DAX Tagesausblick 05. Juni – NFP-Daten im Fokus!!!Geopolitische Lage
Bevor wir auf die eigentliche Analyse eingehen, zunächst ein Blick auf die geopolitische Lage. Diese bleibt weiterhin einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Rohstoff-, Anleihe- und Aktienmärkte.
Nachdem in den vergangenen Tagen Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten aufgekommen waren, gab es gestern und heute erneut gemischte Signale. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran weiterhin möglich sei und dass Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt würden. Gleichzeitig kamen jedoch Berichte auf, wonach die Hisbollah einen neuen Waffenruhe-Vorschlag ablehnt und Israel weiterhin auf Sicherheitsgarantien besteht. Dadurch bleibt die Situation äußerst fragil.
Der Markt beobachtet insbesondere weiterhin die Entwicklungen rund um den Iran, Israel, den Libanon sowie die Straße von Hormus. Zwar hat sich die unmittelbare Eskalationsangst im Vergleich zu Beginn der Woche etwas reduziert, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein. Entsprechend bleiben Ölpreis und Risikoaufschläge weiterhin stark von neuen Schlagzeilen abhängig.
Zusätzlich sorgten heute Nacht Aussagen von Nvidia CEO Jensen Huang für Aufmerksamkeit. Huang betonte erneut die starke Dynamik der KI-Industrie, sprach von einer beschleunigten AI-Expansion und bezeichnete Robotik als einen der nächsten großen Wachstumsmärkte. Darüber hinaus kündigte Nvidia weitere Investitionen und eine stärkere Präsenz in Südkorea an. Fundamental bleiben die Aussagen klar positiv für den Technologiesektor.
Auch von Seiten der Zentralbanken standen gestern mehrere Reden auf der Agenda. Sowohl FOMC-Mitglied Bowman als auch FOMC-Mitglied Daly äußerten sich weiterhin vorsichtig hinsichtlich möglicher Zinssenkungen. Die Aussagen änderten jedoch nichts am übergeordneten Bild: Die FED bleibt datenabhängig und richtet ihren Fokus weiterhin stark auf Inflation und Arbeitsmarkt.
Wirtschaftsdaten gestern
Kurzer Hinweis vorab: Gestern habe ich ein sehr ausführliches YouTube-Video hochgeladen. Dort gehe ich die verschiedenen NFP-Szenarien detailliert durch, bespreche Best-Case-, Worst-Case- sowie mein bevorzugtes Szenario und zeige konkrete Trading-Setups für die heutigen Daten. Wer sich auf die Veröffentlichung vorbereiten möchte, findet dort die vollständige Analyse.
Die wichtigsten Wirtschaftsdaten des gestrigen Tages kamen erneut vom US-Arbeitsmarkt.
Besonders auffällig waren die Initial Jobless Claims. Diese stiegen auf 225.000, während lediglich 214.000 erwartet wurden. Gleichzeitig wurde der Vormonatswert von 215.000 auf 212.000 nach unten revidiert. Die Kennzahl misst die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen, und gilt als einer der frühesten Indikatoren für Veränderungen am Arbeitsmarkt.
Der deutliche Anstieg spricht dafür, dass sich erste Schwächesignale im US-Arbeitsmarkt zeigen könnten. Da die Initial Jobless Claims häufig als Vorläufer der Non-Farm Payrolls betrachtet werden, bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz heute in den offiziellen Arbeitsmarktdaten bestätigt.
Etwas widersprüchlich fielen dagegen die Continuing Jobless Claims aus. Diese lagen bei 1,777 Millionen gegenüber erwarteten 1,780 Millionen und einem vorherigen Wert von 1,785 Millionen. Hier zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilität.
