DAX Tagesausblick 17. Juni – All Eyes on FOMC!!!Fundamentale geopolitische Lage
Die Märkte bleiben weiterhin vollständig auf die Entwicklungen im Nahen Osten fokussiert. Nachdem in den vergangenen Tagen erste Hinweise auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran bekannt wurden, verdichten sich nun die Anzeichen für ein vorläufiges Abkommen. Nach verschiedenen Reuters-Berichten soll in den kommenden Tagen ein Memorandum of Understanding veröffentlicht werden, das zunächst einen 60-tägigen Waffenstillstand als Grundlage für weitere Verhandlungen schaffen soll.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Wiederöffnung der Straße von Hormuz, mögliche Lockerungen von Sanktionen, der Umgang mit eingefrorenen Vermögenswerten, zukünftige Öl-Exporte sowie langfristige Regelungen rund um das iranische Atomprogramm. Gleichzeitig bleibt die Lage jedoch komplex. Themen wie die Urananreicherung, Sicherheitsgarantien für die Region, die zukünftige Rolle Israels, mögliche Entschädigungen für Kriegsschäden sowie die konkrete Umsetzung eines dauerhaften Friedensabkommens sind weiterhin ungeklärt.
Entsprechend preisen die Märkte aktuell zwar eine deutliche Entspannung ein, von einem finalen Deal kann jedoch noch nicht gesprochen werden. Reuters berichtete zudem, dass die USA bereits Maßnahmen ergreifen, um den Ölfluss durch die Region aufrechtzuerhalten und dabei teilweise Methoden nutzen, die bisher eher mit iranischen Sanktionsumgehungen in Verbindung gebracht wurden. Gleichzeitig zeigen die Schlagzeilen rund um Israel, den Libanon, den Iran sowie die Gespräche auf G7-Ebene, wie eng geopolitische Entwicklungen aktuell mit den Finanzmärkten verknüpft sind.
Für die Märkte bleibt deshalb entscheidend, ob aus dem aktuellen Waffenstillstand tatsächlich ein belastbarer Friedensprozess entsteht oder ob die offenen Streitpunkte erneut zu Unsicherheit führen.
Fundamentaldaten gestern
Der gestrige Handelstag stand eher im Zeichen geopolitischer Entwicklungen als neuer makroökonomischer Überraschungen. Die europäischen ZEW-Konjunkturerwartungen fielen deutlich besser aus als erwartet und signalisierten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland sowie der Eurozone.
Auf US-Seite sorgten die schwachen Housing Starts sowie rückläufige Baugenehmigungen für Hinweise auf eine gewisse Abkühlung im Immobiliensektor. Gleichzeitig wurden die Erwartungen an das US-Wachstum leicht nach unten angepasst. Insgesamt handelte es sich jedoch eher um Daten mit mittlerem Einfluss auf die Märkte, während die Aufmerksamkeit bereits klar auf die heutigen Inflationsdaten und vor allem die FOMC-Sitzung gerichtet war.
Fundamentaldaten heute
Heute steht einer der wichtigsten Handelstage der gesamten Woche an.
Bereits um 12:00 Uhr erhalten wir die finalen europäischen Inflationsdaten. Die Verbraucherpreise der Eurozone werden aktuell bei 3,2 % gegenüber dem Vorjahr erwartet, nachdem zuletzt ebenfalls 3,2 % gemeldet wurden. Hier wird sich zeigen, wie hartnäckig der Inflationsdruck innerhalb Europas aktuell tatsächlich ist und bleibt.
Besonders interessant dürfte zudem die Kerninflation werden. Der Core CPI, welcher Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, wird bei 2,5 % erwartet. Da dieser Wert häufig als besserer Indikator für die tatsächliche Inflation gilt, dürfte die EZB diesen Bereich besonders genau beobachten.
Beim monatlichen CPI-Wert wird lediglich ein Anstieg von 0,1 % erwartet, nachdem im Vormonat noch deutlich höhere Werte gemeldet wurden. Der Markt geht hier also von einer deutlichen Abschwächung des kurzfristigen Inflationsdrucks aus.
Zusätzlich wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen. Aussagen zur Geldpolitik, Inflation oder möglichen Zinsschritten könnten insbesondere für Euro, Anleihen und europäische Indizes relevant werden.
Am Nachmittag rücken dann die US-Retail-Sales-Daten in den Fokus. Die Retail Sales messen die Veränderung der gesamten Einzelhandelsumsätze und gelten als einer der wichtigsten Indikatoren für die Konsumausgaben der Verbraucher. Da der private Konsum den größten Teil der US-Wirtschaft ausmacht, werden diese Zahlen von der FED besonders genau beobachtet.
Höhere Werte als erwartet würden auf eine weiterhin starke Wirtschaft und robuste Nachfrage hindeuten. Das könnte den Inflationsdruck erhöhen und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen reduzieren. Entsprechend wäre ein deutlich stärkerer Wert tendenziell eher bearish für Risk Assets.
Schwächere Werte hingegen würden auf eine nachlassende Konsumnachfrage hindeuten, den Druck auf die FED erhöhen und die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen stärken. Dies wäre grundsätzlich eher positiv für Aktien und andere Risk Assets.
Im weiteren Tagesverlauf folgen noch Retail Control, Core Retail Sales, Retail Inventories ex Auto, Pending Home Sales sowie die US-Rohöllagerbestände. Letztere bleiben aktuell aufgrund der Nahost-Thematik besonders interessant. Grundsätzlich wirken sinkende Lagerbestände unterstützend für den Ölpreis, wobei die geopolitische Entwicklung derzeit den deutlich größeren Einflussfaktor darstellt.
Der absolute Fokus des Tages liegt jedoch auf dem Abend.
Dort erhalten wir:
• FOMC Statement
• Fed Interest Rate Decision
• FOMC Economic Projections
• Updated Dot Plot
• Interest Rate Projections
Anschließend folgt die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh.
Hier entscheidet sich, wie die Märkte die zukünftige Zinspolitik der FED einschätzen werden. Für die verschiedenen FOMC-Szenarien, die Interpretation des Dot Plots sowie die möglichen Auswirkungen auf DAX, Nasdaq, S&P 500, US30, Dollar und Bitcoin habe ich gestern bereits ein ausführliches Video auf TradingView veröffentlicht. Wer sich auf den heutigen Abend vorbereiten möchte, sollte sich dieses unbedingt ansehen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
Am deutlichsten zeigt sich die aktuelle Marktstimmung weiterhin im Ölpreis. US Oil verlor gestern weitere 5,7 % und schloss unterhalb der wichtigen 77-Dollar-Marke. Aktuell notiert der Markt bereits im Bereich von 74,7 Dollar und setzt damit die Abwärtsbewegung der vergangenen Tage konsequent fort.
Damit bestätigt sich weiterhin das Szenario einer zunehmenden geopolitischen Entspannung. Je näher die Region einem tatsächlichen Abkommen kommt, desto stärker verschwindet die eingepreiste Risikoprämie aus dem Ölmarkt. Sollte der Deal in den kommenden Tagen tatsächlich finalisiert werden, halte ich einen Rücklauf in Richtung der 70-Dollar-Zone weiterhin für realistisch.
Die US-Staatsanleihen zeigten zuletzt ebenfalls leichte Schwäche. Heute Abend wird sich entscheiden, ob die FED eher hawkisch oder dovish auftritt. Weniger Zinssenkungserwartungen würden die Renditen tendenziell steigen lassen, während eine dovishere FED die Anleihen unterstützen könnte.
Der US-Dollar-Index schloss gestern erneut schwach und bewegt sich aktuell weiterhin im Bereich der wichtigen 99,5er Zone. Für mich wird entscheidend sein, ob zunächst das gestrige Tief und anschließend auch das Tief vom Montag unterschritten werden. Sollte gleichzeitig ein belastbarer Nahost-Deal zustande kommen und die FED eher dovish auftreten, halte ich auch einen Rücklauf in Richtung der 99er Marke für realistisch.
Der Volatilitätsindex notiert aktuell bei 16,42 Punkten. Damit bleibt die Volatilität weiterhin völlig normal und deutlich unterhalb der kritischen 20-Punkte-Marke. Die Marktteilnehmer zeigen aktuell keine Anzeichen von Panik oder außergewöhnlicher Risikoaversion.
Risk Assets und Korrelationen im Überblick
Bei Bitcoin haben wir nach mehreren bullishen Handelstagen erstmals wieder eine bearishe Tageskerze gesehen. Für mich wird nun entscheidend, ob die Zone um 65.200 USD gehalten werden kann. Ein Bruch unter die Tiefs von Montag und Dienstag könnte kurzfristig eine weitere Bewegung in Richtung 64.500 USD auslösen.
Für neue bullische Impulse müssen die Käufer hingegen zunächst die Hochs im Bereich von 67.400 USD zurückerobern. Übergeordnet bleibt der Markt weiterhin konstruktiv, kurzfristig wird jedoch auch hier der heutige FOMC-Abend die Richtung vorgeben.
Im S&P 500 und Nasdaq bleibt die Lage ähnlich. Die entscheidenden Szenarien habe ich bereits im gestrigen Video ausführlich vorgestellt. Beim S&P 500 bleibt für mich insbesondere der Bereich um 7.500 Punkte die zentrale Entscheidungszone für die kommenden Handelstage.
Der Nasdaq reagierte zuletzt erneut an der wichtigen 30.000er Marke. Auch hier dürfte die heutige FED-Sitzung den nächsten größeren Impuls liefern.
Der US30 bleibt aktuell der stärkste der großen US-Indizes. Gestern wurden erneut neue Allzeithochs markiert und die Tageskerze schloss oberhalb der wichtigen 52.000-Punkte-Marke. Bereits in den vergangenen Tagen hatte ich darauf hingewiesen, dass ein nachhaltiger Ausbruch über 52.000 Punkte Potenzial bis in den Bereich von 52.500 Punkten eröffnen könnte. Mit einem erfolgreichen Nahost-Deal und einer dovishen FED bleibt dieses Szenario weiterhin auf dem Tisch.
DAX charttechnische Analyse
Der DAX zeigte gestern einen überraschend schwachen Tagesabschluss. Nachdem zunächst das Tageshoch vom Montag überschritten wurde, setzte im weiteren Verlauf deutlicher Verkaufsdruck ein. Die Tageskerze schloss schließlich wieder unterhalb der wichtigen 24.800-Punkte-Zone.
Für mich bleibt diese Marke heute die zentrale Unterstützung. Solange sich der Markt oberhalb von 24.800 Punkten halten kann, bleibe ich grundsätzlich konstruktiv eingestellt.
Etwas vorsichtiger würde ich werden, wenn das gestrige Tagestief bei 24.720 Punkten unterschritten wird. In diesem Fall könnte sich die Korrektur zunächst bis in den Bereich von 24.650 Punkten ausweiten, wo das nächste relevante Unterstützungsniveau wartet.
Auf der Oberseite bleibt das gestrige Tageshoch bei 25.112 Punkten die wichtigste Marke. Ein Ausbruch darüber könnte neue Long-Setups aktivieren, allerdings nur dann, wenn die begleitenden Fundamentaldaten sowie die heutige FED-Sitzung den Markt entsprechend unterstützen.
Sollte die FED dovisher als erwartet auftreten und die geopolitische Entspannung weiter Bestand haben, sehe ich weiterhin gute Chancen auf einen nachhaltigen Ausbruch über die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke. In diesem Szenario bleibt für mich auch das übergeordnete Ziel im Bereich von 25.500 Punkten bis Ende der Woche weiterhin realistisch.
Die Gegenseite sollte jedoch nicht vergessen werden. Sollte der Nahost-Deal scheitern oder die FED deutlich hawkischer auftreten als vom Markt erwartet, könnten wir auch deutlich stärkere Rücksetzer in den großen Indizes sehen. Genau auf diese alternativen Szenarien bin ich im gestrigen Video ausführlich eingegangen.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte stellen ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung dar.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Handelstag, starke Nerven für den heutigen FOMC-Abend und natürlich stabile Trades!
Ger40
DAX Tagesausblick 16. Juni – 25.000er Marke im Fokus!!!Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Nach den zahlreichen Meldungen vom Wochenende halten die Märkte an der Erwartung fest, dass die USA und der Iran den eingeschlagenen Deeskalationskurs fortsetzen und die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet wird.
Neue Details zum Memorandum zwischen beiden Seiten wurden zuletzt nur vereinzelt bekannt. Während die tatsächliche Umsetzung des Deals weiterhin Zeit benötigen dürfte, preisen die Märkte aktuell vor allem die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation ein. Entsprechend bleibt der Einfluss auf Öl, Staatsanleihen und Risk Assets vorerst positiv. Solange keine negativen Überraschungen folgen, bleibt das fundamentale Umfeld für Aktienmärkte grundsätzlich unterstützend.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Aus fundamentaler Sicht dürfte der heutige Handelstag vergleichsweise ruhig verlaufen. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich bereits auf die morgigen US-Daten sowie die FED-Zinsentscheidung.
In der asiatischen Sitzung sorgte vor allem die Bank of Japan für Aufmerksamkeit. Die BOJ erhöhte ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 1,00 % und setzt damit ihren historischen Kurswechsel fort. Höhere japanische Zinsen können mittelfristig Auswirkungen auf globale Liquiditätsströme und Carry Trades haben, kurzfristig wurde die Entscheidung allerdings weitgehend erwartet und bislang gut vom Markt aufgenommen.
Heute stehen in Europa unter anderem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone auf dem Kalender. Zusätzlich wird EZB-Mitglied Philip Lane sprechen. Marktteilnehmer achten weiterhin darauf, wie die Europäische Zentralbank die zuletzt rückläufigen Inflationsdaten und die Entwicklung der Energiepreise bewertet.
Aus den USA folgen am Nachmittag unter anderem die Daten zu den Housing Starts, Building Permits sowie Import- und Exportpreisen. Größere Marktbewegungen werden hiervon aktuell allerdings nicht erwartet.
Der eigentliche Fokus bleibt klar auf Mittwoch gerichtet. Dann stehen die US-Retail-Sales, die Core Retail Sales sowie die FOMC-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz von Jerome Powell an. Diese Termine dürften die Richtung für die zweite Wochenhälfte maßgeblich bestimmen.
Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt der Ölmarkt. Nach dem massiven Rückgang der geopolitischen Risikoprämie notierte Öl zuletzt auf dem tiefsten Niveau seit mehreren Wochen. Die Märkte handeln aktuell die Erwartung einer verbesserten Versorgungslage und sinkender Inflationsrisiken, was Risk Assets zusätzlich unterstützt.
Interessant bleibt zudem die Meldung, dass die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 43 Jahren gefallen sind. Grundsätzlich wäre dies ein bullisher Faktor für den Ölmarkt, da die USA im Falle neuer Angebotsschocks deutlich weniger Puffer besitzen. Aktuell wird diese Entwicklung jedoch von der geopolitischen Entspannung rund um den Iran-Deal überlagert, weshalb der Markt den Fokus weiterhin auf die mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus und eine Verbesserung der globalen Ölversorgung legt.
Wichtig ist aber zu verstehen, sollten wir doch keinen Deal bekommen, oder weitere Eskalation im Nahen Osten enstehen, könnte all das wieder eingepreist werden und die schnellen Anstiege in Risk Assets abverkauft werden.
Kapitalflüsse & Risikobereitschaft der Märkte
Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die anhaltend hohe Risikoaffinität der Investoren. Besonders deutlich zeigt sich das aktuell am Beispiel von SpaceX. Seit dem IPO ist die Aktie um rund 59 % gestiegen und notiert inzwischen bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,5 Billionen US-Dollar. Allein in den vergangenen Handelstagen flossen enorme Kapitalmengen in das Unternehmen, obwohl die Bewertung gemessen an klassischen Fundamentaldaten weiterhin extrem ambitioniert erscheint. Der Markt fokussiert sich aktuell deutlich stärker auf zukünftiges Wachstum, Marktführerschaft und Visionen als auf kurzfristige Gewinne oder Bewertungskennzahlen.
Auch bei Nvidia bleibt die Risikobereitschaft der Anleger sichtbar. Das Unternehmen konnte laut aktuellen Berichten eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach seiner jüngsten Anleiheemission verzeichnen. Investoren signalisierten dabei Interesse im Volumen von rund 85 Milliarden US-Dollar. Dies zeigt, dass Liquidität weiterhin reichlich vorhanden ist und große Technologieunternehmen nach wie vor nahezu unbegrenzten Zugang zu Kapital haben.
Insgesamt unterstreichen diese Entwicklungen das aktuell sehr konstruktive Umfeld für Risk Assets. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, hoher Bewertungen und der bevorstehenden FED-Sitzung bleibt die Kapitalzufuhr in wachstumsstarke Technologie- und KI-Unternehmen ungebrochen. Das spricht weiterhin für ein grundsätzlich bullisches Sentiment an den Aktienmärkten.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt bleibt das Bild für mich weiterhin bearish. Trotz der massiven geopolitischen Schlagzeilen konnte sich der Markt nicht nachhaltig oberhalb der Hochs etablieren. Gestern schloss WTI bereits bei rund 81,10 Dollar und notiert aktuell im Bereich von 80,45 Dollar.
Mit der Entspannung im Nahen Osten verschwindet ein wesentlicher Teil der geopolitischen Risikoprämie. Entsprechend bleiben für mich die nächsten relevanten Ziele die Bereiche um 79 Dollar sowie anschließend 77 Dollar. Kurzfristig könnte es zwar jederzeit noch zu einem Rücklauf in Richtung 84 Dollar kommen, insbesondere falls neue Schlagzeilen zur Umsetzung des Iran-Deals erscheinen. Übergeordnet bleibt mein Bias jedoch klar bearish.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Bonds konnten die gestrigen Gap-Downs überraschend schnell wieder aufgeholt werden. Die Anleihemärkte zeigen weiterhin Kaufinteresse, während die Renditen auf erhöhtem Niveau verbleiben.
Entscheidend dürfte nun die morgige FED-Sitzung werden. Vor allem die Aussagen Warshs werden darüber entscheiden, ob die Märkte wieder stärker auf Zinssenkungen setzen oder ob die höheren Renditen vorerst Bestand haben.
Dollar Index (DXY)
Im Dollar bleibt die Lage weiterhin spannend. Der Bereich um 99,50 Punkte wurde erneut erfolgreich verteidigt. Gleichzeitig konnte das gestrige Tageshoch bereits überschritten werden.
Für mich bleibt die aktuelle Range zwischen 99,50 und 100 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über 100 Punkte könnte den Dollar kurzfristig stärken. Ein Bruch unter 99,50 würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Die morgige FED dürfte auch hier die Richtung vorgeben.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang gestern konsequent fort und verlor erneut über 8 %. Aktuell notiert der VIX bei rund 16,20 Punkten.
Das zeigt sehr deutlich, wie stark die Risikoaversion zuletzt zurückgegangen ist. Für die Aktienmärkte bleibt dies ein klar unterstützender Faktor.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin eines der stärksten Assets am Markt. Nachdem die Unterstützung im Bereich von 200 Dollar erfolgreich verteidigt wurde, notiert die Aktie inzwischen wieder bei rund 212 Dollar.
Solange wir oberhalb dieser Zone bleiben, bleibt mein Bias klar bullish. Der KI-Boom zeigt weiterhin keinerlei Schwächeanzeichen und Nvidia bleibt das Aushängeschild dieses gesamten Trends. Zusätzlich sorgt die enorme Euphorie rund um den erfolgreichen SpaceX-Börsengang weiterhin für positives Sentiment im Technologie- und KI-Sektor.
Neue Allzeithochs bleiben aus meiner Sicht weiterhin das wahrscheinlichere Szenario, solange die Fundamentalen und Geopolitischen Daten dieses Bild stützen.
Bitcoin
Bitcoin konnte sich ebenfalls stabilisieren und zeigte zuletzt wieder leichte Stärke. Die geopolitische Entspannung wurde grundsätzlich positiv aufgenommen, dennoch bleibt Bitcoin aktuell eher im Fahrwasser der allgemeinen Risk-On-Bewegung.
Eine größere Richtungsentscheidung bleibt hier erstmal aus, ich sehe übergeordnet weiterhin einen sehr intakten Abwärtstrend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt beeindruckend stark. Gestern wurde erneut ein neues Allzeithoch markiert und die 7.500-Punkte-Marke erfolgreich verteidigt.
Für mich ergeben sich aktuell zwei interessante Szenarien. Entweder wir sehen weitere Fortsetzungskäufe über dem gestrigen Tageshoch oder wir erhalten noch einmal einen Rücksetzer in Richtung 7.500 Punkte, der anschließend neue Long-Chancen eröffnet.
Das übergeordnete Bild bleibt klar bullish.
Nasdaq
Auch der Nasdaq präsentiert sich weiterhin extrem stark. Der Index konnte direkt über die psychologisch wichtige 30.000-Punkte-Marke springen und notiert inzwischen nur noch knapp unter seinen Allzeithochs.
Aktuell fehlen lediglich rund 0,8 % bis zu neuen Rekordständen. Über dem gestrigen Tageshoch bleibe ich klar auf der Long-Seite. Alternativ wäre ein Rücklauf in Richtung 30.000 Punkte ebenfalls eine interessante Kaufzone.
Dow Jones
Der Dow Jones konnte gestern ebenfalls neue Allzeithochs markieren. Die 52.000-Punkte-Zone wurde nahezu punktgenau angelaufen und bestätigt.
Für weitere Long-Einstiege bleiben die Bereiche um 51.500 Punkte sowie ein möglicher Ausbruch über 52.000 Punkte besonders interessant.
DAX – 25.000er Marke im Fokus
Im DAX zeigte sich gestern ein etwas anderes Bild als in den amerikanischen Indizes. Zwar eröffnete der Markt mit einem starken Gap-Up, allerdings konnten die Käufer die Dynamik im Tagesverlauf nicht vollständig verteidigen.
Im Bereich von 25.000 Punkten wurde der Markt erstmal abverkauft. Dennoch bleibt die übergeordnete Struktur konstruktiv.
Besonders wichtig war die Reaktion auf die bereits gestern angesprochene Unterstützungszone zwischen 24.800 und 24.850 Punkten. Hier treffen aktuell das Wochenhoch der KW24, das Monatshoch April sowie das ehemalige Jahreshoch 2025 aufeinander. Der Markt reagierte dort nahezu punktgenau mit Käufen.
Für den heutigen Handel sehe ich zwei zentrale Szenarien.
Bullisches Szenario:
Sollten die Käufer die 25.000-Punkte-Marke erneut überwinden und bestätigen können, wären weitere Anstiege in Richtung 25.200 bis 25.400 Punkte durchaus denkbar.
Vorsichtiges Szenario:
Sollte die 25.000er Marke erneut als Widerstand fungieren und wir dort wieder deutliche Verkäufe sehen, wäre zunächst Vorsicht angebracht. In diesem Fall könnte eine größere Korrektur bis in den Bereich von 24.600 bis 24.650 Punkten folgen, bevor der nächste Anlauf nach oben startet.
Trotzdem bleibt mein übergeordnetes Bild weiterhin bullish. Die geopolitische Entspannung, der Rückgang der Volatilität und die starke Entwicklung der US-Märkte sprechen aktuell weiterhin für Risk Assets.
Fazit
Der Markt bleibt klar im Risk-On-Modus. Die geopolitische Entspannung rund um den Iran-Deal sorgt weiterhin für Rückenwind, während gleichzeitig die Volatilität deutlich zurückgeht und die Aktienmärkte neue Höchststände markieren.
Heute könnte es vor dem morgigen FOMC-Entscheid durchaus etwas ruhiger werden. Die Marktteilnehmer dürften sich zunehmend auf die US-Retail-Sales und die Zinsentscheidung der FED fokussieren.
Für den DAX bleibt die 25.000er Marke der zentrale Bereich. Ein Ausbruch darüber könnte weitere Dynamik freisetzen. Scheitert der Markt erneut an dieser Zone, wären kurzfristige Rücksetzer zunächst nicht überraschend.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades!
DAX Chartanalyse & Prognosen für die neue Woche #25Analyse beim Stand des DAX-Index (Kassa) von 24.614 Punkten
Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Szenarien aus meiner persönlichen Einschätzung und Erfahrung entstehen und eine Zusammenfassung der wahrscheinlichsten Kursspanne für die jeweilige Zeiteinheit darstellen.
DAX Index Prognose für Montag
An seine bemerkenswerte 2025er-Rallye hat der DAX im Januar mit einem neuen Allzeithoch angeknüpft. Danach ist der Kurs zunächst in eine seitwärts laufende Korrekturphase übergegangen, die kurzfristig nach unten verlassen wurde und das letzte lokale Tief im März gesetzt hat. Dort konnte der Markt den Verkaufsdruck abfangen und in eine Erholungstendenz drehen.
Korrekturimpulse haben sich zuletzt im Bereich der 24.000er-Marke gestützt und den Kurs in Reichweite zum Allzeithoch gebracht. Hier fehlte es für weitere Zugewinne jedoch deutlich an Nachfrage, sodass der Kurs Verkaufsdruck zu spüren bekam und in der vergangenen Woche das Februartief unter Druck setzte. Hier konnte jedoch stützende Nachfrage zum Wochenschluss das Vorjahreshoch erneut in Reichweite bringen. Der Start in die neue Woche am Montag dürfte sich dadurch fester gestalten und einen Test des 24.900er-Bereichs in Aussicht stellen.
Erwartete Tagesspanne: 24.390 bis 24.910
Nächste Widerstände: 24.771 | 24.820 = Vorwochenhoch | 25.507
Wichtige Unterstützungen: 24.272 | 24.043 = Vorwochentief | 23.476
DAX Index Prognose für Dienstag
Abhängig vom Wochenstart könnte der Kurs am Dienstag signalisieren, ob die jüngste Erholungsstimmung das Vorjahreshoch zurückgewinnen kann. Sollte der Markt hingegen auf Widerstand treffen, wäre im Verlauf der Woche eher eine Tradingrange zu erwarten.
Erwartete Tagesspanne: 24.520 bis 25.040 alternativ 24.330 bis 24.610
DAX Prognose für diese Woche
Ergänzend zum Stundenchart erholt sich der DAX-Index vom Test der Unterstützung durch den 200-Tage-Durchschnitt. Der am Vorjahreshoch seitwärts laufende GD 20 könnte die Stimmung vorerst einbremsen, ein Ausbruch würde hingegen wieder auf die Rekordmarke zielen.
Erwartete Wochenspanne: 24.320 bis 25.260
Die DAX Prognose für nächste Woche:
Die DAX Prognose für nächste Woche: Abhängig von der geopolitischen Konfliktlage drückten zuletzt auch Gewinnmitnahmen auf die Marktstimmung. Mit neu einsetzender Nachfrage konnte das Februartief jedoch verteidigt werden, sodass die Signallage neutral bis positiv zu bewerten ist. Daraus lässt sich eine mögliche Wochenspanne zwischen
24.780
und
25.590
Punkten ableiten.
Alternativ wäre eine anhaltende Pendelbewegung um das Vorjahreshoch möglich.
Beste Grüße und gute Trades,
Christian Möhrer
Kagels-Trading
DAX Tagesausblick 15. Juni - Nahost-Deal sorgt für Risk-On!!!Geopolitische Lage
Die neue Handelswoche startet mit einer deutlichen Risk-On-Reaktion an den globalen Finanzmärkten. Auslöser sind die Entwicklungen rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Am Wochenende verdichteten sich die Hinweise auf eine weitreichende Einigung zwischen beiden Seiten. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass ein Memorandum of Understanding (MOU) vereinbart wurde, welches unter anderem Einschränkungen beim iranischen Atomprogramm, Regelungen zur Urananreicherung sowie mögliche Lockerungen von Sanktionen umfasst. Gleichzeitig richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf die Straße von Hormus, die als eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Öltransport gilt.
Die Märkte preisen aktuell eine nachhaltige Deeskalation ein. Genau diese Erwartung führte bereits in den vergangenen Handelstagen zu massiven Bewegungen in Öl, Staatsanleihen, US-Dollar und den großen Aktienindizes.
Wichtig bleibt jedoch: Der Markt handelt aktuell die Erwartung einer dauerhaften Entspannung. Entscheidend wird sein, ob die Vereinbarungen von allen Beteiligten bestätigt und in den kommenden Tagen tatsächlich umgesetzt werden. Sollte dies gelingen, dürfte dies erheblichen Inflationsdruck aus dem Markt nehmen und Risk Assets zusätzlich unterstützen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Aus fundamentaler Sicht fällt der heutige Handelstag vergleichsweise ruhig aus. Der Fokus liegt weiterhin klar auf der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten.
Am Vormittag stehen unter anderem die Trade Balance sowie die Industrial Production Daten aus Europa auf dem Kalender. Zusätzlich wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen. Marktteilnehmer achten dabei insbesondere auf mögliche Hinweise zum zukünftigen geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank.
Der eigentliche Fokus dieser Woche liegt jedoch auf Mittwoch. Dann steht der nächste FED-Zinsentscheid an. Eine Änderung der Leitzinsen wird nicht erwartet. Entscheidend werden vielmehr das FOMC Statement, die aktualisierten Economic Projections sowie die anschließende Pressekonferenz.
Nach den zuletzt rückläufigen Inflationsdaten Core CPI MoM, gleichzeitig aber weiterhin robusten Arbeitsmarktdaten, dürfte die Kommunikation der FED maßgeblich darüber entscheiden, ob die aktuelle Risk-On-Bewegung weiter fortgesetzt werden kann.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt reagiert am stärksten auf die geopolitische Entspannung.
US Oil notiert aktuell rund 4,14 % im Minus bei etwa 80,84 Dollar. Zwischenzeitlich wurde die psychologisch wichtige 80-Dollar-Marke bereits getestet.
Charttechnisch rückt nun das Monatstief aus April bei rund 79 Dollar in den Fokus. Sollte die aktuelle Deeskalation Bestand haben und die Situation rund um die Straße von Hormus weiter entspannen, halte ich einen Rückgang in Richtung 77 Dollar weiterhin für realistisch.
Fallende Ölpreise bedeuten weniger Inflationsdruck, geringere Energiekosten und gleichzeitig weniger Druck auf die Zentralbanken. Genau deshalb reagieren die Risk Assets aktuell so positiv auf diese Entwicklung.
Die im gestrigen Wochenausblick beschriebenen Szenarien entwickeln sich bislang nahezu punktgenau. Wer die detaillierten Zonen und Setups sehen möchte, kann sich den aktuellen Wochenausblick auf meinem YouTube-Kanal ansehen.
US-Staatsanleihen
Auch die Renditen der US-Staatsanleihen fallen zum Wochenstart deutlich.
Dreijährige Staatsanleihen notieren rund 1,43 % im Minus, fünfjährige rund 1,31 %, zehnjährige rund 1,03 % und dreißigjährige etwa 0,70 %.
Der Markt preist aktuell weniger geopolitische Unsicherheit sowie einen potenziell konstruktiveren Zinspfad ein. Sinkende Renditen bleiben grundsätzlich unterstützend für Aktienmärkte und andere Risk Assets.
DXY
Der Dollar-Index steht ebenfalls unter Druck.
Der DXY notiert aktuell rund 0,37 % im Minus und ist bereits unter das Wochentief der Vorwoche sowie unter die wichtige 99,50er-Zone gefallen.
Die Kombination aus sinkendem Safe-Haven-Demand, fallenden Renditen und Hoffnungen auf eine weniger restriktive FED belastet den Dollar.
Sollte die FED am Mittwoch zusätzlich dovish auftreten, könnte sich die Bewegung in Richtung 99 Punkte fortsetzen.
VIX
Der Volatilitätsindex dürfte zum Wochenstart ebenfalls deutlich unter Druck geraten.
Die geopolitische Entspannung sorgt aktuell dafür, dass Absicherungspositionen abgebaut werden. Sinkende Volatilität unterstützt historisch betrachtet vor allem Aktienmärkte und Wachstumswerte.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Bitcoin zeigt zum Wochenstart erste Stärke und notiert aktuell wieder im Bereich von 65.800 Dollar.
Nach dem bullischen Weekly Close bleibt nun entscheidend, ob Bitcoin das verbesserte Risk-On-Umfeld nutzen kann. Das nächste größere Ziel liegt für mich weiterhin im Bereich von 69.000 bis 70.000 Dollar.
In den vergangenen Wochen blieb Bitcoin trotz starker Aktienmärkte teilweise zurück. Sollte nun zusätzlich Kapital in den Kryptomarkt zurückfließen, könnte sich dieses Bild ändern.
SPX
Der S&P 500 startet mit einem Gap-Up von über 2 % in die neue Handelswoche.
Die zentrale Unterstützungszone bleibt für mich weiterhin der Bereich um 7.500 Punkte. Ein Rücksetzer in diesen Bereich wäre aus meiner Sicht interessant, um anschließend die Bewegung in Richtung neuer Allzeithochs zu begleiten.
Solange die Struktur intakt bleibt, bleibt mein Bias klar bullisch.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzt seine relative Stärke fort und notiert deutlich über der psychologisch wichtigen 30.000-Punkte-Marke.
Genau dieses Szenario hatte ich bereits im Wochenausblick beschrieben. Solange die 30.000 verteidigt wird, bleiben für mich die nächsten Ziele bei 30.500 sowie anschließend 31.000 Punkten.
US30
Der Dow Jones handelt ebenfalls nahe neuer Rekordstände.
Nach dem Ausbruch über die Zone bei 51.500 Punkten bleibt die Bewegung in Richtung 52.000 Punkte das bevorzugte Szenario.
Sollte sich der Nahost-Deal bestätigen und die FED am Mittwoch nicht überraschend hawkish auftreten, halte ich neue Allzeithochs in den großen US-Indizes weiterhin für sehr wahrscheinlich.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX startet mit einem deutlichen Gap-Up in die neue Handelswoche und notiert aktuell rund 1,38 % im Plus.
Besonders wichtig bleibt nun die psychologisch relevante 25.000-Punkte-Marke.
Bullisch betrachtet sehe ich zwei Szenarien:
Das erste Szenario wäre die direkte Fortsetzung des Momentums über die 25.000-Punkte-Zone. In diesem Fall rückt die Zone um 25.500 Punkte sowie das Allzeithoch direkt in den Fokus.
Mein bevorzugtes Szenario bleibt jedoch ein kontrollierter Rücksetzer in den Bereich zwischen 24.800 und 24.850 Punkten. Dort befinden sich das Wochenhoch der KW24, das Monatshoch aus April sowie wichtige Jahreslevels. Sollte der Markt dort Unterstützung finden, ergeben sich aus meiner Sicht attraktive Long-Möglichkeiten in Richtung neuer Rekordstände.
