unter der wichtigen 20er-Marke. Das zeigt, dass die Volatilität zwar erhöht bleibt, Marktteilnehmer aktuell aber noch nicht wirklich panisch sind.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin zeigt aktuell erste bullische Reaktionen auf Tagesbasis. Momentan versuchen wir bereits das gestrige Tageshoch herauszunehmen. Entscheidend bleibt jetzt, ob wir das Weekly High bei 77.850 brechen können und dadurch neues Momentum Richtung der letzten Highs bekommen.
Im S&P 500 sahen wir gestern erneut einen Rücksetzer von rund 0,75 Prozent. Wirklich dramatisch ist das bisher noch nicht, allerdings wurde das Weekly Low bei 7.333 bereits gebrochen. Für mich bleibt heute entscheidend, wie der Markt die Nvidia Earnings einpreist und wie die Zahlen heute Abend tatsächlich ausfallen. Ich hatte bereits mehrfach erwähnt, dass ich bei einem nachhaltigen Bruch unter das Weekly Low den nächsten relevanten Bereich eher Richtung 7.200 sehe. Eine solche Korrektur wäre aus meiner Sicht weiterhin völlig normal und gesund.
Im Nasdaq sehen wir ein sehr ähnliches Bild. Auch hier wurde das Weekly Low bereits gebrochen, aktuell sehen wir allerdings erste bullische Reaktionen. Wir sind unter die 28.600 gefallen und entscheidend bleibt jetzt, ob wir nachhaltig unter 28.500 brechen und dadurch weiteres Momentum Richtung 28.000 bekommen. Genau hier sieht man auch wieder, wie wichtig Nvidia heute Abend sein wird.
Beim US30 kam gestern erneut bearishes Momentum rein und wir schlossen erneut unter 49.500 Punkten. Kurzfristig kann ich mir hier durchaus noch eine Korrektur Richtung 49.000 oder sogar 48.900 vorstellen, bevor wir die Hochs erneut angreifen. Trotzdem bleibe ich übergeordnet weiterhin bullish. Sollten wir uns nachhaltig über 49.500 stabilisieren, halte ich die 50.000 weiterhin für sehr realistisch. Mit positiven Nvidia Earnings, stabilen Märkten und einer möglichen Deeskalation im Nahen Osten halte ich sogar neue All-Time-Highs weiterhin für möglich.
DAX charttechnische Analyse
Der DAX zeigte gestern einen bearishen Schlusskurs und wurde erneut stark an der Zone rund um 24.700 rejected. Das Jahres- und Monatshoch im Bereich 24.800 wurde damit erneut nicht erreicht. Ich hatte bereits im gestrigen YouTube-Video darauf hingewiesen, dass ich mir einen erneuten Abgriff unter das wichtige Cluster im Bereich 24.150 gut vorstellen kann und genau das sehen wir aktuell bereits.
Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten. Für das bearishe Szenario bleibt jetzt entscheidend, ob wir erneut unter 24.150 fallen. Sollte das passieren, halte ich weitere Rücksetzer Richtung 24.100 beziehungsweise 24.000 für realistisch.
Für das bullishe Szenario bleibt dagegen entscheidend, dass wir uns wieder nachhaltig über der Schlüsselzone von 24.500 stabilisieren. Dann kann ich mir weiterhin vorstellen, dass wir zunächst Richtung 24.800 laufen, dort einen kurzen Rücksetzer sehen und anschließend sogar die 25.000 anlaufen.
Selbst wenn wir kurzfristig unter das aktuelle Tageslow bei 24.150 fallen sollten, bleibe ich insgesamt weiterhin eher bullish und extrem vorsichtig mit Shorts. Für eine größere Abwärtsbewegung braucht es meiner Meinung nach weiterhin einen klaren fundamentalen Trigger, der die übergeordnete Long-Struktur wirklich bricht.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Morgen kommt nochmal ein ausführlicheres YT Video zu den Nvidia Earnings online.
Wie seht ihr die Nvidia Earnings heute?
Kann Nvidia erneut positiv überraschen und die Guidance weiterhin extrem bullish halten oder sehen wir erste Schwäche im AI-Hype?
Ich wünsche euch einen guten Handelstag und gute Trades!
DAX Tagesausblick 19. Mai -Was die meisten diese Woche übersehenKurz vorab:
Ich habe heute übrigens auch wieder ein ausführliches YouTube Video zum aktuellen Marktumfeld hochgeladen. Wer sich die komplette Analyse lieber im Detail mit Charts, Makrolage, Bonds, Öl, Nvidia und DAX ansehen möchte, kann dort gerne vorbeischauen 🤝
Fundamentale & geopolitische Lage
Die Märkte bleiben weiterhin extrem stark von der geopolitischen Lage im Nahen Osten beeinflusst. Über das gesamte Wochenende hinweg gab es nahezu im Stundentakt neue Schlagzeilen rund um Iran, die USA, mögliche Waffenruhen, neue Verhandlungen, potenzielle Angriffe sowie Diskussionen über Sanktionen und die Straße von Hormus. Genau diese widersprüchlichen Meldungen sorgen aktuell dafür, dass die Märkte praktisch jede einzelne Headline sofort einpreisen und dadurch extrem nervös und volatil reagieren.
Zeitweise gab es Meldungen über mögliche Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und Iran. Diskutiert wurden unter anderem ein langfristiges Einfrieren des iranischen Atomprogramms, eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus sowie potenzielle Lockerungen von Öl-Sanktionen. Kurz darauf kamen allerdings wieder deutlich aggressivere Aussagen aus Washington. Mehrere US-Offizielle bezeichneten die iranischen Vorschläge weiterhin als unzureichend und machten klar, dass militärische Optionen weiterhin geprüft würden. Trump selbst sprach mehrfach davon, dass Iran bald wissen werde, „was passieren wird“, während zwischenzeitlich sogar Meldungen über mögliche Angriffsvorbereitungen kursierten.
Genau das ist aktuell das Problem für die Märkte: Wir befinden uns momentan in einer extrem headlinegetriebenen Marktphase. Innerhalb weniger Minuten wechseln die Märkte teilweise komplett die Richtung, je nachdem ob gerade eher deeskalierende oder eskalierende Schlagzeilen über die Ticker laufen.
Auch die Straße von Hormus bleibt dabei weiterhin einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass der Schiffsverkehr weiterhin eingeschränkt bleibt und die Lage dort extrem angespannt ist. Genau deshalb bleibt auch Öl aktuell so wichtig für die Märkte.
Zusätzlich sollte man diese Woche aber noch einen zweiten extrem wichtigen Punkt auf dem Schirm haben, über den meiner Meinung nach aktuell viel zu wenig gesprochen wird: Nvidia.
Viele Marktteilnehmer fokussieren sich aktuell fast ausschließlich auf Iran, Öl und Geopolitik und unterschätzen dabei komplett, wie wichtig die Nvidia Earnings morgen für den Gesamtmarkt werden könnten. Nvidia macht inzwischen rund 13–14% des gesamten Nasdaq aus und etwa 7–8% des gesamten SPX. Der gesamte Tech- und KI-Sektor liegt im SPX inzwischen sogar bei knapp 40% Gewichtung. Damit hängen inzwischen enorme Teile des gesamten US-Marktes indirekt am KI-Sektor und damit letztendlich auch an Nvidia.
Besonders interessant waren dabei die jüngsten Aussagen von Jensen Huang. Er sprach erneut davon, dass der Ausbau der AI-Infrastruktur vermutlich noch viele Jahre weitergehen wird und die Nachfrage nach Speicher- sowie Rechenkapazitäten aktuell deutlich schneller wächst als das Angebot überhaupt mithalten kann. Gleichzeitig erklärte er, dass die globale Chipproduktion zunehmend auch außerhalb Taiwans ausgebaut werden müsse. Genau diese Aussagen zeigen meiner Meinung nach sehr deutlich, dass der KI-Boom aktuell keineswegs vorbei ist und Nvidia weiterhin der absolute Schlüsselwert für den gesamten Technologiesektor bleibt.
Zusätzlich bleibt auch China und Taiwan weiterhin ein wichtiger geopolitischer Faktor. Huang äußerte sich zuletzt etwas optimistischer bezüglich China und sprach davon, dass sich der chinesische Markt langfristig möglicherweise weiter öffnen könnte. Trotzdem bleibt die gesamte Halbleiter- und Lieferketten-Thematik weiterhin hochsensibel.
Fundamentaldaten & Wirtschaftsdaten im Überblick
Fundamental bleibt der heutige Tag insgesamt eher ruhig. Größere Makrodaten stehen kaum an und der Fokus der Märkte liegt weiterhin hauptsächlich auf den geopolitischen Headlines sowie auf den Nvidia Earnings morgen.
Trotzdem sollte man heute einige Notenbanksprecher definitiv im Auge behalten. Besonders wichtig werden:
• Fed-Mitglied Waller,
• EZB-Mitglied Lane,
• sowie Bundesbank-Vizepräsident Buch.
Hier wird der Markt vor allem darauf achten, ob neue Aussagen kommen zu:
• Zinssenkungen,
• Inflation,
• Monetary Policy,
• dem allgemeinen monetären Umfeld,
• oder den Auswirkungen der steigenden Energiepreise auf die Geldpolitik.
Gerade weil Öl weiterhin so hoch notiert und die geopolitische Lage angespannt bleibt, könnten Kommentare zur Inflation oder zu möglichen Zinssenkungen heute durchaus wieder stärkere Bewegungen auslösen.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil notiert aktuell bei rund 102,77 USD und bleibt damit weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Gestern haben wir zunächst einen Spike bis etwa 105,40 USD gesehen, bevor der Markt wieder etwas abverkauft wurde. Trotzdem bleibt entscheidend, dass wir uns weiterhin klar oberhalb der psychologisch extrem wichtigen 100-Dollar-Marke befinden.
Damit bleibt auch das Inflationsrisiko weiterhin aktiv. Solange Öl auf diesem Niveau bleibt, gibt es aktuell kaum wirkliche Entspannung beim Thema Energiepreise und Inflation. Genau das ist aktuell auch einer der Hauptgründe dafür, weshalb die Bondrenditen weiterhin so hoch bleiben.
Besonders die langen US-Renditen bleiben aktuell extrem wichtig für die Märkte. Die US10Y notiert weiterhin bei rund 4,60%, während die US30Y sogar über 5,13% liegt. Damit signalisiert der Bondmarkt weiterhin:
• hohe Inflationserwartungen,
• enorme Staatsdefizite,
• hohe Refinanzierungskosten,
• und die Erwartung, dass Zinsen möglicherweise länger hoch bleiben müssen.