Zusätzlich wurden gestern die Daten zur Produktivität und zu den Lohnkosten veröffentlicht. Die Produktivität fiel mit 0,3 % deutlich schwächer aus als erwartet, während die Unit Labor Costs mit 1,8 % ebenfalls unter den Prognosen lagen. Dies spricht grundsätzlich für nachlassenden Inflationsdruck und erhöht die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf die finalen BIP-Daten der Eurozone. Erwartet wird ein Wachstum von 0,8 % gegenüber 1,2 % im Vorquartal. Die Zahlen liefern wichtige Hinweise darauf, wie stark sich die europäische Wirtschaft aktuell entwickelt.
Der absolute Schwerpunkt des Tages liegt jedoch auf den US-Arbeitsmarktdaten!
Veröffentlicht werden:
• Average Hourly Earnings (Forecast: 0,3 %, Previous: 0,2 %)
• Non-Farm Payrolls (Forecast: 85K, Previous: 115K)
• Unemployment Rate (Forecast: 4,3 %, Previous: 4,3 %)
Mein bevorzugtes Szenario:
Die Non-Farm Payrolls kommen leicht unter den Erwartungen im Bereich von etwa 85K bis 105K, die Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 4,3 % und die Lohnentwicklung bewegt sich zwischen 0,2 % und 0,3 %.
Dieses Szenario wäre ideal, da der Arbeitsmarkt weiterhin stabil erscheint, gleichzeitig aber kein zusätzlicher Inflationsdruck entsteht. Die FED würde dadurch Spielraum für spätere Zinssenkungen gewinnen, ohne dass sofort Rezessionsängste aufkommen.
Ein deutlich schwächerer Arbeitsmarkt mit Payrolls unter 95K, steigender Arbeitslosenquote und schwachen Löhnen wäre kurzfristig ebenfalls positiv für Risk Assets, würde jedoch gleichzeitig Rezessionsängste verstärken.
Das bearishste Szenario wäre dagegen ein deutlich stärkerer Arbeitsmarkt mit Payrolls von 130K bis 150K+, einer fallenden Arbeitslosenquote und einem Lohnwachstum von 0,3 % oder höher. In diesem Fall könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte gestern eine sehr wichtige Entwicklung. US Oil verlor auf Tagesbasis rund 3,5 % und schloss deutlich schwächer.
Besonders wichtig war dabei, dass wir unter dem Tief der Mittwochskerze schließen konnten. Gleichzeitig notiert Öl inzwischen wieder unter der Marke von 95 US-Dollar und aktuell im Bereich von rund 93 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild an den Aktienmärkten bleibt entscheidend, dass das gestrige Tagestief nach unten durchbrochen wird und Öl vor Wochenschluss wieder in Richtung 90 US-Dollar läuft. Dies würde den Inflationsdruck weiter reduzieren und insbesondere die Zinssenkungsfantasie unterstützen.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen konnten wir gestern erneut leicht fallende Renditen beobachten. Auch heute zeigen sich die Renditen zunächst etwas schwächer.
Auf Wochenbasis befinden sich die Renditen allerdings weiterhin im Plus, da wir zu Wochenbeginn ein starkes Gap-Up gesehen hatten. Für die kommende Handelswoche bleibt entscheidend, wie hoch der Weekly-Gain der Renditen tatsächlich ausfällt und welche Signale die heutigen NFP-Daten liefern.
DXY
Der US-Dollar-Index zeigte gestern erneut eine Doji-Kerze und testete nochmals das Tagestief der Mittwochskerze.
Für mich bleibt hier entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 nach oben durchbrechen und wieder Richtung 100 laufen oder ob wir weiterhin innerhalb der seit Mitte Mai bestehenden Range bleiben.
VIX
Der Volatilitätsindex fiel gestern erneut deutlich und verlor knapp 4 %. Mit einem aktuellen Stand von rund 15,39 Punkten bleibt die implizite Volatilität im S&P 500 weiterhin sehr niedrig und signalisiert aktuell keine größere Marktpanik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktführer für den Technologiesektor.
Die wichtige Supportzone zwischen 212 und 208 US-Dollar konnte erfolgreich verteidigt werden. Gestern legte die Aktie erneut knapp 2 % zu und notiert aktuell wieder über dem wichtigen April-Monatshoch bei rund 217 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild wäre nun entscheidend, dass Nvidia die Woche über dem Hoch der Vorwoche sowie über dem Monatshoch abschließt. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 218 US-Dollar würde die bullische Struktur deutlich stärken.