Solange sich der Nahost-Deal bestätigt und die FED am Mittwoch nicht überraschend hawkish auftritt, bleibt mein Bias klar bullisch.
Sollte sich die geopolitische Lage dagegen erneut verschärfen, könnte das aktuelle Gap-Up schnell geschlossen werden. In diesem Fall würde die Zone um 24.000 Punkte wieder in den Fokus rücken. Ebenso wie bei allen anderen Risk Assets, im Moment ist schon sehr viel positives eingepreist!
Ausführlichere Trade-Ideen und sämtliche relevanten Zonen habe ich bereits im aktuellen Wochenausblick auf meinem YouTube-Kanal besprochen.
Keine Anlageberatun nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und stabile Trades!
Wochenausblick KW25–Fundamental, Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW25
Vorab wie jede Woche der Hinweis:
Der ausführliche Wochenausblick inklusive meiner vollständigen Chartanalysen, Szenarien, Marktstruktur sowie konkreten Trade-Ideen für DAX, Nasdaq, SPX, US30, Bitcoin, Öl, Dollar und weitere Märkte ist bereits auf meinem YouTube-Kanal verfügbar.
In diesem Beitrag erhaltet ihr wie gewohnt die Zusammenfassung der wichtigsten fundamentalen, makroökonomischen und charttechnischen Themen für die kommende Handelswoche.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die vergangene Woche wurde erneut von zwei großen Themen dominiert:
1. Der Entwicklung der Inflation in den USA
2. Der geopolitischen Situation im Nahen Osten
Besonders die geopolitische Komponente dürfte auch in der kommenden Woche weiterhin den größten Einfluss auf die Märkte haben.
Nachdem zu Beginn der Vorwoche noch erhebliche Sorgen über eine weitere Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran bestanden, änderte sich die Stimmung im Wochenverlauf deutlich. Immer mehr Marktteilnehmer begannen damit, eine diplomatische Lösung beziehungsweise einen möglichen Deal einzupreisen.
Vor allem am Donnerstag war deutlich zu erkennen, wie stark die Märkte auf entsprechende Meldungen reagieren. Risk Assets konnten sich kräftig erholen, während Öl massiv unter Druck geriet und die Volatilität deutlich zurückkam.
Der Grund dafür ist relativ einfach:
Ein möglicher Deal würde das Risiko einer Eskalation rund um die Straße von Hormus deutlich reduzieren. Genau diese Wasserstraße ist einer der wichtigsten Transportwege für den weltweiten Ölhandel.
Sollte es tatsächlich zu einer nachhaltigen Entspannung kommen, würde ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Ölpreis verschwinden.
Sinkende Ölpreise bedeuten wiederum:
- Weniger Inflationsdruck
- Weniger Belastung für Verbraucher
- Weniger Druck auf die Zentralbanken
- Höhere Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen
Genau deshalb reagieren Aktienmärkte aktuell extrem sensibel auf jede neue Meldung aus dem Nahen Osten.
Für die kommende Woche bleibt deshalb die entscheidende Frage:
Kommt tatsächlich ein belastbarer Deal zustande oder handelt es sich lediglich um kurzfristige Hoffnung, die aktuell eingepreist wird?
Sollte ein Deal zustande kommen, dürfte dies insbesondere für Technologieaktien, den Nasdaq, Bitcoin und andere Risk Assets ein sehr konstruktives Umfeld schaffen.
Sollte die Situation hingegen erneut eskalieren, wäre eine Rückkehr steigender Ölpreise, höherer Volatilität und stärkerer Safe-Haven-Nachfrage wahrscheinlich.
Zusätzlich zeigt das aktuelle Marktumfeld weiterhin eine bemerkenswert hohe Risikobereitschaft institutioneller Investoren.
Ein gutes Beispiel dafür war das historische SpaceX-IPO. Trotz bereits enorm hoher Bewertung konnte die Aktie deutlich stärker performen als viele Marktteilnehmer erwartet hatten und legte direkt nach dem Börsengang kräftig zu. Solche Entwicklungen zeigen, dass Kapital weiterhin bereit ist, in Wachstumswerte und Zukunftstechnologien zu fließen.
Auch die positiven Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, insbesondere bei Unternehmen wie Anthropic, unterstreichen weiterhin die starke Risikobereitschaft der Märkte.
Insgesamt bleibt die Kombination aus:
- Nachlassendem Inflationsdruck
- Hoffnungen auf geopolitische Entspannung
- Hoher Risikobereitschaft der Investoren
aktuell einer der wichtigsten Treiber für die Entwicklung der globalen Finanzmärkte.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW25 im Überblick
Montag
Zum Wochenstart richtet sich der Fokus vor allem auf die Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Marktteilnehmer werden sehr genau darauf achten, ob sich Hinweise auf den zukünftigen geldpolitischen Pfad der EZB ergeben.
Zusätzlich stehen sowohl in Europa als auch in den USA Daten zur Industrieproduktion auf dem Kalender.
Gerade die US-Daten liefern wichtige Hinweise darauf, wie robust die amerikanische Wirtschaft aktuell tatsächlich bleibt.
Die Volatilität dürfte zum Wochenstart jedoch zunächst begrenzt bleiben, da die Märkte bereits auf die deutlich wichtigeren Ereignisse der Wochenmitte warten.
Mittwoch – Der wichtigste Tag der Woche
Der Mittwoch wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der entscheidende Handelstag der gesamten Woche.
Bereits am Vormittag stehen die europäischen Inflationsdaten im Fokus.
Veröffentlicht werden:
- CPI Year-over-Year
- Core CPI Year-over-Year
- CPI Month-over-Month
Diese Daten liefern wichtige Hinweise darauf, ob sich der Inflationsdruck in Europa weiter abschwächt oder ob die EZB künftig erneut restriktiver agieren muss.
Noch wichtiger wird jedoch der Nachmittag in den USA.
Hier stehen die Retail Sales sowie die Core Retail Sales im Mittelpunkt.
Die Core Retail Sales messen die Veränderung der Einzelhandelsumsätze ohne Automobile und gelten als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konsumstärke der US-Wirtschaft.
Da der private Konsum einen erheblichen Anteil der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, reagieren die Märkte häufig sehr sensibel auf diese Zahlen.
Starke Retail Sales sprechen für eine robuste Wirtschaft, können jedoch gleichzeitig die Erwartung sinkender Zinsen reduzieren.
Schwächere Retail Sales würden hingegen Zinssenkungshoffnungen unterstützen, könnten aber gleichzeitig Sorgen über die Wirtschaftsentwicklung auslösen.
Ebenfalls relevant werden die Crude Oil Inventories.
Diese zeigen, wie sich die US-Rohöllagerbestände entwickeln und liefern wichtige Hinweise auf Angebot und Nachfrage am Ölmarkt. Besonders in Kombination mit den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten könnten die Lagerbestände in dieser Woche zusätzliche Bedeutung gewinnen.
Der absolute Höhepunkt folgt jedoch am Abend:
FOMC, Zinsentscheid und Pressekonferenz der Federal Reserve
Der Markt erwartet aktuell keine Veränderung des Leitzinses.
Forecast: 3,75 %
Previous: 3,75 %
Die eigentliche Aufmerksamkeit richtet sich daher nicht auf den Zinsentscheid selbst, sondern auf alles, was danach folgt.
Besonders wichtig werden:
- FOMC Statement
- Economic Projections
- Dot Plot
- Pressekonferenz der Fed
Genau hier entscheidet sich, ob die Marktteilnehmer die Sitzung als dovish, neutral oder hawkish interpretieren.
Eine dovishe Kommunikation würde bedeuten:
- Höhere Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen
- Fallende Staatsanleiherenditen
- Schwächerer US-Dollar
- Positiv für Aktien, Bitcoin und andere Risk Assets
Eine hawkishe Kommunikation würde bedeuten:
- Weniger Zinssenkungserwartungen
- Höhere Renditen
- Stärkerer Dollar
- Belastung für Risk Assets
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt bleibt auch in der KW25 einer der wichtigsten Märkte überhaupt, da er aktuell die direkte Verbindung zwischen Geopolitik, Inflation und Geldpolitik darstellt.
US Oil schloss die vergangene Woche bei 84,28 Dollar und damit deutlich unter den Hochs der Vorwoche. Insgesamt sahen wir einen Rückgang von rund 7 %, was vor allem auf die zunehmenden Hoffnungen einer diplomatischen Lösung im Nahen Osten zurückzuführen war.
Charttechnisch befindet sich Öl aktuell an einem sehr interessanten Punkt.
Sollte es tatsächlich zu einem Deal zwischen den USA und dem Iran kommen und die Straße von Hormus wieder vollständig in den Normalbetrieb übergehen, könnte die geopolitische Risikoprämie weiter aus dem Markt verschwinden. In diesem Fall sehe ich gute Chancen, dass das aktuelle Wochentief bei 83,20 Dollar gebrochen wird und wir relativ schnell die Zone um 81 bis 80 Dollar anlaufen.
Besonders interessant wird anschließend die Reaktion in diesem Bereich. Bereits Mitte April wurde die 80-Dollar-Zone kurz unterschritten, bevor eine starke Gegenbewegung einsetzte.
Für die kommenden Wochen bleibt daher entscheidend, ob die aktuelle Bewegung lediglich eine kurzfristige Reaktion auf politische Hoffnungen darstellt oder ob wir tatsächlich eine nachhaltige Neubewertung des Ölmarktes erleben.
Sollte das bearishe Szenario Bestand haben, sehe ich nach einem Bruch der 80-Dollar-Zone sogar weiteres Potenzial bis in den Bereich um 77 Dollar.
Solange sich der Markt nicht nachhaltig über die Zone um 88 Dollar zurückarbeiten kann, bleibt mein übergeordnetes Bias kurzfristig bearish.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort.
Die Renditen gingen über nahezu alle Laufzeiten zurück.
Bereits im Wochenrückblick KW24 konnte man erkennen, dass die Märkte wieder etwas mehr Zinssenkungen einpreisen und gleichzeitig die Angst vor weiteren restriktiven Maßnahmen der Fed zurückgeht.
Genau deshalb bleiben Staatsanleihen weiterhin einer der wichtigsten Indikatoren für die allgemeine Marktstimmung.
Steigende Renditen sprechen meist für einen restriktiveren geldpolitischen Ausblick.
Fallende Renditen sprechen hingegen für eine dovishere Interpretation der zukünftigen Geldpolitik.
Aktuell befinden wir uns weiterhin auf historisch hohen Renditeniveaus, allerdings zeigt sich zunehmend eine Range-Bildung.
Die kommende Fed-Sitzung dürfte hier den nächsten entscheidenden Impuls liefern.
DXY – US-Dollar Index
Der Dollar zeigte sich in der vergangenen Woche deutlich schwächer als noch in der Vorwoche.
Die Kombination aus fallenden Inflationssorgen, Hoffnungen auf geopolitische Entspannung und sinkenden Renditen sorgte dafür, dass der DXY erneut unter Druck geriet. Für die kommende Woche bleibt insbesondere die Zone um 99,50 Punkte entscheidend. Kann der Dollar dort Unterstützung finden und sich wieder über die psychologisch wichtige 100-Punkte-Marke zurückarbeiten?
Oder sehen wir im Zuge einer dovishen Fed und weiter fallender Renditen eine Fortsetzung der Dollar-Schwäche?
Sollte die Fed am Mittwoch dovisher auftreten als aktuell erwartet wird, könnten weitere Zinssenkungsfantasien eingepreist werden.
In diesem Szenario wären fallende Renditen und ein schwächerer Dollar wahrscheinlich. Dann könnte auch die Zone unterhalb von 99,50 Punkten wieder in den Fokus rücken. Sollte die Fed hingegen hawkish überraschen oder die geopolitische Lage erneut eskalieren, dürfte der Dollar als Safe Haven profitieren. Dann wären Kursziele oberhalb der 100-Punkte-Marke deutlich realistischer.
VIX – Volatilitätsindex
Der VIX verlor in der vergangenen Woche rund 18 % und schloss bei 17,67 Punkten.
Damit wurde ein großer Teil des Anstiegs aus der Vorwoche wieder vollständig abgebaut. Die Entwicklung zeigt sehr deutlich, wie stark die Märkte zuletzt geopolitische Risiken ausgepreist haben. Gleichzeitig bleibt der VIX einer der wichtigsten Frühindikatoren für Risk Assets. Die vergangene Woche hat erneut gezeigt, wie schnell sich die Volatilität verändern kann. Bereits rund um die NFP-Daten konnten wir innerhalb kurzer Zeit Anstiege von über 38 % beobachten.
Für die kommende Woche bleibt daher entscheidend, ob die aktuelle Entspannung Bestand hat oder ob Fed und Nahost-Thematik erneut für größere Ausschläge sorgen.
Risk Assets im Überblick
Für die konkreten Trading Ideen schau dir zu mein Youtube Video an.
Nvidia
Charttechnisch bleibt Nvidia weiterhin in einer entscheidenden Phase.
Die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar konnte bislang erfolgreich verteidigt werden. Die Käufer reagierten in diesem Bereich erneut sehr aggressiv. Für die kommende Woche bleibt genau diese Zone der wichtigste Support. Solange Nvidia oberhalb dieser Marke notiert, bleibt das übergeordnete bullishe Bild intakt. Die entscheidende Widerstandszone befindet sich aktuell im Bereich um 212 Dollar. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde aus meiner Sicht den Weg in Richtung neuer Allzeithochs öffnen. Dafür benötigen die Märkte jedoch ein konstruktives Umfeld mit weiter sinkenden Inflationssorgen, einer eher dovishen Fed und idealerweise zusätzlicher Entspannung im Nahen Osten.
Sollte die Zone um 200 Dollar hingegen verloren gehen, sehe ich eine tiefere Korrektur in Richtung 190 Dollar als realistisches Szenario.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich zuletzt deutlich schwächer als viele Aktienmärkte. Während Nasdaq und S&P 500 bereits wieder Stärke demonstrierten, bewegte sich Bitcoin überwiegend seitwärts. In den vergangenen zehn Tagen entstand rund um die 60.000-Dollar-Marke eine größere Range. Der Markt scheint aktuell auf neue Impulse zu warten. Für die kommende Woche bleibt daher entscheidend, ob wir erneut Momentum in Richtung 69.000 bis 70.000 Dollar sehen oder ob Bitcoin nochmals die Unterstützung bei 60.000 Dollar testet.
Die Fed-Sitzung dürfte dabei auch für den Kryptomarkt der wichtigste Auslöser werden. Ein dovishes Umfeld würde Bitcoin deutlich unterstützen. Eine hawkishe Überraschung könnte dagegen kurzfristig Druck erzeugen.
SPX
Der S&P 500 bleibt aus charttechnischer Sicht weiterhin sehr konstruktiv. Die wichtige Unterstützungszone bei 7.250 Punkten konnte erfolgreich verteidigt werden. Besonders interessant bleibt dabei die Monatsstruktur. Das Tief des Monats wurde respektiert, während gleichzeitig bereits neue Hochs attackiert wurden. Für die kommende Woche sehe ich zwei Hauptszenarien.
Entweder kommt es zunächst zu einem Retest im Bereich um 7.360 Punkte, bevor die Käufer erneut aktiv werden.
Oder wir sehen direkt einen Ausbruch über die 7.500-Punkte-Marke und damit die Fortsetzung der Bewegung in Richtung neuer Allzeithochs.
Solange die aktuelle Struktur erhalten bleibt, bleibt mein Bias klar bullish.
Nasdaq
Der Nasdaq bleibt aktuell der stärkste große Aktienindex. Die Käufer griffen bereits deutlich früher zu als im S&P 500 und verhinderten einen tieferen Rücksetzer. Besonders positiv ist der Schlusskurs oberhalb von 29.500 Punkten. Für mich bleibt die Zone um 30.000 Punkte die entscheidende Marke.
Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg für eine weitere Bewegung in Richtung neuer Allzeithochs freimachen.
Solange die aktuelle Marktstruktur intakt bleibt, bleibt der Nasdaq der stärkste Vertreter unter den großen US-Indizes.
US30
Auch der Dow Jones präsentierte sich zuletzt äußerst robust.
Der Index konnte oberhalb der wichtigen 51.000-Punkte-Marke schließen und damit die Verluste der Vorwochen vollständig aufholen. Charttechnisch bleibt die Struktur klar bullish. Für die kommende Woche stehen zwei Szenarien im Vordergrund:
Entweder sehen wir einen Retest der Zone um 51.000 Punkte mit anschließender Käuferreaktion. Oder der Markt setzt die Bewegung direkt fort und attackiert neue Hochs oberhalb von 51.500 Punkten.
Solange die aktuelle Struktur intakt bleibt, bleibt der Vorteil auf Seiten der Käufer.
DAX – Charttechnischer Ausblick für die KW25
Auch beim DAX bleibt das Gesamtbild nach dem Wochenschluss weiterhin konstruktiv.
Wie bereits im Wochenrückblick KW24 angesprochen, wurde die extrem wichtige Unterstützungszone bei 24.000 Punkten erneut erfolgreich verteidigt. Die Käufer haben dort aggressiv reagiert und den Markt innerhalb weniger Handelstage wieder zurück über die entscheidende Schlüsselzone bei 24.500 Punkten gebracht.
Besonders wichtig ist dabei, dass die 24.500er Zone nicht irgendein Level darstellt. Hier treffen mehrere bedeutende Jahres-, Quartals- und Monatskurse aufeinander. Gleichzeitig markiert dieser Bereich den Jahresschlusskurs 2025 sowie den Eröffnungskurs 2026 und besitzt damit eine hohe institutionelle Relevanz.
Der Wochenclose oberhalb dieser Marke ist daher zunächst als bullisches Signal zu werten.
Auch die übergeordnete Marktstruktur bleibt weiterhin intakt. Auf Tagesbasis sehen wir nach wie vor eine Folge aus höheren Tiefs und höheren Hochs. Rücksetzer werden aktuell konsequent aufgekauft und größere Gewinnmitnahmen konnten bislang keine nachhaltigen Strukturbrüche erzeugen.
Für die kommende Woche ergeben sich aus meiner Sicht zwei zentrale Szenarien:
Bullisches Szenario
Im bullischen Szenario hält die Zone um 24.500 Punkte weiterhin als Unterstützung.
Entweder sehen wir direkt zu Wochenbeginn weitere Käufe oberhalb von 24.600 Punkten oder einen kurzen Retest der 24.500er Zone mit anschließender Käuferreaktion.
In diesem Fall rückt zunächst die Zone um 24.800 Punkte in den Fokus. Dort befinden sich das Wochenhoch der KW24, wichtige Monatsmarken sowie der Jahreshöchstkurs 2025.
Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone, sehe ich die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten als nächstes realistisches Kursziel.
Darüber hinaus würde sich das Bild weiter aufhellen und auch die Zone um 25.500 Punkte und neue ATHs wieder stärker in den Fokus rücken.
Voraussetzung hierfür wären:
- Fortschritte bei den Verhandlungen im Nahen Osten
- Weiter fallende Ölpreise
- Eine neutrale bis dovishe Fed
- Keine negativen Überraschungen bei den US-Wirtschaftsdaten
Bearishes Szenario
Das bearishe Szenario würde erst wieder an Bedeutung gewinnen, wenn die 24.500er Zone nachhaltig verloren geht.
Sollte die Fed am Mittwoch hawkisher auftreten als aktuell erwartet wird oder die geopolitische Lage erneut eskalieren, könnte dies für neue Unsicherheit sorgen. In diesem Fall wäre die Zone um 24.000 Punkte erneut die entscheidende Unterstützung. Wird auch diese Marke aufgegeben, könnte sich die Korrektur in Richtung 23.700 Punkte ausweiten.
Aktuell besitzt dieses Szenario für mich jedoch eine geringere Wahrscheinlichkeit, solange die Marktstruktur und die Käuferreaktionen an den Unterstützungen intakt bleiben.
Fazit
Die KW25 dürfte eine der wichtigsten Handelswochen des laufenden Monats werden.
Die Märkte müssen gleich mehrere zentrale Themen gleichzeitig verarbeiten:
- Die weitere Entwicklung im Nahen Osten
- Die Zukunft der Ölpreise
- Die US-Retail-Sales
- Die Fed-Zinsentscheidung
- Die Economic Projections
- Das FOMC Statement
- Die Pressekonferenz der Federal Reserve
Besonders die Kombination aus geopolitischer Entspannung und einer möglicherweise neutralen bis dovishen Fed könnte für weiteres bullisches Momentum bei Risk Assets sorgen.
Gleichzeitig befinden sich viele Märkte inzwischen wieder an wichtigen Widerständen oder sogar in unmittelbarer Nähe ihrer Allzeithochs.
Die Wahrscheinlichkeit größerer Bewegungen bleibt daher erhöht.
Wichtigste Erkenntnisse für die KW25
- Die Nahost-Thematik bleibt aktuell der wichtigste geopolitische Markttreiber.
- Öl könnte bei weiterer Entspannung Richtung 81 bis 77 Dollar korrigieren.
- Die Fed-Sitzung am Mittwoch wird das wichtigste Makro-Event der Woche.
- Die Märkte erwarten aktuell keine Zinserhöhung, sondern fokussieren sich vollständig auf Guidance und Ausblick.
- Fallende Renditen und ein schwächerer Dollar würden Risk Assets weiter unterstützen.
- Nasdaq, SPX, US30 und DAX bleiben charttechnisch konstruktiv.
- Die wichtigsten Widerstände liegen aktuell bei 25.000 Punkten im DAX, 30.000 Punkten im Nasdaq und 7.500 Punkten im SPX.
- Die aktuelle Marktstruktur spricht weiterhin dafür, dass Rücksetzer bislang gekauft werden.
Wie seht ihr die kommende Handelswoche?
Setzt sich das bullische Momentum fort oder sehen wir rund um FOMC und die geopolitischen Entwicklungen erneut größere Gewinnmitnahmen?
Ausführlichere Trade-Ideen, Chartanalysen und Szenarien findet ihr wie immer in meinem aktuellen YouTube-Video.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und stabile Trades!
DAX Wochenrückblick KW24 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Fundamentale und geopolitische Lage
Die KW24 war eine der ereignisreichsten Wochen der letzten Monate und wurde vor allem von zwei großen Themen dominiert: den wichtigen Inflationsdaten aus den USA sowie den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Während zu Wochenbeginn noch erhebliche Sorgen über eine weitere Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA bestanden, änderte sich das Bild im Wochenverlauf deutlich.
Insbesondere gegen Ende der Woche verdichteten sich die Hinweise auf Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Mehrere Meldungen deuteten darauf hin, dass ein Memorandum of Understanding sowie weitere diplomatische Schritte näher rücken könnten. Gleichzeitig nahm die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Eskalation rund um die Straße von Hormus deutlich ab. Für die Märkte war dies von enormer Bedeutung, da die Sorge vor steigenden Energiepreisen und neuen Belastungen für die globale Inflation dadurch spürbar zurückging.
Parallel dazu sorgte der erfolgreiche Börsengang von SpaceX für zusätzliche Aufmerksamkeit. Der IPO entwickelte sich unmittelbar zu einem der wichtigsten Kapitalmarktereignisse des Jahres und unterstrich die weiterhin hohe Risikobereitschaft institutioneller Investoren. Auch die Entwicklungen rund um OpenAI, Anthropic und die zunehmende Regulierung von KI-Technologien blieben wichtige Themen, spielten für die unmittelbare Marktbewegung jedoch eine untergeordnete Rolle.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die geopolitische Lage zum Ende der Woche deutlich entspannter bewertet wurde als noch zu Wochenbeginn. Genau diese Entspannung war letztlich einer der wichtigsten Gründe für die starke Erholung vieler Risk Assets.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Auch aus fundamentaler Sicht hatte die KW24 einiges zu bieten. Bereits zu Wochenbeginn richtete sich der Fokus auf die US-Konjunkturdaten sowie die anstehenden Inflationsberichte.
Die Existing Home Sales konnten positiv überraschen und signalisierten weiterhin Stabilität im US-Immobilienmarkt. Gleichzeitig rückten die US-Verbraucherpreisdaten immer stärker in den Mittelpunkt.
Am Mittwoch standen dann die wichtigsten Inflationsdaten der Woche an. Veröffentlicht wurden:
- CPI Month-over-Month
- Core CPI Month-over-Month
- CPI Year-over-Year
- Core CPI Year-over-Year
Besonders positiv wurde aufgenommen, dass die Kerninflation erneut schwächer ausfiel als von vielen Marktteilnehmern befürchtet. Dies sorgte zunächst für Entspannung an den Zinsmärkten und unterstützte die Erwartung, dass der Inflationsdruck weiterhin langsam nachlässt.
Am Donnerstag folgte dann der nächste große Datenblock mit dem EZB-Zinsentscheid. Die Deposit Facility Rate wurde wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Auch die EZB Interest Rate Decision bestätigte die bereits eingepreiste Straffung. Besonders aufmerksam verfolgten Marktteilnehmer das anschließende Monetary Policy Statement sowie die Pressekonferenz von Christine Lagarde.
Zusätzlich wurden die US-PPI-Daten veröffentlicht. Die Produzentenpreise bestätigten insgesamt das Bild einer sich abschwächenden Inflationsdynamik. Unterstützt wurde dies durch höher als erwartete Initial Jobless Claims und Continuing Jobless Claims, die auf erste leichte Abkühlungstendenzen am Arbeitsmarkt hindeuteten.
Zum Wochenausklang standen schließlich noch die Michigan Inflation Expectations sowie die Consumer Sentiment Daten im Fokus. Besonders die rückläufigen Inflationserwartungen wurden von den Märkten positiv aufgenommen.
Gesamtbild Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt
Das Gesamtbild hat sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich verbessert.
Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. Die starken NFP-Daten aus der Vorwoche, die stabile Arbeitslosenquote sowie die gestiegenen Average Hourly Earnings zeigen nach wie vor eine widerstandsfähige US-Wirtschaft. Gleichzeitig liefern die jüngsten Jobless Claims erste Hinweise darauf, dass sich der Arbeitsmarkt langsam etwas normalisieren könnte.
Besonders interessant war die Kombination aus starken Arbeitsmarktdaten und gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck. Genau diese Konstellation sorgt aktuell für Optimismus an den Finanzmärkten.
Der CPI-Bericht war dabei besonders aufschlussreich. Während die Gesamtinflation weiterhin durch Energiepreise beeinflusst wird, entwickelte sich die Kerninflation deutlich besser als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass die strukturellen Inflationsprobleme zunehmend unter Kontrolle kommen.
Zusammen mit den rückläufigen Inflationserwartungen ergibt sich aktuell ein Umfeld, das für Risk Assets grundsätzlich konstruktiv bleibt. Die Wahrscheinlichkeit weiterer aggressiver Zinsschritte ist gesunken, während gleichzeitig keine unmittelbaren Rezessionssignale erkennbar sind.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte in dieser Woche enorme Schwankungen. Zu Wochenbeginn wurde zunächst noch die Zone um 95 Dollar angelaufen. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine massive Korrektur ein.
Besonders wichtig war der nachhaltige Bruch des Monatstiefs aus dem Mai bei 86,30 Dollar. Zum Wochenschluss notierte US Oil bei rund 84,28 Dollar und damit deutlich unter der psychologisch wichtigen 90-Dollar-Marke.
Die Entspannung im Nahen Osten führte dazu, dass ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Ölpreis verschwand. Damit bleibt das Szenario einer weiteren Bewegung in Richtung 81 Dollar weiterhin aktiv.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort. Die Renditen gingen über nahezu die gesamte Laufzeitenkurve zurück.
Dreijährige Staatsanleihen verloren rund 1,55 Prozent, fünfjährige etwa 1,50 Prozent, zehnjährige rund 1,10 Prozent und dreißigjährige knapp 0,60 Prozent.
Hintergrund bleibt die Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen nach den Inflationsdaten. Die Märkte preisen mittlerweile deutlich weniger Risiko weiterer restriktiver Maßnahmen ein.
DXY
Der US-Dollar zeigte nach seiner starken Vorwoche eine schwächere Entwicklung. Der DXY verlor rund 0,28 Prozent und schloss wieder unterhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke.
Die Zone um 99,50 bleibt dabei weiterhin die wichtigste Unterstützung. Gleichzeitig bleibt die übergeordnete Jahresrange zwischen 99,50 und 100,50 intakt.
VIX
Der Volatilitätsindex konnte seine starken Anstiege aus der Vorwoche wieder vollständig abbauen. Trotz kurzfristiger Ausschläge vor den CPI-Daten schloss der VIX die Woche mit einem Minus von rund 18 Prozent bei 17,67 Punkten.
Die Volatilität befindet sich damit wieder in einem Bereich, der historisch eher mit stabilen Marktphasen verbunden ist.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia testete in dieser Woche erneut die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar. Die Käufer verteidigten diesen Bereich erfolgreich.
Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 205,19 Dollar. Insgesamt veränderte sich das Wochenbild kaum. Die zentrale Frage bleibt weiterhin, ob die Aktie erneut über die Zone bei 212 Dollar ausbrechen kann.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich vergleichsweise ruhig. Nach den starken Bewegungen der Vorwochen etablierte sich rund um die 60.000-Dollar-Marke eine stabile Range.
Der Markt scheint aktuell auf neue Impulse zu warten. Die 60.000-Dollar-Zone bleibt dabei der wichtigste Unterstützungsbereich.
SPX
Der S&P 500 durchlief eine äußerst volatile Woche. Nach den Abverkäufen zu Beginn der Woche wurde die wichtige Unterstützungszone bei 7.250 Punkten erfolgreich getestet.
Mit zunehmender Entspannung im Nahen Osten und den positiven Inflationsdaten konnte sich der Index deutlich erholen und die Woche mit einem Plus von rund 0,5 Prozent bei 7.435 Punkten beenden.
Die 7.500-Punkte-Marke bleibt weiterhin die wichtigste Widerstandszone.
NASDAQ
Der Nasdaq zeigte erneut relative Stärke. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang unter 28.500 Punkte setzte ab Donnerstag eine starke Erholung ein.
Zum Wochenschluss notierte der Index bei 29.649 Punkten und konnte damit rund 2,8 Prozent zulegen. Das bullische Gesamtbild bleibt damit weiterhin vollständig intakt.
US30
Auch der Dow Jones konnte seine Verluste vollständig aufholen. Nach einem Rückgang unter 50.000 Punkte setzte eine kräftige Gegenbewegung ein.
Mit einem Wochenschlusskurs bei 51.210 Punkten und einem Wochenplus von rund 0,9 Prozent bleibt auch hier die übergeordnete Aufwärtsstruktur bestehen.
DAX charttechnischer Rückblick
Der DAX zeigte erneut enorme Widerstandsfähigkeit.
Nach den starken Arbeitsmarktdaten aus den USA sowie den Unsicherheiten rund um die Inflationsdaten geriet der Index zunächst deutlich unter Druck. Von der Zone um 24.800 Punkte aus setzte eine kräftige Korrektur bis an die zentrale Unterstützung bei 24.000 Punkten ein.
Diese Marke erwies sich erneut als entscheidender Kaufbereich. Die Käufer verteidigten die Zone konsequent und sorgten anschließend für eine starke Gegenbewegung.
Zum Wochenschluss gelang dem DAX die Rückeroberung der wichtigen 24.500-Punkte-Marke. Dieses Niveau besitzt aus charttechnischer Sicht hohe Relevanz, da hier mehrere Monats-, Quartals- und Jahreslevel zusammenlaufen.
Besonders bemerkenswert bleibt die weiterhin intakte Tagesstruktur. Höhere Hochs und höhere Tiefs dominieren weiterhin das Chartbild. Jeder größere Rücksetzer wurde bislang konsequent gekauft.
Solange die Zone um 24.000 Punkte verteidigt wird, bleibt die Wahrscheinlichkeit neuer Allzeithochs erhöht.
Fazit
Die KW24 begann mit Inflationssorgen, geopolitischen Spannungen und erhöhter Unsicherheit. Zum Ende der Woche präsentierte sich jedoch ein völlig anderes Bild.
Die Inflationsdaten fielen besser aus als befürchtet, die Produzentenpreise bestätigten den rückläufigen Inflationsdruck, die Inflationserwartungen gingen zurück und gleichzeitig entspannte sich die Lage im Nahen Osten deutlich.
Der Ölpreis fiel massiv zurück, die Volatilität normalisierte sich und die großen Aktienindizes konnten ihre Verluste wieder aufholen.
Insgesamt endet die Woche deutlich konstruktiver, als sie begonnen hat.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Woche
Die wichtigste Erkenntnis der KW24 ist, dass geopolitische Entwicklungen aktuell mindestens genauso großen Einfluss auf die Märkte besitzen wie klassische Wirtschaftsdaten.
Zweitens bestätigt sich weiterhin das Bild einer robusten Wirtschaft bei gleichzeitig rückläufigem Inflationsdruck.
Drittens hat die deutliche Entspannung im Nahen Osten den Ölpreis massiv belastet und damit einen wichtigen Gegenwind für die Inflation entfernt.
Viertens bleiben die technischen Strukturen der großen Aktienindizes trotz der erhöhten Volatilität weiterhin bullisch.
Und fünftens zeigt die starke Reaktion der Märkte zum Wochenschluss, wie schnell sich die Marktstimmung aktuell verändern kann, sobald geopolitische Risiken aus dem Markt ausgepreist werden.
Morgen kommt mein Wochenausblick KW25!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
DAX Chartanalyse & Prognosen für die neue Woche #24Analyse beim Stand des DAX-Index (Kassa) von 24.774 Punkten
Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Szenarien aus meiner persönlichen Einschätzung und Erfahrung entstehen und eine Zusammenfassung der wahrscheinlichsten Kursspanne für die jeweilige Zeiteinheit darstellen.
DAX Index Prognose für Montag
An seine bemerkenswerte 2025er-Rallye hat der DAX im Januar mit einem neuen Allzeithoch angeknüpft. Danach ist der Kurs zunächst in eine seitwärts laufende Korrekturphase übergegangen, die kurzfristig nach unten verlassen wurde und das letzte lokale Tief im März gesetzt hat. Dort konnte der Markt den Verkaufsdruck abfangen und in eine neue Erholungstendenz drehen.
Korrekturimpulse haben sich zuletzt im Bereich der 24.000er-Marke gestützt und den Kurs in Reichweite zum Allzeithoch gebracht. Hier fehlt es für weitere Zugewinne jedoch deutlich an Nachfrage, sodass der Kurs in der vergangenen Woche eher Verkaufsdruck zu spüren bekam. Zum Ende überwogen auch in den US-Indizes Gewinnmitnahmen und der Schlusskurs am Wochentief könnte einen Bewegungszweig nach unten andeuten. Zum Start in die neue Woche am Montag wäre daher die 24.500er-Marke ein mögliches Korrekturziel.
