DAX Tagesausblick – 10.August - Ruhiger Wochenstart in KW 33Guten Morgen zusammen,
die neue Handelswoche startet zunächst ruhig und freundlich. Die globalen Aktienmärkte bleiben nahe ihren Allzeithochs, während geopolitische Risiken – insbesondere rund um den Iran und die Straße von Hormus – weiterhin als potenzieller Volatilitätstreiber bestehen bleiben.
Auch die langfristige Perspektive bleibt konstruktiv. JPMorgan sieht den S&P 500 perspektivisch bei rund 8.010 Punkten in diesem Jahr, sofern das Wachstum im KI-Sektor und die damit verbundenen Investitionen intakt bleiben.
Der große Fokus der Woche liegt allerdings klar auf Mittwoch und den US-CPI-Daten, da diese erheblichen Einfluss auf die Erwartungen an den weiteren Zinspfad der Fed haben können.
Agenda
1. Geopolitische Lage
2. Fundamentale Wirtschaftsdaten
3. Earnings im Überblick
4. Märkte & Korrelationen im Überblick
5. Risk Assets im Überblick
6. DAX – Charttechnischer Ausblick
7. Fazit
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1. Geopolitische Lage
Iran, Oman & Straße von Hormus
Die Situation rund um die Straße von Hormus bleibt weiterhin ein zentraler Faktor für die Märkte.
Iran und Oman befinden sich weiterhin in Gesprächen über eine mögliche neue Regelung für den Schiffsverkehr. Oman bezeichnete die Gespräche zuletzt als positiv und konstruktiv. Gleichzeitig stellt Iran klar, dass eine Wiederöffnung beziehungsweise Normalisierung des Verkehrs von Bedingungen gegenüber den USA abhängig bleibt.
Auch aktuell bleibt die tatsächliche Schiffsaktivität deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig kam es erneut zu einem Angriff auf ein Handelsschiff vor Oman.
Für die Märkte bleibt damit vor allem entscheidend, ob wir in den kommenden Tagen weitere Deeskalation oder eine erneute Eskalation sehen.
China & Taiwan
Auch zwischen China und den USA bleiben die Spannungen rund um Taiwan und das Südchinesische Meer bestehen. Gleichzeitig simulierte Taiwan zuletzt erneut die Abwehr eines chinesischen Angriffs.
Aktuell sehe ich hier allerdings keinen unmittelbaren neuen Schock für die Märkte. Der Fokus bleibt zunächst auf Iran, Hormus und dem Ölpreis.
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2. Fundamentale Wirtschaftsdaten
Der Wochenstart bleibt fundamental sehr ruhig.
Heute stehen keine für den DAX beziehungsweise die US-Märkte entscheidenden Daten im Fokus. Auch am Dienstag bleibt der Kalender vergleichsweise leer.
Der absolute Fokus liegt auf Mittwoch mit den US-CPI-Daten.
Diese könnten entscheidend dafür sein, wie stark weitere Zinssenkungen der Fed eingepreist werden und wie sich dadurch Dollar, US-Renditen und die Aktienmärkte bewegen.
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3. Earnings im Überblick
Auch die Berichtssaison ist heute vergleichsweise ruhig.
Heute:
* GEA Group
* Rocket Lab
Rocket Lab ist dabei aus meiner Sicht der interessantere Name.
Morgen:
* Super Micro Computer
Ansonsten steht heute kein größerer Earnings-Termin im Fokus.
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4. Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil aktuell weiterhin rund 1 % im Plus.
Wir haben einen deutlichen Gap-Up gesehen, wurden anschließend allerdings bereits wieder stark abverkauft.
Wie bereits gestern bleibt für mich der geopolitische Faktor entscheidend:
Bullishes Szenario:
Sollten wir weitere Eskalationen beziehungsweise keine zusätzliche Deeskalation sehen und auf Tagesbasis über 79 USD schließen, wäre für mich ein Long-Szenario bis 82,40 USD beziehungsweise perspektivisch 84 USD interessant.
Bearishes Szenario:
Sollten wir weitere Deeskalation sehen und unter 77 USD beziehungsweise 76,50 USD fallen, wären für mich erneut 74 USD und 72 USD interessant.
Hier bleibt die geopolitische Entwicklung der entscheidende Trigger.
US Bonds
Auch bei den US-Staatsanleihen sehen wir einen ruhigen Wochenstart.
Entscheidend wird jetzt, wie sich die Renditen im Vorfeld und nach den CPI-Daten entwickeln und wie viele Zinssenkungen der Fed für dieses Jahr tatsächlich eingepreist werden.
DXY
Der Dollar liegt aktuell leicht mit rund 0,08 % im Plus.
Auch hier zunächst ein sehr ruhiger Wochenstart. Mein Bias bleibt gegenüber gestern unverändert.
Über 100,08 wäre zunächst 100,50 und anschließend 100,65 interessant.
Unter 99,50 würde sich das Bild wieder eintrüben und ein Rücklauf in Richtung 99,00 wäre möglich.
Letztendlich wird auch hier der CPI entscheidend:
Hotter CPI → tendenziell Dollarstärke
Schwächerer CPI → tendenziell Dollarschwäche
VIX
Der VIX fällt weiter und steht aktuell bei rund 14,89.
Damit befinden wir uns weiterhin in einem sehr niedrigen Volatilitätsumfeld.
Interessant wird insbesondere die Reaktion des VIX auf die CPI-Daten am Mittwoch.
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5. Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Bitcoin hat die vergangene Weekly Candle mit einem Plus von 2,11 % geschlossen und läuft aktuell erneut das Weekly High an.
Mein Bias bleibt unverändert.
Ich werde wieder vorsichtig bullish, sobald wir einen Tagesclose über dem April-Monatstief bei 65.700 USD sehen.
Dann wären zunächst 67.000 USD und anschließend 68.200 USD interessant.
Sollten wir dagegen erneut scheitern und unter dem März-Monatstief bei 65.000 USD schließen, wären 62.000 und 61.000 USD mögliche Ziele.
S&P 500
Auch der SPX startet freundlich in die neue Woche.
Perspektivisch würde ich aktuell nicht versuchen, den Markt zu shorten, sondern Rücksetzer eher für Long-Setups nutzen.
Mein bevorzugtes größeres Rücksetzungsszenario liegt bei 7.650 Punkten. Dafür müsste zunächst das aktuelle Low bei 7.722 gebrochen werden.
Solange sich das Marktbild nicht fundamental verändert, bleiben Shorts für mich daher mit erhöhter Vorsicht zu betrachten.
Nasdaq
Auch beim Nasdaq bleibt mein Bias grundsätzlich konstruktiv.
Als nächstes steht für mich die 30.000er-Marke im Fokus.
Wichtige Supports:
* 29.500
* 29.200
* 29.000
Wichtige Widerstände:
* 30.000
* 30.230
* 30.500
Allerdings müssen wir beachten, dass zuletzt ein neues Low ausgebildet wurde. Für eine vollständige Bestätigung der Struktur benötigen wir daher zunächst wieder ein neues High.
Dow Jones
Auch beim US30 bleibt mein Bias gegenüber gestern unverändert.
Unter 54.000 wäre zunächst ein Retest von 53.500–53.400 interessant – insbesondere im Bereich der letzten Allzeithochs.
Über 54.000 bleibt dagegen der Weg in Richtung 54.500 beziehungsweise zu neuen Allzeithochs offen.
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6. DAX – Charttechnischer Ausblick
Auch beim DAX wäre ich aktuell vorsichtig mit Shorts.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir zunächst noch einen Overshoot über 26.500 Punkte sehen und möglicherweise in Richtung 26.600 bzw. neue Allzeithochs laufen.
Erst danach könnte eine größere Gewinnmitnahme einsetzen.
Ein Rücklauf in den Bereich von 26.000–25.900 Punkten wäre für mich anschließend wesentlich interessanter, um nach besseren Long-Möglichkeiten Ausschau zu halten.
Daher gilt für mich aktuell:
Nicht blind in die Stärke shorten.
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7. Fazit
Der Wochenstart ist zunächst ruhig und freundlich. Gleichzeitig sollten wir die geopolitischen Risiken und insbesondere die Entwicklung von Öl weiterhin genau beobachten.
Ich wäre aktuell sehr vorsichtig mit Shorts.
Sollte sich die geopolitische Lage weiter entspannen, könnte insbesondere ein fallender Ölpreis zusätzlichen Druck aus dem Markt nehmen und einen weiteren starken Short Squeeze beziehungsweise Risk-On-Move auslösen.
Gleichzeitig kann der US-CPI am Mittwoch das komplette Bild verändern. Die Inflationsdaten können einen erheblichen Einfluss auf die Erwartungen an die Monetary Policy und damit auf den zukünftigen Zinspfad der Fed haben.
Für mich spricht das aktuelle Setup daher eher dafür, Rücksetzer für Longs zu beobachten, anstatt aggressiv gegen den bestehenden Aufwärtstrend zu shorten.
Keine Anlageberatung. Dies stellt ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung dar.
Wünsche euch wie immer stabile Trades!
Daxanalyse
DAX Tagesausblick 09.Juli-Neue Eskalation im Iran- Risk Off?Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche verschiebt sich der Fokus der Marktteilnehmer nun vollständig auf die Geopolitik und die Geldpolitik. Die erneute Eskalation im Nahen Osten hat den Ölpreis innerhalb kürzester Zeit wieder deutlich ansteigen lassen und sorgt für neue Inflationssorgen. Gleichzeitig richtet sich heute Abend der Blick auf die FOMC Meeting Minutes, die Hinweise auf den weiteren Zinspfad der US-Notenbank liefern könnten. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, robustem Arbeitsmarkt und einer weiterhin restriktiven Federal Reserve könnte den Druck auf Risk Assets kurzfristig deutlich erhöhen.
Agenda
• Geopolitische Lage
• Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern und heute
• Märkte und Korrelationen im Überblick
• Risk Assets im Überblick
• DAX charttechnischer Ausblick
• Fazit
Geopolitische Lage
Nachdem sich die Lage zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Wochen zunächst deutlich entspannt hatte, ist die Situation innerhalb weniger Stunden erneut eskaliert.
Auslöser waren mehrere Angriffe auf kommerzielle Tanker in der Straße von Hormus. Nach Angaben westlicher Sicherheitsbehörden wurden mindestens drei Schiffe beschädigt. Besonders brisant ist dabei, dass auch ein großer LNG-Tanker betroffen gewesen sein soll. Die USA machen den Iran für die Angriffe verantwortlich.
Washington reagierte darauf unmittelbar. Die zuvor erteilte Sondergenehmigung, welche dem Iran trotz Sanktionen den Verkauf von Rohöl auf den Weltmarkt erlaubte, wurde wieder aufgehoben. Zusätzlich wurden erneut militärische Angriffe auf iranische Ziele durchgeführt. Der Iran wiederum sprach von einem Bruch der bisherigen Waffenstillstandsvereinbarung und kündigte an, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz seiner nationalen Interessen zu ergreifen.
Damit gerät der erst vor wenigen Wochen vereinbarte Waffenstillstand massiv unter Druck.
Besonders kritisch bleibt dabei die Straße von Hormus. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels sowie ein erheblicher Teil des globalen LNG-Transports laufen täglich durch diese Meerenge. Bereits kleinere militärische Zwischenfälle reichen aus, um die Risikoaufschläge am Energiemarkt deutlich steigen zu lassen.
Genau das sehen wir aktuell.
Der Ölpreis konnte innerhalb kürzester Zeit wieder deutlich zulegen und preist erneut geopolitische Risiken ein. Sollte sich die Lage weiter verschärfen oder sogar die Schifffahrt beeinträchtigt werden, dürfte sich dieser Aufwärtsdruck fortsetzen.
Für die Finanzmärkte entsteht daraus ein sehr problematisches Szenario.
Steigende Energiepreise wirken direkt inflationstreibend. Genau in einer Phase, in der sich die Inflation zuletzt langsam stabilisierte und viele Marktteilnehmer wieder auf eine dovishere Fed und keine Zinserhöhungen hofften.
Hinzu kommt der überraschend schwache US-Arbeitsmarktbericht (NFP) aus der vergangenen Woche.
Genau deshalb rückt der heutige Abend so stark in den Fokus.
Sollten die FOMC Minutes einen weiterhin restriktiven oder sogar hawkischen Ton bestätigen, könnte sich der Markt erneut auf einen längeren Zeitraum hoher Zinsen einstellen. Das wäre kurzfristig belastend für Aktien, Kryptowährungen und andere Risk Assets.
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Rückblick auf Dienstag
Der Dienstag verlief aus makroökonomischer Sicht insgesamt vergleichsweise ruhig.
Fed-Gouverneurin Bowman sprach erneut und bekräftigte ihre grundsätzlich restriktive Haltung. Neue geldpolitische Impulse blieben allerdings aus.
Die ADP-Daten sowie die Handelsbilanz standen zwar auf der Agenda, sorgten jedoch kaum für nachhaltige Marktbewegungen.
Interessanter war dagegen die Entwicklung der Inflationserwartungen der New York Fed.
Die One-Year Consumer Inflation Expectations stiegen von 3,5 % auf 3,7 %.
Damit rechnen Verbraucher mittlerweile wieder mit einer höheren Inflation in den kommenden zwölf Monaten. In Verbindung mit den steigenden Energiepreisen ist dies ein Faktor, den die Federal Reserve sehr genau beobachten dürfte.
Auch der erfolgreiche Börsenstart von SpaceX sorgte zunächst für Aufmerksamkeit. Nach dem starken Auftakt setzten jedoch erste Gewinnmitnahmen ein. Der Nasdaq geriet dadurch zusätzlich unter Druck.
Ausblick auf Mittwoch
Heute steht deutlich mehr auf der Agenda.
Nachmittags erscheinen zunächst die US-Rohöllagerbestände.
Die Erwartungen liegen bei einem Rückgang um 1,9 Millionen Barrel nach zuletzt -3,775 Millionen Barrel.
Gerade vor dem Hintergrund der erneuten Nahost-Eskalation dürften diese Daten heute eine besonders hohe Aufmerksamkeit erhalten. Sollten die Lagerbestände erneut stärker fallen als erwartet, könnte dies die Sorge über eine knapper werdende Versorgung zusätzlich verstärken und den Ölpreis weiter antreiben.
Am frühen Abend folgt anschließend EZB-Direktorin Isabel Schnabel.
Da sich die Inflation in Europa zuletzt etwas beruhigt hatte, dürfte insbesondere interessant werden, ob die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt ihre Einschätzung verändern.
Später folgt die Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen.
Diese Auktionen liefern wichtige Hinweise auf die Nachfrage institutioneller Investoren nach langfristigen Staatsanleihen und geben Rückschlüsse auf die Einschätzung des Kapitalmarktes hinsichtlich Inflation und Zinspffad.
Das absolute Highlight des Tages folgt jedoch um 20:00 Uhr.
Mit den FOMC Meeting Minutes erhalten die Marktteilnehmer detaillierte Einblicke in die Diskussionen der letzten Sitzung der Federal Reserve.
Entscheidend wird sein, ob innerhalb des Offenmarktausschusses bereits Hinweise auf zukünftige Zinsschritte oder veränderte Inflationsrisiken diskutiert wurden.
Nach den schwachen Arbeitsmarktdaten und der neuen Eskalation im Nahen Osten besitzen diese Minutes heute erhebliches Marktpotenzial.
Zusätzlich startet heute offiziell die Berichtssaison. Nach US-Börsenschluss veröffentlicht PepsiCo seine Quartalszahlen und eröffnet damit die Earnings Season.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte infolge der geopolitischen Eskalation innerhalb kurzer Zeit rund sechs Prozent zulegen.
Wie bereits mehrfach in den vergangenen Analysen angesprochen, war der Bereich um 72 US-Dollar die entscheidende Widerstandszone.
Diese wurde nun dynamisch überwunden.
Damit rücken für mich kurzfristig zunächst die Bereiche um 77 Dollar sowie anschließend das Apriltief bei rund 79 Dollar in den Fokus.
Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen oder keine schnelle diplomatische Lösung gefunden werden, halte ich mittelfristig sogar einen erneuten Anstieg in Richtung 90 Dollar für möglich.
Erst wenn der Bereich um 72 Dollar nachhaltig zurückerobert und anschließend wieder unterschritten wird, würde sich das bullische Bild im Ölpreis vorerst wieder eintrüben.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt war die Entwicklung eindeutig.
Die Renditen stiegen über sämtliche Laufzeiten deutlich an.
Dreijährige Staatsanleihen legten knapp zwei Prozent zu.
Fünfjährige Staatsanleihen stiegen ebenfalls rund zwei Prozent.
Zehnjährige Renditen gewannen etwa 1,85 Prozent.
Selbst die 30-jährigen US-Staatsanleihen konnten nochmals rund 1,45 Prozent zulegen.
Die Erklärung bleibt dieselbe.
Steigende Energiepreise erhöhen die Inflationsrisiken.
Steigende Inflation reduziert die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinssenkungen.
Damit bleiben die Finanzierungsbedingungen restriktiv und das Umfeld belastet insbesondere Wachstumswerte und andere Risk Assets.
US-Dollar (DXY)
Auch der Dollar profitierte erneut.
Der DXY konnte sich oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 101 Punkten etablieren.
Solange wir oberhalb von 100,5 bis 100,6 Punkten handeln, bleibt das kurzfristige Bild konstruktiv.
Die nächsten Zielzonen liegen für mich bei 101,5 sowie anschließend im Bereich von 102 Punkten.
Gerade in geopolitischen Unsicherheitsphasen profitiert der Dollar regelmäßig von seiner Rolle als sicherer Hafen.
Volatilitätsindex (VIX)
Der VIX stieg gestern um knapp vier Prozent an.
Mit aktuell rund 16 Punkten bleibt das Niveau allerdings weiterhin deutlich unter der kritischen Marke von 20 Punkten.
Das zeigt, dass die Marktteilnehmer zwar Risiko reduzieren, bislang aber noch keine ausgeprägte Panik eingepreist wird.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia konnte den Handelstag trotz der allgemeinen Marktschwäche leicht positiv abschließen.
Dennoch bleibt die Zone um 200 Dollar weiterhin der entscheidende Widerstand.
Solange dieser Bereich nicht nachhaltig überwunden wird, bleiben für mich zunächst die Unterstützungen bei 190 sowie anschließend 186 Dollar wahrscheinlicher.
Erst oberhalb von 200 Dollar würde sich das technische Bild wieder deutlich aufhellen und Raum bis 208 beziehungsweise 212 Dollar eröffnen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte erneut relative Schwäche.
Nach dem starken Abverkauf am Montag konnte sich der Markt zwar kurzfristig stabilisieren.
Das gestrige Minus von rund 1,2 Prozent sowie das heutige Unterschreiten des gestrigen Tagestiefs bestätigen zunächst das bearish geprägte Gesamtbild.
Auf der Oberseite bleiben die Bereiche um 65.000, 65.700 sowie 67.000 Dollar die entscheidenden Widerstände.
Solange diese Marken nicht zurückerobert werden, bleibe ich auf der Short-Seite positioniert.
S&P 500
Der S&P 500 scheiterte erneut im Bereich der Allzeithochs.
Bereits zum dritten Mal in Folge gelang kein neues Rekordhoch.
Sollte sich die geopolitische Lage weiter verschlechtern und gleichzeitig die FOMC Minutes restriktiv ausfallen, sehe ich zunächst Potenzial bis 7.500 Punkte.
Unterhalb von 7.475 Punkten würde sich die Korrektur in Richtung 7.400 Punkte ausweiten.
Erst oberhalb von 7.600 Punkten würde sich das bullische Szenario wieder deutlich verbessern.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte gestern ebenfalls deutliche Schwäche.
Nach dem Bruch der wichtigen Unterstützung um 29.500 Punkte fiel der Index bis in den Bereich von 29.000 Punkten zurück.
Fundamental spricht aktuell wenig für aggressive Long-Positionen.
Sollte das Wochentief bei rund 28.860 Punkten unterschritten werden, rücken 28.500 sowie anschließend 28.175 Punkte in den Fokus.
Erst oberhalb von 29.500 Punkten beziehungsweise nach einer deutlichen Stabilisierung im Bereich um 29.000 Punkte würde sich das kurzfristige Bild wieder verbessern.
Dow Jones
Auch der Dow Jones notierte nach dem neuen Allzeithoch wieder schwächer.
Kurzfristig bleibt für mich zunächst die Unterstützung bei 52.500 Punkten entscheidend.
Darunter rückt der Bereich um 52.000 Punkte in den Fokus.
Für neue Long-Positionen möchte ich zunächst wieder eine Stabilisierung oberhalb von 53.000 Punkten sehen.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch der DAX geriet gestern massiv unter Druck.
Mit einem Tagesverlust von rund 1,4 Prozent wurde die wichtige Unterstützungszone um 25.500 Punkte dynamisch unterschritten.
Heute konnte der Markt diesen Bereich zwar nochmals testen, wurde dort jedoch erneut verkauft.
Aktuell notiert der DAX bereits im Bereich von rund 25.200 Punkten.
Aus technischer Sicht wird nun insbesondere die psychologisch wichtige Marke bei 25.000 Punkten entscheidend.
Sollte dort eine Stabilisierung einsetzen, könnte dies eine interessante Gelegenheit darstellen, um sich wieder in den übergeordneten Aufwärtstrend einzukaufen.
Bricht allerdings auch diese Unterstützung, dürfte sich die Korrektur zunächst weiter ausdehnen.
Für neue Long-Positionen würde ich aktuell Geduld bewahren.
Eine nachhaltige Rückeroberung der 25.500 Punkte oder eine deutliche Entspannung im Nahen Osten wären für mich die ersten Voraussetzungen, um wieder offensiver auf der Long-Seite aktiv zu werden.
Fazit
Die Märkte stehen aktuell an einem äußerst sensiblen Punkt.
Noch vor wenigen Tagen dominierte die Hoffnung auf eine allmählich lockerere Geldpolitik nach den zuletzt rückläufigen Inflationsdaten und schwachen NFP daten.
Mit der erneuten Eskalation im Nahen Osten kommt nun ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu.
Steigende Ölpreise erhöhen das Risiko einer wieder anziehenden Inflation. Genau das wäre das ungünstigste Szenario für die Federal Reserve.
Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnten Zinserhöhungen erneut nach vorne verschoben werden und die Notenbank einen restriktiveren Kurs beibehalten als vom Markt aktuell eingepreist wird.
Entsprechend hoch ist heute Abend die Bedeutung der FOMC Meeting Minutes.
Sollten diese einen weiterhin hawkischen Grundton erkennen lassen, während gleichzeitig die geopolitischen Spannungen bestehen bleiben, dürfte das kurzfristig zusätzlichen Druck auf Aktien, Kryptowährungen und andere Risk Assets ausüben.
Entspannt sich die Lage hingegen schnell und liefern die Minutes keine neuen restriktiven Überraschungen, könnte sich die aktuelle Korrektur ebenso schnell wieder auflösen.
Bis dahin bleibt Vorsicht jedoch das oberste Gebot. Die nächsten 24 bis 48 Stunden könnten richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Märkte in den kommenden Wochen werden.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 03.Juli- NFP-Auswertung,Geopolitik&Risk AssetsDer gestrige Handelstag stand vollständig im Zeichen des US-Arbeitsmarktberichts (Non-Farm Payrolls). Die Daten fielen auf den ersten Blick gemischt aus, unter dem Strich überwog jedoch ein leicht bullisches Signal für die Finanzmärkte. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage angespannt – sowohl im Nahen Osten als auch rund um Taiwan. Im heutigen Ausblick werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen und analysieren, welche Auswirkungen sie auf den DAX und die internationalen Märkte haben könnten.
Agenda
* Geopolitische Lage
* Fundamentaldaten gestern – NFP im Fokus
* Was bedeuten die Daten für die Fed?
* Heute im Fokus
* Märkte & Korrelationen
* Risk Assets im Überblick
* Charttechnischer DAX-Ausblick
* Fazit
Geopolitische Lage
Naher Osten
Die Lage zwischen Iran, Israel und den USA bleibt trotz ausbleibender neuer militärischer Eskalationen äußerst angespannt.
Im Mittelpunkt steht derzeit die Beisetzung des iranischen Obersten Führers. Die iranische Führung nutzt die landesweiten Trauerveranstaltungen gezielt zur Demonstration von Stärke und Geschlossenheit. Millionen Menschen werden zu Prozessionen erwartet, während Sicherheitskräfte im ganzen Land massiv präsent sind.
Gleichzeitig bekräftigte Teheran erneut, auf mögliche weitere Angriffe der USA oder Israels entschlossen reagieren zu wollen. Damit bleibt das Risiko einer erneuten Eskalation bestehen.
Auch die Straße von Hormus bleibt einer der wichtigsten Unsicherheitsfaktoren für den Ölmarkt. Bislang gibt es jedoch keinerlei Hinweise auf eine Blockade oder Einschränkungen des Schiffsverkehrs. Entsprechend blieb auch die Reaktion am Ölmarkt zuletzt vergleichsweise ruhig. Mehrere Europäische Nationen sehen zukünftig kein Ausweg mehr, an Iran und den Oman Zoll ähnliche Gebühren für den Transport der Tanker durch die Straße von Hormus zu bezahlen.
Für die Märkte bedeutet dies, dass die geopolitische Risikoprämie bestehen bleibt, aktuell jedoch nicht weiter zunimmt.
China & Taiwan
Auch in Asien bleiben die Spannungen hoch.
Taiwan führte in dieser Woche groß angelegte Zivilschutz- und Verteidigungsübungen durch. Erstmals wurden dabei nicht nur militärische Szenarien, sondern auch Cyberangriffe, Sabotage kritischer Infrastruktur, Desinformation sowie wirtschaftliche Krisenszenarien simuliert.
Parallel dazu setzte China seine Militärpräsenz rund um Taiwan fort und entsandte erneut Kriegsschiffe sowie Kampfflugzeuge in die Region.
Kurzfristig bleibt die Lage zwar stabil, dennoch zeigt sich immer deutlicher, dass beide Seiten ihre Vorbereitungen auf einen möglichen Krisenfall weiter intensivieren.
Für die Finanzmärkte ist dies vor allem hinsichtlich der globalen Halbleiterindustrie und internationaler Lieferketten ein wichtiger Risikofaktor.
Fundamentaldaten gestern – NFP im Fokus
Der gestrige US-Arbeitsmarktbericht lieferte insgesamt ein gemischtes Bild.
Non-Farm Payrolls
57.000
(Erwartung: 114.000 | Vormonat: 172.000 → auf 129.000 nach unten revidiert)
Die Beschäftigung fiel damit deutlich schwächer aus als erwartet.
Besonders wichtig war jedoch die Revision der Vormonate. Zusammen wurden April und Mai um insgesamt 74.000 Stellen nach unten korrigiert, wodurch sich das Bild eines sich weiter abschwächenden US-Arbeitsmarktes nochmals bestätigt.
Arbeitslosenquote
4,2 %
(Erwartung: 4,3 % | Vormonat: 4,3 %)
Auf den ersten Blick wirkt dieser Wert überraschend stark.
Allerdings sank gleichzeitig die Erwerbsquote (Participation Rate) von 61,8 % auf 61,5 %. Weniger Menschen nehmen aktuell am Arbeitsmarkt teil, wodurch die Arbeitslosenquote trotz schwächerer Beschäftigung sinken kann. Das relativiert den positiven Eindruck deutlich.
Durchschnittliche Stundenlöhne
+0,3 %
(genau im Rahmen der Erwartungen)
Die Lohnentwicklung bleibt stabil und signalisiert aktuell keinen neuen Inflationsdruck über den Arbeitsmarkt.
Initial Jobless Claims
215.000
(Erwartung: 219.000 | Vorwoche: 216.000)
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen leicht zurück und bestätigen weiterhin keinen abrupten Einbruch des Arbeitsmarktes.
Was bedeuten die Daten für die Fed?
Unter dem Strich ergibt sich ein insgesamt leicht dovishes Bild.
Der Arbeitsmarkt verliert weiter an Dynamik, gleichzeitig bleibt der Lohndruck unter Kontrolle. Genau diese Kombination interpretierten die Märkte letztlich positiv.
Besonders interessant war die Reaktion der Zinserwartungen. Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten verschoben Marktteilnehmer den nächsten erwarteten Zinsschritt der Fed leicht nach hinten. Während zuvor ein weiterer Zinsschritt bereits verstärkt für September diskutiert wurde, verlagerte sich diese Erwartung nach den Daten auf einen späteren Zeitpunkt. Damit nahm der kurzfristige Zinserhöhungsdruck etwas ab.
Insgesamt bestätigen die Daten somit eher eine graduelle Abschwächung des Arbeitsmarktes, ohne gleichzeitig neuen Inflationsdruck entstehen zu lassen.
Rückblick auf meine NFP-Szenarien
Im gestrigen Spezialvideo hatte ich drei mögliche Szenarien vorgestellt.
Eingetreten ist letztlich überwiegend das bullische Szenario.
Zwar fiel die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,2 %, allerdings wurden die schwachen Non-Farm Payrolls, die deutlichen Abwärtsrevisionen sowie die stabile Lohnentwicklung vom Markt insgesamt stärker gewichtet.
Genau deshalb konnten sich Risk Assets nach der ersten Reaktion stabilisieren und die Zinserwartungen verschoben sich leicht nach hinten.
Heute im Fokus
Nach den gestrigen NFP-Daten steht heute ein deutlich ruhigerer Handelstag bevor.
In den USA wird aufgrund des Independence Day kaum regulär gehandelt. Entsprechend dürfte das Handelsvolumen insbesondere am Nachmittag deutlich geringer ausfallen.
Fundamental stehen heute lediglich die europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) sowie einige Reden von Notenbankvertretern im Fokus. Insgesamt dürfte der gestrige Arbeitsmarktbericht jedoch das wichtigste Ereignis dieser Handelswoche bleiben.
Märkte & Korrelationen
US Oil
Am Ölmarkt kam es gestern zunächst zu einem deutlichen Abverkauf bis auf rund 67 US-Dollar je Barrel. Dieses Niveau wurde jedoch konsequent gekauft, wodurch Öl den Handelstag sogar leicht mit rund 0,55 % im Plus beenden konnte.
Heute wurde bereits das Tageshoch überschritten und der Markt testet aktuell den Bereich um 69 US-Dollar.
Aus charttechnischer Sicht bleibt diese Marke kurzfristig entscheidend. Erst oberhalb von 69 US-Dollar würde sich weiteres Potenzial in Richtung 72 US-Dollar eröffnen.
Sollte sich der Markt hingegen erneut unterhalb dieser Zone etablieren, halte ich weiterhin einen Rücksetzer bis in den Bereich um 65 US-Dollar für möglich.
Grundsätzlich bleibt Öl trotz der geopolitischen Risiken weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 70 US-Dollar. Damit haben sich die Energiepreise zuletzt deutlich entspannt, was auch aus Sicht der zukünftigen Inflation zunächst ein positives Signal darstellt.
Gleichzeitig bleibe ich jedoch dabei: Sollte sich die geopolitische Lage kurzfristig wieder verschärfen, kann es aufgrund der aktuell eingepreisten Deeskalation jederzeit zu einem sehr dynamischen Short Squeeze am Ölmarkt kommen.
US-Staatsanleihen
Am US-Anleihemarkt kam es nach den NFP-Daten zunächst zu fallenden Renditen. Ein Großteil dieser Bewegung wurde jedoch im weiteren Handelsverlauf bereits wieder ausgeglichen.
Da der US-Anleihemarkt aufgrund des heutigen Feiertages bereits seit gestern Abend geschlossen ist, lassen sich daraus aktuell nur begrenzt neue Rückschlüsse ziehen.
Unter dem Strich notieren die Renditen nahezu auf dem Niveau vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten.
US-Dollar (DXY)
Auch beim US-Dollar ist das im gestrigen Video beschriebene Szenario eingetreten.
Der Dollar-Index ist unter die Marke von 101 Punkten gefallen und testet aktuell den wichtigen Unterstützungsbereich um 100,5 bis 100,6 Punkte.
Hier dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, ob der Dollar wieder innerhalb seiner langfristigen Jahresrange Stärke aufbauen kann oder ob der Ausbruch nach unten Bestand hat.
Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von den kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten sowie der Kommunikation der Federal Reserve abhängen.
Volatilitätsindex (VIX)
Auch der Volatilitätsindex setzte seine Abwärtsbewegung fort.
