KW 42 - Wochenbericht zur Vorbereitung auf die neue Handelswoche📊 WOCHENBERICHT – KW42 (13.–17. Oktober 2025)
von WELLENBLICK-TRADING
🔎 Makro-Rückblick KW41 (06.–10. Oktober 2025)
Die Märkte starteten stabil in eine Woche ohne frische US-Daten infolge des Government Shutdowns, wodurch der Blick auf Narrative wie US-Staatsverschuldung, Langfristzinsen und Fed-Kommunikation fiel. Mit ausbleibenden Arbeitsmarktzahlen (NFP) und unklarer CPI-Veröffentlichung suchten Marktteilnehmer Orientierung und fanden sie in geopolitischen Schlagzeilen.
📉 Der Freitagsschock
Eine schärfere Rhetorik von Präsident Donald Trump Richtung China (Drohung neuer Zölle und Tech-Beschränkungen) traf auf ein überdehntes Marktumfeld. Das führte zu einem klassischen Risk-Off-Move:
NASDAQ 100 −3,5 %, S&P 500 −2,7 %, Dow Jones −1,9 %
VIX sprang von 17 auf 21,8 → 3-Wochen-Hoch
US-10Y-Rendite fiel von 4,12 % auf 3,98 %
US-Dollar-Index (DXY) sank auf 101,3
Gold stieg auf 4 035 USD (Hoch der Woche), Schlusskurs 4 004 USD (+2,4 %)
WTI-Öl fiel −4,8 % auf 76,2 USD, Brent auf 80,1 USD
👉 Kapital rotierte in sichere Häfen: ETF-Zuflüsse in Kurzläufer-Treasuries (+ 7,2 Mrd USD) und Gold-ETFs (+ 0,9 Mrd USD). Das FedWatch-Tool preiste bis Freitagabend eine 95 %-Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 bp bei der Sitzung am 29. Oktober ein.
📊 Wellenblick Einordnung:
Der Rücksetzer war eine Entladung überhitzter Positionierung, kein Strukturbruch.
Der übergeordnete Primärtrend bleibt bullisch-konstruktiv, aber das Vertrauen ins „Buy-the-Dip“-Narrativ hat kurzfristig erst einmal Risse bekommen.
🔮 Makro-Ausblick KW42 (13.–17.10.2025 )
Nach dem abrupten Rücksetzer am Freitag steht die neue Woche im Zeichen von Klarheit und Datenrückkehr. Die Märkte fragen sich: ➡️ War der Abverkauf ein „Shakeout“ – oder der Beginn einer tieferen Konsolidierung?
Im Fokus stehen:
die mögliche Wiederaufnahme der US-Inflationsdaten (CPI),
die Startwoche der US-Berichtssaison (Banken),
die Reaktion auf die jüngste China-Rhetorik,
und die Einpreisung der kommenden Fed-Sitzung am 29. Oktober.
🔹 Zinsumfeld & Erwartungen
Das CME FedWatch-Tool preist aktuell mit ≈ 95 % Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte ein. Doch das Vertrauen in eine dauerhaft lockere Geldpolitik schwindet leicht: die 10-jährigen US-Renditen bleiben über 3,9 %, die Realzinsen verharren nahe Null.
Ein CPI-Wert oberhalb der Erwartungen (> 3,4 % YoY) könnte Zinssenkungserwartungen dämpfen und die Volatilität erneut anheizen.
🔹 Geopolitik & Risikoaufschläge
Die Washingtoner Handelstöne gegenüber China werden zunehmend zum makroökonomischen Risikofaktor. Investoren rechnen mit einer möglichen Ausweitung der Zölle, insbesondere im Halbleitersektor. In Europa wächst derweil die Spekulation, dass die EZB erste Zinssenkungen ab Frühjahr 2026 signalisieren könnte, nachdem die Einkaufsmanagerindizes weiter schwächeln.
🔹 Stimmungslage & Positionierung
Institutionelle Anleger bleiben hoch investiert, erhöhen aber ihre Absicherungstiefe.
💼 Makro-Kalender & Märkte — KW42 (13.–17. Okt 2025)
Mo, 13. Okt – Columbus Day (USA)
• US-Aktienmärkte: geöffnet (NYSE/Nasdaq normaler Handel).
• US-Rentenmärkte: geschlossen (Feiertag), geringere Preisfindung in Treasuries.
➡️ Kontext: Mit geschlossenem Bond-Handel sind Aktienbewegungen anfälliger für Schlagzeilen-getriebene Volatilität.
Di, 14. Okt – Start der US-Berichtssaison (Banken-Tag)
• JPMorgan (JPM) – Ergebnis 13:00 MEZ (07:00 ET) | Call 14:30 MEZ (08:30 ET).
➡️ Erwartung: Fokus auf NIM-Stabilität, Einlagenmix, Kreditqualität; Handel/IB solide.
• Citigroup (C) – Ergebnis ca. 14:00 MEZ (08:00 ET) | Call 17:00 MEZ (11:00 ET).
➡️ Erwartung: Fortschritt Operative Simplifizierung, Karten-/Treasury-Erträge.
• Wells Fargo (WFC) – Ergebnis 13:00 MEZ (07:00 ET) | Call 16:00 MEZ (10:00 ET).