Zwar haben wir gestern erste kleinere Daily-Rejections gesehen, allerdings befinden sich die Renditen heute bereits wieder auf dem Weg nach oben. Eine echte Entspannung ist aktuell also weiterhin nicht sichtbar.
Auch beim Dollar bleibt das Bild insgesamt bullish. Beim DXY haben wir zuletzt zwar kleinere Rejections von den Hochs um 99,36 gesehen, allerdings laufen wir diese Bereiche aktuell bereits wieder an. Die kurzfristigen bearishen Kerzen lassen sich aktuell hauptsächlich auf kleinere Bewegungen am Bondmarkt zurückführen. Insgesamt bleibt der Dollar aber weiterhin stark unterstützt durch hohe Renditen, Safe-Haven-Demand sowie Kapitalzuflüsse in US-Anleihen.
Der VIX notiert weiterhin unter 20 bei rund 18,42 und signalisiert damit aktuell zwar noch keine echte Marktpanik, allerdings bleibt die Nervosität trotzdem deutlich erhöht. Der Markt wirkt aktuell insgesamt sehr sensibel und extrem headlineabhängig.
Risk Assets im Überblick
Bei Bitcoin sehen wir inzwischen ebenfalls die erste bearishere Reaktion, ähnlich wie bei vielen anderen Risk Assets. Das Wochentief wurde bereits unterschritten und nun bleibt entscheidend, ob sich das Short-Momentum fortsetzen kann. Bisher reagiert Bitcoin allerdings insgesamt noch relativ stabil im Vergleich zu anderen Risikoassets. Trotzdem bleibt das allgemeine Risk-Off-Umfeld weiterhin aktiv.
Auch der Nasdaq wirkt aktuell kurzfristig eher bearish. Besonders wichtig bleibt für mich die Zone um 28.500–28.600. Sollten wir diese Weekly-Lows unterschreiten, sehe ich zunächst weiteres Short-Momentum. Gleichzeitig bleibt aber extrem entscheidend, wie die Nvidia Earnings morgen ausfallen und wie viel davon aktuell bereits eingepreist ist.
Aktuell sehen wir bereits leichten Verkaufsdruck im Nasdaq. Trotzdem halte ich es aufgrund des hohen Short-Interests weiterhin für realistisch, dass wir bei starken Nvidia-Zahlen nochmals Richtung 30.000 laufen könnten. Sollte Nvidia jedoch enttäuschen oder die geopolitische Lage weiter eskalieren, dürften besonders Tech- und KI-Werte erneut deutlich unter Druck geraten.
Auch beim SPX bleibt Nvidia inzwischen ein enorm wichtiger Faktor. Der gesamte KI- und Techsektor macht mittlerweile knapp 40% des Index aus. Genau deshalb könnten die morgigen Zahlen enorme Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben. Starke Zahlen und bullish Guidance könnten den Markt erneut deutlich antreiben. Sollten die Zahlen jedoch enttäuschen, sehe ich unter dem Weekly Low zunächst weiteres Shortpotenzial.
Der US30 zeigt sich dagegen weiterhin deutlich stabiler. Dort ist die Tech-Gewichtung wesentlich geringer und Nvidia macht nur rund 3% des gesamten Index aus. Genau deshalb bewegt sich der US30 aktuell insgesamt deutlich ruhiger als Nasdaq oder SPX. Gestern konnten wir hier sogar einen bullishen Daily-Close über 49.500 sehen. Jetzt bleibt entscheidend, ob wir über das gestrige Tageshoch bei 49.805 ausbrechen können. Dann wäre weiteres Momentum Richtung 50.000 und möglicherweise sogar Richtung All-Time-Highs denkbar.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX zeigte gestern genau das Szenario, auf das ich bereits im Wochenausblick hingewiesen hatte: einen massiven Shortsqueeze. Für mich war relativ klar, dass oberhalb der 24.000er Zone nochmals erhebliche Kaufkraft in den Markt kommen könnte, vor allem aufgrund der aktuellen Short-Positionierung vieler Marktteilnehmer.
Genau das haben wir jetzt gesehen.
Der DAX konnte die 24.000 klar zurückerobern, den Freitags-Hochkurs der extrem bearishen Kerze brechen und damit weiteres bullisches Momentum auslösen. Besonders wichtig war dabei auch, dass wir sogar den Höchstkurs vom Freitag komplett engulfen konnten und dadurch erneut starke Kaufkraft in den Markt kam.
Aktuell bleibt für mich entscheidend, wie wir uns heute oberhalb dieser Zone verhalten. Wir haben bereits das gestrige Tageshoch überschritten und solange wir über 24.440 bleiben, bleibe ich kurzfristig bullish gestimmt.
Die nächste entscheidende Schlüsselzone liegt bei 24.500. Sollten wir dort ebenfalls Momentum aufbauen können, halte ich weitere Anstiege Richtung:
• 24.613,
• sowie anschließend 24.700–24.800
für realistisch.
Dort liegen wichtige Wochen- und Monatslevels sowie das bisherige Jahreshoch. Genau dort dürfte sich entscheiden, ob der DAX nochmals ernsthaft die 25.000er Zone angreifen kann.
Das bearish Szenario sehe ich kurzfristig erst wieder unterhalb der 24.100er Zone. Trotzdem halte ich mich mit Shorts aktuell eher zurück und achte momentan eher auf:
• Retest-Einstiege im Bereich 24.000–24.100
oder
• Momentum-Longs oberhalb der aktuellen Tageshochs.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Meinung und Marktanalyse.
Wie seht ihr die Lage aktuell?
Kann Nvidia die extrem hohen Erwartungen morgen erneut schlagen?
Und bleibt der KI-Boom stark genug, um Geopolitik, hohe Bondrenditen und Inflationssorgen weiterhin zu überdecken?
Wünsche euch erfolgreiche Trades und einen guten Handelstag!
DAX Tagesausblick 18. Mai – Kommt jetzt die große Korrektur?Fundamentale & geopolitische Lage
Naher Osten
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin angespannt und dürfte auch zum Wochenstart einer der wichtigsten Markttreiber bleiben. Besonders die Entwicklungen rund um Iran, USA, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen im Fokus.
Die Märkte beobachten aktuell sehr genau, ob es zu einer weiteren Eskalation im Nahen Osten kommt, da dies direkte Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen und Risk Assets haben kann. Gerade die Energiepreise reagieren extrem sensibel auf geopolitische Unsicherheit in dieser Region.
Zusätzlich bleibt das Thema „Sovereign AI“ relevant. Vor allem die Golfstaaten investieren aktuell massiv in AI-Infrastruktur und Rechenzentren. Dies spielt wiederum Nvidia und dem gesamten US-Tech-Sektor in die Karten.
China & Taiwan
Auch die Spannungen zwischen China und Taiwan bleiben weiterhin ein relevanter Risikofaktor für die Märkte. Gerade für den Halbleitersektor und die gesamte globale Lieferkette bleibt Taiwan von enormer Bedeutung.
Eine weitere Eskalation könnte sich direkt auf globale Risk Assets, den Nasdaq und insbesondere AI- und Chipwerte auswirken. Der Markt bleibt hier extrem sensitiv gegenüber geopolitischen Headlines.
Wirtschaftsdaten & fundamentaler Überblick
Heute erwartet uns insgesamt eher ein ruhigerer Tag auf der Makroseite. Im Fokus steht vor allem EZB-Mitglied Elderson. Hier bleibt abzuwarten, ob Aussagen zur Monetary Policy getroffen werden und ob der Ton eher hawkish, neutral oder dovish ausfällt.
Sollten entsprechende Statements kommen, könnte dies kurzfristig Volatilität in die Märkte bringen. Insgesamt bleibt der Fokus heute jedoch klar auf geopolitischen Headlines und weniger auf klassischen Wirtschaftsdaten.
Ganz wichtig diese Woche: Nvidia Earnings.
Nvidia veröffentlicht die Quartalszahlen am Mittwoch nach US-Börsenschluss. Die Erwartungen sind extrem hoch.
Wall Street erwartet aktuell:
* ca. 78,8 Milliarden USD Umsatz
* ca. 1,77 USD EPS
* Gross Margins weiterhin im Bereich von rund 75 %
Besonders wichtig:
Nvidia allein macht mittlerweile rund 7–8 % des gesamten S&P 500 aus und sogar ca. 13–14 % des Nasdaq 100.
Das bedeutet:
Diese Earnings bewegen nicht mehr nur eine einzelne Aktie, sondern potenziell den gesamten Markt.
Sollte Nvidia die extrem hohen Erwartungen nicht erfüllen oder schwache Guidance liefern, könnte dies starke Auswirkungen auf Nasdaq, SPX und allgemein auf den gesamten Risk-Asset-Sektor haben.
Werden die Zahlen hingegen stark aufgenommen und die Erwartungen erneut geschlagen, könnte dies weiteres Momentum im Tech-Sektor auslösen.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil notiert aktuell rund 2 % im Plus bei ca. 103,13 USD.
Wir haben hier ein deutliches Gap-Up gesehen und befinden uns weiterhin stabil über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Zusätzlich konnte der Wochenhöchstkurs der Vorwoche im Bereich von ca. 103,8 USD gebrochen werden.
Das große Bild bleibt damit weiterhin bullisch.
Steigende Energiepreise bedeuten gleichzeitig:
* höhere Inflationssorgen
* steigenden Druck auf Zentralbanken
* potenziell höhere Bondrenditen
Ein weiterer Faktor also, der aktuell für Unsicherheit in den Märkten sorgt.
US-Bonds
Die Bonds bleiben meiner Meinung nach aktuell einer der wichtigsten Faktoren überhaupt und sollten von Marktteilnehmern deutlich stärker beobachtet werden.
Wir befinden uns hier in sehr kritischen Bereichen.
Aktuell:
* 3-Year Bonds: +0,5 %
* 5-Year Bonds: +0,4 %
* 10-Year Bonds: +0,4 %
* 30-Year Bonds: ca. 5,14 % – weiterhin auf extrem hohen Niveaus
Besonders die 10-Year Bonds bleiben entscheidend. Alles über 4,5 % bleibt aus Marktsicht kritisch.
Steigende Bondrenditen bedeuten vereinfacht:
Der Markt verlangt höhere Renditen, um weiterhin US-Dollar und Staatsanleihen zu halten. Dafür werden Bonds verkauft, wodurch die Renditen steigen.
Je höher die Renditen steigen, desto attraktiver werden Bonds und der US-Dollar im Vergleich zu Risk Assets.
Das kann zu Kapitalabflüssen aus:
* Aktien
* Tech
* Krypto
* allgemeinen Risk Assets
führen.