Erwartete Tagesspanne: 24.440 bis 24.820
Nächste Widerstände: 25.362 = Vorwochenhoch | 25.507
Wichtige Unterstützungen: 24.771 | 24.756 = Vorwochentief | 24.272
DAX Index Prognose für Dienstag
Abhängig vom Wochenstart könnte der Kurs am Dienstag bereits weiteren Abwärtsdruck generieren und das Februartief unter Druck setzen. Sollte sich der Markt hingegen schnell stabilisieren, wäre weiteres Ringen um das Vorjahreshoch zu erwarten.
Erwartete Tagesspanne: 24.220 bis 24.760 alternativ 24.710 bis 24.970
DAX Prognose für diese Woche
Ergänzend zum Stundenchart testet der DAX-Index deutlich die Unterstützung durch den 20-Tage-Durchschnitt. Ein Bruch würde wahrscheinlich das Cluster aus den länger laufenden Durchschnitten im Bereich der violettfarbenen Trendlinie anvisieren, wo auch das Februartief liegt. Über 24.000 Zählern ließe sich die übergeordnete Aufwärtstendenz noch verteidigen, wobei der Markt weiter konsolidieren dürfte. Erst neue Dynamik würde den Kurs an die nächsten Rekordwerte führen.
Erwartete Wochenspanne: 24.130 bis 25.040
Die DAX Prognose für nächste Woche:
Die DAX Prognose für nächste Woche: Abhängig von der geopolitischen Konfliktlage drücken nun auch Gewinnmitnahmen auf die Marktstimmung. Sollte die Kursentwicklung in der vorangegangenen Woche bereits Verkaufsdruck bis an das Februartief gezeigt haben, dürfte sich ein Bruch bis in den 23.200er-Bereich ausweiten. Daraus lässt sich eine mögliche Wochenspanne zwischen
23.160
und
24.340
Punkten ableiten.
Alternativ wäre eine anhaltende Pendelbewegung um das Vorjahreshoch möglich.
Beste Grüße und gute Trades,
Christian Möhrer
Kagels-Trading
DAX Tagesausblick 12.Juni – EZB, SpaceX IPO, PPI, Risk on?!Geopolitische Lage: Von Eskalation zu Deeskalation innerhalb weniger Stunden
Der gestrige Handelstag wurde zunächst von massiven geopolitischen Spannungen dominiert. Noch am Vormittag verdichteten sich Meldungen über eine mögliche weitere Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Im Raum standen zusätzliche Militärschläge, Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur sowie sogar Diskussionen über Maßnahmen gegen Kharg Island, das wichtigste iranische Ölexportterminal. Gleichzeitig sorgten Meldungen über sinkende US-Ölreserven und Sorgen vor einer Ausweitung des Konflikts für erhebliche Nervosität an den Märkten.
Im Verlauf des Nachmittags und insbesondere am Abend kam es jedoch zu einer vollständigen Kehrtwende der Nachrichtenlage.
Zunächst verdichteten sich Hinweise auf intensive Vermittlungsbemühungen Katars, der Vereinigten Arabischen Emirate sowie weiterer regionaler Akteure. Anschließend folgten mehrere Meldungen über konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Präsident Trump erklärte wiederholt, dass ein Abkommen praktisch fertiggestellt sei. Mehrfach wurde betont, dass geplante Militärschläge abgesagt worden seien, die Verhandlungen weit fortgeschritten seien und eine Unterzeichnung bereits innerhalb der nächsten Tage oder sogar am Wochenende stattfinden könne.
Besonders wichtig für die Märkte war dabei:
• Geplante US-Schläge wurden vorerst zurückgestellt.
• Kharg Island wurde faktisch von der Agenda genommen.
• Die Straße von Hormus soll nach einer Einigung offen bleiben.
• Mehrere Vermittlerstaaten bestätigten Fortschritte.
• Die Märkte begannen eine deutliche Entspannung der geopolitischen Risikoprämie einzupreisen.
Zwar gab es aus iranischen Quellen weiterhin zurückhaltende Aussagen, wonach noch keine endgültige Zustimmung vorliege, dennoch überwog an den Finanzmärkten klar die Erwartung einer diplomatischen Lösung.
Die Reaktion fiel entsprechend aus:
• Ölpreise brachen massiv ein.
• Renditen fielen deutlich.
• Zinserhöhungserwartungen gingen zurück.
• Aktienmärkte schalteten vollständig in den Risk-On-Modus.
Die geopolitische Entwicklung war damit der mit Abstand wichtigste Kurstreiber des gestrigen Tages.
SpaceX-IPO sorgt für zusätzliche Risikobereitschaft
Neben der geopolitischen Entspannung sorgte auch die Meldung über die bevorstehende SpaceX-Börsennotierung für Aufmerksamkeit.
Berichten zufolge soll die Transaktion ein Volumen von rund 75 Milliarden US-Dollar erreichen und damit eine der größten Börsennotierungen der modernen Kapitalmarktgeschichte werden. Institutionelle Investoren sollen bereits massive Orders platziert haben, darunter Berichte über milliardenschwere Zeichnungen großer Vermögensverwalter.
Auch wenn der direkte Einfluss auf den DAX begrenzt ist, wirkt eine derart große Kapitalmarkttransaktion oftmals als Stimmungsindikator für globale Risikobereitschaft. Die Bereitschaft institutioneller Investoren, enorme Summen in Wachstumsunternehmen zu investieren, unterstreicht die weiterhin hohe Nachfrage nach Technologie- und KI-Investments.
Für Nasdaq und Wachstumswerte bleibt dies grundsätzlich unterstützend.
Wichtige Wirtschaftsdaten gestern
OPEC-Monatsbericht
Der OPEC-Monatsbericht stand gestern stark im Schatten der geopolitischen Entwicklungen.
Grundsätzlich bestätigte die OPEC ihre Einschätzung einer robusten globalen Nachfrageentwicklung. Allerdings wurden die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Angebot und Preisentwicklung intensiv diskutiert.
Mit der überraschenden geopolitischen Entspannung verloren viele der zuvor eingepreisten Risikoaufschläge schlagartig an Bedeutung.
Die Folge:
• Brent verlor deutlich.
• WTI verlor deutlich.
• Die Inflationssorgen im Energiesektor nahmen ab.
Damit entwickelte sich der OPEC-Bericht letztlich eher zu einem sekundären Faktor, da die Marktteilnehmer wesentlich stärker auf die geopolitischen Entwicklungen reagierten.
EZB-Zinsentscheid
Die Europäische Zentralbank erhöhte wie erwartet sämtliche Leitzinsen um 25 Basispunkte.
Deposit Facility Rate
Die Einlagefazilität wurde um 25 Basispunkte angehoben.
EZB Interest Rate Decision
Auch der Hauptrefinanzierungssatz wurde erwartungsgemäß um 25 Basispunkte erhöht.
Da die Anhebung vollständig eingepreist war, lag der Fokus nicht auf dem eigentlichen Zinsschritt, sondern auf dem zukünftigen Zinspfad.
EZB Monetary Policy Statement
Der entscheidende Punkt war die Formulierung der EZB bezüglich der weiteren Entwicklung.
Die Notenbank machte deutlich:
• Die Inflation bleibt weiterhin ein Problem.
• Die Auswirkungen steigender Energiepreise werden beobachtet.
• Risiken für die Inflation bestehen weiterhin auf der Oberseite.
• Gleichzeitig verschlechtern sich die Wachstumsaussichten.
Damit bleibt die EZB in einer schwierigen Situation zwischen Inflationsbekämpfung und konjunktureller Schwäche.
Pressekonferenz mit Lagarde
Die anschließende Pressekonferenz war deutlich interessanter als der eigentliche Zinsentscheid.
Christine Lagarde machte mehrfach deutlich:
• Es gibt keinen vorgegebenen Zinspfad.
• Weitere Entscheidungen bleiben datenabhängig.
• Die Inflation könnte durch höhere Energiepreise erneut steigen.
• Die Risiken für die Inflation liegen weiterhin eher auf der Oberseite.
• Die wirtschaftliche Dynamik bleibt schwach.
• Finanzielle Bedingungen sind bereits deutlich restriktiver als vor dem Krieg.
Gleichzeitig vermied sie jedoch jede klare Festlegung auf weitere Zinserhöhungen.
Die Tonalität war daher insgesamt:
Leicht hawkisch im Inflationsbereich, aber gleichzeitig vorsichtig bezüglich weiterer Zinsschritte.
Der Markt interpretierte dies letztlich als weniger aggressiv als befürchtet.
Besonders wichtig war später die Meldung, dass EZB-Kreise bei stabilen Energiepreisen sogar eine Pause im Juli diskutieren könnten.
Das war einer der Gründe für die starke Rallye bei Risikoanlagen.
PPI-Daten USA
Die Produzentenpreise lieferten ebenfalls wichtige Signale.
Der PPI blieb insgesamt unter den Befürchtungen.
Besonders relevant:
Core PPI Month-over-Month
• Aktuell: 0,4 %
• Forecast: 0,5 %
• Vorher: 0,7 %
Damit setzte sich der Trend einer nachlassenden Preisdynamik auf Produzentenebene fort.
Dies unterstützt die Hoffnung, dass die Inflation mittelfristig weiter zurückgehen könnte.
Arbeitsmarktdaten USA
Auch die Arbeitsmarktdaten zeigten eine weitere Abschwächung.
Initial Jobless Claims
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen über den Erwartungen und über dem vorherigen Wert.
Continuing Jobless Claims
Auch die fortlaufenden Anträge fielen höher aus als erwartet.
Die Interpretation des Marktes:
• Arbeitsmarkt verliert etwas an Dynamik.
• Lohndruck dürfte perspektivisch sinken.
• Inflationsdruck könnte weiter nachlassen.
Zusammen mit den PPI-Daten ergab sich damit ein insgesamt eher positiver Mix für Risikoanlagen.
WASDE-Report
Der WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums sorgte vor allem in Agrarrohstoffen für Bewegung.
Der Bericht bestätigte im Wesentlichen die bestehenden Erwartungen bezüglich Angebot und Nachfrage wichtiger Agrargüter.
Für Aktien- und Indexmärkte blieb der Einfluss jedoch begrenzt.
Wirtschaftsdaten heute
Deutschland
Die heutigen deutschen Inflationsdaten bestätigten den Disinflationstrend.
German CPI MoM
• Aktuell: -0,2 %
• Forecast: -0,2 %
German CPI YoY
• Aktuell: 2,6 %
• Forecast: 2,6 %
• Vorher: 2,9 %
German HICP YoY
• Aktuell: 2,7 %
• Forecast: 2,7 %
Die Daten zeigen weiterhin, dass die Inflation in Deutschland deutlich unter Kontrolle bleibt.
Das stützt grundsätzlich die Erwartung, dass der Zinshöhepunkt in Europa näher rückt.
Heute Nachmittag: Michigan-Daten
Der Fokus richtet sich nun vollständig auf die Universität-Michigan-Daten.
Wichtige Veröffentlichungen:
• Michigan Consumer Sentiment
• Michigan Consumer Expectations
• Michigan One-Year Inflation Expectations
• Michigan Five-Year Inflation Expectations
Insbesondere die Inflationserwartungen dürften nach den geopolitischen Entwicklungen und dem starken Rückgang der Ölpreise genau beobachtet werden.
Niedrigere Inflationserwartungen könnten die jüngste Risk-On-Bewegung zusätzlich unterstützen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil verzeichnete gestern einen massiven Einbruch von rund sechs Prozent.
Die Ursache war ausschließlich die geopolitische Entspannung im Nahen Osten. Nach dem Schlusskurs unterhalb der psychologisch wichtigen 90-Dollar-Marke wurden inzwischen auch die Tiefs der vergangenen Tage unterschritten.
Solange keine neue Eskalation entsteht und sich Öl nicht nachhaltig über 90 Dollar stabilisieren kann, bleibt das kurzfristige Bild bearish.
Die nächsten relevanten Ziele liegen im Bereich von:
• 85 Dollar
• 83 Dollar
• 81 Dollar
Derzeit spricht vieles für einen weiteren Abbau der geopolitischen Risikoprämie.
US-Staatsanleihen
Die Renditen gingen gestern deutlich zurück.
Treiber waren:
• Schwächerer Arbeitsmarkt.
• Schwächere Inflationsdaten.
• Sinkende Ölpreise.
• Deeskalation im Nahen Osten.
Die Zinserhöhungserwartungen wurden erneut nach hinten verschoben.
Der Markt geht inzwischen nicht mehr von einer vollständigen Einpreisung weiterer Zinserhöhungen in diesem Jahr aus.
US-Dollar Index (DXY)
Der Dollar zeigte zunächst Stärke und stieg kurzzeitig über die Hochs der vergangenen Tage.
Anschließend kam es jedoch zu einem deutlichen Abverkauf.
Der DXY schloss sogar unter mehreren wichtigen Tageshochs und Tagestiefs der Vorwoche.
Damit bleibt die entscheidende Range:
• Oberseite: 100,00 bis 100,30
• Unterseite: 99,50
Ein Ausbruch aus dieser Zone dürfte die Richtung der kommenden Handelstage bestimmen.
VIX
Der Volatilitätsindex verlor rund 13 Prozent.
Mit einem Rückgang unter die wichtige 20-Punkte-Marke signalisiert der Markt eine deutliche Entspannung der Risikoaversion.
Aktuell notiert der VIX im Bereich von 19,5 Punkten.
Das spricht kurzfristig für eine Fortsetzung des Risk-On-Umfelds.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia konnte sich gestern deutlich stabilisieren und gewann rund 2,3 Prozent.
Die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar wurde erfolgreich verteidigt.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend:
• Halten der Supportzone.
• Rückeroberung der 212-Dollar-Marke.
Darüber könnte neues Momentum in Richtung der nächsten Hochs entstehen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte ebenfalls Stärke. Trotzdem bleibt das aktuelle Marktbild vergleichsweise unspektakulär. Der Markt befindet sich weiterhin in einer Konsolidierungsphase.
Entscheidend bleibt die Frage, ob sich die aktuelle Range auflösen kann und eine neue Trendbewegung entsteht.
S&P 500
Der S&P 500 zeigte einen außergewöhnlich starken Handelstag.
Nach einem Test der Unterstützungszone konnte der Index den Tag mit rund 1,6 Prozent Plus beenden.
Besonders beeindruckend:
Die gesamte schwache CPI-Reaktion vom Vortag wurde vollständig neutralisiert.
Die Bullen haben damit wieder die Kontrolle übernommen.
Wichtige Marken:
• Unterstützung: 7.250 bis 7.350
• Widerstand: 7.420
• Zielzone: 7.500
Nasdaq
Der Nasdaq gehörte erneut zu den stärksten Märkten.
Mit rund 4,4 Prozent Tagesgewinn wurden mehrere schwache Handelstage vollständig neutralisiert.
Der Index schloss oberhalb der wichtigen 29.500-Punkte-Marke.
Solange dieses Niveau hält, bleibt das technische Bild klar positiv.
Mögliche Ziele:
• 30.000 Punkte
• neue Allzeithochs
Mit dem heutigen SpaceX IPO kann es insgesamt etwas volatiler werden.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones profitierte von der verbesserten Stimmung.
Der Index gewann rund 2,1 Prozent.
Mit dem Schlusskurs oberhalb von 50.500 Punkten wurde ein wichtiges technisches Signal erzeugt.
Nächste Ziele:
• 51.000 Punkte
• 51.280 Punkte
• 51.500 Punkte
DAX Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX zeigte eine beeindruckende Gegenbewegung.
Nach einem kurzfristigen Unterschreiten der 24.000-Punkte-Zone drehten die Käufer den Markt vollständig nach oben.
Mit einem Tagesgewinn von rund 2,4 Prozent wurden sämtliche Verluste seit Wochenbeginn neutralisiert.
Gleichzeitig konnte die wichtige 24.500-Punkte-Marke zurückerobert werden.
Damit rückt nun die nächste große psychologische Marke in den Fokus.
Bullisches Szenario
Solange der DAX oberhalb von 24.400 bis 24.500 Punkten notiert, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt.
Die nächsten Ziele liegen bei:
• 24.670 Punkten
• 24.800 Punkten (Jahreshoch)
• 25.000 Punkten
Ein nachhaltiger Ausbruch über die aktuellen Hochs könnte zusätzliche Momentum-Käufe auslösen und den Weg in Richtung 25.000 Punkte freimachen.
Alternativszenario
Sollte es im Tagesverlauf zu Gewinnmitnahmen kommen, bleibt insbesondere die Zone um 24.400 Punkte interessant.
Ein erfolgreicher Retest dieser Unterstützung würde das bullische Gesamtbild nicht beschädigen und könnte sogar neue Long-Setups liefern.
Fazit
Die Kombination aus geopolitischer Entspannung, fallenden Ölpreisen, sinkenden Renditen, schwächeren Inflationsdaten und einem insgesamt konstruktiven Ton der Zentralbanken hat die Marktstimmung innerhalb weniger Stunden komplett gedreht.
Die Bären verloren gestern nahezu sämtliche Argumente, während die Bullen die Kontrolle über die kurzfristige Marktstruktur zurückgewonnen haben.
Solange keine neue Eskalation im Nahen Osten auftritt und die heutigen Michigan-Daten keine negative Überraschung liefern, bleibt das Umfeld für Risikoanlagen konstruktiv.
Für den DAX rückt damit die 25.000-Punkte-Marke wieder klar in den Fokus.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wünsche euch einen schönen Freitag und stabile Trades!
DAX Tagesausblick 11. Juni – EZB-Zinsentscheid im Fokus!!!Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation bleibt weiterhin der dominierende Unsicherheitsfaktor an den Finanzmärkten. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine Stabilisierung im Nahen Osten aufgekommen waren, kam es in den vergangenen Stunden erneut zu einer Eskalation. Medienberichten zufolge führten die USA und Iran bereits den zweiten Tag in Folge gegenseitige Angriffe durch. Gleichzeitig erhöhte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran und kündigte weitere militärische Maßnahmen an, falls keine Einigung in den laufenden Verhandlungen erzielt wird.
Die Folge ist ein deutlicher Anstieg der Risikoaversion an den Märkten. Insbesondere der Ölpreis reagierte erneut mit Stärke, während Aktienmärkte unter Druck gerieten. Anleger suchen aktuell verstärkt Schutz in klassischen Safe-Haven-Anlagen wie dem US-Dollar und Staatsanleihen.
Abseits des Nahost-Konflikts standen weitere Schlagzeilen im Fokus. So belasteten Sorgen über eine mögliche Verlangsamung des KI-Booms nach gemischten Unternehmensmeldungen aus dem Technologiesektor zusätzlich die Stimmung. Gleichzeitig bleiben die globalen Wachstumsaussichten durch geopolitische Risiken, steigende Energiepreise und Unsicherheiten über den zukünftigen Zinspfad der Notenbanken geprägt.
Wirtschaftsdaten gestern – CPI im Fokus
Im Mittelpunkt stand gestern der amerikanische Verbraucherpreisindex (CPI).
Auf den ersten Blick wirkten die Daten gemischt. Die Gesamtinflation (CPI YoY) stieg auf 4,2 % und lag damit deutlich über dem Vormonat von 3,8 %. Gleichzeitig blieb die monatliche Inflationsrate mit 0,5 % exakt im Rahmen der Erwartungen.
Die eigentliche Überraschung lag jedoch bei der Kerninflation. Der Core CPI MoM fiel auf 0,2 % und lag damit unter den Erwartungen von 0,3 % sowie deutlich unter dem Vormonat von 0,4 %. Auch die Kerninflation auf Jahresbasis lag mit 2,9 % zwar leicht über dem Vormonat von 2,8 %, entsprach jedoch exakt den Erwartungen.
Viele Marktteilnehmer konzentrieren sich aktuell weniger auf die Gesamtinflation und deutlich stärker auf die Kerninflation. Der Grund dafür liegt im Detail des Berichts. Über 60 % des gesamten monatlichen Inflationsanstiegs wurden allein durch den Energiesektor verursacht. Benzinpreise stiegen im Mai um 7 %, während der Energieindex insgesamt um 3,9 % zulegte. Die eigentliche zugrunde liegende Inflation entwickelte sich dagegen deutlich moderater.
Zusätzlich zeigte der Bericht eine weitere Abschwächung in wichtigen Bereichen wie Versicherungen, Fahrzeugen und Teilen des Immobilienmarktes. Vor allem der Shelter-Bereich, der für die Fed von besonderer Bedeutung ist, entwickelte sich erneut moderat.
In Kombination mit den zuletzt starken NFP-Arbeitsmarktdaten ergibt sich jedoch ein interessantes Gesamtbild. Der Arbeitsmarkt bleibt robust. Die Arbeitslosenquote verharrt auf niedrigem Niveau, die Average Hourly Earnings steigen weiter und die Beschäftigungszahlen überraschten zuletzt positiv. Gleichzeitig zeigt die Kerninflation weitere Entspannungstendenzen.
Genau dieser Mix sorgt aktuell für Diskussionen an den Märkten. Einerseits sinkt der unmittelbare Druck auf die Fed durch die schwächere Kerninflation. Andererseits sprechen die starken Arbeitsmarktdaten gegen schnelle Zinssenkungen. Für Risk Assets bleibt die Situation damit grundsätzlich konstruktiv, solange die Inflationsentwicklung nicht erneut durch steigende Energiepreise beschleunigt wird.
Wirtschaftsdaten heute
Der heutige Handelstag steht ganz im Zeichen wichtiger geldpolitischer und makroökonomischer Ereignisse.
Bereits am Mittag wird der OPEC Monthly Report veröffentlicht. Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten dürfte dieser Bericht für den Ölmarkt von besonderer Bedeutung sein.
Der größte Fokus liegt jedoch auf der Europäischen Zentralbank.
Erwartet wird eine Anhebung der Deposit Facility Rate von 2,00 % auf 2,25 %. Gleichzeitig wird bei der EZB Interest Rate Decision ein Anstieg von 2,15 % auf 2,40 % erwartet. Neben dem eigentlichen Zinsentscheid dürfte vor allem das EZB Monetary Policy Statement entscheidend werden, da Investoren hier Hinweise auf den zukünftigen Zinspfad suchen.
Am Nachmittag folgen dann weitere hochrelevante US-Daten. Veröffentlicht werden die PPI-Daten sowie der Core PPI. Der Produzentenpreisindex gilt als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Entwicklung der Verbraucherpreise und erhält nach den gestrigen CPI-Daten zusätzliche Aufmerksamkeit.
Ebenfalls im Fokus stehen die Initial Jobless Claims sowie die Continuing Jobless Claims. Zusammen mit den Inflationsdaten liefern sie weitere Hinweise auf die aktuelle Verfassung der US-Wirtschaft.
Abgerundet wird der Handelstag durch die EZB-Pressekonferenz sowie die Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die zusätzliche Volatilität in den europäischen Märkten auslösen könnten.
Für morgen richtet sich der Blick zudem auf den erwarteten SpaceX-IPO, der derzeit für erhebliches Interesse an den Märkten sorgt.
Zu den heutigen EZB-Entscheidungen werde ich nach Veröffentlichung außerdem ein ausführliches YouTube-Video hochladen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil zeigte gestern erneut Stärke und konnte den Handelstag rund 3,7 % im Plus beenden. Aktuell notieren die Preise oberhalb der wichtigen 90-Dollar-Marke bei rund 91 Dollar. Das Monatstief aus dem Mai bei 86,3 Dollar sowie das Wochentief der KW23 konnten erfolgreich verteidigt werden. Fundamental bleibt die Entwicklung nahezu vollständig von der Lage im Nahen Osten abhängig. Solange keine nachhaltige Stabilisierung eintritt, bleibt der Ölmarkt anfällig für weitere Aufwärtsbewegungen. Erst ein Bruch unter die Region um 86 Dollar würde das Bild deutlich eintrüben und Potenzial in Richtung 81 Dollar eröffnen.
Am Anleihemarkt konnten US-Staatsanleihen gestern ebenfalls zulegen. Unterstützt wurden die Kurse sowohl durch die CPI-Daten als auch durch die geopolitischen Risiken.
Der US-Dollar-Index schloss erneut oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke. Ein Ausbruch über 100,25 Punkte könnte weiteres Potenzial bis in den Bereich von 100,50 Punkten eröffnen. Gleichzeitig profitiert der Dollar aktuell weiterhin von seiner Funktion als Safe Haven.
Der Volatilitätsindex VIX notiert weiterhin oberhalb der wichtigen 20-Punkte-Marke bei rund 22,2 Punkten. Dies signalisiert weiterhin erhöhte Nervosität und Schwankungsbereitschaft an den Aktienmärkten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia verlor gestern rund 3,7 % und notiert aktuell bei etwa 200 Dollar. Der jüngste Ausbruchsversuch konnte nicht gehalten werden. Damit rückt die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar erneut in den Fokus. Die Reaktion in diesem Bereich dürfte richtungsentscheidend für die kommenden Handelstage werden.
Bitcoin zeigte sich vergleichsweise stabil, konnte sich der allgemeinen Risikoaversion jedoch ebenfalls nicht vollständig entziehen. Aktuell notiert BTC im Bereich von 62.500 Dollar. Für neues bullisches Momentum wäre eine Rückeroberung der Region oberhalb von 64.500 Dollar wichtig. Sollte hingegen die Unterstützung um 60.500 Dollar brechen, wären weitere Korrekturen denkbar.
Der S&P 500 verlor gestern rund 1,53 %. Die von mir zuletzt genannte Unterstützungszone um 7.251 Punkte konnte bislang verteidigt werden. Solange diese Zone hält, bleibt das übergeordnete Bild stabil. Unterhalb dieser Marke würde sich das Risiko einer Ausweitung der Korrektur in Richtung 7.100 Punkte erhöhen. Neue bullische Signale entstehen erst wieder oberhalb von 7.360 Punkten.
Auch der Nasdaq schloss unterhalb der wichtigen 28.500-Punkte-Marke. Aktuell sehen wir jedoch bereits erste Kaufinteresse. Eine Rückeroberung von 28.500 Punkten und insbesondere der 29.000-Punkte-Marke könnte den Weg für eine größere Erholung freimachen. Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 28.120 Punkte entscheidend.
Im US30 erfolgte gestern ebenfalls ein schwacher Schlusskurs mit rund 1,8 % Minus. Die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten wurde unterschritten. Kann diese Zone zurückerobert werden, wäre eine Bewegung in Richtung 50.500 Punkte denkbar. Bleibt der Index darunter, rücken zunächst 49.500 und anschließend 49.000 Punkte in den Fokus.
DAX – Charttechnischer Überblick
Der DAX zeigte gestern ebenfalls deutliche Schwäche und verlor rund 1,87 %. Besonders relevant war dabei der Test der langfristig wichtigen Unterstützungszone um 24.000 Punkte. Diese Region besitzt sowohl auf Monats- als auch auf Jahresbasis hohe Bedeutung und konnte zunächst verteidigt werden.
Für das bullische Szenario bleibt entscheidend, dass sich der Markt oberhalb dieser Zone stabilisiert und anschließend wieder in Richtung 24.500 Punkte arbeitet. Nach einer Korrektur von mittlerweile rund 6 % vom Hoch sind jederzeit kräftige Gegenbewegungen und Short Squeezes möglich.
Sollte der DAX allerdings das heutige Tagestief bei 23.930 Punkten unterschreiten, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben. In diesem Fall wären Bewegungen in Richtung 23.630 sowie 23.500 Punkte denkbar.
Die heutigen EZB-Entscheidungen sowie die US-PPI-Daten dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob der DAX die aktuelle Unterstützungszone verteidigen kann oder ob eine weitere Ausweitung der Korrektur bevorsteht.
Aktuell bevorzuge ich weiterhin das Szenario einer Erholung in Richtung 24.500 Punkte, insbesondere nachdem die Region um 24.000 Punkte zunächst erfolgreich verteidigt werden konnte.
Zu den heutigen EZB-Entscheidungen und den wichtigsten Marktreaktionen wird später ein ausführliches Video auf meinem YouTube-Kanal folgen.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte spiegeln ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung wider.
Ich wünsche euch erfolgreiche und stabile Trades.
DAX Tagesausblick 10. Juni - US CPI Daten im Fokus!!!Wichtiger Hinweis vorab:
Ich habe gestern ein ausführliches YouTube-Spezial zu den heutigen US-Inflationsdaten veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf alle CPI-Szenarien, die Auswirkungen auf die Märkte sowie die wichtigsten Chartmarken ein. Für den heutigen Handelstag ist dieses Video besonders relevant, da die CPI-Daten heute der zentrale Treiber für nahezu alle Assetklassen sein werden.
Fundamentale & geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Trotz zwischenzeitlicher Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Situation im Nahen Osten berichten internationale Medien erneut über Vergeltungsmaßnahmen zwischen Israel und Iran. Die Reuters Schlagzeile „Tit-for-tat attacks threaten fragile ceasefire“ zeigt deutlich, dass die aktuelle Waffenruhe weiterhin äußerst fragil bleibt.
Damit bleibt die geopolitische Risikoprämie grundsätzlich bestehen. Allerdings zeigen die Märkte aktuell eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen Nachrichten. Während in den vergangenen Monaten jede Eskalation unmittelbar zu Risikoaversion geführt hätte, liegt der Fokus der Marktteilnehmer inzwischen wieder deutlich stärker auf Inflation, Zinsen und Wirtschaftsdaten.
Zusätzlich bleibt das Thema Künstliche Intelligenz ein wesentlicher Treiber für die Aktienmärkte. Die Nachfrage nach AI-Infrastruktur, Rechenzentren und Chips bleibt hoch. Gleichzeitig sorgen Berichte rund um OpenAI, Anthropic sowie die anhaltend starke Nachfrage nach AI-Investitionen weiterhin für Unterstützung im Technologiesektor.
Auch SpaceX sorgt weiter für Schlagzeilen. Die Nachfrage nach der geplanten Börsennotierung scheint laut aktuellen Berichten weiterhin außerordentlich hoch zu sein und unterstreicht die anhaltende Risikobereitschaft institutioneller Investoren.
Fundamentaldaten gestern
Die wichtigste Konjunkturmeldung des gestrigen Tages waren die Existing Home Sales.
Existing Home Sales (Mai)
• Aktuell: 4,17 Mio.
• Prognose: 4,07 Mio.
• Vorher: 4,04 Mio.
• Revidiert von 4,02 Mio.
Damit wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich trotz des weiterhin hohen Zinsniveaus überraschend robust.
Diese Daten passen insgesamt zu dem Bild, das wir bereits am Freitag nach den starken NFP-Arbeitsmarktdaten erhalten haben:
• Der Arbeitsmarkt bleibt stark.
• Die Wirtschaft zeigt aktuell keine klaren Rezessionssignale.
• Die Fed steht dadurch weiterhin unter Druck, die Inflation nachhaltig zurück Richtung 2 % zu bringen.
Christine Lagarde sprach zudem am Abend. Für die Märkte ergaben sich daraus jedoch keine wesentlichen neuen geldpolitischen Impulse.
Fundamentaldaten heute – Alles dreht sich um CPI
Der heutige Handelstag wird nahezu ausschließlich von den US-Inflationsdaten bestimmt.
Im Fokus stehen:
CPI MoM
• Prognose: 0,3 %
• Vorher: 0,6 %
Core CPI MoM
• Prognose: 0,5 %
• Vorher: 0,4 %
CPI YoY
• Prognose: 4,2 %
• Vorher: 3,8 %
Core CPI YoY
• Prognose: 2,9 %
• Vorher: 2,8 %
Von institutionellen Anlegern wird insbesondere die Core CPI Month-over-Month Zahl beobachtet.
Ranking der Relevanz:
1. Core CPI MoM
2. CPI MoM
3. Core CPI YoY
4. CPI YoY
Warum ist das so wichtig?
Nach den starken NFP-Daten vom Freitag ist die Rezessionsdebatte vorerst in den Hintergrund gerückt. Der Markt konzentriert sich nun vollständig auf die Frage:
Kann die Inflation weiter fallen und der Fed Zinssenkungen ermöglichen oder muss die Fed länger restriktiv bleiben?
Zusätzlich sorgt ein aktueller Reuters-Bericht für Aufmerksamkeit. Dort wird darauf hingewiesen, dass die gestiegenen Benzinpreise im Mai die Verbraucherpreise erneut nach oben gedrückt haben könnten. Deshalb rechne ich persönlich weiterhin mit einem erhöhten Risiko einer negativen Inflationsüberraschung.
CPI-Szenarien
Bullishes Szenario
• CPI MoM 0,2 % oder tiefer
• Core CPI 0,4 % oder tiefer
Folgen:
• US-Renditen fallen
• DXY fällt
• Zinssenkungshoffnungen steigen
• Nasdaq steigt
• S&P 500 steigt
• DAX steigt
Dieses Szenario wäre sehr bullish für Risk Assets.
Neutrales Szenario
• CPI MoM 0,3 %
• Core CPI 0,5 %
Folgen:
• Hohe Volatilität
• Keine nachhaltige Richtungsentscheidung
• Fokus verlagert sich schnell auf FOMC, Dot Plot und Warsh
Bearishes Szenario
• CPI MoM 0,4 % oder höher
• Core CPI 0,6 % oder höher
Folgen:
• Renditen steigen
• DXY steigt
• Zinssenkungserwartungen werden nach hinten verschoben
• Risk Assets geraten unter Druck
Genaueren Einblick hier zu findet ihr im YT Video!!!
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte die Bewegung über 90 Dollar nicht halten.
Gestern wurde sogar das Monatstief unterschritten, bevor die Meldungen zu den US-Lagerbeständen eine Gegenbewegung ausgelöst haben. Dennoch konnte das Momentum nach oben nicht gehalten werden.
Aktuell notiert Öl wieder knapp oberhalb der 88-Dollar-Marke.
Entscheidend bleibt für mich:
• Stabilisierung über dem Wochentief von KW23 → bullishes Szenario
• Bruch des gestrigen Tiefs bei 85,90 Dollar → Potenzial für eine Bewegung Richtung 81 Dollar
Insbesondere positive Entwicklungen im Nahen Osten könnten zusätzlichen Druck auf den Ölpreis ausüben.
US Bonds
Die US-Renditen kamen gestern erneut deutlich zurück.
Der Hauptgrund dafür dürfte die zunehmende Positionierung vor den heutigen CPI-Daten gewesen sein. Viele Marktteilnehmer reduzieren vor wichtigen Inflationsveröffentlichungen Risiko, was häufig zu Käufen im Anleihemarkt und damit fallenden Renditen führt.
Heute entscheidet CPI über die nächste größere Bewegung.
DXY
Der US-Dollar zeigte gestern ebenfalls Schwäche.