Mit aktuell rund 16 Punkten bleibt die implizite Volatilität auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Der Markt preist derzeit keine außergewöhnlichen kurzfristigen Risiken ein und signalisiert weiterhin ein konstruktives Umfeld für Risk Assets.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verlor gestern weitere 1,48 % und schloss bei 194,83 US-Dollar.
Das technische Bild bleibt kurzfristig angeschlagen.
Solange der Bereich um 200 US-Dollar nicht nachhaltig überwunden wird, halte ich einen Rücksetzer in Richtung 189 bis 186 US-Dollar weiterhin für wahrscheinlicher.
Erst oberhalb von 200 US-Dollar würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen und Potenzial bis in den Bereich um 208 US-Dollar eröffnen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte gestern erneut relative Stärke.
Mit einem Tagesplus von rund 2,6 % konnten erstmals seit längerer Zeit wieder zwei starke Tageskerzen in Folge ausgebildet werden.
Besonders wichtig war dabei der Schlusskurs oberhalb der entscheidenden Unterstützung von 61.000$.
Solange Bitcoin nun oberhalb dieses Bereiches bleibt und zusätzlich das gestrige Tageshoch überschreiten kann, sehe ich kurzfristig weiteres Potenzial in Richtung 63.000 bis 64.000 US-Dollar.
S&P 500
Der S&P 500 verlor nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten zunächst deutlich an Wert, konnte sich im Bereich um 7.500 Punkte jedoch stabilisieren.
Das Tagestief vom Dienstag wurde erfolgreich verteidigt.
Bereits heute Morgen notieren die Futures wieder freundlich und bestätigen damit, dass die NFP-Daten vom Markt insgesamt positiv interpretiert wurden.
Aufgrund des heutigen US-Feiertages rechne ich allerdings mit einem sehr ruhigen Handelsverlauf.
Das übergeordnete bullische Marktumfeld bleibt für mich unverändert intakt.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigte sich gestern deutlich schwächer als die übrigen US-Indizes.
Mit einem Minus von rund 1,64 % wurde der Bereich um 30.000 Punkte erneut klar abverkauft.
Der Index schloss unterhalb von 29.500 Punkten und testet aktuell erneut die Unterstützung im Bereich um 29.000 Punkte.
Entscheidend wird nun sein, ob sich diese Zone erneut als Unterstützung behaupten kann oder ob die 29.500 Punkte künftig als Widerstand fungieren.
Kurzfristig bleibt der Nasdaq damit der technisch schwächste der großen US-Indizes.
KI/Tech-Werte geraten aktuell weiter unter Druck und ziehen den Nasdaq mit sich nach unten.
US30 (Dow Jones)
Der Dow Jones präsentierte sich dagegen erneut äußerst stark.
Mit einem Tagesplus von über 1 % wurden neue Allzeithochs markiert und erstmals auch die Marke von 53.000 Punkten überschritten.
Bereits im gestrigen Video hatte ich oberhalb von 52.500 Punkten weiteres Potenzial in Richtung 53.000 Punkte angesprochen.
Kurzfristig bleibe ich hier konstruktiv und rechne weiterhin mit neuen Allzeithochs.
Nichtsdestotrotz sind nach einem derart dynamischen Anstieg jederzeit kurzfristige Gewinnmitnahmen möglich. Genau diese Rücksetzer werde ich kommende Woche gezielt nach neuen Long-Setups beobachten.
Charttechnischer DAX-Ausblick
Der DAX zeigte gestern erneut enorme Stärke.
Mit einem Tagesplus von rund 2,35 % wurde nahezu der gesamte Widerstandsbereich inklusive der Marke von 25.500 Punkten sowie sämtlicher Allzeithochs dynamisch überschritten.
Besonders beeindruckend war dabei das Momentum. Ohne nennenswerte Schwäche setzte sich der Markt direkt über alle relevanten Widerstände hinweg und markierte sowohl auf Monats- als auch auf Quartalsbasis neue Rekordstände.
Genau dieses starke Momentum spricht zunächst für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends.
Dennoch sollte man an dieser Stelle vorsichtig bleiben.
Historisch kam es nach neuen Allzeithochs im DAX häufig zu schnellen und teilweise sehr deutlichen Gewinnmitnahmen. Das muss sich dieses Mal selbstverständlich nicht wiederholen, dennoch sollte dieses Risiko aktuell jedem Marktteilnehmer bewusst sein.
Ich persönlich warte nun bevorzugt auf einen Rücklauf an die ehemaligen Allzeithochs beziehungsweise an den Bereich um 25.500 Punkte. Gelingt dort eine erfolgreiche Stabilisierung, würde dies den Ausbruch zusätzlich bestätigen.
Insgesamt überwiegt für mich aufgrund des starken Momentums aktuell jedoch weiterhin das bullische Szenario.
Fazit
Die gestrigen Arbeitsmarktdaten zeigen eine weitere Abschwächung des US-Arbeitsmarktes, ohne dass gleichzeitig neuer Inflationsdruck entsteht. Genau diese Kombination wurde von den Märkten insgesamt positiv aufgenommen.
Auch geopolitisch bleibt die Lage sowohl im Nahen Osten als auch rund um Taiwan angespannt. Solange es jedoch zu keiner weiteren Eskalation kommt, dürfte der Fokus der Märkte zunächst wieder stärker auf Konjunktur- und Notenbankdaten liegen.
Mit dem heutigen US-Feiertag rechne ich insgesamt mit einem sehr ruhigen Handelstag und entsprechend geringer Volatilität. Nach einer ereignisreichen Woche steht für mich heute deshalb klar der Kapitalerhalt im Vordergrund.
Ich wünsche euch allen bereits jetzt ein schönes und erholsames Wochenende. Nutzt die Zeit, um die vergangene Handelswoche aufzuarbeiten und mit voller Konzentration in die kommende Woche zu starten.
Keine Anlageberatung – ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
DAX Tagesausblick 30.Juni-Letzter Handelstag Juni/Q2 2026!Letzter Handelstag des Monats Juni und des zweiten Quartals
Geopolitische Lage
Der heutige Handel steht ganz im Zeichen des Quartals- und Monatsultimo. Neben den anstehenden Konjunkturdaten bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten der wichtigste externe Einflussfaktor auf die Märkte.
Zwischen den USA und dem Iran laufen weiterhin diplomatische Bemühungen, die Situation bleibt jedoch fragil. Reuters berichtet, dass technische Delegationen beider Länder nach Doha reisen, direkte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran bislang jedoch nicht bestätigt wurden. Beide Seiten werfen sich weiterhin Verstöße gegen die Waffenruhe vor, während Iran auf seiner Kontrolle über die Straße von Hormus besteht. US-Präsident Donald Trump bezeichnete mögliche Gespräche in Doha selbst als “vielleicht wichtig, vielleicht aber auch nicht”, wodurch die Unsicherheit bestehen bleibt.
Trotz der angespannten politischen Lage hat sich die Situation an den Rohstoffmärkten deutlich entspannt. Brent-Öl notiert aktuell wieder im Bereich von rund 70 US-Dollar und damit nahezu auf dem Niveau vor der jüngsten Eskalation. Marktstrategen sehen darin ein positives Signal für die Weltwirtschaft, da sinkende Energiepreise den Inflationsdruck reduzieren und gleichzeitig die Margen vieler Unternehmen verbessern können.
Auch an den Aktienmärkten überwiegt aktuell wieder die Zuversicht. Die US-Futures sowie die europäischen Futures tendierten im asiatischen Handel fester, nachdem Hoffnungen auf eine weitere Deeskalation die Risikobereitschaft der Anleger stützten. Gleichzeitig bleibt das Risiko kurzfristiger geopolitischer Schlagzeilen bestehen, weshalb jederzeit mit erhöhter Volatilität gerechnet werden muss.
Neben der geopolitischen Entwicklung sorgte heute Morgen zudem eine OMFIF-Studie für Aufmerksamkeit. Erstmals planen mehr Zentralbanken, ihre US-Dollar-Reserven in den kommenden Jahren zu reduzieren als auszubauen. Gleichzeitig gewinnt Gold als strategischer Reservewert weiter an Bedeutung, während Euro, Renminbi sowie kleinere Reservewährungen schrittweise an Gewicht gewinnen. Kurzfristig bleibt der US-Dollar aufgrund des höheren US-Zinsniveaus und der robusten US-Wirtschaft jedoch weiterhin die dominierende Reservewährung.
Aus Asien kamen dagegen überwiegend positive Nachrichten. Der chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe überraschte leicht positiv und signalisiert weiterhin Expansion. Gleichzeitig steuern die asiatischen Aktienmärkte auf eines der stärksten Quartale der vergangenen Jahre zu. Besonders Japan, Taiwan und Südkorea profitieren weiterhin von der anhaltenden Nachfrage im Halbleiter- und KI-Sektor.
Fundamentaldaten heute
Zum Abschluss des zweiten Quartals ist der heutige Wirtschaftskalender noch einmal gut gefüllt.
Bereits veröffentlicht wurden die deutschen Einzelhandelsumsätze, die mit einem Anstieg von 1,1 % deutlich über den Erwartungen lagen und auf eine robuste Konsumnachfrage hindeuten. Gleichzeitig fielen die französischen Inflationsdaten etwas schwächer aus als erwartet und stützen damit die Hoffnung auf einen weiter nachlassenden Inflationsdruck innerhalb der Eurozone.
Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Fokus zunächst auf mehrere Reden von EZB-Mitgliedern, darunter Elderson, Schnabel und Lane. Aussagen zur Inflation oder zum weiteren Zinspfad könnten insbesondere den Euro sowie europäische Anleihe- und Aktienmärkte bewegen.
Im Mittelpunkt der europäischen Daten steht anschließend der deutsche Verbraucherpreisindex (CPI). Erwartet wird gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um 0,1 % nach zuvor -0,2 %. Fällt die Inflation höher als erwartet aus, könnte dies die Erwartungen an weitere Zinserhöhung der EZB verstärken und kurzfristig Druck auf Risk Assets wie DAX ausüben. Schwächere Inflationsdaten würden dagegen die Hoffnung auf einen lockereren geldpolitischen Kurs stärken und könnten Aktien zusätzlich unterstützen.
Am Nachmittag rücken dann die USA in den Fokus. Zunächst wird der Chicago PMI veröffentlicht. Erwartet werden 60,0 Punkte nach zuvor 62,7. Ein stärker als erwarteter Wert würde auf eine robuste Industrie hindeuten, gleichzeitig aber auch die Wahrscheinlichkeit länger hoher Zinsen erhöhen. Schwächere Daten könnten dagegen Zinssenkungserwartungen stützen, gleichzeitig jedoch neue Konjunktursorgen auslösen.
Besonders wichtig werden anschließend die JOLTS Job Openings für Mai. Erwartet werden 7,28 Millionen offene Stellen nach zuvor 7,618 Millionen. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes bleibt einer der wichtigsten Faktoren für die US-Notenbank. Mehr offene Stellen sprechen für einen weiterhin angespannten Arbeitsmarkt und könnten Zinssenkungserwartungen zurückdrängen. Deutlich schwächere Zahlen würden dagegen den geldpolitischen Druck auf die Federal Reserve erhöhen.
Ebenfalls im Fokus steht das Conference Board Consumer Confidence. Erwartet werden 94,2 Punkte nach zuvor 93,1. Da der private Konsum rund zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmacht, besitzt dieser Indikator hohe Bedeutung für die weitere Konjunktureinschätzung. Eine stärker als erwartete Verbraucherstimmung würde die Robustheit der US-Wirtschaft unterstreichen, gleichzeitig aber ebenfalls höhere Zinsen länger rechtfertigen. Schwächere Werte würden dagegen Zinssenkungsfantasien unterstützen, könnten jedoch gleichzeitig Rezessionssorgen verstärken.
Der Hauptfokus der Woche bleibt allerdings weiterhin auf den US-Arbeitsmarktdaten (NFP) am Donnerstag gerichtet, welche aktuell den wichtigsten makroökonomischen Impuls für die Märkte darstellen dürften.
Märkte und Korrelationen
US Oil
Am Ölmarkt bleibt die technische Ausgangslage unverändert. Seit gestern bewegt sich US Oil innerhalb einer klar definierten Range zwischen 69 und 72 US-Dollar. Weder das Hoch noch das Tief dieser Spanne konnten bislang überwunden werden. Solange sich der Markt innerhalb dieser Range bewegt, bleibt das neutrale Bild bestehen. Ein Tagesschluss über 72 US-Dollar würde aus meiner Sicht weiteres Potenzial bis in den Bereich von 77 US-Dollar eröffnen. Ein Bruch unter 69 US-Dollar dagegen würde zunächst Ziele bei 67 und anschließend 65 US-Dollar aktivieren.
US-Bonds
Bei den US-Staatsanleihen zeigte sich zu Wochenbeginn zunächst leichte Stärke, diese Gewinne wurden im Verlauf jedoch wieder vollständig abgegeben. Insgesamt bewegen sich sowohl Anleihekurse als auch Renditen aktuell nahezu auf dem Niveau des Wochenstarts. Das bestätigt weiterhin ein insgesamt neutrales Umfeld am Rentenmarkt.
DXY/USD
Der US-Dollar-Index (DXY) setzte gestern seine leichte Korrektur mit einem Minus von rund 0,3 % fort. Heute wurde bereits das gestrige Tageshoch überschritten. Charttechnisch bleibt das Bild unverändert. Unterhalb von 101 Punkten würde sich weiteres Korrekturpotenzial bis in den Bereich von 100,5 bis 100,6 Punkten eröffnen. Gelingt dagegen ein Ausbruch über 101,5 Punkte, rückt die Zone um 102 Punkte wieder in den Fokus.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX gab gestern erneut um rund vier Prozent nach und notiert aktuell bei etwa 17,5 Punkten. Damit bleibt die implizite Volatilität im S&P 500 weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Von einer ausgeprägten Risikoaversion oder Panik am Markt kann derzeit keine Rede sein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte gestern erste Stabilisierungstendenzen nach der starken Korrektur der vergangenen Woche. Die Aktie testete erfolgreich die wichtige Unterstützungszone um 190 US-Dollar und konnte den Handel oberhalb der Monatstiefs bei rund 195 US-Dollar beenden. Für die kommenden Handelstage bleibt die Marke von 200 US-Dollar entscheidend. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, rückt zunächst die Zone um 213 US-Dollar in den Fokus. Solange Nvidia jedoch unterhalb von 200 US-Dollar notiert, bleibt ein erneuter Rücklauf in Richtung 190 beziehungsweise 186 US-Dollar möglich.
Bitcoin
Bitcoin konnte zum Wochenstart ebenfalls eine leichte Erholung einleiten und respektierte das Tief vom Sonntag. Gleichzeitig wurde das Tageshoch überschritten und das Wochentief der Vorwoche erfolgreich verteidigt. Im heutigen Handel gibt die Kryptowährung jedoch bereits wieder nach und notiert aktuell im Bereich von 59.500 US-Dollar. Solange kein Tagesschluss oberhalb von 61.000 US-Dollar gelingt, bleibt mein kurzfristiger Bias weiterhin bearish. Ein Bruch der psychologisch wichtigen 60.000-Dollar-Marke könnte weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 58.000 beziehungsweise 57.000 US-Dollar eröffnen.
SPX
Der S&P 500 präsentierte sich zum Wochenstart dagegen ausgesprochen stark. Mit einem Plus von rund 1,4 % wurde die zentrale Widerstandszone um 7.500 Punkte nahezu erreicht. Das gestrige Tageshoch wurde heute bereits überschritten. Solange sich der Index oberhalb von 7.500 Punkten behaupten kann, bleibt das bullische Szenario mit Kurszielen bei 7.551 und anschließend 7.600 Punkten aktiv. Erst eine deutliche Ablehnung an dieser Zone würde das kurzfristige Bild wieder eintrüben.
NASDAQ
Auch der Nasdaq setzte seine Erholung dynamisch fort. Nach der erfolgreichen Verteidigung der 29.000-Punkte-Zone notiert der Index mittlerweile wieder oberhalb von 29.500 Punkten und testet aktuell die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten. Kann sich der Markt nachhaltig darüber etablieren, rückt das Monatshoch vom Mai im Bereich von 30.500 Punkten in den Fokus. Sollte die 30.000 hingegen erneut als Widerstand fungieren, dürfte zunächst die Unterstützung bei 29.500 Punkten wieder entscheidend werden.
US30
Der Dow Jones zeigte ebenfalls einen starken Wochenauftakt und konnte die Unterstützungszone um 52.000 Punkte erfolgreich verteidigen. Gleichzeitig wurde das Tageshoch vom Freitag überschritten. Gelingt heute ein weiterer Ausbruch nach oben, sehe ich zunächst Potenzial bis 52.500 Punkte und anschließend in Richtung neuer Allzeithochs bei 52.800 bis 53.000 Punkten. Ein Rückfall unter 52.000 Punkte würde das kurzfristige Bild dagegen wieder eintrüben und Ziele bei 51.600 beziehungsweise 51.500 Punkten aktivieren.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte zum Wochenstart einen insgesamt richtungslosen Handel innerhalb einer breiten Range. Zwar wurden die Tiefs der Vorwoche erneut angelaufen, diese konnten jedoch erfolgreich verteidigt werden. Gleichzeitig scheiterte der Index erneut an der wichtigen Widerstandszone um das Monatshoch vom April sowie dem bisherigen Jahreshoch im Bereich von 24.800 Punkten. Insgesamt endete der Handelstag leicht bearish.
Zur London-Eröffnung notiert der DAX bereits wieder oberhalb des gestrigen Tagestiefs und verteidigt aktuell weiterhin die Zone um 24.800 Punkte. Solange sich der Markt oberhalb dieses Bereichs behaupten kann, bleibt für mich ein erneuter Anlauf auf die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten wahrscheinlich. Entwickelt sich zusätzlich positives Momentum, rückt anschließend auch die Zone um 25.200 Punkte in den Fokus.
Sollte der DAX dagegen erneut deutlich an der 24.800er-Zone scheitern und per Tagesschluss darunter zurückfallen, würde sich das kurzfristige Bild wieder eintrüben. In diesem Fall dürfte zunächst das Wochentief der Kalenderwoche 26 und anschließend die entscheidende Unterstützungszone um 24.500 Punkte erneut getestet werden. Welche Seite sich letztlich durchsetzt, dürfte maßgeblich von den heutigen Inflations- und US-Konjunkturdaten sowie vom allgemeinen Marktsentiment abhängen.
Fazit
Mit dem heutigen Handel endet sowohl der Monat Juni als auch das zweite Quartal 2026. Erfahrungsgemäß führen Quartals- und Monatsultimo häufig zu Portfolioanpassungen institutioneller Investoren, erhöhten Handelsvolumina und teilweise deutlichen Bewegungen zum Handelsende. Auch der morgige Handel kann durch Nachholeffekte und Umschichtungen nochmals von erhöhter Volatilität geprägt sein.
Der fundamentale Fokus bleibt heute sekundär auf den Inflationsdaten aus Deutschland sowie primär den wichtigen US-Konjunkturdaten am Nachmittag. Übergeordnet richtet sich der Blick der Märkte jedoch bereits auf die US-Arbeitsmarktdaten (NFP) am Donnerstag, die aktuell den wichtigsten makroökonomischen Impuls dieser Woche darstellen dürften.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades!
DAX Tagesausblick 26.Juni-25.000 Punkte Marke schwerer Gegner!Der gestrige Handelstag hatte es fundamental erneut in sich. Während die US-Konjunkturdaten insgesamt deutlich robuster ausfielen als erwartet und eigentlich für weiteren Druck auf Risk Assets hätten sorgen müssen, blieb die große Verkaufswelle aus. Stattdessen zeigten sich die Märkte erstaunlich widerstandsfähig. Genau diese Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Marktreaktion dürfte heute sowie vor allem in den letzten Handelstagen des Monats und Quartals eine entscheidende Rolle spielen.
Neben den Konjunkturdaten rückte erneut die geopolitische Lage im Nahen Osten in den Fokus. Gleichzeitig sorgten Micron mit überragenden Quartalszahlen sowie zahlreiche Analysten-Upgrades im KI-Sektor für Rückenwind im Technologiesektor. Auf der anderen Seite mehren sich jedoch die Hinweise, dass die Bewertung vieler KI-Unternehmen inzwischen extrem ambitioniert geworden ist und die Erwartungen entsprechend hoch liegen.
Vor dem Wochenende treffen damit mehrere Faktoren aufeinander: eine weiterhin restriktive Geldpolitik, robuste US-Wirtschaftsdaten, fragile geopolitische Entwicklungen sowie mögliche Gewinnmitnahmen zum Monats- und Quartalsende.
Geopolitische Lage
Die Lage im Nahen Osten bleibt trotz des jüngsten Waffenstillstands zwischen Iran und Israel weiterhin angespannt. Zwar hat sich die unmittelbare militärische Eskalation deutlich beruhigt, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein.
Besonders im Fokus bleibt weiterhin die Straße von Hormus. Nachdem in den vergangenen Tagen Sorgen über eine mögliche Blockade oder massive Einschränkungen bestanden hatten, zeigen aktuelle Schifffahrtsdaten inzwischen wieder eine deutliche Normalisierung des Verkehrs. Zahlreiche Tanker passieren die Meerenge wieder regulär und der Schiffsverkehr bewegt sich inzwischen teilweise sogar wieder auf oder leicht über dem langfristigen Durchschnitt. Damit fällt ein erheblicher Teil der zuvor eingepreisten geopolitischen Risikoprämie im Ölmarkt zunächst wieder weg.
Dennoch bleibt die Situation fragil. Die Versicherungsprämien für Tanker befinden sich weiterhin auf außergewöhnlich hohen Niveaus und liegen um ein Vielfaches über den üblichen Kosten vor Beginn der Eskalation. Zudem wurden zuletzt erneut Zwischenfälle mit Handelsschiffen in der Region gemeldet, weshalb das Risiko weiterer Störungen keineswegs vollständig verschwunden ist.
Auch diplomatisch laufen die Gespräche weiter. Zwischen den USA und Iran werden die technischen Verhandlungen nach dem jüngsten Waffenstillstand fortgesetzt. Beide Seiten arbeiten derzeit an mehreren Arbeitsgruppen, die sich unter anderem mit Sanktionen, der zukünftigen nuklearen Überwachung sowie Sicherheitsfragen in der Region beschäftigen. Eine endgültige Einigung steht allerdings weiterhin aus.
Iran betonte zuletzt erneut, dass sämtliche Schiffsbewegungen in der Straße von Hormus unter eigener Kontrolle stünden und sämtliche Regelungen eingehalten werden müssten. Gleichzeitig machten die USA deutlich, dass man keinerlei Gebühren oder Einschränkungen für den internationalen Schiffsverkehr akzeptieren werde.
Auch die Lage zwischen Israel und der Hisbollah bleibt weiterhin angespannt. Zwar kam es zuletzt zu deutlich weniger Angriffen als noch vor wenigen Wochen, eine politische Lösung ist allerdings weiterhin nicht in Sicht. Israel besteht auf Sicherheitsgarantien entlang der Grenze zum Libanon, während Iran einen vollständigen Rückzug israelischer Truppen als Voraussetzung für weitere Fortschritte betrachtet.
Insgesamt bleibt die geopolitische Situation daher zwar deutlich entspannter als noch vor einer Woche, jedoch keineswegs gelöst. Für die Finanzmärkte bedeutet dies, dass die unmittelbare Öl-Risikoprämie weiter zurückgeht, geopolitische Überraschungen jedoch jederzeit wieder zu erhöhter Volatilität führen können.
KI-Sektor bleibt der wichtigste Treiber
Während geopolitisch vor allem die Risikoprämie zurückgeht, richtet sich der Fokus der Anleger zunehmend wieder auf die laufende Berichtssaison der Technologieunternehmen.
Der klare Gewinner des gestrigen Handelstages war Micron.
Der Speicherhersteller präsentierte Quartalszahlen, welche die ohnehin bereits sehr hohen Erwartungen deutlich übertrafen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen klar über den Analystenschätzungen. Besonders positiv wurde jedoch erneut der Ausblick aufgenommen.
Micron rechnet weiterhin mit einer außergewöhnlich starken Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM), welche insbesondere für KI-Beschleuniger von Nvidia, AMD sowie weiteren Rechenzentrumsanwendungen benötigt werden.
Mehrere Analysten erhöhten daraufhin unmittelbar ihre Kursziele. Bank of America hob ihr Kursziel auf 1.550 US-Dollar an, RBC, Citi sowie zahlreiche weitere Investmentbanken bestätigten ihre Kaufempfehlungen und erwarten weiterhin zweistellige Kurspotenziale. Besonders bemerkenswert ist dabei die Aussage mehrerer Analysten, wonach Micron bereits für große Teile der Jahre 2026 und 2027 nahezu ausverkauft sei. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bleibe außergewöhnlich angespannt und eine deutliche Entspannung werde frühestens in sechs bis acht Quartalen erwartet.
Damit bleibt die strukturelle KI-Nachfrage weiterhin vollständig intakt.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch die Kehrseite dieses Booms.
Apple kündigte deutliche Preiserhöhungen für zahlreiche Produkte an. Sowohl MacBooks als auch iPads und weitere Geräte werden teilweise um mehrere hundert US-Dollar teurer. Hintergrund sind steigende Produktionskosten sowie höhere Preise für Speicher- und Halbleiterkomponenten.
Der Begriff der sogenannten “Chipflation” gewinnt damit zunehmend an Bedeutung. Während KI-Unternehmen enorme Investitionen tätigen, steigen gleichzeitig die Hardwarekosten entlang der gesamten Lieferkette.
Auch Meta, Alphabet, Microsoft und weitere Hyperscaler investieren weiterhin Milliardenbeträge in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur. Diese Investitionen bleiben aktuell der wichtigste Wachstumstreiber für den gesamten Technologiesektor.
Für den Nasdaq bedeutet dies weiterhin Rückenwind auf fundamentaler Seite.
Gleichzeitig steigen jedoch auch die Erwartungen kontinuierlich weiter an. Nach der massiven Rally der vergangenen Monate wird es zunehmend schwieriger, diese hohen Bewertungen dauerhaft zu rechtfertigen. Jede Enttäuschung bei den kommenden Quartalszahlen könnte deshalb deutlich stärkere Kursreaktionen auslösen als noch zu Beginn des Jahres.
Fed- und EZB-Speaker im Fokus
Neben den Unternehmenszahlen standen gestern erneut zahlreiche Aussagen verschiedener Notenbankvertreter im Mittelpunkt.
EZB-Chefvolkswirt Philip Lane betonte erneut, dass die Inflation zwar Fortschritte mache, die Arbeit der Europäischen Zentralbank jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen sei. Insgesamt wirkten seine Aussagen eher neutral bis leicht restriktiv.
Auch aus den USA kamen mehrere wichtige Kommentare.
Fed-Gouverneurin Michelle Bowman blieb ihrer zuletzt eher hawkischen Linie treu und verwies erneut auf weiterhin bestehende Inflationsrisiken. Solange die Preisentwicklung nicht nachhaltig Richtung Zwei-Prozent-Ziel zurückkehre, sei eine vorschnelle Lockerung der Geldpolitik nicht angemessen.
New-York-Fed-Präsident John Williams zeigte sich etwas ausgewogener. Er erklärte, dass sich der Inflationsdruck im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich abschwächen dürfte. Gleichzeitig betonte er jedoch ebenfalls, dass die Inflation weiterhin zu hoch liege und die Geldpolitik deshalb restriktiv bleiben müsse.
Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee sprach von einem “kleinen Hoffnungsschimmer” bei der Entwicklung der Dienstleistungsinflation. Auch er machte jedoch deutlich, dass die Preisentwicklung weiterhin oberhalb des Zielbereichs liege.
Insgesamt ergab sich aus sämtlichen Aussagen kein wirklich dovisher Impuls.
Vielmehr bestätigten die Notenbankvertreter erneut das Bild einer Federal Reserve, die sich aktuell keinerlei Druck verspürt, kurzfristig die Zinsen zu senken. Genau diese Haltung erklärt auch, weshalb Zinssenkungserwartungen zuletzt erneut zurückgenommen wurden.
Trotzdem reagierten weder Anleiherenditen noch US-Dollar mit einem nachhaltigen Ausbruch nach oben.
Der Grund dafür dürfte vor allem darin liegen, dass ein großer Teil dieser restriktiven Erwartungen bereits im Vorfeld eingepreist worden war.
Fundamentaldaten gestern
Auch die gestrigen US-Konjunkturdaten fielen insgesamt robuster aus als erwartet und bestätigten erneut, dass sich die amerikanische Wirtschaft trotz der restriktiven Geldpolitik weiterhin äußerst widerstandsfähig zeigt. Besonders das BIP für das erste Quartal überraschte positiv und wurde mit 2,1 % veröffentlicht, nachdem lediglich 1,6 % erwartet worden waren. Gleichzeitig blieb auch der Arbeitsmarkt stabil. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen mit 215.000 erneut unter den Erwartungen von 225.000, was die weiterhin robuste Beschäftigungssituation unterstreicht.
Auf der Inflationsseite blieb das Bild ebenfalls anspruchsvoll. Der Core PCE Preisindex auf Jahresbasis lag mit 3,4 % weiterhin deutlich oberhalb des Inflationsziels der Fed und auch der monatliche Anstieg bestätigte, dass sich der Preisauftrieb bislang nur langsam abschwächt. Der gesamte PCE-Preisindex stieg auf 4,1 % gegenüber dem Vorjahr und markierte damit den höchsten Wert seit April 2023. Gleichzeitig überraschten die Konsumausgaben mit einem Plus von 0,7 % ebenfalls positiv und lagen oberhalb der Markterwartungen.
Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter fielen zwar erneut negativ aus, entwickelten sich mit -4,5 % jedoch etwas besser als prognostiziert. Auch die Kernaufträge zeigten sich robuster als erwartet. Insgesamt ergab sich damit ein nahezu geschlossenes Bild einer weiterhin starken US-Wirtschaft.
Fundamental betrachtet hätte genau diese Kombination eigentlich einen stärkeren US-Dollar, steigende Renditen und Druck auf Aktien sowie andere Risk Assets auslösen müssen. Genau dieses Szenario hatte ich bereits gestern im PCE-Video angesprochen.
Die Marktreaktion fiel jedoch deutlich moderater aus.
Der Grund dürfte vor allem darin liegen, dass ein großer Teil dieser Entwicklung bereits im Vorfeld eingepreist war. Nach den hawkishen Aussagen der Federal Reserve sowie den zuletzt gestiegenen Inflationserwartungen wartete der Markt auf einen erneuten negativen Überraschungseffekt. Dieser blieb jedoch aus. Die Daten bestätigten vielmehr das bereits bekannte Bild, ohne die Erwartungen nochmals deutlich nach oben zu verschieben. Entsprechend kam es weder zu einer erneuten Dollar-Rally noch zu einem massiven Abverkauf an den Aktienmärkten.
Fundamentaldaten heute
Der heutige Handelstag fällt fundamental deutlich ruhiger aus. Dennoch stehen einige wichtige Daten sowie mehrere Reden von Notenbankvertretern auf dem Programm.
Im Mittelpunkt stehen die finalen Michigan-Daten. Besonders relevant bleiben dabei die Inflationserwartungen der Verbraucher sowohl auf Sicht von einem Jahr als auch von fünf Jahren. Sollten diese erneut steigen, dürfte dies den restriktiven Kurs der Federal Reserve zusätzlich untermauern. Rückläufige Inflationserwartungen hingegen könnten den Märkten kurzfristig etwas Luft verschaffen.
Ebenfalls veröffentlicht wird das finale Michigan Consumer Sentiment sowie die Konsumentenerwartungen. Beide Indikatoren liefern wichtige Hinweise auf die zukünftige Konsumstimmung in den USA und damit auf die Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt.
Darüber hinaus stehen mit John Williams sowie Neel Kashkari erneut zwei Fed-Mitglieder auf der Agenda. Nachdem sich die Fed in den vergangenen Tagen überwiegend restriktiv äußerte, dürfte der Markt sehr genau beobachten, ob dieser Ton bestätigt oder möglicherweise etwas abgeschwächt wird.
In Europa richtet sich der Blick zusätzlich auf Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Neue geldpolitische Impulse werden hier allerdings aktuell kaum erwartet.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Bereits im gestrigen Ausblick hatte ich darauf hingewiesen, dass sich im Bereich unterhalb von 70 US-Dollar eine erste technische Gegenbewegung im Ölpreis entwickeln könnte. Genau dieses Szenario ist eingetreten.