➡️ Erwartung: Kreditkosten/Puffer, Hypotheken & Gebühreneinnahmen; Impact der im Frühjahr gelockerten Auflagen begrenzt.
• Goldman Sachs (GS) – Ergebnis vor Börse (≈ 13:30 MEZ / 07:30 ET); Call i. d. R. am Vormittag ET.
➡️ Erwartung: FICC/Equities-Trading robust, IB-Pipelines verbessert.
• BlackRock (BLK) – Ergebnis vor Börse | Call 13:30 MEZ? (07:30 ET, bestätigt).
➡️ Erwartung: ETF-Zuflüsse in Bonds hoch; Gebührenmarge unter Beobachtung.
🧭 Marktimplikation (Di):
Banken eröffnen die Saison und setzen den Ton für Q4-Erwartungen (EPS-Breite, Margen, Kreditkosten). Überraschungen bei Rückstellungen oder NIM-Trends wirken direkt auf Finanz-Beta und damit auf Indexbreite.
Mi, 15. Okt – Globale Impulse / US-Megabanken
• Bank of America (BAC) – Ergebnis 12:45 MEZ (06:45 ET) | Call 14:30 MEZ (08:30 ET).
➡️ Erwartung: Einlagenstabilität, Karten/Consumer-Kredit, NIM-Pfad.
• Morgan Stanley (MS) – Ergebnis 13:30 MEZ (07:30 ET) | Call 15:30 MEZ (09:30 ET).
➡️ Erwartung: WM-Marge, Equity/Fixed-Income-Trading, IB-Erholung.
• ASML (NL) – Pressemitteilung 07:00 MEZ, Investor-Call 15:00 MEZ.
➡️ Erwartung: EUV-/High-NA-Pipeline, China-Exportregeln vs. Capex-Zyklus.
🧭 Marktimplikation (Mi):
US-Megabanken liefern Querschnitt durch Konsum- und Kapitalmarktaktivität. In Europa ist ASML ein Schlüsselsignal für den Halbleiter-Investitionszyklus (Capex/Lead-Times), damit Sentiment-relevant für Tech/AI-Komplex.
Do, 16. Okt – Asien/Tech & US-Makro-Proxys
• TSMC – Earnings-Conference 08:00 MEZ (14:00 Taipei / 02:00 ET).
➡️ Erwartung: AI-Nachfrage treibt 3/5-nm-Mix, ASP-Hikes; Guidance-Ton entscheidend.
• USA Makro (Shutdown-abhängig)
➡️– PPI (Sept) geplant 14:30 MEZ (08:30 ET) → Ersatz-Taktgeber für CPI-Tendenz.
➡️– Retail Sales (Sept) geplant 14:30 MEZ (08:30 ET) → Konsum-Check; Risiko von Verzögerung bleibt.
Kontext: Wegen Shutdown sind BLS-Veröffentlichungen verschoben; CPI (Sept) kommt ausserplanmässig am 24.10. (08:30 ET), um COLA-Frist zu halten. Markterwartung: Kern-CPI ~ +0,3 % m/m; Datendefizit erhöht die Sensitivität auf PPI/Retail-Sales.
Fr, 17. Okt – Aktivitätsdaten & Consumer-Signalgeber
•US-Industrieproduktion (Sept) – 15:15 MEZ (09:15 ET).
➡️ Erwartung: +0,2 % m/m; wichtiges Aktivitäts-Proxy bei BLS-Lücke.
• Verbraucherstimmung (Uni-Michigan, Prelim Okt) – vorauss. verschoben mit CPI-Neuterminierung; Markt fokusiert daher stärker auf Earnings-Newsflow (u. a. AmEx/Öl-Service).*
Hinweis: Ein Teil der amtlichen Veröffentlichungen bleibt im Shutdown-Modus verzögert; Anleger richten den Blick kurzfristig stärker auf Unternehmenszahlen und Fed-OIS-Pricing.
🔎 Zusatzkontexte:
Zins/Pfad (FedWatch): Nach dem Freitags-Risk-Off wird für die Sitzung 28.–29. Okt eine 25 bp-Senkung mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist; die CPI-Verschiebung auf 24.10. erhöht das „Event-Risk-Gap“.
Gold & Safe-Haven-Flow: Spot-Gold Allzeithoch 4.059 USD (Mi, 08.10.), Freitag 3.969 USD nahe Tagesschluss; Treiber: Safe-Haven-Nachfrage, Fed-Cut-Bets, Zentralbankkäufe. → Reaktionsstark auf CPI/PPI und USD-Pfad.
Öl (WTI/Brent): WTI-Settlement Fr 58,90 USD, Brent 62,73 USD – Tiefststände seit Mai (Risikoprämie schrumpft nach Gaza-De-Eskalation + China-Handelsrisiko). Niedriger Ölpreis dämpft kurzfristig Inflationsdruck.
Volatilität: VIX-Close Fr: 21,66 (von ~16 am Do) → Break über psychologische 20-Marke = Risk-Off-Signal.
📈 Marktstimmung & Saisonalität – KW 42
Sentimentindikatoren
• 📊 CNN Fear & Greed Index:
Nach zuletzt mehrheitlich im neutralen Bereich, ist der Stimmungsindikator mit 29 in den Fear Bereich gewechselt.
edition.cnn.com
• 💹 VIX:
Sprung über die 20-Marke (Freitagsschluss) → Risk-Off-Signal; ein anhaltender Close > 20 signalisiert erhöhtes Stressregime.
www.tradingview.com
📈 Positionierungsbild:
• Aktien:
Institutionelle bleiben investiert, erhöhen Absicherungen (Puts/VIX/Duration).
