ETFs & Fonds: Diversifikation mit einem Trade
Wenn Sie sich eine schnelle Diversifikation wünschen, aber nicht verschiedene einzelne Unternehmen für eine Investition aussuchen möchten, dann könnten sich die ETFs und Fonds für Sie als ideal erweisen. Diese Investmentvehikel bestehen aus Dutzenden oder selbst Hunderten von Assets, die zusammengebündelt sind. Auf diese Weise können Sie Ihr Risiko verteilen und mit nur einem Handelsgeschäft ein ausgewogenes Portfolio erstellen.
INHALT:
- Was ist ein börsengehandelter Fonds (ETF)?
- Was sind Investmentfonds?
- Investmentfonds vs. ETFs
- Verwaltetes Vermögen (VV)
- Die Kostenquoten
Was ist ein börsengehandelter Fonds (ETF)?
Es handelt sich bei einem ETF um eine Wertpapiersammlung, mit der auf einer Börse gehandelt wird, auf dieselbe Weise wie mit einer Aktie. Die ETFs haben üblicherweise eine geringe Kostenquote und enthalten weniger Brokerprovisionen, als es bei dem Einkauf von separaten Aktien der Fall ist. Im Gegensatz zu Investmentfonds, mit denen nur einmal täglich nach Börsenschluss gehandelt wird, können Sie ETFs innerhalb der regulären Handelszeiten kaufen und verkaufen.
Die ETFs sind so strukturiert, dass sie eine Vielzahl an Assets mitverfolgen, einschließlich Rohstoffe, Marktindizes, Krypto und selbst spezifische Anlagestrategien.
Passiv verwaltete ETFs verfolgen üblicherweise Indizes mit. Aktiv verwaltete ETFs tun dies nicht. Stattdessen wählt hierbei ein Portfoliomanager die Bestände des Fonds aus und passt diese gemäß seinen Analysen und Prognosen an. Sie enthalten aus diesem Grund auch höhere Gebühren.
Wenn Sie auf der Suche nach hochwertigen Aktien mit einem langfristigen Wachstumspotenzial sind, dann sind die Dividenden-ETFs eine gute Wahl. Diese ETFs schütten Dividenden aus, die mit den grundlegenden Aktien erzielt werden.
Die ETFs enthalten üblicherweise keine minimale Erstinvestition. Sie benötigen nur ausreichend Geld, um einen Anteil zu erwerben, obwohl auch manche Broker den Erwerb von Anteilsbruchteilen ermöglichen. Da die ETFs wie Aktien gehandelt werden, ist die Mindestinvestition abhängig von dem ETF-Anteilspreis und den Handelsregeln Ihres Brokers.
In den USA unterliegen die ETFs bestimmten Regulierungsbestimmungen und müssen bei der SEC registriert werden.
ETF-Erstellung und Rückkauf
Da ETFs wie Aktien gehandelt werden, fluktuiert ihr Preis im Verlauf des Handelstags. Der Marktpreis eines ETFs kann hierbei aufgrund einer starken Nachfrage über seinen Nettoinventarwert (NIW) steigen oder aufgrund eines Abverkaufs unter den NIW sinken. Ein Erstellungs- und Rückkaufmechanismus findet Verwendung, um die ETF-Preise wieder an den NIW anzugleichen.
Dieser Mechanismus findet auf dem Primärmarkt zwischen dem ETF-Emittenten und den „Authorized Participants“ (APs) statt. Es handelt sich hierbei meist um große Finanzinstitutionen.
Das Erstellungsverfahren
Wenn die Nachfrage nach einem ETF steigt und die Anteile über dem NIW gehandelt werden, dann erstellt der AP ein Paket an grundlegenden Wertpapieren, welche der ETF mitverfolgt und liefert diese an den Emittenten. Im Gegenzug überträgt dann der Emittent dem AP einen großen Block an ETF-Anteilen (eine Erstellungseinheit). Der AP verkauft dann die individuellen ETF-Anteile an einer Börse. Hiermit wird das Angebot gesteigert und der ETF-Marktpreis nähert sich erneut dem NIW an.