Bitcoin
Bei Bitcoin fehlt weiterhin die relative Stärke. Auf die detaillierte Analyse bin ich bereits ausführlich im gestrigen YouTube-Video eingegangen. Aktuell ergeben sich hier für mich keine neuen kurzfristigen Trade-Setups.
S&P 500
Der S&P 500 konnte nach den Gewinnmitnahmen vom Mittwoch bereits gestern wieder rund 0,4 % zulegen.
Für die Oberseite bleibt der Bereich um 7.613 bis 7.614 Punkte entscheidend. Ein Bruch dieser Zone könnte den Weg in Richtung neuer Allzeithochs freimachen.
Auf der Unterseite bleibt die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten weiterhin die wichtigste Unterstützung. Sollte diese durch den NFP Trigger brechen, sehe ich bei 7.400 Punkte den nächsten Support.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte die erwartete Reaktion. Die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wurde nahezu punktgenau getestet.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend, dass dieser Bereich verteidigt werden kann. Sollte die Marke von 30.000 Punkten brechen, könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 29.700 Punkte folgen.
Für neue Hochs benötigen wir zunächst einen Ausbruch über das aktuelle Tageshoch bei rund 30.315 Punkten.
US30
Der Dow Jones gehörte gestern mit einem Tagesgewinn von rund 1,8 % zu den stärksten Indizes.
Die starke Performance dürfte vor allem auf die Rotation aus Technologie- und KI-Werten in klassische Value-Titel zurückzuführen sein. Gleichzeitig unterstützten die schwächeren Wirtschaftsdaten die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen.
Der Index notiert inzwischen deutlich über der Zone um 51.500 Punkte und befindet sich in der Nähe neuer Allzeithochs. Aufgrund der starken Rally sind vor dem Wochenende jedoch weitere Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX konnte gestern um rund 0,85 % zulegen und schloss bei 24.888 Punkten.
Positiv bleibt vor allem, dass wir oberhalb der wichtigen Zone um 24.800 Punkte schließen konnten. Dieser Bereich markiert sowohl das April-Monatshoch als auch das bisherige Jahreshoch 2025 und bleibt damit die zentrale Schlüsselzone.
Bearishes Szenario
Sollten die heutigen NFP-Daten negativ aufgenommen werden und der DAX erneut unter 24.800 Punkte fallen, wäre zunächst das aktuelle Tagestief bei 24.760 Punkten entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich weiteres Potenzial bis zum Donnerstagstief bei 24.645 Punkten.
Sollte auch dort kein Halt gefunden werden, rückt die zentrale Unterstützungszone bei 24.500 Punkten in den Fokus.
Ein Szenario mit deutlich stärkeren NFP-Daten, steigenden Löhnen und einer fallenden Arbeitslosenquote könnte genau diesen Abverkauf auslösen.
Wichtig bleibt aber ebenfalls die Nahost Thematik, diese Szenarien erläutere ich im YT Video genauer!
Bullishes Szenario
Auf der Oberseite bleibt das Wochenhoch aus KW22 entscheidend, welches gleichzeitig das aktuelle Tageshoch markiert.
Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 24.920 Punkten würde zunächst einen erneuten Angriff auf die psychologische Marke von 25.000 Punkten ermöglichen.
Darüber hinaus wäre anschließend das Tageshoch vom Mittwoch das nächste relevante Kursziel.
Für dieses bullische Szenario wären leicht schwächere NFP-Daten, stabile Arbeitslosigkeit und moderate Lohnzuwächse die ideale Grundlage.
Da es Freitag ist, steht auch der Wochenschlusskurs heute an, für das bullische Bild, wäre es sehr gut, wenn der DAX heute über 25.050 Punkten schließt und somit eine bullische Wochenkerze ausbildet.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei den heutigen NFP-Daten und schon einmal ein schönes Wochenende!