• Bonds:
Zuflüsse in Kurzläufer-ETFs („Parking“), Duration wird taktisch verlängert bei Rücksetzern.
• Rohstoffe:
Absicherungsnachfrage zugunsten Gold; Öl wird reduziert (Nachfrage-/Geopolitik-Prämie rückläufig).
🧭 Saisonalität (Oktober):
• Historisch gilt die zweite Oktoberhälfte als Phase der Bodenbildung vor einer Jahresend-Rally, vorausgesetzt, die Makroseite (Inflation/Arbeitsmarkt) beruhigt sich und die Earnings-Guidance trägt.
📉 Wellenblick-Interpretation
• Reife Aufwärtsphase: Momentum flacht ab, Unsicherheit nimmt zu, Primärtrend bleibt übergeordnet weiter in Takt.
💹 Marktbewertung
Bewertungen (USA)
• 📈 S&P 500 Forward-KGV: über 5/10-Jahres-Durchschnitt → überdurchschnittlich teuer.
• 🧠 CAPE/Shiller: klar über Langfristmittel → Zyklusreife sichtbar.
• 🧮 Earnings-Yield vs. 10Y: niedrige Risikoprämie → geringe Fehlertoleranz bei Makro- und
Earnings-Überraschungen.
Segment-Dispersion
• 🧲 Mega-Caps/AI/Cloud: Bewertungsprämie intakt; zins-sensitiv.
• ⚙️ Industrials/Old Economy: moderat bewertet; profitieren überproportional bei Soft-
Landing.
• 🧪 Small/Mid Caps: Bewertungsrabatt; abhängig von Kreditverfügbarkeit und kurzen
Renditen.
🌏 International:
•Europa: Bewertungsabschlag vs. USA, zyklischer Mix; Strukturthemen (Energie/Produktivität/Politik) bleiben Gegenwind.
• Asien ex-Japan: niedrigeres Multiple, Policy/Geopolitik-Risiken im Preis; Stock-Picking dominiert.
📈 Marktmechanik (eingepreist):
• 🕊️ Fed-Cuts als Basisszenario → rechtfertigt Teile der Multiple-Prämien bei Quality/Growth.
• ⚠️ Niedrige Risikoprämie = hoch sensibel für CPI/PPI, Guidance und Geopolitik.
• 🔄 Positionierung: hohe Cash-Quoten + Bond-ETF-Zuflüsse = „Trockenpulver“ für Erholungen
bei positiven Daten.
📊 Wellenblick-Fazit:
USA bleiben teuer, aber tragfähig, solange Realzinsen fallen und Guidance nicht kippt. Fehlertoleranz jedoch niedrig.
📊 Institutionelle Positionierungen:
COT-/Futures-Bild
•🔄 Index-Futures:
„Smart Money“ taktisch defensiver (mehr Hedges), Non-Comms bleiben netto long, Retail erhöht Longs → späte Zyklus-Signatur.
• 🥇Rohstoffe:
– Gold: erhöhte Netto-Longs → Hedging gegen politische Unsicherheit.
– WTI: Longs reduziert → Nachfragesorgen / schrumpfende Risikoprämie.
– Kupfer: Shorts rückläufig → frühe Erholungsindikation für Industrie.
ETF-Flows (Woche 06.–10.10.)
• Aktien-ETFs (USA): Nettozuflüsse (v. a. QQQ, SPY) – Buy-the-Dip light.
• Bond-ETFs: deutliche Zuflüsse in Kurzläufer-Treasuries (defensives Parken).
• Commodities: Abflüsse in Öl, Zuflüsse in Gold.
Fund Manager Survey (Okt)
• Cashquote: leicht über 12-Monats-Schnitt; Equity-Allokation moderat erhöht.
• Top-Risiken: US-Politik/Shutdown, China-Handel, Fed-Kommunikation.
• Sektorübergewicht: Tech, Healthcare, Industrials.
📊 Wellenblick-Fazit
„Risikomanagement, nicht Risikoaversion“ – Smart Money reduziert taktisch, Privatanleger kaufen in Schwäche. Übergangsphase mit erhöhter Schocksensitivität.
🥇 Rohstoffmärkte & Anleihen
Gold (XAU/USD)
• Profitiert von fallenden Realrenditen und Safe-Haven-Bid.
Öl (WTI/Brent)
• WTI: deutlicher Rückgang – Nachfragesorgen (China), schrumpfende geopolitische Prämie.
• Inflationsdruck kurzfristig gedämpft durch niedrigere Energiepreise.
US-Staatsanleihen (10Y/2Y)
• 10Y-Rendite: Rückgang auf Mehr-Wochen-Tief; Stabilisierung knapp darunter.
• 2Y–10Y-Spread: weiter invertiert, aber abflachend → möglicher Frühindikator einer
Zykluswende.
• Flows: Nachfrage nach kurzlaufenden Anleihen (taktisches Parking) bleibt hoch.
US-Dollar (DXY)
• DXY um die 101-Marke → leichter Rückgang nach moderaten US-Daten.