Rückkaufverfahren
Wenn es ein zu großes Angebot an ETF-Anteilen gibt und sie unter dem NIW gehandelt werden, dann kauft der AP die ETF-Anteile auf einem Sekundärmarkt und gibt diese an den Emittenten zurück. Im Gegenzug liefert der Emittent dann die grundlegenden Wertpapiere, die im ETF gehalten werden (ein Rückkaufpaket), an den AP aus, welcher sie auf dem Markt verkauft. Diese ETF-Anteile sind somit aus dem Umlauf genommen und das Angebot sinkt, und der ETF-Marktpreis nähert sich erneut dem NIW an.
Auf diese Weise bleiben die ETFs günstig, transparent und steuerlich effizient.
Was sind Investmentfonds?
Hierbei wird das Geld von verschiedenen Anlegern zusammengenommen und dann für eine Investition in ein diversifiziertes Wertpapierportfolio genutzt, wie Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente. Ein Fondsmanager analysiert hierbei die Märkte und sucht nach Gelegenheiten und wählt die Investitionen im Namen der Anleger aus. Wie der Wert der Basiswerte steigt oder sinkt, so erfahren auch die Anleger Verluste oder erzielen Gewinne.
Anstelle des Erwerbs von einzelnen Aktien oder Anleihen kaufen Sie hierbei Anteile an einem Investmentfonds und werden zu einem Teilinhaber der enthaltenen Bestände. Der Preis eines Investmentfonds (der Nettoinventarwert - NIW) wird ermittelt, indem der Gesamtwert der Fondsbestände mit der Anzahl der ausstehenden Anteile dividiert wird.
Wie bei den ETFs sind auch bei den Investmentfonds die Bestände über verschiedene Sektoren und Assets verteilt, entsprechend der verwendeten Anlagestrategie. Eine Investition in eine einzelne Aktie kann sich als riskant erweisen. Bei einem Investmentfonds wird dieses Risiko mit der Diversifizierung reduziert.
Die Investmentfonds können allgemein in Aktienfonds, Anleihefonds, Geldmarktfonds, Indexfonds, ausgewogene Fonds und Zieldatumfonds kategorisiert werden. Diese unterschiedlichen Typen enthalten dementsprechend auch verschiedene Risiko- und Renditemerkmale, welche den angeführten Investmentzielen entsprechen sollen.
Viele der Investmentfonds für Kleinanleger enthalten eine minimale Erstinvestition, diese liegt üblicherweise zwischen $ 500 bis $ 5.000. Die Anteilskategorien für Institutionen und Hedgefonds liegen hierbei meist sehr viel höher, beginnend ab $ 100.000 oder mehr.
Investmentfonds vs. ETFs
Obwohl es sich bei diesen beiden Vehikeln um Fonds handelt, welche das Geld verschiedener Anleger zusammenlegen, um ein Assetpaket zu erwerben, weisen sie dennoch bestimmte Unterschiede auf.
Funktion | Investmentfonds | ETFs |
Handel | Das Fondsunternehmen führt den Handel aus | Gehandelt auf einer Börse |
Preis | Der Schlusskurs des Fonds zum Börsenschluss | Der Kurs verändert sich im Verlauf des Handelstags |
Gebühren | Hohe Kostenquote | Üblicherweise eine niedrigere Kostenquote |
Steuerliche Effizienz | Es können Steuern für Anleger fällig werden, selbst wenn sie ihre Anteile nicht verkauft haben | Eine höhere steuerliche Effizienz in den meisten Staaten |
Eigentum der Wertpapiere | Direktbesitz der grundlegenden Wertpapiere | Kein eigentlicher Besitz der Wertpapiere |
Mindestinvestition | Enthält meistens eine minimale Erstinvestition | Können üblicherweise pro Anteil erworben werden |
Verwaltetes Vermögen (VV)
Das verwaltete Vermögen (VV) ist eine wichtige Metrik in der Investmentbranche für den Gesamtmarktwert der Assets, die in einem Investmentfonds oder ETF verwaltet werden. Sie spiegelt den Gesamtbetrag der Gelder wider, die in den Fonds investiert sind.