Was glaubt ihr: Fallen die Non-Farm Payrolls heute eher bullish oder bearish aus?
Morgen folgt wie gewohnt mein DAX-Wochenrückblick und am Sonntag der ausführliche Wochenausblick für die KW24.
Unemploymentrate
DAX Tagesausblick 08. Mai – NFP Day im FokusNahost-Lage bleibt zentraler Markttreiber
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin der wichtigste kurzfristige Belastungsfaktor für die Märkte. Gestern kam es insbesondere im DAX und europäischen Risk Assets zu einem deutlichen Abverkauf, ausgelöst durch neue Eskalationen rund um den Iran-Konflikt, militärische Zwischenfälle im Bereich der Straße von Hormus sowie Sorgen um die globale Energieversorgung.
Gleichzeitig kursieren weiterhin Meldungen über mögliche temporäre Waffenstillstände oder diplomatische Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Genau diese widersprüchliche Nachrichtenlage sorgt aktuell für hohe Intraday-Volatilität und schnelle Richtungswechsel. Der Fokus bleibt dabei klar auf dem Ölmarkt und den möglichen Folgen für Inflation und Geldpolitik.
Tankerbewegungen durch die Straße von Hormus bleiben eingeschränkt und Öl wird weiterhin aggressiv gekauft. Der Markt preist aktuell kein vollständiges Krisenszenario ein, allerdings sehr wohl das Risiko dauerhaft höherer Energiepreise und damit erneut steigender Inflation. Höhere Energiepreise würden die Inflationsdynamik erneut anheizen und könnten dafür sorgen, dass Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden. Sollten die Ölpreise langfristig hoch bleiben, könnten sogar wieder Zinserhöhungen zum Thema werden.
Trotz der geopolitischen Unsicherheit sehen wir aktuell aber noch keine klassische Panikreaktion an den Märkten. Der DXY bewegt sich weiterhin in seiner bekannten Range, der VIX bleibt unter der Marke von 20 und auch die US-Indizes zeigen bislang lediglich kontrollierte Gewinnmitnahmen.
Wirtschaftsdaten gestern
Im Fokus standen gestern die Initial Jobless Claims.
Actual: 200K
Forecast: 205K
Previous: 190K
Die Daten lagen leicht besser als erwartet, zeigen im Vergleich zum vorherigen Wert aber dennoch eine erste leichte Abschwächung am Arbeitsmarkt. Die Zahl neuer Arbeitslosenmeldungen steigt langsam an und genau darauf achtet der Markt aktuell besonders sensibel.
Noch handelt es sich keineswegs um einen massiven Einbruch am Arbeitsmarkt, allerdings unterstützen die Daten weiterhin die Zinssenkungsfantasie für die kommenden Monate. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Wochen fortsetzen, dürfte die Diskussion über mögliche Rate Cuts erneut an Dynamik gewinnen.
Fundamentaldaten heute – NFP Day
Heute steht das wichtigste makroökonomische Event der Woche an. Im Fokus stehen die Non-Farm Payrolls, die Unemployment Rate sowie die Average Hourly Earnings.
Average Hourly Earnings
Forecast: 0,3%
Previous: 0,2%
Die durchschnittlichen Stundenlöhne sollen laut Prognose weiter steigen. Die Average Hourly Earnings messen die Entwicklung der Löhne außerhalb des Agrarsektors und gelten als wichtiger Inflationsindikator. Höhere Löhne bedeuten in der Regel auch höhere Kaufkraft und stärkeres Konsumverhalten, was wiederum zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen kann.
Gerade deshalb beobachtet die FED diese Daten besonders genau. Sollten die Löhne stärker steigen als erwartet, könnte dies die Zinssenkungsfantasie erneut bremsen.
Non-Farm Payrolls
Forecast: 65K
Previous: 178K
Hier erwartet der Markt eine deutliche Abschwächung gegenüber dem Vormonat. Die Non-Farm Payrolls messen die Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft und zählen zu den wichtigsten Wirtschaftsdaten überhaupt.