US Oil konnte sich zuletzt um rund 2,5 % erholen und schloss wieder oberhalb von 71 US-Dollar. Aus charttechnischer Sicht bleibt nun vor allem der Bereich zwischen 72,00 und 72,50 US-Dollar entscheidend. Erst wenn diese Widerstandszone nachhaltig überwunden wird, eröffnet sich weiteres Potenzial in Richtung 77 US-Dollar.
Scheitert der Ölpreis hingegen erneut an dieser Zone, bleibt ein erneuter Rückgang unter die Marke von 70 US-Dollar das wahrscheinlichere Szenario. Die nachlassende geopolitische Risikoprämie durch die wieder zunehmende Schifffahrt in der Straße von Hormus spricht aktuell eher für eine Entspannung am Ölmarkt.
US-Staatsanleihen
Auch an den Anleihemärkten setzte sich die Erholung fort.
Die Renditen der US-Staatsanleihen gaben in den vergangenen Handelstagen erneut deutlich nach. Besonders die kürzeren Laufzeiten verloren kräftig an Dynamik. Dies zeigt, dass der Markt den größten Teil des hawkishen Fed-Schocks inzwischen verarbeitet hat.
Sinkende Renditen wirken grundsätzlich unterstützend für Wachstumswerte und Technologieaktien. Gleichzeitig verdeutlichen sie aber auch, dass der Markt derzeit keine weitere Eskalation auf der Zinsseite erwartet.
US-Dollar (DXY)
Auch der US-Dollar lieferte gestern eine äußerst interessante Reaktion.
Obwohl nahezu sämtliche Fundamentaldaten eigentlich für einen stärkeren Dollar gesprochen hätten, konnte der Dollar Index diesen Vorteil nicht nutzen und schloss den Handelstag sogar schwächer.
Für mich ist das ein klassisches Zeichen dafür, dass ein Großteil der positiven Dollar-Nachrichten bereits vollständig eingepreist war. Der Markt benötigte einen neuen Überraschungseffekt, um eine weitere Aufwärtsbewegung einzuleiten. Dieser blieb jedoch aus.
Charttechnisch bleibt nun der Bereich um 101,50 Punkte entscheidend. Solange der Dollar darunter handelt und insbesondere den gestrigen Tagesschluss bei rund 101,29 Punkten unterschreitet, kann ich mir eine weitere Korrektur in Richtung 101,00 Punkte vorstellen.
Sollte der Dollar hingegen wieder über 101,50 Punkte zurückkehren, wäre ein erneuter Test der Hochs um 101,70 Punkte durchaus möglich.
VIX
Der Volatilitätsindex bleibt weiterhin ausgesprochen ruhig.
Mit einem Schlusskurs knapp unter 19 Punkten bewegt sich der VIX weiterhin auf einem Niveau, das historisch betrachtet noch keinerlei echte Stresssignale liefert. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten bleibt die implizite Volatilität damit vergleichsweise niedrig.
Erst ein nachhaltiger Anstieg über die Marke von 20 bis 22 Punkten würde das Bild für Risk Assets deutlich eintrüben.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Auch am Kryptomarkt setzte sich gestern zunächst die Schwäche fort. Bitcoin verlor auf Tagesbasis rund 2,2 % und testete erneut den Bereich um 58.000 US-Dollar. Besonders wichtig war dabei allerdings weniger das Tagestief als vielmehr der Schlusskurs. Die Daily-Kerze schloss unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 60.000 US-Dollar und lieferte damit aus technischer Sicht ein starkes bearishes Signal.
Zwar sehen wir zum Wochenschluss bereits wieder eine leichte Erholung zurück über die 60.000-Dollar-Marke, dennoch bleibt entscheidend, ob dieser Bereich nachhaltig zurückerobert werden kann oder lediglich einen kurzfristigen Rebound darstellt. Sollte das allgemeine Risk-Off-Sentiment zum Monats- und Quartalsende zunehmen, dürfte auch Bitcoin erneut unter Druck geraten.
An meiner übergeordneten Einschätzung hat sich daher nichts geändert. Solange sich das makroökonomische Umfeld nicht deutlich aufhellt, bleibe ich für Bitcoin vorsichtig. Zunächst bleibt die Zone um 57.600 US-Dollar ein realistisches Ziel. Sollte sich die Korrektur an den Aktienmärkten ausweiten und Gewinnmitnahmen einsetzen, halte ich mittelfristig sogar einen Rücklauf in Richtung 50.000 US-Dollar weiterhin für möglich.
Nvidia
Auch Nvidia zeigte gestern erste Ermüdungserscheinungen. Nach der außergewöhnlichen Rally der vergangenen Monate verlor die Aktie erneut rund 1,6 % und schloss unterhalb der wichtigen 200-Dollar-Marke. Gleichzeitig wurde zwischenzeitlich sogar das Monatstief aus dem Mai unterschritten.
Zwar konnte die Aktie diesen Bereich zum Handelsschluss wieder leicht zurückerobern, dennoch bleibt das Chartbild kurzfristig angeschlagen. Besonders die Unterstützungszone zwischen 189 und 186 US-Dollar rückt nun zunehmend in den Fokus. Sollte diese Zone ebenfalls aufgegeben werden, könnte sich die laufende Konsolidierung deutlich beschleunigen.
Fundamental bleibt Nvidia selbstverständlich einer der größten Gewinner des KI-Booms. Kurzfristig scheint jedoch ein erheblicher Teil dieser Entwicklung bereits eingepreist zu sein. Gerade zum Quartalsende steigt deshalb das Risiko weiterer Gewinnmitnahmen.
S&P 500
Auch der S&P 500 setzte die gestern vorgestellte Trade-Idee nahezu punktgenau um.
Nachdem der Index zunächst noch einmal die wichtige Widerstandszone um 7.500 Punkte angelaufen hatte, setzte im weiteren Handelsverlauf deutlicher Verkaufsdruck ein. Der Index verlor rund 0,35 % und schloss bei etwa 7.423 Punkten.
Besonders interessant ist dabei die heutige Entwicklung. Bereits im asiatischen Handel wurde das gestrige Tagestief unterschritten und gleichzeitig das Wochentief erneut getestet. Damit bleibt die Zone um 7.360 Punkte aktuell der zentrale Unterstützungsbereich.
Kann sich der Markt dort stabilisieren, wäre eine erneute Erholung in Richtung 7.500 Punkte durchaus denkbar. Fällt diese Unterstützung jedoch nachhaltig, dürfte die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur deutlich zunehmen. In diesem Fall rückt die Zone um 7.250 Punkte zunehmend in den Fokus.
Gerade die letzten Handelstage eines außergewöhnlich starken Quartals sind historisch immer wieder von Gewinnmitnahmen geprägt. Dieses Risiko sollte aus meiner Sicht aktuell keinesfalls unterschätzt werden.
Nasdaq 100
Auch der Nasdaq präsentierte sich gestern deutlich schwächer.
Nach dem starken Mittwoch wurde zunächst nochmals die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten angelaufen. Genau dort setzte jedoch erneut massiver Verkaufsdruck ein. Der Index schloss rund 1,3 % tiefer und fiel anschließend bereits wieder unter die Marke von 29.500 Punkten zurück.
Auch heute setzt sich diese Schwäche zunächst fort. Sowohl das gestrige Tagestief als auch mehrere kurzfristige Unterstützungen wurden bereits unterschritten. Solange der Nasdaq unterhalb des heutigen Tageshochs sowie unter dem Wochentief handelt, bleibt das kurzfristige Chartbild für mich angeschlagen.
Die nächste relevante Unterstützungszone sehe ich im Bereich um 28.500 Punkte. Erst eine nachhaltige Rückeroberung der 29.500 bis 30.000 Punkte würde dieses bearishe Szenario wieder deutlich entschärfen.
Dow Jones
Der Dow Jones bleibt aktuell weiterhin der stärkste der großen US-Indizes.
Gestern wurden erneut frische Allzeithochs markiert. Allerdings konnten diese Gewinne nicht verteidigt werden. Nach dem Ausbruch über 52.800 Punkte setzte unmittelbar Verkaufsdruck ein, sodass der Index wieder unter 52.500 Punkte zurückfiel.
Auch hier gilt für mich unverändert die Einschätzung vom gestrigen Ausblick. Solange der Dow Jones oberhalb von 52.000 Punkten handelt, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Sollte diese Marke jedoch nachhaltig unterschritten werden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur in Richtung 51.600 beziehungsweise 51.500 Punkte deutlich.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte sich gestern erneut deutlich robuster als viele internationale Indizes und konnte den Handel mit einem Plus von rund 0,8 % beenden. Dennoch bleibt die charttechnische Ausgangslage nahezu unverändert.
Zwar wurde im Tagesverlauf erneut die Marke von 25.000 Punkten überschritten, ein nachhaltiger Ausbruch gelang jedoch erneut nicht. Bereits zum zweiten Mal scheiterte der Markt am Bereich um 25.030 Punkte – gleichzeitig dem Monatshoch aus März – und wurde dort konsequent abverkauft.
Auch in der Nacht scheiterte ein weiterer Ausbruchsversuch. Für mich bestätigt sich damit weiterhin, dass die Zone zwischen 24.800 und 25.030 Punkten aktuell die zentrale Widerstandsregion im DAX bleibt.
Auf der Unterseite richtet sich der Fokus nun zunächst auf das gestrige Tagestief bei 24.680 Punkten. Sollte dieser Bereich unterschritten werden, rückt unmittelbar das Tief vom Mittwoch bei 24.588 Punkten in den Mittelpunkt. Darunter bleibt für mich unverändert die psychologisch wichtige Marke bei 24.500 Punkten das erste größere Kursziel.
Solange der DAX unterhalb der Zone um 24.800 Punkte handelt, bleibe ich kurzfristig eher vorsichtig. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 25.000 Punkten würde das Chartbild wieder deutlich aufhellen und Raum für neue Hochs schaffen.
Bis dahin halte ich weitere Seitwärtsbewegungen beziehungsweise kurzfristige Rücksetzer für das wahrscheinlichere Szenario.
Fazit
Die Märkte befinden sich aktuell in einer äußerst spannenden Ausgangslage. Fundamental sprechen viele Faktoren weiterhin für Vorsicht. Die US-Wirtschaft bleibt überraschend robust, die Inflation hält sich hartnäckig oberhalb des Fed-Ziels und auch die Aussagen zahlreicher Notenbankvertreter lassen bislang keinen schnellen geldpolitischen Kurswechsel erkennen.
Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten trotz der jüngsten Entspannung fragil. Zwar normalisiert sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zunehmend, dennoch bestehen weiterhin erhebliche politische Risiken.
Auf der Unternehmensseite liefert der KI-Sektor nach wie vor außergewöhnlich starke Fundamentaldaten. Micron hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gleichzeitig steigen mit jeder positiven Überraschung jedoch auch die Erwartungen an die kommenden Quartalszahlen von Nvidia, Meta, Microsoft, Alphabet und den übrigen Schwergewichten des Technologiesektors.
Charttechnisch befinden sich viele Indizes inzwischen unmittelbar an entscheidenden Widerständen oder haben erste Schwächesignale geliefert. Hinzu kommt, dass wir uns in den letzten Handelstagen des Monats sowie des Quartals befinden – eine Phase, in der institutionelle Investoren traditionell verstärkt Gewinne realisieren und Portfolios neu ausrichten.
Aus diesem Grund bleibe ich kurzfristig bei Long-Positionen eher zurückhaltend. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich nach der starken Rally der vergangenen Wochen aus meiner Sicht deutlich verschlechtert. Rücksetzer und Gewinnmitnahmen erscheinen aktuell wahrscheinlicher als eine unmittelbare Fortsetzung der Aufwärtsbewegung.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Handelstag, stabile Trades und bereits jetzt ein schönes Wochenende!
Morgen folgt wie gewohnt mein ausführlicher Wochenrückblick, bevor am Sonntag der Wochenausblick mit allen wichtigen makroökonomischen und charttechnischen Themen für die kommende Handelswoche erscheint!
PCE & BIP entscheiden heute – Bullish oder nächste Korrektur?Beschreibung
Heute richtet sich der Fokus vollständig auf die US-Wirtschaftsdaten um 14:30 Uhr. Ich zeige euch die möglichen bullishen, bearischen und gemischten Szenarien rund um den Core PCE Price Index sowie das BIP und erkläre, welche Auswirkungen diese Daten auf den US-Dollar und die Aktienmärkte haben könnten.
Außerdem analysieren wir die aktuelle geopolitische Lage im Nahen Osten, die Entwicklung rund um die Straße von Hormuz und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Märkte.
Im charttechnischen Teil bespreche ich konkrete Handelsideen und Schlüsselzonen für den DAX, Nasdaq, S&P 500 und US30 sowie die entscheidenden Preisbereiche, auf die ich heute besonders achten werde.
Keine Anlageberatung – ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 22. Juni – Risse unter der Oberfläche?Geopolitische Lage
Der Wochenstart wird erneut von den Entwicklungen im Nahen Osten dominiert.
Im Mittelpunkt standen die Gespräche zwischen Vertretern der USA, des Iran, Katar und Pakistan in der Schweiz. Nach mehreren Verhandlungsrunden wurde zwar noch kein endgültiges Abkommen unterzeichnet, allerdings sprechen beide Seiten von erheblichen Fortschritten. Die beteiligten Staaten haben sich auf einen Fahrplan geeinigt, der innerhalb der kommenden 60 Tage zu einem finalen Abkommen führen soll. Zudem wurden technische Arbeitsgruppen eingerichtet, welche die Umsetzung der bisherigen Vereinbarungen vorbereiten sollen.
Besonders wichtig für die Märkte sind die Berichte über mögliche Ausnahmen bei iranischen Ölexporten, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie Mechanismen zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Gleichzeitig bleibt die Lage im Libanon angespannt. Israel hält weiterhin an seiner Sicherheitszone fest, während die Waffenruhe von mehreren Seiten als fragil beschrieben wird. Dennoch überwiegt aktuell die Hoffnung, dass die diplomatischen Fortschritte der vergangenen Tage eine weitere Eskalation verhindern können.
Die Märkte reagieren vor allem auf den möglichen Anstieg des globalen Ölangebots und den Rückgang geopolitischer Risikoprämien. Entsprechend geriet der Ölpreis zum Wochenstart erneut unter Druck.
Fundamentaldaten heute
Auf der Datenseite bleibt der Kalender vergleichsweise überschaubar. Im Fokus stehen mehrere Auftritte von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie weitere Reden von EZB-Vertretern, darunter Bundesbankpräsident Nagel und EZB-Chefökonom Lane. Am Nachmittag rücken zudem die kanadischen Inflationsdaten in den Fokus. Für die USA dürfte insbesondere die Rede von Fed-Mitglied Christopher Waller interessant werden, nachdem die Federal Reserve in der vergangenen Woche weiterhin einen eher restriktiven Ton angeschlagen hatte.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt zeigte sich zunächst ein Gap-Up zum Wochenstart. US Oil konnte die Zone um 78 Dollar nochmals anlaufen, wurde dort jedoch deutlich abgewiesen und notiert aktuell wieder im Bereich von 75,16 Dollar. Die Wochenkerze griff damit noch einmal in Richtung des Monatstiefs vom April, konnte die Bewegung jedoch nicht halten. Für die Verkäufer bleibt nun entscheidend, das Tagestief vom Freitag sowie das Wochentief der KW25 bei rund 72,80 Dollar zu unterschreiten. In diesem Fall würde die Zone um 72 Dollar zunehmend in den Fokus rücken. Für eine nachhaltige bullische Fortsetzung wäre dagegen ein Tagesschluss oberhalb von 80 Dollar erforderlich, wodurch die Region um 84 Dollar wieder aktiviert werden könnte.
US- Bonds
Bei den US-Staatsanleihen zeigen sich zum Wochenstart erneut steigende Renditen. Die dreijährigen Anleihen notieren rund 0,86 Prozent im Plus, die fünfjährigen bei 0,80 Prozent, die zehnjährigen bei 0,67 Prozent und die dreißigjährigen bei 0,41 Prozent. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Handelstage fort. Der Markt preist weitere Zinssenkungen zunehmend aus und reagiert weiterhin auf die hawkischen Signale der Federal Reserve.
DXY
Auch der US-Dollar kann von diesem Umfeld profitieren. Der Dollar-Index eröffnete mit einem leichten Gap-Up und notiert aktuell rund 0,14 Prozent im Plus. Die Marke von 101 Punkten wurde bereits getestet. Solange die Zone um 100,50 verteidigt werden kann und sich der Dollar oberhalb von 101 stabilisiert, bleiben weitere Anstiege in Richtung 101,50 sowie 102 Punkte wahrscheinlich.
VIX
Der VIX zeigt zum Wochenstart ebenfalls eine leichte Erholung und steigt aktuell um rund 6,8 Prozent auf 17,5 Punkte. Trotz des Anstiegs bleibt die Volatilität damit weiterhin deutlich unterhalb der psychologisch wichtigen 20-Punkte-Marke. Die Nervosität nimmt zwar etwas zu, von einer echten Risikoaversion kann derzeit jedoch noch keine Rede sein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia notiert die Aktie vorbörslich aktuell im Bereich von 209,50 Dollar. An der übergeordneten Analyse hat sich im Vergleich zum Wochenausblick wenig verändert. Oberhalb der Zone um 213 Dollar und dem Wochenhoch der KW25 bleibt das Monatshoch vom April bei 217 Dollar das nächste Ziel. Auf der Unterseite bleibt dagegen das Wochentief der KW25 bei 203 Dollar entscheidend. Ein Bruch dieser Marke würde die Bereiche um 200 und 198 Dollar erneut interessant machen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte zuletzt eine erste Reaktion auf der Short-Seite. Die Zone zwischen 65.000 und 65.700 Dollar bleibt für mich weiterhin ein relevanter Widerstandsbereich, da dort mehrere Monatstiefs aus dem März und April verlaufen. Solange sich der Markt nicht nachhaltig darüber etablieren kann, halte ich einen weiteren Rücklauf in Richtung 60.000 Dollar für möglich. Sollte sich Bitcoin hingegen oberhalb dieser Zone stabilisieren, wäre zunächst nochmals ein Anlauf der Region um 69.000 Dollar denkbar, bevor die übergeordnete Korrektur fortgesetzt wird.
SPX
Im S&P 500 sehen wir zum Wochenstart ein kleines Gap-Down. Der Index notiert aktuell rund 0,13 Prozent im Minus. Weder das Tageshoch noch das Tagestief vom Freitag wurden bislang durchbrochen. Auf der Oberseite bleibt entscheidend, ob das Tageshoch überwunden werden kann. In diesem Fall würden das Mai-Hoch bei 7.615 Punkten sowie das Allzeithoch im Bereich von 7.655 Punkten erneut in den Fokus rücken. Auf der Unterseite wäre ein Bruch der 7.500 Punkte sowie des Wochentiefs der KW24 bei 7.471 Punkten ein erstes Warnsignal und würde die Zone um 7.360 Punkte wieder aktivieren.
Nasdaq
Der Nasdaq präsentiert sich dagegen deutlich stärker. Der Index notiert aktuell rund 0,75 Prozent im Plus und konnte die Tageshochs vom Freitag bereits überschreiten. Damit rückt nun die Zone um 30.500 Punkte in den Mittelpunkt. Sollte auch das Wochenhoch der KW25 bei rund 30.660 Punkten überwunden werden, wären neue Allzeithochs sowie ein möglicher Anlauf der 31.000-Punkte-Marke denkbar. Auf der Unterseite bleibt die psychologisch wichtige 30.000-Punkte-Marke entscheidend. Darunter würde das Wochentief der KW25 bei etwa 29.600 Punkten wieder in den Fokus rücken.
US30
Beim Dow Jones wurde das Wochentief der KW25 bereits unterschritten. Entscheidend wird nun sein, ob der Markt die Region um 51.400 Punkte ebenfalls aufgibt. In diesem Fall würde sich weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 51.000 Punkten eröffnen. Kann sich der Index hingegen stabilisieren, bleibt ein erneuter Test der 52.000 Punkte wahrscheinlich.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX startete ebenfalls mit ersten Abgaben in die neue Handelswoche und notiert aktuell rund 0,16 Prozent im Minus. Auf Tagesbasis wurde bereits das Tagestief vom Freitag unterschritten, was kurzfristig zunächst für die Verkäufer spricht.
Entscheidend wird nun sein, ob die aktuelle H4-Kerze unterhalb der vorherigen H4-Kerze sowie unterhalb der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke schließen kann. In diesem Fall rückt zunächst das Wochenhoch der KW24 sowie das Monatshoch vom April im Bereich von 24.800 Punkten in den Fokus. Wird anschließend auch das Wochentief der KW25 bei 24.720 Punkten unterschritten, öffnet sich weiteres Potenzial bis zur Widerstandszone um 24.650 Punkte und darüber hinaus bis in den Bereich von 24.500 Punkten.
Sollte dagegen neues Kaufinteresse in den Markt kommen und der DAX die Marke von 25.000 Punkten zurückerobern und verteidigen können, wäre ein weiterer Anlauf der Zone um 25.290 Punkte denkbar, bevor dort erneut größere Gewinnmitnahmen einsetzen könnten.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und wie immer stabile Trades.
Wochenausblick KW26 –Fundamental,Makro und Technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW26
Fundamentale und geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der KW26 der dominierende Einflussfaktor für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt stehen die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz, welche über das Wochenende hinweg fortgesetzt werden. Nach den jüngsten Entwicklungen scheint ein 60-tägiges Übergangsabkommen weiterhin das wahrscheinlichste Szenario zu sein. Dieses soll neben dem iranischen Atomprogramm auch Fragen rund um die Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, mögliche Ausnahmen für iranische Ölexporte sowie Sicherheitsgarantien für die Region umfassen.
Gleichzeitig bleibt die Situation jedoch äußerst fragil. Während die Verhandlungsparteien Fortschritte signalisieren, sorgten Aussagen der iranischen Revolutionsgarden zur Straße von Hormus erneut für Unsicherheit. Zwar wurde zwischenzeitlich von Einschränkungen für die Schifffahrt gesprochen, gleichzeitig bestätigten jedoch US-Stellen, dass der kommerzielle Schiffsverkehr weiterhin läuft und allein am Wochenende mehr als 50 Handelsschiffe die Meerenge passiert haben.
Für die Märkte bleibt deshalb die entscheidende Frage, ob die aktuellen Gespräche tatsächlich zu einer nachhaltigen Entspannung führen oder ob neue Eskalationen – insbesondere rund um den Libanon-Konflikt und die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah – die Verhandlungen erneut gefährden. Genau dieser Konflikt entwickelt sich zunehmend zum zentralen Risikofaktor für den gesamten Friedensprozess.
Sollte in den kommenden Tagen eine konkrete Einigung erzielt werden, dürfte dies insbesondere den Ölpreis weiter belasten und den Inflationsdruck reduzieren. Gleichzeitig würde dies Risikoanlagen wie Aktien und Kryptowährungen kurzfristig unterstützen. Bleiben die Verhandlungen hingegen ohne Ergebnis oder kommt es zu einer erneuten Eskalation, dürfte die geopolitische Risikoprämie an den Märkten schnell zurückkehren, da momentan bereits sehr viel positives eingepreist ist.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW26 im Überblick
Auch auf makroökonomischer Seite erwartet uns eine äußerst interessante Handelswoche. Zwar stehen keine absoluten Schwergewichte wie ein FOMC-Meeting oder die US-Verbraucherpreise an, dennoch werden zahlreiche Daten veröffentlicht, welche wichtige Hinweise auf die Entwicklung von Inflation, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt liefern.
Besonders im Fokus stehen am Dienstag die vorläufigen S&P Global PMI-Daten für den Dienstleistungs- und Industriesektor. Die Umfragen basieren auf mehreren hundert Unternehmensbefragungen aus den Bereichen Dienstleistungen, IT, Finanzen, Kommunikation, Gastronomie und weiteren Wirtschaftssektoren. Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum, während Werte unter 50 auf eine wirtschaftliche Abschwächung hindeuten.
Für den S&P Global Services PMI wird ein Anstieg auf 51,0 Punkte nach zuvor 50,7 Punkten erwartet. Dies würde auf eine weiterhin robuste Entwicklung des US-Dienstleistungssektors hindeuten. Beim S&P Global Manufacturing PMI wird hingegen ein leichter Rückgang auf 54,6 Punkte nach zuvor 55,1 Punkten erwartet. Insgesamt liefern diese Daten einen wichtigen Frühindikator für die Gesundheit der US-Wirtschaft und spielen auch für die zukünftige Zinspolitik der Federal Reserve eine bedeutende Rolle.
Am Mittwoch folgen die New Home Sales sowie die US-Rohöllagerbestände. Bei den New Home Sales wird ein Anstieg auf 637.000 Einheiten nach zuvor 622.000 erwartet. Der Immobilienmarkt reagiert besonders sensibel auf das aktuelle Zinsniveau und dient deshalb als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Aktivität. Die Rohöllagerbestände bleiben gleichzeitig ein zentraler Faktor für die kurzfristige Entwicklung am Ölmarkt. Nach den starken Rückgängen der vergangenen Wochen wird genau beobachtet werden, ob sich der Angebotsdruck weiter verschärft oder erste Stabilisierungstendenzen auftreten.
Der wichtigste Handelstag der Woche dürfte jedoch Donnerstag werden. Dann stehen mit dem Core PCE Price Index sowie dem regulären PCE Price Index die bevorzugten Inflationsindikatoren der US-Notenbank auf dem Programm. Der Core PCE schließt die volatilen Komponenten Nahrung und Energie aus und gilt als einer der wichtigsten Messwerte für die tatsächliche Inflationsentwicklung in den USA.
Beim monatlichen Core PCE wird aktuell ein Anstieg auf 0,3 % nach zuvor 0,2 % erwartet. Gleichzeitig dürfte die jährliche Kerninflation weiterhin auf einem erhöhten Niveau verharren. Sollten die Daten erneut höher ausfallen als erwartet, könnte dies die jüngst hawkische Haltung der Federal Reserve weiter bestätigen und Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschieben.
Zusätzlich werden am Donnerstag die finalen BIP-Daten für das erste Quartal veröffentlicht. Hier wird ein unverändertes Wachstum von 1,6 % erwartet. Ebenfalls im Fokus stehen die Durable Goods Orders, bei denen nach dem starken Anstieg von 8,0 % im Vormonat nun ein deutlicher Rückgang von -4,7 % prognostiziert wird. Ergänzt wird das Bild durch die Initial Jobless Claims, welche weitere Hinweise auf die Verfassung des US-Arbeitsmarktes liefern werden.
Insgesamt liefert die kommende Woche somit wichtige Informationen zur Entwicklung von Inflation, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt – genau den drei Faktoren, welche aktuell die Geldpolitik der Federal Reserve bestimmen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölmarkt stand die vergangene Woche ganz im Zeichen einer massiven Korrektur. Nach den geopolitischen Entspannungssignalen verlor US Oil innerhalb weniger Handelstage mehr als zehn Prozent und schloss die Woche deutlich schwächer.
Für das weitere kurzfristige Bild bleibt entscheidend, dass der Markt unterhalb des Bereichs um 79 US-Dollar bleibt. Diese Zone markiert sowohl das Monatstief aus dem April als auch wichtige Tageshochs der vergangenen Handelswoche. Sollte es den Käufern gelingen, diesen Bereich zurückzuerobern, würde sich weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung der offenen Kurslücke im Bereich um 84 US-Dollar ergeben.
Übergeordnet bleibe ich jedoch bei meiner Einschätzung, dass ein erfolgreicher Friedensdeal im Nahen Osten sowie eine nachhaltige Entspannung rund um die Straße von Hormus mittelfristig weitere Abgaben in Richtung 70 US-Dollar begünstigen könnten. Sinkende Energiepreise würden gleichzeitig den Inflationsdruck reduzieren und die Notenbanken entlasten.
US-Staatsanleihen und DXY
Die Renditen der US-Staatsanleihen konnten nach dem hawkischen FOMC-Meeting der vergangenen Woche erneut zulegen. Die Federal Reserve machte deutlich, dass Zinssenkungen weiterhin nicht unmittelbar bevorstehen und sogar zusätzliche Zinserhöhungen von einigen Marktteilnehmern inzwischen wieder eingepreist werden.
Parallel dazu setzte auch der US-Dollar seine Aufwärtsbewegung fort und schloss die Woche oberhalb der wichtigen Zone um 100,60 Punkte. Für die kommenden Handelstage wird entscheidend sein, ob sich der Dollar nachhaltig oberhalb dieser Marke etablieren kann. Gelingt dies, wären weitere Anstiege in Richtung 101,00 bis 102,00 Punkte durchaus realistisch. Sollte das Momentum hingegen wieder nachlassen und der DXY unter die aktuelle Unterstützungszone zurückfallen, könnte ein erneuter Test der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke folgen.
Volatilitätsindex
Der VIX bleibt weiterhin ausgesprochen ruhig und schloss die Woche bei 16,41 Punkten. Trotz der geopolitischen Risiken signalisiert der Markt aktuell keine größere Angst oder Unsicherheit. Solange sich der VIX unterhalb der 20-Punkte-Marke bewegt, bleibt das Umfeld grundsätzlich konstruktiv für Risikoanlagen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der wichtigsten Taktgeber für den gesamten KI-Sektor. Für weiteres bullisches Momentum wird entscheidend sein, dass die Aktie die Zone zwischen 212 und 213 US-Dollar zurückerobern kann. Ein Ausbruch über diese Bereiche würde die Wahrscheinlichkeit weiterer Allzeithochs deutlich erhöhen.
Solange gleichzeitig die Unterstützungszone zwischen 198 und 200 US-Dollar verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Bild weiterhin konstruktiv.
Bitcoin
Bitcoin konnte sich in den vergangenen Handelstagen etwas stabilisieren, befindet sich aus meiner Sicht jedoch weiterhin in einer übergeordneten Korrekturphase. Besonders interessant bleibt die Zone zwischen 65.000 und 65.800 US-Dollar, welche mit mehreren relevanten Monatstiefs zusammenfällt.
Sollte der Markt dort erneut abgewiesen werden, halte ich einen Rücklauf in Richtung 60.000 US-Dollar weiterhin für möglich. Gelingt hingegen ein Ausbruch über die jüngsten Wochenhochs oberhalb von 67.500 US-Dollar, könnten zunächst nochmals die Bereiche um 69.000 US-Dollar angelaufen werden, bevor neues Verkaufsinteresse entsteht.
S&P 500
Der S&P 500 zeigte zuletzt erste Ermüdungserscheinungen und schloss die Woche auf Wochenbasis leicht schwächer. Für die kommende Handelswoche bleibt die Zone um 7.460 Punkte und 7.500 Punkte von besonderer Bedeutung.
Ein Bruch dieser Unterstützung könnte weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 7.350 sowie anschließend 7.250 Punkte freisetzen. Bleibt die Unterstützung hingegen intakt, wären zuvor noch einmal neue Allzeithochs im Bereich um 7.650 Punkte denkbar.
Nasdaq
Auch im Nasdaq bleibt das Bild ähnlich. Das Momentum hat zuletzt etwas nachgelassen, obwohl die langfristige Struktur weiterhin bullish bleibt.
Ein Ausbruch über 30.500 Punkte könnte zunächst einen weiteren Anlauf auf die Allzeithochs im Bereich von 30.800 bis 31.000 Punkten ermöglichen. Sollte der Index jedoch die Marke von 30.000 Punkten verlieren und anschließend auch das Wochentief bei 29.600 Punkten unterschreiten, würde sich die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur bis in den Bereich von 29.000 Punkten deutlich erhöhen.
US30
Im Dow Jones bleibt die Marke von 51.400 Punkten entscheidend. Unterhalb dieser Zone könnte die laufende Korrektur in Richtung 51.000 beziehungsweise 50.500 Punkte fortgesetzt werden. Solange diese Bereiche halten, bleibt jedoch auch ein erneuter Anstieg in Richtung 52.000 Punkte möglich.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX konnte die vergangene Woche trotz erster Schwächesignale mit einem Wochenplus von rund 1,3 % beenden. Gleichzeitig erfolgte der Wochenschluss jedoch erneut unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten.
Für die kommende Handelswoche bleibt deshalb insbesondere das Tagestief vom Freitag bei 24.888 Punkten im Fokus. Ein Bruch dieser Marke würde unmittelbar den wichtigen Unterstützungsbereich um 24.800 Punkte aktivieren. Dort befinden sich gleichzeitig relevante Hochs aus den vergangenen Monaten, weshalb dieser Bereich aus charttechnischer Sicht von hoher Bedeutung bleibt.
Sollte auch diese Zone aufgegeben werden, halte ich eine übergeordnete Korrektur in Richtung 24.500 Punkte für ein realistisches Szenario.