Ein wichtiger Vergleich:
Im Oktober 2023 hatten wir ähnliche extreme Renditeniveaus bei den 30-Year Bonds. Danach fielen die Renditen stark zurück und gleichzeitig startete eine massive Rallye im Nasdaq.
Heißt:
Fallende Bondrenditen = oft bullish für Risk Assets.
Steigende Bondrenditen = eher bearish für Risk Assets.
DXY – US-Dollar Index
Der DXY startet etwas schwächer in die Woche und notiert aktuell bei ca. 99,18.
Trotzdem bleibt der US-Dollar insgesamt weiterhin auf hohem Niveau.
Entscheidend bleibt:
Schafft der DXY den Ausbruch über die 99,5-Zone Richtung 100–100,5 oder fallen wir erneut zurück in die Range und brechen eher Richtung 98,5.
Auch hier bleiben die Bonds mit der entscheidende Faktor.
VIX – Volatilität
Der VIX bleibt aktuell mit rund 18,42 noch vergleichsweise ruhig.
Trotzdem gilt weiterhin:
Ein nachhaltiger Anstieg über die 20er-Marke könnte auf zunehmende Unsicherheit und höhere Volatilität im SPX und allgemein in Risk Assets hindeuten.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Bitcoin hat bereits das Wochenlow bei ca. 76.700 USD gebrochen und kurz darunter gegriffen.
Jetzt bleibt abzuwarten, ob sich dieses Risk-Off-Momentum fortsetzt oder ob erneut Liquidität gesammelt wird und weitere Long-Abgriffe nach oben folgen.
Nasdaq
Im Nasdaq wurde das Wochentief bisher noch nicht signifikant gebrochen.
Ich bleibe hier eher short gerichtet, sobald wir nachhaltig unter die 28.500 brechen.
Solange dies nicht passiert, sehe ich weiterhin Potenzial für weitere Long-Abgriffe nach oben.
SPX
Beim SPX gilt weiterhin dasselbe Bild:
Entscheidend bleibt, ob wir unter das Wochentief kommen.
US30
Im US30 wurde das Wochentief bereits gebrochen und die Zone um 49.000 Punkte erneut angelaufen.
Wie bereits in der Wochenanalyse erwähnt, würde ich den Retest gerne etwas tiefer sehen – idealerweise im Bereich von 48.900–49.000.
Solange wir nicht nachhaltig über 49.500 kommen, bleibe ich hier kurzfristig eher short gerichtet bis zum Abgriff bei 48.900.
Charttechnische Analyse – DAX
Wie bereits gestern im Wochenausblick erwähnt, haben wir nach dem Bruch des Wochentiefs von KW20 im Bereich von ca. 23.800 bereits deutlicheren Verkaufsdruck gesehen.
Die Zone um das Wochentief von KW18 bei ca. 23.630 wurde bereits angelaufen.
Jetzt bleibt für mich entscheidend:
Bullisches Szenario:
Der DAX stabilisiert sich oberhalb des Wochentiefs von KW20 und startet erneut einen Push Richtung 24.000 Punkte.
Bearishes Szenario:
Wir rejecten erneut am Wochentief, fallen darunter und sehen tiefere Preise Richtung 23.500–23.400, um dort weitere Liquidität einzusammeln.
Übergeordnet bleibe ich jedoch weiterhin bullisch, solange wir nicht nachhaltig unter das Wochentief von KW16 bei ca. 23.400 fallen.
Ich halte es aktuell weiterhin für wahrscheinlicher, dass wir nochmals Long-Abgriffe Richtung 24.000 sehen.
Wie wir dort reagieren und ob weiteres Momentum Richtung 24.500 entsteht, hängt stark von:
* Nvidia Earnings
* Bonds
* Inflation
* geopolitischen Entwicklungen und Headlines
ab.
Vor allem Nvidia bleibt hier extrem wichtig.
Durch die enorme Gewichtung im SPX und Nasdaq könnten die Earnings ein massiver algorithmischer Trigger für den gesamten Markt werden.
Sollten die Zahlen enttäuschen, könnte insbesondere der Nasdaq deutlich unter Druck geraten.
Werden die Zahlen hingegen erneut stark aufgenommen und gleichzeitig bleibt das geopolitische Umfeld stabil bzw. entspannt sich sogar weiter, könnten wir nochmals starke Long-Abgriffe in den Aktienmärkten sehen.
Overall bleibe ich daher trotz möglicher Gewinnmitnahmen weiterhin bullish auf Risk Assets.
Wie seht ihr Risk Assets aktuell?
Wie seht ihr den DAX?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche!
Wochenausblick KW21 – Fundamental, Makro & technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die Woche KW21
Kurzes Update vorab:
Ich habe heute zusätzlich meinen YouTube-Kanal gestartet. Dort werde ich künftig regelmäßig ausführlichere Marktanalysen, Wochenausblicke sowie tägliche Einschätzungen in Videoform teilen.
Der aktuelle Wochenausblick für KW21 ist bereits online. Über Support und Feedback freue ich mich natürlich sehr.
Den Link zum Kanal findet ihr auf meinem Profil.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die KW20 stand erneut komplett im Zeichen geopolitischer Unsicherheit, steigender Inflationssorgen sowie eines zunehmend fragilen Marktumfelds. Besonders dominierend blieb weiterhin die Nahost-Thematik rund um den Iran sowie die Situation rund um die Straße von Hormus. Die Märkte handelten über weite Strecken permanent zwischen Hoffnung auf diplomatische Fortschritte und der Angst vor einer erneuten Eskalation.
Im Fokus stand insbesondere die Reise von Donald Trump nach China sowie die Gespräche mit Xi Jinping. Öffentlich wurde die Kommunikation zwar überwiegend konstruktiv dargestellt, jedoch wurde im Verlauf der Woche zunehmend deutlich, dass es letztlich kaum echte Durchbrüche gab. Reuters berichtete mehrfach, dass Trump China ohne substanzielle Ergebnisse verlassen habe. Weder im Handelskonflikt noch im Iran-Thema konnten entscheidende Fortschritte erzielt werden. Dennoch signalisierten beide Seiten weiterhin die Bereitschaft zum Ausbau wirtschaftlicher Kooperationen und bilateraler Handelsbeziehungen.
Gleichzeitig rückte die Straße von Hormus erneut massiv in den Fokus der Märkte. China forderte mehrfach die schnellstmögliche Wiederöffnung der Passage und sprach sich klar gegen weitere Eskalationen aus. Auch iranische Regierungsvertreter signalisierten zwar Gesprächsbereitschaft, machten jedoch gleichzeitig deutlich, dass Iran militärisch vorbereitet sei und die Situation rund um Hormus äußerst kritisch bleibe. Besonders relevant für die Märkte war hierbei die Aussage, dass Schiffe die Passage grundsätzlich passieren könnten – mit Ausnahme von Staaten, die sich im direkten Konflikt mit Iran befinden.
Zusätzlich verschärfte sich das geopolitische Bild rund um Taiwan erneut. Vertreter Taiwans betonten mehrfach die Notwendigkeit weiterer militärischer Vorbereitung sowie zusätzlicher US-Waffenlieferungen. Gleichzeitig erklärte China erneut, dass Taiwan weiterhin das wichtigste Thema innerhalb der sino-amerikanischen Beziehungen bleibe. Trotz diplomatischer Bemühungen blieb der geopolitische Ton insgesamt deutlich aggressiver.
Auch der Ölmarkt blieb hochsensibel. OPEC+ hielt offiziell zwar weiterhin an den bisherigen Produktionslinien fest, gleichzeitig blieb das globale Angebot angespannt. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten den beschleunigten Ausbau neuer Pipelines an, um die Abhängigkeit von der Straße von Hormus langfristig zu reduzieren. Indien erhöhte unterdessen erstmals seit mehreren Jahren Benzin- und Dieselpreise, was die globalen Inflationssorgen zusätzlich verstärkte.
Insgesamt zeigte sich damit erneut ein äußerst fragiles geopolitisches Gesamtbild. Die Märkte hoffen weiterhin auf Diplomatie und wirtschaftliche Kooperationen, gleichzeitig verschärfen sich jedoch unter der Oberfläche die strukturellen Risiken in mehreren geopolitischen Brennpunkten gleichzeitig.
Überblick Wirtschaftsdaten KW21
Fundamental wird die KW21 im Vergleich zur Vorwoche zwar insgesamt etwas ruhiger, dennoch stehen weiterhin mehrere wichtige Inflations-, Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten im Fokus der Märkte.
Bereits am Montag bleibt die Datenlage relativ dünn. Größere High-Impact-Daten stehen nicht an. Im Fokus stehen vor allem vereinzelte Aussagen von EZB- sowie FED-Mitgliedern, darunter Elderson von der EZB. Marktbewegend dürfte dies zunächst jedoch nur begrenzt sein.
Auch am Dienstag bleibt der Wirtschaftskalender vergleichsweise ruhig. Im Fokus stehen erneut Aussagen von EZB-Vertretern wie Lane sowie FED-Mitglied Waller. Besonders relevant bleibt hierbei die Frage, wie restriktiv sich die Zentralbanken weiterhin positionieren und ob Zinssenkungshoffnungen erneut zurückgedrängt werden.
Deutlich spannender dürfte anschließend der Mittwoch werden. Hier rücken insbesondere die deutschen PPI-Daten in den Fokus. Erwartet wird ein Rückgang der Produzentenpreise von zuvor 2,5 % auf 2,1 %. Für den DAX bleibt dies besonders relevant, da die Entwicklung der Produzentenpreise wichtige Hinweise auf den zukünftigen Inflationsdruck innerhalb Deutschlands liefert.
Zusätzlich stehen die CPI-Daten der Eurozone im Mittelpunkt. Die Year-over-Year-Inflation wird weiterhin bei 3,0 % erwartet und bleibt damit deutlich oberhalb des offiziellen 2-%-Ziels der EZB. Auch die Core-CPI-Daten ohne Energie und Lebensmittel werden weiterhin bei 2,2 % erwartet. Besonders entscheidend wird daher sein, ob die Inflationsdaten erneut höher ausfallen als prognostiziert oder ob sich tatsächlich erste nachhaltigere Entspannungstendenzen zeigen.
Parallel dazu bleiben die Crude Oil Inventories hochrelevant. Gerade im aktuellen Umfeld steigender Ölpreise und geopolitischer Unsicherheit könnten niedrigere Lagerbestände erneut zusätzlichen Druck auf den Ölpreis ausüben. Sollte sich hingegen eine weniger starke Angebotsverknappung zeigen, könnte dies kurzfristig entlastend auf den Energiemarkt wirken.