Der starke Rückgang im Forecast zeigt klar, dass der Markt aktuell mit einer spürbaren Abkühlung des Arbeitsmarktes rechnet. Sollten die Daten deutlich stärker ausfallen als erwartet, würde dies weiterhin für einen robusten Arbeitsmarkt sprechen. In diesem Szenario dürften Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden, was kurzfristig eher negativ für Risk Assets wäre.
Sollten die Daten dagegen schwächer als erwartet ausfallen, könnte dies die Zinssenkungsfantasie deutlich befeuern. Gemeinsam mit den gestrigen Jobless Claims würde dies die Narrative eines abkühlenden Arbeitsmarktes weiter stärken.
Unemployment Rate
Forecast: 4,3%
Previous: 4,3%
Aktuell rechnet der Markt mit einer unveränderten Arbeitslosenquote. Sollte die Arbeitslosenquote allerdings höher ausfallen als erwartet, wäre dies ein weiteres Signal für Schwäche am Arbeitsmarkt und dürfte die Hoffnung auf frühere Zinssenkungen verstärken.
Eine niedrigere Arbeitslosenquote dagegen würde erneut für die Robustheit des Arbeitsmarktes sprechen und könnte Druck auf die Märkte ausüben, da Zinssenkungen dadurch unwahrscheinlicher würden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Öl bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktindikatoren. Nach Rücksetzern in Richtung 90 Dollar wurde US Oil erneut aggressiv gekauft und notiert aktuell wieder im Bereich um 95 Dollar.
Ein nachhaltiger Rückgang ist bislang nicht erkennbar. Der Markt kauft Öl immer wieder nach oben, vor allem aufgrund der geopolitischen Risiken rund um den Nahen Osten und die Straße von Hormus.
Genau darin liegt aktuell auch das größte Risiko für die Märkte. Sollten die Energiepreise langfristig hoch bleiben, würde dies den Inflationsdruck erneut deutlich erhöhen und die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen weiter belasten.
DXY
Der Dollarindex bewegt sich weiterhin weitgehend seitwärts im Bereich um 98 Punkte. Bislang sehen wir keine außergewöhnlich starke Safe-Haven-Nachfrage, was ebenfalls dafür spricht, dass der Markt aktuell noch keine vollständige Eskalation einpreist.
VIX
Der VIX konnte gestern zwar kurzfristig ansteigen, handelt mit rund 17 Punkten aber weiterhin klar unter der kritischen 20er-Marke. Auch hier sehen wir bislang noch keine echte Panikreaktion am Markt.
SPX und US30
Die US-Indizes zeigen sich weiterhin vergleichsweise stabil. Im SPX kam es lediglich zu kleineren Gewinnmitnahmen nahe der Allzeithochs. Auch der US30 konnte sich zwar nicht nachhaltig über der Marke von 50.000 Punkten halten und wurde zurück in Richtung 49.500 abverkauft, insgesamt bleibt die Bewegung bislang aber sehr kontrolliert.
DAX – Charttechnischer Überblick
Im DAX sieht die Lage aktuell deutlich schwächer aus als in den US-Märkten. Vom Bereich um 25.000 Punkte kam gestern ein sehr starker bearish move. Mit dem heutigen Low sprechen wir mittlerweile von rund 2,5 Prozent Abverkauf. Zusätzlich wurde die Mittwochskerze nahezu vollständig engulfed, was für eine sehr starke bearishe Reaktion im Bereich der 25.000er-Zone spricht.
Charttechnisch bleibt jetzt vor allem entscheidend, ob der Markt die zentrale Supportzone weiterhin verteidigen kann oder ob sich das Momentum weiter nach unten ausweitet.
Bullishes Szenario
Solange wir strukturell oberhalb der Zone um 24.230 bis 24.250 bleiben, bleibe ich grundsätzlich eher bullish eingestellt. Die wichtigste Zone auf der Oberseite liegt aktuell im Bereich um 24.500 Punkte. Sollte der DAX diese Zone nachhaltig zurückerobern und anschließend über 24.550 ausbrechen, könnte erneut Momentum in Richtung der nächsten Widerstände entstehen.