Trotz eines schwächeren Handelstages konnte der Dollar knapp oberhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke schließen.
Für mich bleibt klar:
• Höhere Inflation → Dollar bullish
• Niedrigere Inflation → Dollar bearish
Die 100-Punkte-Marke bleibt der entscheidende Referenzbereich.
VIX
Der VIX sprang zwischenzeitlich wieder über 23 Punkte an.
Zum Handelsschluss fiel er jedoch erneut unter 20 zurück und notiert aktuell bei rund 20,25 Punkten.
Das spiegelt die Unsicherheit vor den heutigen Inflationsdaten wider.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verlor gestern zeitweise über 4 %. Die wichtige 200-Dollar-Marke wurde nahezu punktgenau getestet und verteidigt.
Der Schlusskurs lag wieder bei etwa 208 Dollar.
Für heute bleibt entscheidend:
• Gute CPI-Daten → Potenzial über 212 Dollar
• Schlechte CPI-Daten → erneuter Test der 200-Dollar-Marke
Bitcoin
Bitcoin wurde ebenfalls abverkauft.
Die Zone um 60.000 Dollar bleibt weiterhin der wichtigste Bereich.
Aktuell spricht vieles für eine kurzfristige Range-Bildung, bis die heutigen CPI-Daten für neue Impulse sorgen.
S&P 500
Der S&P reagierte nahezu exakt an den im gestrigen Video besprochenen Zonen.
Die Region um 7.500 Punkte fungierte als Widerstand und führte zu einer deutlichen Reaktion.
Wichtige Marken:
• Unter 7.330 → Potenzial Richtung 7.250
• Über 7.400 → erneuter Angriff auf 7.500
Auch hier wird CPI die Richtung vorgeben.
Nasdaq
Der Nasdaq verfehlte die 30.000-Punkte-Marke knapp.
Zwischenzeitlich lag das Minus bei über 4 %, bevor ein großer Teil der Verluste aufgeholt wurde.
Dennoch erfolgte der Schlusskurs unterhalb der wichtigen 29.000er-Marke.
Für mich bleiben folgende Bereiche relevant:
• Unter 28.700 bzw. 28.500 → stärkeres Abwärtsmomentum
• Schlechte CPI-Daten → Potenzial Richtung 27.500
• Gute CPI-Daten → schneller Anstieg zurück Richtung 30.000
US30
Der US30 scheiterte erneut am Bereich um 51.280 Punkte.
Anschließend kam es zu einem deutlichen Abverkauf, bevor der Markt oberhalb der wichtigen 50.500er-Marke schließen konnte.
Entscheidend bleibt:
• Bruch über 51.280 → Potenzial Richtung 51.500
• Scheitern an 51.000 → Risiko einer Bewegung Richtung 50.000
DAX – Charttechnischer Tagesausblick
Der DAX hat bereits das Tagestief vom Montag unterschritten und gestern Tiefs um 24.230 Punkte erreicht.
Gleichzeitig wurde das gestrige Tageshoch angelaufen, bevor erneut Verkaufsdruck einsetzte.
Besonders interessant bleibt der Bereich um:
• 24.500 Punkte
• 24.570 Punkte
• 24.800 Punkte
Die Zone um 24.800 Punkte ergibt sich aus dem Monatshoch der April-Kerze sowie dem Jahreshoch 2025 und fungiert aktuell als starker Widerstand.
Für den heutigen Handelstag gilt:
Solange wir uns oberhalb von 24.500 bis 24.570 stabilisieren können, halte ich einen weiteren Angriff auf die 24.800er-Zone vor den CPI-Daten für möglich.
Sollten wir hingegen unter das gestrige Tagestief bei 24.225 Punkten fallen, erwarte ich zunächst eine Korrektur in Richtung 24.000 Punkte.
Bei einer negativen Inflationsüberraschung könnte die Korrektur sogar deutlich tiefer ausfallen.
Sollten die CPI-Daten dagegen positiv überraschen, halte ich einen schnellen Anstieg zurück über 25.000 Punkte für realistisch.
Fazit
Der Arbeitsmarkt bleibt stark.
Die Wirtschaft zeigt aktuell keine eindeutigen Rezessionssignale.
Damit entscheidet heute nicht Wachstum, sondern ausschließlich die Inflation über die weitere Richtung der Märkte.
Die wichtigste Kennzahl bleibt der Core CPI MoM.
Nach den starken NFP-Daten vom Freitag dürfte jede positive Inflationsüberraschung deutlich kritischer aufgenommen werden als noch vor einigen Wochen.
Für heute rechne ich daher mit hoher Volatilität über sämtliche Assetklassen hinweg.
Die heutigen CPI-Daten dürften außerdem direkten Einfluss auf die kommende FOMC-Sitzung, den Dot Plot sowie die Zinserwartungen für die zweite Jahreshälfte haben.
Heute entscheidet die Inflation über die Richtung von DAX, Nasdaq, S&P 500, Dollar, Renditen, Gold, Öl und Bitcoin.
Keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung. Alle genannten Szenarien, Marken und Einschätzungen spiegeln ausschließlich meine persönliche Marktmeinung wider und dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken.
Welches Szenario seht ihr heute für die CPI-Daten?
Erwartet ihr niedrigere Inflationsdaten als prognostiziert und damit Rückenwind für Risk Assets?
Schreibt eure Einschätzung gerne in die Kommentare.
Ich wünsche euch allen viel Erfolg für die heutigen CPI-Daten, einen kühlen Kopf während der erhöhten Volatilität und vor allem stabile Trades!
DAX Tagesausblick 09. Juni – Hält die 24.500er Marke?Bevor wir in den heutigen Marktüberblick starten, noch ein kurzer Hinweis:
Auf meinem YouTube-Kanal erscheint heute ein neues Video mit einer ausführlichen Vorbereitung auf die morgigen US-Inflationsdaten (CPI). Darin gehe ich detailliert auf die verschiedenen Inflationsszenarien, mögliche Marktreaktionen sowie konkrete Setups für heute und insbesondere für morgen ein. Außerdem werfe ich einen tieferen Blick auf die Charttechnik der wichtigsten Risk Assets und Indizes.
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start des heutigen Handelstages einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Der Fokus liegt weiterhin auf dem Nahost-Konflikt rund um Iran, Israel und die USA.
Während die Märkte zuletzt zeitweise auf eine diplomatische Lösung gesetzt hatten, kam es in den vergangenen Tagen erneut zu militärischen Aktivitäten und gegenseitigen Drohungen. Gleichzeitig gab es jedoch auch mehrere Signale, die auf eine mögliche Deeskalation hindeuten könnten.
Donald Trump erklärte zuletzt mehrfach, dass sowohl die USA als auch der Iran einer Verhandlungslösung näher gekommen seien. Laut verschiedenen Medienberichten soll Trump auch direkten Druck auf die israelische Regierung ausgeübt haben, keine weitere Eskalation zu riskieren. Gleichzeitig betonte Israel jedoch mehrfach, dass man sich das Recht auf weitere militärische Maßnahmen ausdrücklich vorbehalte, falls es erneut zu Angriffen kommen sollte.
Aus den jüngsten Meldungen geht hervor, dass beide Seiten ihre direkten Angriffe vorerst eingestellt haben. Eine endgültige Einigung oder ein offizieller Deal liegt jedoch weiterhin nicht vor. Die aktuelle Situation lässt sich deshalb eher als fragile Waffenruhe beziehungsweise temporäre Deeskalation beschreiben als als dauerhaft gelöster Konflikt.
Insgesamt bleibt die geopolitische Lage damit zwar angespannt, aktuell scheinen die Märkte jedoch davon auszugehen, dass kurzfristig keine massive Eskalationswelle bevorsteht.
Weitere fundamentale Faktoren
Neben dem Nahost-Konflikt rücken zunehmend wieder die Themen Künstliche Intelligenz und Tech-Sektor in den Fokus der Marktteilnehmer.
Besonders im Blick steht aktuell der geplante SpaceX-IPO, der laut aktuellen Berichten bereits in dieser Woche für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Gleichzeitig hat OpenAI offiziell die ersten Unterlagen für einen möglichen US-Börsengang eingereicht. Angesichts der enormen Unternehmensbewertungen im KI-Sektor und der Bedeutung dieser Unternehmen für die Kapitalmärkte sorgt dies zusätzlich für Aufmerksamkeit im Technologiesektor.
Gerade für Nasdaq, S&P 500 und die großen KI-Aktien bleiben diese Entwicklungen ein wichtiger Treiber für die Marktstimmung.
Wirtschaftsdaten
Der gestrige Wirtschaftskalender fiel insgesamt relativ ruhig aus.
Veröffentlicht wurden unter anderem die deutschen Auftragseingänge der Industrie sowie die New York Fed 1-Year Consumer Inflation Expectations.
Die Inflationserwartungen der US-Konsumenten für die kommenden zwölf Monate gingen dabei leicht von 3,6 % auf 3,5 % zurück. Dieser Indikator misst die Inflationserwartung privater Haushalte und liefert der Federal Reserve wichtige Hinweise darauf, wie die Bevölkerung die zukünftige Preisentwicklung einschätzt. Rückläufige Inflationserwartungen gelten grundsätzlich als positives Signal für die Inflationsbekämpfung und können den Druck auf die Fed etwas reduzieren.
Heute stehen mehrere US-Daten auf dem Kalender.
Unter anderem werden die Handelsbilanz, Import- und Exportdaten sowie der ADP Employment Change veröffentlicht.
Der wichtigste Termin des heutigen Tages sind jedoch die Existing Home Sales für Mai. Erwartet werden 4,07 Millionen verkaufte Bestandsimmobilien nach zuletzt 4,02 Millionen.
Dieser Indikator misst die annualisierte Anzahl verkaufter bestehender Wohnimmobilien und gilt als wichtiger Gradmesser für die Stärke des US-Immobilienmarktes. Da der Immobiliensektor eng mit Konsum, Kreditvergabe und der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung verbunden ist, liefern diese Daten wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Gesamtlage in den USA.
Zusätzlich spricht heute Abend EZB-Präsidentin Lagarde. Die Märkte werden genau beobachten, ob sich Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik oder mögliche Aussagen im Vorfeld der kommenden EZB-Zinsentscheidung ergeben.
Der eigentliche Fokus liegt jedoch bereits vollständig auf dem morgigen Tag. Dann werden die wichtigen US-Inflationsdaten veröffentlicht, die voraussichtlich die Richtung für Aktienmärkte, Anleihemärkte, den US-Dollar und Risk Assets vorgeben werden.
Auf die verschiedenen Inflationsszenarien und die daraus resultierenden Setups gehe ich heute ausführlich im neuen YouTube-Video ein.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt konnten wir gestern trotz des Gap-Ups zum Wochenstart und des starken Anlaufs der 95-Dollar-Zone keine nachhaltige Fortsetzung sehen. Stattdessen setzte erneut Verkaufsdruck ein und wir schlossen den Handelstag bearish.
Besonders wichtig bleibt dabei, dass wir auf Daily-Basis nicht unter 90 Dollar geschlossen haben. Der Schlusskurs lag bei 91,24 Dollar.
Aktuell notieren wir erneut im Bereich der 90-Dollar-Marke und haben bereits das gestrige Tagestief unterschritten. Entscheidend bleibt nun das Wochentief der vergangenen Woche bei 88,30 Dollar.
Sollte diese Zone brechen, rückt für mich als nächstes die 87,70-Dollar-Marke sowie anschließend das Monatstief bei 86,30 Dollar in den Fokus. Ein Bruch dieser Zone würde die Wahrscheinlichkeit für eine größere Korrektur in Richtung 81 Dollar deutlich erhöhen.
Auf der Oberseite bleibt die 95-Dollar-Zone weiterhin der zentrale Widerstand.
Insgesamt zeigt der Ölmarkt aktuell eine zunehmend schwächere Reaktion auf die geopolitischen Entwicklungen, was ein weiteres Indiz für die nachlassenden Eskalationssorgen sein könnte.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen sahen wir gestern erneut eher neutrale Kursbewegungen. Während die kürzeren Laufzeiten eine weitere Doji-Kerze ausbildeten, zeigten die längeren Laufzeiten leicht steigende Renditen.
Heute sehen wir erneut erste Rückgänge. Insgesamt bleibt die Lage hier weiterhin relativ entspannt. Übermäßige Ausschläge zum Wochenstart blieben bislang aus.
Mit Blick auf die morgigen Inflationsdaten bleibt dieser Markt jedoch besonders wichtig.
DXY
Der US-Dollar-Index setzte gestern seine Schwäche fort.
Zwar konnte der DXY noch knapp im Bereich der 100er-Marke schließen, notiert inzwischen jedoch wieder darunter. Für mich bleibt jetzt entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 anlaufen oder uns erneut über 100 stabilisieren können. Sollte sich der Dollar wieder über 100 etablieren, bleibt das Jahresrange-High bei 100,50 das nächste wichtige Ziel.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX konnte seinen starken Anstieg vom Freitag nicht halten und verlor gestern rund 12 %. Aktuell notieren wir wieder unter der 20er-Marke bei etwa 18,9 Punkten.
Auch hier wird entscheidend sein, wie die morgigen Inflationsdaten ausfallen. Der starke Anstieg am Freitag wurde vor allem durch die Arbeitsmarktdaten ausgelöst. Ob wir hier den nächsten Short-Trigger bekommen oder erneut steigende Volatilität sehen, dürfte maßgeblich von den CPI-Daten abhängen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia konnte das Tief vom Freitag erfolgreich verteidigt werden.
Die Aktie schloss erneut innerhalb der wichtigen Unterstützungszone um 208,60 Dollar. Für mich bleibt das bullische Szenario oberhalb von 212 Dollar aktiv. In diesem Fall sehe ich einen erneuten Anlauf auf die 217-Dollar-Zone.
Sollte hingegen das Freitagstief bei rund 204 Dollar brechen, rücken die Bereiche um 200 und anschließend 198 Dollar wieder in den Fokus.
Bitcoin
Auch Bitcoin konnte die wichtige Unterstützungszone im Bereich des Februartiefs sowie die 60.000er-Marke bislang verteidigen. Trotzdem entstand gestern erneut eine eher schwache Tageskerze in Form eines Dojis. Für mich bleibt nun entscheidend, ob wir das gestrige Tagestief bei rund 62.300 Dollar brechen. In diesem Fall sehe ich weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 61.000 Dollar.
Auf der Oberseite bleibt die Zone um 64.500 Dollar entscheidend. Ein Ausbruch darüber würde die Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg in Richtung 66.000 Dollar deutlich erhöhen.
S&P 500
Im S&P 500 sahen wir gestern zunächst eine starke Erholung vom Freitagstief. Diese Bewegung wurde jedoch im Tagesverlauf erneut verkauft.
Wir konnten die wichtige 7.500er-Zone nicht erreichen.
Grundsätzlich gehe ich aktuell davon aus, dass wir vor den morgigen Inflationsdaten noch einmal höhere Kurse sehen könnten. Eine bessere Positionierung der Market Maker vor dem CPI-Event erscheint für mich aktuell wahrscheinlicher als ein sofortiger weiterer Abverkauf.
Sollten wir das gestrige Tageshoch überwinden, bleibt die 7.500er-Marke das zentrale Ziel.
Auf der Unterseite wird das gestrige Tagestief bei rund 7.350 Punkten entscheidend. Ein Bruch dieser Zone würde aus meiner Sicht weiteres Korrekturpotenzial bis in den Bereich von 7.250 Punkten eröffnen.
Nasdaq
Auch der Nasdaq konnte gestern einen stärkeren Handelstag verzeichnen.
Aktuell notieren wir im Bereich von 29.585 Punkten.
Entscheidend bleibt für mich das gestrige Tageshoch bei 29.715 Punkten. Ein Ausbruch darüber würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir die psychologisch wichtige 30.000er-Marke erneut anlaufen.
Sollten wir uns hingegen nicht über 29.500 stabilisieren können, sehe ich zunächst einen Rücklauf in Richtung 29.000 Punkte.
Unterhalb von 28.500 Punkten würde sich das Korrekturpotenzial sogar bis in den Bereich von 27.500 Punkten ausweiten.
US30
Im Dow Jones sahen wir gestern ebenfalls zunächst eine stärkere Erholung, die jedoch direkt wieder verkauft wurde. Die wichtige 51.000er-Zone konnte nicht nachhaltig zurückerobert werden. Für mich bleibt entscheidend, dass wir nicht unter das gestrige Tagestief bei rund 50.500 Punkten fallen. Ein Bruch dieser Zone würde weiteres Potenzial bis in den Bereich von 50.000 Punkten eröffnen.
Kann sich der Markt hingegen wieder über 51.000 etablieren und anschließend das gestrige Tageshoch bei rund 51.300 Punkten überwinden, sehe ich einen erneuten Anlauf auf die 51.500er-Zone.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch im DAX bleibt die 25.000er-Marke der zentrale Fokus.
Wir haben gestern zwar bereits das Wochentief unterschritten, konnten jedoch im Anschluss wieder deutlich Stärke zeigen und den Handelstag oberhalb von 24.500 Punkten beenden.
Positiv ist zudem, dass wir heute Nacht bereits einen sauberen Retest dieser Zone gesehen haben. Für das bullische Szenario bleibt entscheidend, dass wir uns oberhalb von 24.500 Punkten und idealerweise in Richtung der 25.000er-Marke stabilisieren können. Der erste wichtige Schritt dafür wäre ein Bruch des gestrigen Tageshochs bei rund 24.750 Punkten.
In diesem Fall sehe ich zunächst einen erneuten Anlauf auf die Widerstandszone um 24.800 Punkte und anschließend die psychologisch wichtige 25.000er-Marke.
Grundsätzlich gehe ich aktuell davon aus, dass die Market Maker vor den morgigen US-Inflationsdaten eher an höheren Kursen interessiert sein könnten, bevor anschließend die eigentliche Richtungsentscheidung folgt.
Sollten wir jedoch erneut Schwäche zeigen und das gestrige Tagestief bei rund 24.330 Punkten unterschreiten, würde sich das Bild deutlich eintrüben.
In diesem Fall sehe ich zunächst Potenzial bis 24.200 Punkte und anschließend in Richtung der wichtigen 24.000er-Zone.
Wie sich die Märkte nach den Inflationsdaten entwickeln könnten und welche Szenarien ich aktuell für wahrscheinlich halte, bespreche ich heute ausführlich im neuen YouTube-Video.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades.
DAX Tagesausblick 08. Juni – 24.500er Zone heute entscheidend!Kurz vorab
Ich habe zusätzlich ein ausführliches Video zum Wochenausblick veröffentlicht, in dem ich detailliert auf die wichtigsten fundamentalen Entwicklungen, geopolitischen Risiken, Wirtschaftsdaten sowie die wichtigsten Setups bei DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin, Nvidia, Öl, US-Dollar und weiteren Märkten eingehe.
Den Link zum Video findet ihr wie gewohnt auf meinem Profil.
Der heutige Tagesausblick konzentriert sich auf die wichtigsten Entwicklungen zum Wochenstart sowie die relevanten charttechnischen Szenarien für die großen Märkte.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der neuen Handelswoche einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation rund um Iran, Israel und die USA.
Während die Märkte in den vergangenen Wochen zeitweise verstärkt auf eine diplomatische Lösung gesetzt hatten, blieb eine endgültige Einigung bislang aus. Gleichzeitig kam es zuletzt erneut zu militärischen Aktivitäten, gegenseitigen Drohungen und neuen Spannungen in der Region.
Über das Wochenende sorgten insbesondere Meldungen über Angriffe auf US-Stützpunkte im Nahen Osten, Luftalarm in Bahrain sowie abgefangene Raketen- und Drohnenangriffe in Kuwait für erhöhte Aufmerksamkeit. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Marktreaktionen, dass Investoren aktuell zwar eine erhöhte Unsicherheit einpreisen, bislang jedoch noch nicht von einer unkontrollierten Eskalation ausgehen.
Bemerkenswert bleibt dabei insbesondere die Entwicklung am Ölmarkt. Trotz der zuletzt vergleichsweise ruhigen Entwicklung an den Rohstoffmärkten führte die aktuelle Nachrichtenlage bereits zum Wochenstart zu deutlichen Aufschlägen beim Ölpreis. Damit zeigt sich erneut, wie sensibel die Märkte derzeit auf neue Schlagzeilen aus dem Nahen Osten reagieren.
Für die Finanzmärkte bleibt entscheidend, ob es in den kommenden Tagen zu weiteren Eskalationen kommt oder ob diplomatische Bemühungen wieder stärker in den Vordergrund rücken. Neue Spannungen hätten unmittelbare Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen, Volatilität und damit letztendlich auch auf die Entwicklung der globalen Aktienmärkte.
Abseits der geopolitischen Entwicklungen bleibt Nvidia weiterhin einer der wichtigsten Einzelwerte für die Stimmung im gesamten Technologiesektor. Zuletzt sorgten weitere positive Unternehmensmeldungen und neue Partnerschaften für konstruktive Schlagzeilen. Gleichzeitig achten Marktteilnehmer jedoch zunehmend darauf, ob die zuletzt sehr hohen Bewertungen weiterhin durch Fundamentaldaten gerechtfertigt werden können.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Der heutige Handelstag verläuft aus fundamentaler Sicht vergleichsweise ruhig.
Der Fokus der gesamten Handelswoche liegt weiterhin auf Mittwoch und Donnerstag.
Am Mittwoch werden die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) veröffentlicht. Nach den überraschend starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche gelten diese Zahlen als wichtigstes Event der gesamten Handelswoche. Die Märkte werden genau beobachten, ob sich der Inflationsdruck erneut beschleunigt und mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve weiter nach hinten verschoben werden müssen.
Am Donnerstag folgt die Zinsentscheidung der EZB. Zusätzlich stehen weitere Inflationsdaten auf Produzentenebene (PPI) sowie neue Arbeitsmarktdaten auf dem Programm.
Insgesamt dürfte die Kombination aus Inflation, Geldpolitik und geopolitischen Entwicklungen im weiteren Wochenverlauf für erhöhte Volatilität sorgen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt startet mit einem deutlichen Gap-Up in die neue Handelswoche. Aktuell notiert US Oil bei rund 94,30 US-Dollar und damit mehr als 4 % über dem Wochenschlusskurs vom Freitag.
Verantwortlich hierfür dürften vor allem die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten sein.
Für mich bleibt nun entscheidend, ob sich der Markt oberhalb der 95-Dollar-Marke etablieren kann. Diese Zone entspricht gleichzeitig dem Weekly High der KW22 und stellt eine wichtige technische Hürde dar.
Sollte ein Daily Close oberhalb dieser Marke gelingen, würde anschließend das Wochenhoch der vergangenen Woche bei rund 97 Dollar in den Fokus rücken.
Um kurzfristig bearish zu bleiben, sollte der Markt dagegen weiterhin unterhalb der 95-Dollar-Marke schließen.
US-Staatsanleihen
Auch die US-Staatsanleihen zeigen zum Wochenstart deutliche Stärke.
Besonders auffällig sind die Bewegungen bei den kürzeren Laufzeiten. Die dreijährigen Anleihen notieren rund 1,07 % im Plus, die fünfjährigen Anleihen rund 1,08 %, die zehnjährigen Anleihen knapp 0,97 % und die dreißigjährigen Anleihen etwa 0,60 % höher.
Zusätzlich wurden die Hochs der Vorwoche bereits überschritten.
Damit bleibt das Thema steigender Renditen und eine mögliche Verschiebung zukünftiger Zinssenkungen weiterhin ein wichtiger Belastungsfaktor für Risk Assets.
DXY
Der US-Dollar-Index startet ebenfalls mit einem leichten Gap-Up in die neue Woche.
Die Hochs der Vorwoche wurden bereits überschritten und die psychologisch wichtige 100-Punkte-Marke konnte erneut erfolgreich verteidigt werden. Solange sich der DXY oberhalb von 100 Punkten halten kann, bleibt für mich ein Anstieg in Richtung 100,50 Punkte das wahrscheinlichste Szenario. Ein starker US-Dollar bleibt dabei insbesondere für EUR/USD, Gold und zahlreiche Risk Assets ein wichtiger Gegenwind.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert nach einem kleinen Gap-Up aktuell wieder knapp unterhalb der Marke von 20 Punkten.
Trotz der erhöhten geopolitischen Unsicherheit konnte der VIX bislang keine nachhaltige Dynamik nach oben entwickeln. Für die kommenden Handelstage bleibt der VIX dennoch einer der wichtigsten Frühindikatoren für die allgemeine Risikobereitschaft institutioneller Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigt vorbörslich bereits erste Stabilisierungstendenzen und notiert aktuell leicht im Plus bei rund 208,50 US-Dollar.
Trotz der positiven Unternehmensmeldungen bleibt die charttechnische Situation zunächst unverändert. Für die Bullen wäre eine nachhaltige Stabilisierung oberhalb von 212 Dollar entscheidend. Sollte diese Rückeroberung nicht gelingen und das aktuelle Wochentief unterschritten werden, bleibt eine Ausweitung der Korrektur in den Bereich zwischen 200 und 198 Dollar weiterhin möglich.
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt den ersten positiven Daily Close seit mehreren Handelstagen ausbilden.
Für eine nachhaltigere Erholung wäre nun ein Bruch des gestrigen Tageshochs erforderlich. In diesem Fall könnte sich weiteres Potenzial in Richtung 66.000 US-Dollar eröffnen. Gelingt dies nicht, bleibt ein erneuter Test der wichtigen Unterstützung bei 60.000 Dollar das wahrscheinlichste Szenario.
S&P 500
Beim S&P 500 bleibt die Zone um 7.500 Punkte weiterhin die wichtigste kurzfristige Entscheidungsmarke.
Zwar konnte das Wochenhoch zunächst nahezu erreicht werden, allerdings kam es dort erneut zu Verkäufen. Sollte die Zone um 7.500 Punkte als Widerstand bestätigt werden, bleibt eine Fortsetzung der laufenden Korrektur möglich. Fällt der Markt erneut unter 7.350 Punkte, bleibt das nächste größere Ziel unverändert im Bereich von 7.250 Punkten.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt zum Wochenstart erste Stabilisierungstendenzen und konnte sich zunächst oberhalb der 29.000-Punkte-Marke halten.
Für das bullische Szenario wäre nun eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 29.500 Punkte sowie anschließend 30.000 Punkte denkbar. Auf der Unterseite bleibt die Marke von 28.500 Punkten entscheidend. Ein nachhaltiger Bruch könnte die Korrektur bis in den Bereich von 27.500 Punkten ausweiten. Besonders die CPI-Daten am Mittwoch dürften maßgeblich über die weitere kurzfristige Richtung entscheiden.
US30
Beim Dow Jones wurde das Wochentief bereits unterschritten, wodurch sich das Chartbild aktuell etwas schwächer präsentiert als bei Nasdaq und S&P 500.
Für mich bleibt nun besonders interessant, ob wir einen erneuten Retest der Zone um 51.000 Punkte sehen.
Dort könnten sich interessante Short-Setups ergeben, mit möglichen Zielen im Bereich von 50.500 beziehungsweise 50.000 Punkten. Sollte sich der Markt dagegen wieder nachhaltig oberhalb von 51.000 Punkten etablieren, würde dies das bullische Szenario stärken und weiteres Potenzial in Richtung 51.500 Punkte eröffnen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX startet mit erhöhter Unsicherheit in die neue Handelswoche und hat bereits das Wochentief der Vorwoche unterschritten.
Im Bereich von 24.300 Punkten konnte zunächst erste bullische Gegenwehr beobachtet werden. Gleichzeitig bleibt die Zone um 24.500 Punkte für mich die mit Abstand wichtigste Entscheidungsmarke des heutigen Handelstages.
Für ein nachhaltiges bullisches Momentum wäre entscheidend, dass sich der Markt oberhalb dieser Zone stabilisieren kann . Gelingt zusätzlich ein Ausbruch sowie ein Schlusskurs oberhalb der H4-Hochs bei rund 24.620 Punkten, würde sich weiteres Potenzial in Richtung Monatshoch April sowie Jahreshoch 2025 bei rund 24.800 Punkten eröffnen.
Bei anhaltender Dynamik wäre anschließend sogar ein Anlauf der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke denkbar.
Bullisches Szenario
Die Zone um 24.500 Punkte wird erfolgreich verteidigt.
Anschließend gelingt die Rückeroberung der H4-Hochs bei 24.620 Punkten.
In diesem Fall rücken zunächst 24.800 Punkte und anschließend die Marke von 25.000 Punkten in den Fokus.
Bearishes Szenario
Der DAX unterschreitet das aktuelle Tagestief und verliert damit die kurzfristige Stabilisierung.
In diesem Fall rückt zunächst die Unterstützung im Bereich von 24.200 Punkten in den Fokus.
Sollte auch diese Zone keinen Halt bieten, wäre eine Ausweitung der Korrektur bis an die psychologisch wichtige 24.000-Punkte-Marke denkbar.
Fazit
Fundamental dürfte der heutige Handelstag zunächst vergleichsweise ruhig verlaufen. Die größten Impulse der Woche werden voraussichtlich erst durch die CPI-Daten am Mittwoch sowie die geldpolitischen Entscheidungen und Pressekonferenzen am Donnerstag ausgelöst.
Bis dahin bleiben insbesondere die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, die Bewegungen am Ölmarkt, die Entwicklung des US-Dollars sowie die Renditen der US-Staatsanleihen die wichtigsten Einflussfaktoren für die Märkte.
Trotz der jüngsten Korrekturen befinden sich die großen Risk Assets weiterhin in übergeordnet bullischen Marktstrukturen. Ob die aktuellen Rücksetzer bereits attraktive Kaufgelegenheiten darstellen oder ob die Korrektur zunächst weiterläuft, dürfte sich maßgeblich in den kommenden Tagen entscheiden.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Setzt sich die Korrektur bei den Risk Assets fort oder sehen wir bereits wieder erste attraktive Buy-the-Dip-Chancen?
Wochenausblick KW24 –Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW24
Kurz vorab
Ich habe heute wieder zusätzlich ein ausführliches Analysevideo zum Wochenausblick KW24 veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf die wichtigsten Entwicklungen und Erwartungen für die gesamte Handelswoche ein – von Inflation, Geldpolitik und Arbeitsmarkt über die geopolitische Lage bis hin zu Öl, Anleiherenditen, US-Dollar, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Wer die aktuelle Marktlage noch tiefer verstehen möchte, findet den Link zu meinem YouTube-Kanal auf meinem TradingView-Profil.
Außerdem habe ich bereits den ausführlichen Wochenrückblick zur KW23 veröffentlicht. Dort analysiere ich die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Handelswoche, die Reaktionen der Märkte auf die jüngsten Wirtschaftsdaten sowie die Auswirkungen der geopolitischen Ereignisse. Den entsprechenden Beitrag findet ihr ebenfalls auf meinem TradingView-Profil.
Der heutige Wochenausblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten fundamentalen Entwicklungen, Wirtschaftsdaten und charttechnischen Szenarien der kommenden Handelswoche KW24.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der KW24 einer der wichtigsten fundamentalen Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation rund um den Iran, die USA und die Entwicklungen im Nahen Osten.
Während Ende der KW22 und zu Beginn der KW23 noch verstärkt Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung und einen möglichen Deal zwischen den beteiligten Parteien eingepreist wurden, hat sich dieses Bild zuletzt etwas verändert. Zwar kam es nicht zu einer massiven Eskalation, gleichzeitig wurde jedoch auch keine endgültige Einigung erzielt. Genau dieser Umstand sorgt aktuell für eine gewisse Unsicherheit an den Märkten.
Im Verlauf der vergangenen Woche kam es erneut zu gegenseitigen Drohungen, militärischen Aktivitäten und politischen Spannungen. Aussagen von Donald Trump gegenüber der israelischen Regierung sowie neue Entwicklungen rund um Raketenangriffe, Vergeltungsmaßnahmen und diplomatische Verhandlungen zeigten erneut, wie fragil die Situation weiterhin bleibt. Die ursprünglich eingepreiste Hoffnung auf eine schnelle Lösung rückt damit zumindest kurzfristig wieder etwas in die Ferne.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Rohstoffmärkte zum Wochenende vergleichsweise ruhig geblieben sind. Insbesondere der Ölpreis konnte trotz der geopolitischen Unsicherheit keinen nachhaltigen Ausbruch nach oben vollziehen. Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie bereits zuvor eingepreist und in den vergangenen Wochen wieder abgebaut wurde.
Für die kommende Woche bleibt deshalb entscheidend, ob neue Eskalationen auftreten oder ob die Märkte weiterhin auf eine spätere diplomatische Lösung setzen. Sollte sich die Situation erneut verschärfen, könnte dies unmittelbar Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen, Volatilität und letztlich auch auf die Aktienmärkte haben. Bleibt die Lage dagegen stabil, dürfte die geopolitische Risikoprämie weiter zurückgehen und den Risk Assets zusätzliche Unterstützung liefern.
Damit bleibt die Entwicklung im Nahen Osten weiterhin einer der wichtigsten externen Faktoren für die Finanzmärkte der kommenden Handelswoche.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW24 im Überblick
Neben der geopolitischen Lage richtet sich der Fokus in der kommenden Woche klar auf die Inflationsentwicklung und die Geldpolitik.
Besonders wichtig ist dabei die Einordnung der Daten im Zusammenhang mit den Ereignissen der vergangenen Woche. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA fielen zuletzt deutlich robuster aus als erwartet. Sowohl die Non-Farm Payrolls als auch die durchschnittlichen Stundenlöhne zeigten weiterhin eine überraschend hohe Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Genau deshalb gewinnen die CPI-Daten in dieser Woche nochmals zusätzlich an Bedeutung. Nach den starken Arbeitsmarktdaten stellt sich nun die entscheidende Frage, ob die Inflation tatsächlich weiter zurückgeht oder ob sich die Befürchtungen bestätigen, dass der Inflationsdruck erneut zunimmt und die Fed mögliche Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben muss.
Der Montag und Dienstag bleiben zunächst vergleichsweise ruhig.
Am Dienstag stehen die Existing Home Sales im Fokus. Erwartet werden 4,08 Millionen Verkäufe bestehender Wohnimmobilien nach zuvor 4,02 Millionen. Diese Kennzahl misst die annualisierte Anzahl verkaufter Bestandsimmobilien und gilt als wichtiger Indikator für die Stärke des US-Immobilienmarktes. Da der Immobiliensektor einen bedeutenden Bestandteil der US-Wirtschaft darstellt, liefern diese Daten wichtige Hinweise auf die allgemeine wirtschaftliche Aktivität sowie die Auswirkungen des aktuellen Zinsniveaus.