Auf der Oberseite bleibt hingegen das Wochenhoch der KW25 bei rund 25.180 Punkten die entscheidende Hürde. Ein Ausbruch darüber könnte nochmals Raum bis in den Bereich um 25.300 Punkte schaffen, bevor anschließend erneut stärkeres Verkaufsinteresse auftreten dürfte.
Fazit
Die kommende Handelswoche steht im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Entspannung und einer weiterhin restriktiven Geldpolitik der Notenbanken.
Auf der einen Seite sprechen die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für sinkende Ölpreise, eine nachlassende geopolitische Risikoprämie und kurzfristig positive Impulse für Risikoanlagen. Auf der anderen Seite zeigen die jüngsten Arbeitsmarktdaten weiterhin eine robuste US-Wirtschaft, steigende Löhne und eine Inflation, die deutlich oberhalb des Zielniveaus der Federal Reserve verharrt.
Das hawkische FOMC-Meeting, die angehobenen Inflationsprognosen sowie die höheren Zinserwartungen sprechen deshalb weiterhin für ein Umfeld von „Higher for Longer“.
Nach einem außergewöhnlich starken zweiten Quartal und neuen Rekordständen in zahlreichen Risikoanlagen halte ich die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen zum Quartalsende für erhöht. Insbesondere dann, wenn die kommenden Inflationsdaten erneut auf anhaltenden Preisdruck hindeuten sollten.
Die Kombination aus geopolitischer Entspannung, weiterhin hoher Inflation und einer restriktiven Geldpolitik könnte damit genau das Umfeld schaffen, in dem die Märkte nach einer starken Rally zunächst einmal Luft ablassen, bevor die nächste größere Bewegung entsteht!
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch einen guten Start in die kommende Handelswoche und stabile Trades!
DAX Tagesausblick 11. Juni – EZB-Zinsentscheid im Fokus!!!Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation bleibt weiterhin der dominierende Unsicherheitsfaktor an den Finanzmärkten. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine Stabilisierung im Nahen Osten aufgekommen waren, kam es in den vergangenen Stunden erneut zu einer Eskalation. Medienberichten zufolge führten die USA und Iran bereits den zweiten Tag in Folge gegenseitige Angriffe durch. Gleichzeitig erhöhte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran und kündigte weitere militärische Maßnahmen an, falls keine Einigung in den laufenden Verhandlungen erzielt wird.
Die Folge ist ein deutlicher Anstieg der Risikoaversion an den Märkten. Insbesondere der Ölpreis reagierte erneut mit Stärke, während Aktienmärkte unter Druck gerieten. Anleger suchen aktuell verstärkt Schutz in klassischen Safe-Haven-Anlagen wie dem US-Dollar und Staatsanleihen.
Abseits des Nahost-Konflikts standen weitere Schlagzeilen im Fokus. So belasteten Sorgen über eine mögliche Verlangsamung des KI-Booms nach gemischten Unternehmensmeldungen aus dem Technologiesektor zusätzlich die Stimmung. Gleichzeitig bleiben die globalen Wachstumsaussichten durch geopolitische Risiken, steigende Energiepreise und Unsicherheiten über den zukünftigen Zinspfad der Notenbanken geprägt.
Wirtschaftsdaten gestern – CPI im Fokus
Im Mittelpunkt stand gestern der amerikanische Verbraucherpreisindex (CPI).
Auf den ersten Blick wirkten die Daten gemischt. Die Gesamtinflation (CPI YoY) stieg auf 4,2 % und lag damit deutlich über dem Vormonat von 3,8 %. Gleichzeitig blieb die monatliche Inflationsrate mit 0,5 % exakt im Rahmen der Erwartungen.
Die eigentliche Überraschung lag jedoch bei der Kerninflation. Der Core CPI MoM fiel auf 0,2 % und lag damit unter den Erwartungen von 0,3 % sowie deutlich unter dem Vormonat von 0,4 %. Auch die Kerninflation auf Jahresbasis lag mit 2,9 % zwar leicht über dem Vormonat von 2,8 %, entsprach jedoch exakt den Erwartungen.
Viele Marktteilnehmer konzentrieren sich aktuell weniger auf die Gesamtinflation und deutlich stärker auf die Kerninflation. Der Grund dafür liegt im Detail des Berichts. Über 60 % des gesamten monatlichen Inflationsanstiegs wurden allein durch den Energiesektor verursacht. Benzinpreise stiegen im Mai um 7 %, während der Energieindex insgesamt um 3,9 % zulegte. Die eigentliche zugrunde liegende Inflation entwickelte sich dagegen deutlich moderater.
Zusätzlich zeigte der Bericht eine weitere Abschwächung in wichtigen Bereichen wie Versicherungen, Fahrzeugen und Teilen des Immobilienmarktes. Vor allem der Shelter-Bereich, der für die Fed von besonderer Bedeutung ist, entwickelte sich erneut moderat.
In Kombination mit den zuletzt starken NFP-Arbeitsmarktdaten ergibt sich jedoch ein interessantes Gesamtbild. Der Arbeitsmarkt bleibt robust. Die Arbeitslosenquote verharrt auf niedrigem Niveau, die Average Hourly Earnings steigen weiter und die Beschäftigungszahlen überraschten zuletzt positiv. Gleichzeitig zeigt die Kerninflation weitere Entspannungstendenzen.
Genau dieser Mix sorgt aktuell für Diskussionen an den Märkten. Einerseits sinkt der unmittelbare Druck auf die Fed durch die schwächere Kerninflation. Andererseits sprechen die starken Arbeitsmarktdaten gegen schnelle Zinssenkungen. Für Risk Assets bleibt die Situation damit grundsätzlich konstruktiv, solange die Inflationsentwicklung nicht erneut durch steigende Energiepreise beschleunigt wird.
Wirtschaftsdaten heute
Der heutige Handelstag steht ganz im Zeichen wichtiger geldpolitischer und makroökonomischer Ereignisse.
Bereits am Mittag wird der OPEC Monthly Report veröffentlicht. Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten dürfte dieser Bericht für den Ölmarkt von besonderer Bedeutung sein.
Der größte Fokus liegt jedoch auf der Europäischen Zentralbank.
Erwartet wird eine Anhebung der Deposit Facility Rate von 2,00 % auf 2,25 %. Gleichzeitig wird bei der EZB Interest Rate Decision ein Anstieg von 2,15 % auf 2,40 % erwartet. Neben dem eigentlichen Zinsentscheid dürfte vor allem das EZB Monetary Policy Statement entscheidend werden, da Investoren hier Hinweise auf den zukünftigen Zinspfad suchen.
Am Nachmittag folgen dann weitere hochrelevante US-Daten. Veröffentlicht werden die PPI-Daten sowie der Core PPI. Der Produzentenpreisindex gilt als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Entwicklung der Verbraucherpreise und erhält nach den gestrigen CPI-Daten zusätzliche Aufmerksamkeit.
Ebenfalls im Fokus stehen die Initial Jobless Claims sowie die Continuing Jobless Claims. Zusammen mit den Inflationsdaten liefern sie weitere Hinweise auf die aktuelle Verfassung der US-Wirtschaft.
Abgerundet wird der Handelstag durch die EZB-Pressekonferenz sowie die Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die zusätzliche Volatilität in den europäischen Märkten auslösen könnten.
Für morgen richtet sich der Blick zudem auf den erwarteten SpaceX-IPO, der derzeit für erhebliches Interesse an den Märkten sorgt.
Zu den heutigen EZB-Entscheidungen werde ich nach Veröffentlichung außerdem ein ausführliches YouTube-Video hochladen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil zeigte gestern erneut Stärke und konnte den Handelstag rund 3,7 % im Plus beenden. Aktuell notieren die Preise oberhalb der wichtigen 90-Dollar-Marke bei rund 91 Dollar. Das Monatstief aus dem Mai bei 86,3 Dollar sowie das Wochentief der KW23 konnten erfolgreich verteidigt werden. Fundamental bleibt die Entwicklung nahezu vollständig von der Lage im Nahen Osten abhängig. Solange keine nachhaltige Stabilisierung eintritt, bleibt der Ölmarkt anfällig für weitere Aufwärtsbewegungen. Erst ein Bruch unter die Region um 86 Dollar würde das Bild deutlich eintrüben und Potenzial in Richtung 81 Dollar eröffnen.
Am Anleihemarkt konnten US-Staatsanleihen gestern ebenfalls zulegen. Unterstützt wurden die Kurse sowohl durch die CPI-Daten als auch durch die geopolitischen Risiken.
Der US-Dollar-Index schloss erneut oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke. Ein Ausbruch über 100,25 Punkte könnte weiteres Potenzial bis in den Bereich von 100,50 Punkten eröffnen. Gleichzeitig profitiert der Dollar aktuell weiterhin von seiner Funktion als Safe Haven.
Der Volatilitätsindex VIX notiert weiterhin oberhalb der wichtigen 20-Punkte-Marke bei rund 22,2 Punkten. Dies signalisiert weiterhin erhöhte Nervosität und Schwankungsbereitschaft an den Aktienmärkten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia verlor gestern rund 3,7 % und notiert aktuell bei etwa 200 Dollar. Der jüngste Ausbruchsversuch konnte nicht gehalten werden. Damit rückt die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar erneut in den Fokus. Die Reaktion in diesem Bereich dürfte richtungsentscheidend für die kommenden Handelstage werden.
Bitcoin zeigte sich vergleichsweise stabil, konnte sich der allgemeinen Risikoaversion jedoch ebenfalls nicht vollständig entziehen. Aktuell notiert BTC im Bereich von 62.500 Dollar. Für neues bullisches Momentum wäre eine Rückeroberung der Region oberhalb von 64.500 Dollar wichtig. Sollte hingegen die Unterstützung um 60.500 Dollar brechen, wären weitere Korrekturen denkbar.
Der S&P 500 verlor gestern rund 1,53 %. Die von mir zuletzt genannte Unterstützungszone um 7.251 Punkte konnte bislang verteidigt werden. Solange diese Zone hält, bleibt das übergeordnete Bild stabil. Unterhalb dieser Marke würde sich das Risiko einer Ausweitung der Korrektur in Richtung 7.100 Punkte erhöhen. Neue bullische Signale entstehen erst wieder oberhalb von 7.360 Punkten.
Auch der Nasdaq schloss unterhalb der wichtigen 28.500-Punkte-Marke. Aktuell sehen wir jedoch bereits erste Kaufinteresse. Eine Rückeroberung von 28.500 Punkten und insbesondere der 29.000-Punkte-Marke könnte den Weg für eine größere Erholung freimachen. Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 28.120 Punkte entscheidend.
Im US30 erfolgte gestern ebenfalls ein schwacher Schlusskurs mit rund 1,8 % Minus. Die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten wurde unterschritten. Kann diese Zone zurückerobert werden, wäre eine Bewegung in Richtung 50.500 Punkte denkbar. Bleibt der Index darunter, rücken zunächst 49.500 und anschließend 49.000 Punkte in den Fokus.
DAX – Charttechnischer Überblick
Der DAX zeigte gestern ebenfalls deutliche Schwäche und verlor rund 1,87 %. Besonders relevant war dabei der Test der langfristig wichtigen Unterstützungszone um 24.000 Punkte. Diese Region besitzt sowohl auf Monats- als auch auf Jahresbasis hohe Bedeutung und konnte zunächst verteidigt werden.
Für das bullische Szenario bleibt entscheidend, dass sich der Markt oberhalb dieser Zone stabilisiert und anschließend wieder in Richtung 24.500 Punkte arbeitet. Nach einer Korrektur von mittlerweile rund 6 % vom Hoch sind jederzeit kräftige Gegenbewegungen und Short Squeezes möglich.
Sollte der DAX allerdings das heutige Tagestief bei 23.930 Punkten unterschreiten, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben. In diesem Fall wären Bewegungen in Richtung 23.630 sowie 23.500 Punkte denkbar.
Die heutigen EZB-Entscheidungen sowie die US-PPI-Daten dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob der DAX die aktuelle Unterstützungszone verteidigen kann oder ob eine weitere Ausweitung der Korrektur bevorsteht.
Aktuell bevorzuge ich weiterhin das Szenario einer Erholung in Richtung 24.500 Punkte, insbesondere nachdem die Region um 24.000 Punkte zunächst erfolgreich verteidigt werden konnte.
Zu den heutigen EZB-Entscheidungen und den wichtigsten Marktreaktionen wird später ein ausführliches Video auf meinem YouTube-Kanal folgen.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte spiegeln ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung wider.
Ich wünsche euch erfolgreiche und stabile Trades.
DAX Tagesausblick 04. Juni – Kommt jetzt die große Korrektur?Bevor wir starten: '
Heute wird noch ein ausführlicheres YouTube Video speziell zu den morgigen US-Arbeitsmarktdaten (NFP) erscheinen. Dort gehe ich deutlich detaillierter auf die verschiedenen Szenarien, mögliche Marktreaktionen und die wichtigsten Levels ein. Wer sich auf den wichtigsten Makro Event der Woche vorbereiten möchte, sollte dort unbedingt vorbeischauen.
Wie immer handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung, sondern ausschließlich um meine persönliche Markteinschätzung.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die Märkte standen gestern erneut stark unter dem Einfluss der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Nachrichtenlage rund um Israel, den Iran, die USA und die gesamte Region bleibt angespannt und sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den Finanzmärkten.
Im Fokus standen erneut Berichte über mögliche Fortschritte bei diplomatischen Gesprächen, gleichzeitig aber auch neue Spannungen und militärische Entwicklungen. Die USA arbeiten weiterhin an verschiedenen Szenarien zur Stabilisierung der Lage. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Aussagen von Donald Trump, Meldungen rund um Benjamin Netanjahu sowie Berichte über mögliche Angriffe und Sicherheitsrisiken im Bereich Kuwait, Bahrain und der Straße von Hormus für erhöhte Nervosität.
Besonders die Straße von Hormus bleibt dabei der zentrale Faktor für die Rohstoffmärkte. Ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte verläuft durch diese Region. Jede neue Meldung über mögliche Eskalationen oder diplomatische Fortschritte führt deshalb unmittelbar zu starken Bewegungen bei Öl, Staatsanleihen, Währungen und den Aktienmärkten.
Hinzu kamen weitere marktrelevante Nachrichten aus dem Technologiesektor. Die geplante IPO von SpaceX sorgt weiterhin für Aufmerksamkeit. Besonders interessant dabei ist, dass Elon Musk trotz Börsengang weiterhin rund 82,4 % der Stimmrechte kontrollieren soll. Darüber hinaus standen Entwicklungen rund um Alphabet, Google, Anthropic sowie die bevorstehenden Broadcom Zahlen im Fokus der Investoren.
Insgesamt führte die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen und vorsichtiger Positionierung vor den morgigen Arbeitsmarktdaten zu einer deutlichen Risk Off Bewegung. Risk Assets standen gestern unter Druck und zeigten erste größere Gewinnmitnahmen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Auch auf der makroökonomischen Seite war gestern einiges geboten.
Zusätzlich zu den geopolitischen Entwicklungen standen gestern mehrere Aussagen von EZB- und Fed-Vertretern im Fokus der Märkte. Dabei überwog insgesamt ein eher restriktiver beziehungsweise hawkisher Ton.
EZB-Direktor Elderson betonte erneut die Risiken einer weiterhin hartnäckigen Inflation und signalisierte, dass die EZB auch nach der nächsten Zinssitzung wachsam bleiben müsse. Die Marktteilnehmer rechnen inzwischen zunehmend damit, dass der Zins Pfad in Europa länger restriktiv bleiben könnte als noch vor einigen Wochen erwartet, daher auch der stärkere Abverkauf bei Europäischen Aktien.
Auch von Seiten der US-Notenbank kamen keine Signale für eine kurzfristige Lockerung der Geldpolitik. Fed-Mitglieder wie Logan und Williams betonten weiterhin die Bedeutung der Inflationsbekämpfung und machten deutlich, dass die Federal Reserve bei anhaltend robusten Wirtschaftsdaten keinen unmittelbaren Handlungsdruck für Zinssenkungen sieht.
Zusätzlichen Druck auf die Märkte brachte die Aussage von Bessent, der darauf hinwies, dass das weiterhin starke Konsumwachstum ein Problem für den Kampf gegen die Inflation darstellen könnte. Insgesamt verstärkten die Aussagen der Notenbankvertreter daher die Wahrnehmung, dass sowohl die EZB als auch die Fed aktuell keinen Grund sehen, ihre restriktive Haltung deutlich aufzuweichen, sondern eher von gegen Maßnahmen sprechen.
Diese Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen, robusten Konjunkturdaten und weiterhin restriktiven Notenbankkommentaren sorgte gestern für zusätzlichen Gegenwind bei Aktien und anderen Risk Assets.
Bei den Wirtschaftsdaten stand zunächst der ADP Nonfarm Employment Change für Mai im Fokus. Die Beschäftigung im Privatsektor stieg um 122.000 Stellen und lag damit über den Erwartungen von 118.000. Der Vormonat wurde zudem von 109.000 auf 105.000 nach unten revidiert. Insgesamt zeigen die Daten weiterhin einen robusten US-Arbeitsmarkt. Für die Fed bedeutet ein stärkerer Arbeitsmarkt grundsätzlich weniger Druck für schnelle Zinssenkungen.
Der S&P Global Services PMI lag bei 50,7 Punkten und damit leicht unter den Erwartungen von 50,9. Trotz des kleinen Rückgangs bleibt der Index weiterhin über der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert damit weiterhin Expansion im Dienstleistungssektor.
Deutlich stärker fiel hingegen der ISM Non-Manufacturing PMI aus. Der Index stieg auf 54,5 Punkte und übertraf sowohl die Prognose von 53,7 als auch den Vormonatswert von 53,6 deutlich. Dies signalisiert weiterhin eine robuste wirtschaftliche Aktivität im US-Dienstleistungssektor.
Der ISM Non-Manufacturing Prices Index fiel leicht auf 71,3 Punkte gegenüber einer Erwartung von 72,3 Punkten. Trotz des Rückgangs bleibt das Preisniveau weiterhin sehr hoch und deutet auf anhaltenden Inflationsdruck hin.
Besonders interessant waren auch die Rohöllagerbestände. Erwartet wurde ein Rückgang von 2,9 Millionen Barrel. Tatsächlich lagen die Bestände jedoch bei minus 7,974 Millionen Barrel. Ein derart starker Lagerabbau deutet auf eine deutliche Verknappung des Angebots hin und wirkt grundsätzlich unterstützend beziehungsweise bullisch auf den Ölpreis.
Heute richtet sich der Fokus ausschließlich auf die Initial Jobless Claims in den USA. Erwartet werden 214.000 neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nach zuvor 215.000.
Der wichtigste Termin der gesamten Woche folgt jedoch morgen . Um 15:30 Uhr stehen die Average Hourly Earnings, die Nonfarm Payrolls sowie die US-Arbeitslosenquote auf dem Kalender. Die Erwartungen liegen aktuell bei 95.000 neuen Stellen, einer Arbeitslosenquote von 4,3 % sowie einem Anstieg der Stundenlöhne um 0,3 %. Diese Daten dürften die Richtung für die Märkte in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis konnte gestern bereits den dritten bullischen Tagesschlusskurs in Folge seit Wochenbeginn ausbilden. Besonders wichtig ist dabei, dass wir wieder oberhalb der 95 Dollar Marke sowie oberhalb des Wochenhochs der Vorwoche schließen konnten.
Aktuell notiert Öl erneut im Bereich dieser wichtigen Zone. Für mich bleibt nun entscheidend, ob sich der Markt nachhaltig über 95 Dollar etablieren kann. Gelingt dies, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 98 Dollar sowie anschließend einen erneuten Angriff auf die psychologisch wichtige 100 Dollar Marke.
Sollten wir hingegen wieder unter 95 Dollar zurückfallen, würde sich das Bild zunächst eintrüben und eine Bewegung zurück in Richtung 88 Dollar wahrscheinlicher werden.
Die weitere Entwicklung bleibt dabei unmittelbar von den geopolitischen Nachrichten rund um den Nahen Osten und insbesondere von der Situation in der Straße von Hormus abhängig.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen sahen wir gestern über nahezu alle Laufzeiten hinweg starke Anstiege. Sowohl 3-jährige, 5-jährige, 10-jährige als auch 30-jährige Anleihen konnten teilweise um rund 1 % zulegen.
Heute sehen wir zwar ein leichtes Gap Down, insgesamt zeigt die Entwicklung aber weiterhin, wie sensibel die Märkte aktuell auf geopolitische Entwicklungen und Wirtschaftsdaten reagieren.
Gerade im Zusammenhang mit den morgigen NFP-Daten bleibt das Risiko weiterer starker Bewegungen bei Renditen und Anleihen sehr hoch.
DXY – US-Dollar Index
Der US-Dollar profitierte gestern von der Bewegung am Anleihemarkt und legte rund 0,35 % zu.
Besonders wichtig war dabei der Schlusskurs oberhalb der zentralen 99,50-Punkte-Marke. Für mich bleibt nun entscheidend, ob das gestrige Tageshoch nach oben durchbrochen werden kann. Sollte dies gelingen, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke.
Kann der Dollar hingegen das gestrige Hoch nicht überwinden, bleibt das gestrige Tagestief bei 99,18 Punkten die entscheidende Unterstützung.
Volatilitätsindex (VIX)
Der Volatilitätsindex zeigte gestern zwar einen kurzfristigen Anstieg, bleibt mit einem Stand von rund 16,05 Punkten jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise entspannten Niveau.
Von echter Panik kann aktuell trotz der Gewinnmitnahmen also noch keine Rede sein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia steht seit Dienstag verstärkt unter Druck. Gestern folgte mit einem Tagesverlust von rund 3,6 % ein weiterer schwacher Handelstag.
Der Markt befindet sich aktuell im Retest des offenen Gaps vom Monatsanfang. Für mich bleibt die entscheidende Unterstützungszone weiterhin zwischen 212 und 208 Dollar.
Solange dieser Bereich hält, bleibe ich grundsätzlich bullisch. Sollte die Zone jedoch aufgegeben werden, rückt als nächstes wichtiges Unterstützungsniveau die psychologisch relevante 200-Dollar-Marke in den Fokus.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich ebenfalls schwach und wurde in der Nacht erneut deutlich abverkauft. Aktuell notiert der Markt wieder knapp oberhalb von 64.000 Dollar.
Für mich bleibt die wichtigste Unterstützung das Tief im Bereich von 60.000 Dollar. Solange dieses Level verteidigt wird, bleibt eine Stabilisierung möglich.
Sollte die Marke von 60.000 Dollar jedoch nachhaltig nach unten brechen, würde sich das charttechnische Bild deutlich verschlechtern und weitere Abgaben wären wahrscheinlich.
Auf der Long-Seite bleibe ich aktuell vorsichtig. Neue Long-Positionen erscheinen für mich erst dann interessant, wenn wir wieder klare bullische Daily-Schlusskurse sehen.
S&P 500
Der S&P 500 verzeichnete gestern erstmals seit mehreren Wochen wieder einen stärkeren Rücksetzer und schloss rund 0,75 % im Minus.
Die Daily-Kerzen wurden bereits in den vergangenen Tagen kleiner und signalisierten nachlassende Dynamik. Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten.
Entscheidend bleibt nun die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten. Dort befindet sich aktuell das wichtigste Unterstützungsniveau.
Kann sich der Markt dort stabilisieren, bleibt ein erneuter Angriff auf die Hochs im Bereich von 7.600 Punkten möglich.
Fällt hingegen auch die 7.500-Punkte-Marke, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur in Richtung 7.400 Punkte.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte gestern erste stärkere Gewinnmitnahmen und verlor rund 0,9 %.
Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten. Für mich bleibt nun entscheidend, ob die Zone um 30.500 Punkte als Widerstand fungiert.
Sollte der Markt dort erneut abgewiesen werden, wäre ein Rücksetzer in Richtung 30.200 Punkte und anschließend zur psychologisch wichtigen 30.000-Punkte-Marke denkbar.
Kann sich der Nasdaq hingegen wieder nachhaltig über 30.500 Punkte etablieren, bleibt für mich weiterhin ein Angriff auf die Allzeithochs das bevorzugte Szenario.
US30
Der Dow Jones zeigte gestern die stärksten Gewinnmitnahmen der großen US-Indizes und verlor rund 1,3 %. Nach dem neuen Allzeithoch am Dienstag schloss der Markt im Bereich von 50.700 Punkten.
Für mich bleibt die 51.000-Punkte-Marke nun die entscheidende Zone. Sollte der Markt diesen Bereich von unten testen und dort erneut abgewiesen werden, könnte ein weiterer Rücklauf in Richtung 50.500 Punkte folgen. Für neue Short-Szenarien wäre jedoch zunächst ein nachhaltiger Bruch unter den gestrigen Tagestief bei 50.690 Punkten erforderlich.
Long-Setups werden für mich erst wieder interessant, wenn sich der Markt nachhaltig oberhalb von 51.000 Punkten stabilisieren kann und erneut Richtung Allzeithochs marschiert.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX stand gestern massiv unter Druck und zeigte nach den deutlichen Rejections vom Montag und Dienstag schließlich den erwarteten Verkaufsimpuls.
Auf Tagesbasis verlor der Markt rund 1,73 % und schloss deutlich unter der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke. Zusätzlich wurde die zentrale Zone aus Monatshoch April und Jahreshoch 2025 zwischen 24.770 und 24.800 Punkten nach unten durchbrochen.
Aktuell hat der Markt zunächst Unterstützung im Bereich von 24.650 Punkten gefunden. Dort befindet sich gleichzeitig ein wichtiges Quartalshochpreislevel aus Juli 2025. Für die bullische Seite bleibt nun entscheidend, dass wir uns im Tagesverlauf wieder oberhalb der Zone zwischen 24.770 und 24.800 Punkten etablieren können.
Gelingt dies, würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir zunächst das Wochentief der Kalenderwoche 22 bei 24.911 Punkten zurückerobern und anschließend erneut die Schlüsselmarke bei 25.000 Punkten angreifen.
Das bearische Szenario aktiviert sich für mich erst dann wirklich, wenn der Markt nachhaltig unter 24.630 Punkten schließt. In diesem Fall würde sich das Korrekturpotenzial zunächst bis in den Bereich von 24.500 Punkten ausweiten.
Trotz des deutlichen Rücksetzers bleibe ich insgesamt weiterhin konstruktiv. Gewinnmitnahmen nach der starken Rally der vergangenen Wochen sind völlig normal und die übergeordnete Marktstruktur bleibt bislang intakt.
Deshalb würde ich aktuell zwar die Risiken nicht ignorieren, gleichzeitig aber auch vorsichtig mit aggressiven Short-Positionierungen sein. Wie am Wochenanfang gesagt, wurde extrem viel Optimismus eingepreist über die letzten Wochen im Bezug auf die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten. Wenn die Dynamik hier abflacht, entstehen größere Risk Off Bewegungen wie gestern.
Kein Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Abschließend wünsche ich euch allen erfolgreiche und vor allem stabile Trades für den heutigen Handelstag.
Wie seht ihr die aktuelle Situation bei den Risk Assets? Sehen wir gerade den Beginn einer größeren Korrektur oder handelt es sich lediglich um normale Gewinnmitnahmen vor den morgigen NFP-Daten?
Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen.
DAX Tagesausblick 03. Juni – Sind die Bullen erschöpft?Geopolitische und fundamentale Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start des heutigen Handelstages der wichtigste Einflussfaktor für die Finanzmärkte. Besonders im Fokus steht weiterhin die Situation im Nahen Osten. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine Entspannung zwischen den USA und Iran aufgekommen waren, zeigen die jüngsten Meldungen erneut ein deutlich gemischteres Bild.
Laut Reuters hat Iran ballistische Raketen in Richtung Bahrain und Kuwait abgefeuert. Die Angriffe sollen ihre Ziele verfehlt haben, woraufhin US-Streitkräfte Gegenmaßnahmen eingeleitet haben. Gleichzeitig berichten iranische Medien, dass es seit mehreren Tagen keinen direkten Kontakt zwischen Teheran und Washington gegeben habe, während Donald Trump weiterhin von laufenden Verhandlungen spricht. Der Markt bewertet diese widersprüchlichen Signale aktuell als Zeichen dafür, dass die Lage weiterhin festgefahren bleibt.
Zusätzliche Unsicherheit kommt von der Straße von Hormus. Berichten zufolge soll Iran große Teile der strategisch wichtigen Wasserstraße vermint haben. Zwar gibt es erste Anzeichen dafür, dass wieder mehr Schiffe die Route nutzen, die Anzahl der Durchfahrten liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Beginn der Eskalation. Gleichzeitig warnte die Internationale Energieagentur vor kritisch niedrigen globalen Ölbeständen. Die Kombination aus geopolitischen Risiken und sinkenden Lagerbeständen sorgt aktuell dafür, dass wieder eine deutliche Risikoprämie im Ölpreis eingepreist wird.
Im Technologiesektor bleiben die Schlagzeilen bullish. Nvidia CEO Jensen Huang betonte erneut, dass das Unternehmen über ausreichende Kapazitäten verfüge, um die weiterhin enorm hohe Nachfrage nach KI Chips bedienen zu können. Die Aussagen unterstreichen einmal mehr, dass die KI Revolution nach wie vor der zentrale Wachstumstreiber für die großen US Technologieunternehmen bleibt.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor durch Microsoft. Auf der jüngsten Entwicklerkonferenz stellte das Unternehmen weitere KI Produkte und neue Anwendungen vor und machte deutlich, dass künstliche Intelligenz weiterhin im Zentrum der langfristigen Unternehmensstrategie steht. Gleichzeitig sorgten Berichte über eine mögliche Milliardenfinanzierung von DeepSeek sowie die Vorbereitungen von Anthropic auf einen Börsengang für weitere Fantasie im KI Sektor.
Diese Entwicklungen erklären auch, weshalb insbesondere der Nasdaq weiterhin deutlich stärker performt als viele andere Indizes. Die großen Technologieunternehmen bleiben der wichtigste Treiber der aktuellen Rally.
Ein weiteres wichtiges Thema bleibt der mögliche SpaceX Börsengang diesen Monat. Reuters berichtete, dass SpaceX offenbar einen IPO Preis von 135 US Dollar pro Aktie anstrebt und dabei rund 75 Milliarden US Dollar einsammeln möchte. Die angestrebte Bewertung soll bei rund 1,75 Billionen US Dollar liegen. Sollte sich dies bestätigen, würde es sich um einen der größten Börsengänge der Geschichte handeln. Der Markt beginnt bereits, diese Fantasie einzupreisen, was zusätzlich für Kapitalzuflüsse in den Technologiesektor sorgt.
Auch die Zentralbanken bleiben ein entscheidender Faktor. In Europa lagen die Inflationsdaten gestern leicht über den Erwartungen. Besonders die Kerninflation fiel höher aus als prognostiziert und bestätigt damit, dass der Inflationsdruck weiterhin vorhanden ist. Für die EZB bedeutet dies, dass zukünftige Zinssenkungen schwieriger werden könnten. Gleichzeitig zeigen die jüngsten US Arbeitsmarktdaten weiterhin einen robusten Arbeitsmarkt, was auch der FED weniger Spielraum für schnelle Zinssenkungen lässt.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Die wichtigsten Daten des gestrigen Handelstages kamen aus Europa und den USA.
In der Eurozone wurde die Verbraucherpreisinflation veröffentlicht. Die Gesamtinflation entsprach mit 3,2 % den Erwartungen. Die Kerninflation lag jedoch bei 2,5 % und damit über den erwarteten 2,4 %. Genau diese Abweichung sorgte für leichte Schwäche im DAX. Höhere Kerninflation bedeutet für die Marktteilnehmer, dass die EZB zukünftig vorsichtiger bei Zinssenkungen agieren könnte. Gerade europäische Aktien reagieren auf solche Entwicklungen besonders sensibel. Für das Zins Bild der Marktteilnehmer sind solche Zahlen eher negativ, da bei der EZB deutlich hawkishere Aussagen kommen in Bezug auf Zinserhöhungen für das Jahr 2026.
Noch wichtiger für die internationalen Märkte waren die JOLTS Job Openings aus den USA. Erwartet wurden 6,86 Millionen offene Stellen. Gemeldet wurden jedoch 7,618 Millionen nach zuvor 6,887 Millionen. Der US Arbeitsmarkt präsentiert sich damit weiterhin deutlich stärker als erwartet.