Die nächsten relevanten Resistance-Zonen liegen bei:
• 24.630
• 24.770
• 24.800
Sollte hier ausreichend Momentum entstehen und die heutigen Fundamentaldaten den Markt unterstützen, halte ich sogar einen erneuten Angriff auf die 25.000er-Zone für möglich.
Bearishes Szenario
Sollte der DAX die Zone um 24.230 nachhaltig verlieren, würde sich das kurzfristige Chartbild deutlich eintrüben. In diesem Fall sehe ich weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 24.100 bis 24.000 Punkte.
Gerade nach dem starken bearishen Momentum des gestrigen Handelstages bleibt jetzt entscheidend, wie der Markt auf die heutigen NFP-Daten reagiert. Die Tages- und insbesondere die Wochenschlusskerze dürften hier eine sehr wichtige Rolle spielen.
Aktuell haben wir auf Wochenbasis bereits einen Großteil der Gewinne wieder abgegeben. Dadurch entsteht nun eine sehr umkämpfte Marktstruktur zwischen möglichem Rebound und weiterer Korrektur.
Für mich bleibt die Lage daher relativ klar zusammengefasst:
Bearish unterhalb von 24.230.
Bullish oberhalb der Zone, sofern der Markt die 24.500 nachhaltig zurückerobern kann.
Danach würden direkt die nächsten Widerstände bei 24.630 sowie 24.770 warten.
Fazit
Die Märkte stehen aktuell zwischen geopolitischer Eskalation, steigenden Ölpreisen, Inflationssorgen und gleichzeitig neuer Zinssenkungsfantasie durch mögliche Schwäche am Arbeitsmarkt.
Der heutige NFP-Report dürfte kurzfristig darüber entscheiden, welches Narrativ den Markt dominiert.
Starke Arbeitsmarktdaten würden die Zinssenkungsfantasie weiter nach hinten verschieben und könnten kurzfristig Druck auf Risk Assets ausüben.
Schwächere Daten dagegen könnten die Hoffnung auf frühere Zinssenkungen deutlich verstärken und damit insbesondere Aktienmärkte kurzfristig unterstützen.
Die heutige Tages- und Wochenschlusskerze dürfte deshalb extrem wichtig werden.
Wie seht ihr die heutigen NFP-Daten? Bleibt der Arbeitsmarkt robust oder sehen wir die ersten deutlicheren Schwächesignale?
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Gute Trades!
Wochenausblick KW19 – Fundamental,Makro & Technischer AusblickFundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für den DAX (Fokus: Non-Farm Payrolls am Freitag)
Die neue Handelswoche startet in einem insgesamt stabil wirkenden Marktumfeld, das jedoch weiterhin von einer hohen latenten Unsicherheit geprägt ist. Aufbauend auf dem gestrigen Wochenrückblick, den ich euch an dieser Stelle nochmals ans Herz lege, zeigt sich ein Gesamtbild, das sich aus einer robusten makroökonomischen Lage, gleichzeitig aber erhöhten geopolitischen Spannungen zusammensetzt. Diese Kombination sorgt aktuell für ein fragiles Gleichgewicht zwischen weiterem Aufwärtsmomentum und der Gefahr kurzfristiger, teils abrupt einsetzender Korrekturen.
Im Zentrum der fundamentalen Lage steht weiterhin die Situation im Nahen Osten. Zwar wurde politisch zuletzt kommuniziert, dass die direkte militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran vorerst eingedämmt sei, die aktuellen Nachrichtenlage zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Aussagen über mögliche erneute militärische Maßnahmen, Diskussionen rund um Blockaden und Sanktionen im Zusammenhang mit der Straße von Hormus sowie weiterhin ungelöste diplomatische Spannungen sorgen dafür, dass das Risiko einer erneuten Eskalation jederzeit präsent bleibt. Diese Unsicherheit spiegelt sich insbesondere im Ölpreis wider, der sich weiterhin auf einem hohen Niveau oberhalb der Marke von 100 US Dollar bewegt. Dieses Preisniveau ist aus makroökonomischer Sicht kritisch, da es zusätzlichen Druck auf die Inflation ausübt.
Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang, dass die Inflation zuletzt selbst ohne Energie- und Lebensmittelpreise angestiegen ist. Sollte sich der derzeit erhöhte Ölpreis nachhaltig in den Verbraucherpreisen widerspiegeln, würde sich der Inflationsdruck weiter verstärken. Daraus ergibt sich eine zentrale Schlussfolgerung für die Geldpolitik: Solange sich die Inflation auf einem erhöhten Niveau hält und gleichzeitig Arbeitsmarkt sowie Konsum stabil bleiben, besteht für die US-Notenbank weiterhin kein akuter Handlungsdruck, die Zinsen zu senken. Das aktuell dominierende Narrativ eines länger anhaltenden, restriktiven Zinsumfelds bleibt somit bestehen.
Die Makrodaten der vergangenen Woche haben dieses Bild bestätigt. Die Inflationszahlen zeigten keine signifikante Entspannung, während der Arbeitsmarkt weiterhin robust bleibt und der Konsum keine deutlichen Schwächesignale sendet. Insgesamt ergibt sich daraus eine Situation, in der die Wirtschaft noch zu stark ist, um schnelle Zinssenkungen zu rechtfertigen, gleichzeitig jedoch zu wenig Dynamik in Richtung Disinflation aufweist, um geldpolitische Lockerungen zu ermöglichen.
Mit Blick auf die neue Handelswoche rückt der Fokus klar auf die anstehenden Arbeitsmarktdaten, insbesondere auf die Non-Farm Payrolls am Freitag. Die Woche beginnt vergleichsweise ruhig, gewinnt jedoch ab Dienstag deutlich an Relevanz. Bereits hier liefern der S&P Global Services PMI sowie der ISM Non-Manufacturing PMI erste Hinweise auf die Entwicklung des Dienstleistungssektors, der einen wesentlichen Bestandteil der US-Wirtschaft darstellt. Ergänzt werden diese Daten durch die JOLTS Job Openings, die einen ersten Einblick in die Dynamik des Arbeitsmarktes geben, sowie durch die New Home Sales, die Rückschlüsse auf die Lage im Immobiliensektor ermöglichen.
Am Mittwoch folgen mit den ADP Non-Farm Employment Change erste Vorboten der offiziellen Arbeitsmarktdaten, während die wöchentlichen Öl-Lagerbestände zusätzliche Hinweise auf die Angebots- und Nachfragesituation im Energiemarkt liefern.
Der Donnerstag steht im Zeichen der Initial Jobless Claims, die kurzfristige Veränderungen im Arbeitsmarkt sichtbar machen und häufig als Frühindikator für strukturelle Entwicklungen dienen. Den Höhepunkt der Woche bilden schließlich am Freitag die Non-Farm Payrolls, die Arbeitslosenquote sowie die durchschnittlichen Stundenlöhne. Die Erwartungen deuten bereits auf eine Abschwächung gegenüber dem Vormonat hin, entscheidend wird jedoch sein, inwieweit die tatsächlichen Daten von den Prognosen abweichen. Wie so oft liegt der kurzfristige Fokus weniger auf der absoluten Entwicklung als vielmehr auf dem Überraschungsmoment gegenüber den Markterwartungen.
Parallel dazu bleibt das übergeordnete Marktumfeld konstruktiv. Der Ölpreis notiert weiterhin auf einem erhöhten Niveau, der US-Dollar bewegt sich innerhalb einer breiten Seitwärtsrange und der Volatilitätsindex signalisiert aktuell keine ausgeprägte Risikoaversion. Die großen US-Indizes befinden sich nahe ihrer Allzeithochs, was grundsätzlich für eine anhaltende Risikobereitschaft spricht, gleichzeitig aber auch das Risiko kurzfristiger Gewinnmitnahmen erhöht.