Zusätzlich wird am Dienstag eine Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwartet. Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine Zinsentscheidung, dennoch achten Marktteilnehmer sehr genau auf mögliche Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Der absolute Hauptfokus der Woche liegt jedoch auf Mittwoch und Donnerstag.
Am Mittwoch werden die mit Abstand wichtigsten Inflationsdaten der Woche veröffentlicht. Für den CPI Month over Month wird ein Wert von 0,3 % erwartet nach zuvor 0,6 %. Hier rechnen die Märkte also mit einer Abschwächung des monatlichen Inflationsanstiegs.
Besonders wichtig wird jedoch der Core CPI. Dieser misst die Preisentwicklung ohne die volatilen Komponenten Nahrung und Energie und gilt daher als einer der wichtigsten Inflationsindikatoren überhaupt. Hier liegt die Erwartung aktuell bei 0,5 % nach zuvor 0,4 %. Die Märkte rechnen also mit einer erneuten Beschleunigung der Kerninflation.
Auch beim CPI Year over Year wird aktuell ein weiterer Anstieg erwartet. Mit einem Forecast von 4,2 % gegenüber zuvor 3,8 % würde sich die Inflation erneut weiter vom langfristigen Zielwert der Federal Reserve entfernen.
Die Bedeutung dieser Daten kann kaum überschätzt werden. Nach den starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche könnte ein weiterer Inflationsanstieg die Erwartungen an zukünftige Zinssenkungen deutlich reduzieren. Entsprechend hoch dürfte die Volatilität an den Märkten ausfallen.
Ebenfalls am Mittwoch werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht. Hohe Lagerbestände wirken grundsätzlich belastend auf den Ölpreis, während sinkende Lagerbestände tendenziell preistreibend wirken. Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten besitzen diese Daten aktuell eine erhöhte Relevanz.
Zusätzlich findet die Versteigerung zehnjähriger US-Staatsanleihen statt. Die Nachfrage nach diesen Anleihen liefert wichtige Hinweise auf die Erwartungen institutioneller Investoren hinsichtlich Inflation, Wachstum und zukünftiger Zinspolitik.
Am Donnerstag richtet sich der Fokus zunächst auf Europa.
Veröffentlicht wird die Deposit Facility Rate der Europäischen Zentralbank. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, den Banken für überschüssige Einlagen bei der EZB erhalten. Aktuell wird eine Anhebung von 2,00 % auf 2,25 % erwartet.
Parallel dazu erfolgt die eigentliche EZB-Zinsentscheidung. Während die Deposit Facility Rate den Einlagenzins beschreibt, bezieht sich die offizielle Interest Rate Decision auf den Hauptrefinanzierungssatz der EZB. Die Märkte preisen aktuell mit rund 99 % Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Die Zinserhöhung selbst gilt damit weitgehend als eingepreist. Entscheidend wird vor allem der Ausblick auf die kommenden Sitzungen im Juli und September.
Anschließend folgt die EZB-Pressekonferenz. Besonders wichtig wird hierbei die Kommunikation der Zentralbank hinsichtlich Inflation, Wachstum und zukünftiger Zinsschritte.
Am Nachmittag stehen erneut wichtige US-Inflationsdaten auf dem Programm. Der Producer Price Index (PPI) misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene und gilt als Frühindikator für die spätere Verbraucherpreisinflation.
Für den PPI Month over Month wird aktuell ein Wert von 0,7 % erwartet nach zuvor 1,4 %. Die Märkte rechnen hier also mit einer Abschwächung des Preisauftriebs auf Produzentenebene.
Zusätzlich werden die Initial Jobless Claims veröffentlicht. Diese liefern wöchentlich wichtige Hinweise auf die aktuelle Verfassung des US-Arbeitsmarktes.
Am Freitag stehen schließlich noch die Michigan Inflation Expectations, die Consumer Expectations sowie das Consumer Sentiment im Fokus. Diese Daten liefern zusätzliche Hinweise darauf, wie Verbraucher Inflation, Wirtschaft und Konsum einschätzen.
Trotz aller Wirtschaftsdaten bleibt jedoch wichtig zu betonen, dass geopolitische Schlagzeilen jederzeit für zusätzliche Volatilität sorgen können. Entsprechend sollten Marktteilnehmer in der kommenden Woche nicht ausschließlich auf den Wirtschaftskalender achten.
Ein gesondertes YouTube-Video zu den CPI-Daten und den möglichen Marktszenarien werde ich am Dienstag veröffentlichen. Daher gehe ich an dieser Stelle bewusst nicht detailliert auf die einzelnen CPI-Szenarien ein.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Wie bereits im Wochenrückblick zur KW23 angesprochen, bleibt der Ölpreis aktuell einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Wir konnten zuletzt einen wichtigen Wochenschluss oberhalb der 90-Dollar-Marke nicht etablieren. Für das bearishe Szenario bleibt nun entscheidend, dass zunächst das Wochentief der KW23 bei rund 88,40 Dollar unterschritten wird. Anschließend rückt die wichtige Unterstützungszone um 87,70 Dollar in den Fokus.
Besonders relevant bleibt danach das Wochentief der Vorwoche bei rund 86,30 Dollar. Sollte auch diese Zone nachhaltig brechen, würde gleichzeitig das aktuelle Monatstief unterschritten werden. In diesem Fall könnte sich die Korrektur deutlich ausweiten und mittelfristig in Richtung der wichtigen 81-Dollar-Zone fortsetzen.
Bullisch würde das Bild für mich erst wieder bei einem nachhaltigen Daily Close oberhalb von 95 Dollar werden.
Solange sich die geopolitische Situation nicht deutlich verändert, erscheint aktuell jedoch eine größere Range zwischen etwa 88 und 95 Dollar als das wahrscheinlichste Szenario.
US-Staatsanleihen und DXY
Bei den US-Staatsanleihen bleibt für mich besonders interessant, dass wir zuletzt über nahezu sämtliche Laufzeiten hinweg starke Bewegungen gesehen haben. Auffällig war dabei vor allem die Stärke der kurzfristigen Laufzeiten.
Zum Wochenschluss zeigten sich jedoch erste Gewinnmitnahmen und Umschichtungen. Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob sich dieses Momentum fortsetzt und die Renditen erneut anziehen.
Dies hätte direkte Auswirkungen auf den US-Dollar.
Der Dollar Index DXY konnte die vergangene Woche oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke beenden. Für die kommende Woche bleibt die Zone um 99,50 Punkte die wichtigste Unterstützung.
Sollte diese gehalten werden, bleibt ein erneuter Anlauf auf die 100,50 Punkte wahrscheinlich. Dort befindet sich aktuell das entscheidende Range High sowie das bisherige Jahreshoch bei rund 100,64 Punkten.
Ein Ausbruch darüber könnte die Rückkehr einer stärkeren Dollar-Dominanz signalisieren und zahlreiche Dollar-Paare unter Druck setzen.
Beim EUR/USD bleibt zusätzlich die EZB-Zinsentscheidung zu beachten. Eine restriktivere EZB könnte kurzfristig dazu führen, dass der Euro trotz eines starken US-Dollars relative Stärke zeigt.
Volatilitätsindex VIX
Der VIX bleibt für die kommende Woche ein besonders wichtiger Frühindikator.
Wir haben die vergangene Handelswoche mit einem Anstieg von rund 40 % beendet und notieren aktuell wieder oberhalb der Marke von 20 Punkten.
Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob dieser Anstieg lediglich eine kurzfristige Reaktion auf die geopolitischen Entwicklungen war oder ob sich daraus eine nachhaltige Veränderung der Marktstimmung entwickelt.
Sollte der VIX weiter steigen, würde dies auf zunehmende Unsicherheit und erhöhte Absicherungsaktivitäten institutioneller Marktteilnehmer hindeuten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der wichtigsten Einzelwerte für die Entwicklung des gesamten Technologiesektors.
Charttechnisch wurde zuletzt die wichtige Zone zwischen 208 und 212 Dollar unterschritten. Die Aktie notiert aktuell im Bereich von rund 205 Dollar.
Für mich liegt die nächste entscheidende Unterstützungszone nun zwischen 198 und 200 Dollar. Dort wird sich zeigen, ob erneut Käufer in den Markt kommen oder ob sich die Korrektur weiter ausdehnt. Auf der Oberseite wäre eine Rückkehr über 212 Dollar ein erstes positives Signal.
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt im Bereich der wichtigen 60.000-Dollar-Unterstützung zunächst einen Boden ausbilden. Gleichzeitig wurde mit der jüngsten Bewegung unter die Hochs aus dem Februar gebrochen. Die vergangene Woche war insgesamt von deutlichen Gewinnmitnahmen geprägt.
Für mich bleibt Bitcoin aktuell zunächst weniger interessant. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir zunächst nochmals eine Erholung in Richtung 65.000 Dollar sehen, bevor über die weitere Richtung entschieden wird.
Entsprechend bleibe ich hier vorerst abwartend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt für mich aktuell einer der spannendsten Märkte.
Entscheidend wird sein, ob die Zone um 7.350 Punkte unterschritten wird. Dort treffen mehrere wichtige technische Marken aufeinander.
Sollte dieser Bereich brechen, könnte sich die laufende Korrektur bis in den Bereich von 7.250 Punkten ausweiten.
Auf der Oberseite bleibt die Zone um 7.500 Punkte die wichtigste Entscheidungsmarke. Sollte sich dieser Bereich nun als Widerstand etablieren, könnten sich dort erneut interessante Short-Setups ergeben.
Die endgültige Richtung dürfte jedoch maßgeblich von den CPI-Daten am Mittwoch beeinflusst werden.
Nasdaq
Der Nasdaq verzeichnete zuletzt eine deutliche Korrektur und löschte innerhalb einer einzigen Handelswoche einen erheblichen Teil der Gewinne der vorangegangenen Wochen aus.
Für das bearishe Szenario bleibt die Marke bei 28.500 Punkten entscheidend. Ein Bruch könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich von 27.500 Punkten ermöglichen.
Sollte sich der Markt dagegen stabilisieren und wieder über 29.000 Punkte steigen, würden 29.500 Punkte und anschließend die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wieder in den Fokus rücken.
US30
Auch beim Dow Jones ergibt sich aktuell ein gemischtes Bild.
Sollten wir den Bereich um 50.660 Punkte nachhaltig unterschreiten, wäre zunächst eine Bewegung bis etwa 50.400 Punkte denkbar.
Kann die Zone um 50.500 Punkte anschließend ebenfalls nicht verteidigt werden, rückt die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten in den Fokus.
Auf der Oberseite würde ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 51.000 Punkten das bullische Szenario stärken und weiteres Potenzial in Richtung 51.500 Punkte eröffnen.
DAX – Charttechnischer Ausblick für die kommende Woche
Der DAX bleibt trotz der jüngsten Korrektur weiterhin in einer grundsätzlich bullischen Marktstruktur.
Für die kommende Woche wird zunächst entscheidend sein, ob das Wochentief der KW23 verteidigt werden kann. Sollte der Markt unter 24.400 Punkte fallen, rückt die nächste Unterstützungszone im Bereich von rund 24.300 Punkten in den Fokus.
Kann sich die Korrektur weiter ausdehnen und etabliert sich die Zone um 24.500 Punkte als Widerstand, wären im weiteren Verlauf sogar Bewegungen bis in den Bereich von 24.000 Punkten denkbar.
Auf der Oberseite bleibt zunächst abzuwarten, ob sich die Märkte nach den jüngsten Gewinnmitnahmen stabilisieren können.
Der Montag dürfte dabei besonders wichtig werden. Marktteilnehmer werden genau beobachten, ob die Korrekturen der vergangenen Woche fortgesetzt werden oder ob bereits erste Käufer zurückkehren.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt wichtig festzuhalten, dass sich die großen Risk Assets weiterhin in übergeordnet bullischen Strukturen befinden. Die jüngsten Rückgänge spiegeln vor allem die gestiegenen Inflationssorgen, die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinssenkungen sowie die geopolitischen Risiken wider.
Von einer vollständigen Trendwende kann aktuell jedoch noch keine Rede sein.
Wichtigste Erkenntnisse für KW24
* Die geopolitische Lage rund um den Iran bleibt der wichtigste externe Markttreiber.
* Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung haben zuletzt etwas nachgelassen.
* Die CPI-Daten am Mittwoch werden nach den starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche zum wichtigsten Event der Handelswoche.
* Die Märkte werden genau beobachten, ob sich die Inflation erneut beschleunigt.
* Die EZB-Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz stehen am Donnerstag im Fokus.
* Öl bleibt einer der wichtigsten Inflationstreiber und damit einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
* Der DXY notiert wieder oberhalb von 100 Punkten und könnte bei weiteren Zinssenkungsverschiebungen zusätzliche Stärke entwickeln.
* VIX, Ölpreis und geopolitische Schlagzeilen bleiben die wichtigsten kurzfristigen Risikofaktoren.
* Trotz der jüngsten Korrekturen bleiben die übergeordneten Strukturen bei DAX, S&P 500 und Nasdaq weiterhin bullisch.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen stabile Trades für die kommende Handelswoche und einen schönen Sonntag.
Ab morgen gibt es wie gewohnt wieder den täglichen DAX-Tagesausblick.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Werden die CPI-Daten und die Geldpolitik wieder zum dominierenden Markttreiber oder bleibt die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten das entscheidende Thema der kommenden Woche?
DAX Wochenrückblick KW23 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Fundamentale & geopolitische Lage
Die KW23 stand ganz klar unter zwei großen Themen: der zunehmenden Unsicherheit im Nahen Osten und den überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss. Während wir nach KW22 noch gesehen hatten, dass die Märkte zunehmend auf eine Deeskalation zwischen Israel, Iran und den beteiligten Akteuren gesetzt haben, wurde diese Hoffnung im Verlauf der aktuellen Woche immer stärker ausgepreist.
Zu Wochenbeginn war die Stimmung noch vergleichsweise optimistisch. Die Marktteilnehmer gingen davon aus, dass weitere diplomatische Fortschritte möglich sind und die Lage kontrollierbar bleibt. Mit jedem weiteren Tag wurden die Schlagzeilen jedoch negativer. Statt weiterer positiver Entwicklungen häuften sich Berichte über militärische Zwischenfälle, neue Angriffe, Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah, Angriffe im Libanon sowie eine zunehmend angespannte Situation rund um den Iran.
Besonders wichtig dabei: Die Märkte hatten bereits sehr viel Positives eingepreist. Deshalb reichten schon weniger optimistische Nachrichten aus, um erste Gewinnmitnahmen auszulösen. Man darf nicht vergessen, dass wir seit Monaten eine außergewöhnlich starke Rally in nahezu allen Risk Assets gesehen haben. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte aktuell auf jede Form von Unsicherheit.
Auch auf politischer Ebene blieb es spannend. Gleichzeitig liefen weiterhin Diskussionen über mögliche neue US-Zölle und Handelsmaßnahmen. Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass die US-Regierung weitere Schritte gegen verschiedene Handelspartner prüft. Das spielte zwar kurzfristig nicht die Hauptrolle, bleibt aber ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die kommenden Wochen.
Insgesamt kann man festhalten, dass sich die geopolitische Lage gegenüber der Vorwoche eher verschlechtert als verbessert hat. Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung wurde zurückgenommen und genau das war einer der Hauptgründe für die zunehmende Vorsicht der Marktteilnehmer.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Auch auf der fundamentalen Seite war die Woche vollgepackt mit wichtigen Daten und Notenbank Kommentaren.
Zu Beginn der Woche standen verschiedene FED-Mitglieder sowie Jerome Powell im Fokus. Die Botschaft blieb weitgehend unverändert. Die Inflation liegt weiterhin oberhalb der Zielmarke. Gleichzeitig zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin robust und der Arbeitsmarkt bleibt erstaunlich stabil. Entsprechend sehen die FED-Mitglieder aktuell keinen Grund für schnelle oder aggressive Zinssenkungen.
Auch von Seiten der EZB kamen ähnliche Signale. Zwar befindet sich Europa grundsätzlich auf einem Zinssenkungspfad, gleichzeitig betonen die Verantwortlichen aber weiterhin die Risiken durch steigende Energiepreise und mögliche Inflationsrückschläge.
Am Montag standen zunächst die S&P Global Manufacturing PMI-Daten, die ISM Manufacturing PMI-Daten sowie die ISM Manufacturing Prices im Fokus. Die Daten zeigten insgesamt weiterhin eine solide Wirtschaft, während gleichzeitig die Preiskomponenten erhöht blieben.
Am Dienstag folgten die Inflationsdaten der Eurozone sowie die JOLTS Job Openings aus den USA. Die Stellenangebote zeigten erneut, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch bleibt und der Arbeitsmarkt keine größeren Schwächesignale sendet.
Am Mittwoch rückten dann die ADP Non-Farm Employment Daten, die S&P Global Services PMI-Daten, die ISM Non-Manufacturing Prices, die ISM Non-Manufacturing PMI-Daten sowie die Rohöllagerbestände in den Mittelpunkt. Gerade die Dienstleistungsdaten bestätigten erneut die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft.
Am Donnerstag standen die Initial Jobless Claims sowie weitere Aussagen von Donald Trump im Fokus. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lieferten ebenfalls keine Hinweise auf einen deutlich schwächer werdenden Arbeitsmarkt.
Der absolute Höhepunkt der Woche folgte jedoch am Freitag mit den Average Hourly Earnings, den Non-Farm Payrolls und der Unemployment Rate.
Noch wichtiger wird nun die kommende Handelswoche. Bereits am Mittwoch stehen die US-CPI-Daten an, welche aktuell wahrscheinlich neben den tatsächlichen Zinsentscheiden, die wichtigste Veröffentlichung des gesamten Monats darstellen. Am Donnerstag folgt anschließend die EZB-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz. Beide Termine werden entscheidend dafür sein, ob die Märkte weitere Zinssenkungen einpreisen oder ob sich die aktuelle Neubewertung fortsetzt.
Gesamtbild Wirtschaft, Inflation & Arbeitsmarkt
Wenn man sämtliche Daten der Woche zusammennimmt, ergibt sich ein relativ klares Gesamtbild.
Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin erstaunlich robust. Sowohl die Manufacturing-Daten als auch die Services-Daten signalisieren weiterhin Wachstum. Von einer Rezession ist aktuell wenig zu sehen. Besonders der Dienstleistungssektor bleibt ein wichtiger Stabilitätsfaktor.
Die S&P Global Manufacturing PMI-Daten sowie die ISM Manufacturing PMI-Daten zeigten eine weiterhin stabile Aktivität in der Industrie. Gleichzeitig signalisierten die Manufacturing Prices aber weiterhin bestehenden Preisdruck.
Noch stärker zeigte sich die Wirtschaft bei den Dienstleistungsdaten. Sowohl die S&P Global Services PMI-Daten als auch die ISM Non-Manufacturing PMI-Daten bestätigten eine weiterhin starke Aktivität im Servicesektor.
Bei den Inflationsdaten waren vor allem die ISM Manufacturing Prices und die ISM Non-Manufacturing Prices wichtig. Beide zeigten, dass Unternehmen weiterhin steigende Kosten melden. Das bedeutet, dass der Inflationsdruck zwar nicht explodiert, aber weiterhin vorhanden bleibt.
Zusätzlich kommt die Entwicklung am Ölmarkt hinzu. Öl notiert weiterhin oberhalb der wichtigen 90-Dollar-Marke und stellt damit einen potenziellen Inflationsfaktor für die kommenden Monate dar.
Das Gesamtbild lautet daher aktuell: Die Wirtschaft bleibt stark, der Arbeitsmarkt bleibt stark und die Inflation geht zwar zurück, aber deutlich langsamer als von vielen Marktteilnehmern gewünscht.
Genau diese Kombination ist problematisch für schnelle Zinssenkungen.
NFP-Special Freitag
Der Freitag war ohne Zweifel der wichtigste Handelstag der Woche.
Die Average Hourly Earnings lagen mit 0,3 % exakt auf den Erwartungen. Gleichzeitig blieb die Jahresrate bei 3,4 %. Das bedeutet weiterhin steigende Löhne und damit grundsätzlich weiterhin Inflationsdruck. Höhere Löhne bedeuten mehr Kaufkraft, gleichzeitig steigen aber auch die Kosten der Unternehmen. Diese Kosten werden langfristig häufig an die Verbraucher weitergegeben.
Die größte Überraschung kam anschließend bei den Non-Farm Payrolls. Erwartet wurden lediglich 85.000 neue Stellen. Gemeldet wurden dagegen 172.000 neue Stellen. Zwar wurde der Vormonat nach oben revidiert, trotzdem lag der aktuelle Wert deutlich über den Erwartungen und bestätigte erneut die Stärke des US-Arbeitsmarktes.
Zusätzlich blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 %. Das bedeutet, dass trotz zusätzlicher Beschäftigung keine Verschlechterung des Arbeitsmarktes sichtbar wurde.
Zusammengefasst erhielten die Märkte damit genau die Datenkombination, die sie aktuell eigentlich nicht sehen wollten: starke Wirtschaft, starker Arbeitsmarkt und weiterhin bestehender Inflationsdruck.
Die Folge war eindeutig. Zinssenkungen wurden unmittelbar ausgepreist. Die Renditen stiegen stark an, der US-Dollar legte deutlich zu und Risk Assets gerieten unter Druck.
Dazu blieb die erhoffte Deeskalation mit Deal zwischen USA und Iran im Nahen Osten aus und wurde erstmal wieder auf Eis gelegt, daraus ergibt sich ein starkes short Momentum.
Die Kombination aus diesem bisher sehr starken Q2 2026, in dem nahe zu alle Indizes auf ATH stehen und den nun ernüchternden Fundamentaldaten triggert natürlich Gewinnmitnahmen von Rekordständen.
Charttechnik & Märkte im Überblick
Beim Ölmarkt sahen wir erneut eine äußerst volatile Woche. Nach einem starken Wochenstart konnte WTI zunächst deutlich zulegen und zwischenzeitlich sogar die wichtige 95-Dollar-Zone überschreiten. Dabei wurde das offene Gap im Bereich von rund 97 Dollar geschlossen. Anschließend setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein. Die Woche endete bei rund 90,94 Dollar und damit dennoch rund 2,8 % höher als in der Vorwoche. Besonders wichtig bleibt die Tatsache, dass Öl weiterhin oberhalb der psychologisch extrem wichtigen 90-Dollar-Marke notiert. Die Märkte preisen aktuell keine vollständige Eskalation im Nahen Osten ein, gleichzeitig aber auch keine nachhaltige Entspannung.
Am Anleihemarkt wurde die Neubewertung besonders deutlich sichtbar. Zu Wochenbeginn waren die Bewegungen noch relativ ruhig. Am Freitag kam es jedoch zu einem starken Renditeanstieg über die gesamte Kurve hinweg. Die Renditen der 3-jährigen US-Staatsanleihen stiegen um rund 2,5 %, die 5-jährigen um rund 2 %, die 10-jährigen um 1,27 % und die 30-jährigen um 0,42 %. Die Märkte preisen damit zunehmend aus, dass kurzfristig mehrere Zinssenkungen folgen könnten. Höhere Renditen bedeuten gleichzeitig Gegenwind für Aktienmärkte und Risk Assets.
Der DXY profitierte direkt von dieser Entwicklung. Bis Freitag bewegte sich der Dollar weitgehend seitwärts, ehe die NFP-Daten den Ausbruch lieferten. Der Dollarindex konnte die wichtige 100-Punkte-Marke zurückerobern und schloss die Woche mit einem Plus von rund 1,16 %. Damit befindet sich der DXY erneut an der Oberseite seiner seit April 2025 bestehenden Range. Entscheidend wird nun sein, ob die Zone um 100,5 nachhaltig überwunden werden kann. Sollte die Wirtschaft weiterhin stark bleiben und Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden, könnte sich die Dollarstärke fortsetzen.
Auch der VIX zeigte die zunehmende Nervosität der Marktteilnehmer. Während die Woche zunächst relativ ruhig verlief, explodierte die Volatilität am Freitag regelrecht. Der VIX legte um knapp 40 % zu und schloss wieder oberhalb der wichtigen 20-Punkte-Marke bei rund 21,5 Punkten. Damit signalisiert der Markt erstmals seit längerer Zeit wieder deutlich steigende Unsicherheit.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia sahen wir eine äußerst turbulente Handelswoche. Nach einem starken Wochenstart und neuen Hochs kam es ab Dienstag zu massiven Gewinnmitnahmen. Vom Hoch bei rund 232 Dollar fiel die Aktie bis Freitag um rund 12 %. Allein am Freitag verlor Nvidia rund 6,3 %. Besonders kritisch ist dabei, dass die Unterstützungszone zwischen 208 und 212 Dollar unterschritten wurde. Damit rückt nun der Bereich zwischen 198 und 200 Dollar als nächster relevanter Support in den Fokus.
Bitcoin
Auch Bitcoin setzte seine Schwäche fort. Die Kryptowährung verlor auf Wochenbasis rund 17,85 % und fiel sogar zeitweise unter die Marke von 60.000 Dollar. Besonders auffällig war die fehlende Kaufdynamik. Praktisch die gesamte Woche war von Verkaufsdruck geprägt. Nun wird entscheidend sein, ob sich im Bereich um 60.000 Dollar eine neue Range etablieren kann oder ob die Korrektur weiter in Richtung 50.000 Dollar läuft.
SPX
Der S&P 500 markierte zu Wochenbeginn zunächst noch neue Allzeithochs. Die Dynamik ließ jedoch von Tag zu Tag nach. Bereits am Mittwoch kamen die ersten stärkeren Gewinnmitnahmen auf. Nach einer kurzfristigen Stabilisierung am Donnerstag folgte am Freitag der eigentliche Abverkauf. Der Index verlor rund 2,7 % und schloss bei etwa 7.384 Punkten. Besonders bemerkenswert ist, dass wir hier die erste wirklich bärische Wochenkerze seit rund neun Wochen gesehen haben.
NASDAQ
Ein ähnliches Bild zeigte sich im Nasdaq. Zu Wochenbeginn wurden ebenfalls neue Allzeithochs erreicht. Danach folgten zunehmende Gewinnmitnahmen, die am Freitag in einen deutlichen Abverkauf übergingen. Die Woche endete mit einem Minus von rund 5,5 %. Trotz dieser Schwäche muss die Bewegung jedoch eingeordnet werden. Seit Anfang April war der Nasdaq zuvor rund 35 % gestiegen. Im Verhältnis dazu handelt es sich aktuell noch um eine normale Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.
US30
Auch der Dow Jones zeigte zunächst neue Allzeithochs. Besonders interessant war hier der starke Donnerstag, an dem der Index um rund 1,8 % zulegen konnte und neue Höchststände markierte. Am Freitag wurde diese Bewegung jedoch nahezu vollständig wieder abverkauft. Die Woche endete leicht negativ bei rund 50.740 Punkten und damit wieder unterhalb der wichtigen 51.000-Punkte-Marke.
DAX charttechnischer Rückblick
Der DAX zeigte in KW23 ebenfalls deutliche Schwächesignale. Bereits in der Vorwoche hatten wir erste Rejections im Bereich der Hochs gesehen. Diese Schwäche setzte sich nun fort. Auf Wochenbasis verlor der deutsche Leitindex rund 2,4 %.
Besonders auffällig war, dass der DAX die wichtige Zone um 25.000 Punkte nicht zurückerobern konnte. Bereits am Mittwoch wurde die Marke unterschritten. Die anschließenden Erholungsversuche am Donnerstag und Freitag scheiterten. Die Woche endete schließlich bei rund 24.437 Punkten.
Damit notiert der DAX nun unterhalb einer technisch äußerst wichtigen Zone. In diesem Bereich befinden sich mehrere Quartals- und Jahresschlusskurse, darunter der Jahresschlusskurs 2025, der Eröffnungskurs des aktuellen Jahres sowie weitere wichtige Referenzpunkte aus den vergangenen Quartalen. Genau deshalb besitzt die Zone um 24.500 Punkte aktuell eine besonders hohe Bedeutung.
Entscheidend wird nun sein, ob die Käufer diese Marke schnell zurückerobern können oder ob die Korrektur zunächst in Richtung 24.000 Punkte ausgeweitet wird.
Fazit
Insgesamt haben wir in KW23 erstmals seit langer Zeit wieder spürbare Gewinnmitnahmen in nahezu allen großen Risk Assets gesehen. Besonders betroffen waren Nvidia, Bitcoin, Nasdaq, S&P 500, Dow Jones und auch der DAX. Der Auslöser war dabei nicht nur die zunehmende Unsicherheit im Nahen Osten, sondern vor allem die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Diese führten zu steigenden Renditen, einem deutlich stärkeren US-Dollar und einer Neubewertung der Zinssenkungserwartungen.
Trotzdem bleibt wichtig festzuhalten, dass sich die großen Indizes weiterhin in übergeordneten Aufwärtstrends befinden. Seit März beziehungsweise April haben wir im Nasdaq einen Anstieg von rund 35 % und im S&P 500 einen Anstieg von rund 20 % gesehen – nahezu ohne nachhaltige Korrektur. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Rücksetzer zunächst normale Gewinnmitnahmen und noch kein Beweis für einen größeren Trendwechsel.
Die kommende Woche dürfte nun entscheidend werden. Mit den CPI-Daten am Mittwoch und der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag stehen zwei Ereignisse an, die den weiteren Kursverlauf maßgeblich beeinflussen können.
Wie seht ihr die aktuelle Situation? Weitet sich die Korrektur in der kommenden Woche weiter aus oder sehen wir bereits rund um die CPI-Daten die Rückkehr der Bullen?
M orgen folgt mein ausführlicher Wochenausblick für die KW24 inklusive detaillierter YouTube-Analyse, konkreter Trading-Setups und aller wichtigen Zonen und Fundamental Daten für die kommende Handelswoche.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
DAX Chartanalyse & Prognosen für die neue Woche #23Analyse beim Stand des DAX-Index (Kassa) von 25.123 Punkten
Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Szenarien aus meiner persönlichen Einschätzung und Erfahrung entstehen und eine Zusammenfassung der wahrscheinlichsten Kursspanne für die jeweilige Zeiteinheit darstellen.
DAX Index Prognose für Montag
An seine bemerkenswerte 2025er-Rallye hat der DAX im Januar mit einem neuen Allzeithoch angeknüpft. Danach ist der Kurs zunächst in eine seitwärts laufende Korrekturphase übergegangen, die kurzfristig nach unten verlassen wurde.
Zuletzt konnte der Markt den Verkaufsdruck im Bereich der 24.000er-Marke abfangen und in eine neue Erholungstendenz drehen. Diese Stimmung setzte sich zu Beginn der vergangenen Woche mit einer Aufwärtslücke fort, im weiteren Verlauf zeigten sich vor dem Allzeithoch jedoch Ermüdungserscheinungen. Das Gap wurde in der zweiten Hälfte nahezu geschlossen, am Ende konnte der Kurs die 25.000-Punkte-Marke verteidigen. Aufgrund der geringen Wochenspanne bleibt zum Start in die neue Woche am Montag abzuwarten, ob sich ein nächster Anlauf an frische Rekordwerte ergibt.
Erwartete Tagesspanne: 24.920 bis 25.390
Nächste Widerstände: 25.438 = Vorwochenhoch | 25.507
Wichtige Unterstützungen: 24.973 = Vorwochentief | 24.771 | 24.272
DAX Index Prognose für Dienstag
Abhängig vom Wochenstart könnte der Kurs am Dienstag seine Stabilisierung über dem Vorjahreshoch fortsetzen und bereits neue Rekordwerte testen. Verluste bis unter das Vorwochentief würden hingegen den 24.500er-Bereich wieder ins Spiel bringen.
Erwartete Tagesspanne: 25.230 bis 25.540 alternativ 24.710 bis 25.170
DAX Prognose für diese Woche
Ergänzend zum Stundenchart könnte der DAX-Index über dem 20-Tage-Durchschnitt die aktuelle Aufwärtstendenz verteidigen und ein Ausbruch zu weiterer Dynamik führen. Dadurch dürfte der Kurs auf neue Rekordwerte zielen. Erst wiederkehrende Unsicherheit in der geopolitischen Lage würde den 24.000er-Bereich erneut unter Druck setzen.
Erwartete Wochenspanne: 24.540 bis 25.860
Die DAX Prognose für nächste Woche:
Die DAX Prognose für nächste Woche: Abhängig von der geopolitischen Konfliktlage und der Kursentwicklung in der vorangegangenen Woche könnte der Kurs bereits Notierungen über der 26.000er-Marke erreichen. Überwiegt jedoch weiterhin der Widerstand im Bereich des Allzeithochs, dürfte sich die etablierte Seitwärtsphase fortsetzen. Daraus lässt sich eine mögliche Wochenspanne zwischen
25.870
und
26.180
Punkten ableiten.
Beste Grüße und gute Trades,
Christian Möhrer
Kagels-Trading
DAX Tagesausblick 05. Juni – NFP-Daten im Fokus!!!Geopolitische Lage
Bevor wir auf die eigentliche Analyse eingehen, zunächst ein Blick auf die geopolitische Lage. Diese bleibt weiterhin einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Rohstoff-, Anleihe- und Aktienmärkte.
Nachdem in den vergangenen Tagen Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten aufgekommen waren, gab es gestern und heute erneut gemischte Signale. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran weiterhin möglich sei und dass Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt würden. Gleichzeitig kamen jedoch Berichte auf, wonach die Hisbollah einen neuen Waffenruhe-Vorschlag ablehnt und Israel weiterhin auf Sicherheitsgarantien besteht. Dadurch bleibt die Situation äußerst fragil.
Der Markt beobachtet insbesondere weiterhin die Entwicklungen rund um den Iran, Israel, den Libanon sowie die Straße von Hormus. Zwar hat sich die unmittelbare Eskalationsangst im Vergleich zu Beginn der Woche etwas reduziert, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein. Entsprechend bleiben Ölpreis und Risikoaufschläge weiterhin stark von neuen Schlagzeilen abhängig.
Zusätzlich sorgten heute Nacht Aussagen von Nvidia CEO Jensen Huang für Aufmerksamkeit. Huang betonte erneut die starke Dynamik der KI-Industrie, sprach von einer beschleunigten AI-Expansion und bezeichnete Robotik als einen der nächsten großen Wachstumsmärkte. Darüber hinaus kündigte Nvidia weitere Investitionen und eine stärkere Präsenz in Südkorea an. Fundamental bleiben die Aussagen klar positiv für den Technologiesektor.
Auch von Seiten der Zentralbanken standen gestern mehrere Reden auf der Agenda. Sowohl FOMC-Mitglied Bowman als auch FOMC-Mitglied Daly äußerten sich weiterhin vorsichtig hinsichtlich möglicher Zinssenkungen. Die Aussagen änderten jedoch nichts am übergeordneten Bild: Die FED bleibt datenabhängig und richtet ihren Fokus weiterhin stark auf Inflation und Arbeitsmarkt.