Ebenfalls wichtig werden die FOMC Meeting Minutes. Hier achten die Märkte insbesondere auf Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der FED sowie darauf, wie viele FED-Mitglieder kurzfristig weiterhin Zinssenkungen für unrealistisch halten.
Am Donnerstag rücken anschließend mehrere Konjunkturdaten in den Fokus. Besonders relevant bleiben dabei die PMI-Daten der Eurozone sowie der Philadelphia Fed Manufacturing Index. Beim Philadelphia Fed Index wird zwar ein deutlicher Rückgang von 26,7 auf 17,9 erwartet, jedoch signalisiert ein Wert oberhalb von null weiterhin eine robuste wirtschaftliche Aktivität.
Zusätzlich stehen die Initial Jobless Claims im Fokus. Erwartet wird hier mit 210K weiterhin ein insgesamt stabiler Arbeitsmarkt. Besonders wichtig bleibt hierbei die Frage, ob die US-Wirtschaft trotz steigender Inflation weiterhin robust genug bleibt, um Zinssenkungen hinauszuzögern.
Auch die S&P Global PMI-Daten bleiben entscheidend. Werte oberhalb von 50 signalisieren weiterhin wirtschaftliche Expansion. Erwartet wird aktuell eine leichte Verbesserung gegenüber den Vormonaten, was das Bild einer weiterhin überraschend robusten US-Wirtschaft bestätigen würde.
Am Freitag stehen schließlich die Michigan Consumer Sentiment-Daten, Inflationserwartungen der Verbraucher sowie die deutschen GDP-Daten im Fokus. Besonders die Entwicklung des deutschen BIP bleibt entscheidend für die wirtschaftliche Perspektive innerhalb der Eurozone und damit auch für den DAX.
Insgesamt dürfte die KW21 fundamental zwar ruhiger verlaufen als die extrem datenreiche Vorwoche, dennoch bleibt das Umfeld äußerst sensibel. Besonders Inflation, Ölpreise, Zentralbank-Kommunikation sowie geopolitische Headlines dürften weiterhin die dominante Rolle spielen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte in der Vorwoche erneut massive Stärke zeigen. Nachdem wir zwischenzeitlich kurzfristige Entspannung gesehen hatten, schloss Öl die Woche erneut rund 7 % höher und notiert aktuell wieder oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke bei rund 101,15 USD.
Besonders bemerkenswert war hierbei die Preisreaktion am Freitag. Trotz eines deutlichen Gapdowns aufgrund kurzfristiger Hoffnungen auf Deeskalation im Nahen Osten wurde der Rücksetzer sofort aufgekauft und Öl schloss letztlich erneut bullish.
Damit bleibt Öl weiterhin einer der zentralen Inflationstreiber weltweit. Solange die geopolitische Lage rund um Iran und die Straße von Hormus ungelöst bleibt, dürfte Öl eines der wichtigsten Makro-Themen der kommenden Wochen bleiben.
Entscheidend wird nun sein, ob Öl nachhaltig über die Widerstandszone rund um 101,6 USD ausbrechen kann und damit weiteres Momentum Richtung 106 USD aufbaut oder ob sich der Markt erneut innerhalb der Range zwischen 98 und 100 USD stabilisiert.
DXY – Dollar Index
Der US-Dollar zeigte zuletzt erneut massive Stärke. Der DXY konnte innerhalb einer Woche rund 1,5 % zulegen – eine außergewöhnlich starke Bewegung für den Dollar-Index.
Aktuell notiert der DXY bei rund 99,27 Punkten und bewegt sich damit erneut Richtung oberes Ende der übergeordneten Range zwischen 100 und 100,5 Punkten.
Die letzten Handelstage signalisierten klar zunehmende Safe-Haven-Nachfrage. Kapital fließt aktuell verstärkt in den Dollar, was typisch für ein Umfeld steigender geopolitischer Risiken, steigender Renditen sowie wachsender Unsicherheit an den Märkten ist.
Besonders spannend bleibt nun die Frage, ob der DXY nachhaltig über die Zone zwischen 100 und 100,5 Punkten ausbrechen kann. Ein solcher Ausbruch wäre ein starkes Signal für eine Rückkehr struktureller Dollar-Stärke. Sollte dies nicht gelingen, könnte sich der Dollar zunächst erneut innerhalb der Range zwischen 97,5 und 99,5 stabilisieren.
VIX
Auch der VIX sendete zuletzt erste Warnsignale. Zwar sehen wir aktuell noch keine vollständige Risk-Off-Panik oder massive Volatilitätsexplosion, dennoch signalisiert der Anstieg auf rund 18,42 Punkte klar zunehmende Nervosität am Markt.
Besonders in Kombination mit steigenden Bondrenditen und schwächeren Risk Assets bleibt dieser Indikator aktuell extrem wichtig. Werte oberhalb von 20 Punkten würden die Wahrscheinlichkeit deutlich steigender Volatilität zusätzlich erhöhen.
Risk Assets – Bitcoin, Nasdaq, SPX & US30
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt sogar das Weekly Low bei rund 78.200 USD unterschreiten. Damit trübt sich das charttechnische Gesamtbild kurzfristig deutlich ein.
Aktuell befinden wir uns weiterhin in einer sehr volatilen übergeordneten Struktur mit starken Bewegungen in beide Richtungen. Entscheidend wird nun sein, ob Bitcoin Stabilität oberhalb der Zone zwischen 73.000 und 75.000 USD aufbauen kann oder ob sich die aktuelle Schwäche weiter beschleunigt.
Nichtsdestotrotz bleibt langfristig weiterhin möglich, dass Bitcoin nach einer erneuten Bereinigung nochmals Richtung 83.000 USD greift. Kurzfristig bleibt das Umfeld jedoch fragiler.
Nasdaq
Der Nasdaq wurde in den vergangenen Wochen extrem stark von den großen Tech- und KI-Werten getragen. Seit dem Tief Ende März beziehungsweise Anfang April sahen wir zeitweise einen Anstieg von rund 30 %.
Nun sehen wir erstmals seit sieben Wochen wieder eine rote Weekly-Kerze sowie erste deutliche Gewinnmitnahmen. Besonders auffällig war hierbei der starke Abverkauf am Freitag mit rund 2 % Minus an nur einem Handelstag.
Die Kombination aus steigender Inflation, geopolitischer Unsicherheit sowie zunehmend eingepreisten Tech-Earnings macht es für die großen KI- und Tech-Unternehmen zunehmend schwieriger, die extrem hohen Bewertungen dauerhaft zu rechtfertigen.
Kurzfristig bleibt das Bild dennoch schwierig. Einerseits trübt sich das Momentum ein, andererseits ist das bearishe Sentiment inzwischen bereits wieder deutlich gestiegen. Genau deshalb bleibt die Gefahr eines erneuten Short-Squeezes beziehungsweise eines letzten Long-Pushs nach oben weiterhin real.
Besonders entscheidend bleibt nun das Wochenlow bei rund 28.623 Punkten. Sollte diese Zone nachhaltig brechen, könnte sich die Korrektur deutlich Richtung 26.000 Punkte ausweiten.
SPX
Der SPX zeigte sich zuletzt etwas stabiler als der Nasdaq. Auf Wochenbasis schloss der Markt nahezu unverändert zur Vorwoche, dennoch sahen wir auch hier deutliche Gewinnmitnahmen – insbesondere am Freitag mit rund 1,4 % Minus.
Die psychologisch extrem wichtige 7.500er-Marke sorgte erneut für starke Reaktionen. Entscheidend wird nun sein, ob das Vorwochen-Low bei rund 7.335 Punkten verteidigt werden kann.
Kurzfristig bleibt auch hier möglich, dass der Markt zunächst nochmals nach oben greift, bevor eine größere Korrektur einsetzt. Gerade positive geopolitische Headlines könnten jederzeit erneut starke Erholungsbewegungen auslösen.
US30
Im US30 beziehungsweise Dow Jones zeigt sich aktuell ein deutlich schwächeres Bild als im Nasdaq oder SPX. Dies liegt vor allem daran, dass Tech- und KI-Werte hier deutlich geringer gewichtet sind.
Die 50.000er-Marke erwies sich zuletzt erneut als massiver Widerstand. Zusätzlich schloss der Markt unterhalb der wichtigen 49.500er-Zone, was das kurzfristige Bild weiter eintrübt.
Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung Richtung 48.900 Punkte. Entscheidend wird anschließend sein, ob dort Stabilität aufgebaut werden kann oder ob die Schwäche weiter zunimmt.
Charttechnischer Wochenausblick DAX
Charttechnisch hat sich das Bild im DAX zuletzt ebenfalls deutlich eingetrübt. Auf Wochenbasis sehen wir erstmals seit mehreren Wochen wieder eine klar bearishe Weekly-Kerze sowie deutliche Gewinnmitnahmen.
Besonders kritisch bleibt hierbei der Wochenschluss unterhalb der wichtigen 24.000er-Marke sowie unterhalb der Wochentiefs von KW19 und KW17. Damit sendet der Markt kurzfristig erstmals wieder deutlich schwächere Signale.
Der gesamte Abverkauf resultierte letztlich aus der massiven Rejection an der entscheidenden Widerstandszone rund um 24.500 Punkte. Genau dort liefen:
• Jahreshoch 2025
• Wochenhoch KW18
• zentrale psychologische Widerstandszone
perfekt zusammen.
Von genau dieser Zone aus startete letztlich ein massiver Abverkauf, der den DAX sogar unter die 24.000er-Marke drückte.
Für die kommende Woche bleibt nun besonders wichtig, ob der Markt unter das aktuelle Wochentief der KW20 bei rund 23.795 Punkten fällt. Sollte dies passieren, rückt zunächst das Wochentief der KW18 bei rund 23.615 Punkten in den Fokus.
Kann sich der Markt auch dort nicht stabilisieren, rücken anschließend die nächsten Schlüsselzonen bei:
• 23.500 Punkten
• 23.400 Punkten
in den Fokus.
Besonders wichtig bleibt hierbei jedoch: Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt das übergeordnete Bild für mich noch nicht vollständig bearish. Erst ein nachhaltiger Bruch unter das Wochentief der KW16 bei rund 23.380 Punkten würde das Gesamtbild deutlich stärker eintrüben und aus meiner Sicht eine übergeordnete Short-Struktur bestätigen.
Gleichzeitig bleibt weiterhin die Gefahr positiver geopolitischer Headlines bestehen. Gerade mögliche Deeskalation rund um Iran oder die Straße von Hormus könnte jederzeit starke Gegenbewegungen auslösen.
Bullisch würde sich das Bild kurzfristig wieder deutlich verbessern, sollte der DAX die 24.000er-Marke zurückerobern. In diesem Fall könnte erneut die Zone rund um 24.500 Punkte in den Fokus rücken.