Die Konsequenz daraus ist relativ eindeutig. Einerseits bestätigt dies die Stärke der amerikanischen Wirtschaft. Andererseits sinkt damit die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen durch die FED. Genau dieses Spannungsfeld begleitet die Märkte aktuell bereits seit Monaten zuzüglich der geopolitischen Spannungen und der daraus resultierenden Inflation durch erhöhte Energiepreise.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Auch heute stehen wieder mehrere wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda.
Besonders im Fokus steht der ADP Non Farm Employment Change. Dieser Bericht misst die Veränderung der Beschäftigung im privaten US Sektor und gilt als wichtiger Vorläufer für die offiziellen Non Farm Payrolls am Freitag. Erwartet werden 116.000 neue Stellen nach zuvor 109.000.
Ebenfalls veröffentlicht werden die S&P Global Services PMI-Daten. Dieser Indikator misst die wirtschaftliche Aktivität im Dienstleistungssektor. Werte oberhalb von 50 signalisieren weiterhin Wachstum, weshalb der Markt insbesondere darauf achten wird, ob die Expansion der US-Wirtschaft weiterhin intakt bleibt.
Zusätzlich erscheinen die ISM Non-Manufacturing Prices. Dieser Bericht liefert wichtige Hinweise auf die Preisentwicklung innerhalb des Dienstleistungssektors und damit auf zukünftige Inflationsrisiken.
Ebenfalls im Fokus steht der ISM Non-Manufacturing PMI. Dieser zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für die amerikanische Wirtschaft und gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Dynamik außerhalb des Industriesektors.
Abgerundet wird der Datenkalender heute durch die Crude Oil Inventories. Die US-Rohöllagerbestände sind aktuell aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten besonders relevant. Sollten die Bestände weiter sinken, könnte dies zusätzlichen Aufwärtsdruck auf den Ölpreis ausüben.
Trotz aller heutigen Veröffentlichungen bleibt der Blick der Märkte bereits auf Freitag gerichtet. Dann stehen die offiziellen Non-Farm Payrolls sowie die US-Arbeitslosenquote an. Diese Daten dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die zukünftige Zinspolitik der FED einschätzt.
Trotzdem bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten Thema Nummer 1.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis bleibt aktuell einer der wichtigsten Indikatoren für die Risikoeinschätzung der Märkte. US Oil notiert derzeit bei 94,87 US-Dollar und konnte die wichtige 90 Dollar Marke erneut erfolgreich verteidigen.
Charttechnisch wirkt die Situation wieder bullish. Das Wochenhoch der Vorwoche wurde bereits überschritten und aktuell entsteht evtl. die dritte bullische Tageskerze in Folge. Besonders wichtig bleibt nun die Zone um 95 US-Dollar. Sollte dieser Bereich nachhaltig überwunden werden, könnte die Bewegung schnell in Richtung 100 US-Dollar fortgesetzt werden.
Die aktuelle Price Range liegt damit weiterhin zwischen 90 und 100 US-Dollar. Die Entwicklung im Nahen Osten bleibt hierbei der entscheidende Einflussfaktor.
US-Staatsanleihen
Die Bondmärkte zeigten gestern erneut leichte Stärke. Zwar wurden überwiegend Doji-Kerzen ausgebildet, dennoch notieren die Anleihekurse weiterhin leicht im Plus. Gleichzeitig steigen die Renditen wieder leicht an.
Der Markt bleibt extrem sensibel gegenüber steigenden Energiepreisen und möglichen Inflationsrisiken. Gerade die Kombination aus höherem Ölpreis und robustem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass Zinssenkungen aktuell immer wieder nach hinten verschoben werden.
DXY
Der US-Dollar-Index konnte gestern erneut leicht positiv schließen und befindet sich weiterhin in seiner bekannten Seitwärtsrange.
Entscheidend bleiben für mich die beiden Marken bei 98,70 Punkten auf der Unterseite und 99,50 Punkten auf der Oberseite. Erst ein Ausbruch aus dieser Range dürfte den nächsten größeren Impuls liefern. Bis dahin bleibt der Dollar technisch neutral.
VIX
Der Volatilitätsindex zeigte gestern zwar kurzzeitig einen Anstieg, dieser wurde jedoch relativ schnell wieder verkauft. Aktuell notiert der VIX bei 15,76 Punkten.
Damit signalisiert der Markt weiterhin ein vergleichsweise entspanntes Umfeld. Von echter Panik oder größerer Unsicherheit ist aktuell noch nichts zu erkennen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte gestern zunächst erneut starke Aufwärtsdynamik und erreichte zwischenzeitlich Kurse von rund 232,50 US-Dollar. Anschließend kam es jedoch zu Gewinnmitnahmen, wodurch die Aktie den Handelstag leicht negativ beendete.
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Long-Struktur jedoch weiterhin vollständig intakt. Solange die Unterstützungszone zwischen 212 und 208 US-Dollar verteidigt wird, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend aus meiner Sicht unangetastet. Ein Rücklauf in diesen Bereich wäre sogar eine gesunde Konsolidierung innerhalb des laufenden Trends.
Bitcoin
Bitcoin wurde gestern deutlich abverkauft und verlor auf Tagesbasis rund 6,64 %. Besonders auffällig war dabei, dass selbst die wichtige Marke bei 68.100 US-Dollar nicht gehalten werden konnte.
Für die kommenden Tage wird entscheidend sein, ob die Käufer wieder Stabilität in den Markt bringen oder ob Bitcoin in eine größere Seitwärtsphase übergeht. Vergleichbar wäre dies mit der Range-Phase, die wir bereits zwischen März und Oktober 2024 beobachten konnten. Bis sich hier ein klareres Bild ergibt, bleibe ich weiterhin eher zurückhaltend.
S&P 500
Der S&P 500 konnte erneut einen positiven Tagesschlusskurs ausbilden und notiert mittlerweile bei 7.623 Punkten.
Trotzdem fällt auf, dass die Dynamik langsam nachlässt. Die Tageskerzen werden kleiner und das bullische Momentum wirkt zunehmend erschöpft. Zwar werden Rücksetzer weiterhin gekauft, allerdings nicht mehr mit derselben Aggressivität wie noch vor einigen Wochen.
Die Zone um 7.500 Punkte bleibt für mich weiterhin die wichtigste Unterstützung.
Nasdaq
Deutlich stärker präsentiert sich weiterhin der Nasdaq. Der technologielastige Index konnte gestern erneut zulegen und markierte neue Allzeithochs. Aktuell notieren wir bei rund 30.669 Punkten.
Der Markt wird weiterhin von der KI-Euphorie getragen. Nvidia, Microsoft, Anthropic, DeepSeek und nun auch die Fantasie rund um den SpaceX-IPO sorgen für eine enorme Kapitalrotation in den Technologiesektor.
Solange keine negativen Überraschungen aus dem Nahen Osten oder vom US-Arbeitsmarkt kommen, halte ich sogar einen Anstieg in Richtung 31.000 Punkte für möglich. Im Vergleich zum S&P 500 wirkt das Momentum hier weiterhin deutlich stärker.
Dow Jones
Auch der Dow Jones konnte den Handelstag positiv beenden und schloss rund 0,62 % im Plus.
Für mich bleibt die Zone um 51.000 Punkte weiterhin die wichtigste Unterstützung. Oberhalb davon bleibt die Struktur bullish. Sollte das aktuelle Tageshoch überwunden werden, wäre eine Fortsetzung in Richtung neuer Allzeithochs denkbar.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte gestern ein gemischtes Bild. Positiv bleibt, dass das Tagestief vom Montag erfolgreich verteidigt werden konnte und sogar der Tageshöchstkurs vom Montag kurzzeitig überschritten wurde. Allerdings gelang es den Bullen erneut nicht, das Momentum nachhaltig aufrechtzuhalten. Der Ausbruch wurde relativ schnell wieder verkauft und der Markt drehte von der Zone um 25.365 Punkte erneut nach unten ab.
Trotzdem konnte die Tageskerze oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten schließen. Solange wir über diesem Bereich handeln, bleibt die aktuelle Range-Struktur aktiv und das bullische Szenario hat weiterhin leichte Vorteile.
Für die Oberseite bleibt die Zone um 25.210 Punkte entscheidend. Dort befindet sich aktuell ein wichtiger Widerstandsbereich. Sollte es dem DAX gelingen, diese Zone nachhaltig und nicht nur per kurzfristigem Fake-Out zu überwinden, könnte weiteres Momentum in Richtung 25.500 Punkte und darüber hinaus sogar in Richtung Allzeithoch entstehen.
Auf der Unterseite wird die Lage erst kritischer, wenn das Wochentief bei etwa 24.890 Punkten unterschritten wird. In diesem Fall rückt zunächst die Zone um 24.800 Punkte in den Fokus. Sollte auch dort keine Unterstützung mehr auftreten, befindet sich die nächste relevante Unterstützungszone aus meiner Sicht erst wieder im Bereich um 24.650 Punkte.
Auffällig bleibt außerdem die relative Schwäche des DAX gegenüber den US-Indizes. Während Nasdaq und Dow Jones ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen konnten, wurde der deutsche Leitindex durch die höheren europäischen Inflationsdaten ausgebremst. Die über den Erwartungen liegende Kerninflation erhöht den Druck auf die EZB und spricht gegen eine schnelle Lockerung der Geldpolitik, was aktuell insbesondere europäische Aktien belastet.
Für den heutigen Handel bleiben meine wichtigsten Long-Zonen unverändert. Der erste interessante Bereich liegt direkt an der psychologisch wichtigen Marke zwischen 25.000 und 25.020 Punkten. Sollte dieser Bereich nicht halten, rückt die Zone zwischen 24.910 und 24.895 Punkten in den Fokus. Die letzte größere Unterstützungszone sehe ich aktuell im Bereich zwischen 24.800 und 24.770 Punkten. Solange diese Bereiche verteidigt werden, bleibt für mich das bullische Szenario der bevorzugte Fahrplan.
Keine Anlageberatung, sondern ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX heute? Werden Gewinnmitnahmen bei den Risk Assets zunehmend wahrscheinlicher oder bleibt ihr weiterhin bullish? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 02. Juni - 25.000 Punkte Marke im FokusKurz Vorab:
Heute erscheint noch ein ausführliches YouTube Video mit einem detaillierten charttechnischen Ausblick auf DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und weitere Märkte. Dort werde ich noch einmal deutlich tiefer auf konkrete Trade Ideen, relevante Zonen und mögliche Szenarien für heute und morgen eingehen. Wer Interesse an einer ausführlicheren Analyse hat, kann gerne vorbeischauen.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die Märkte bleiben aktuell stark headlinegetrieben. Während viele Risk Assets weiterhin nahe ihrer Allzeithochs notieren und bereits viel Optimismus eingepreist haben, hat der gestrige Handel erneut gezeigt, wie empfindlich die Märkte auf geopolitische Entwicklungen reagieren.
Im Fokus standen dabei erneut Meldungen rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Zeitweise wurde von einer zunehmenden Eskalation und einer weiterhin schwierigen Verhandlungslage gesprochen. Die Reaktion an den Märkten erfolgte unmittelbar. Im DAX sahen wir innerhalb kurzer Zeit eine Bewegung von knapp 400 Punkten zwischen Hoch und Tief, begleitet von deutlichen Abgaben in zahlreichen Risk Assets.
Für mich zeigt das vor allem eines: Der Markt hat inzwischen sehr viel Hoffnung auf eine weitere Deeskalation im Nahen Osten eingepreist. Sollte sich die Situation zwischen den USA und dem Iran verschlechtern oder ein möglicher Deal ausbleiben, könnte die gestrige Bewegung lediglich ein erster Vorgeschmack gewesen sein. Gleichzeitig bleibt auch die Situation zwischen Israel, dem Libanon und der Hisbollah angespannt. Entsprechend sollten geopolitische Schlagzeilen aktuell weiterhin ganz oben auf der Watchlist stehen.
Zusätzlich sorgt die Entwicklung rund um Nvidia weiterhin für positive Impulse. CEO Jensen Huang hat auf der Computex Konferenz erneut die Vision eines KI-getriebenen Technologiezyklus bekräftigt. Besonders die neuen Vera Prozessoren und die RTX Spark Plattform sollen den Weg für lokale KI Agenten und AI PCs ebnen. Nvidia spricht inzwischen von einem potenziellen Marktvolumen von rund 200 Milliarden US-Dollar. Aussagen, dass Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und SpaceX bereits auf entsprechende Technologien setzen, wurden vom Markt sehr positiv aufgenommen. Die Aktie legte gestern erneut deutlich zu und bleibt damit weiterhin einer der wichtigsten Treiber für Nasdaq und S&P 500.
Wirtschaftsdaten gestern
Auch die Konjunkturdaten fielen gestern insgesamt konstruktiv aus. Der S&P Global Manufacturing PMI lag mit 55,1 Punkten zwar leicht unter den Erwartungen von 55,3 Punkten, konnte sich jedoch gegenüber dem Vormonat von 54,5 Punkten verbessern. Noch stärker fiel der ISM Manufacturing PMI aus. Mit 54,0 Punkten lag dieser deutlich über den Erwartungen von 53,3 Punkten und ebenfalls über dem Vormonat von 52,7 Punkten. Die US-Wirtschaft zeigt damit weiterhin robuste Aktivität und sendet keine unmittelbaren Rezessionssignale.
Gleichzeitig fiel der ISM Manufacturing Prices Index von 84,6 auf 82,1 Punkte. Auch wenn das Preisniveau weiterhin hoch bleibt, deutet dieser Rückgang auf eine leichte Entspannung beim Inflationsdruck hin. Die Kombination aus solider Wirtschaft und leicht sinkendem Preisdruck wird von den Märkten derzeit positiv interpretiert und unterstützt weiterhin Risk Assets.
Wirtschaftsdaten heute
Der Fokus liegt heute zunächst auf den europäischen Inflationsdaten. Für den Verbraucherpreisindex der Eurozone wird im Jahresvergleich ein Anstieg von 3,0 % auf 3,2 % erwartet. Sollte die Inflation über den Erwartungen liegen, dürfte dies die Erwartung eines restriktiveren EZB Kurses unterstützen. Fällt die Inflation hingegen deutlich schwächer aus, könnte dies die Zinserwartungen für die kommenden Monate erneut verändern. Diese Infaltionszahlen sind extrem wichtig für den Zinsentscheid der EZB am 11. Juni, sollte es hier zu anderen Werten kommen als erwartet, kann es spannend werden.
Am Nachmittag folgen dann die JOLTS Job Openings aus den USA. Erwartet werden 6,86 Millionen offene Stellen nach zuletzt 6,866 Millionen. Die Daten gelten als wichtiger Frühindikator für den US-Arbeitsmarkt und dürften insbesondere mit Blick auf die NFP-Daten und Arbeitslosenquote am Freitag genau beobachtet werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Bei US Oil bleibt die Entwicklung im Nahen Osten der entscheidende Treiber. Nach dem starken Anstieg am Montag notiert Öl aktuell wieder etwas tiefer bei rund 91,35 USD. Solange sich die geopolitische Lage nicht weiter verschärft, halte ich eine Stabilisierung unterhalb der 95 Dollar Marke weiterhin für das bevorzugte Szenario. Ich hatte hier am Sonntag drauf verwiesen, dass der Test der 95 $ sehr wahrscheinlich ist mit geopolitischen Unruhen im Nahen Osten.
US Bonds und DXY
Die US-Anleiherenditen konnten gestern zunächst deutlich ansteigen, gaben ihre Gewinne im Verlauf jedoch größtenteils wieder ab. Entsprechend bleiben auch Dollar und Anleihemarkt wichtige Indikatoren für die weitere Entwicklung der Risk Assets. Der DXY konnte sich über der Marke von 99 Punkten behaupten, bewegt sich insgesamt jedoch weiterhin innerhalb seiner bekannten Range.
VIX
Der VIX reagierte zwar kurzfristig auf die geopolitischen Schlagzeilen, notiert mit rund 16 Punkten aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Von echter Panik oder Risikoaversion ist aktuell also weiterhin wenig zu sehen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt der klare Leader innerhalb der Risk Assets. Nach dem gestrigen Anstieg von über 6 % notiert die Aktie wieder deutlich über der wichtigen Unterstützungszone zwischen 208 und 212 USD. Das fundamentale Umfeld bleibt ausgesprochen stark und der KI-Boom zeigt bislang keine Anzeichen einer Abschwächung.
BTC
Bei Bitcoin bleibe ich vorerst vorsichtig. Die Zone um 70.500 USD wurde bereits angelaufen, das nächste relevante Ziel auf der Unterseite liegt für mich weiterhin im Bereich um 68.200 USD. Neue Long-Positionen bleiben für mich erst oberhalb von 74.500 USD auf Tagesbasis interessant.
SPX, US30 NASDAQ
Der S&P 500 konnte gestern erneut ein Allzeithoch markieren. Auch Nasdaq und Dow Jones bleiben grundsätzlich konstruktiv. Besonders im Nasdaq bleibt Nvidia weiterhin der dominante Treiber. Kurzfristig könnten Gewinnmitnahmen auftreten, solange jedoch die relevanten Unterstützungen halten, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
In meinem YT Video gehe ich genauer auf die Märkte ein und gebe Konkretere Tradeideen von mir durch - vorbei schauen lohnt sich also.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte gestern einen äußerst volatilen Handelstag. Die geopolitischen Schlagzeilen sorgten zwischenzeitlich für einen deutlichen Rücksetzer, dennoch konnte der Markt sämtliche Verluste nahezu vollständig aufholen und sogar oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten schließen.
Genau diese Schlusskursbasis macht den Unterschied. Trotz hoher Volatilität bleibt die übergeordnete Struktur für mich weiterhin bullisch. Solange wir uns oberhalb der 25.000-Punkte-Marke stabilisieren können, bleibt das Szenario eines erneuten Angriffs auf das Freitagshoch bei 25.220 Punkten aktiv. Wird diese Zone überwunden, halte ich auch eine Ausdehnung in Richtung 25.400 Punkte für möglich.
Erst ein nachhaltiger Bruch unter das gestrige Tagestief sowie unter das Wochentief der Vorwoche würde das aktuelle Bild für mich eintrüben.
Insgesamt bleiben heute die europäischen Inflationsdaten, die US-Arbeitsmarktdaten sowie sämtliche geopolitischen Schlagzeilen die wichtigsten Einflussfaktoren für den weiteren Handelsverlauf.
Keine Anlageberatung,nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX und die Risk Assets heute? Setzt sich die aktuelle Stärke fort oder stehen nach den jüngsten Allzeithochs zunächst weitere Gewinnmitnahmen an?
Ich wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 1 Juni- Start in den letzten Monat von Q2 2026Fundamentale & geopolitische Lage
Wir starten heute in den letzten Monat des zweiten Quartals und damit in einen potenziell sehr entscheidenden Börsenmonat. Die Marktteilnehmer blicken aktuell vor allem auf die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten, nachdem die vergangene Handelswoche stark von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung geprägt war.
Über das Wochenende blieb die große Eskalation zunächst aus. Gleichzeitig warten die Märkte weiterhin auf konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die Hoffnung auf einen Deal wurde in den vergangenen Tagen bereits deutlich eingepreist, weshalb die kommenden Headlines nun darüber entscheiden dürften, ob die aktuelle Risk On Stimmung weitergetragen werden kann oder ob erneut Unsicherheit in die Märkte zurückkehrt.
Auch aus dem Libanon gab es Berichte über mögliche Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Insgesamt bleibt die geopolitische Lage zwar angespannt, aktuell überwiegt jedoch weiterhin die Erwartung einer diplomatischen Lösung gegenüber einer weiteren Eskalation.
Zusätzlich sorgte Nvidia über Nacht erneut für zahlreiche Schlagzeilen. Das Unternehmen stellte weitere Entwicklungen im Bereich KI, Agentic AI, Robotik, autonome Systeme, AI-Factories und neue KI-Infrastruktur vor. Besonders die Themen Humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge sowie neue AI-PC-Plattformen zeigen weiterhin, in welche Richtung sich die nächste Wachstumsphase im Technologiesektor entwickeln könnte. Aufgrund der hohen Gewichtung von Nvidia innerhalb des Nasdaq und S&P 500 bleiben diese Entwicklungen für die Gesamtmärkte weiterhin von hoher Relevanz.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Rede von Jerome Powell am Wochenende. Dabei handelte es sich allerdings nicht um eine klassische geldpolitische Rede. Powell betonte vor allem die Bedeutung unabhängiger Zentralbanken und warnte vor einer zunehmenden Politisierung der FED. Neue Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik oder zu möglichen Zinsschritten wurden nicht geliefert. Für die Märkte war die Rede daher weitgehend neutral und lieferte keine neuen Impulse für die Zinserwartungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Der Hauptfokus dieser Handelswoche liegt klar auf den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Besonders die Non-Farm Payrolls (NFP), die Arbeitslosenquote sowie die Average Hourly Earnings dürften entscheidend dafür sein, wie die Marktteilnehmer die weitere Zinspolitik der FED bewerten.
Bereits heute stehen jedoch wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Programm.
Am Nachmittag werden die S&P Global Manufacturing PMI Daten veröffentlicht. Erwartet wird ein Wert von 55,3 nach zuvor 54,5 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex misst die Aktivität innerhalb des verarbeitenden Gewerbes. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum und Expansion innerhalb des Sektors, während Werte unterhalb von 50 Punkten auf eine wirtschaftliche Abschwächung oder Kontraktion hindeuten würden. Da Einkaufsmanager oftmals sehr früh Einblicke in die Auftragslage und Unternehmensentwicklung erhalten, gelten diese Daten als wichtiger Frühindikator für die Gesamtwirtschaft.
Zusätzlich folgen die ISM Manufacturing PMI Daten. Hier werden verschiedene Komponenten wie Neuaufträge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten sowie Lagerbestände ausgewertet und zu einem Gesamtindex zusammengeführt. Stärkere Werte würden weiterhin für eine robuste US-Wirtschaft sprechen und könnten die Erwartungen an mögliche Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben. Schwächere Werte würden dagegen die Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik unterstützen.
Ebenfalls veröffentlicht werden die ISM Manufacturing Prices. Diese Daten geben Aufschluss über die Preisentwicklung innerhalb des Industriesektors und liefern wichtige Hinweise auf potenziellen Inflationsdruck. Höhere Werte könnten darauf hindeuten, dass Unternehmen weiterhin steigende Kosten tragen müssen, während niedrigere Werte für eine nachlassende Preisentwicklung sprechen würden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Bei US Oil sehen wir zum Wochenstart erneut Stärke. Nach dem Close am Freitag konnte der Markt bereits rund 3 % zulegen und notiert aktuell wieder knapp oberhalb der Marke von 90 Dollar. Damit bestätigt sich zunächst das kurzfristig bullische Szenario, welches ich bereits in den vergangenen Analysen angesprochen hatte.
Entscheidend wird nun sein, ob die aktuelle Dynamik ausreicht, um die Bewegung in Richtung 95 Dollar fortzusetzen oder ob wir erneut Druck in Richtung 88 Dollar sehen. Maßgeblich bleibt dabei weiterhin die Nachrichtenlage rund um den Nahostkonflikt.
US-Staatsanleihen & DXY
Auch die US-Staatsanleihen starten mit leichten Aufschlägen in die neue Woche.
• 3-jährige Anleihen: +0,84 %
• 5-jährige Anleihen: +0,80 %
• 10-jährige Anleihen: +0,68 %
• 30-jährige Anleihen: +0,32 %
Die steigenden Renditen unterstützen weiterhin den US-Dollar. Der Dollar Index konnte zwischenzeitlich zulegen, wurde jedoch zunächst wieder abverkauft und notiert aktuell bei 98,96 Punkten nahezu auf dem Niveau vom Freitagsschluss.
Für mich bleibt entscheidend, ob sich der DXY nachhaltig über der 99er Marke stabilisieren kann. In diesem Fall wären weitere Anstiege in Richtung 99,50 denkbar. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 98,50 relevant, sofern die Unterstützung bei 99 Punkten erneut verloren geht. Entscheidend bleibt hier aber für mich ob die Wochenkerze nach oben oder unten gebrochen wird.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert weiterhin bei lediglich rund 15,3 Punkten und signalisiert damit nach wie vor ein sehr ruhiges Marktumfeld ohne größere Absicherungsaktivitäten institutioneller Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia bleibt die Zone zwischen 208 und 212 Dollar weiterhin besonders interessant. Hier wird sich zeigen, ob die Aktie nach den jüngsten Gewinnmitnahmen einen nachhaltigen Support aufbauen kann oder ob eine tiefere Korrektur in Richtung 200 Dollar folgt.
Trotz kurzfristiger Schwankungen bleibe ich aufgrund der starken Fundamentaldaten, der weiterhin beeindruckenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur sowie der zahlreichen neuen Produktankündigungen mittelfristig bullish.
Bitcoin
Bitcoin bleibt dagegen weiterhin vergleichsweise schwach. Das bullische Szenario hatte ich zuletzt an einen Daily Close oberhalb von 74.550 Dollar geknüpft. Dieser konnte nicht erreicht werden.
Aktuell notiert Bitcoin bei rund 73.000 Dollar und hat bereits das Tief vom Samstag unterschritten. Sollte nun auch die Zone um 72.000 Dollar verloren gehen, wäre aus meiner Sicht eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 70.500 Dollar denkbar.
Bullisch würde das Gesamtbild erst wieder mit einem nachhaltigen Daily Close oberhalb von 74.550 Dollar werden.
S&P 500
Die Futures auf den S&P 500 konnten bereits neue Allzeithochs markieren und notieren aktuell bei rund 7.620 Punkten.
Damit wurden sowohl die Tageshochs als auch die Wochenhochs der Vorwoche bereits überschritten. Das Momentum bleibt klar positiv. Aufgrund der aktuellen Lage würde ich jedoch bevorzugt auf Rücksetzer in relevante Unterstützungsbereiche warten, anstatt direkt auf Rekordniveau neue Positionen aufzubauen.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzt seine Stärke fort und markierte bereits neue Allzeithochs bei rund 30.476 Punkten.
Die erwartete Bewegung in Richtung der psychologisch wichtigen 30.500 Punkte läuft damit aktuell weiter. Gleichzeitig wurden auch hier die Wochenhochs der Vorwoche bereits überschritten. Solange das Momentum anhält, bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet.
Dow Jones
Der US30 notiert aktuell bei rund 51.059 Punkten.
Für mich bleibt die Marke von 51.000 Punkten kurzfristig entscheidend. Solange wir darüber handeln, bleibt das bullische Szenario aktiv. Sollte die Marke verloren gehen, wären zunächst normale Rücksetzer innerhalb der übergeordneten Aufwärtsstruktur denkbar.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX startet ebenfalls freundlich in die neue Handelswoche und konnte bereits rund 0,35 % zulegen. Gleichzeitig wurde auf Tagesbasis jedoch zunächst nochmals das Tagestief vom Freitag unterschritten, wodurch kurzfristig weiterhin Vorsicht angebracht bleibt.
Für das bullische Szenario bleibt vor allem das Tageshoch vom Freitag bei 25.210 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über diese Marke könnte den Weg in Richtung 25.400 Punkte freimachen und damit einen erneuten Angriff auf die Hochs vorbereiten.
Auf der Unterseite bleibt die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zunächst der erste relevante Support. Sollte dort Kaufinteresse aufkommen, wäre dies aus meiner Sicht ein interessanter Bereich für Long-Setups innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends.
Wird hingegen auch die Marke von 25.000 Punkten nachhaltig unterschritten, rückt das Wochentief der KW22 in den Fokus. Ein Bruch dieses Bereichs würde die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur deutlich erhöhen.
Für den heutigen Handel bleiben daher vor allem drei Bereiche interessant:
• Breakout Long über 25.210 Punkte
• Reaktion Long im Bereich von 25.000 Punkten
• Beobachtung des Wochentiefs der KW22 als letzte wichtige Unterstützung
Übergeordnet bleibt die Marktstruktur weiterhin bullish, solange keine deutlichen Schwächesignale unterhalb der relevanten Unterstützungen entstehen und die Lage im Nahen Osten nicht erneut eskaliert.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte stellen ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung dar.
Wie seht ihr den DAX für diese Woche? Kommt es zu einem Deal zwischen den USA und Iran beziehungsweise zu weiteren Fortschritten im Nahostkonflikt vor den NFP-Daten am Freitag?
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und stabile Trades!
DAX Wochenrückblick KW22 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Vorwort
Bevor wir in den Wochenrückblick starten:
Heute Abend werde ich zusätzlich noch einen ausführlichen Monatsrückblick für den Mai veröffentlichen. Dort gehe ich detaillierter auf die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen ein, von den geopolitischen Ereignissen über Inflation, Zentralbanken und Wirtschaftsdaten bis hin zur Entwicklung von Öl, Anleiherenditen, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Der heutige Wochenrückblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten Ereignisse und Marktbewegungen der KW22.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage blieb auch in KW22 der dominierende Markttreiber. Im Fokus stand weiterhin der Konflikt im Nahen Osten sowie die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Während in den Vorwochen noch eine direkte Eskalation eingepreist wurde, setzte sich in dieser Woche zunehmend die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung durch.
Besonders marktbewegend waren Berichte über eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands sowie Meldungen, dass beide Seiten bei zentralen Verhandlungspunkten Fortschritte erzielt hätten. Gleichzeitig blieben zahlreiche Risiken bestehen. Die USA verhängten neue Sanktionen gegen iranische Ölexporte, Israel weitete seine militärischen Aktivitäten im Gazastreifen aus und die Lage in der Region bleibt insgesamt angespannt.
Trotzdem überwog an den Finanzmärkten klar die Hoffnung auf weitere Deeskalation. Besonders deutlich zeigte sich dies beim Ölpreis, bei den Anleiherenditen sowie beim Volatilitätsindex VIX.
Auch außerhalb des Nahen Ostens blieb die geopolitische Nachrichtenlage aktiv. Die Beziehungen zwischen den USA und China standen erneut im Fokus, während weltweit weiterhin hohe Verteidigungsausgaben und zunehmende geopolitische Fragmentierung diskutiert werden. Für die Märkte war jedoch vor allem entscheidend, dass die unmittelbaren Risiken einer Eskalation im Nahen Osten deutlich geringer eingepreist wurden als noch vor wenigen Wochen.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Die Wirtschaftsdaten der KW22 zeichneten insgesamt ein Bild einer weiterhin robusten Weltwirtschaft bei gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck.
In Europa standen die Inflationsdaten im Fokus. Besonders Deutschland überraschte mit einem Rückgang des monatlichen Verbraucherpreisindex von -0,2 % gegenüber einer Erwartung von +0,1 %. Auch mehrere andere europäische Inflationsdaten fielen schwächer aus als erwartet. Dies stärkte die Erwartung, dass die EZB in den kommenden Monaten zusätzlichen Spielraum für eine lockerere Geldpolitik erhalten könnte bzw. der Zinserhöhungsschritt für Juni evtl. doch noch für Überraschungen sorgen könnte.
In den USA sorgte vor allem der Chicago PMI für Aufmerksamkeit. Mit einem Wert von 62,7 Punkten wurde die Erwartung von 50,6 Punkten deutlich übertroffen. Die US-Wirtschaft zeigt damit weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit trotz des hohen Zinsniveaus.
Zusätzlich standen zahlreiche Aussagen von Fed-Mitgliedern im Fokus. Insgesamt blieb der Tenor vorsichtig. Einerseits zeigen sich Fortschritte bei der Inflation, andererseits möchte die Fed weiterhin sicherstellen, dass der Inflationsdruck nachhaltig zurückgeht, bevor größere Zinssenkungen erfolgen.
Gesamtbild Wirtschaft und Inflation
Das Gesamtbild hat sich gegenüber den Vorwochen leicht verbessert.
Der deutliche Rückgang des Ölpreises reduziert kurzfristig den Inflationsdruck. Gleichzeitig bleiben die Arbeitsmärkte stabil und die Konjunkturdaten zeigen bislang keine Anzeichen einer scharfen wirtschaftlichen Abschwächung.
Die Märkte bewegen sich damit weiterhin in einem klassischen Risk-on-Umfeld. Anleger setzen auf sinkende Inflation, stabile Wirtschaftsdaten und eine weiterhin unterstützende Entwicklung im KI-Sektor.
Besonders entscheidend bleibt jedoch die weitere Entwicklung im Nahen Osten. Sollte die aktuelle Deeskalation Bestand haben, würde dies die Inflationserwartungen zusätzlich entlasten und Risk Assets weiter unterstützen.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis sahen wir in KW22 einen massiven Rückgang. US Oil verlor auf Wochensicht rund 9,5 % und schloss bei 87,75 Dollar damit erstmals wieder deutlich unterhalb der psychologisch wichtigen 90 $ Marke.
