Wer viel riskiert kann viel verlierenAls ich begann mit dem Trading sah ich das Risiko Management als ein Abfallprodukt meiner Trading Strategie an. Ich setzte zwar Stop Losses, sah die Höhe, welche ich zu riskieren gewillt war, aber als variabel an und machte diese von meiner subjektiven Meinung über das Potenzial des Trades abhängig.
Jetzt im Nachhinein würde ich mein altes Ich gerne eines Besseren belehren, aber was will man machen Fehler sind da um zu lernen und für mich war die schmerzhafte Erfahrung eines "big losers", der mir binnen Minuten einen Monatslohn gekostet hat, definitiv ein Fehler, aus welchem ich gelernt habe. Zwar war ich damals noch in Ausbildung und habe keinen hohen Monatslohn gehabt, jedoch der Gedanke daran, dass du gerade ca. 160h 4 Wochen je 40 Stunden mithilfe von einer Entscheidung quasi in den Müll geworfen hast, hat mich lange beschäftigt. Hier muss ich oft an die alte Börsenweisheit denken "Der Markt kann länger irrational bleiben als du liquide" von John Maynard Keynes.
Und es ist auch so Trading ist ein Quotengeschäft und wenn du dein ganzes Pulver zu schnell verschießt wirst du es in 99 Prozent der Fälle bereuen. Die Illusion des perfekten Edges mit dem perfekten Ein- und Ausstieg ist nicht mehr als eine Illusion. Du wirst immer Verlierer haben vielleicht auch mehrere hintereinander und die einzige Möglichkeit, um diese verkraften zu können, ist ein vernünftiges Risk Management, was ein vernünftiges Risk to Reward Verhältnis mit sich bringt.
Alleine wenn ich meinen heutigen Trading Tag Revue passieren lasse, habe ich zwei Trades verloren und einen gewonnen. Was auf den ersten Blick nach einem Verlusttag aussieht ist aber bei meinem angestrebten Risk to Reward bei meiner aktuellen Strategie (2:1) aber nicht mehr oder weniger wie eine Nullnummer. Und genau darum geht es auch beim Trading, Verluste klein zu halten und Gewinne zumindest größer als den potenziellen Verlust.
Am Ende entscheidet nicht ein einzelner Trade über deinen Erfolg sondern die Summe deiner Entscheidungen über Zeit. Wenn du das verstehst ändert sich dein Blick auf Verluste komplett.
Frag dich also beim nächsten Trade nicht nur wie viel du gewinnen kannst sondern vor allem wie viel du bereit bist zu verlieren und ob dieses Risiko wirklich sinnvoll ist.
Gedankenzumsonntag
Gedanken zur Uber AktieNeulich hat mich die Meldung erreicht, dass der Uber CEO angeblich all seine Aktien verkauft hätte. Das hat mich direkt neugierig gemacht da dies für mich wenn die Umstände alle passen ein überaus starkes Zeichen für einen schönen Upmove sind.
Nachdem die Aktie 2 Monate lang nach der Veröffentlichung akkumuliert wurde begann ein heftiger Downmove. Ob hier negative oder positive News im Raum standen verfolge ich leider nicht und bin auch nicht wirklich daran interessiert, doch halte ich es durchaus für möglich, dass die Stimmung hier sehr positiv war und weitere Leute zur Aktie gelockt hat.
Gefolgt sind stetig tiefere Preise bis zu einem massiven Shakeout Mitte November, der nochmal richtig weh getan hat und viele wieder zum Verkauf ihrer Aktien verleitet hat.
Seit dem Shakeout wandert die Aktie wieder Richtung Norden und ist an der erweiterten Trendlinie auf heftige Gegenwehr gestoßen.
Nun wird es interessant, ob es sich hier nur um einen Fakeout handelt, der wieder viele Käufer in den Markt lockt oder sich der Trend tatsächlich bestätigt.