Insgesamt bleibt der DAX damit aktuell extrem headline- und liquiditätsabhängig. Genau deshalb dürften kurzfristige Richtungswechsel sowie starke Intraday-Reaktionen weiterhin typisch für das aktuelle Marktumfeld bleiben.
Wichtigste Erkenntnisse für KW21
Die wichtigste Erkenntnis der vergangenen Wochen bleibt wahrscheinlich, dass die Märkte fundamentale Risiken nicht dauerhaft ignorieren können.
Über Wochen hinweg wurden:
• geopolitische Risiken
• steigende Ölpreise
• hohe Inflation
• steigende Bondrenditen
• fragile Marktbreite
größtenteils verdrängt.
Doch genau diese Risiken holen die Märkte inzwischen zunehmend wieder ein.
Besonders auffällig bleibt dabei:
Die Wirtschaft bleibt aktuell robust genug, um Zinssenkungen zu verhindern – gleichzeitig jedoch nicht stark genug, um sämtliche Risiken einfach auszublenden.
Genau dieses Umfeld bleibt gefährlich:
• Inflation bleibt hoch
• Öl steigt
• Zentralbanken bleiben restriktiv
• Renditen steigen
• Risk Assets verlieren Momentum
Zusätzlich verschärft die geopolitische Unsicherheit das Gesamtbild weiter.
Die Märkte bewegen sich aktuell zunehmend in ein Umfeld hinein, in dem Liquidität, Makrodaten und geopolitische Headlines gleichzeitig dominieren. Genau deshalb entstehen aktuell immer häufiger starke Intraday-Reaktionen in beide Richtungen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie siehst du den Dax für die kommende Woche? Schreib es gerne in die Kommentare!
Wünsche dir einen guten Start in die Woche und stabile Trades!
DAX Wochenrückblick KW20 – Wichtigste ErkenntnisseFundamentale und geopolitische Lage
Die KW20 stand erneut komplett im Zeichen geopolitischer Unsicherheit, steigender Inflationssorgen sowie eines zunehmend fragilen Marktumfelds. Besonders dominierend blieb weiterhin der Nahost-Konflikt rund um den Iran sowie die Situation rund um die Straße von Hormus. Die Märkte handelten die gesamte Woche über permanent zwischen Hoffnung auf diplomatische Fortschritte und der Angst vor einer weiteren Eskalation.
Im Fokus stand insbesondere die Reise von Donald Trump nach China sowie die Gespräche mit Xi Jinping. Zwar wurde die Kommunikation öffentlich überwiegend positiv dargestellt, jedoch wurde im Laufe der Woche zunehmend deutlich, dass es letztlich kaum echte Durchbrüche gab. Reuters berichtete mehrfach, dass Trump China ohne substanzielle Ergebnisse verlassen habe. Weder im Handelskonflikt noch im Iran-Thema konnten konkrete Fortschritte erzielt werden. Trotzdem betonten beide Seiten die Bedeutung weiterer wirtschaftlicher Kooperationen und signalisierten den Ausbau bilateraler Handelsbeziehungen.
Gleichzeitig rückte die Straße von Hormus erneut massiv in den Fokus der Märkte. China forderte mehrfach die schnellstmögliche Wiederöffnung der Passage und sprach sich klar gegen weitere Eskalationen aus. Auch der iranische Außenminister signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft, machte gleichzeitig jedoch deutlich, dass Iran militärisch vorbereitet sei und die Situation rund um Hormus äußerst kritisch bleibe. Besonders wichtig war hierbei die Aussage, dass alle Schiffe die Straße von Hormus passieren könnten – außer Staaten, die sich im Krieg mit Iran befinden.
Zusätzlich verschärfte sich das geopolitische Bild rund um Taiwan erneut deutlich. Trump erklärte zwar mehrfach, dass die USA keinen Konflikt mit China anstreben und die Taiwan-Politik unverändert bleibe, dennoch häuften sich sowohl aus Taiwan als auch aus China zunehmend aggressive und sicherheitspolitisch sensible Aussagen. Taiwanische Regierungsvertreter betonten mehrfach die Notwendigkeit militärischer Vorbereitung sowie weiterer US-Waffenlieferungen. Gleichzeitig erklärte China erneut, dass Taiwan das wichtigste Thema in den sino-amerikanischen Beziehungen bleibe.
Auch der Ölmarkt blieb hochsensibel. OPEC+ hielt offiziell weiterhin an den bisherigen Produktionsrichtlinien fest, jedoch blieb das globale Angebot angespannt. Gleichzeitig kündigten die Vereinigten Arabischen Emirate den beschleunigten Ausbau neuer Pipelines an, um die Abhängigkeit von der Straße von Hormus langfristig zu reduzieren. Indien erhöhte unterdessen erstmals seit mehreren Jahren Benzin- und Dieselpreise, was die weltweiten Inflationssorgen zusätzlich verstärkte.
Insgesamt zeigte sich in dieser Woche erneut ein extrem fragiles geopolitisches Gesamtbild. Die Märkte hofften weiterhin auf Diplomatie und wirtschaftliche Kooperationen, gleichzeitig verschärften sich jedoch unter der Oberfläche die strukturellen Risiken in mehreren geopolitischen Brennpunkten gleichzeitig.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Auch fundamental war die KW20 extrem vollgepackt mit marktbewegenden Daten und Notenbank-Kommunikation. Besonders auffällig war dabei die zunehmende Diskrepanz zwischen weiterhin robusten Wirtschaftsdaten und gleichzeitig immer stärkeren Inflationssorgen.
Bereits zu Wochenbeginn lieferten die Existing Home Sales erneut ein eher schwächeres Bild des US-Immobilienmarktes. Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Staatsanleihen trotz der steigenden Renditen angespannt. Die Three-Year Note Auction zeigte bereits erste Anzeichen zunehmender Nervosität am Bondmarkt.
Am Dienstag rückten insbesondere die deutschen Inflationsdaten sowie zahlreiche Aussagen von FED-Mitgliedern in den Fokus. Die German CPI-Daten bestätigten erneut den anhaltenden Inflationsdruck in Europa. Gleichzeitig betonten mehrere FED-Speaker, darunter auch Williams, dass Inflation weiterhin das dominierende Risiko bleibe und Zinssenkungen kurzfristig kaum realistisch seien.
Der absolute Mittelpunkt der Woche waren jedoch die US-Inflationsdaten. Der CPI Month-over-Month sowie der Core CPI Month-over-Month lagen erneut auf erhöhtem Niveau. Besonders kritisch blieb die Jahresinflation mit weiterhin rund 3,8 %, deutlich oberhalb des offiziellen 2-%-Ziels der FED. Gleichzeitig zeigten auch die Core-CPI-Daten weiterhin keinen ausreichenden Rückgang der strukturellen Inflation.
Zusätzlich fiel auf, dass die Märkte zwar zunächst kurzfristig positiv auf einzelne Datenpunkte reagierten, diese Hoffnung jedoch schnell wieder abverkauft wurde, sobald klar wurde, dass die Inflation schlicht zu hoch bleibt, um aggressive Zinssenkungen zu rechtfertigen.
Auch die ADP Employment Change-Daten sowie die Arbeitsmarktdaten bestätigten weiterhin eine insgesamt robuste Wirtschaft. Besonders die Initial Jobless Claims signalisierten zwar erste leichte Schwäche am Arbeitsmarkt, jedoch keineswegs einen massiven wirtschaftlichen Einbruch.
Am Mittwoch standen neben dem OPEC Monthly Report insbesondere die PPI-Daten im Fokus. Sowohl der PPI Month-over-Month als auch der Core PPI Month-over-Month signalisierten erneut steigenden Kostendruck auf Produzentenebene. Dazu kamen erneut hohe Ölpreise sowie weiterhin niedrige Lagerbestände, wodurch die Sorge vor einer zweiten Inflationswelle weiter zunahm.
Zusätzlich zeigten die Crude Oil Inventories weiterhin ein angespanntes Bild am Energiemarkt. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und steigenden Energiepreisen blieb damit das dominierende Inflationsthema der Woche.
Auch von Seiten der EZB blieb der Ton insgesamt hawkish. Mehrere EZB-Mitglieder machten deutlich, dass Inflation weiterhin das zentrale Risiko bleibe und Zinssenkungen ebenfalls nicht unmittelbar bevorstünden.
Am Donnerstag rückten Retail Sales, Core Retail Sales sowie weitere US-Wirtschaftsdaten in den Fokus. Die Retail Sales lagen zwar nominell auf Forecast, zeigten jedoch gleichzeitig eine deutliche Abschwächung der Konsumdynamik gegenüber den Vormonaten. Gleichzeitig überraschten die Industrial Production-Daten sowie der NY Empire State Manufacturing Index deutlich positiv und bestätigten erneut die erstaunliche Resilienz der US-Wirtschaft.
Besonders wichtig war außerdem, dass die Märkte zum Wochenschluss hin begannen, eine höhere Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen einzupreisen. Die Wahrscheinlichkeit eines FED-Hikes bis Januar stieg laut Futures-Markt zeitweise wieder über 50 %.
Insgesamt zeigte die KW20 fundamental erneut ein äußerst schwieriges Gesamtbild:
• Wirtschaft bleibt robust
• Inflation bleibt zu hoch
• Energiepreise steigen erneut
• Bondrenditen ziehen weiter an
• Zinssenkungshoffnungen werden zunehmend verdrängt
Gesamtbild – Wirtschaft und Inflation
Das zentrale Thema der gesamten Woche blieb eindeutig die Kombination aus strukturell hoher Inflation, geopolitischer Unsicherheit und gleichzeitig überraschend robuster Wirtschaftsdynamik.
Besonders problematisch für die Märkte ist aktuell, dass die Wirtschaft eben nicht schnell genug abkühlt, während die Inflation gleichzeitig deutlich über Zielniveau bleibt. Genau dieses Szenario ist für Zentralbanken extrem schwierig, da aggressive Zinssenkungen das Risiko einer erneuten Inflationseskalation massiv erhöhen würden.
Vor allem die Entwicklung der Energiepreise spielt hierbei eine zentrale Rolle. Der erneute Anstieg von Öl über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke erhöht das Risiko einer zweiten Inflationswelle erheblich. Genau deshalb reagierten auch die Bondmärkte diese Woche zunehmend nervös.
Die steigenden Renditen zeigen mittlerweile klar, dass die Märkte beginnen, sich auf ein „Higher for Longer“-Umfeld einzustellen. Zinssenkungen bleiben zwar langfristig möglich, kurzfristig fehlen jedoch schlicht die Voraussetzungen dafür.