Vor diesem Hintergrund ergibt sich für den DAX ein weiterhin konstruktives, aber zunehmend spannungsgeladenes charttechnisches Gesamtbild. Die übergeordnete Aufwärtsstruktur ist intakt, getragen von einem klaren Momentum auf der Oberseite und einem weiterhin vorhandenen Käuferinteresse bei Rücksetzern.
Ausgehend von den aktuellen Kursbereichen rückt insbesondere die Zone zwischen 24.380 und 24.500 Punkten in den Fokus. Diese stellt kurzfristig den entscheidenden Widerstandsbereich dar und markiert zugleich die Hochs der Vorwochen. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone – idealerweise begleitet von weiter unterstützenden fundamentalen Impulsen – würde ein klares Signal für anhaltende Marktstärke liefern. In diesem Fall wäre eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 24.600 Punkte wahrscheinlich, gefolgt vom übergeordnet wichtigen Struktur- und Monatshoch (April) im Bereich von 24.750 bis 24.800 Punkten, welches auch das Jahreshoch von 2025 markiert. Ein Bruch dieser Zone hätte eine hohe Signalwirkung und könnte eine Beschleunigung in Richtung der psychologisch relevanten Marke von 25.000 Punkten nach sich ziehen, dafür müsste der bullische Impuls aber stark genug sein.
Auf der anderen Seite ist ein kurzfristiges Abholen von Liquidität auf der Oberseite mit anschließend einsetzenden Gewinnmitnahmen ein ebenso realistisches Szenario. Gerade im Vorfeld der wichtigen Makrodaten zur Wochenmitte und insbesondere vor den Non-Farm Payrolls ist es nicht untypisch, dass Märkte zunächst die Hochs antesten, um anschließend in eine Korrekturphase überzugehen. In diesem Kontext wäre ein Rücklauf in Richtung 24.100 Punkte sowie in die Schlüsselzone um 24.000 Punkte als technisch gesund zu werten.
Diese Zone um 24.000 Punkte stellt für mich aktuell immer noch den zentralen Entscheidungsbereich dar. Hier wird sich zeigen, ob der Markt weiterhin von Käuferseite getragen wird und Rücksetzer aktiv gekauft werden, oder ob es zu einem strukturellen Bruch kommt. Sollte sich in diesem Bereich Stabilität zeigen, wäre dies ein klares Indiz für die Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends. In diesem Fall könnten von dort aus erneut Impulse in Richtung der Hochs generiert werden.
Sollte diese Zone jedoch nicht halten, würde sich das Bild kurzfristig deutlich eintrüben. In diesem Szenario wäre ein Durchbruch unter die 24.000 Punkte ein Signal dafür, dass die zuletzt dominierende Aufwärtsstruktur an Dynamik verliert. In der Folge wäre ein Test der Tiefs der Vorwoche sowie eine Ausdehnung der Korrekturbewegung in tiefere Kursbereiche möglich. Ein solcher Verlauf würde darauf hindeuten, dass der Markt zunächst eine breitere Konsolidierung benötigt, bevor ein erneuter Aufwärtsimpuls erfolgen kann.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der DAX aktuell in einer starken, aber zugleich sensiblen Marktphase notiert. Das bevorzugte Szenario bleibt weiterhin bullisch, getragen von der intakten Struktur und der übergeordneten Risikobereitschaft. Gleichzeitig ist jedoch ein erhöhtes Maß an Flexibilität gefragt, da sowohl die geopolitische Lage als auch die anstehenden Wirtschaftsdaten jederzeit zu einer Veränderung des Marktbildes führen können.
Die entscheidende Frage für die Woche lautet daher: Setzt sich das Momentum fort und gelingt der nachhaltige Ausbruch über die Hochs, oder sehen wir zunächst eine Korrekturphase, in der der Markt neue Kaufkraft im Bereich um 24.000 Punkte aufbaut.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche!
Wie schätzt ihr die Entwicklung im DAX für diese Woche ein?
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Marktansicht!