Wirtschaftsdaten gestern
Kurzer Hinweis vorab: Gestern habe ich ein sehr ausführliches YouTube-Video hochgeladen. Dort gehe ich die verschiedenen NFP-Szenarien detailliert durch, bespreche Best-Case-, Worst-Case- sowie mein bevorzugtes Szenario und zeige konkrete Trading-Setups für die heutigen Daten. Wer sich auf die Veröffentlichung vorbereiten möchte, findet dort die vollständige Analyse.
Die wichtigsten Wirtschaftsdaten des gestrigen Tages kamen erneut vom US-Arbeitsmarkt.
Besonders auffällig waren die Initial Jobless Claims. Diese stiegen auf 225.000, während lediglich 214.000 erwartet wurden. Gleichzeitig wurde der Vormonatswert von 215.000 auf 212.000 nach unten revidiert. Die Kennzahl misst die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen, und gilt als einer der frühesten Indikatoren für Veränderungen am Arbeitsmarkt.
Der deutliche Anstieg spricht dafür, dass sich erste Schwächesignale im US-Arbeitsmarkt zeigen könnten. Da die Initial Jobless Claims häufig als Vorläufer der Non-Farm Payrolls betrachtet werden, bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz heute in den offiziellen Arbeitsmarktdaten bestätigt.
Etwas widersprüchlich fielen dagegen die Continuing Jobless Claims aus. Diese lagen bei 1,777 Millionen gegenüber erwarteten 1,780 Millionen und einem vorherigen Wert von 1,785 Millionen. Hier zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilität.
Zusätzlich wurden gestern die Daten zur Produktivität und zu den Lohnkosten veröffentlicht. Die Produktivität fiel mit 0,3 % deutlich schwächer aus als erwartet, während die Unit Labor Costs mit 1,8 % ebenfalls unter den Prognosen lagen. Dies spricht grundsätzlich für nachlassenden Inflationsdruck und erhöht die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf die finalen BIP-Daten der Eurozone. Erwartet wird ein Wachstum von 0,8 % gegenüber 1,2 % im Vorquartal. Die Zahlen liefern wichtige Hinweise darauf, wie stark sich die europäische Wirtschaft aktuell entwickelt.
Der absolute Schwerpunkt des Tages liegt jedoch auf den US-Arbeitsmarktdaten!
Veröffentlicht werden:
• Average Hourly Earnings (Forecast: 0,3 %, Previous: 0,2 %)
• Non-Farm Payrolls (Forecast: 85K, Previous: 115K)
• Unemployment Rate (Forecast: 4,3 %, Previous: 4,3 %)
Mein bevorzugtes Szenario:
Die Non-Farm Payrolls kommen leicht unter den Erwartungen im Bereich von etwa 85K bis 105K, die Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 4,3 % und die Lohnentwicklung bewegt sich zwischen 0,2 % und 0,3 %.
Dieses Szenario wäre ideal, da der Arbeitsmarkt weiterhin stabil erscheint, gleichzeitig aber kein zusätzlicher Inflationsdruck entsteht. Die FED würde dadurch Spielraum für spätere Zinssenkungen gewinnen, ohne dass sofort Rezessionsängste aufkommen.
Ein deutlich schwächerer Arbeitsmarkt mit Payrolls unter 95K, steigender Arbeitslosenquote und schwachen Löhnen wäre kurzfristig ebenfalls positiv für Risk Assets, würde jedoch gleichzeitig Rezessionsängste verstärken.
Das bearishste Szenario wäre dagegen ein deutlich stärkerer Arbeitsmarkt mit Payrolls von 130K bis 150K+, einer fallenden Arbeitslosenquote und einem Lohnwachstum von 0,3 % oder höher. In diesem Fall könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte gestern eine sehr wichtige Entwicklung. US Oil verlor auf Tagesbasis rund 3,5 % und schloss deutlich schwächer.
Besonders wichtig war dabei, dass wir unter dem Tief der Mittwochskerze schließen konnten. Gleichzeitig notiert Öl inzwischen wieder unter der Marke von 95 US-Dollar und aktuell im Bereich von rund 93 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild an den Aktienmärkten bleibt entscheidend, dass das gestrige Tagestief nach unten durchbrochen wird und Öl vor Wochenschluss wieder in Richtung 90 US-Dollar läuft. Dies würde den Inflationsdruck weiter reduzieren und insbesondere die Zinssenkungsfantasie unterstützen.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen konnten wir gestern erneut leicht fallende Renditen beobachten. Auch heute zeigen sich die Renditen zunächst etwas schwächer.
Auf Wochenbasis befinden sich die Renditen allerdings weiterhin im Plus, da wir zu Wochenbeginn ein starkes Gap-Up gesehen hatten. Für die kommende Handelswoche bleibt entscheidend, wie hoch der Weekly-Gain der Renditen tatsächlich ausfällt und welche Signale die heutigen NFP-Daten liefern.
DXY
Der US-Dollar-Index zeigte gestern erneut eine Doji-Kerze und testete nochmals das Tagestief der Mittwochskerze.
Für mich bleibt hier entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 nach oben durchbrechen und wieder Richtung 100 laufen oder ob wir weiterhin innerhalb der seit Mitte Mai bestehenden Range bleiben.
VIX
Der Volatilitätsindex fiel gestern erneut deutlich und verlor knapp 4 %. Mit einem aktuellen Stand von rund 15,39 Punkten bleibt die implizite Volatilität im S&P 500 weiterhin sehr niedrig und signalisiert aktuell keine größere Marktpanik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktführer für den Technologiesektor.
Die wichtige Supportzone zwischen 212 und 208 US-Dollar konnte erfolgreich verteidigt werden. Gestern legte die Aktie erneut knapp 2 % zu und notiert aktuell wieder über dem wichtigen April-Monatshoch bei rund 217 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild wäre nun entscheidend, dass Nvidia die Woche über dem Hoch der Vorwoche sowie über dem Monatshoch abschließt. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 218 US-Dollar würde die bullische Struktur deutlich stärken.
Bitcoin
Bei Bitcoin fehlt weiterhin die relative Stärke. Auf die detaillierte Analyse bin ich bereits ausführlich im gestrigen YouTube-Video eingegangen. Aktuell ergeben sich hier für mich keine neuen kurzfristigen Trade-Setups.
S&P 500
Der S&P 500 konnte nach den Gewinnmitnahmen vom Mittwoch bereits gestern wieder rund 0,4 % zulegen.
Für die Oberseite bleibt der Bereich um 7.613 bis 7.614 Punkte entscheidend. Ein Bruch dieser Zone könnte den Weg in Richtung neuer Allzeithochs freimachen.
Auf der Unterseite bleibt die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten weiterhin die wichtigste Unterstützung. Sollte diese durch den NFP Trigger brechen, sehe ich bei 7.400 Punkte den nächsten Support.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte die erwartete Reaktion. Die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wurde nahezu punktgenau getestet.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend, dass dieser Bereich verteidigt werden kann. Sollte die Marke von 30.000 Punkten brechen, könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 29.700 Punkte folgen.
Für neue Hochs benötigen wir zunächst einen Ausbruch über das aktuelle Tageshoch bei rund 30.315 Punkten.
US30
Der Dow Jones gehörte gestern mit einem Tagesgewinn von rund 1,8 % zu den stärksten Indizes.
Die starke Performance dürfte vor allem auf die Rotation aus Technologie- und KI-Werten in klassische Value-Titel zurückzuführen sein. Gleichzeitig unterstützten die schwächeren Wirtschaftsdaten die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen.
Der Index notiert inzwischen deutlich über der Zone um 51.500 Punkte und befindet sich in der Nähe neuer Allzeithochs. Aufgrund der starken Rally sind vor dem Wochenende jedoch weitere Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX konnte gestern um rund 0,85 % zulegen und schloss bei 24.888 Punkten.
Positiv bleibt vor allem, dass wir oberhalb der wichtigen Zone um 24.800 Punkte schließen konnten. Dieser Bereich markiert sowohl das April-Monatshoch als auch das bisherige Jahreshoch 2025 und bleibt damit die zentrale Schlüsselzone.
Bearishes Szenario
Sollten die heutigen NFP-Daten negativ aufgenommen werden und der DAX erneut unter 24.800 Punkte fallen, wäre zunächst das aktuelle Tagestief bei 24.760 Punkten entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich weiteres Potenzial bis zum Donnerstagstief bei 24.645 Punkten.
Sollte auch dort kein Halt gefunden werden, rückt die zentrale Unterstützungszone bei 24.500 Punkten in den Fokus.
Ein Szenario mit deutlich stärkeren NFP-Daten, steigenden Löhnen und einer fallenden Arbeitslosenquote könnte genau diesen Abverkauf auslösen.
Wichtig bleibt aber ebenfalls die Nahost Thematik, diese Szenarien erläutere ich im YT Video genauer!
Bullishes Szenario
Auf der Oberseite bleibt das Wochenhoch aus KW22 entscheidend, welches gleichzeitig das aktuelle Tageshoch markiert.
Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 24.920 Punkten würde zunächst einen erneuten Angriff auf die psychologische Marke von 25.000 Punkten ermöglichen.
Darüber hinaus wäre anschließend das Tageshoch vom Mittwoch das nächste relevante Kursziel.
Für dieses bullische Szenario wären leicht schwächere NFP-Daten, stabile Arbeitslosigkeit und moderate Lohnzuwächse die ideale Grundlage.
Da es Freitag ist, steht auch der Wochenschlusskurs heute an, für das bullische Bild, wäre es sehr gut, wenn der DAX heute über 25.050 Punkten schließt und somit eine bullische Wochenkerze ausbildet.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei den heutigen NFP-Daten und schon einmal ein schönes Wochenende!
Was glaubt ihr: Fallen die Non-Farm Payrolls heute eher bullish oder bearish aus?
Morgen folgt wie gewohnt mein DAX-Wochenrückblick und am Sonntag der ausführliche Wochenausblick für die KW24.
DAX Tagesausblick 04. Juni – Kommt jetzt die große Korrektur?Bevor wir starten: '
Heute wird noch ein ausführlicheres YouTube Video speziell zu den morgigen US-Arbeitsmarktdaten (NFP) erscheinen. Dort gehe ich deutlich detaillierter auf die verschiedenen Szenarien, mögliche Marktreaktionen und die wichtigsten Levels ein. Wer sich auf den wichtigsten Makro Event der Woche vorbereiten möchte, sollte dort unbedingt vorbeischauen.
Wie immer handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung, sondern ausschließlich um meine persönliche Markteinschätzung.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die Märkte standen gestern erneut stark unter dem Einfluss der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Nachrichtenlage rund um Israel, den Iran, die USA und die gesamte Region bleibt angespannt und sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den Finanzmärkten.
Im Fokus standen erneut Berichte über mögliche Fortschritte bei diplomatischen Gesprächen, gleichzeitig aber auch neue Spannungen und militärische Entwicklungen. Die USA arbeiten weiterhin an verschiedenen Szenarien zur Stabilisierung der Lage. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Aussagen von Donald Trump, Meldungen rund um Benjamin Netanjahu sowie Berichte über mögliche Angriffe und Sicherheitsrisiken im Bereich Kuwait, Bahrain und der Straße von Hormus für erhöhte Nervosität.
Besonders die Straße von Hormus bleibt dabei der zentrale Faktor für die Rohstoffmärkte. Ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte verläuft durch diese Region. Jede neue Meldung über mögliche Eskalationen oder diplomatische Fortschritte führt deshalb unmittelbar zu starken Bewegungen bei Öl, Staatsanleihen, Währungen und den Aktienmärkten.
Hinzu kamen weitere marktrelevante Nachrichten aus dem Technologiesektor. Die geplante IPO von SpaceX sorgt weiterhin für Aufmerksamkeit. Besonders interessant dabei ist, dass Elon Musk trotz Börsengang weiterhin rund 82,4 % der Stimmrechte kontrollieren soll. Darüber hinaus standen Entwicklungen rund um Alphabet, Google, Anthropic sowie die bevorstehenden Broadcom Zahlen im Fokus der Investoren.
Insgesamt führte die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen und vorsichtiger Positionierung vor den morgigen Arbeitsmarktdaten zu einer deutlichen Risk Off Bewegung. Risk Assets standen gestern unter Druck und zeigten erste größere Gewinnmitnahmen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Auch auf der makroökonomischen Seite war gestern einiges geboten.
Zusätzlich zu den geopolitischen Entwicklungen standen gestern mehrere Aussagen von EZB- und Fed-Vertretern im Fokus der Märkte. Dabei überwog insgesamt ein eher restriktiver beziehungsweise hawkisher Ton.
EZB-Direktor Elderson betonte erneut die Risiken einer weiterhin hartnäckigen Inflation und signalisierte, dass die EZB auch nach der nächsten Zinssitzung wachsam bleiben müsse. Die Marktteilnehmer rechnen inzwischen zunehmend damit, dass der Zins Pfad in Europa länger restriktiv bleiben könnte als noch vor einigen Wochen erwartet, daher auch der stärkere Abverkauf bei Europäischen Aktien.
Auch von Seiten der US-Notenbank kamen keine Signale für eine kurzfristige Lockerung der Geldpolitik. Fed-Mitglieder wie Logan und Williams betonten weiterhin die Bedeutung der Inflationsbekämpfung und machten deutlich, dass die Federal Reserve bei anhaltend robusten Wirtschaftsdaten keinen unmittelbaren Handlungsdruck für Zinssenkungen sieht.
Zusätzlichen Druck auf die Märkte brachte die Aussage von Bessent, der darauf hinwies, dass das weiterhin starke Konsumwachstum ein Problem für den Kampf gegen die Inflation darstellen könnte. Insgesamt verstärkten die Aussagen der Notenbankvertreter daher die Wahrnehmung, dass sowohl die EZB als auch die Fed aktuell keinen Grund sehen, ihre restriktive Haltung deutlich aufzuweichen, sondern eher von gegen Maßnahmen sprechen.
Diese Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen, robusten Konjunkturdaten und weiterhin restriktiven Notenbankkommentaren sorgte gestern für zusätzlichen Gegenwind bei Aktien und anderen Risk Assets.
Bei den Wirtschaftsdaten stand zunächst der ADP Nonfarm Employment Change für Mai im Fokus. Die Beschäftigung im Privatsektor stieg um 122.000 Stellen und lag damit über den Erwartungen von 118.000. Der Vormonat wurde zudem von 109.000 auf 105.000 nach unten revidiert. Insgesamt zeigen die Daten weiterhin einen robusten US-Arbeitsmarkt. Für die Fed bedeutet ein stärkerer Arbeitsmarkt grundsätzlich weniger Druck für schnelle Zinssenkungen.
Der S&P Global Services PMI lag bei 50,7 Punkten und damit leicht unter den Erwartungen von 50,9. Trotz des kleinen Rückgangs bleibt der Index weiterhin über der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert damit weiterhin Expansion im Dienstleistungssektor.
Deutlich stärker fiel hingegen der ISM Non-Manufacturing PMI aus. Der Index stieg auf 54,5 Punkte und übertraf sowohl die Prognose von 53,7 als auch den Vormonatswert von 53,6 deutlich. Dies signalisiert weiterhin eine robuste wirtschaftliche Aktivität im US-Dienstleistungssektor.
Der ISM Non-Manufacturing Prices Index fiel leicht auf 71,3 Punkte gegenüber einer Erwartung von 72,3 Punkten. Trotz des Rückgangs bleibt das Preisniveau weiterhin sehr hoch und deutet auf anhaltenden Inflationsdruck hin.
Besonders interessant waren auch die Rohöllagerbestände. Erwartet wurde ein Rückgang von 2,9 Millionen Barrel. Tatsächlich lagen die Bestände jedoch bei minus 7,974 Millionen Barrel. Ein derart starker Lagerabbau deutet auf eine deutliche Verknappung des Angebots hin und wirkt grundsätzlich unterstützend beziehungsweise bullisch auf den Ölpreis.
Heute richtet sich der Fokus ausschließlich auf die Initial Jobless Claims in den USA. Erwartet werden 214.000 neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nach zuvor 215.000.
Der wichtigste Termin der gesamten Woche folgt jedoch morgen . Um 15:30 Uhr stehen die Average Hourly Earnings, die Nonfarm Payrolls sowie die US-Arbeitslosenquote auf dem Kalender. Die Erwartungen liegen aktuell bei 95.000 neuen Stellen, einer Arbeitslosenquote von 4,3 % sowie einem Anstieg der Stundenlöhne um 0,3 %. Diese Daten dürften die Richtung für die Märkte in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis konnte gestern bereits den dritten bullischen Tagesschlusskurs in Folge seit Wochenbeginn ausbilden. Besonders wichtig ist dabei, dass wir wieder oberhalb der 95 Dollar Marke sowie oberhalb des Wochenhochs der Vorwoche schließen konnten.
Aktuell notiert Öl erneut im Bereich dieser wichtigen Zone. Für mich bleibt nun entscheidend, ob sich der Markt nachhaltig über 95 Dollar etablieren kann. Gelingt dies, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 98 Dollar sowie anschließend einen erneuten Angriff auf die psychologisch wichtige 100 Dollar Marke.
Sollten wir hingegen wieder unter 95 Dollar zurückfallen, würde sich das Bild zunächst eintrüben und eine Bewegung zurück in Richtung 88 Dollar wahrscheinlicher werden.
Die weitere Entwicklung bleibt dabei unmittelbar von den geopolitischen Nachrichten rund um den Nahen Osten und insbesondere von der Situation in der Straße von Hormus abhängig.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen sahen wir gestern über nahezu alle Laufzeiten hinweg starke Anstiege. Sowohl 3-jährige, 5-jährige, 10-jährige als auch 30-jährige Anleihen konnten teilweise um rund 1 % zulegen.
Heute sehen wir zwar ein leichtes Gap Down, insgesamt zeigt die Entwicklung aber weiterhin, wie sensibel die Märkte aktuell auf geopolitische Entwicklungen und Wirtschaftsdaten reagieren.
Gerade im Zusammenhang mit den morgigen NFP-Daten bleibt das Risiko weiterer starker Bewegungen bei Renditen und Anleihen sehr hoch.
DXY – US-Dollar Index
Der US-Dollar profitierte gestern von der Bewegung am Anleihemarkt und legte rund 0,35 % zu.
Besonders wichtig war dabei der Schlusskurs oberhalb der zentralen 99,50-Punkte-Marke. Für mich bleibt nun entscheidend, ob das gestrige Tageshoch nach oben durchbrochen werden kann. Sollte dies gelingen, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke.
Kann der Dollar hingegen das gestrige Hoch nicht überwinden, bleibt das gestrige Tagestief bei 99,18 Punkten die entscheidende Unterstützung.
Volatilitätsindex (VIX)
Der Volatilitätsindex zeigte gestern zwar einen kurzfristigen Anstieg, bleibt mit einem Stand von rund 16,05 Punkten jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise entspannten Niveau.
Von echter Panik kann aktuell trotz der Gewinnmitnahmen also noch keine Rede sein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia steht seit Dienstag verstärkt unter Druck. Gestern folgte mit einem Tagesverlust von rund 3,6 % ein weiterer schwacher Handelstag.
Der Markt befindet sich aktuell im Retest des offenen Gaps vom Monatsanfang. Für mich bleibt die entscheidende Unterstützungszone weiterhin zwischen 212 und 208 Dollar.
Solange dieser Bereich hält, bleibe ich grundsätzlich bullisch. Sollte die Zone jedoch aufgegeben werden, rückt als nächstes wichtiges Unterstützungsniveau die psychologisch relevante 200-Dollar-Marke in den Fokus.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich ebenfalls schwach und wurde in der Nacht erneut deutlich abverkauft. Aktuell notiert der Markt wieder knapp oberhalb von 64.000 Dollar.
Für mich bleibt die wichtigste Unterstützung das Tief im Bereich von 60.000 Dollar. Solange dieses Level verteidigt wird, bleibt eine Stabilisierung möglich.
Sollte die Marke von 60.000 Dollar jedoch nachhaltig nach unten brechen, würde sich das charttechnische Bild deutlich verschlechtern und weitere Abgaben wären wahrscheinlich.
Auf der Long-Seite bleibe ich aktuell vorsichtig. Neue Long-Positionen erscheinen für mich erst dann interessant, wenn wir wieder klare bullische Daily-Schlusskurse sehen.
S&P 500
Der S&P 500 verzeichnete gestern erstmals seit mehreren Wochen wieder einen stärkeren Rücksetzer und schloss rund 0,75 % im Minus.
Die Daily-Kerzen wurden bereits in den vergangenen Tagen kleiner und signalisierten nachlassende Dynamik. Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten.
Entscheidend bleibt nun die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten. Dort befindet sich aktuell das wichtigste Unterstützungsniveau.
Kann sich der Markt dort stabilisieren, bleibt ein erneuter Angriff auf die Hochs im Bereich von 7.600 Punkten möglich.
Fällt hingegen auch die 7.500-Punkte-Marke, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur in Richtung 7.400 Punkte.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte gestern erste stärkere Gewinnmitnahmen und verlor rund 0,9 %.
Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten. Für mich bleibt nun entscheidend, ob die Zone um 30.500 Punkte als Widerstand fungiert.
Sollte der Markt dort erneut abgewiesen werden, wäre ein Rücksetzer in Richtung 30.200 Punkte und anschließend zur psychologisch wichtigen 30.000-Punkte-Marke denkbar.
Kann sich der Nasdaq hingegen wieder nachhaltig über 30.500 Punkte etablieren, bleibt für mich weiterhin ein Angriff auf die Allzeithochs das bevorzugte Szenario.
US30
Der Dow Jones zeigte gestern die stärksten Gewinnmitnahmen der großen US-Indizes und verlor rund 1,3 %. Nach dem neuen Allzeithoch am Dienstag schloss der Markt im Bereich von 50.700 Punkten.
Für mich bleibt die 51.000-Punkte-Marke nun die entscheidende Zone. Sollte der Markt diesen Bereich von unten testen und dort erneut abgewiesen werden, könnte ein weiterer Rücklauf in Richtung 50.500 Punkte folgen. Für neue Short-Szenarien wäre jedoch zunächst ein nachhaltiger Bruch unter den gestrigen Tagestief bei 50.690 Punkten erforderlich.
Long-Setups werden für mich erst wieder interessant, wenn sich der Markt nachhaltig oberhalb von 51.000 Punkten stabilisieren kann und erneut Richtung Allzeithochs marschiert.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX stand gestern massiv unter Druck und zeigte nach den deutlichen Rejections vom Montag und Dienstag schließlich den erwarteten Verkaufsimpuls.
Auf Tagesbasis verlor der Markt rund 1,73 % und schloss deutlich unter der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke. Zusätzlich wurde die zentrale Zone aus Monatshoch April und Jahreshoch 2025 zwischen 24.770 und 24.800 Punkten nach unten durchbrochen.
Aktuell hat der Markt zunächst Unterstützung im Bereich von 24.650 Punkten gefunden. Dort befindet sich gleichzeitig ein wichtiges Quartalshochpreislevel aus Juli 2025. Für die bullische Seite bleibt nun entscheidend, dass wir uns im Tagesverlauf wieder oberhalb der Zone zwischen 24.770 und 24.800 Punkten etablieren können.
Gelingt dies, würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir zunächst das Wochentief der Kalenderwoche 22 bei 24.911 Punkten zurückerobern und anschließend erneut die Schlüsselmarke bei 25.000 Punkten angreifen.
Das bearische Szenario aktiviert sich für mich erst dann wirklich, wenn der Markt nachhaltig unter 24.630 Punkten schließt. In diesem Fall würde sich das Korrekturpotenzial zunächst bis in den Bereich von 24.500 Punkten ausweiten.
Trotz des deutlichen Rücksetzers bleibe ich insgesamt weiterhin konstruktiv. Gewinnmitnahmen nach der starken Rally der vergangenen Wochen sind völlig normal und die übergeordnete Marktstruktur bleibt bislang intakt.
Deshalb würde ich aktuell zwar die Risiken nicht ignorieren, gleichzeitig aber auch vorsichtig mit aggressiven Short-Positionierungen sein. Wie am Wochenanfang gesagt, wurde extrem viel Optimismus eingepreist über die letzten Wochen im Bezug auf die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten. Wenn die Dynamik hier abflacht, entstehen größere Risk Off Bewegungen wie gestern.
Kein Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Abschließend wünsche ich euch allen erfolgreiche und vor allem stabile Trades für den heutigen Handelstag.
Wie seht ihr die aktuelle Situation bei den Risk Assets? Sehen wir gerade den Beginn einer größeren Korrektur oder handelt es sich lediglich um normale Gewinnmitnahmen vor den morgigen NFP-Daten?
Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen.
DAX Tagesausblick 03. Juni – Sind die Bullen erschöpft?Geopolitische und fundamentale Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start des heutigen Handelstages der wichtigste Einflussfaktor für die Finanzmärkte. Besonders im Fokus steht weiterhin die Situation im Nahen Osten. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine Entspannung zwischen den USA und Iran aufgekommen waren, zeigen die jüngsten Meldungen erneut ein deutlich gemischteres Bild.
Laut Reuters hat Iran ballistische Raketen in Richtung Bahrain und Kuwait abgefeuert. Die Angriffe sollen ihre Ziele verfehlt haben, woraufhin US-Streitkräfte Gegenmaßnahmen eingeleitet haben. Gleichzeitig berichten iranische Medien, dass es seit mehreren Tagen keinen direkten Kontakt zwischen Teheran und Washington gegeben habe, während Donald Trump weiterhin von laufenden Verhandlungen spricht. Der Markt bewertet diese widersprüchlichen Signale aktuell als Zeichen dafür, dass die Lage weiterhin festgefahren bleibt.
Zusätzliche Unsicherheit kommt von der Straße von Hormus. Berichten zufolge soll Iran große Teile der strategisch wichtigen Wasserstraße vermint haben. Zwar gibt es erste Anzeichen dafür, dass wieder mehr Schiffe die Route nutzen, die Anzahl der Durchfahrten liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Beginn der Eskalation. Gleichzeitig warnte die Internationale Energieagentur vor kritisch niedrigen globalen Ölbeständen. Die Kombination aus geopolitischen Risiken und sinkenden Lagerbeständen sorgt aktuell dafür, dass wieder eine deutliche Risikoprämie im Ölpreis eingepreist wird.
Im Technologiesektor bleiben die Schlagzeilen bullish. Nvidia CEO Jensen Huang betonte erneut, dass das Unternehmen über ausreichende Kapazitäten verfüge, um die weiterhin enorm hohe Nachfrage nach KI Chips bedienen zu können. Die Aussagen unterstreichen einmal mehr, dass die KI Revolution nach wie vor der zentrale Wachstumstreiber für die großen US Technologieunternehmen bleibt.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor durch Microsoft. Auf der jüngsten Entwicklerkonferenz stellte das Unternehmen weitere KI Produkte und neue Anwendungen vor und machte deutlich, dass künstliche Intelligenz weiterhin im Zentrum der langfristigen Unternehmensstrategie steht. Gleichzeitig sorgten Berichte über eine mögliche Milliardenfinanzierung von DeepSeek sowie die Vorbereitungen von Anthropic auf einen Börsengang für weitere Fantasie im KI Sektor.
Diese Entwicklungen erklären auch, weshalb insbesondere der Nasdaq weiterhin deutlich stärker performt als viele andere Indizes. Die großen Technologieunternehmen bleiben der wichtigste Treiber der aktuellen Rally.
Ein weiteres wichtiges Thema bleibt der mögliche SpaceX Börsengang diesen Monat. Reuters berichtete, dass SpaceX offenbar einen IPO Preis von 135 US Dollar pro Aktie anstrebt und dabei rund 75 Milliarden US Dollar einsammeln möchte. Die angestrebte Bewertung soll bei rund 1,75 Billionen US Dollar liegen. Sollte sich dies bestätigen, würde es sich um einen der größten Börsengänge der Geschichte handeln. Der Markt beginnt bereits, diese Fantasie einzupreisen, was zusätzlich für Kapitalzuflüsse in den Technologiesektor sorgt.
Auch die Zentralbanken bleiben ein entscheidender Faktor. In Europa lagen die Inflationsdaten gestern leicht über den Erwartungen. Besonders die Kerninflation fiel höher aus als prognostiziert und bestätigt damit, dass der Inflationsdruck weiterhin vorhanden ist. Für die EZB bedeutet dies, dass zukünftige Zinssenkungen schwieriger werden könnten. Gleichzeitig zeigen die jüngsten US Arbeitsmarktdaten weiterhin einen robusten Arbeitsmarkt, was auch der FED weniger Spielraum für schnelle Zinssenkungen lässt.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Die wichtigsten Daten des gestrigen Handelstages kamen aus Europa und den USA.
In der Eurozone wurde die Verbraucherpreisinflation veröffentlicht. Die Gesamtinflation entsprach mit 3,2 % den Erwartungen. Die Kerninflation lag jedoch bei 2,5 % und damit über den erwarteten 2,4 %. Genau diese Abweichung sorgte für leichte Schwäche im DAX. Höhere Kerninflation bedeutet für die Marktteilnehmer, dass die EZB zukünftig vorsichtiger bei Zinssenkungen agieren könnte. Gerade europäische Aktien reagieren auf solche Entwicklungen besonders sensibel. Für das Zins Bild der Marktteilnehmer sind solche Zahlen eher negativ, da bei der EZB deutlich hawkishere Aussagen kommen in Bezug auf Zinserhöhungen für das Jahr 2026.
Noch wichtiger für die internationalen Märkte waren die JOLTS Job Openings aus den USA. Erwartet wurden 6,86 Millionen offene Stellen. Gemeldet wurden jedoch 7,618 Millionen nach zuvor 6,887 Millionen. Der US Arbeitsmarkt präsentiert sich damit weiterhin deutlich stärker als erwartet.
Die Konsequenz daraus ist relativ eindeutig. Einerseits bestätigt dies die Stärke der amerikanischen Wirtschaft. Andererseits sinkt damit die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen durch die FED. Genau dieses Spannungsfeld begleitet die Märkte aktuell bereits seit Monaten zuzüglich der geopolitischen Spannungen und der daraus resultierenden Inflation durch erhöhte Energiepreise.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Auch heute stehen wieder mehrere wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda.
Besonders im Fokus steht der ADP Non Farm Employment Change. Dieser Bericht misst die Veränderung der Beschäftigung im privaten US Sektor und gilt als wichtiger Vorläufer für die offiziellen Non Farm Payrolls am Freitag. Erwartet werden 116.000 neue Stellen nach zuvor 109.000.
Ebenfalls veröffentlicht werden die S&P Global Services PMI-Daten. Dieser Indikator misst die wirtschaftliche Aktivität im Dienstleistungssektor. Werte oberhalb von 50 signalisieren weiterhin Wachstum, weshalb der Markt insbesondere darauf achten wird, ob die Expansion der US-Wirtschaft weiterhin intakt bleibt.
Zusätzlich erscheinen die ISM Non-Manufacturing Prices. Dieser Bericht liefert wichtige Hinweise auf die Preisentwicklung innerhalb des Dienstleistungssektors und damit auf zukünftige Inflationsrisiken.
Ebenfalls im Fokus steht der ISM Non-Manufacturing PMI. Dieser zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für die amerikanische Wirtschaft und gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Dynamik außerhalb des Industriesektors.
Abgerundet wird der Datenkalender heute durch die Crude Oil Inventories. Die US-Rohöllagerbestände sind aktuell aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten besonders relevant. Sollten die Bestände weiter sinken, könnte dies zusätzlichen Aufwärtsdruck auf den Ölpreis ausüben.
Trotz aller heutigen Veröffentlichungen bleibt der Blick der Märkte bereits auf Freitag gerichtet. Dann stehen die offiziellen Non-Farm Payrolls sowie die US-Arbeitslosenquote an. Diese Daten dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die zukünftige Zinspolitik der FED einschätzt.
Trotzdem bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten Thema Nummer 1.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis bleibt aktuell einer der wichtigsten Indikatoren für die Risikoeinschätzung der Märkte. US Oil notiert derzeit bei 94,87 US-Dollar und konnte die wichtige 90 Dollar Marke erneut erfolgreich verteidigen.
Charttechnisch wirkt die Situation wieder bullish. Das Wochenhoch der Vorwoche wurde bereits überschritten und aktuell entsteht evtl. die dritte bullische Tageskerze in Folge. Besonders wichtig bleibt nun die Zone um 95 US-Dollar. Sollte dieser Bereich nachhaltig überwunden werden, könnte die Bewegung schnell in Richtung 100 US-Dollar fortgesetzt werden.
Die aktuelle Price Range liegt damit weiterhin zwischen 90 und 100 US-Dollar. Die Entwicklung im Nahen Osten bleibt hierbei der entscheidende Einflussfaktor.
US-Staatsanleihen
Die Bondmärkte zeigten gestern erneut leichte Stärke. Zwar wurden überwiegend Doji-Kerzen ausgebildet, dennoch notieren die Anleihekurse weiterhin leicht im Plus. Gleichzeitig steigen die Renditen wieder leicht an.
Der Markt bleibt extrem sensibel gegenüber steigenden Energiepreisen und möglichen Inflationsrisiken. Gerade die Kombination aus höherem Ölpreis und robustem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass Zinssenkungen aktuell immer wieder nach hinten verschoben werden.
DXY
Der US-Dollar-Index konnte gestern erneut leicht positiv schließen und befindet sich weiterhin in seiner bekannten Seitwärtsrange.
Entscheidend bleiben für mich die beiden Marken bei 98,70 Punkten auf der Unterseite und 99,50 Punkten auf der Oberseite. Erst ein Ausbruch aus dieser Range dürfte den nächsten größeren Impuls liefern. Bis dahin bleibt der Dollar technisch neutral.
VIX
Der Volatilitätsindex zeigte gestern zwar kurzzeitig einen Anstieg, dieser wurde jedoch relativ schnell wieder verkauft. Aktuell notiert der VIX bei 15,76 Punkten.
Damit signalisiert der Markt weiterhin ein vergleichsweise entspanntes Umfeld. Von echter Panik oder größerer Unsicherheit ist aktuell noch nichts zu erkennen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte gestern zunächst erneut starke Aufwärtsdynamik und erreichte zwischenzeitlich Kurse von rund 232,50 US-Dollar. Anschließend kam es jedoch zu Gewinnmitnahmen, wodurch die Aktie den Handelstag leicht negativ beendete.