Zusätzlich wird immer deutlicher, dass die Märkte viele Risiken aktuell nur temporär ignorieren:
• geopolitische Risiken
• steigende Energiepreise
• fragile Lieferketten
• schwächere Konsumdynamik
• hohe Staatsverschuldung
• steigende Renditen
Vor allem die Bondmärkte senden mittlerweile deutlich vorsichtigere Signale als noch vor wenigen Wochen. Genau deshalb sahen wir gegen Ende der Woche auch erstmals wieder stärkere Gewinnmitnahmen in den großen US-Indizes.
Charttechnischer Marktüberblick
US Oil
US Oil konnte diese Woche erneut massiv Stärke zeigen. Nachdem wir in der Vorwoche noch eine kurzfristige Entspannung gesehen hatten, schloss Öl diese Woche wieder rund 7 % höher im Vergleich zum vorherigen Weekly Close.
Aktuell notieren wir bei rund 101,15 USD und damit erneut klar oberhalb der extrem wichtigen psychologischen 100-Dollar-Marke. Besonders bemerkenswert war hierbei die Preisreaktion am Freitag: Trotz eines deutlichen Gapdowns konnte sich Öl im Tagesverlauf komplett zurückkämpfen und nahezu unverändert schließen.
Damit bleibt Öl aktuell der zentrale Treiber des globalen Energiepreisinflationsrisikos. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht sichtbar. Solange die geopolitische Lage rund um Iran und die Straße von Hormus ungelöst bleibt, dürfte Öl eines der wichtigsten Makro-Themen für die Märkte bleiben.
DXY – Dollar Index
Der US-Dollar zeigte diese Woche erneut massive Stärke. Der DXY konnte rund 1,5 % zulegen – eine außergewöhnlich starke Bewegung für den Dollar-Index.
Aktuell notieren wir bei rund 99,296 Punkten und bewegen uns damit klar Richtung oberes Ende der übergeordneten Range zwischen 100 und 100,5 Punkten.
Die letzten vier Handelstage lieferten allesamt bullische Tageskerzen, was die zunehmende Safe-Haven-Nachfrage klar widerspiegelt. Kapital fließt aktuell verstärkt in den Dollar, was typisch für ein Umfeld steigender geopolitischer Risiken sowie wachsender Unsicherheit an den Märkten ist.
Sollte der DXY in den kommenden Wochen tatsächlich nachhaltig über die Zone 100–100,5 ausbrechen, wäre dies ein starkes Signal für eine Rückkehr struktureller Dollar-Stärke.
VIX
Der VIX zeigte diese Woche ebenfalls erste Warnsignale, auch wenn bislang noch keine echte Panik sichtbar ist.
Zwischenzeitlich sahen wir einen Anstieg Richtung 20 Punkte, bevor der Markt wieder etwas zurückkam. Aktuell notiert der VIX bei rund 18,42 Punkten.
Das bedeutet:
Wir sehen bislang noch keine vollständige Risk-Off-Panik oder massive Volatilitätsexplosion. Gleichzeitig signalisiert der VIX jedoch klar, dass die Nervosität am Markt zunimmt.
Gerade in Kombination mit steigenden Bondrenditen und schwächeren Risk Assets bleibt dieser Indikator aktuell extrem wichtig.
Risk Assets – Bitcoin, Nasdaq, SPX & US30
Bei den klassischen Risk Assets wurde diese Woche erstmals seit mehreren Wochen deutlicher sichtbar, dass Momentum verloren geht.
Bitcoin notiert auf Weekly-Basis aktuell rund 5 % im Minus. Damit sehen wir erstmals wieder klare Schwäche bei einem der wichtigsten Risikoassets des Marktes.
Auch im Nasdaq zeigte sich ein deutlich fragileres Bild. Nach sechs grünen Wochen in Folge schloss der Nasdaq erstmals wieder leicht negativ und lieferte eine unentschlossene Weekly Candle. Besonders auffällig waren die starken Gewinnmitnahmen am Freitag mit rund 2 % Minus an nur einem Handelstag.
Ähnlich sah das Bild im SPX aus. Die psychologisch extrem wichtige 7.500er-Marke führte zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Auch hier sehen wir nach mehreren Wochen erstmals eine klare Momentum-Abschwächung sowie eine Rejection von oben.
Der US30 beziehungsweise Dow Jones zeigte unterdessen bereits deutlich stärkere Schwäche als Nasdaq und SPX. Besonders die 50.000er-Marke erwies sich als massiver Widerstand. Der Freitag lieferte einen starken Abverkauf und zerstörte einen Großteil der Wochengewinne. Zusätzlich schloss der Markt unterhalb der wichtigen 49.500er-Zone, was das kurzfristige Bild weiter eintrübt.
Insgesamt sehen wir damit erstmals seit mehreren Wochen:
• schwächeres Momentum
• stärkere Gewinnmitnahmen
• steigende Nervosität
• vorsichtigeres Positioning
Charttechnischer Überblick DAX
Charttechnisch hat sich das Bild im DAX diese Woche massiv eingetrübt.
Besonders kritisch ist hierbei der Weekly Close unterhalb der extrem wichtigen 24.000er-Marke. Zusätzlich wurde das Wochentief der KW19 unterschritten und sogar per Schlusskurs unterboten.
Der gesamte Abverkauf resultierte letztlich aus der massiven Rejection an der entscheidenden Schlüsselzone rund um 24.500 Punkte. Genau dort liefen:
• Jahreshoch 2025
• Wochenhoch KW18
• zentrale psychologische Widerstandszone
perfekt zusammen.
Von genau dieser Zone aus startete der Markt einen Abverkauf von rund 2,77 %, der letztlich sogar zu einem Wochenschlusskurs unterhalb von 24.000 Punkten führte.
Besonders problematisch:
Die Kaufkraft rund um die 24.000er-Marke blieb insgesamt zu schwach. Intraday wurden zwar mehrfach Stabilisierungsversuche gestartet, jedoch konnte sich der Markt nicht nachhaltig darüber etablieren.
Der Freitag selbst war dabei extrem entscheidend. Mit rund 2 % Minus lieferte der DAX einen sehr schwachen Handelstag und schloss nahe den Tagestiefs.
Damit sieht das kurzfristige Bild aktuell eher bearish aus.
Die gesamte Woche zeigte zudem ein Muster aus:
• schwachem Wochenstart
• kurzfristiger Stabilisierung
• erneutem Retest der 24.500er-Zone
• anschließend massivem Abverkauf
Genau dieses Verhalten spricht aktuell eher für weitere Schwäche als für eine unmittelbare Trendfortsetzung nach oben.
Weitere Details sowie die entscheidenden Marken für die kommende Woche folgen morgen im ausführlichen Wochenausblick.
Wichtigste Erkenntnisse der KW20
Die wichtigste Erkenntnis dieser Woche ist wahrscheinlich, dass die Märkte fundamentale Risiken nicht dauerhaft ignorieren können.
Über Wochen hinweg wurden:
• geopolitische Risiken
• steigende Ölpreise
• hohe Inflation
• steigende Bondrenditen
• fragile Marktbreite
größtenteils verdrängt.
Doch genau diese Risiken holen die Märkte inzwischen zunehmend wieder ein.
Besonders auffällig ist dabei:
Die Wirtschaft bleibt aktuell robust genug, um Zinssenkungen zu verhindern – gleichzeitig aber nicht stark genug, um sämtliche Risiken einfach auszublenden.
Genau dieses Umfeld ist gefährlich:
• Inflation bleibt hoch
• Öl steigt
• Zentralbanken bleiben restriktiv
• Renditen steigen
• Risk Assets verlieren Momentum
Zusätzlich verschärft die geopolitische Unsicherheit das Gesamtbild weiter.
Die Märkte bewegen sich aktuell damit zunehmend in ein Umfeld hinein, in dem Liquidität, Makrodaten und geopolitische Headlines gleichzeitig dominieren. Genau deshalb entstehen aktuell immer häufiger starke Intraday-Reaktionen in beide Richtungen.
Insgesamt war die KW20 damit vermutlich eine der wichtigsten Wochen der letzten Monate:
Nicht unbedingt wegen eines einzelnen Ereignisses –
sondern weil erstmals wieder sichtbar wurde, wie fragil die aktuelle Marktstruktur tatsächlich geworden ist.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch ein schönes Wochenende!
DAX Tagesausblick 15. Mai – Starke Rejection am Jahreshoch 2025Nach dem starken Momentum der vergangenen Tage hat der DAX gestern die entscheidende Schlüsselzone im Bereich von 24.500 Punkten erreicht und dort eine deutliche Rejection gezeigt. Wir konnten uns zunächst dynamisch über die Hochs von Dienstag und Mittwoch durchsetzen, bevor der Markt exakt am Jahreshoch, Wochenhoch KW18 und der zentralen Widerstandszone abverkauft wurde. Insgesamt wurden vom Hoch bereits rund 333 Punkte bzw. etwa 1,4 % abverkauft. Damit wird heute extrem entscheidend, ob der Markt die 24.000er-Zone erneut verteidigen kann oder ob wir in eine größere Gewinnmitnahme übergehen.
Aktuelle geopolitische Lage
Geopolitisch bleibt die Lage weiterhin extrem angespannt. Das dominierende Thema bleibt unverändert der Iran-Konflikt sowie die Gefahr weiterer Eskalationen rund um die Straße von Hormus. Gleichzeitig versuchen die Märkte aktuell jedoch, die Situation über diplomatische Fortschritte zwischen China und den USA zu stabilisieren. Besonders das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping steht dabei massiv im Fokus der Märkte.
Positiv bewertet wurde dabei vor allem, dass China signalisiert hat, die Straße von Hormus offen halten zu wollen und offenbar kein Interesse an einer weiteren militärischen Eskalation mit Iran hat. Zudem wurde über stärkere wirtschaftliche Kooperationen gesprochen, darunter mögliche zusätzliche chinesische Käufe von US-Öl sowie große Boeing-Deals. Auch die Aussagen rund um eine weitere wirtschaftliche Öffnung Chinas wurden kurzfristig positiv aufgenommen.
Gleichzeitig bleibt die Lage jedoch brandgefährlich. Reuters berichtete explizit, dass Xi Jinping vor einer Eskalation rund um Taiwan gewarnt hat. Rubio sprach erneut offen über Chinas militärisches Wachstum und auch die geopolitischen Fronten zwischen den USA, China, Iran und Russland verschmelzen zunehmend zu einem globalen Risiko-Thema.