• Schwächerer USD stützt tendenziell Gold & EMs; CPI/PPI-Überraschungen können den DXY
rasch wieder anheben.
📊 Wellenblick-Fazit
„Kapital sucht Sicherheit – aber nicht Zuflucht.“
Gold bestätigt Absicherungsfunktion, Bonds gewinnen an Attraktivität; Energie beruhigt → Inflationssorgen gedämpft.
Aber: Hohe Daten-Sensitivität – CPI/PPI könnten das Gleichgewicht kippen.
📌 WELLENBLICK–FAZIT
Gesamtbild:
Nach dem scharfen Rücksetzer zum Wochenschluss bleibt der Markt in einer sensiblen Gleichgewichtsphase, getragen von Liquidität, gebremst durch Unsicherheit.
Das Zusammenspiel aus geopolitischem Druck, datenpolitischer Unschärfe (Shutdown) und beginnender Berichtssaison sorgt für eine fragile Marktarchitektur. Die Trendstruktur ist noch intakt, doch das Momentum steht auf dem Prüfstand. Jede Makroveröffentlichung kann zum Impulsgeber werden – in beide Richtungen.
Makro-Perspektive:
Die Märkte handeln aktuell ohne klares Datenkompass – CPI verschoben, NFP ausgefallen.
PPI und Retail Sales übernehmen die Rolle der „Stellvertreterdaten“ für Inflations- und Wachstumserwartung. Ein zu heisser Print würde die Fed-Zinssenkungsfantasie (25 bp am 29. Okt) infrage stellen, ein schwächerer Wert dagegen den „Cut-Trade“ festigen und Gold, Bonds sowie Quality-Aktien stützen. Europa diskutiert erste EZB-Lockerungsschritte für Frühjahr 2026 – der globale Zinszyklus nähert sich seiner Spitze.
Sektorales Momentum & Marktmechanik:
Die Berichtssaison bringt Klarheit: Banken definieren die Kreditqualität – entscheidend für das Vertrauen in das Soft-Landing-Szenario. Tech bleibt Taktgeber – ASML und TSMC zeigen, ob AI-Investitionszyklen tragen. Energy verliert an Relevanz; Healthcare fungiert als Stabilitätsanker.
Kapital fliesst von High-Beta zu Quality-Growth, von Story zu Substanz.
🌊 Wellenblick-Schluss:
Der Markt steht im Übergang – zwischen Erwartung und Evidenz. Noch tragen Liquidität und Hoffnung, doch die Brandung wird dichter. Es ist keine Zeit für blinde Zuversicht oder zu grosse Panik. Wer den Takt der Welle liest, weiss, worauf man sich in der kommenden Zeit einstellen muss und welche Levels in den Märkten nun für die weitere Entwicklung entscheidend werden.
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📊 Sonntags: Wöchentlicher Marktbericht mit Makro, Stimmung, Rohstoffen & Ausblick
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Marketoutlook
KW 41 - Wochenbericht zur Vorbereitung auf die neue Handelswoche🗓️ Wochenausblick KW 42 (6.–10. Oktober 2025)
🔎 Von WELLENBLICK-TRADING – Märkte zwischen Saisonalität, Shutdown-Risiken und Start der Berichtssaison
🔎 Makro, Märkte & Stimmung
Die vergangene Handelswoche war geprägt von einem Mix aus makroökonomischer Unsicherheit und erstaunlicher Marktresilienz. Trotz wachsender Sorgen um den US-Shutdown hielten sich die grossen Indizes bemerkenswert stabil. Der Nasdaq konnte seine Gewinne aus dem September ( + 5,6 % – der stärkste seit 15 Jahren ) weitgehend behaupten. Anleger setzten weiterhin auf die Unterstützung der Geldpolitik, nachdem die Federal Reserve im September erstmals die Zinsen gesenkt und damit ein Ende des Straffungszyklus eingeläutet hatte.
💡 Rückblick KW 41
Die geplanten US-Arbeitsmarktdaten (NFP) wurden infolge des andauernden Shutdowns nicht veröffentlicht, ein Novum. Auch die Veröffentlichung der CPI-Daten für September sind aktuell unsicher. Ohne diese Leitindikatoren fehlt den Märkten, je länger desto mehr, die gewohnte Orientierung, weshalb kurzfristige Schwankungen zunehmend von „weichen“ Daten (z. B. ADP-Beschäftigung, ISM-Umfragen, Verbraucherstimmung Uni Michigan) und Unternehmenssignalen bestimmt werden könnten.
📊 Ausblick KW 42
Die Blicke richten sich nun auf den Fortgang der Haushaltsverhandlungen in Washington. Je länger der Shutdown andauert, desto stärker könnte er das Vertrauen von Investoren und Konsumenten belasten. Parallel dazu wächst die Spannung auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten (CPI) am Freitag. Sollte der Shutdown anhalten, könnte die Veröffentlichung, wie erwähnt aber ebenfalls ausfallen. Ein Szenario, das die Volatilität kurzzeitig anheizen dürfte.
💬 Fed-Perspektive
Notenbankchef Jerome Powell dürfte Ende Oktober den schwierigen Balanceakt fortsetzen: Geldpolitisch „datenabhängig“, faktisch aber gezwungen, auf unvollständige Informationen zu reagieren. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 95 % für eine weitere Zinssenkung um 25 BP ein (FedWatch Tool), gestützt durch rückläufige Inflationsraten und abkühlende Arbeitsmarktdaten.