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Long-Struktur jedoch weiterhin vollständig intakt. Solange die Unterstützungszone zwischen 212 und 208 US-Dollar verteidigt wird, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend aus meiner Sicht unangetastet. Ein Rücklauf in diesen Bereich wäre sogar eine gesunde Konsolidierung innerhalb des laufenden Trends.
Bitcoin
Bitcoin wurde gestern deutlich abverkauft und verlor auf Tagesbasis rund 6,64 %. Besonders auffällig war dabei, dass selbst die wichtige Marke bei 68.100 US-Dollar nicht gehalten werden konnte.
Für die kommenden Tage wird entscheidend sein, ob die Käufer wieder Stabilität in den Markt bringen oder ob Bitcoin in eine größere Seitwärtsphase übergeht. Vergleichbar wäre dies mit der Range-Phase, die wir bereits zwischen März und Oktober 2024 beobachten konnten. Bis sich hier ein klareres Bild ergibt, bleibe ich weiterhin eher zurückhaltend.
S&P 500
Der S&P 500 konnte erneut einen positiven Tagesschlusskurs ausbilden und notiert mittlerweile bei 7.623 Punkten.
Trotzdem fällt auf, dass die Dynamik langsam nachlässt. Die Tageskerzen werden kleiner und das bullische Momentum wirkt zunehmend erschöpft. Zwar werden Rücksetzer weiterhin gekauft, allerdings nicht mehr mit derselben Aggressivität wie noch vor einigen Wochen.
Die Zone um 7.500 Punkte bleibt für mich weiterhin die wichtigste Unterstützung.
Nasdaq
Deutlich stärker präsentiert sich weiterhin der Nasdaq. Der technologielastige Index konnte gestern erneut zulegen und markierte neue Allzeithochs. Aktuell notieren wir bei rund 30.669 Punkten.
Der Markt wird weiterhin von der KI-Euphorie getragen. Nvidia, Microsoft, Anthropic, DeepSeek und nun auch die Fantasie rund um den SpaceX-IPO sorgen für eine enorme Kapitalrotation in den Technologiesektor.
Solange keine negativen Überraschungen aus dem Nahen Osten oder vom US-Arbeitsmarkt kommen, halte ich sogar einen Anstieg in Richtung 31.000 Punkte für möglich. Im Vergleich zum S&P 500 wirkt das Momentum hier weiterhin deutlich stärker.
Dow Jones
Auch der Dow Jones konnte den Handelstag positiv beenden und schloss rund 0,62 % im Plus.
Für mich bleibt die Zone um 51.000 Punkte weiterhin die wichtigste Unterstützung. Oberhalb davon bleibt die Struktur bullish. Sollte das aktuelle Tageshoch überwunden werden, wäre eine Fortsetzung in Richtung neuer Allzeithochs denkbar.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte gestern ein gemischtes Bild. Positiv bleibt, dass das Tagestief vom Montag erfolgreich verteidigt werden konnte und sogar der Tageshöchstkurs vom Montag kurzzeitig überschritten wurde. Allerdings gelang es den Bullen erneut nicht, das Momentum nachhaltig aufrechtzuhalten. Der Ausbruch wurde relativ schnell wieder verkauft und der Markt drehte von der Zone um 25.365 Punkte erneut nach unten ab.
Trotzdem konnte die Tageskerze oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten schließen. Solange wir über diesem Bereich handeln, bleibt die aktuelle Range-Struktur aktiv und das bullische Szenario hat weiterhin leichte Vorteile.
Für die Oberseite bleibt die Zone um 25.210 Punkte entscheidend. Dort befindet sich aktuell ein wichtiger Widerstandsbereich. Sollte es dem DAX gelingen, diese Zone nachhaltig und nicht nur per kurzfristigem Fake-Out zu überwinden, könnte weiteres Momentum in Richtung 25.500 Punkte und darüber hinaus sogar in Richtung Allzeithoch entstehen.
Auf der Unterseite wird die Lage erst kritischer, wenn das Wochentief bei etwa 24.890 Punkten unterschritten wird. In diesem Fall rückt zunächst die Zone um 24.800 Punkte in den Fokus. Sollte auch dort keine Unterstützung mehr auftreten, befindet sich die nächste relevante Unterstützungszone aus meiner Sicht erst wieder im Bereich um 24.650 Punkte.
Auffällig bleibt außerdem die relative Schwäche des DAX gegenüber den US-Indizes. Während Nasdaq und Dow Jones ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen konnten, wurde der deutsche Leitindex durch die höheren europäischen Inflationsdaten ausgebremst. Die über den Erwartungen liegende Kerninflation erhöht den Druck auf die EZB und spricht gegen eine schnelle Lockerung der Geldpolitik, was aktuell insbesondere europäische Aktien belastet.
Für den heutigen Handel bleiben meine wichtigsten Long-Zonen unverändert. Der erste interessante Bereich liegt direkt an der psychologisch wichtigen Marke zwischen 25.000 und 25.020 Punkten. Sollte dieser Bereich nicht halten, rückt die Zone zwischen 24.910 und 24.895 Punkten in den Fokus. Die letzte größere Unterstützungszone sehe ich aktuell im Bereich zwischen 24.800 und 24.770 Punkten. Solange diese Bereiche verteidigt werden, bleibt für mich das bullische Szenario der bevorzugte Fahrplan.
Keine Anlageberatung, sondern ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX heute? Werden Gewinnmitnahmen bei den Risk Assets zunehmend wahrscheinlicher oder bleibt ihr weiterhin bullish? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 02. Juni - 25.000 Punkte Marke im FokusKurz Vorab:
Heute erscheint noch ein ausführliches YouTube Video mit einem detaillierten charttechnischen Ausblick auf DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und weitere Märkte. Dort werde ich noch einmal deutlich tiefer auf konkrete Trade Ideen, relevante Zonen und mögliche Szenarien für heute und morgen eingehen. Wer Interesse an einer ausführlicheren Analyse hat, kann gerne vorbeischauen.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die Märkte bleiben aktuell stark headlinegetrieben. Während viele Risk Assets weiterhin nahe ihrer Allzeithochs notieren und bereits viel Optimismus eingepreist haben, hat der gestrige Handel erneut gezeigt, wie empfindlich die Märkte auf geopolitische Entwicklungen reagieren.
Im Fokus standen dabei erneut Meldungen rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Zeitweise wurde von einer zunehmenden Eskalation und einer weiterhin schwierigen Verhandlungslage gesprochen. Die Reaktion an den Märkten erfolgte unmittelbar. Im DAX sahen wir innerhalb kurzer Zeit eine Bewegung von knapp 400 Punkten zwischen Hoch und Tief, begleitet von deutlichen Abgaben in zahlreichen Risk Assets.
Für mich zeigt das vor allem eines: Der Markt hat inzwischen sehr viel Hoffnung auf eine weitere Deeskalation im Nahen Osten eingepreist. Sollte sich die Situation zwischen den USA und dem Iran verschlechtern oder ein möglicher Deal ausbleiben, könnte die gestrige Bewegung lediglich ein erster Vorgeschmack gewesen sein. Gleichzeitig bleibt auch die Situation zwischen Israel, dem Libanon und der Hisbollah angespannt. Entsprechend sollten geopolitische Schlagzeilen aktuell weiterhin ganz oben auf der Watchlist stehen.
Zusätzlich sorgt die Entwicklung rund um Nvidia weiterhin für positive Impulse. CEO Jensen Huang hat auf der Computex Konferenz erneut die Vision eines KI-getriebenen Technologiezyklus bekräftigt. Besonders die neuen Vera Prozessoren und die RTX Spark Plattform sollen den Weg für lokale KI Agenten und AI PCs ebnen. Nvidia spricht inzwischen von einem potenziellen Marktvolumen von rund 200 Milliarden US-Dollar. Aussagen, dass Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und SpaceX bereits auf entsprechende Technologien setzen, wurden vom Markt sehr positiv aufgenommen. Die Aktie legte gestern erneut deutlich zu und bleibt damit weiterhin einer der wichtigsten Treiber für Nasdaq und S&P 500.
Wirtschaftsdaten gestern
Auch die Konjunkturdaten fielen gestern insgesamt konstruktiv aus. Der S&P Global Manufacturing PMI lag mit 55,1 Punkten zwar leicht unter den Erwartungen von 55,3 Punkten, konnte sich jedoch gegenüber dem Vormonat von 54,5 Punkten verbessern. Noch stärker fiel der ISM Manufacturing PMI aus. Mit 54,0 Punkten lag dieser deutlich über den Erwartungen von 53,3 Punkten und ebenfalls über dem Vormonat von 52,7 Punkten. Die US-Wirtschaft zeigt damit weiterhin robuste Aktivität und sendet keine unmittelbaren Rezessionssignale.
Gleichzeitig fiel der ISM Manufacturing Prices Index von 84,6 auf 82,1 Punkte. Auch wenn das Preisniveau weiterhin hoch bleibt, deutet dieser Rückgang auf eine leichte Entspannung beim Inflationsdruck hin. Die Kombination aus solider Wirtschaft und leicht sinkendem Preisdruck wird von den Märkten derzeit positiv interpretiert und unterstützt weiterhin Risk Assets.
Wirtschaftsdaten heute
Der Fokus liegt heute zunächst auf den europäischen Inflationsdaten. Für den Verbraucherpreisindex der Eurozone wird im Jahresvergleich ein Anstieg von 3,0 % auf 3,2 % erwartet. Sollte die Inflation über den Erwartungen liegen, dürfte dies die Erwartung eines restriktiveren EZB Kurses unterstützen. Fällt die Inflation hingegen deutlich schwächer aus, könnte dies die Zinserwartungen für die kommenden Monate erneut verändern. Diese Infaltionszahlen sind extrem wichtig für den Zinsentscheid der EZB am 11. Juni, sollte es hier zu anderen Werten kommen als erwartet, kann es spannend werden.
Am Nachmittag folgen dann die JOLTS Job Openings aus den USA. Erwartet werden 6,86 Millionen offene Stellen nach zuletzt 6,866 Millionen. Die Daten gelten als wichtiger Frühindikator für den US-Arbeitsmarkt und dürften insbesondere mit Blick auf die NFP-Daten und Arbeitslosenquote am Freitag genau beobachtet werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Bei US Oil bleibt die Entwicklung im Nahen Osten der entscheidende Treiber. Nach dem starken Anstieg am Montag notiert Öl aktuell wieder etwas tiefer bei rund 91,35 USD. Solange sich die geopolitische Lage nicht weiter verschärft, halte ich eine Stabilisierung unterhalb der 95 Dollar Marke weiterhin für das bevorzugte Szenario. Ich hatte hier am Sonntag drauf verwiesen, dass der Test der 95 $ sehr wahrscheinlich ist mit geopolitischen Unruhen im Nahen Osten.
US Bonds und DXY
Die US-Anleiherenditen konnten gestern zunächst deutlich ansteigen, gaben ihre Gewinne im Verlauf jedoch größtenteils wieder ab. Entsprechend bleiben auch Dollar und Anleihemarkt wichtige Indikatoren für die weitere Entwicklung der Risk Assets. Der DXY konnte sich über der Marke von 99 Punkten behaupten, bewegt sich insgesamt jedoch weiterhin innerhalb seiner bekannten Range.
VIX
Der VIX reagierte zwar kurzfristig auf die geopolitischen Schlagzeilen, notiert mit rund 16 Punkten aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Von echter Panik oder Risikoaversion ist aktuell also weiterhin wenig zu sehen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt der klare Leader innerhalb der Risk Assets. Nach dem gestrigen Anstieg von über 6 % notiert die Aktie wieder deutlich über der wichtigen Unterstützungszone zwischen 208 und 212 USD. Das fundamentale Umfeld bleibt ausgesprochen stark und der KI-Boom zeigt bislang keine Anzeichen einer Abschwächung.
BTC
Bei Bitcoin bleibe ich vorerst vorsichtig. Die Zone um 70.500 USD wurde bereits angelaufen, das nächste relevante Ziel auf der Unterseite liegt für mich weiterhin im Bereich um 68.200 USD. Neue Long-Positionen bleiben für mich erst oberhalb von 74.500 USD auf Tagesbasis interessant.
SPX, US30 NASDAQ
Der S&P 500 konnte gestern erneut ein Allzeithoch markieren. Auch Nasdaq und Dow Jones bleiben grundsätzlich konstruktiv. Besonders im Nasdaq bleibt Nvidia weiterhin der dominante Treiber. Kurzfristig könnten Gewinnmitnahmen auftreten, solange jedoch die relevanten Unterstützungen halten, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
In meinem YT Video gehe ich genauer auf die Märkte ein und gebe Konkretere Tradeideen von mir durch - vorbei schauen lohnt sich also.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte gestern einen äußerst volatilen Handelstag. Die geopolitischen Schlagzeilen sorgten zwischenzeitlich für einen deutlichen Rücksetzer, dennoch konnte der Markt sämtliche Verluste nahezu vollständig aufholen und sogar oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten schließen.
Genau diese Schlusskursbasis macht den Unterschied. Trotz hoher Volatilität bleibt die übergeordnete Struktur für mich weiterhin bullisch. Solange wir uns oberhalb der 25.000-Punkte-Marke stabilisieren können, bleibt das Szenario eines erneuten Angriffs auf das Freitagshoch bei 25.220 Punkten aktiv. Wird diese Zone überwunden, halte ich auch eine Ausdehnung in Richtung 25.400 Punkte für möglich.
Erst ein nachhaltiger Bruch unter das gestrige Tagestief sowie unter das Wochentief der Vorwoche würde das aktuelle Bild für mich eintrüben.
Insgesamt bleiben heute die europäischen Inflationsdaten, die US-Arbeitsmarktdaten sowie sämtliche geopolitischen Schlagzeilen die wichtigsten Einflussfaktoren für den weiteren Handelsverlauf.
Keine Anlageberatung,nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX und die Risk Assets heute? Setzt sich die aktuelle Stärke fort oder stehen nach den jüngsten Allzeithochs zunächst weitere Gewinnmitnahmen an?
Ich wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 1 Juni- Start in den letzten Monat von Q2 2026Fundamentale & geopolitische Lage
Wir starten heute in den letzten Monat des zweiten Quartals und damit in einen potenziell sehr entscheidenden Börsenmonat. Die Marktteilnehmer blicken aktuell vor allem auf die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten, nachdem die vergangene Handelswoche stark von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung geprägt war.
Über das Wochenende blieb die große Eskalation zunächst aus. Gleichzeitig warten die Märkte weiterhin auf konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die Hoffnung auf einen Deal wurde in den vergangenen Tagen bereits deutlich eingepreist, weshalb die kommenden Headlines nun darüber entscheiden dürften, ob die aktuelle Risk On Stimmung weitergetragen werden kann oder ob erneut Unsicherheit in die Märkte zurückkehrt.
Auch aus dem Libanon gab es Berichte über mögliche Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Insgesamt bleibt die geopolitische Lage zwar angespannt, aktuell überwiegt jedoch weiterhin die Erwartung einer diplomatischen Lösung gegenüber einer weiteren Eskalation.
Zusätzlich sorgte Nvidia über Nacht erneut für zahlreiche Schlagzeilen. Das Unternehmen stellte weitere Entwicklungen im Bereich KI, Agentic AI, Robotik, autonome Systeme, AI-Factories und neue KI-Infrastruktur vor. Besonders die Themen Humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge sowie neue AI-PC-Plattformen zeigen weiterhin, in welche Richtung sich die nächste Wachstumsphase im Technologiesektor entwickeln könnte. Aufgrund der hohen Gewichtung von Nvidia innerhalb des Nasdaq und S&P 500 bleiben diese Entwicklungen für die Gesamtmärkte weiterhin von hoher Relevanz.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Rede von Jerome Powell am Wochenende. Dabei handelte es sich allerdings nicht um eine klassische geldpolitische Rede. Powell betonte vor allem die Bedeutung unabhängiger Zentralbanken und warnte vor einer zunehmenden Politisierung der FED. Neue Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik oder zu möglichen Zinsschritten wurden nicht geliefert. Für die Märkte war die Rede daher weitgehend neutral und lieferte keine neuen Impulse für die Zinserwartungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Der Hauptfokus dieser Handelswoche liegt klar auf den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Besonders die Non-Farm Payrolls (NFP), die Arbeitslosenquote sowie die Average Hourly Earnings dürften entscheidend dafür sein, wie die Marktteilnehmer die weitere Zinspolitik der FED bewerten.
Bereits heute stehen jedoch wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Programm.
Am Nachmittag werden die S&P Global Manufacturing PMI Daten veröffentlicht. Erwartet wird ein Wert von 55,3 nach zuvor 54,5 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex misst die Aktivität innerhalb des verarbeitenden Gewerbes. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum und Expansion innerhalb des Sektors, während Werte unterhalb von 50 Punkten auf eine wirtschaftliche Abschwächung oder Kontraktion hindeuten würden. Da Einkaufsmanager oftmals sehr früh Einblicke in die Auftragslage und Unternehmensentwicklung erhalten, gelten diese Daten als wichtiger Frühindikator für die Gesamtwirtschaft.
Zusätzlich folgen die ISM Manufacturing PMI Daten. Hier werden verschiedene Komponenten wie Neuaufträge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten sowie Lagerbestände ausgewertet und zu einem Gesamtindex zusammengeführt. Stärkere Werte würden weiterhin für eine robuste US-Wirtschaft sprechen und könnten die Erwartungen an mögliche Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben. Schwächere Werte würden dagegen die Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik unterstützen.
Ebenfalls veröffentlicht werden die ISM Manufacturing Prices. Diese Daten geben Aufschluss über die Preisentwicklung innerhalb des Industriesektors und liefern wichtige Hinweise auf potenziellen Inflationsdruck. Höhere Werte könnten darauf hindeuten, dass Unternehmen weiterhin steigende Kosten tragen müssen, während niedrigere Werte für eine nachlassende Preisentwicklung sprechen würden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Bei US Oil sehen wir zum Wochenstart erneut Stärke. Nach dem Close am Freitag konnte der Markt bereits rund 3 % zulegen und notiert aktuell wieder knapp oberhalb der Marke von 90 Dollar. Damit bestätigt sich zunächst das kurzfristig bullische Szenario, welches ich bereits in den vergangenen Analysen angesprochen hatte.
Entscheidend wird nun sein, ob die aktuelle Dynamik ausreicht, um die Bewegung in Richtung 95 Dollar fortzusetzen oder ob wir erneut Druck in Richtung 88 Dollar sehen. Maßgeblich bleibt dabei weiterhin die Nachrichtenlage rund um den Nahostkonflikt.
US-Staatsanleihen & DXY
Auch die US-Staatsanleihen starten mit leichten Aufschlägen in die neue Woche.
• 3-jährige Anleihen: +0,84 %
• 5-jährige Anleihen: +0,80 %
• 10-jährige Anleihen: +0,68 %
• 30-jährige Anleihen: +0,32 %
Die steigenden Renditen unterstützen weiterhin den US-Dollar. Der Dollar Index konnte zwischenzeitlich zulegen, wurde jedoch zunächst wieder abverkauft und notiert aktuell bei 98,96 Punkten nahezu auf dem Niveau vom Freitagsschluss.
Für mich bleibt entscheidend, ob sich der DXY nachhaltig über der 99er Marke stabilisieren kann. In diesem Fall wären weitere Anstiege in Richtung 99,50 denkbar. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 98,50 relevant, sofern die Unterstützung bei 99 Punkten erneut verloren geht. Entscheidend bleibt hier aber für mich ob die Wochenkerze nach oben oder unten gebrochen wird.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert weiterhin bei lediglich rund 15,3 Punkten und signalisiert damit nach wie vor ein sehr ruhiges Marktumfeld ohne größere Absicherungsaktivitäten institutioneller Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia bleibt die Zone zwischen 208 und 212 Dollar weiterhin besonders interessant. Hier wird sich zeigen, ob die Aktie nach den jüngsten Gewinnmitnahmen einen nachhaltigen Support aufbauen kann oder ob eine tiefere Korrektur in Richtung 200 Dollar folgt.
Trotz kurzfristiger Schwankungen bleibe ich aufgrund der starken Fundamentaldaten, der weiterhin beeindruckenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur sowie der zahlreichen neuen Produktankündigungen mittelfristig bullish.
Bitcoin
Bitcoin bleibt dagegen weiterhin vergleichsweise schwach. Das bullische Szenario hatte ich zuletzt an einen Daily Close oberhalb von 74.550 Dollar geknüpft. Dieser konnte nicht erreicht werden.
Aktuell notiert Bitcoin bei rund 73.000 Dollar und hat bereits das Tief vom Samstag unterschritten. Sollte nun auch die Zone um 72.000 Dollar verloren gehen, wäre aus meiner Sicht eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 70.500 Dollar denkbar.
Bullisch würde das Gesamtbild erst wieder mit einem nachhaltigen Daily Close oberhalb von 74.550 Dollar werden.
S&P 500
Die Futures auf den S&P 500 konnten bereits neue Allzeithochs markieren und notieren aktuell bei rund 7.620 Punkten.
Damit wurden sowohl die Tageshochs als auch die Wochenhochs der Vorwoche bereits überschritten. Das Momentum bleibt klar positiv. Aufgrund der aktuellen Lage würde ich jedoch bevorzugt auf Rücksetzer in relevante Unterstützungsbereiche warten, anstatt direkt auf Rekordniveau neue Positionen aufzubauen.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzt seine Stärke fort und markierte bereits neue Allzeithochs bei rund 30.476 Punkten.
Die erwartete Bewegung in Richtung der psychologisch wichtigen 30.500 Punkte läuft damit aktuell weiter. Gleichzeitig wurden auch hier die Wochenhochs der Vorwoche bereits überschritten. Solange das Momentum anhält, bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet.
Dow Jones
Der US30 notiert aktuell bei rund 51.059 Punkten.
Für mich bleibt die Marke von 51.000 Punkten kurzfristig entscheidend. Solange wir darüber handeln, bleibt das bullische Szenario aktiv. Sollte die Marke verloren gehen, wären zunächst normale Rücksetzer innerhalb der übergeordneten Aufwärtsstruktur denkbar.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX startet ebenfalls freundlich in die neue Handelswoche und konnte bereits rund 0,35 % zulegen. Gleichzeitig wurde auf Tagesbasis jedoch zunächst nochmals das Tagestief vom Freitag unterschritten, wodurch kurzfristig weiterhin Vorsicht angebracht bleibt.
Für das bullische Szenario bleibt vor allem das Tageshoch vom Freitag bei 25.210 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über diese Marke könnte den Weg in Richtung 25.400 Punkte freimachen und damit einen erneuten Angriff auf die Hochs vorbereiten.
Auf der Unterseite bleibt die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zunächst der erste relevante Support. Sollte dort Kaufinteresse aufkommen, wäre dies aus meiner Sicht ein interessanter Bereich für Long-Setups innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends.
Wird hingegen auch die Marke von 25.000 Punkten nachhaltig unterschritten, rückt das Wochentief der KW22 in den Fokus. Ein Bruch dieses Bereichs würde die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur deutlich erhöhen.
Für den heutigen Handel bleiben daher vor allem drei Bereiche interessant:
• Breakout Long über 25.210 Punkte
• Reaktion Long im Bereich von 25.000 Punkten
• Beobachtung des Wochentiefs der KW22 als letzte wichtige Unterstützung
Übergeordnet bleibt die Marktstruktur weiterhin bullish, solange keine deutlichen Schwächesignale unterhalb der relevanten Unterstützungen entstehen und die Lage im Nahen Osten nicht erneut eskaliert.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte stellen ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung dar.
Wie seht ihr den DAX für diese Woche? Kommt es zu einem Deal zwischen den USA und Iran beziehungsweise zu weiteren Fortschritten im Nahostkonflikt vor den NFP-Daten am Freitag?
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und stabile Trades!
Wochenausblick KW23 –Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW23
Kurz vorab
Ich habe heute wieder zusätzlich ein ausführliches Analysevideo zum Monatsausblick Juni veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf die wichtigsten Entwicklungen und Erwartungen für den gesamten Monat ein, von Inflation, Geldpolitik und Arbeitsmarkt über die geopolitische Lage bis hin zu Öl, Anleiherenditen, US-Dollar, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Wer die aktuelle Marktlage noch tiefer verstehen möchte, findet den Link zu meinem YouTube-Kanal auf meinem TradingView Profil.
Außerdem habe ich bereits einen ausführlichen Monatsrückblick Mai veröffentlicht, in dem ich die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen analysiere. Den entsprechenden Beitrag habe ich unten bei dem Post angepinnt.
Der heutige Wochenausblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten Ereignisse, Wirtschaftsdaten und Marktbewegungen der kommenden Handelswoche KW23.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der KW23 der wichtigste fundamentale Einflussfaktor für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation zwischen den USA, dem Iran und der Entwicklung im Nahen Osten. Während vor wenigen Wochen noch eine deutliche Eskalation eingepreist wurde, handeln die Märkte inzwischen zunehmend die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung. Genau diese Erwartung war einer der Hauptgründe für den starken Rückgang des Ölpreises, sinkende Inflationserwartungen und die robuste Entwicklung vieler Risk Assets.
Zum Wochenende gab es allerdings weiterhin keinen finalen Durchbruch. Die Märkte preisen aktuell vor allem die Erwartung eines Deals ein, nicht dessen tatsächlichen Abschluss. Damit bleibt die Situation äußerst sensibel. Sollte es in den kommenden Tagen zu einer endgültigen Einigung kommen, dürfte dies den Druck auf den Ölpreis weiter entlasten und die Inflationserwartungen zusätzlich zurück drängen. Davon würden insbesondere Aktienmärkte und andere Risk Assets profitieren. Kommt es dagegen zu neuen Verzögerungen, weiteren Sanktionen oder einer erneuten Eskalation, könnte die geopolitische Risikoprämie sehr schnell in die Märkte zurückkehren.
Besonders wichtig bleibt weiterhin die Straße von Hormus. Ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels läuft durch diese Region. Entsprechend aufmerksam beobachten die Märkte jede Entwicklung rund um die Verhandlungen. Nach mittlerweile rund vier Monaten Nahost-Konflikt bleibt festzuhalten, dass die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte die Situation bislang bemerkenswert stabil verarbeitet haben. Der vielfach befürchtete Energieschock ist bislang ausgeblieben.
Auch außerhalb des Nahen Ostens bleibt die geopolitische Nachrichtenlage aktiv. Die Beziehungen zwischen den USA und China sowie die Situation rund um Taiwan bleiben weiterhin wichtige langfristige Risikofaktoren für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig nehmen militärische Aktivitäten und sicherheitspolitische Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum weiter zu. Zwar stehen diese Themen aktuell nicht im Mittelpunkt der Marktbewegungen, sie bleiben jedoch relevante Risiken für die kommenden Monate.
Insgesamt bleibt die Entwicklung im Nahen Osten der wichtigste geopolitische Treiber für die kommende Woche. Ein erfolgreicher Deal würde die aktuelle Risk on Stimmung wahrscheinlich weiter unterstützen. Eine erneute Eskalation hätte dagegen das Potenzial, Inflationserwartungen, Ölpreis und Volatilität kurzfristig deutlich nach oben zu treiben.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW23 im Überblick
Neben der geopolitischen Lage steht die kommende Woche ganz klar im Zeichen wichtiger Makro- und Wirtschaftsdaten. Praktisch an jedem Handelstag erwarten die Märkte relevante Veröffentlichungen, weshalb ein regelmäßiger Blick auf den Wirtschaftskalender in dieser Woche besonders wichtig bleibt.
Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag sowie erneut zu Wochenbeginn steht eine Rede von Fed Chairman Jerome Powell im Fokus. Marktteilnehmer werden genau darauf achten, ob sich neue Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik, Inflationseinschätzung oder dem weiteren Zinspfad ergeben. Nachdem die Märkte zuletzt wieder verstärkt mögliche Zinssenkungen für die kommenden Monate eingepreist haben, besitzt jede Aussage der US-Notenbank aktuell eine besonders hohe Bedeutung. Die Marktteilnehmer werden hier auch den Übergang von Powell und Warsh beobachten und wie sich die Tonlage für den weiteren Zinsverlauf der nächsten Monate ändert.
Am Montag stehen außerdem die S&P Global Manufacturing PMI Daten, der ISM Manufacturing PMI sowie die ISM Manufacturing Prices an. Diese Daten geben wichtige Hinweise auf die aktuelle Verfassung des produzierenden Gewerbes in den USA. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum, Werte unterhalb von 50 Punkten eine wirtschaftliche Abschwächung. Da Einkaufsmanager häufig sehr früh Einblicke in die tatsächliche Geschäftsentwicklung ihrer Unternehmen erhalten, gelten diese Daten als wichtige Frühindikatoren für die gesamte Wirtschaft. Stärkere Daten würden die Robustität der US-Wirtschaft bestätigen, während schwächere Werte erste Hinweise auf eine nachlassende Dynamik liefern könnten.
Zusätzlich startet am Montag der neue Monat Juni. Zum Monatsanfang kommt es häufig zu erhöhten Kapitalströmen durch ETF-Sparpläne, institutionelles Rebalancing und neue Kapitalallokationen. Entsprechend können insbesondere die ersten Handelstage eines neuen Monats für erhöhte Volatilität und stärkere Marktbewegungen sorgen.
Am Dienstag rückt die Inflation in Europa in den Fokus. Veröffentlicht wird der Verbraucherpreisindex der Eurozone. Die Erwartungen liegen aktuell bei 3,3 % nach zuvor 3,0 %. Die Entwicklung der Inflation bleibt entscheidend für die zukünftige Geldpolitik der EZB. Aktuell wird für die nächste EZB-Sitzung bereits mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet. Umso wichtiger werden die Inflationsdaten für die Erwartungen an die darauffolgenden Sitzungen im Juli und September.
Ebenfalls am Dienstag werden die JOLTS Job Openings veröffentlicht. Diese gelten als einer der wichtigsten Frühindikatoren für den US-Arbeitsmarkt. Ein Rückgang offener Stellen könnte auf eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt hindeuten, während stabile oder steigende Werte weiterhin die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft bestätigen würden.
Am Mittwoch folgen die ADP Non-Farm Employment Change Daten als weiterer wichtiger Vorläufer für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Gleichzeitig werden die S&P Global Services PMI Daten, der ISM Non-Manufacturing PMI sowie die ISM Non-Manufacturing Prices veröffentlicht. Da der Dienstleistungssektor den größten Teil der US-Wirtschaft ausmacht, besitzen diese Daten eine besonders hohe Relevanz für die Marktteilnehmer.
Ebenfalls am Mittwoch werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht. Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten und der starken Bewegungen am Ölmarkt könnten Überraschungen bei den Lagerdaten zusätzliche Auswirkungen auf den Energiesektor haben.
Am Donnerstag folgen die Initial Jobless Claims. Diese Daten liefern jede Woche wichtige Hinweise auf die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt und werden insbesondere im Vorfeld der Non-Farm Payrolls aufmerksam verfolgt.
Der Hauptfokus der Woche liegt jedoch eindeutig auf Freitag. Dann werden die Average Hourly Earnings, die Non-Farm Payrolls sowie die Arbeitslosenquote veröffentlicht. Diese Daten gehören zu den wichtigsten Wirtschaftsdaten überhaupt und besitzen das Potenzial, sämtliche Assetklassen gleichzeitig zu bewegen.
Besonders wichtig wird dabei die Kombination der Daten . Sollten die Arbeitsmarktdaten erste Schwächesignale liefern, die Arbeitslosenquote steigen und gleichzeitig die Inflationserwartungen durch niedrigere Energiepreise weiter sinken, könnte dies die Erwartungen zukünftiger Zinssenkungen deutlich erhöhen. Ein solches Umfeld würde insbesondere Aktienmärkte und andere Risk Assets unterstützen. Bleibt der Arbeitsmarkt dagegen außergewöhnlich robust, könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis bleibt aktuell einer der wichtigsten Märkte überhaupt, da er direkt mit Inflation, Zinserwartungen und geopolitischen Entwicklungen verknüpft ist.
US Oil schloss den Monat Mai bei rund 87,75 Dollar und damit weiterhin unterhalb der psychologisch wichtigen 90 Dollar Marke. Aus charttechnischer Sicht bleibt die Struktur kurzfristig weiterhin bearish, solange sich der Markt unterhalb dieser Zone aufhält.
Besonders wichtig bleibt nun die Unterstützung im Bereich von 86,30 Dollar. Sollte diese Marke nachhaltig unterschritten werden, würde sich das Risiko einer Fortsetzung der Korrektur in Richtung der wichtigen ~81 Dollar Zone deutlich erhöhen. Diese Zone besitzt hohe technische Relevanz, da dort unter anderem das Jahreshoch 2025, der Schlusskurs 2022 sowie der Eröffnungskurs 2023 notieren.
Gleichzeitig ist zu erkennen, dass das Momentum der Abwärtsbewegung zuletzt nachgelassen hat. Im Bereich des Jahreshochs 2024 bei rund 87,65 Dollar wurden erneut Käufer aktiv und die Tageskerzen zeigen zunehmend kleinere Kerzenkörper.
Für die kommende Woche bleibt daher entscheidend, ob sich der Markt weiterhin unterhalb der 90 Dollar Marke hält und die Bewegung Richtung 81 Dollar fortsetzt oder ob neue geopolitische Entwicklungen beziehungsweise ein Ausbleiben eines Deals erneut zu steigenden Ölpreisen führen und eine Rückkehr Richtung 95 Dollar ermöglichen.
Bonds & DXY
Am Anleihemarkt setzte sich zuletzt die Entspannung fort. Sinkende Renditen spiegeln die Erwartung wider, dass sich die Inflationsrisiken zuletzt etwas abgeschwächt haben und die Diskussion über zukünftige Zinssenkungen wieder an Bedeutung gewinnt.
Für Aktienmärkte ist dies grundsätzlich positiv. Sinkende Renditen erhöhen die Attraktivität von Risk Assets und reduzieren gleichzeitig den Druck durch hohe Finanzierungskosten.
Beim US Dollar Index DXY bleibt die Marke von 99 Punkten weiterhin entscheidend. Der Dollar schloss die vergangene Woche unterhalb dieses Bereichs und notiert aktuell nahe der Unterstützung bei 98,75 Punkten.
Sollte diese Unterstützung brechen, wäre eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 98,50 Punkte denkbar. Gelingt dagegen eine Rückkehr über die 99 Punkte Marke, könnte erneut die Zone um 99,50 Punkte angelaufen werden.
Gerade für Gold, EUR/USD und zahlreiche weitere Dollarpaare bleibt die Entwicklung des DXY daher ein wichtiger Indikator.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX notiert aktuell bei rund 15,35 Punkten und signalisiert damit weiterhin ein sehr ruhiges Marktumfeld.