Der Markt preist aktuell eine weitere Entspannung im Nahen Osten ein. Gleichzeitig reduziert der Rückgang des Ölpreises den Inflationsdruck und unterstützt damit die positive Entwicklung an den Aktienmärkten.
Entscheidend bleibt nun, ob sich die aktuelle Deeskalation fortsetzt. Solange US Oil unterhalb der 90 Dollar Marke notiert, bleibt ein weiterer Rückgang in Richtung 80 bis 87 Dollar möglich.
Bonds & DXY
Am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort. Besonders die langfristigen US-Staatsanleihen verzeichneten rückläufige Renditen. Die 10-jährigen Renditen fielen auf Wochensicht um rund 2,7 %, die 30-jährigen um rund 1,7 %.
Parallel dazu zeigte sich auch der US-Dollar etwas schwächer. Der DXY verlor auf Wochenbasis rund 0,4 % und schloss bei 98,94 Punkten.
Entscheidend bleibt nun, ob der Dollar die Unterstützung im Bereich um 98,75 Punkte verliert oder erneut innerhalb seiner bisherigen Range Richtung 99,50 Punkte ansteigen kann.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang fort.
Nach den erhöhten Schwankungen der vergangenen Wochen fiel der VIX auf rund 15,3 Punkte zurück und verlor auf Wochensicht knapp 9 %.
Die niedrige Volatilität signalisiert weiterhin ein konstruktives Umfeld für Risk Assets und bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Risk Assets im Gesamtüberblick
Die großen US-Indizes präsentierten sich erneut äußerst robust. Während Öl, Anleiherenditen und Volatilität zurückkamen, flossen weiterhin Kapitalströme in Aktienmärkte.
Besonders auffällig bleibt die enorme Stärke von Technologie- und KI-Werten. Gleichzeitig zeigen europäische Aktien ebenfalls weiterhin relative Stärke.
Lediglich Bitcoin konnte mit der Entwicklung klassischer Aktienmärkte nicht mithalten und zeigte auf Wochenbasis eine deutlich schwächere Performance.
Nvidia
Nach dem starken Ausbruch der Vorwochen kam es bei Nvidia zu ersten Gewinnmitnahmen.
Die Aktie verlor auf Wochenbasis knapp 2 % und fiel wieder in die Widerstandszone zwischen 208 und 212 Dollar zurück. Trotzdem bleibt die langfristige Aufwärtsstruktur vollständig intakt.
Entscheidend wird nun sein, ob die Unterstützung um 208 Dollar verteidigt werden kann. Oberhalb von 218 Dollar würde sich das bullische Momentum erneut deutlich verstärken.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich in KW22 schwächer als klassische Aktienmärkte.
Die Kryptowährung verlor rund 4,6 % auf Wochenbasis und bewegt sich weiterhin innerhalb ihrer aktuellen Range.
Charttechnisch bleibt vor allem der Bereich um 74.555 Dollar entscheidend. Oberhalb dieser Marke wären erneute Angriffe auf die Hochs möglich. Unterhalb davon erhöht sich das Risiko einer Ausweitung der Korrektur Richtung 71.000 Dollar.
S&P 500 & Nasdaq
Die US-Indizes bleiben die klaren Gewinner des aktuellen Marktumfelds.
Der S&P 500 konnte erneut neue Allzeithochs markieren und schloss die Woche rund 1,4 % im Plus. Auch der Nasdaq setzte seine Rekordjagd fort und gewann auf Wochenbasis rund 2 % hinzu.
Die Kombination aus sinkenden Renditen, rückläufigem Ölpreis und weiterhin starker KI-Dynamik sorgt weiterhin für Rückenwind im Technologiesektor. Insgesamt bleibt die Aufwärtsstruktur in beiden Indizes klar bullish.
US30
Auch der Dow Jones zeigte sich stark.
Der Index schloss oberhalb der wichtigen 51.000 Punkte Marke und gewann auf Wochenbasis knapp 0,9 %. Damit bestätigt der Markt weiterhin die übergeordnete Aufwärtsstruktur und signalisiert unverändert hohe Risikobereitschaft der Anleger.
DAX
Der DAX zeigte in KW22 ebenfalls eine positive Woche, konnte jedoch nicht ganz mit der Dynamik der US Indizes mithalten, vor allem zum Freitag.
Nach einem erneuten Angriff auf die Zone um 25.200 Punkte am Freitag, kam es dort zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Trotzdem gelang es dem Markt, die wichtige 25.000 Punkte-Marke zum Wochenschluss zu verteidigen.
Auf Wochenbasis ergibt sich damit weiterhin ein Plus von rund 1,1 %.
Die technische Struktur bleibt konstruktiv, auch wenn sich erste Ermüdungserscheinungen im Bereich der jüngsten Hochs zeigen. Solange die 25.000 Punkte Marke verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Bild weiterhin bullish.
Wichtigste Erkenntnisse der KW22
• Die Märkte preisen zunehmend eine Deeskalation im Nahen Osten ein.
• Der Ölpreis verliert rund 9,5 % und wirkt klar disinflationär.
• US-Anleiherenditen kommen spürbar zurück.
• Der VIX fällt erneut deutlich und signalisiert ein Risk-on-Umfeld.
• Die europäischen Inflationsdaten überraschen überwiegend positiv.
• Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin bemerkenswerte Stärke.
• KI bleibt der wichtigste strukturelle Wachstumstreiber an den Märkten.
• S&P 500, Nasdaq und Dow Jones markieren neue Rekordstände.
• Bitcoin bleibt deutlich schwächer als klassische Aktienmärkte.
• Der DAX verteidigt die wichtige 25.000 Punkte Marke und bleibt technisch bullish.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Bleibt die Deeskalation im Nahen Osten der wichtigste Treiber für die Märkte oder rücken Inflation und Geldpolitik bald wieder stärker in den Fokus?
Heute Abend folgt zusätzlich der große Monatsrückblick Mai mit allen wichtigen Entwicklungen der vergangenen vier Wochen im Überblick.
Dax Chartupdate - Kurz vor neuem Allzeithoch - wie auch erwartet📊 DAX | Video-Update – Kurz vor dem neuen Allzeithoch
Der DAX steht aktuell kurz vor einem neuen Allzeithoch, und genau dieses Bild entspricht auch unserer bisherigen Erwartung.
Im heutigen Video ordnen wir die aktuelle Lage erneut ein und gehen darauf ein, wie wir die weitere Entwicklung von hier aus bewerten und welche Bereiche nun für den weiteren Verlauf entscheidend bleiben.
🎬 Die konkrete Einordnung und unsere weitere Erwartung besprechen wir im heutigen Video.
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Märkte folgen Strukturen – wir folgen dem Plan.
⚠️ Hinweis
Diese Analyse dient ausschließlich Informations-
und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
Investitionsentscheidungen erfolgen eigenverantwortlich.
DAX Tagesausblick – 29. Mai - Finaler US-IRAN Deal in Sicht?Kommt heute der entscheidende Iran-USA-Deal?
Bevor wir in die Märkte schauen, ein wichtiger Hinweis: Heute ist der letzte Handelstag im Monat Mai. Damit schließen heute Abend nicht nur die Tages- und Wochenkerzen, sondern auch die Monatskerzen. Gerade zum Monatsende sehen wir häufig erhöhte Volatilität, Umschichtungen institutioneller Investoren und Gewinnmitnahmen. Entsprechend wichtig sind heute die Schlusskurse auf Monatsbasis.
Geopolitische Lage im Nahen Osten
Die geopolitische Lage bleibt aktuell der wichtigste Markttreiber.
Gestern haben wir eine Vielzahl teils widersprüchlicher Meldungen gesehen. Auf der einen Seite gab es Berichte über neue US-Luftschläge, iranische Gegenreaktionen, weitere Sanktionen und Spannungen rund um die Straße von Hormus. Auf der anderen Seite tauchten gleichzeitig Meldungen auf, wonach die USA und Iran offenbar eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere 60 Tage ausgearbeitet haben und lediglich noch die finale Zustimmung von Donald Trump ausstehen soll.
Genau diese Hoffnung auf eine Deeskalation hat gestern für einen massiven Risk-On-Squeeze gesorgt. Nach einem breiten Abverkauf wurden Aktien, Kryptowährungen und andere Risikoanlagen innerhalb weniger Minuten aggressiv gekauft, sobald positive Schlagzeilen aus dem Nahen Osten über die Ticker liefen.
Das zeigt sehr deutlich, worauf die Märkte aktuell achten. Sollte heute tatsächlich eine offizielle Zustimmung Trumps oder ein belastbarer Deal verkündet werden, dürfte dies kurzfristig sehr positiv für Risk Assets interpretiert werden. In diesem Szenario wären weitere Anstiege bei DAX, Nasdaq, S&P 500 und Bitcoin durchaus denkbar, vor allem weil wir gestern schon erste Squeeze Szenarien gesehen haben.
Kommt es dagegen zu neuen Eskalationen oder scheitert ein möglicher Deal, kann sich die Stimmung sehr schnell wieder drehen.
Für heute bleibt deshalb die geopolitische Nachrichtenlage der mit Abstand wichtigste Faktor.
FED und EZB im Fokus
Auch die Notenbanken standen gestern erneut im Mittelpunkt.
Von Seiten der FED äußerten sich sowohl Williams als auch Musalem vergleichsweise hawkish.
Williams betonte, dass die Inflation zwar Fortschritte gemacht habe, man aber weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Die FED sei datenabhängig und müsse sicherstellen, dass die Inflation nachhaltig zurück Richtung Zielwert fällt.
Musalem ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, dass weitere Zinserhöhungen nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten, falls sich der Inflationsdruck wieder verstärken sollte. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Zinssenkungen aktuell keineswegs dringend seien.
Auch die EZB präsentierte sich gestern überraschend restriktiv.
Lagarde, Lane sowie die veröffentlichten EZB-Protokolle zeigten, dass die Sorge über Energiepreise und mögliche Zweitrundeneffekte weiterhin hoch bleibt. Mehrere Mitglieder hätten laut Sitzungsprotokoll sogar weitere Zinserhöhungen nicht grundsätzlich abgelehnt. Die EZB sieht sowohl steigende Inflationsrisiken als auch zunehmende Wachstumsrisiken.
Insgesamt bleiben sowohl FED als auch EZB durch die erhöhte Inflation durch Energiepreise aktuell deutlich vorsichtiger als viele Marktteilnehmer noch vor einigen Wochen erwartet hatten.
Fundamentale Wirtschaftsdaten von gestern
Der Donnerstag war einer der wichtigsten Makrotage der Woche.
Die Core-PCE-Daten, das bevorzugte Inflationsmaß der FED, kamen leicht besser als erwartet herein. Diese Inflationsdaten sind ohne Lebensmittel und Energie und daher sehr entscheidend.
Core PCE MoM:
• Aktuell: 0,2 %
• Erwartet: 0,3 %
• Vorher: 0,3 %
Core PCE YoY:
• Aktuell: 3,3 %
• Erwartet: 3,3 %
• Vorher: 3,2 %
Die Inflation bleibt damit erhöht und deutlich über dem FED-Ziel von 2 %, liegt jedoch im Rahmen der Erwartungen.
Beim BIP gab es eine kleine Enttäuschung:
GDP Q1:
• Aktuell: 1,6 %
• Erwartet: 2,0 %
• Vorher: 0,5 %
Trotz der Verfehlung gegenüber dem Forecast bleibt das Wachstum deutlich über dem Vorquartal.
Besonders stark fielen die Durable Goods Orders aus. Diese messen die Neuaufträge für langlebige Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Industrieanlagen und gelten als wichtiger Frühindikator für Investitionen.
Durable Goods:
• Aktuell: 7,9 %
• Erwartet: 4,0 %
• Vorher: 1,3 %
Das ist ein klar positives Signal für die Wirtschaft und zeigt weiterhin robuste Investitionstätigkeit.
Auf der anderen Seite zeigte sich der Arbeitsmarkt schwächer:
Initial Jobless Claims:
• Aktuell: 215k
• Erwartet: 211k
• Vorher: 210k
Mehr Menschen beantragten erstmals Arbeitslosenhilfe als erwartet.
Auch der Immobilienmarkt enttäuschte:
New Home Sales:
• Aktuell: 622k
• Erwartet: 661k
• Vorher: 663k
Zusätzlich kamen die Rohöllagerbestände besser als erwartet herein, was kurzfristig etwas Druck vom Ölmarkt nimmt.
In Summe ergibt sich daraus ein interessantes Bild:
• Inflation im Rahmen
• Arbeitsmarkt etwas schwächer
• Immobilienmarkt schwächer
• Investitionen deutlich stärker
Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED mittelfristig wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen erhält, auch wenn die Notenbank aktuell noch sehr vorsichtig kommuniziert. Entscheidend bleibt hier die Inflation.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen deutlich weniger Daten auf dem Kalender.
Heute Mittag wird der deutsche Verbraucherpreisindex veröffentlicht.
German CPI:
• Forecast: 0,1 %
• Previous: 0,6 %
Hier wird aktuell ein deutlicher Rückgang der Inflation erwartet.
Später folgt der Chicago PMI.
Chicago PMI:
• Forecast: 50,6
• Previous: 49,2
Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum im verarbeitenden Gewerbe, während Werte unter 50 auf eine Abschwächung hindeuten.
Trotz dieser Daten dürfte der Fokus der Märkte weiterhin auf den Entwicklungen im Nahen Osten liegen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US-Öl
US Oil bleibt einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Trotz zwischenzeitlicher Erholungen notiert Öl mittlerweile wieder deutlich unter der Marke von 90 Dollar. Auf Wochensicht beträgt das Minus rund 9 %, auf Monatssicht sogar über 16 %.
Das ist grundsätzlich positiv für Risk Assets, weil sinkende Energiepreise den Inflationsdruck reduzieren.
Entscheidend bleibt heute, ob Öl den Monat unter 90 Dollar beendet. Sollte es positive Nachrichten zu einem Iran-Deal geben, wäre sogar ein Rückgang in Richtung 85 Dollar denkbar.
US-Anleihen
Die Renditen zeigten gestern erneut hohe Schwankungen, konnten sich aber nicht nachhaltig nach oben durchsetzen.
Das spricht weiterhin dafür, dass die Märkte mittelfristig mit niedrigeren Zinsen rechnen.
DXY
Der US-Dollar bleibt innerhalb seiner Range gefangen.
Wichtig wird heute, ob der Dollar die Region um 99 Punkte halten kann oder die Range nach unten verlässt.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert aktuell bei rund 15,7 Punkten und signalisiert weiterhin sehr geringe Angst am Markt.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der stärksten Titel im Markt.
Nach dem erfolgreichen Retest der Zone zwischen 208 und 212 Dollar notiert die Aktie mittlerweile wieder bei rund 214 Dollar.
Gelingt ein Ausbruch über das Monatshoch bei etwa 217 Dollar, bleibt das Gesamtbild klar bullisch, wichtig ist heute der Bruch des Tageshochs von gestern.
Bitcoin
Bitcoin bleibt für mich kurzfristig technisch angeschlagen.
Entscheidend ist die Zone um 74.576 Dollar. Solange diese nicht überzeugend zurückerobert wird, bleibe ich bei neuen Long-Positionen vorsichtig.
S&P 500
Der S&P 500 konnte erneut neue Allzeithochs markieren.
Die 7.500er-Zone wurde erfolgreich verteidigt und dient weiterhin als zentrale Unterstützung.
Sollte heute eine positive Nahost-Meldung kommen, sind weitere Hochs absolut möglich.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt weiterhin enorme Stärke.
Die Zone um 30.000 Punkte wurde erfolgreich verteidigt. Oberhalb von 30.300 Punkten sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 30.500 Punkte, aber nur mit Fundamentalem Rückenwind.
Dow Jones (US30)
Der US30 konnte sich ebenfalls stabilisieren.
Über 50.870 Punkten bleibt das Bild bullish. Unterhalb von 50.500 Punkten würden hingegen wieder Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher werden.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Im DAX haben wir gestern eine sehr interessante Tageskerze gesehen.
Die Zone um 25.000 Punkte wurde erneut getestet und erfolgreich verteidigt. Zwischenzeitlich fiel der Markt sogar unter 24.900 Punkte, bevor die Käufer wieder deutlich zurückkehrten.
Der Tagesschluss erfolgte oberhalb der wichtigen 25.000er-Marke.
Zusätzlich konnten wir vor dem London Open einen H4-Schluss über dem Wochenhoch der Vorwoche sehen.
Solange wir oberhalb von 25.000 Punkten bleiben, bleibe ich bullish gestimmt und sehe weiteres Potenzial in Richtung 25.300 bis 25.400 Punkte.
Das Short-Szenario aktiviert sich für mich erst wieder unterhalb von 24.900 Punkten.
Übergeordnet bleibt der Trend weiterhin klar aufwärtsgerichtet.
Fazit
Der heutige Handelstag dürfte maßgeblich von einer einzigen Frage bestimmt werden:
Wird Donald Trump den möglichen Iran-USA-Deal final genehmigen?
Kommt es zu einer offiziellen Deeskalation, dürfte dies Öl weiter belasten und gleichzeitig Risk Assets wie DAX, Nasdaq, S&P 500 und Bitcoin unterstützen.
Scheitert der Deal oder kommt es zu neuen militärischen Spannungen, kann sich das Bild sehr schnell wieder eintrüben.
Wie seht ihr die Lage?
Bleibt ihr Risk-On?
Kommt heute der Iran-USA-Deal?
Wird Trump das finale Approval geben?
Ich wünsche euch schon jetzt ein schönes Wochenende. Bleibt diszipliniert und gebt die Gewinne der Woche nicht am letzten Handelstag wieder ab.
Morgen folgt wie gewohnt der Wochenrückblick KW22 inklusive Monatsrückblick Mai.
Am Sonntag erscheint dann der große Monatsausblick für Juni sowie der Wochenausblick für KW23 auf TradingView und YouTube.
Gute Trades!
DAX Tagesausblick – 28. Mai - Bruch oder Retest der 25.000?Kurz vorab:
Wie bereits letzte Woche Donnerstag habe ich auch diese Woche wieder ein ausführlicheres Video auf meinem YouTube-Kanal hochgeladen. Den Link dazu findet ihr direkt in meinem TradingView-Profil. Dort kann ich deutlich tiefer auf die Charttechnik, konkrete Trade-Ideen und verschiedene Szenarien eingehen, da sich das alles in einem schriftlichen TradingView-Post nur begrenzt zusammenfassen lässt. Dauert vermutlich noch 1 Stunde, dann ist das Video online.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin einer der wichtigsten Belastungsfaktoren für die Märkte. Nachdem Anfang der Woche noch sehr viel Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten eingepreist wurde, sieht die Realität inzwischen deutlich komplizierter aus. Es fliegen weiterhin Raketen, es gibt massive Widersprüche zwischen Aussagen aus Washington und Teheran und die Verhandlungen rund um ein mögliches Abkommen mit Iran scheinen sich weiter nach hinten zu verschieben.
Donald Trump sprach erneut über mögliche Einigungen und verknüpfte diese öffentlich mit den Abraham Accords, während Iran den USA gleichzeitig neue Verstöße gegen Waffenstillstandsvereinbarungen vorwirft. Zusätzlich bleibt das Atomprogramm weiterhin ein zentraler Streitpunkt. Auch die Gespräche über Oman und mögliche Vermittlungen laufen deutlich schwieriger als vom Markt zunächst erwartet.
Besonders kritisch bleibt weiterhin die Straße von Hormuz. Genau dort konzentrieren sich aktuell viele geopolitische Risiken, da ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung durch diese Region transportiert wird. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte momentan auf jede neue Eskalation.
Zusätzlich warnte die EZB gestern in ihrem Financial Stability Report offen vor steigenden Risiken für Finanzmärkte, Banken, Energieversorgung, Liquidität und geopolitische Stabilität. Die EZB spricht inzwischen sogar davon, dass viele Risiken vom Markt möglicherweise weiterhin unterschätzt werden.
Allgemeine Situation zum Zinspfad – EZB & FED
Monetär bleibt das Umfeld ebenfalls angespannt. Die EZB bleibt klar hawkish. Für das nächste Meeting am 11. Juni preist der Markt inzwischen mit rund 91 % Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinserhöhung auf 2,25 % ein. Auch für die darauffolgenden Meetings werden weitere Schritte zunehmend eingepreist. Die Aussagen der EZB wirkten insgesamt restriktiv. Inflation bleibt ein Problem, gleichzeitig steigen die Sorgen über geopolitische Schocks und mögliche Belastungen für die Finanzstabilität.
Auch die FED bleibt weiterhin vorsichtig. FED-Speaker Jefferson betonte erneut die Stärke des Arbeitsmarktes und dass Inflation weiterhin zu hoch bleibt. Zinssenkungen scheinen kurzfristig weiterhin eher unwahrscheinlich. Das Marktumfeld bleibt damit schwierig: geopolitische Risiken steigen, die Zentralbanken bleiben restriktiv und gleichzeitig laufen viele Risk Assets weiterhin auf extrem hohen Bewertungen.
Wirtschaftsdaten gestern
Gestern lag der Fokus hauptsächlich auf der EZB-Pressekonferenz sowie den Aussagen aus dem Financial Stability Report. Die EZB betonte erneut die Risiken steigender Energiepreise, geopolitischer Unsicherheit und möglicher Belastungen für Banken und Kreditmärkte.
Gleichzeitig bleiben die Märkte extrem sensibel gegenüber allem, was Inflation und Energiepreise betrifft. Besonders die geopolitische Lage im Nahen Osten spielt dabei aktuell eine zentrale Rolle.
Wirtschaftsdaten heute
Heute steht einer der wichtigsten Makro-Tage der gesamten Woche an. Um 14:30 Uhr kommen gleichzeitig mehrere extrem wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA.
Besonders entscheidend wird der Core PCE Price Index. Der Markt rechnet beim Year-over-Year-Wert bereits mit einem Anstieg auf 3,3 % nach zuvor 3,2 %. Genau diese Daten beobachtet die FED aktuell besonders stark, da hier vor allem die Kerninflation ohne stark schwankende Energie- und Lebensmittelpreise gemessen wird. Höhere Inflationsdaten könnten die Hoffnung auf Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben.
Zusätzlich kommen heute GDP-Daten für die US-Wirtschaft. Hier erwartet der Markt einen deutlichen Sprung von 0,5 % auf 2,0 %, was eine starke Wirtschaft signalisieren würde.
Ebenfalls wichtig werden die Durable Goods Orders mit einem Forecast von 4,0 % nach zuvor 0,8 %. Diese Daten geben Hinweise auf die industrielle Nachfrage und wirtschaftliche Stärke.
Zusätzlich folgen noch Initial Jobless Claims, New Home Sales sowie die Crude Oil Inventories.
Gerade die Öl-Lagerbestände könnten heute wegen der Hormuz-Thematik erneut extrem wichtig werden. Sollten die Inventories kleiner ausfallen als erwartet, könnte das Öl erneut stark antreiben und damit Inflationssorgen verstärken.
Genau deshalb bleibt der heutige 14:30-Uhr-Datenblock potenziell extrem volatil. Besonders gefährlich werden möglicherweise widersprüchliche Datenkombinationen, beispielsweise starke Wirtschaftsdaten bei gleichzeitig steigender Inflation oder schwächeren Arbeitsmarktdaten. Genau solche Konstellationen führen oft zu massiven Liquiditätsabgriffen und aggressiven Richtungswechseln im Markt.
Zusätzlich rückt jetzt das Monatsende immer stärker in den Fokus. Heute und besonders morgen als letzter Handelstag im Mai könnten verstärkt Gewinnmitnahmen einsetzen. Gerade nach der starken Rally in Tech-, KI- und Risk Assets sollte dieses Risiko definitiv nicht unterschätzt werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölmarkt haben wir gestern zunächst einen sehr starken Abverkauf gesehen. US Oil konnte sogar kurzzeitig unter der wichtigen 90 Dollar Marke schließen, was grundsätzlich positiv für Inflationshoffnungen gewesen wäre. Allerdings konnte die aktuelle Tageskerze heute Nacht bereits wieder stark aufholen und zwischenzeitlich knapp 3,9 % zulegen.
Trotzdem bleibt wichtig zu erwähnen, dass wir auf Wochenbasis weiterhin über 6 % im Minus liegen und die Monatskerze aktuell deutlich bearish aussieht.
Jetzt wird entscheidend, ob sich Öl langfristig wieder unter 90 Dollar etablieren kann. Sollte das gelingen, würde das den Druck auf Energiepreise und Inflation deutlich entspannen und könnte Zinssenkungshoffnungen wieder stärken. Aktuell notieren wir wieder um die 91 Dollar und genau diese Zone dürfte für den Monats Schlusskurs extrem wichtig werden.
Bonds & DXY
Bei den US-Staatsanleihen sehen wir erneut Stärke. Besonders die 3- und 5-jährigen Bonds konnten bereits wieder deutlich zulegen. Das zeigt weiterhin, dass Kapital wieder stärker in sichere Anlagen fließt. Sollten die Bondpreise weiter steigen und Renditen entsprechend attraktiv bleiben, könnte das erneut Kapital in den US-Dollar ziehen.
Passend dazu bewegt sich auch der DXY weiterhin in seiner entscheidenden Range zwischen 99 und 99,5. Heute Vormittag wurde erneut versucht, die 99,5 anzugreifen. Für mich bleibt entscheidend, ob wir dort nachhaltig ausbrechen können, um die 100 erneut anzulaufen. Bisher sehen wir allerdings erste Rejection.
VIX
Der VIX bleibt trotz geopolitischer Risiken weiterhin erstaunlich entspannt und notiert aktuell bei 16,29. Solange der VIX unter 20 bleibt, spricht das grundsätzlich weiterhin eher für ein Risk-On-Umfeld beziehungsweise zumindest gegen panikartige Marktbedingungen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin der entscheidende Treiber für Nasdaq und den gesamten KI-Sektor. Gestern haben wir nochmal den Retest der wichtigen Zone zwischen 208 und 212 Dollar gesehen. Der Bereich wurde erneut stark aufgekauft und Nvidia konnte über 212,5 Dollar schließen.
Jetzt wird entscheidend, ob wir das Tageshoch bei 214,5 Dollar brechen können oder ob zum Monatsende weitere Gewinnmitnahmen einsetzen. Auf Monatsbasis bleibt Nvidia weiterhin klar bullish, besonders wenn wir es schaffen sollten, über dem April-Hoch bei 217,2 Dollar zu schließen.
Bitcoin
Bitcoin zeigt dagegen weiterhin deutliche Schwäche. Die wichtige Zone bei 74.500 wurde nach unten gebrochen und aktuell sehen wir klares Risk-Off-Verhalten. Für mich bleibt Bitcoin momentan eher uninteressant, solange sich keine stabile Supportbildung auf größeren Zeiteinheiten zeigt.
SPX
Im SPX sehen wir inzwischen erste deutliche Rejections auf Tagesbasis. Trotzdem hält die Zone über 7.500 bisher noch. Solange diese hält, sind weitere High-Abgriffe möglich.
Unterhalb von 7.500 mit klaren Schlusskursen würde ich allerdings zunehmend Shorts bevorzugen, besonders wenn die heutigen Inflationsdaten stärker ausfallen sollten.
Nasdaq
Der Nasdaq hat gestern zwar nochmal die 30.000er-Zone attackiert und zwischenzeitlich sogar 30.310 erreicht, konnte sich darüber aber nicht halten. Dort kam bereits erste stärkere Gegenwehr rein.
Jetzt bleibt entscheidend, ob wir die 29.500 erneut anlaufen und dort Stabilität finden oder ob stärkere Gewinnmitnahmen Richtung 29.000 folgen.
US30
Auch im US30 sehen wir inzwischen erste Gewinnmitnahmen nach den Allzeithochs um 51.000 Punkte. Wichtig bleibt hier die Zone um 50.500. Darüber bleibt weiteres Long-Momentum möglich, darunter könnten tiefere Retests Richtung 50.100 folgen.
Für konkretere Setups und Charttechnik, schaut auf meinem YT Kanal vorbei.
DAX charttechnischer Überblick
Beim DAX haben wir gestern zunächst nochmal einen starken Push nach oben gesehen und das Tageshoch bei 25.395 angelaufen. Dort kam allerdings deutliche Gegenwehr rein. Besonders wichtig: Wir konnten erneut nicht nachhaltig über dem Februar Monatshoch schließen und wurden daraufhin stark abverkauft.
Heute Nacht kam direkt weiterer Verkaufsdruck in den Markt und wir haben erneut die extrem wichtige 25.000er-Zone getestet.
Für mich bleibt das jetzt die entscheidende Zone. Sollten wir uns oberhalb von 25.000 stabilisieren und zurück über das Wochenhoch von KW19 bei 25.160 schließen, kann ich mir weiterhin einen erneuten Angriff Richtung 25.400 vorstellen.
Sollten wir allerdings erneut rejected werden und nachhaltig unter 25.000 brechen, sehe ich deutlich tiefere Retests Richtung 24.850, 24.800 oder sogar zurück zum Jahreshoch bei 24.770.
Allgemein bleibt wichtig zu verstehen: Der Markt hat Anfang der Woche sehr viel Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten eingepreist. Diese Hoffnung bekommt inzwischen erste Risse. Gleichzeitig bleiben FED und EZB hawkish, heute kommen extrem wichtige Inflations-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsdaten und zusätzlich stehen wir direkt vor dem Monatsende.
Genau diese Kombination könnte jetzt zu stärkeren Gewinnmitnahmen und deutlich höherer Volatilität führen.
Wie seht ihr den DAX und die Risk Assets heute? Sehen wir stärkere Gewinnmitnahmen zum Monatsende oder stabilisieren sich die Märkte erneut? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung. Ich wünsche euch gute Trades.
DAX Tagesausblick 27. Mai – Risk On bleibt intakt, aber...Fundamentale & geopolitische Daten
Die Märkte bleiben weiterhin klar im Risk-On-Modus, obwohl die geopolitische Lage im Nahen Osten nach wie vor unklar bleibt.
Im Fokus steht weiterhin die Situation rund um Iran, US und Israel und die Straße von Hormuz. Zwar preisen die Märkte aktuell weiterhin eine mögliche Deeskalation und einen potenziellen Deal zwischen den USA und Iran ein, dennoch gab es erneut Meldungen über neue US-Strikes sowie weitere militärische Aktivitäten Israels im Libanon. Gleichzeitig hieß es aus US-Kreisen, dass ein möglicher Deal noch mehrere Tage dauern könnte.
Die Straße von Hormuz bleibt damit weiterhin der entscheidende Faktor für Energiepreise, Inflation und das allgemeine Risk-On-Umfeld. Trotzdem sieht man aktuell ganz klar: Der Markt ignoriert viele negative Schlagzeilen weiterhin und konzentriert sich stärker auf die Hoffnung einer Deeskalation.
Zusätzlich bleibt das AI- und Tech-Momentum extrem stark. Micron konnte gestern massiv zulegen, Qualcomm meldete einen weiteren AI-Deal mit ByteDance und allgemein treiben die Chipwerte die Märkte aktuell weiter aggressiv nach oben. Auch die Euphorie rund um den möglichen SpaceX-IPO bleibt ein Thema an den Märkten.
SpaceX IPO
Mit einer möglichen Bewertung von bis zu 1.75 - 2 Billionen US-Dollar könnte das der größte IPO der Geschichte werden. Besonders interessant: Durch neue Nasdaq-Regeln (die im Mai, also vor 4 Wochen beschlossen wurden ;)) könnte SpaceX extrem schnell in wichtige Indizes aufgenommen werden, wodurch ETFs und passive Fonds automatisch Milliarden in die Aktie investieren müssten.
Das könnte zusätzlich Momentum in den gesamten Tech-, AI- und Space-Sektor bringen. Gleichzeitig bleibt aber auch das Risiko höherer Volatilität und möglicher Kapitalumschichtungen im Markt bestehen.
Auf das Thema SpaceX IPO, Nasdaq-Gewichtung und die möglichen Auswirkungen auf die Märkte gehe ich morgen nochmal ausführlicher im YouTube-Video ein, schaut dort gerne vorbei!
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Gestern standen die CB Consumer Confidence Daten im Fokus.
Der Previous-Wert wurde von 92,8 auf 93,8 nach oben revidiert. Der Forecast lag bei 91,9 und der Actual-Wert kam bei 93,1 rein.