➡️ Fazit
Die Ruhe an den Märkten täuscht, zwischen Zinshoffnung und politischer Unsicherheit bauen sich Spannungen auf. Solange die geldpolitische Fantasie dominiert, bleiben die Bullen am Steuer, doch fehlende Daten + politischer Druck sind ein explosiver Mix.
Anleger sollten die Lage aufmerksam beobachten und sich auf erhöhte Schwankungsbreiten vorbereiten. ⚠️
🗓️ Wichtige Wirtschaftstermine in KW 42
Dienstag, 7. Oktober
📊 USA – Handelsbilanz (Aug)
Erwartung: –66,5 Mrd $. Ein stärkerer Rückgang würde auf eine anhaltende Schwäche der Exporte hindeuten, was das BIP-Wachstum belasten könnte.
→ Relevanz: mittel
Donnerstag, 9. Oktober
📉 USA – Erstanträge Arbeitslosenhilfe
Erwartung: ~220 000 (neutrales Niveau).
Bleiben die Zahlen stabil, untermauert das die Soft-Landing-These.
→ Relevanz: hoch
🕓 FOMC-Protokoll (September-Sitzung)
Wird genau gelesen, um Hinweise auf die künftige Zinspfad-Strategie zu erkennen. Besonders wichtig: Tonlage zu Inflation und Arbeitsmarkt.
→ Relevanz: hoch bis sehr hoch
💬 Rede von Jerome Powell
Direkt nach Veröffentlichung des Protokolls. Märkte achten auf jede Formulierung zum „Cut Timing“.
→ Relevanz: sehr hoch
Freitag, 10. Oktober
🔥 USA – Verbraucherpreisindex (CPI, September)
Erwartung: +0,3 % (Monat), +2,8 % (Jahr)
Kerninflation: +0,2 % MoM / +2,6 % YoY.
Diese Daten könnten den Kurs für die restlichen Wochen bestimmen.
Bleibt der Anstieg moderat, dürfte die Fed im Oktober-Meeting liefern.
→ Relevanz: sehr hoch
📊 Eurozone – Inflationsrate (HICP flash)
Erwartung: ~2,2 %. Eine Stabilisierung unterhalb 2,5 % würde der EZB zusätzlichen Spielraum geben, ihren Zinspfad zu beenden.
→ Relevanz: hoch
📈 USA – Verbrauchervertrauen (Uni Michigan, Okt)
Erwartung: ~68 Punkte.
Liefert Hinweise auf die Stimmung der Konsumenten.
→ Relevanz: mittel
💼 Start der Berichtssaison (Q3 2025)
In der neuen Woche startet offiziell die Earnings Season – mit Fokus auf US-Großbanken und ersten Tech-Indikatoren.
Donnerstag, 9. Oktober
🏦 JPMorgan Chase (JPM)
Erwartung: EPS 4,78 $, Umsatz ~41 Mrd $.
Wichtiger Test für den Bankensektor: Wie wirken sich sinkende Renditen auf die Nettozinsmargen aus?
→ Relevanz: sehr hoch
🏦 Citigroup (C)
Erwartung: 1,77 $.
Fokus auf Kreditrisikovorsorge – spiegelt die Lage im Firmenkundengeschäft wider.
→ Relevanz: hoch
🏦 Goldman Sachs (GS)
Erwartung: ~11 $.
Investmentbanking-Volumen entscheidend – ein Indikator für das Risikoappetit-Niveau der Märkte.
→ Relevanz: hoch
Freitag, 10. Oktober
🏦 Bank of America (BAC)
Erwartung: 0,91 $.
Im Fokus stehen Retail-Banking und Konsumentenkredite – ein Seismograph für US-Haushalte.
→ Relevanz: hoch
💼 BlackRock (BLK)
Erwartung: 8,84 $.
Kapitalzuflüsse in ETFs & Bonds entscheidend – ein Maß für globale Risikobereitschaft.
→ Relevanz: hoch
💻 Taiwan Semiconductor (TSM)
Erwartung: 1,39 $.
Als globaler Chip-Leader wichtigster Frühindikator für den Tech-Sektor.
→ Relevanz: sehr hoch
💳 American Express (AXP)
Erwartung: 2,52 $.
Kreditkartendaten geben Einblick in den Konsumtrend.
→ Relevanz: mittel bis hoch
📈 Ein starker Start in die Berichtssaison könnte die Bullen erst einmal noch weiter beflügeln, insbesondere, wenn Banken positive Kreditmargen zeigen und TSMC ein solides Q3 meldet.
📈 Marktstimmung & Saisonalität – Zwischen Zuversicht und latenter Nervosität
Der aussergewöhnlich starke September 2025 (+5,6 % im Nasdaq, +4,1 % im S&P 500) markierte den besten Spätsommer seit über 15 Jahren. Solch ein Setup ist selten und historisch oft der Auftakt zu einem positiven Jahresausklang.
In 8 von 10 Jahren folgte auf einen starken September ein ebenso solides viertes Quartal, insbesondere wenn der Monat durch geldpolitische Erleichterung geprägt war (wie 2010, 2012, 2019 und 2020).