Hinzu kommt das weiterhin extrem kritische Energie-Thema. OPEC+ hält zwar offiziell an symbolischen Produktionsanhebungen fest, dennoch bleibt das Angebot angespannt. Gleichzeitig wurden erneut Angriffe auf Schiffe in der Region gemeldet, die Lage rund um Hormus bleibt fragil und laut Reuters haben sich die Preise für Jet Fuel seit Beginn des Iran-Kriegs bereits nahezu verdoppelt. Die Lagerbestände in Europa befinden sich dabei auf extrem niedrigen Niveaus. Damit geht es inzwischen nicht mehr nur um hohe Ölpreise, sondern zunehmend um reale physische Engpässe.
Die Märkte handeln aktuell weiterhin Hoffnung auf Diplomatie und AI-getriebenes Wachstum, während sich unter der Oberfläche die strukturellen geopolitischen Risiken weiter verschärfen.
Fundamentale Daten
Die gestrigen US-Wirtschaftsdaten lieferten insgesamt eher ein schwächeres Bild der Wirtschaft und spielen klar in das aktuelle Risk-off-Narrativ hinein.
Die Retail Sales Month-over-Month für April lagen mit 0,5 % exakt auf Forecast, allerdings wurde der vorherige Wert von 1,7 % auf 1,6 % nach unten revidiert. Besonders wichtig dabei: Die Dynamik beim Konsum nimmt deutlich ab. Dasselbe Bild zeigte sich auch bei den Core Retail Sales. Diese kamen ebenfalls exakt auf Forecast bei 0,7 %, allerdings nach einem vorherigen Wert von 1,9 %. Auch hier sehen wir also einen massiven Rückgang im Vergleich zum Vormonat.
Noch interessanter waren allerdings die Initial Jobless Claims. Der vorherige Wert wurde von 200k auf 199k nach unten revidiert, der Forecast lag bei 205k und die tatsächlichen Claims kamen mit 211k deutlich höher rein als erwartet. Das zeigt erste signifikante Schwäche am Arbeitsmarkt und bestätigt zunehmend, dass die Wirtschaft an Dynamik verliert.
Normalerweise würden solche Daten dem Markt Hoffnung auf Zinssenkungen geben. Genau hier liegt aktuell allerdings das Problem: Die Inflation bleibt viel zu hoch. Die CPI-Daten vom Dienstag lagen weiterhin bei 3,8 % und damit massiv über dem 2 %-Ziel der FED. Das bedeutet, dass die FED die Wirtschaft kurzfristig nicht einfach durch aggressive Zinssenkungen stützen kann, ohne das Risiko einer erneuten Inflationseskalation massiv zu erhöhen.
Auch die Aussagen der FED und EZB gingen klar in eine hawkishe Richtung. Mehrere FED-Mitglieder betonten erneut:
- Inflation bleibt das größte Risiko
- Energiepreise könnten erneut Inflationsdruck erzeugen
- Die Wirtschaft zeigt weiterhin Resilienz
- Die Zinsen müssen länger restriktiv bleiben
- Der Arbeitsmarkt kühlt zwar leicht ab, ist aber weiterhin stabil genug
Auch von Seiten der EZB und der Bank of England wurde deutlich gemacht, dass Inflation weiterhin ein zentrales Problem bleibt. Besonders interessant war dabei die Aussage, dass Haushalte und Unternehmen inzwischen deutlich sensibler auf steigende Preise reagieren und langfristige Renditen zunehmend Inflationssorgen widerspiegeln.
Für heute stehen mit Industrial Production und dem New York Empire State Manufacturing Index lediglich sekundär wichtige Wirtschaftsdaten an. Damit dürften heute erneut vor allem geopolitische Headlines rund um Iran, China oder Taiwan marktentscheidend bleiben.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil hat gestern deutlich abgegeben und heute sogar mit einem Gapdown eröffnet. Wir sahen kurzfristig einen Downgriff bis auf 97,33 USD, welcher jedoch direkt wieder gekauft wurde. Aktuell handeln wir wieder bei rund 99,23 USD und damit weiterhin knapp unter der psychologisch extrem wichtigen 100-Dollar-Marke.
Jetzt wird entscheidend, ob wir in der Weekly Candle unterhalb von 98 USD schließen oder ob sich der Markt erneut stabilisieren kann. Solange Öl jedoch weiterhin oberhalb von 90 USD und insbesondere nahe der 100-Dollar-Zone handelt, bleibt die Energieinflation definitiv ein ernstes Thema für die Märkte.
Der Dollar zeigte gestern erneut deutliche Stärke und bestätigt weiterhin die aktuelle Safe-Haven-Demand. Der DXY notiert inzwischen bei 99,12 und konnte damit klar aus der vorherigen Range nach oben ausbrechen. Allein diese Woche konnte der Dollar bereits rund 1,3 % zulegen. Übergeordnet befinden wir uns zwar weiterhin in der großen Range zwischen 96,5 und 100,5, allerdings bewegt sich der Markt aktuell wieder klar Richtung oberes Ende dieser Zone. Sollte der Dollar in den kommenden Wochen tatsächlich über die 100,5 ausbrechen, wäre das ein deutliches Signal für zurückkehrende strukturelle Dollarstärke.
Der VIX bleibt mit aktuell 17,25 weiterhin relativ ruhig. Solange wir unterhalb von 20 handeln, sehen wir noch keine echte Panik oder erhöhte Volatilität am Markt.
Bei den Risk Assets zeigt sich weiterhin erstaunliche Stärke. Bitcoin hält sich stabil oberhalb von 80.000 USD und bleibt trotz der geopolitischen Unsicherheiten insgesamt robust.
Der S&P 500 markierte gestern erneut ein neues All-Time-High bei 7.500 Punkten. Das ist absolut beeindruckend und zeigt weiterhin die massive Stärke der US-Märkte, insbesondere getrieben durch AI- und Tech-Euphorie. Allein diese Woche konnte der SPX erneut rund 1,35 % zulegen. Jetzt bleibt allerdings abzuwarten, wie der Markt an dieser psychologisch extrem wichtigen 7.500er-Marke reagiert. Ich rechne hier durchaus mit ersten Gewinnmitnahmen Richtung Wochenende.
Der US30 zeigte dagegen bereits erste Schwäche. Zwar konnten wir gestern noch dynamisch über die 50.000 steigen und dort sogar schließen, was grundsätzlich extrem bullisch war, allerdings wurden die Futures in der Nacht wieder deutlich verkauft. Aktuell handeln wir wieder knapp unter 49.900 Punkten. Jetzt bleibt entscheidend, ob der Markt dieses neue Hoch verteidigen kann oder ob wir Richtung Wochenende weitere Gewinnmitnahmen und Flushouts sehen. Unterhalb von 49.800 steigt für mich das Risiko einer Ausweitung Richtung 49.500 deutlich an.
Charttechnische Analyse DAX
Charttechnisch bleibt die Lage im DAX extrem spannend. Wie bereits erwähnt, wurde die entscheidende Schlüsselzone im Bereich von 24.500 Punkten gestern exakt angelaufen und massiv verkauft. Dort lagen das Jahreshoch, Wochenhoch KW18 sowie eine starke technische Widerstandszone übereinander.
Aktuell wird entscheidend, ob wir im Bereich der 24.000er-Zone erneut Support finden können. Das Low vom gestrigen Daily Close bei 24.194 wurde bereits gebrochen, aktuell kommt allerdings wieder etwas Stärke in den Markt zurück. Jetzt wird insbesondere das London Open extrem wichtig.
Das bearishere Szenario entsteht für mich, wenn wir das aktuelle Tief bei 24.070 brechen. In diesem Fall wäre die nächste wichtige Zone die 24.000 bzw. das Tagestief vom Mittwoch bei 23.979 Punkten.
Trotzdem bleibe ich kurzfristig weiterhin bullisch, solange diese Zone verteidigt wird. Das wirklich bearishe Szenario entsteht für mich erst unterhalb des Tagestiefs vom Dienstag bzw. unterhalb des aktuellen Wochentiefs bei 23.925 Punkten. Sollten wir darunter schließen, sehe ich erhöhtes Potenzial für eine Fortsetzung Richtung Wochentief KW19 bei 23.850 oder sogar tiefer Richtung 23.600 Punkte.
Ohne größere geopolitische Eskalation halte ich dieses Szenario heute allerdings noch nicht für das wahrscheinlichste. Vielmehr rechne ich aktuell eher mit einem Ranging-Tag, insbesondere da wir bereits vor London Open rund 155 Punkte abgegeben haben und aktuell etwa 0,63 % im Minus handeln.
Mein wahrscheinlichstes Szenario für heute bleibt daher eine Range zwischen etwa 24.000 und 24.350 Punkten. Da heute keine wirklich marktbewegenden Wirtschaftsdaten anstehen, dürften erneut geopolitische Headlines das Momentum bestimmen.
Besonders wichtig bleiben dabei:
- Supportzone bei 24.000
- Tagestief Mittwoch bei 23.979
- aktuelles Wochentief bei 23.925
- sowie die Widerstandszone Richtung 24.300–24.500
Zusätzlich wichtig: Die aktuelle Wochenkerze ist momentan bearish. Damit sich das Bild wieder deutlich aufhellt, müssten wir heute wieder über 24.311 Punkte steigen und dort Stärke zeigen. Andernfalls beginnt sich das kurzfristige Bild zunehmend einzutrüben.
Bleibt heute also vor allem diszipliniert und gebt eure Wochenprofite nicht unnötig am Freitag wieder ab. In einem marktgetriebenen Umfeld wie aktuell kann Momentum jederzeit durch geopolitische Headlines entstehen – in beide Richtungen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX heute? Scheibt eure Meinung gerne in die Kommentare!
Dax Uopdate - Unser Ziel bleibt 29.500 - 31.000 Punkte, solange📊 DAX | Video-Update – Höhere Hochs Richtung 29.500 bis 31.000 Punkte bleibt trotz das wir bereits seit einiger zeit unsere finale Shortzielzone angelaufen haben, unsere primäre Erwartung auf Sicht der kommenden Wochen.
Genau diese Konstellation schauen wir uns heute im Detail an:
Wir besprechen, warum aus unserer Sicht zunächst trotzdem noch weiteres Aufwärtspotenzial bestehen kann, welche Bedingungen dafür erfüllt bleiben müssen und welche Kurslevels ab jetzt weiter gehalten werden sollten, damit dieses Szenario intakt bleibt.
Wir bringen heute auch nochmals eine Long Zielzone auf den Chart, damit wir nochmals eine Einstiegsgelegenheit erhalten, um für den noch anstehenden restlichen Bullenzyklus weiter davon profitieren zu können.
🎬 Der Fahrplan dazu und welche Kurslevels nun gehalten werden müssen besprechen wir im Detail in unserem heutigen Video 🎬
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Märkte folgen Strukturen – wir folgen dem Plan.