Damit bleibt die Konsumentenstimmung in den USA weiterhin robust und über den Erwartungen. Das spricht nach wie vor gegen akute Rezessionsängste und zeigt weiterhin eine stabile US-Wirtschaft aus Konsumentensicht.
Heute stehen insgesamt eher ruhige fundamentale Daten an. Der Fokus bleibt weiterhin klar auf geopolitischen Headlines aus dem Nahen Osten.
Wichtig wird heute Abend die EZB-Pressekonferenz. Hier wird entscheidend sein, ob eher hawkishe, dovishe oder neutrale Aussagen zur zukünftigen Geldpolitik und dem Zinspfad gemacht werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil wurde gestern wieder an der 90-Dollar-Marke aggressiv aufgekauft. Nichtsdestotrotz haben wir weiterhin bearishe Strukturen und bewegen uns insgesamt wieder leicht nach unten.
Entscheidend bleibt jetzt, ob wir uns nachhaltig unter 90 Dollar etablieren können. Die 90-Dollar-Zone bleibt extrem wichtig für Inflation, Energiepreise und damit auch für die Risk Assets, hier kam in den vergangenen Wochen immer wieder Kaufkraft rein.
Trotz der geopolitischen Spannungen sieht man weiterhin eine gewisse Entspannung im Ölmarkt. Allein diese Woche steht Öl trotz des Feiertags am Montag bereits mehrere Prozent im Minus.
Aktuell notieren wir wieder knapp unter beziehungsweise um die 92-Dollar-Marke.
Bonds & Dollar
Die US-Anleiherenditen fallen aktuell weiter zurück. Besonders bei den kurzfristigen Laufzeiten sieht man deutliche Schwäche.
Das unterstützt grundsätzlich weiterhin das Risk-On-Umfeld. Interessant bleibt allerdings, dass der Dollar sich trotz fallender Renditen weiterhin relativ stark hält.
Der DXY notiert aktuell um die 99,1 Punkte. Entscheidend bleibt jetzt, ob wir unter die Tiefs vom Montag brechen oder erneut Stärke Richtung 99,26 sehen. Dies betrifft alle Handelpaare XXXUSD/USDXXX.
VIX
Der VIX konnte gestern zwar leicht anziehen, notiert mit rund 17 Punkten aber weiterhin klar unter der kritischen 20er-Zone.
Die Volatilität bleibt damit insgesamt weiterhin relativ niedrig und die Marktteilnehmer zeigen nach wie vor Vertrauen ins aktuelle Umfeld.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia hatten wir gestern erste Reaktionen aus der wichtigen Supportzone zwischen 212 und 208 gesehen, wie ich im YT-Video erwähnt habe.
Aber der Daily-Close bleibt eher bearish und auf Weekly-Basis wurden bereits die Lows der letzten Wochen angegriffen.
Entscheidend bleibt jetzt, ob diese Zone hält und ob Nvidia mit der starken Guidance und den letzten Zahlen erneut Richtung neue Hochs laufen kann. Das würde natürlich auch Nasdaq und SPX weiter nach oben treiben.
Bitcoin
Bitcoin konnte keinen Daily-Close über 77.500 liefern und wurde nach einem erneuten Angriff auf die 78.000 wieder stark abverkauft.
Für mich bleibt jetzt die Zone um 74.500 entscheidend. Solange wir dort Support finden und keinen Daily-Close darunter sehen, bleibt die Struktur noch stabil.
Bullisch werde ich persönlich erst wieder mit einem klaren Daily-Close über 77.500 Richtung 80.000.
SPX
Der SPX handelt weiterhin über der wichtigen 7.500er-Zone und konnte erneut neue All-Time-Highs markieren.
Wie bereits im Video erwähnt: Solange die 7.500 als Support hält, bleibt das Momentum grundsätzlich intakt.
Nichtsdestotrotz werde ich ab heute und speziell Richtung Donnerstag/Freitag deutlich vorsichtiger. Monatsende, starke Risk-Asset-Rallys und neue All-Time-Highs können jederzeit größere Gewinnmitnahmen triggern.
Nasdaq
Der Nasdaq hat mittlerweile die psychologisch extrem wichtige 30.000er-Marke erreicht.
Auch hier bleibt die Frage, ob das Momentum weiter eskalieren kann oder ob die ersten größeren Gewinnmitnahmen einsetzen.
Gerade bei diesen psychologischen Marken und zum Monatsende wäre ich extrem vorsichtig mit aggressiven Long-Einstiegen. Gleichzeitig würde ich Shorts nur mit klarer fundamentaler Bestätigung eingehen.
US30
Der US30 reagierte extrem stark an der 51.000er-Zone.
Wir haben mittlerweile erste Gewinnmitnahmen gesehen und sogar leicht unter der 50.500 geschlossen. Trotzdem bleibe ich kurzfristig bullisch, solange wir die 50.500 verteidigen und nicht nachhaltig unter das gestrige Tagestief brechen.
Sollte das passieren, kann ich mir durchaus nochmal eine größere Korrektur Richtung 50.000 vorstellen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Beim DAX hatte ich bereits gestern mit einem kleineren Rücksetzer gerechnet. Daran hat sich erstmal nichts verändert.
Das kurzfristig bearishe Szenario wäre ein Bruch unter das gestrige Tagestief bei 25.160 Punkten. Dort liegt gleichzeitig eine wichtige Wochenstruktur.
Sollten wir darunter brechen, sehe ich erstmal Potenzial Richtung 25.000 beziehungsweise 25.050 Punkte. Dort könnte anschließend erneut Support entstehen und ein weiterer Angriff Richtung 25.500 starten. Das wäre mein bevorzugtes Szenario.
Das bullische Szenario bleibt ein klarer Break über die 25.410 Punkte beziehungsweise das Monatshoch Februar. Erst darüber sehe ich weiteres Potenzial Richtung neue All-Time-Highs bei 25.500+.
Insgesamt kann ich mir jetzt erstmal etwas mehr Ranging vorstellen. Entscheidend wird sein, wie die Märkte auf weitere Headlines aus dem Nahen Osten und auf die EZB-Pressekonferenz später reagieren.
Sollten wir die All-Time-Highs erneut anlaufen und Momentum verlieren, kann ich mir dort auch einen kurzfristigen High-Risk-/High-Reward-Short vorstellen – natürlich nur mit entsprechender fundamentaler Bestätigung und klarer Price Action.
Wie seht ihr die aktuelle Lage im DAX und allgemein bei den Risk Assets?
Rechnet ihr Richtung Monatsende eher mit weiteren All-Time-Highs oder mit stärkeren Gewinnmitnahmen?
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen gute Trades und einen erfolgreichen Handelstag!
DAX Tagesausblick 26. Mai – Risk Assets drehen durch!Kurz Vorab:
Ich habe heute wieder ein ausführliches YouTube Video hochgeladen. Dort gehe ich charttechnisch deutlich detaillierter auf die Märkte, mögliche Trade-Setups und wichtige Levels ein, weil das hier textbasiert natürlich immer etwas schwieriger ist. Würde mich wie immer extrem über Support, Kommentare und den Austausch freuen.
Fundamentale und geopolitische Lage
Kommen wir erstmal zur fundamentalen und geopolitischen Lage im Nahen Osten, denn genau das bleibt aktuell weiterhin der größte Markttreiber. Der enorme Push gestern kam vor allem durch die Hoffnung auf eine weitere Deeskalation zwischen den USA und Iran. Die Märkte preisen aktuell zunehmend ein, dass es zumindest zu einer vorläufigen Einigung oder einem Framework kommen könnte, wodurch die Lage rund um die Straße von Hormuz stabilisiert wird und Öltransporte wieder normalisiert werden könnten.
Genau das hat man gestern extrem stark gesehen. Öl wurde massiv verkauft, Bonds haben sich entspannt, der Dollar wurde schwächer und gleichzeitig floss extrem viel Kapital in Risk Assets wie Aktien, Tech und teilweise auch Krypto. Besonders bemerkenswert war dabei, dass dieser Move trotz Feiertag und eigentlich dünner Liquidität so aggressiv gehandelt wurde. Genau das zeigt meiner Meinung nach ziemlich klar, wie stark der Markt aktuell dieses Risk-On-Szenario spielen möchte.
Nichtsdestotrotz bleibt die Lage extrem headlineabhängig. Einerseits spricht Iran davon, dass es Fortschritte und Frameworks gibt, andererseits wurde mehrfach betont, dass noch kein finaler Deal unmittelbar bevorsteht. Gleichzeitig gab es sogar erneut defensive US-Schläge in Südiran. Das heißt: Der Markt handelt aktuell weniger den perfekten Frieden, sondern vielmehr die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation.
Zusätzlich relevant bleibt weiterhin das Thema Inflation, Ölpreise und mögliche Auswirkungen auf FED und EZB. Gerade die fallenden Ölpreise haben gestern zusätzlich extrem geholfen. Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannen und Öl nachhaltig zurückkommen, könnte das den Druck auf weitere Zinserhöhungen reduzieren. Genau deshalb kam gestern meiner Meinung nach auch so viel bullische Stärke in den DAX und generell in die europäischen Märkte.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute wird fundamental insgesamt eher ein ruhigerer Tag, zumindest was klassische Wirtschaftsdaten angeht. Der Fokus liegt klar auf den US Consumer Confidence Daten heute Nachmittag. Forecast liegt bei 91,9 nach zuvor 92,8. Die Consumer Confidence misst das Vertrauen der Konsumenten in die wirtschaftliche Lage und ist deshalb extrem wichtig, weil die US-Wirtschaft massiv konsumabhängig ist. Consumer Spending macht einen enorm großen Teil des US-BIPs aus. Genau deshalb wird heute interessant zu sehen sein, ob Konsum und Wirtschaft weiterhin robust bleiben oder ob sich langsam erste Schwächen zeigen. Gerade mit Blick auf die kommenden FED-Entscheidungen und die PCE-Daten am Donnerstag könnte das nochmal sehr relevant werden.
Kommen wir zu Märkte und Korrelationen im Überblick.
US Oil notiert aktuell im Bereich um 91,8 Dollar. Ich verstehe zwar ehrlich gesagt selbst nicht ganz, warum TradingView hier keinen richtigen Daily-Schlusskurs angezeigt hat und nur diese komische Dienstagskerze zeigt, wahrscheinlich wegen des Feiertags gestern. Nichtsdestotrotz bleibt die 90-Dollar-Marke weiterhin extrem entscheidend. Sowohl Anfang Mai als auch Mitte April wurde Öl dort stark aufgekauft. Genau deshalb ist es jetzt extrem wichtig, ob wir nachhaltig unter die 90 Dollar kommen können. Das wäre wichtig für Entspannung bei Energiepreisen, Inflation und somit auch für die kommenden FED- und EZB-Meetings. Gleichzeitig sieht man aber auch: Die 90 Dollar wurden erstmal wieder verteidigt. Jetzt wird entscheidend, ob wir nochmal höher laufen oder ob jetzt tatsächlich nachhaltiger Druck nach unten reinkommt.
Auch bei den US-Bonds sehen wir leichte Entspannung. Renditen kamen insgesamt etwas zurück, trotzdem bleiben sie historisch betrachtet weiterhin extrem hoch. Genau deshalb bleiben die Bondmärkte nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren für Aktienmärkte und insbesondere Tech.
Beim DXY hatte ich gestern bereits darauf hingewiesen, dass wir unter die 99 brechen müssen, um wirklich Momentum nach unten zu bekommen. Wir konnten zwar intraday darunter handeln, aber keinen wirklich signifikanten Breakdown etablieren, auch auf Grund des niedrigen Volumens. Trotzdem war der Dollar gestern schwächer, was perfekt zum aktuellen Risk-On-Umfeld passt. Jetzt wird entscheidend, ob die Deeskalation weiter anhält und dadurch weiterer Druck auf den Dollar entsteht.
Der VIX notiert weiterhin unter 20, aktuell etwa bei 16,7. Das zeigt, dass der Markt aktuell keine extreme Eskalation einpreist und insgesamt eher entspannt bleibt.
Risk Assets im Überblick
NVDA
Bei Nvidia bleibe ich weiterhin grundsätzlich bullisch. Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass trotz starker Earnings und Guidance jederzeit Gewinnmitnahmen kommen können, einfach weil die Aktie in sehr kurzer Zeit extrem stark gelaufen ist. Wichtig bleiben für mich weiterhin die Bereiche um 216, 212 und insbesondere 208 als möglicher Retestbereich. Aufgrund der extremen Gewichtung bleibt Nvidia weiterhin einer der wichtigsten Werte für Nasdaq und SPX.
BTC
Bei Bitcoin hatte ich ebenfalls gestern darauf hingewiesen, dass wir für wirklich neues Momentum einen signifikanten Break über die 77.500 brauchen. Aktuell haben wir eher wieder leichte Schwäche und bereits das gestrige Daily Low gebrochen. Für mich bleibt deshalb weiterhin entscheidend, ob wir nachhaltig über 77.500 schließen können. Erst dann sehe ich wieder echtes Momentum Richtung 80k.
SPX und Nasdaq
Beim SPX bleibt hier für mich die 7.500er Marke extrem entscheidend. Entweder finden wir dort klaren Support oder eben stärkere Resistance. Aufgrund des aktuellen Risk-On-Umfelds bleibe ich hier aber weiterhin eher bullisch.
Beim Nasdaq haben wir die 30.000 zwar nicht ganz erreicht, trotzdem ist die Idee insgesamt ziemlich gut aufgegangen. Auch hier hatten wir gestern wieder einen starken Push. Heute wird entscheidend, ob wir nochmal Richtung 29.500 laufen und von dort den nächsten Versuch Richtung 30k starten oder ob jetzt tatsächlich stärkere Gewinnmitnahmen einsetzen und dort erste größere Algo-Sell-Orders getriggert werden. Das bleibt heute extrem spannend.
Der US30 bleibt ebenfalls extrem stark. Wir sind hier sauber über die All-Time-Highs gelaufen, haben gestern mit einem fetten Gap-Up eröffnet und erneut etwa ein Prozent zugelegt. Der Close über 51.000 war genau das Ziel, das ich genannt hatte. Jetzt sehen wir zwar erste Gewinnmitnahmen, trotzdem bleibt das Momentum weiterhin sehr stark. Entscheidend wird jetzt sein, ob weitere Deeskalation im Nahen Osten sowie stabile Wirtschaftsdaten dieses Momentum weiter unterstützen können.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX war gestern mit Abstand der stärkste Markt. Vom Freitagsschluss bis gestern Abend haben wir etwa 2,54 Prozent Plus gesehen. Wir sind nicht nur klar über die 25.000 gelaufen, sondern direkt in den Bereich um 25.400. Ich hatte zwar gesagt, dass dieser Bereich möglich ist, aber ehrlich gesagt hätte ich selbst nicht gedacht, dass wir ihn so schnell erreichen, vor allem direkt am Montag mit Feiertag.
Das bisherige Hoch lag bei etwa 25.445. Für mich bleibt das bullische Szenario weiterhin, dass wir jetzt Stabilität oberhalb der 25.400 reinbekommen und anschließend die 25.500 sowie potenziell neue All-Time-Highs attackieren.
Trotzdem möchte ich an dieser Stelle definitiv zur Vorsicht raten. Die Märkte preisen aktuell extrem viel Deeskalation und Optimismus gleichzeitig ein. Dadurch kann es jederzeit zu schnellen Gewinnmitnahmen kommen. Gerade weil Monatsende bevorsteht, Rebalancing-Effekte dazukommen und zusätzlich noch wichtige Daten wie Consumer Confidence heute oder PCE am Donnerstag anstehen.
Für mich wäre das gesündeste Szenario jetzt eigentlich, wenn wir nach diesem extremen Push nochmal einen sauberen Rücksetzer Richtung 25.000 sehen würden und von dort aus dann den nächsten Angriff Richtung All-Time-High starten.
Auf der Unterseite wäre ich aktuell extrem vorsichtig mit aggressiven Shorts, außer vielleicht direkt an starken Widerständen oder All-Time-Highs und selbst dort nur mit sauberem Risk-Management, genug Platz und klarer Bestätigung über Price Action und fundamentale Trigger. Ansonsten sehe ich aktuell weiterhin eher die Gefahr eines weiteren Squeezes nach oben in unbekannte Preiszonen.
Besonders wichtig bleibt jetzt die Zone um 25.400 bis 25.408, dort liegt ebenfalls das Monatshoch vom Februar. Darüber kommt dann direkt das All-Time-High im Bereich 25.515.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wie seht ihr den Anstieg gestern? Glaubt ihr die Märkte sind nachhaltig bullisch oder sehen wir hier eher starke Gewinnmitnahmen zum Monatsende gegen Ende der Woche?
Ich wünsche euch allen einen soliden Start in den Dienstag, gute Trades und einen erfolgreichen Handelstag.
DAX Tagesausblick 25. Mai – GAP UP All-Time-Highs in ReichweiteDer Wochenstart beginnt insgesamt deutlich stärker als viele Marktteilnehmer noch vor wenigen Tagen erwartet hätten. Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten sorgt aktuell für ein klares Risk-On-Umfeld an den Märkten. Vor allem die laufenden Gespräche rund um Iran, die Straße von Hormus und mögliche diplomatische Fortschritte zwischen den USA und Iran treiben heute Morgen Futures, Risk Assets und Tech-Werte deutlich nach oben, während Öl massiv unter Druck gerät.
Donald Trump sprach zuletzt davon, dass ein möglicher Iran-Deal bereits „largely negotiated“ sei und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte. Gleichzeitig bleiben die Headlines aber extrem widersprüchlich. Während einige Quellen bereits über Fortschritte und mögliche Vereinbarungen berichten, betont Iran weiterhin, dass zentrale Punkte – insbesondere rund um angereichertes Uran und Sanktionen – noch nicht final geklärt seien. Genau diese Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit sorgt momentan für enorme Bewegungen in Öl, Bonds, Währungen und Risk Assets.
Wer den kompletten fundamentalen und charttechnischen Wochenausblick sehen möchte: Ich habe gestern bereits ein ausführliches YouTube-Video hochgeladen, in dem ich alle Märkte detailliert analysiere. Den Link zum Kanal findet ihr auf meinem Profil bzw. direkt auf meinem TradingView-Account.
Fundamentale & geopolitische Lage
Heute dürfte insgesamt ein etwas ruhigerer Handelstag werden. Sowohl in den USA (Memorial Day) als auch im Vereinigten Königreich ist Feiertag. Zusätzlich bleiben Teile Asiens ebenfalls geschlossen. Das bedeutet: geringeres Volumen, weniger institutionelle Liquidität und potenziell eher Rangebildung statt extremer Trendtage.
Nichtsdestotrotz bleiben die Headlines aus dem Nahen Osten heute extrem wichtig. Gerade weil die Märkte aktuell sehr stark auf die Hoffnung einer Deeskalation reagieren, könnten neue Meldungen zu Iran, Hormus oder weiteren Statements aus Washington sofort wieder größere Bewegungen auslösen.
Besonders entscheidend bleibt weiterhin die Straße von Hormus. Normalerweise passieren dort rund 120 bis 140 Schiffe pro Tag. In der Hochphase der Krise waren es zeitweise nur noch fünf bis zehn Schiffe täglich. Mittlerweile gibt es erste Aussagen, dass innerhalb der kommenden 30 Tage eine schrittweise Normalisierung möglich wäre. Genau das erklärt auch die massive Schwäche im Ölpreis heute Morgen.
Marktkorrelationen & technischer Überblick
US Oil (WTI)
Im Öl sehen wir heute genau das Szenario, auf das ich bereits im gestrigen Wochenausblick hingewiesen hatte. Der Markt eröffnet mit einem massiven Gapdown und notiert aktuell rund 6 % schwächer bei etwa 91,23 Dollar.
Jetzt wird entscheidend sein, ob wir – ähnlich wie am 6./7. Mai oder rund um den 20. April – erneut starkes Kaufvolumen im Bereich der 90-Dollar-Zone sehen oder ob sich die Deeskalation im Nahen Osten tatsächlich weiter durchsetzt und Öl sich nachhaltig unter 90 Dollar etablieren kann.
Das wäre fundamental extrem relevant, weil niedrigere Energiepreise automatisch Druck von der Inflation nehmen würden. Genau deshalb sehen wir heute bereits starke Reaktionen bei Tech, Futures und generell den Risk Assets.
DXY – Dollar Index
Auch der Dollar reagiert auf die sinkende geopolitische Unsicherheit. Der DXY hat heute Morgen die Unterseite der Weekly Range angetestet und notiert aktuell bei etwa 99,028 Punkten.
Der klassische Safe-Haven-Demand im Dollar nimmt damit kurzfristig etwas ab. Jetzt bleibt abzuwarten, ob das Weekly Low bei 98,93 nachhaltig unterschritten wird und wir die Range weiter nach unten verlassen oder ob der Dollar im Tagesverlauf wieder Stärke aufbauen kann Richtung 99,5.
Bitcoin
Bitcoin reagiert bislang ebenfalls sehr konstruktiv auf das aktuelle Risk-On-Umfeld. Wie bereits im Wochenrückblick angesprochen, kam im Bereich der 74.500 wieder starkes Kaufvolumen in den Markt.
Mittlerweile wurde erneut die Zone um 77.500 angelaufen. Für weiteres bullisches Momentum wäre jetzt wichtig, dass wir uns per Schlusskurs nachhaltig darüber etablieren können. Gelingt das, rückt aus charttechnischer Sicht die Zone um 80.500 deutlich stärker in den Fokus.
Nasdaq / US30 / Risk Assets
Der Nasdaq handelt vorbörslich bereits auf neuen All-Time-Highs und notiert aktuell knapp unter der psychologisch extrem wichtigen 30.000-Punkte-Marke bei rund 29.890 Punkten.
Damit wurde das Szenario eines direkten Pushs Richtung 30.000 schneller erreicht als erwartet. Sollte diese Marke direkt zu Wochenbeginn überwunden werden, könnte das Momentum kurzfristig noch einmal deutlich beschleunigen.
Auch der US30 zeigt ein extrem starkes Bild. Der Markt eröffnet mit einem deutlichen Gap-Up und notiert bereits nahe der entscheidenden 51.000er-Zone. Insgesamt zeigt sich aktuell sehr klar: fallende Ölpreise, sinkende Inflationserwartungen und die Hoffnung auf geopolitische Entspannung treiben die Risk Assets massiv an.
Charttechnischer Überblick DAX
Der DAX startet ebenfalls extrem stark in die neue Woche. Bereits vor dem London Open notiert der Markt rund 1,5 % im Plus und konnte damit direkt das wichtige Strukturhoch aus KW19 bei etwa 25.164 Punkten herausnehmen.
Besonders wichtig: Der Markt eröffnete direkt oberhalb der psychologisch extrem relevanten 25.000er-Marke und konnte damit das große Widerstandscluster sofort überwinden. Genau in diesem Bereich kam es am 6. Mai noch zu einer massiven bearishen Reaktion von rund 6 % Abverkauf.
Aktuell sehe ich für heute zwei realistische Szenarien:
Durch die Feiertage und das geringere Volumen rechne ich eher mit einer gewissen Rangebildung im Bereich um 25.000 Punkte. Bedeutet: Der Markt könnte heute zunächst das neue Niveau stabilisieren, kleinere Gewinnmitnahmen verarbeiten und sich im Bereich zwischen 25.000 und 25.200 einpendeln.
Bullisch wird es für mich erneut, sobald das heutige Hoch bei etwa 25.240 nachhaltig überschritten wird. Dann sehe ich weiteres Momentum Richtung 25.400 Punkte und damit rücken die All-Time-Highs endgültig in greifbare Nähe.
Aktuell fehlen nur noch rund 1,6 % bis zu neuen Rekordständen im DAX. Das zeigt, wie stark die aktuelle Marktstruktur momentan ist, trotz wahrscheinlicher Zinserhöhung der EZB.
Solange fundamental keine neue Eskalation im Nahen Osten entsteht, bleibt das übergeordnete Bild für mich weiterhin bullish. Trotzdem glaube ich aufgrund des Feiertags heute eher an eine Stabilisierung und kleinere Rangebewegungen, bevor dann ab morgen wieder mehr Volumen in den Markt kommt.
Ich wünsche euch allen einen schönen Feiertag und einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche 📈
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX heute? Kommt direkt der Angriff auf neue All-Time-Highs oder sehen wir erstmal eine Konsolidierung über der 25.000er-Zone bevor es weiter geht?
DAX Tagesausblick 22. Mai – ATHs in Reichweite - Risk On!Bevor wir starten:
Ich habe gestern ein extrem ausführliches YouTube-Video zur New YorkSession hochgeladen, inklusive fundamentaler Analyse, Trade Ideen und detaillierter Ausblicke auf Nasdaq, US30, DAX, Bitcoin sowie Nvidia und die aktuelle Makrolage. Gerade im Hinblick auf die gestrigen Nvidia Reaktionen, die Nahost Thematik und die heutige FED Story lohnt sich das Video definitiv nochmal anzuschauen.
Marktüberblick zwischen Geopolitik, FED-Unsicherheit und AI-Euphorie
Die Märkte bleiben weiterhin komplett im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Eskalation im Nahen Osten und gleichzeitig extrem bullischer AI-/Liquidity Fantasie.
Besonders wichtig bleiben aktuell die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormuz. Reuters berichtete zuletzt, dass Iran zunehmend Kontrolle über die Schifffahrtsrouten durch Hormuz konsolidiert und ein mehrstufiges Kontrollsystem für Tanker etabliert. Genau das hatte den Ölpreis zuletzt massiv nach oben gedrückt, weil Hormuz einer der wichtigsten Energie-Engpässe weltweit ist. Gleichzeitig wird mittlerweile aber wieder verstärkt über mögliche Gespräche und diplomatische Lösungen gesprochen. Pakistan versucht offenbar aktiv zwischen den USA und Iran zu vermitteln, während auch aus anderen Regionen zunehmend von möglichen Talks berichtet wird.
Genau diese Hoffnung auf Deeskalation sorgt momentan wieder für Entspannung an den Märkten. Man merkt extrem, wie sensibel die Risk Assets aktuell auf jede positive oder negative Schlagzeile reagieren. Sobald geopolitische Entspannung reinkommt, fallen Öl und Volatilität direkt ab und die Indizes schieben massiv nach oben. Wir werden sehen, ob sich am Wochenende mehr Entspannung entwickelt und wir weitere Deeskalation im Nahen osten sehen.
Dazu kommt heute eine weitere extrem wichtige Story für die Märkte: Kevin Warsh .
Nach allem, was aktuell berichtet wird, dürfte Kevin Warsh heute offiziell als neuer FED-Chair präsentiert beziehungsweise vereidigt werden. Donald Trump soll dazu später am White House auftreten. Die Märkte beobachten das extrem genau, weil Warsh deutlich anders wahrgenommen wird als Jerome Powell.
Warsh galt früher zwar eher als Hawk, hat sich in den letzten Jahren aber zunehmend dovisher positioniert und mehrfach niedrigere Zinsen unterstützt. Gleichzeitig spricht er von einem „Regime Change“ innerhalb der FED, kritisiert frühere Fehler der Notenbank und will die Kommunikation sowie Entscheidungsfindung der FED grundlegend verändern.
Trotzdem bleibt die Lage für die FED extrem schwierig.
Denn auf der einen Seite fordert Donald Trump massiv Zinssenkungen, auch wegen der enormen US-Staatsverschuldung und der brutal hohen Zinskosten. Auf der anderen Seite bleibt die Inflation weiterhin hartnäckig hoch – insbesondere durch die Energiepreise und die Nahost-Thematik. Genau das limitiert aktuell die Möglichkeit aggressiver Zinssenkungen.
Das macht die aktuelle Lage so spannend:
Die Märkte wollen Liquidität, Zinssenkungen und AI-Euphorie spielen – gleichzeitig bleiben Inflation, Ölpreise und geopolitische Risiken ein massiver Gegenwind.
Zusätzlich bleibt auch die OPEC+ beziehungsweise die gesamte Öl-Thematik extrem relevant. Sollte sich die Lage mit Iran weiter entspannen, könnte das Öl deutlich unter Druck setzen und den Märkten nochmal zusätzlichen Rückenwind geben. Darauf bin ich gestern im YouTube-Video bereits ausführlich eingegangen.
Wirtschaftsdaten von gestern
Die gestrigen Wirtschaftsdaten waren insgesamt sehr interessant und gemischt.
Besonders auffällig war der Philadelphia Fed Manufacturing Index. Dieser ist auf -0,4 gefallen. Forecast lag bei 17,6, Previous sogar bei 26,7. Damit ist der Index nicht nur massiv eingebrochen, sondern sogar unter die Nulllinie gefallen, was auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe hindeutet. Das war definitiv eine schwache Zahl.
Die Initial Jobless Claims hingegen kamen mit 209K rein, Forecast lag bei 210K und Previous bei 212K. Bedeutet: Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. Weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe signalisieren nach wie vor Stabilität im Arbeitsmarkt.
Dazu kamen die S&P Global Manufacturing PMI Daten. Der Manufacturing PMI lag bei 55,3 und damit deutlich über Forecast von 53,8 sowie Previous von 54,5. Der Dienstleistungs-PMI kam mit 50,9 leicht schwächer rein als erwartet, bleibt aber weiterhin über der wichtigen 50er Marke.
Alles in allem zeigt sich also weiterhin ein Bild einer grundsätzlich stabilen US-Wirtschaft – trotz einzelner Schwächesignale wie dem Philadelphia Manufacturing Index.
Fundamentale Daten heute
Heute wird es datenmäßig insgesamt etwas ruhiger.
Im Fokus stehen später die deutschen GDP-Daten.
Forecast liegt bei 0,3%, Previous bei 0,2%. Es wird also von einer leichten Verbesserung des deutschen Wirtschaftswachstums ausgegangen.
Hier bleibt abzuwarten, wie die Daten tatsächlich ausfallen und vor allem wie der DAX darauf reagiert.
Später wird natürlich noch spannend, was zu Kevin Warsh kommt.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis sehen wir aktuell wieder leichte Entspannung. US Oil notiert momentan bei rund 97,75 Dollar und hat nach der starken geopolitischen Rally zuletzt wieder etwas abgegeben.
Besonders wichtig:
Wir hatten gestern erneut eine massive Rejection oberhalb der 100-Dollar-Marke und die Tageskerze hat bearish unter 100 Dollar geschlossen. Das ist erstmal sehr positiv für Risk Assets und natürlich auch für die Inflationsthematik.
Nichtsdestotrotz bleibt Öl mit knapp 98 Dollar weiterhin extrem hoch.
Entscheidend wird jetzt der Weekly Close. Besonders interessant wird, ob wir nicht nur bearish schließen, sondern sogar unter das letzte Weekly Low beziehungsweise unter die Zone um 96 Dollar fallen können.
Dann wird extrem spannend, was sich übers Wochenende geopolitisch entwickelt – insbesondere mit Blick auf Iran, mögliche Talks und Deeskalation.
Auch darauf bin ich gestern im YouTube-Video ausführlich eingegangen, vor allem was Öl bei einer echten diplomatischen Einigung potenziell machen könnte.
Bonds & DXY
Die Bondpreise haben gestern ebenfalls wieder leicht abgegeben. Besonders bei den 10- und 30-jährigen Staatsanleihen sieht es aktuell danach aus, als würden wir zumindest kurzfristig etwas runterkommen.
Im Dollarindex sehen wir ebenfalls eine spannende Situation. Der DXY notiert aktuell bei 99,23 und bewegt sich weiterhin innerhalb einer wichtigen Range.
Hier bleibt entscheidend:
Kann der DXY über die 99,5 ausbrechen und Richtung 100 laufen oder wird die Range erneut nach unten verlassen Richtung 98,5?
Nichtsdestotrotz bleibt der Safe-Haven-Demand weiterhin stabil – auch aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX hat gestern erneut deutlich abgegeben und notiert aktuell bei 16,75 Punkten.
Das zeigt ziemlich klar:
Sobald geopolitische Entspannung in den Markt kommt, entspannen sich auch die Märkte selbst extrem schnell.
Das aktuelle Umfeld bleibt daher insgesamt weiterhin eher risk-on.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia hatten wir am Mittwochabend die Earnings.
Wie erwartet kam zunächst nochmal Momentum nach oben rein, anschließend folgten aber erste Gewinnmitnahmen. Auch hier bleibt jetzt extrem spannend, wie die Weekly Candle schließt.
Im gestrigen YouTube-Video hatte ich bereits erklärt, warum Nvidia mittlerweile so unglaublich wichtig für die gesamten US-Indizes geworden ist. Die Gewichtung im Nasdaq liegt inzwischen bei rund 13–14%, im SPX ebenfalls extrem hoch bei 8-9%.