📊 Aktuelle Stimmungslage
Der CNN Fear & Greed Index notiert bei 54 Punkten, also neutral bis leicht optimistisch.
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Die Marktteilnehmer bleiben konstruktiv, aber zunehmend aufmerksam. Das Vertrauen in eine weiche Landung der US-Wirtschaft dominiert, doch geopolitische Risiken und der anhaltende US-Shutdown können den anhaltenden Enthusiasmus auch einen Dämpfer geben.
📉 Volatilität & Risikobewusstsein
Der VIX verharrt um die Marke von 16 Punkten, weiterhin ein Spiegelbild trügerischer Ruhe.
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In der Vergangenheit war genau solch ein Umfeld oft Vorbote kurzfristiger Schwankungsschübe, sobald unerwartete Makroimpulse oder politische Überraschungen eintreten.
📆 Saisonalität im Oktober
Statistisch gilt der Oktober als „Monat der Umkehr“ – häufig volatil im ersten Drittel, dann jedoch mit steigender Aufwärtsdynamik in der zweiten Hälfte. Nach vier starken Monaten in Folge und auf Rekordbewertungen könnte der Markt zunächst nach Orientierung suchen, bevor der traditionelle Jahresendrally-Effekt (getrieben von institutionellen Re-Allocations und Rückkäufen) wieder einsetzt.
👉 Fazit
Die Saisonalität spricht weiter für die Bullen, doch die Kombination aus politischem Stillstand, fehlenden Wirtschaftsdaten und hohem Bewertungsniveau lässt die gewohnte Oktober-Energie dieses Jahr fragiler wirken. Solange der VIX tief und die Liquidität hoch bleibt, gilt: „Ruhe ist trügerisch – und kann sich rasch entladen.“ ⚠️
💹 Marktbewertung & Analyse – Märkte hoch bewertet, Hoffnung bleibt der Hauptantrieb
Trotz politischer Unsicherheiten und schleppender Konjunktursignale zeigen sich die Aktienmärkte weiter robust. Die Kombination aus Zinssenkungsfantasie, Kapitalrückflüssen in US-Mega-Caps und technischer Stärke treibt die Bewertungen erneut auf historisch anspruchsvolle Niveaus.
📊 Aktuelle Bewertungskennzahlen (Stand 4. Oktober 2025)
• S&P 500: KGV ~28,2 → deutlich über 5-Jahres-Durchschnitt (21,4).
• Nasdaq 100: KGV ~33,5 → hoch bewertet, getragen von wenigen Schwergewichten (NVDA, MSFT, AAPL, META).
• DAX 40: KGV ~19,1 → leicht über historischer Norm (14,5).
• Shiller-KGV (CAPE, US): ~38,7 → rund 72 % über dem langfristigen Mittel, höchster Stand seit Dezember 2021.
🔍 Interpretation:
Diese Bewertungsniveaus setzen eine Fortsetzung der „Soft Landing“Erwartung und künftige Gewinnsteigerungen voraus. Powell’s jüngster Kommentar, Aktien seien „nach vielen Massstäben hoch bewertet“, unterstreicht das Spannungsfeld zwischen Marktoptimismus und makroökonomischer Realität.
💡 Bewertungs-Schwerpunkte nach Sektoren
• Technologie: Führt weiter mit Bewertungsprämie (Forward-KGV ~31). Der Markt preist
steigende KI-Umsätze 2026/27 ein.
• Industrie & Energie: Moderate Bewertung, defensive Re-Allokation sichtbar.
• Finanzen: Bewertung attraktiv (Forward-KGV ~13), aber Rezessionsrisiken dämpfen Zuflüsse.
📈 Gewinnentwicklung & Erwartung (EPS-Trend)
Für das Q3/2025 liegt der Konsens bei +7,2 % Gewinnwachstum YoY, angetrieben von Kommunikation & Tech. Der Energiesektor bleibt leicht negativ, während Konsumwerte sich stabilisieren.
📉 Bewertungsrisiken
• Übergewichtung in wenigen Titeln (Magnificent 7) – hohe Korrelation & Klumpenrisiko.
• Sinkende Gewinnmargen durch Lohnkosten und nachlassendes Umsatzwachstum.
• Eventuelle Revisionen nach der beginnenden Earnings Season (ab 7. Oktober) könnten kurzfristig Druck ausüben.
📌 Fazit
Die Märkte handeln aktuell auf Bewertungsniveau wie in späten Zyklusphasen, gestützt durch Liquidität und Optimismus. Solange Zinssenkungsfantasie und Rückkäufe wirken, bleibt die Überhitzung erträglich, doch jede Enttäuschung in den kommenden Quartalszahlen könnte zu abrupten Bewertungsanpassungen führen.
👉 WELLENBLICK-Einschätzung
Fundamental überteuert „Die Stimmung bleibt euphorisch, aber Euphorie ist selten nachhaltig.“ ⚠️
💹 Institutionelle Positionierungen – Grossanleger bleiben konstruktiv, aber selektiv
Das institutionelle Kapital zeigt sich nach wie vor risikofreudig, jedoch mit zunehmender Fokussierung auf Qualität und Liquidität. Während Privatanleger auf kurzfristige Impulse reagieren, bauen grosse Adressen ihre strategischen Positionen differenziert aus.