Die niedrige Volatilität bestätigt aktuell die hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und unterstützt grundsätzlich die Entwicklung von Risk Assets. Solange der VIX auf diesem niedrigen Niveau verbleibt, bleibt das Umfeld für Aktienmärkte konstruktiv.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Fundamental bleibt Nvidia weiterhin einer der wichtigsten Einzelwerte für die globalen Aktienmärkte. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Aktie durch Berichte über die Einführung neuer Windows PCs mit Nvidia Technologie in den kommenden Tagen.
Aufgrund der hohen Gewichtung von Nvidia im S&P 500 sowie im Nasdaq bleibt die Aktie ein bedeutender Treiber für die gesamte Marktentwicklung.
Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 208 und 212 Dollar weiterhin entscheidend. Nach den Gewinnmitnahmen der vergangenen Handelstage erscheint ein Retest dieses Bereichs durchaus möglich.
Sollte die Unterstützung bei 208 Dollar nicht halten, wäre eine Ausweitung der Korrektur bis zur psychologisch wichtigen 200 Dollar Marke ebenfalls denkbar. Für eine klare bullische Fortsetzung bevorzuge ich weiterhin Kurse oberhalb von 217 Dollar.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich zuletzt deutlich schwächer als die großen Aktienindizes. Nach mehreren erfolglosen Angriffen auf die Zone um 83.000 Dollar kam es zu deutlichen Gewinnmitnahmen und der Markt notiert aktuell wieder im Bereich von 74.000 Dollar.
Charttechnisch bleibt die Marke von 74.500 Dollar entscheidend für mich. Oberhalb dieser Zone wäre eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 76.700 Dollar möglich.
Sollte sich der Markt dagegen nicht oberhalb von 74.500 Dollar stabilisieren können, steigt das Risiko einer weiteren Korrektur in Richtung 70.600 Dollar.
S&P 500 & Nasdaq
Der S&P 500 bleibt weiterhin in einer äußerst starken Aufwärtsstruktur. Der Monatsabschluss fiel klar bullish aus und bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Für die kommende Woche bleibt die Zone um 7.500 Punkte entscheidend. Solange dieser Bereich verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv. Oberhalb der bisherigen Hochs im Bereich von 7.600 Punkten wäre eine Fortsetzung in Richtung 7.700 Punkte denkbar.
Beim Nasdaq ergibt sich ein ähnliches Bild. Hier bleibt die Marke von 30.000 Punkten die wichtigste Unterstützung. Solange diese Zone verteidigt wird, bleibt die Aufwärtsstruktur intakt. Oberhalb von 30.500 Punkten würde sich das bullische Momentum erneut verstärken.
Sollten die Makrodaten erste Hinweise auf eine wirtschaftliche Abschwächung liefern und gleichzeitig die Inflation weiter zurückgehen, könnten Zinssenkungserwartungen erneut zunehmen und zusätzlichen Rückenwind für Technologieaktien liefern. Sollten wir dann zusätzliche Entspannung oder einen möglichen Deal zwischen USA und Iran sehen, könnten wir in den Risk Assets nochmal deutlich anziehen.
US30
Auch der Dow Jones präsentierte sich zuletzt äußerst stark und konnte die wichtige Marke von 51.000 Punkten verteidigen.
Für die kommende Woche bleibt ein möglicher Retest der Zone um 50.500 Punkte denkbar. Gleichzeitig bleibt das Allzeithoch bei 51.165 Punkten die wichtigste Widerstandsmarke.
Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau würde das bullische Gesamtbild zusätzlich bestätigen und neue Allzeithochs ermöglichen.
DAX – Charttechnischer Ausblick für die kommende Woche
Der DAX konnte den Monat Mai oberhalb der wichtigen 25.000 Punkte Marke sowie oberhalb des Monatshochs vom März abschließen und notiert aktuell bei rund 25.038 Punkten. Der Monatsabschluss kann insgesamt als sehr stark bewertet werden.
Für die kommende Woche bleibt zunächst entscheidend, ob die 25.000 Punkte Marke weiterhin verteidigt werden kann. Solange dies gelingt, bleibt die technische Struktur klar bullish.
Die nächste wichtige Unterstützung befindet sich im Bereich des Wochentiefs der KW22 bei rund 24.915 Punkten. Darunter folgt unmittelbar die Zone zwischen 24.770 und 24.800 Punkten, in der das Jahreshoch 2025 sowie weitere wichtige technische Marken verlaufen.
Sollte diese Zone ebenfalls unterschritten werden, würde sich das Bild kurzfristig eintrüben und eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich von 24.500 Punkten ermöglichen.
Auf der Oberseite bleibt das Tageshoch vom Freitag bei 25.212 Punkten die entscheidende Trigger-Marke. Ein Ausbruch darüber könnte neue Kaufdynamik freisetzen und einen erneuten Angriff auf die Allzeithochs ermöglichen.
Aus aktueller Sicht bleibt das übergeordnete Szenario weiterhin bullish. Solange die fundamentale Lage stabil bleibt, die geopolitischen Risiken nicht erneut eskalieren und die Wirtschaftsdaten keine größeren negativen Überraschungen liefern, erscheint ein erneuter Angriff auf die Allzeithochs im DAX weiterhin wahrscheinlich.
Wichtigste Erkenntnisse für KW23
* Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt der wichtigste Markttreiber.
* Die Märkte preisen aktuell weiterhin eine diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran ein.
* Öl bleibt der entscheidende Inflationstreiber und damit einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
* Die kommende Woche ist außergewöhnlich datenlastig und bietet nahezu täglich wichtige Wirtschaftsdaten.
* Der Fokus liegt klar auf den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.
* Sinkende Inflation bei gleichzeitig nachlassender Stärke am Arbeitsmarkt könnte Zinssenkungserwartungen erhöhen.
* Risk Assets profitieren weiterhin von sinkenden Renditen, niedriger Volatilität und stabilen Inflationsdaten.
* Nvidia bleibt einer der wichtigsten Einzelwerte für Nasdaq und S&P 500.
* Bitcoin zeigt aktuell weiterhin relative Schwäche gegenüber klassischen Aktienmärkten.
* DAX, S&P 500, Nasdaq und Dow Jones bleiben technisch weiterhin konstruktiv.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche.
Ab morgen gibt es wie gewohnt wieder den täglichen DAX Tagesausblick.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Bleibt die geopolitische Entspannung der wichtigste Treiber für die Märkte oder rücken Inflation, Arbeitsmarkt und Geldpolitik in den kommenden Wochen wieder stärker in den Fokus?
Monatsrückblick Mai – Deeskalation,fallende Ölpreise & neue ATHsMonatsrückblick Mai 2026
Noch zu Monatsbeginn dominierten Sorgen über steigende Inflation, hohe Ölpreise, geopolitische Eskalationen im Nahen Osten und erneut steigende Anleiherenditen die Schlagzeilen. Viele Marktteilnehmer befürchteten eine stärkere Korrekturbewegung und größere Gewinnmitnahmen in Risk Assets.
Vier Wochen später präsentiert sich ein völlig anderes Bild.
Der Ölpreis ist massiv eingebrochen, die Volatilität hat deutlich nachgelassen, die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen wurden wieder zurückgekauft und die großen US-Indizes konnten neue Allzeithochs markieren. Auch der DAX etablierte sich erneut oberhalb der psychologisch wichtigen 25.000 Punkte Marke.
Der Mai war damit nicht einfach nur ein weiterer positiver Börsenmonat.
Vielmehr war es der Monat, in dem die Märkte trotz zahlreicher Belastungsfaktoren bemerkenswerte Stärke zeigten und eine deutliche Neubewertung der makroökonomischen Lage vorgenommen haben.
Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen.
Geopolitische Lage – Der wichtigste Markttreiber des Monats
Die geopolitische Lage war im Mai erneut ohne Zweifel der dominierende Faktor an den Finanzmärkten.
Im Mittelpunkt standen weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere die Beziehungen zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Zu Monatsbeginn waren die Märkte noch stark von Eskalationssorgen geprägt. Die Sorge vor einer Ausweitung militärischer Konflikte sowie möglichen Störungen wichtiger Öltransportrouten führte zeitweise zu einem Anstieg des Ölpreises auf über 107 Dollar.
Insbesondere die Straße von Hormus rückte erneut in den Fokus der Anleger. Jede potenzielle Beeinträchtigung dieser zentralen Handelsroute hätte erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und damit auf die Inflationserwartungen gehabt.
Im Verlauf des Monats änderte sich das Bild jedoch zunehmend.
Die Märkte begannen immer stärker eine diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran einzupreisen. Berichte über Fortschritte bei den Verhandlungen, mögliche Verlängerungen bestehender Waffenstillstände sowie Signale einer Deeskalation sorgten zunehmend für Entspannung.
Besonders in den letzten beiden Maiwochen nahm die Hoffnung auf einen möglichen Deal deutlich zu. Während es weiterhin Sanktionen, politische Spannungen und militärische Aktivitäten in der Region gab, rückte für die Märkte zunehmend die Wahrscheinlichkeit einer diplomatischen Lösung in den Vordergrund.
Diese Neubewertung war einer der Hauptgründe für die massive Schwäche im Ölpreis sowie die starke Entwicklung vieler Risk Assets.
Auch außerhalb des Nahen Ostens blieb die geopolitische Lage angespannt.
Die Beziehungen zwischen den USA und China standen erneut im Fokus. Insbesondere die Situation rund um Taiwan sowie die fortgesetzten Spannungen im Bereich Technologie, Handel und Halbleiterproduktion sorgten weiterhin für Unsicherheit.
Dennoch gelang es den Märkten, diese Risiken weitgehend auszublenden. Anleger konzentrierten sich zunehmend auf die unmittelbaren Auswirkungen für Inflation, Energiepreise und Wachstum.
Die wichtigste Erkenntnis des Monats lautet daher:
Nicht die geopolitischen Risiken verschwanden, vielmehr verringerte sich die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Eskalation deutlich.
FED, EZB und die Entwicklung der Geldpolitik
Neben der Geopolitik standen auch die Zentralbanken im Mittelpunkt.
Die US-Notenbank FED bewegte sich im Mai weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsunterstützung.
Die veröffentlichten FOMC-Protokolle machten deutlich, dass innerhalb der FED weiterhin große Vorsicht herrscht.
Zwar wurden Fortschritte bei der Inflation anerkannt, gleichzeitig betonten zahlreiche Mitglieder jedoch, dass weitere Beweise für einen nachhaltigen Rückgang erforderlich seien, bevor größere Zinssenkungen gerechtfertigt wären.
Mehrere FED-Mitglieder äußerten sich im Monatsverlauf weiterhin vergleichsweise hawkish.
Insbesondere Williams und Musalem machten deutlich, dass Zinssenkungen keineswegs garantiert seien und bei einer erneuten Beschleunigung der Inflation sogar weitere Zinserhöhungen nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Diskussion um Kevin Warsh.
Sein Name wurde im Mai verstärkt im Zusammenhang mit zukünftigen Führungsrollen innerhalb der US-Geldpolitik genannt. Da Warsh traditionell eher als geldpolitisch Dovish wahrgenommen wird, verfolgten die Märkte diese Entwicklung aufmerksam.
Auch die Europäische Zentralbank stand im Fokus.
Die EZB-Protokolle sowie Aussagen von Lagarde und Lane zeigten, dass die Inflationsbekämpfung weiterhin oberste Priorität besitzt.
Gleichzeitig wurden jedoch zunehmend Hinweise sichtbar, dass die europäische Inflation langsam unter Kontrolle kommt. Vor allem gegen Monatsende sorgten mehrere Inflationsdaten aus Europa für positive Überraschungen und stärkten die Erwartung, dass die EZB in den kommenden Monaten zusätzlichen Spielraum für eine lockerere Geldpolitik erhalten könnte und es bei einer Zinserhöhung im Juni bleibt.
Insgesamt blieb die Kommunikation sowohl der FED als auch der EZB vorsichtig.
Die Märkte interpretierten die Datenlage jedoch zunehmend als Zeichen dafür, dass der Höhepunkt der restriktiven Geldpolitik hinter uns liegen könnte.
Wirtschaftsdaten und Fundamentallage
Die fundamentalen Wirtschaftsdaten zeichneten im Mai ein überraschend robustes Bild.
Während viele Marktteilnehmer zu Jahresbeginn noch mit einer deutlichen Abschwächung der Wirtschaft gerechnet hatten, bestätigten zahlreiche Daten die Widerstandsfähigkeit der Konjunktur.
Besonders bemerkenswert war die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes.
Die Non-Farm Payrolls lagen bei 115.000 neu geschaffenen Stellen und damit deutlich über den Erwartungen. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 Prozent.
Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bewegten sich über weite Strecken des Monats auf einem Niveau, das weiterhin einen robusten Arbeitsmarkt signalisiert.
Auf der Inflationsseite zeigte sich ein gemischtes, insgesamt jedoch konstruktives Bild.
Der US-Verbraucherpreisindex lag im Jahresvergleich bei 3,8 Prozent. Die Core CPI Daten sowie später die Core PCE Daten bestätigten, dass die Inflation zwar weiterhin oberhalb des FED Ziels liegt, der übergeordnete Trend jedoch zunehmend nach unten zeigt, wenn eine Entspannung rund um die Straße von Hormus bald einsetzt.
Besonders positiv wurde die Veröffentlichung des Core PCE zum Monatsende aufgenommen.
Mit einem Monatswert von 0,2 Prozent fiel die Entwicklung etwas besser aus als erwartet und unterstützte die Hoffnung auf eine langfristige Entspannung des Inflationsdrucks.
Auch die Wirtschaftsdaten selbst blieben erstaunlich stabil.
Die Durable Goods Orders überraschten mit einem Anstieg von 7,9 Prozent massiv positiv und signalisierten weiterhin hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen.
Der Chicago PMI sprang auf 62,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit längerer Zeit. Werte oberhalb von 50 signalisieren eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität.
Gleichzeitig gab es auch einige Schwachstellen.
Der Immobilienmarkt zeigte sich weiterhin verhalten. Die Verkäufe neuer Häuser blieben hinter den Erwartungen zurück.
Trotzdem ergibt sich für den Mai insgesamt folgendes Bild:
Die Inflation sinkt langsam.
Die Wirtschaft wächst weiter.
Der Arbeitsmarkt bleibt robust.
Eine Rezession ist aktuell nicht erkennbar.
Genau dieses Umfeld erwies sich als ideal für die Aktienmärkte.
Dazu kommen starke Earnings und Quartalsberichte der großen Tech und KI Firmen. Die Euphorie rund um KI wird nach wie vor von realen starken Umsatzzahlen getragen. Auf Grund der mittlerweile extrem hohen Gewichtung von Tech Unternehmen in den Indizes, beflügelt dieser sehr stark performende Sektor die größeren Indizes wie SPX und NASDAQ massiv.
Charttechnik und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt war einer der auffälligsten Märkte des Monats.
Zu Beginn des Mai stieg US Oil noch auf über 107 Dollar und erreichte damit neue Mehrmonatshochs.
Anschließend folgte jedoch eine massive Trendwende.
Über den gesamten Monat hinweg wurden zunehmend geopolitische Risiken ausgepreist. Gleichzeitig sorgten sinkende Inflationserwartungen und eine verbesserte Nachrichtenlage im Nahen Osten für starke Kapitalabflüsse aus dem Energiesektor.
Am Monatsende notiert US Oil bei rund 87,75 Dollar und damit mehr als 16 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Besonders bemerkenswert ist der Schlusskurs unterhalb der psychologisch wichtigen 90 Dollar Marke.
Die Monatskerze zählt damit zu den bearishsten Kerzen der vergangenen Monate.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt sahen wir im Mai enorme Schwankungen.
Vor allem in den ersten beiden Maiwochen stiegen die Renditen deutlich an.
Die Renditen der 3-jährigen, 5-jährigen, 10-jährigen sowie 30-jährigen US-Staatsanleihen erreichten zeitweise neue Mehrmonatshochs.
Mit zunehmender Entspannung im Nahen Osten sowie rückläufigen Inflationssorgen wurden diese Bewegungen jedoch größtenteils wieder zurückgenommen. Insbesondere die langfristigen Renditen konnten ihre Hochs nicht verteidigen und wurden zum Monatsende deutlich zurückgekauft.
Dies reduzierte den Druck auf die Aktienmärkte erheblich.
DXY
Der US Dollar zeigte sich im Mai vergleichsweise stabil.
Mit einem Monatsplus von rund 0,87 Prozent schloss der DXY bei 98,94 Punkten.
Trotz der Erholung bleibt der Dollar damit weiterhin innerhalb seiner großen Seitwärtsrange, die bereits seit rund einem Jahr Bestand hat. Aus Sicht der Aktienmärkte sorgte der stabile Dollar für keine größeren Belastungen.
VIX
Der Volatilitätsindex zeigte im Mai eine deutliche Entspannung.
Zwischenzeitlich stieg der VIX im Zuge der geopolitischen Unsicherheit nochmals in Richtung 20 Punkte. Mit zunehmender Deeskalation sank die Volatilität jedoch wieder deutlich. Der Monat endet bei rund 15,3 Punkten und damit etwa 10 Prozent unter dem Vormonat. Dies bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia blieb auch im Mai einer der wichtigsten Einzelwerte des gesamten Marktes.
Die veröffentlichten Quartalszahlen fielen erneut stark aus und bestätigten die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Trotz hervorragender Zahlen und positiver Prognosen kam es nach den Earnings zu ersten Gewinnmitnahmen. Auf Monatssicht verbleibt dennoch ein Plus von rund 5,6 Prozent. Die langfristige Aufwärtsstruktur bleibt vollständig intakt, gleichzeitig zeigen sich erstmals seit längerer Zeit leichte Ermüdungserscheinungen.
Bitcoin
Bitcoin gehörte zu den schwächsten großen Risk Assets des Monats. Nach einem starken Start in den Mai scheiterte die Kryptowährung im Bereich von 82.500 Dollar. Anschließend dominierte Verkaufsdruck. Während Aktien neue Rekordstände markierten, verlor Bitcoin auf Monatssicht rund 3,5 Prozent. Die relative Schwäche gegenüber den Aktienmärkten bleibt damit bestehen.
S&P 500
Der S&P 500 setzte seine beeindruckende Rally fort.
Mit einem Monatsplus von rund 5 Prozent markierte der Index neue Allzeithochs bei rund 7.580 Punkten. Sinkende Ölpreise, stabile Wirtschaftsdaten, positive Performance des hochgewichteten Tech Sektors und rückläufige Renditen sorgten für ideale Rahmenbedingungen. Besonders bemerkenswert bleibt die Tatsache, dass seit Anfang April keine einzige bearishe Wochenkerze entstanden ist.
Nasdaq
Der Nasdaq war erneut der stärkste große Aktienindex.
Mit einem Monatsgewinn von rund 10,5 Prozent zählt der Mai zu den stärksten Monaten der vergangenen Jahre. Die KI-Dynamik bleibt ungebrochen. Die Kombination aus Nvidia, Halbleitern, Softwareunternehmen und KI-Infrastruktur sorgt weiterhin für starke Kapitalzuflüsse. Der Monat endet oberhalb von 30.000 Punkten und damit auf neuen Rekordständen.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones konnte neue Höchststände markieren.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Bereich der 50.000 Punkte Marke gelang schließlich der Ausbruch. Mit einem Monatsplus von rund 2,5 Prozent schloss der Index bei rund 51.018 Punkten. Damit bestätigt auch der Dow Jones die aktuell hohe Risikobereitschaft der Anleger, dieser ist sehr viel weniger Tech lastig wie SPX und NASDAQ.
DAX – Monatsrückblick Mai
Auch der DAX blickt auf einen starken Mai zurück.
Der Monatsverlauf war dabei deutlich volatiler, als es das finale Ergebnis vermuten lässt.
Zu Beginn des Monats stand die wichtige 24.000 Punkte Marke im Fokus. Nach den Belastungen aus dem April gelang es den Käufern zunächst, diese Zone erfolgreich als Unterstützung zu verteidigen. Von dort aus setzte eine erste starke Aufwärtsbewegung ein, die den Index wieder in Richtung 25.000 Punkte führte.
Im Bereich der 25.000er-Marke kam es jedoch zunächst zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Der Markt wurde erneut abverkauft und fiel im weiteren Verlauf sogar nochmals bis in den Bereich der Monatstiefs zurück. Zwischenzeitlich wurden dabei Kurse um 23.600 Punkte getestet.
Diese erneute Schwächephase fiel zeitlich mit den Sorgen über steigende Renditen, hohe Ölpreise sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten zusammen. Die entscheidende Wende erfolgte anschließend in der zweiten Monatshälfte.
Mit der zunehmenden Entspannung im Nahen Osten, dem deutlichen Rückgang der Ölpreise sowie wieder fallenden Renditen verbesserte sich das Umfeld für europäische Aktien spürbar.
Der DAX konnte die 24.000 Punkte Marke nachhaltig zurückerobern und etablierte sich erneut oberhalb dieses Bereichs. In den letzten beiden Maiwochen setzte daraufhin eine starke Aufwärtsbewegung ein, die den Index erstmals seit längerer Zeit wieder klar über die psychologisch wichtige 25.000 Punkte Marke führte.
Das Monatshoch wurde bei rund 25.442 Punkten markiert.
Dort kam es erneut zu Gewinnmitnahmen, sodass der DAX zum Monatsende etwas unterhalb der Höchststände notierte.
Mit einem Monatsschlusskurs von rund 25.038 Punkten beendet der deutsche Leitindex den Mai dennoch oberhalb der wichtigen 25.000er Zone und verzeichnet gegenüber dem Vormonat einen Zugewinn von rund 3 %.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der DAX über dem Hoch des Vormonats schließen konnte und sich damit wieder in unmittelbarer Nähe seiner Allzeithochs befindet. Aktuell beträgt der Abstand zum Rekordhoch lediglich rund 1,9 %. Auch wenn die Dynamik zuletzt etwas hinter Nasdaq und S&P 500 zurückblieb, bleibt die technische Struktur des DAX weiterhin klar konstruktiv. Die Käufer konnten sowohl die 24.000er Zone als auch die 25.000er Marke zurückerobern und verteidigen.
Aus charttechnischer Sicht bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend damit vollständig intakt.
Wichtigste Erkenntnisse des Monats Mai
* Die Märkte preisen zunehmend eine Deeskalation im Nahen Osten ein.
* Der Ölpreis verliert über 16 Prozent und wirkt klar disinflationär.
* Langfristige Anleiherenditen können ihre Hochs nicht verteidigen.
* Der VIX fällt deutlich zurück und signalisiert ein Risk-On-Umfeld.
* Die Inflationsdaten zeigen insgesamt sehr leichte Fortschritte.
* Die US-Wirtschaft bleibt überraschend robust.
* Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin Stabilität.
* Die KI-Story bleibt der wichtigste strukturelle Wachstumstreiber.
* S&P 500, Nasdaq und Dow Jones markieren neue Allzeithochs.
* Bitcoin zeigt deutliche relative Schwäche.
* Der DAX etabliert sich erneut oberhalb von 25.000 Punkten .
Fazit
Der Mai 2026 war der Monat, in dem die Märkte mehrere potenzielle Belastungsfaktoren absorbierten und trotzdem neue Höchststände erreichten. Geopolitische Risiken, hohe Ölpreise, steigende Renditen und eine weiterhin vorsichtige FED konnten die Aufwärtsbewegung letztlich nicht stoppen. Stattdessen dominierten sinkende Energiepreise, robuste Wirtschaftsdaten, stabile Arbeitsmärkte und die ungebrochene Dynamik im KI-Sektor.
Besonders bemerkenswert bleibt dabei die starke Divergenz zwischen Aktienmärkten und Bitcoin sowie die zunehmende Konzentration der Rally auf Technologie- und KI-Werte. Ob sich diese Entwicklung auch im Juni fortsetzen kann, bleibt eine der spannendsten Fragen für die kommenden Wochen.
Keine Anlageberatung, sondern ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wie hat euch dieses neue Format mit Tagesausblicken, Wochenrückblicken und nun auch Monatsrückblicken gefallen?
Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.
Morgen folgt zunächst der Wochenausblick für die KW23. Anschließend veröffentliche ich den ausführlichen Monatsausblick Juni mit allen relevanten Entwicklungen, Chancen und Risiken für die kommenden Wochen.
Zusätzlich erscheint auf YouTube ein ausführlicher Marktüberblick inklusive konkreter Handelsideen für die KW23.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
DAX Wochenrückblick KW22 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Vorwort
Bevor wir in den Wochenrückblick starten:
Heute Abend werde ich zusätzlich noch einen ausführlichen Monatsrückblick für den Mai veröffentlichen. Dort gehe ich detaillierter auf die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen ein, von den geopolitischen Ereignissen über Inflation, Zentralbanken und Wirtschaftsdaten bis hin zur Entwicklung von Öl, Anleiherenditen, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Der heutige Wochenrückblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten Ereignisse und Marktbewegungen der KW22.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage blieb auch in KW22 der dominierende Markttreiber. Im Fokus stand weiterhin der Konflikt im Nahen Osten sowie die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Während in den Vorwochen noch eine direkte Eskalation eingepreist wurde, setzte sich in dieser Woche zunehmend die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung durch.
Besonders marktbewegend waren Berichte über eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands sowie Meldungen, dass beide Seiten bei zentralen Verhandlungspunkten Fortschritte erzielt hätten. Gleichzeitig blieben zahlreiche Risiken bestehen. Die USA verhängten neue Sanktionen gegen iranische Ölexporte, Israel weitete seine militärischen Aktivitäten im Gazastreifen aus und die Lage in der Region bleibt insgesamt angespannt.
Trotzdem überwog an den Finanzmärkten klar die Hoffnung auf weitere Deeskalation. Besonders deutlich zeigte sich dies beim Ölpreis, bei den Anleiherenditen sowie beim Volatilitätsindex VIX.
Auch außerhalb des Nahen Ostens blieb die geopolitische Nachrichtenlage aktiv. Die Beziehungen zwischen den USA und China standen erneut im Fokus, während weltweit weiterhin hohe Verteidigungsausgaben und zunehmende geopolitische Fragmentierung diskutiert werden. Für die Märkte war jedoch vor allem entscheidend, dass die unmittelbaren Risiken einer Eskalation im Nahen Osten deutlich geringer eingepreist wurden als noch vor wenigen Wochen.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Die Wirtschaftsdaten der KW22 zeichneten insgesamt ein Bild einer weiterhin robusten Weltwirtschaft bei gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck.
In Europa standen die Inflationsdaten im Fokus. Besonders Deutschland überraschte mit einem Rückgang des monatlichen Verbraucherpreisindex von -0,2 % gegenüber einer Erwartung von +0,1 %. Auch mehrere andere europäische Inflationsdaten fielen schwächer aus als erwartet. Dies stärkte die Erwartung, dass die EZB in den kommenden Monaten zusätzlichen Spielraum für eine lockerere Geldpolitik erhalten könnte bzw. der Zinserhöhungsschritt für Juni evtl. doch noch für Überraschungen sorgen könnte.
In den USA sorgte vor allem der Chicago PMI für Aufmerksamkeit. Mit einem Wert von 62,7 Punkten wurde die Erwartung von 50,6 Punkten deutlich übertroffen. Die US-Wirtschaft zeigt damit weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit trotz des hohen Zinsniveaus.
Zusätzlich standen zahlreiche Aussagen von Fed-Mitgliedern im Fokus. Insgesamt blieb der Tenor vorsichtig. Einerseits zeigen sich Fortschritte bei der Inflation, andererseits möchte die Fed weiterhin sicherstellen, dass der Inflationsdruck nachhaltig zurückgeht, bevor größere Zinssenkungen erfolgen.
Gesamtbild Wirtschaft und Inflation
Das Gesamtbild hat sich gegenüber den Vorwochen leicht verbessert.
Der deutliche Rückgang des Ölpreises reduziert kurzfristig den Inflationsdruck. Gleichzeitig bleiben die Arbeitsmärkte stabil und die Konjunkturdaten zeigen bislang keine Anzeichen einer scharfen wirtschaftlichen Abschwächung.
Die Märkte bewegen sich damit weiterhin in einem klassischen Risk-on-Umfeld. Anleger setzen auf sinkende Inflation, stabile Wirtschaftsdaten und eine weiterhin unterstützende Entwicklung im KI-Sektor.
Besonders entscheidend bleibt jedoch die weitere Entwicklung im Nahen Osten. Sollte die aktuelle Deeskalation Bestand haben, würde dies die Inflationserwartungen zusätzlich entlasten und Risk Assets weiter unterstützen.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis sahen wir in KW22 einen massiven Rückgang. US Oil verlor auf Wochensicht rund 9,5 % und schloss bei 87,75 Dollar damit erstmals wieder deutlich unterhalb der psychologisch wichtigen 90 $ Marke.
Der Markt preist aktuell eine weitere Entspannung im Nahen Osten ein. Gleichzeitig reduziert der Rückgang des Ölpreises den Inflationsdruck und unterstützt damit die positive Entwicklung an den Aktienmärkten.
Entscheidend bleibt nun, ob sich die aktuelle Deeskalation fortsetzt. Solange US Oil unterhalb der 90 Dollar Marke notiert, bleibt ein weiterer Rückgang in Richtung 80 bis 87 Dollar möglich.
Bonds & DXY
Am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort. Besonders die langfristigen US-Staatsanleihen verzeichneten rückläufige Renditen. Die 10-jährigen Renditen fielen auf Wochensicht um rund 2,7 %, die 30-jährigen um rund 1,7 %.
Parallel dazu zeigte sich auch der US-Dollar etwas schwächer. Der DXY verlor auf Wochenbasis rund 0,4 % und schloss bei 98,94 Punkten.
Entscheidend bleibt nun, ob der Dollar die Unterstützung im Bereich um 98,75 Punkte verliert oder erneut innerhalb seiner bisherigen Range Richtung 99,50 Punkte ansteigen kann.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang fort.
Nach den erhöhten Schwankungen der vergangenen Wochen fiel der VIX auf rund 15,3 Punkte zurück und verlor auf Wochensicht knapp 9 %.
Die niedrige Volatilität signalisiert weiterhin ein konstruktives Umfeld für Risk Assets und bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Risk Assets im Gesamtüberblick
Die großen US-Indizes präsentierten sich erneut äußerst robust. Während Öl, Anleiherenditen und Volatilität zurückkamen, flossen weiterhin Kapitalströme in Aktienmärkte.
Besonders auffällig bleibt die enorme Stärke von Technologie- und KI-Werten. Gleichzeitig zeigen europäische Aktien ebenfalls weiterhin relative Stärke.
Lediglich Bitcoin konnte mit der Entwicklung klassischer Aktienmärkte nicht mithalten und zeigte auf Wochenbasis eine deutlich schwächere Performance.
Nvidia
Nach dem starken Ausbruch der Vorwochen kam es bei Nvidia zu ersten Gewinnmitnahmen.
Die Aktie verlor auf Wochenbasis knapp 2 % und fiel wieder in die Widerstandszone zwischen 208 und 212 Dollar zurück. Trotzdem bleibt die langfristige Aufwärtsstruktur vollständig intakt.
Entscheidend wird nun sein, ob die Unterstützung um 208 Dollar verteidigt werden kann. Oberhalb von 218 Dollar würde sich das bullische Momentum erneut deutlich verstärken.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich in KW22 schwächer als klassische Aktienmärkte.
Die Kryptowährung verlor rund 4,6 % auf Wochenbasis und bewegt sich weiterhin innerhalb ihrer aktuellen Range.
Charttechnisch bleibt vor allem der Bereich um 74.555 Dollar entscheidend. Oberhalb dieser Marke wären erneute Angriffe auf die Hochs möglich. Unterhalb davon erhöht sich das Risiko einer Ausweitung der Korrektur Richtung 71.000 Dollar.
S&P 500 & Nasdaq
Die US-Indizes bleiben die klaren Gewinner des aktuellen Marktumfelds.
Der S&P 500 konnte erneut neue Allzeithochs markieren und schloss die Woche rund 1,4 % im Plus. Auch der Nasdaq setzte seine Rekordjagd fort und gewann auf Wochenbasis rund 2 % hinzu.
Die Kombination aus sinkenden Renditen, rückläufigem Ölpreis und weiterhin starker KI-Dynamik sorgt weiterhin für Rückenwind im Technologiesektor. Insgesamt bleibt die Aufwärtsstruktur in beiden Indizes klar bullish.
US30
Auch der Dow Jones zeigte sich stark.
Der Index schloss oberhalb der wichtigen 51.000 Punkte Marke und gewann auf Wochenbasis knapp 0,9 %. Damit bestätigt der Markt weiterhin die übergeordnete Aufwärtsstruktur und signalisiert unverändert hohe Risikobereitschaft der Anleger.
DAX
Der DAX zeigte in KW22 ebenfalls eine positive Woche, konnte jedoch nicht ganz mit der Dynamik der US Indizes mithalten, vor allem zum Freitag.
Nach einem erneuten Angriff auf die Zone um 25.200 Punkte am Freitag, kam es dort zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Trotzdem gelang es dem Markt, die wichtige 25.000 Punkte-Marke zum Wochenschluss zu verteidigen.
Auf Wochenbasis ergibt sich damit weiterhin ein Plus von rund 1,1 %.
Die technische Struktur bleibt konstruktiv, auch wenn sich erste Ermüdungserscheinungen im Bereich der jüngsten Hochs zeigen. Solange die 25.000 Punkte Marke verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Bild weiterhin bullish.
Wichtigste Erkenntnisse der KW22
• Die Märkte preisen zunehmend eine Deeskalation im Nahen Osten ein.
• Der Ölpreis verliert rund 9,5 % und wirkt klar disinflationär.
• US-Anleiherenditen kommen spürbar zurück.
• Der VIX fällt erneut deutlich und signalisiert ein Risk-on-Umfeld.
• Die europäischen Inflationsdaten überraschen überwiegend positiv.
• Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin bemerkenswerte Stärke.
• KI bleibt der wichtigste strukturelle Wachstumstreiber an den Märkten.
• S&P 500, Nasdaq und Dow Jones markieren neue Rekordstände.
• Bitcoin bleibt deutlich schwächer als klassische Aktienmärkte.
• Der DAX verteidigt die wichtige 25.000 Punkte Marke und bleibt technisch bullish.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Bleibt die Deeskalation im Nahen Osten der wichtigste Treiber für die Märkte oder rücken Inflation und Geldpolitik bald wieder stärker in den Fokus?
Heute Abend folgt zusätzlich der große Monatsrückblick Mai mit allen wichtigen Entwicklungen der vergangenen vier Wochen im Überblick.






