Das bedeutet:
Jede größere Bewegung in Nvidia beeinflusst direkt Nasdaq und SPX.
Ich hatte außerdem darauf hingewiesen, dass ich bei NVDA einen tieferen Retest Richtung 213 Dollar für wahrscheinlich halte. Genau das könnte kurzfristig nochmal etwas Druck auf die Indizes bringen.
Bitcoin
Bei Bitcoin hatte ich ebenfalls darauf hingewiesen, dass wir die 77.500 zurückerobern müssen.
Genau dort notieren wir aktuell. Die Tageskerze gestern konnte bullish schließen und solange wir die Tiefs um 76.000 nicht verlieren, bleibe ich hier weiterhin bullisch und sehe nochmal einen möglichen Angriff auf die Hochs.
SPX
Der SPX startete gestern zunächst mit einem Gap Down, dieses wurde allerdings vollständig aufgekauft.
Wir haben erneut einen bullischen Schlusskurs gesehen und auch hier hatte ich gesagt:
Solange wir das Mittwochstief nicht nachhaltig brechen, sehe ich die 7.500er Marke weiterhin als realistisches Ziel.
Die Wochenkerze bleibt extrem wichtig. Wir hatten kurz einen Sweep unter das Wochentief gesehen, wurden dort aber massiv aufgekauft.
Aktuell bleibt das Momentum klar bullish.
Nasdaq
Im Nasdaq sieht die Lage weiterhin extrem stark aus.
Wir haben gestern erneut einen starken bullischen Impuls von rund 1,2% gesehen und notieren nahezu an den Allzeithochs bei rund 29.500 Punkten.
Wie bereits gestern im Video angesprochen, halte ich die 30.000er Marke weiterhin für sehr wahrscheinlich. Die Frage bleibt eher, ob wir das bereits heute oder erst kommende Woche sehen.
Kurzfristig bleibt allerdings relevant, ob weitere Gewinnmitnahmen bei Nvidia auftreten.
US30
Der US30 bleibt ebenfalls extrem spannend.
Ich hatte bereits darauf hingewiesen:
Sobald wir nachhaltig über die 50.000 laufen, werden die Allzeithochs aus Februar wieder extrem realistisch.
Genau das sehen wir aktuell. Der Index notiert bei rund 50.475 Punkten und bleibt auf Wochenbasis extrem stark mit einer klar bullischen Dynamik.
Für mich sind neue Allzeithochs heute definitiv möglich – bevor zum Wochenende eventuell erste Gewinnmitnahmen einsetzen.
DAX – Charttechnischer Tagesausblick
Auch im DAX haben wir gestern erneut eine starke Dynamik gesehen.
Ich hatte darauf hingewiesen, dass die 24.500 nochmal angelaufen werden könnten – genau dort kamen starke Käufe rein. Nachdem wir die wichtige Zone um 24.800 überschritten hatten, sahen wir zunächst eine stärkere bearish Reaktion, wurden anschließend aber wieder massiv aufgekauft.
Aktuell notieren wir direkt an den gestrigen Tageshochs bei knapp 24.900 Punkten.
Für den weiteren Verlauf bleibt jetzt entscheidend, ob wir den gestrigen Höchstkurs bei 24.925 nachhaltig brechen können.
Sollte das passieren, sehe ich eine Fortsetzung Richtung:
• 25.000
• 25.150
• und anschließend potenziell sogar Richtung 25.400
Vor allem wenn geopolitisch weitere Entspannung reinkommt, halte ich auch einen schnellen Spike Richtung 25.400 durchaus für möglich.
Insgesamt bleibt festzuhalten:
Sollten wir die 25.000 nachhaltig überwinden, rückt das Allzeithoch im DAX wieder deutlich näher. Aktuell fehlen lediglich rund 2,6%.
Falls wir allerdings keinen Breakout schaffen und die Kraft kurzfristig ausgeht, bleibt die Zone um 24.800 extrem wichtig. Dort liegen mehrere relevante technische Levels:
• Wochenhoch KW16
• Jahreshöchstkurs 2025
• April-Monatshoch
Das bleibt für mich ein sehr interessantes Long-Szenario.
Sollte diese Zone allerdings nicht halten, sehe ich die nächste starke Kaufzone erst wieder bei:
• 24.620
• beziehungsweise erneut bei 24.500
Im aktuellen Marktumfeld halte ich noch tiefere Rücksetzer allerdings eher für weniger wahrscheinlich, solange keine neuen Geopolitischen Eskalationen reinkommen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wie seht ihr den DAX heute?
Knacken wir die 25.000 bereits heute oder sehen wir vor dem Wochenende nochmal Gewinnmitnahmen?
Schaut euch gerne nochmal das gestrige YouTube-Video an, dort bin ich auf alle Märkte deutlich ausführlicher eingegangen.
Morgen kommt wie jede Woche mein Wochenrückblick und am Sonntag folgt der neue Wochenausblick.
Ich wünsche euch einen entspannten Freitag und einen guten Start ins Wochenende, Gute Trades!
DAX Tagesausblick 18. Mai – Kommt jetzt die große Korrektur?Fundamentale & geopolitische Lage
Naher Osten
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin angespannt und dürfte auch zum Wochenstart einer der wichtigsten Markttreiber bleiben. Besonders die Entwicklungen rund um Iran, USA, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen im Fokus.
Die Märkte beobachten aktuell sehr genau, ob es zu einer weiteren Eskalation im Nahen Osten kommt, da dies direkte Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen und Risk Assets haben kann. Gerade die Energiepreise reagieren extrem sensibel auf geopolitische Unsicherheit in dieser Region.
Zusätzlich bleibt das Thema „Sovereign AI“ relevant. Vor allem die Golfstaaten investieren aktuell massiv in AI-Infrastruktur und Rechenzentren. Dies spielt wiederum Nvidia und dem gesamten US-Tech-Sektor in die Karten.
China & Taiwan
Auch die Spannungen zwischen China und Taiwan bleiben weiterhin ein relevanter Risikofaktor für die Märkte. Gerade für den Halbleitersektor und die gesamte globale Lieferkette bleibt Taiwan von enormer Bedeutung.
Eine weitere Eskalation könnte sich direkt auf globale Risk Assets, den Nasdaq und insbesondere AI- und Chipwerte auswirken. Der Markt bleibt hier extrem sensitiv gegenüber geopolitischen Headlines.
Wirtschaftsdaten & fundamentaler Überblick
Heute erwartet uns insgesamt eher ein ruhigerer Tag auf der Makroseite. Im Fokus steht vor allem EZB-Mitglied Elderson. Hier bleibt abzuwarten, ob Aussagen zur Monetary Policy getroffen werden und ob der Ton eher hawkish, neutral oder dovish ausfällt.
Sollten entsprechende Statements kommen, könnte dies kurzfristig Volatilität in die Märkte bringen. Insgesamt bleibt der Fokus heute jedoch klar auf geopolitischen Headlines und weniger auf klassischen Wirtschaftsdaten.
Ganz wichtig diese Woche: Nvidia Earnings.
Nvidia veröffentlicht die Quartalszahlen am Mittwoch nach US-Börsenschluss. Die Erwartungen sind extrem hoch.
Wall Street erwartet aktuell:
* ca. 78,8 Milliarden USD Umsatz
* ca. 1,77 USD EPS
* Gross Margins weiterhin im Bereich von rund 75 %
Besonders wichtig:
Nvidia allein macht mittlerweile rund 7–8 % des gesamten S&P 500 aus und sogar ca. 13–14 % des Nasdaq 100.
Das bedeutet:
Diese Earnings bewegen nicht mehr nur eine einzelne Aktie, sondern potenziell den gesamten Markt.
Sollte Nvidia die extrem hohen Erwartungen nicht erfüllen oder schwache Guidance liefern, könnte dies starke Auswirkungen auf Nasdaq, SPX und allgemein auf den gesamten Risk-Asset-Sektor haben.
Werden die Zahlen hingegen stark aufgenommen und die Erwartungen erneut geschlagen, könnte dies weiteres Momentum im Tech-Sektor auslösen.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil notiert aktuell rund 2 % im Plus bei ca. 103,13 USD.
Wir haben hier ein deutliches Gap-Up gesehen und befinden uns weiterhin stabil über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Zusätzlich konnte der Wochenhöchstkurs der Vorwoche im Bereich von ca. 103,8 USD gebrochen werden.
Das große Bild bleibt damit weiterhin bullisch.
Steigende Energiepreise bedeuten gleichzeitig:
* höhere Inflationssorgen
* steigenden Druck auf Zentralbanken
* potenziell höhere Bondrenditen
Ein weiterer Faktor also, der aktuell für Unsicherheit in den Märkten sorgt.
US-Bonds
Die Bonds bleiben meiner Meinung nach aktuell einer der wichtigsten Faktoren überhaupt und sollten von Marktteilnehmern deutlich stärker beobachtet werden.
Wir befinden uns hier in sehr kritischen Bereichen.
Aktuell:
* 3-Year Bonds: +0,5 %
* 5-Year Bonds: +0,4 %
* 10-Year Bonds: +0,4 %
* 30-Year Bonds: ca. 5,14 % – weiterhin auf extrem hohen Niveaus
Besonders die 10-Year Bonds bleiben entscheidend. Alles über 4,5 % bleibt aus Marktsicht kritisch.
Steigende Bondrenditen bedeuten vereinfacht:
Der Markt verlangt höhere Renditen, um weiterhin US-Dollar und Staatsanleihen zu halten. Dafür werden Bonds verkauft, wodurch die Renditen steigen.
Je höher die Renditen steigen, desto attraktiver werden Bonds und der US-Dollar im Vergleich zu Risk Assets.
Das kann zu Kapitalabflüssen aus:
* Aktien
* Tech
* Krypto
* allgemeinen Risk Assets
führen.
Ein wichtiger Vergleich:
Im Oktober 2023 hatten wir ähnliche extreme Renditeniveaus bei den 30-Year Bonds. Danach fielen die Renditen stark zurück und gleichzeitig startete eine massive Rallye im Nasdaq.
Heißt:
Fallende Bondrenditen = oft bullish für Risk Assets.
Steigende Bondrenditen = eher bearish für Risk Assets.
DXY – US-Dollar Index
Der DXY startet etwas schwächer in die Woche und notiert aktuell bei ca. 99,18.
Trotzdem bleibt der US-Dollar insgesamt weiterhin auf hohem Niveau.
Entscheidend bleibt:
Schafft der DXY den Ausbruch über die 99,5-Zone Richtung 100–100,5 oder fallen wir erneut zurück in die Range und brechen eher Richtung 98,5.
Auch hier bleiben die Bonds mit der entscheidende Faktor.
VIX – Volatilität
Der VIX bleibt aktuell mit rund 18,42 noch vergleichsweise ruhig.
Trotzdem gilt weiterhin:
Ein nachhaltiger Anstieg über die 20er-Marke könnte auf zunehmende Unsicherheit und höhere Volatilität im SPX und allgemein in Risk Assets hindeuten.
Risk Assets im Überblick
Bitcoin
Bitcoin hat bereits das Wochenlow bei ca. 76.700 USD gebrochen und kurz darunter gegriffen.
Jetzt bleibt abzuwarten, ob sich dieses Risk-Off-Momentum fortsetzt oder ob erneut Liquidität gesammelt wird und weitere Long-Abgriffe nach oben folgen.
Nasdaq
Im Nasdaq wurde das Wochentief bisher noch nicht signifikant gebrochen.
Ich bleibe hier eher short gerichtet, sobald wir nachhaltig unter die 28.500 brechen.
Solange dies nicht passiert, sehe ich weiterhin Potenzial für weitere Long-Abgriffe nach oben.
SPX
Beim SPX gilt weiterhin dasselbe Bild:
Entscheidend bleibt, ob wir unter das Wochentief kommen.
US30
Im US30 wurde das Wochentief bereits gebrochen und die Zone um 49.000 Punkte erneut angelaufen.
Wie bereits in der Wochenanalyse erwähnt, würde ich den Retest gerne etwas tiefer sehen – idealerweise im Bereich von 48.900–49.000.
Solange wir nicht nachhaltig über 49.500 kommen, bleibe ich hier kurzfristig eher short gerichtet bis zum Abgriff bei 48.900.
Charttechnische Analyse – DAX
Wie bereits gestern im Wochenausblick erwähnt, haben wir nach dem Bruch des Wochentiefs von KW20 im Bereich von ca. 23.800 bereits deutlicheren Verkaufsdruck gesehen.
Die Zone um das Wochentief von KW18 bei ca. 23.630 wurde bereits angelaufen.
Jetzt bleibt für mich entscheidend:
Bullisches Szenario:
Der DAX stabilisiert sich oberhalb des Wochentiefs von KW20 und startet erneut einen Push Richtung 24.000 Punkte.
Bearishes Szenario:
Wir rejecten erneut am Wochentief, fallen darunter und sehen tiefere Preise Richtung 23.500–23.400, um dort weitere Liquidität einzusammeln.
Übergeordnet bleibe ich jedoch weiterhin bullisch, solange wir nicht nachhaltig unter das Wochentief von KW16 bei ca. 23.400 fallen.
Ich halte es aktuell weiterhin für wahrscheinlicher, dass wir nochmals Long-Abgriffe Richtung 24.000 sehen.
Wie wir dort reagieren und ob weiteres Momentum Richtung 24.500 entsteht, hängt stark von:
* Nvidia Earnings
* Bonds
* Inflation
* geopolitischen Entwicklungen und Headlines
ab.
Vor allem Nvidia bleibt hier extrem wichtig.
Durch die enorme Gewichtung im SPX und Nasdaq könnten die Earnings ein massiver algorithmischer Trigger für den gesamten Markt werden.
Sollten die Zahlen enttäuschen, könnte insbesondere der Nasdaq deutlich unter Druck geraten.
Werden die Zahlen hingegen erneut stark aufgenommen und gleichzeitig bleibt das geopolitische Umfeld stabil bzw. entspannt sich sogar weiter, könnten wir nochmals starke Long-Abgriffe in den Aktienmärkten sehen.
Overall bleibe ich daher trotz möglicher Gewinnmitnahmen weiterhin bullish auf Risk Assets.
Wie seht ihr Risk Assets aktuell?
Wie seht ihr den DAX?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche!
Wochenausblick KW21 – Fundamental, Makro & technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die Woche KW21
Kurzes Update vorab:
Ich habe heute zusätzlich meinen YouTube-Kanal gestartet. Dort werde ich künftig regelmäßig ausführlichere Marktanalysen, Wochenausblicke sowie tägliche Einschätzungen in Videoform teilen.
Der aktuelle Wochenausblick für KW21 ist bereits online. Über Support und Feedback freue ich mich natürlich sehr.
Den Link zum Kanal findet ihr auf meinem Profil.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die KW20 stand erneut komplett im Zeichen geopolitischer Unsicherheit, steigender Inflationssorgen sowie eines zunehmend fragilen Marktumfelds. Besonders dominierend blieb weiterhin die Nahost-Thematik rund um den Iran sowie die Situation rund um die Straße von Hormus. Die Märkte handelten über weite Strecken permanent zwischen Hoffnung auf diplomatische Fortschritte und der Angst vor einer erneuten Eskalation.
Im Fokus stand insbesondere die Reise von Donald Trump nach China sowie die Gespräche mit Xi Jinping. Öffentlich wurde die Kommunikation zwar überwiegend konstruktiv dargestellt, jedoch wurde im Verlauf der Woche zunehmend deutlich, dass es letztlich kaum echte Durchbrüche gab. Reuters berichtete mehrfach, dass Trump China ohne substanzielle Ergebnisse verlassen habe. Weder im Handelskonflikt noch im Iran-Thema konnten entscheidende Fortschritte erzielt werden. Dennoch signalisierten beide Seiten weiterhin die Bereitschaft zum Ausbau wirtschaftlicher Kooperationen und bilateraler Handelsbeziehungen.
Gleichzeitig rückte die Straße von Hormus erneut massiv in den Fokus der Märkte. China forderte mehrfach die schnellstmögliche Wiederöffnung der Passage und sprach sich klar gegen weitere Eskalationen aus. Auch iranische Regierungsvertreter signalisierten zwar Gesprächsbereitschaft, machten jedoch gleichzeitig deutlich, dass Iran militärisch vorbereitet sei und die Situation rund um Hormus äußerst kritisch bleibe. Besonders relevant für die Märkte war hierbei die Aussage, dass Schiffe die Passage grundsätzlich passieren könnten – mit Ausnahme von Staaten, die sich im direkten Konflikt mit Iran befinden.
Zusätzlich verschärfte sich das geopolitische Bild rund um Taiwan erneut. Vertreter Taiwans betonten mehrfach die Notwendigkeit weiterer militärischer Vorbereitung sowie zusätzlicher US-Waffenlieferungen. Gleichzeitig erklärte China erneut, dass Taiwan weiterhin das wichtigste Thema innerhalb der sino-amerikanischen Beziehungen bleibe. Trotz diplomatischer Bemühungen blieb der geopolitische Ton insgesamt deutlich aggressiver.
Auch der Ölmarkt blieb hochsensibel. OPEC+ hielt offiziell zwar weiterhin an den bisherigen Produktionslinien fest, gleichzeitig blieb das globale Angebot angespannt. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten den beschleunigten Ausbau neuer Pipelines an, um die Abhängigkeit von der Straße von Hormus langfristig zu reduzieren. Indien erhöhte unterdessen erstmals seit mehreren Jahren Benzin- und Dieselpreise, was die globalen Inflationssorgen zusätzlich verstärkte.
Insgesamt zeigte sich damit erneut ein äußerst fragiles geopolitisches Gesamtbild. Die Märkte hoffen weiterhin auf Diplomatie und wirtschaftliche Kooperationen, gleichzeitig verschärfen sich jedoch unter der Oberfläche die strukturellen Risiken in mehreren geopolitischen Brennpunkten gleichzeitig.
Überblick Wirtschaftsdaten KW21
Fundamental wird die KW21 im Vergleich zur Vorwoche zwar insgesamt etwas ruhiger, dennoch stehen weiterhin mehrere wichtige Inflations-, Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten im Fokus der Märkte.
Bereits am Montag bleibt die Datenlage relativ dünn. Größere High-Impact-Daten stehen nicht an. Im Fokus stehen vor allem vereinzelte Aussagen von EZB- sowie FED-Mitgliedern, darunter Elderson von der EZB. Marktbewegend dürfte dies zunächst jedoch nur begrenzt sein.
Auch am Dienstag bleibt der Wirtschaftskalender vergleichsweise ruhig. Im Fokus stehen erneut Aussagen von EZB-Vertretern wie Lane sowie FED-Mitglied Waller. Besonders relevant bleibt hierbei die Frage, wie restriktiv sich die Zentralbanken weiterhin positionieren und ob Zinssenkungshoffnungen erneut zurückgedrängt werden.
Deutlich spannender dürfte anschließend der Mittwoch werden. Hier rücken insbesondere die deutschen PPI-Daten in den Fokus. Erwartet wird ein Rückgang der Produzentenpreise von zuvor 2,5 % auf 2,1 %. Für den DAX bleibt dies besonders relevant, da die Entwicklung der Produzentenpreise wichtige Hinweise auf den zukünftigen Inflationsdruck innerhalb Deutschlands liefert.
Zusätzlich stehen die CPI-Daten der Eurozone im Mittelpunkt. Die Year-over-Year-Inflation wird weiterhin bei 3,0 % erwartet und bleibt damit deutlich oberhalb des offiziellen 2-%-Ziels der EZB. Auch die Core-CPI-Daten ohne Energie und Lebensmittel werden weiterhin bei 2,2 % erwartet. Besonders entscheidend wird daher sein, ob die Inflationsdaten erneut höher ausfallen als prognostiziert oder ob sich tatsächlich erste nachhaltigere Entspannungstendenzen zeigen.
Parallel dazu bleiben die Crude Oil Inventories hochrelevant. Gerade im aktuellen Umfeld steigender Ölpreise und geopolitischer Unsicherheit könnten niedrigere Lagerbestände erneut zusätzlichen Druck auf den Ölpreis ausüben. Sollte sich hingegen eine weniger starke Angebotsverknappung zeigen, könnte dies kurzfristig entlastend auf den Energiemarkt wirken.
Ebenfalls wichtig werden die FOMC Meeting Minutes. Hier achten die Märkte insbesondere auf Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der FED sowie darauf, wie viele FED-Mitglieder kurzfristig weiterhin Zinssenkungen für unrealistisch halten.
Am Donnerstag rücken anschließend mehrere Konjunkturdaten in den Fokus. Besonders relevant bleiben dabei die PMI-Daten der Eurozone sowie der Philadelphia Fed Manufacturing Index. Beim Philadelphia Fed Index wird zwar ein deutlicher Rückgang von 26,7 auf 17,9 erwartet, jedoch signalisiert ein Wert oberhalb von null weiterhin eine robuste wirtschaftliche Aktivität.
Zusätzlich stehen die Initial Jobless Claims im Fokus. Erwartet wird hier mit 210K weiterhin ein insgesamt stabiler Arbeitsmarkt. Besonders wichtig bleibt hierbei die Frage, ob die US-Wirtschaft trotz steigender Inflation weiterhin robust genug bleibt, um Zinssenkungen hinauszuzögern.
Auch die S&P Global PMI-Daten bleiben entscheidend. Werte oberhalb von 50 signalisieren weiterhin wirtschaftliche Expansion. Erwartet wird aktuell eine leichte Verbesserung gegenüber den Vormonaten, was das Bild einer weiterhin überraschend robusten US-Wirtschaft bestätigen würde.
Am Freitag stehen schließlich die Michigan Consumer Sentiment-Daten, Inflationserwartungen der Verbraucher sowie die deutschen GDP-Daten im Fokus. Besonders die Entwicklung des deutschen BIP bleibt entscheidend für die wirtschaftliche Perspektive innerhalb der Eurozone und damit auch für den DAX.
Insgesamt dürfte die KW21 fundamental zwar ruhiger verlaufen als die extrem datenreiche Vorwoche, dennoch bleibt das Umfeld äußerst sensibel. Besonders Inflation, Ölpreise, Zentralbank-Kommunikation sowie geopolitische Headlines dürften weiterhin die dominante Rolle spielen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte in der Vorwoche erneut massive Stärke zeigen. Nachdem wir zwischenzeitlich kurzfristige Entspannung gesehen hatten, schloss Öl die Woche erneut rund 7 % höher und notiert aktuell wieder oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke bei rund 101,15 USD.
Besonders bemerkenswert war hierbei die Preisreaktion am Freitag. Trotz eines deutlichen Gapdowns aufgrund kurzfristiger Hoffnungen auf Deeskalation im Nahen Osten wurde der Rücksetzer sofort aufgekauft und Öl schloss letztlich erneut bullish.
Damit bleibt Öl weiterhin einer der zentralen Inflationstreiber weltweit. Solange die geopolitische Lage rund um Iran und die Straße von Hormus ungelöst bleibt, dürfte Öl eines der wichtigsten Makro-Themen der kommenden Wochen bleiben.
Entscheidend wird nun sein, ob Öl nachhaltig über die Widerstandszone rund um 101,6 USD ausbrechen kann und damit weiteres Momentum Richtung 106 USD aufbaut oder ob sich der Markt erneut innerhalb der Range zwischen 98 und 100 USD stabilisiert.
DXY – Dollar Index
Der US-Dollar zeigte zuletzt erneut massive Stärke. Der DXY konnte innerhalb einer Woche rund 1,5 % zulegen – eine außergewöhnlich starke Bewegung für den Dollar-Index.
Aktuell notiert der DXY bei rund 99,27 Punkten und bewegt sich damit erneut Richtung oberes Ende der übergeordneten Range zwischen 100 und 100,5 Punkten.
Die letzten Handelstage signalisierten klar zunehmende Safe-Haven-Nachfrage. Kapital fließt aktuell verstärkt in den Dollar, was typisch für ein Umfeld steigender geopolitischer Risiken, steigender Renditen sowie wachsender Unsicherheit an den Märkten ist.
Besonders spannend bleibt nun die Frage, ob der DXY nachhaltig über die Zone zwischen 100 und 100,5 Punkten ausbrechen kann. Ein solcher Ausbruch wäre ein starkes Signal für eine Rückkehr struktureller Dollar-Stärke. Sollte dies nicht gelingen, könnte sich der Dollar zunächst erneut innerhalb der Range zwischen 97,5 und 99,5 stabilisieren.
VIX
Auch der VIX sendete zuletzt erste Warnsignale. Zwar sehen wir aktuell noch keine vollständige Risk-Off-Panik oder massive Volatilitätsexplosion, dennoch signalisiert der Anstieg auf rund 18,42 Punkte klar zunehmende Nervosität am Markt.
Besonders in Kombination mit steigenden Bondrenditen und schwächeren Risk Assets bleibt dieser Indikator aktuell extrem wichtig. Werte oberhalb von 20 Punkten würden die Wahrscheinlichkeit deutlich steigender Volatilität zusätzlich erhöhen.
Risk Assets – Bitcoin, Nasdaq, SPX & US30
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt sogar das Weekly Low bei rund 78.200 USD unterschreiten. Damit trübt sich das charttechnische Gesamtbild kurzfristig deutlich ein.
Aktuell befinden wir uns weiterhin in einer sehr volatilen übergeordneten Struktur mit starken Bewegungen in beide Richtungen. Entscheidend wird nun sein, ob Bitcoin Stabilität oberhalb der Zone zwischen 73.000 und 75.000 USD aufbauen kann oder ob sich die aktuelle Schwäche weiter beschleunigt.
Nichtsdestotrotz bleibt langfristig weiterhin möglich, dass Bitcoin nach einer erneuten Bereinigung nochmals Richtung 83.000 USD greift. Kurzfristig bleibt das Umfeld jedoch fragiler.
Nasdaq
Der Nasdaq wurde in den vergangenen Wochen extrem stark von den großen Tech- und KI-Werten getragen. Seit dem Tief Ende März beziehungsweise Anfang April sahen wir zeitweise einen Anstieg von rund 30 %.
Nun sehen wir erstmals seit sieben Wochen wieder eine rote Weekly-Kerze sowie erste deutliche Gewinnmitnahmen. Besonders auffällig war hierbei der starke Abverkauf am Freitag mit rund 2 % Minus an nur einem Handelstag.
Die Kombination aus steigender Inflation, geopolitischer Unsicherheit sowie zunehmend eingepreisten Tech-Earnings macht es für die großen KI- und Tech-Unternehmen zunehmend schwieriger, die extrem hohen Bewertungen dauerhaft zu rechtfertigen.
Kurzfristig bleibt das Bild dennoch schwierig. Einerseits trübt sich das Momentum ein, andererseits ist das bearishe Sentiment inzwischen bereits wieder deutlich gestiegen. Genau deshalb bleibt die Gefahr eines erneuten Short-Squeezes beziehungsweise eines letzten Long-Pushs nach oben weiterhin real.
Besonders entscheidend bleibt nun das Wochenlow bei rund 28.623 Punkten. Sollte diese Zone nachhaltig brechen, könnte sich die Korrektur deutlich Richtung 26.000 Punkte ausweiten.
SPX
Der SPX zeigte sich zuletzt etwas stabiler als der Nasdaq. Auf Wochenbasis schloss der Markt nahezu unverändert zur Vorwoche, dennoch sahen wir auch hier deutliche Gewinnmitnahmen – insbesondere am Freitag mit rund 1,4 % Minus.
Die psychologisch extrem wichtige 7.500er-Marke sorgte erneut für starke Reaktionen. Entscheidend wird nun sein, ob das Vorwochen-Low bei rund 7.335 Punkten verteidigt werden kann.
Kurzfristig bleibt auch hier möglich, dass der Markt zunächst nochmals nach oben greift, bevor eine größere Korrektur einsetzt. Gerade positive geopolitische Headlines könnten jederzeit erneut starke Erholungsbewegungen auslösen.
US30
Im US30 beziehungsweise Dow Jones zeigt sich aktuell ein deutlich schwächeres Bild als im Nasdaq oder SPX. Dies liegt vor allem daran, dass Tech- und KI-Werte hier deutlich geringer gewichtet sind.
Die 50.000er-Marke erwies sich zuletzt erneut als massiver Widerstand. Zusätzlich schloss der Markt unterhalb der wichtigen 49.500er-Zone, was das kurzfristige Bild weiter eintrübt.
Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung Richtung 48.900 Punkte. Entscheidend wird anschließend sein, ob dort Stabilität aufgebaut werden kann oder ob die Schwäche weiter zunimmt.
Charttechnischer Wochenausblick DAX
Charttechnisch hat sich das Bild im DAX zuletzt ebenfalls deutlich eingetrübt. Auf Wochenbasis sehen wir erstmals seit mehreren Wochen wieder eine klar bearishe Weekly-Kerze sowie deutliche Gewinnmitnahmen.
Besonders kritisch bleibt hierbei der Wochenschluss unterhalb der wichtigen 24.000er-Marke sowie unterhalb der Wochentiefs von KW19 und KW17. Damit sendet der Markt kurzfristig erstmals wieder deutlich schwächere Signale.
Der gesamte Abverkauf resultierte letztlich aus der massiven Rejection an der entscheidenden Widerstandszone rund um 24.500 Punkte. Genau dort liefen:
• Jahreshoch 2025
• Wochenhoch KW18
• zentrale psychologische Widerstandszone
perfekt zusammen.
Von genau dieser Zone aus startete letztlich ein massiver Abverkauf, der den DAX sogar unter die 24.000er-Marke drückte.
Für die kommende Woche bleibt nun besonders wichtig, ob der Markt unter das aktuelle Wochentief der KW20 bei rund 23.795 Punkten fällt. Sollte dies passieren, rückt zunächst das Wochentief der KW18 bei rund 23.615 Punkten in den Fokus.
Kann sich der Markt auch dort nicht stabilisieren, rücken anschließend die nächsten Schlüsselzonen bei:
• 23.500 Punkten
• 23.400 Punkten
in den Fokus.
Besonders wichtig bleibt hierbei jedoch: Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt das übergeordnete Bild für mich noch nicht vollständig bearish. Erst ein nachhaltiger Bruch unter das Wochentief der KW16 bei rund 23.380 Punkten würde das Gesamtbild deutlich stärker eintrüben und aus meiner Sicht eine übergeordnete Short-Struktur bestätigen.
Gleichzeitig bleibt weiterhin die Gefahr positiver geopolitischer Headlines bestehen. Gerade mögliche Deeskalation rund um Iran oder die Straße von Hormus könnte jederzeit starke Gegenbewegungen auslösen.
Bullisch würde sich das Bild kurzfristig wieder deutlich verbessern, sollte der DAX die 24.000er-Marke zurückerobern. In diesem Fall könnte erneut die Zone rund um 24.500 Punkte in den Fokus rücken.
Insgesamt bleibt der DAX damit aktuell extrem headline- und liquiditätsabhängig. Genau deshalb dürften kurzfristige Richtungswechsel sowie starke Intraday-Reaktionen weiterhin typisch für das aktuelle Marktumfeld bleiben.
Wichtigste Erkenntnisse für KW21
Die wichtigste Erkenntnis der vergangenen Wochen bleibt wahrscheinlich, dass die Märkte fundamentale Risiken nicht dauerhaft ignorieren können.
Über Wochen hinweg wurden:
• geopolitische Risiken
• steigende Ölpreise
• hohe Inflation
• steigende Bondrenditen
• fragile Marktbreite
größtenteils verdrängt.
Doch genau diese Risiken holen die Märkte inzwischen zunehmend wieder ein.
Besonders auffällig bleibt dabei:
Die Wirtschaft bleibt aktuell robust genug, um Zinssenkungen zu verhindern – gleichzeitig jedoch nicht stark genug, um sämtliche Risiken einfach auszublenden.
Genau dieses Umfeld bleibt gefährlich:
• Inflation bleibt hoch
• Öl steigt
• Zentralbanken bleiben restriktiv
• Renditen steigen
• Risk Assets verlieren Momentum
Zusätzlich verschärft die geopolitische Unsicherheit das Gesamtbild weiter.
Die Märkte bewegen sich aktuell zunehmend in ein Umfeld hinein, in dem Liquidität, Makrodaten und geopolitische Headlines gleichzeitig dominieren. Genau deshalb entstehen aktuell immer häufiger starke Intraday-Reaktionen in beide Richtungen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie siehst du den Dax für die kommende Woche? Schreib es gerne in die Kommentare!
Wünsche dir einen guten Start in die Woche und stabile Trades!






