📊 COT-/Futures-Positionen (Stand: 3. Oktober 2025)
S&P 500 Futures
• Non-Commercial Netto-Shorts reduziert auf rund –158 Tsd. Kontrakte (Vorwoche –172 Tsd.).
➡️ Interpretation:
Short-Eindeckungen deuten auf nachlassende Skepsis institutioneller Trader hin.
Nasdaq 100 Futures
• Non-Commercial Netto-Longs leicht gestiegen auf +26 Tsd. Kontrakte (zuvor +23 Tsd.).
➡️ Signalisiert erneuten Optimismus im Tech-Segment, institutionelle Trader positionieren sich auf weiter steigende Kurse.
Rohstoffmärkte (COT)
• Gold: Netto-Longs ~268 Tsd. Kontrakte (Vorwoche 266 Tsd.) → fortgesetzte Nachfrage als Absicherung gegen Zins- und Shutdown-Risiken.
• WTI Crude: Netto-Longs ~105 Tsd. Kontrakte (Vorwoche 103 Tsd.) → moderate Long-Aufstockung trotz Preisdruck; strategische Käufe grosser Häuser.
💰 ETF-Zuflüsse & Abflüsse (Woche bis 3. Oktober 2025)
• SPDR S&P 500 ETF (SPY): +3,9 Mrd. USD Nettokäufe – anhaltendes Vertrauen in breite US-Exposure.
• Invesco QQQ (Nasdaq 100): +1,2 Mrd. USD Zuflüsse – Tech bleibt Kernbaustein institutioneller Portfolios.
• iShares Core US Aggregate Bond (AGG): +2,1 Mrd. USD – defensive Umschichtung in Anleihen.
• SPDR Gold Shares (GLD): +0,7 Mrd. USD – steigendes Interesse an Absicherungen.
➡️ Interpretation
Das Bild zeigt eine leichte Risikobalancierung: Zuflüsse in Aktien-ETFs bleiben positiv, aber Anleihen und Gold-ETFs verzeichnen parallel steigende Käufe. Typisches Muster für späte Zyklusphasen.
📈 Fund-Manager-Survey (Bank of America, Oktober 2025)
• Netto +26 % der befragten Fondsmanager sind übergewichtet in Aktien (Vormonat +28 %).
• Technologie-Übergewicht +18 %, leicht rückläufig, aber weiterhin stärkster Sektor.
• Cash-Quote: 3,9 % (nahe Rekordtief).
• Top-Risiken: 1️⃣ US-Shutdown (31 %), 2️⃣ Inflations-Comeback (23 %), 3️⃣ politische Unsicherheit (19 %).
• Regionale Allokation, Übergewicht USA, Untergewicht Europa & EM – klassische „Quality Bias“-Rotation.
💬 Einordnung
Die Profis bleiben klar im Markt, doch erste defensive Anpassungen sind erkennbar.
Der Rückgang der Cash-Quote signalisiert Vertrauen, während steigende Gold-Longs und Bond-Zuflüsse weiterhin ein Indikator für anhaltende Absicherungen sind.
📌 Fazit
Institutionelle Investoren setzen weiter auf das „Soft-Landing“-Narrativ, doch die Risikobereitschaft erreicht ein Plateau. Ein anhaltender Shutdown oder schwächere Earnings könnten schnell zu Positionsreduktionen führen.
👉 WELLENBLICK-Einschätzung
Das institutionelle Kapital stützt die Kurse, aber die Balance ist fragil.
„Noch dominiert Zuversicht"⚠️
📉 Analysten-Upgrades & -Downgrades
Die jüngste Welle an Analystenkommentaren zeigt ein weiterhin positives Sentiment gegenüber den grossen US-Tech-Titeln. Während KI-getriebene Geschäftsmodelle gestützt bleiben, rückt in klassischen Industrie- und Zyklikerwerten die Bewertung zunehmend in den Fokus.
🔼 Apple (AAPL) – Evercore ISI bestätigt Outperform, Kursziel angehoben auf $290 (von $260).
Begründung: anhaltend starke iPhone-Absätze und steigende Service-Margen.
→ Signalisiert weiter Vertrauen in Apples Preissetzungsmacht und Cashflow-Stabilität.
🔼 Microsoft (MSFT) – Morgan Stanley erklärt MSFT erneut zum Top Pick, Ziel auf $625 (von $582).
Begründung: kräftiges Wachstum in Azure und beschleunigte Monetarisierung der KI-Produkte (Copilot, 365-Integration).
→ Microsoft bleibt der „Safe Haven“ unter den Tech-Giganten.
🔼 Alphabet (GOOGL) – Morgan Stanley bekräftigt Overweight, Kursziel $270 (von $210).
Begründung: Stabilisierung im Werbegeschäft, robuste Cloud-Umsätze und KI-getriebene Effizienzsteigerungen.
→ GOOGL bleibt laut Analysten „fundamental unterbewertet im Verhältnis zur Cashflow-Dynamik“.
🔼 Nike (NKE) – KeyBanc Capital Markets stuft auf Overweight hoch, Ziel $90.
Begründung: positive Q1-Trends, Margenverbesserung und Fortschritte im E-Commerce.
→ Frühindikator für einen beginnenden Turnaround im Konsumsektor.
🔽 Intel (INTC) – Citigroup senkt auf Sell (von Neutral), Ziel auf $29 (von $34).
Begründung: Margendruck und überzogene Erwartungen an den NVDA-Foundry-Deal.