⚠️ Hinweis
Diese Analyse dient ausschließlich Informations-
und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
DAX Tagesausblick 13. Mai – US-CPI höher als erwartetGeopolitische Lage bleibt angespannt
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin einer der wichtigsten Belastungsfaktoren für die globalen Märkte. Besonders der Konflikt rund um Iran, Israel und die Straße von Hormus sorgt aktuell für anhaltenden Druck auf Energiepreise, Inflationserwartungen und Risk Assets.
In den letzten Stunden kamen erneut mehrere belastende Meldungen:
Iran weitete die Definition der Straße von Hormus deutlich aus und machte klar, dass man eine stärkere Kontrolle über die Region beansprucht. Gleichzeitig meidet Maersk weiterhin den Transit durch Hormus, was zeigt, dass die Risiken für die globale Schifffahrt weiterhin ernst genommen werden. Die USA verhängten zusätzliche Sanktionen gegen iranische Öllieferungen Richtung China, während Reuters gleichzeitig berichtete, dass Hoffnungen auf einen schnellen Iran-Deal zunehmend schwinden.
Zusätzlich meldeten mehrere Quellen, dass Saudi-Arabien offenbar verdeckte Gegenschläge gegen Iran durchgeführt haben soll. Parallel dazu wurden zusätzliche Luftverteidigungssysteme in die Golfregion verlegt und die USA signalisierten erneut, dass man notfalls weiter eskalieren könne.
Die entscheidende Folge daraus bleibt der Ölpreis. US Oil notiert weiterhin über der psychologisch extrem wichtigen 100-Dollar-Marke und hält sich damit trotz kurzfristiger Schwankungen auf sehr hohem Niveau. Genau das erhöht den Druck auf die Inflationserwartungen weltweit.
Der Markt handelt dabei nicht nur die aktuelle Lage, sondern vor allem die Gefahr eines längerfristigen Energie- und Inflationsschocks.
CPI-Daten gestern deutlich heißer als erwartet
Die gestrigen US-Inflationsdaten fielen insgesamt deutlich belastender aus als vom Markt erhofft.
Headline CPI:
- 3,8% YoY vs. Forecast 3,7%
- Previous 3,3%
Core CPI:
- 2,8% YoY vs. Forecast 2,7%
- Previous 2,6%
Core CPI MoM:
- 0,4% vs. Forecast 0,3%
- Previous 0,2%
Damit stieg die Inflation nicht nur erneut an, sondern beschleunigte sich sogar deutlich gegenüber dem Vormonat. Besonders problematisch dabei: Die Kerninflation ohne Food und Energy zog ebenfalls wieder an und verdoppelte sich im Monatsvergleich sogar gegenüber dem vorherigen Wert.
Der vollständige CPI-Bericht des Bureau of Labor Statistics bestätigt dieses Bild zusätzlich sehr klar.
Besonders auffällig war die breite Stärke innerhalb der Inflation:
- Energy +17,9% YoY
- Gasoline +28,4% YoY
- Fuel Oil +54,3% YoY
- Shelter +0,6% MoM
- Food +0,5% MoM
- Food at Home +0,7% MoM
- Airline Fares +2,8%
- Household Furnishings +0,7%
- Apparel +0,6%
Gerade die Energiepreise bleiben extrem problematisch. Laut BLS stieg der Energy-Index allein im April um weitere 3,8%, nachdem er bereits im März um 10,9% gestiegen war. Benzinpreise legten im Monatsvergleich nochmals um 5,4% zu.
Besonders kritisch bleibt aber vor allem der Shelter-Bereich. Die Shelter-Komponente stieg erneut um 0,6% MoM und bleibt damit weiterhin viel zu hoch für eine nachhaltige Disinflation. Genau dieser Bereich gilt als einer der wichtigsten Inflationsindikatoren für die Fed. Zusätzlich zogen Owners’ Equivalent Rent und klassische Mietpreise erneut um jeweils 0,5% an.
Auch die Service-Inflation bleibt hartnäckig:
- Airline Fares +20,7% YoY
- Transportation Services +4,3%
- Services less Energy Services +3,3%
Das zeigt klar:
Die Inflation wird mittlerweile nicht mehr nur von Energie getragen, sondern beginnt erneut breiter in die Wirtschaft überzugehen.
Gleichzeitig sah man aber auch erste leichte Schwächen in einigen Bereichen:
- New Vehicles -0,2%
- Medical Care Commodities -0,4%
- Communication -0,2%
Diese Rückgänge reichen aktuell allerdings nicht aus, um den allgemeinen Inflationsdruck wirklich zu entschärfen.
Besonders wichtig war gestern außerdem die Reaktion mehrerer Fed-Mitglieder. Goolsbee sagte unter anderem:
- „Inflation is going the wrong way“
- „CPI report tells us not much that’s good“
- „Services inflation is a worry“
Das ist bemerkenswert, da Goolsbee normalerweise eher zu den moderateren Stimmen innerhalb der Fed zählt.
Insgesamt lässt sich daraus aktuell klar ein riskanteres Makroumfeld ableiten:
Höhere Inflation, steigende Energiepreise, geopolitische Risiken und gleichzeitig die Gefahr, dass Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden müssen.
Fundamentaldaten heute
Heute stehen erneut extrem wichtige Daten auf dem Kalender.
Besonders relevant werden die heutigen PPI-Daten
Sollten die Produzentenpreise ebenfalls höher als erwartet ausfallen, könnte der Markt beginnen, ein strukturelles Repricing der Fed einzupreisen. Bedeutet konkret:
Zinssenkungen würden weiter nach hinten verschoben werden.
Sollten die PPI-Daten dagegen auf Forecast oder sogar darunter ausfallen, könnte das dem Markt kurzfristig deutliche Entlastung geben und für eine stärkere technische Erholung sorgen.
Zusätzlich kommen heute noch die Crude Oil Inventories. Diese bleiben aktuell ebenfalls extrem wichtig, da Öl direkt mit Inflation, Energiepreisen und geopolitischen Risiken verknüpft bleibt.
Auch die Bond Auctions bleiben relevant. Gestern standen bereits die 10-Year Note Auctions im Fokus. Die Auktion zeigte weiterhin solide Nachfrage, allerdings auch höhere Renditen. Heute folgen weitere wichtige Anleiheauktionen, wodurch der Markt erneut genau beobachten wird, wie Investoren aktuell US-Staatsanleihen bewerten.
Märkte und Korrelationen
US Oil handelt weiterhin über der kritischen 100-Dollar-Marke und konnte gestern erneut knapp 4% zulegen. Eine wirkliche Deeskalation im Nahen Osten ist aktuell nicht erkennbar, weshalb auch inflationstechnisch kurzfristig keine wirkliche Entspannung zu erwarten ist.
Der Dollarindex DXY befindet sich weiterhin innerhalb seiner kurzfristigen Range, handelt aber bereits am oberen Ende dieser Struktur. Entscheidend wird nun, ob der Dollar erneut Stärke aufbauen kann und damit weiteres Safe-Haven-Demand bestätigt. Viel wird dabei vom allgemeinen Risk Sentiment sowie den heutigen PPI-Daten abhängen.
Der VIX zeigte gestern zwar kurzfristig einen Spike nach oben, bleibt aber weiterhin unter der wichtigen 20er-Marke und notiert aktuell wieder im Bereich 17–18. Das signalisiert bislang noch keine echte Panik im Markt.
SPX und US30 reagierten gestern zunächst deutlich negativ auf die heißen CPI-Daten, wurden anschließend aber erneut aggressiv aufgekauft.
Im Dow Jones sahen wir zwischenzeitlich einen Rücksetzer von rund 400 Punkten, bevor Käufer wieder zurückkamen. Auch der S&P500 zeigte trotz des belastenden Makroumfelds weiterhin relative Stärke.
Das ist aktuell eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt:
Trotz steigender Inflation, geopolitischer Risiken und hawkisher Fed-Kommentare sehen wir bislang keine wirkliche Panik oder nachhaltige Schwäche in den Märkten.
Die Abverkäufe wirken aktuell eher kontrolliert und werden an wichtigen Schlüsselzonen weiterhin gekauft.
Das spricht dafür, dass ein großer Teil der Energie- und Inflationsproblematik bereits eingepreist sein könnte. Genau deshalb ist heute der PPI-Bericht so entscheidend.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX zeigte gestern erneut starkes Abwärtsmomentum und verlor von Open bis Close rund 1%.
Trotzdem gelang den Bären kein nachhaltiger Close unter der wichtigen 24.000er-Marke. Genau dort kamen erneut Käufer in den Markt und verhinderten zunächst eine stärkere Beschleunigung nach unten.
Aktuell nähert sich der DAX erneut den Tiefs von Freitag und Montag, wo wir bereits erste Rejections gesehen haben.
Die wichtigste Zone bleibt damit klar:
24.000 Punkte.
Sollte diese Marke nachhaltig brechen, würde sich das charttechnische Bild deutlich verschlechtern und Raum für größere Shorts freimachen, insbesondere in Kombination mit dem aktuell belastenden makroökonomischen Umfeld.
Deshalb wird entscheidend sein:
- Kann der DAX die 24.000 verteidigen?
- Kommt dort erneut Kaufinteresse?
- Oder sehen wir einen sauberen Breakdown mit Momentum?
Das bullishe Szenario:
Sollten wir über das gestrige Tageshoch beziehungsweise den Bereich um 24.310 ausbrechen, rückt direkt das Hoch vom Montag bei rund 24.370 in den Fokus. Für eine nachhaltige Erholung wäre heute allerdings wahrscheinlich ein positiver PPI-Bericht oder weitere geopolitische Entspannung notwendig.
In diesem Fall könnte der DAX durchaus wieder Richtung 24.500 laufen.
Das bearishe Szenario:
Sollten wir unter die 24.000 sowie unter das gestrige Tagestief bei rund 23.925 brechen, sehe ich erhöhtes Risiko für weitere Abgaben Richtung 23.800.
Besonders wenn die heutigen PPI-Daten erneut heiß ausfallen, könnte das den Bären zusätzlichen Rückenwind geben.
Insgesamt bleibt die Lage aktuell sehr sensibel. Der Markt steht weiterhin zwischen geopolitischem Risiko, steigender Inflation und gleichzeitig überraschend stabilen Risk Assets.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den Markt aktuell?
Bleibt ihr weiterhin eher bearish auf Risk Assets oder überrascht euch die aktuelle Stabilität trotz der heißen CPI-Daten ebenfalls?
Gute Trades!






