Das VV wird mit einer Summierung des aktuellen Marktwerts aller Portfoliobestände berechnet. Zum Beispiel: Wenn ein Fonds Nvidia-Aktien im Wert von $ 7 Million, $ 5 Millionen in Staatsanleihen und $ 2 Millionen in einem Barguthaben enthält, dann beträgt das VV $ 14 Millionen.
Das VV umfasst das gesamte Kapital, welches ein Fondsmanager für Investitionen im Namen seiner Kunden nutzen kann. Zum Beispiel: Wenn Sie $ 30.000 in einen Investmentfonds investieren, dann wird dieser Betrag ein Teil des VV. Der Manager kann dann dieses Geld entsprechend der angeführten Zielsetzung für den Fonds investieren, ohne eine Genehmigung für jede enthaltene Transaktion erfragen zu müssen.
Das VV wird oft in einem Zeitverlauf mitverfolgt, um das Wachstum zu erfassen, und wird regelmäßig mit dem VV von konkurrierenden Fonds verglichen. Ein hohes VV ist hierbei als ein Zeichen für Stabilität, Liquidität und die Zuversicht unter den Anlegern aufzufassen.
Das VV eines Fonds wird üblicherweise mit Anlagegewinnen, einem Kapitalzuwachs, erneut investierten Dividenden und den Beiträgen von neuen Anlegern gesteigert. Marktverluste und austretende Anleger können dementsprechend das VV reduzieren.
Die Kostenquoten
Eine Kostenquote misst den jährlichen Kostenpunkt des Besitzes eines Investmentfonds oder ETFs. Sie wird als ein Prozentsatz des durchschnittlichen Nettovermögens eines Fonds ausgedrückt und wird berechnet, indem die jährlichen Betriebskosten eines Fonds mit dem Gesamtvermögen dividiert werden.
Diese Betriebskosten umfassen die Managementgebühren, Depots, Buchhaltung, Wirtschaftsprüfungen, sowie weitere legale, administrative und sonstige Betriebskosten. Die Kostenquote umfasst keine Brokerprovisionen, die Handelskosten oder sonstige Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen.
Zum Beispiel: Sie investieren $ 10.000 in ein ETF mit einer Kostenquote von 0,04 %, die jährlichen Fondskosten betragen hierbei $ 4.
Wie der Wert Ihrer Investitionen steigt, so erhöht sich ebenfalls der Kostenpunkt – aus diesem Grund kann die Kostenquote eines Fonds auch eine große Auswirkung auf Ihre Rendite ausüben.
ETFs verfügen im Allgemeinen über eine niedrigere Kostenquote als Investmentfonds. Die historische Mediankostenquote beträgt ca. 0,56 % für ETFs und 0,90 % für Investmentfonds. In unserem ETF-Screener können Sie die Fonds nach ihrer Kostenquote filtern und untereinander vergleichen.
Im Fazit
Bei den ETFs und Investmentfonds werden einfach verschiedene Assets zusammengebündelt. Sie erwerben hierbei keine einzelnen Aktien, sondern einen Anteil an einem Investmentvehikel, welches verschiedene Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere enthält. Mit den ETFs kann auf einer Börse im Verlauf des Handelstags gehandelt werden, während der Preis der traditionellen Fonds zum Börsenschluss ermittelt wird. Beide Investmentvehikel dienen demselben fundamentalen Zweck: Es handelt sich hierbei um eine Diversifikationsmethode, welche Ihr Risiko reduzieren soll.
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