→ Analysten warnen, dass Intels Turnaround länger dauern könnte als eingepreist.
⚖️ Warner Bros. Discovery (WBD) – Goldman Sachs bestätigt Neutral, Ziel $13 (von $11,50); Raymond James bleibt dagegen bei Outperform, Ziel $22.
Begründung: Bewertung spiegelt Streaming-Potenzial bereits weitgehend wider, während Synergien aus Fusion noch nicht voll realisiert sind.
→ Divergierende Einschätzungen unterstreichen die Unsicherheit im Mediensektor.
📊 Rohstoffe & Anleihen – defensive Absicherung trifft auf geldpolitische Fantasie
Nach einer Phase relativer Ruhe an den Rohstoffmärkten setzt sich ein gemischtes Bild fort. Während Gold als Absicherung gesucht bleibt, leiden Energiepreise unter Angebotsdruck. Parallel dazu signalisieren die Anleihemärkte eine wachsende Überzeugung, dass die Zinswende strukturell erreicht ist.
🏅 Gold – Stabil auf hohem Niveau, getrieben von Zinsfantasie
Das Edelmetall notiert aktuell um $3.870 je Unze, knapp unter dem Allzeithoch von $3.900. Der anhaltende US-Shutdown und die Erwartung einer weiteren Zinssenkung stützen die Nachfrage nach „sicheren Häfen“. Seit Jahresbeginn hat Gold rund +36 % zugelegt – Notenbankkäufe und ETF-Zuflüsse bleiben stark.
💬 Sollte die Fed Ende Oktober erneut liefern, könnte Gold einen erneuten Ausbruch nach oben wagen. Umgekehrt würde ein „hawkisher“ Ton in der Pressekonferenz kurzfristig Gewinnmitnahmen auslösen.
🛢️ Öl – Angebotsdruck und Konjunktursorgen bremsen Preise
Brent-Öl notiert derzeit bei $66,20 pro Barrel, WTI um $63,70 – der tiefste Stand seit dem Frühjahr. Haupttreiber bleibt das Überangebot: OPEC+ signalisiert Produktionsausweitungen, während die IEA gleichzeitig vor einer schwächeren Nachfrage warnt. Dazu kommen saisonal rückläufige Raffinerie-Runs und Lageraufbauten in den USA.
⚠️ Ein anhaltend schwächerer Ölpreis wirkt inflationsdämpfend – aber er spiegelt zugleich Sorgen über das globale Wachstum wider.
💵 Anleihen – Renditen sinken, Zinswende verfestigt sich
Die US-Renditen befinden sich weiter im Rückwärtsgang
• 10-jährige Treasuries: ~4,08 %
• 2-jährige Treasuries: ~3,56 %
→ Die Zinskurve dreht sich wieder positiv – ein klassisches Signal für ein nahendes Ende des Straffungszyklus.
Auch in Europa bleibt der Trend klar:
• Bundesanleihe 10 Jahre: ~1,86 %
• UK Gilt 10 Jahre: ~2,71 %
💬 Marktteilnehmer preisen bis Jahresende mindestens zwei weitere Zinssenkungen in den USA und eine erste Lockerung der EZB im Q1 2026 ein.
ETF-Zuflüsse in Staatsanleihen (AGG, TLT) nehmen sichtbar zu, ein Hinweis auf steigende Nachfrage institutioneller Anleger nach Durationsexposure.
📌 Fazit
Gold bleibt gefragt, Öl schwach, Anleihen stabil – das Dreieck „Sicherheit, Liquidität, Erwartung“ dominiert. Solange die Fed ihren Kurs Richtung Lockerung beibehält, bleiben Renten und Edelmetalle strukturell im Vorteil, während Energie und zyklische Rohstoffe kurzfristig weiter unter Druck stehen.
👉 WELLENBLICK-Einschätzung
Das Kapital sucht Schutz, aber nicht aus Panik, sondern aus Kalkül.
„Wer zuerst Sicherheit sucht, wird später Flexibilität gewinnen.“ ⚖️
📌 Fazit zum Markt
Die Märkte stehen an einem sensiblen Übergangspunkt. Nach einem aussergewöhnlich starken September und einem ruhigen Start in den Oktober zeigt sich, wie viel des „weichen Landens“ bereits eingepreist ist. Die Bullen bleiben klar tonangebend, doch die makroökonomischen Leitplanken werden enger.
Zinssenkungsfantasie, Shutdown-Risiko und die beginnende Berichtssaison ergeben ein Spannungsfeld, das eine höhere Marktreaktivität erwarten lässt. Besonders Tech und Konsumwerte stehen im Fokus, da sie zuletzt die grössten Zugewinne verzeichneten und nun den Stresstest durch Q3-Zahlen antreten müssen.
📊 Die Marktstimmung bleibt neutral, aber das Sentiment kippt bei Enttäuschungen derzeit schneller als in früheren Phasen. Anleger und Trader sollten daher diszipliniert bleiben. Die grossen Bewegungen entstehen nicht im Rausch, sondern im Moment der Klarheit.
💬 WELLENBLICK-Kommentar:
„Die Ruhe ist kein Zufall, sie ist der Atemzug vor der nächsten Bewegung. Wer die Wellen versteht, weiss: Die Struktur kommt immer vor der Dynamik.“
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