Schätzungen

Was sind Schätzungen?

Es handelt sich hierbei um Prognosen für die finanzielle Performance eines Unternehmens. Diese werden aus den Analysen von verschiedenen Analysten gewonnen und in einen Marktkonsens aggregiert. Mit ihnen können dann Anleger die Markterwartungen für die wichtigen Finanzkennzahlen beurteilen. Die Schätzungen werden oft genutzt, um die Markterwartungen mit den tatsächlichen Unternehmensberichten zu vergleichen und um die Veränderungen in dem Sentiment unter den Analysen zu beurteilen. Der Schätzungskonsens wird mit den aggregierten Prognosen von professionellen Analysten erstellt, welche ein Unternehmen mitverfolgen. Zu den Beitragenden gehören hierbei auch Investmentbanken, Broker und unabhängige Analysten aus überall in der Welt. Zu den geschätzten Finanzkennzahlen gehören: 

  • Gewinn je Aktie (EPS)
  • Gesamtumsatz
  • Wareneinsatz
  • Rohertrag
  • Forschung & Entwicklung 
  • Allgemeine Verwaltungskosten (insgesamt) 
  • Reinertrag
  • EBITDA
  • EBIT
  • Gesamtvermögen
  • Barguthaben und kurzfristige Investitionen 
  • Gesamtschulden
  • Cashflow aus Betriebsaktivitäten
  • Cashflow aus Investitionen
  • Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten
  • Freier Cashflow (FCF)
  • Investitionsaufwand (CAPEX)
  • Buchwert je Aktie (BPS)
  • Dividenden je Aktie (DPS)

 

Methodologie

Der Schätzungskonsens stellt den arithmetischen Durchschnitt der Analystenprognosen dar, die in einem gewissen Zeitraum eingereicht wurden. Diese Daten werden an die Unternehmensaktivitäten angepasst, damit sie zu verschiedenen Betrachtungszeiträumen untereinander vergleichbar bleiben. Diese Anpassungen können das Folgende umfassen: Aktiensplits und umgekehrte Splits, Spin-offs, Bezugsrechtemissionen, außergewöhnliche Dividenden, verwässernde Events mit einem Einfluss auf die ausstehenden Aktien (Wandelanleihenkonversionen, die Ausführung von Optionsscheinen, Dividendenausschüttungen in der Form von neuen Aktien). Historische je Aktie Schätzungen können sich demzufolge mit der Zeit verändern. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die historischen und aktuellen Schätzungen konsistent vergleichbar bleiben. Die Analystenerwartungen entwickeln sich fortwährend, aus diesem Grund sollte auch der Konsens ähnlich aufgefasst werden. 

 

Spezifische Angaben: 

  • Die Schätzungen werden direkt von den Analysten eingesammelt und nicht abgeleitet oder neu berechnet. Der Konsens spiegelt die Methodologie wider, die auf dem Markt üblich ist, entweder GAAP oder angepasste Werte ohne außergewöhnliche oder nicht wiederkehrende Posten. 
  • Der Gewinn je Aktie (EPS) kann sich nach der jeweiligen Region und den Marktpraktiken unterscheiden. Die europäischen Märkte verwenden ein angepasstes EPS, die asiatischen Märkte melden das EPS basierend auf den lokalen Buchhaltungsnormen, während die USA und Kanada die vorherrschenden Marktkonventionen befolgen. 
  • Die Umsatzschätzungen verwenden je nach Branche und den Berichterstattungsnormen unterschiedliche Methodologien. Die meisten Unternehmen verwenden einen Nettoumsatz, Versicherungsunternehmen verwenden Bruttoprämien und wiederum andere Unternehmen unterscheiden zwischen GAAP und nicht GAAP Umsatzmessungen. 
  • Die Schätzungen für EBITDA, Cashflow aus betrieblichen Aktivitäten, Investitionen, Finanzierungen und der freie Cashflow werden üblicherweise nicht für Banken bereitgestellt, weil sie nur begrenzt vergleichbar und relativ unwichtig für ihre Aktivitäten sind. 
  • Der Reinertrag kann sich ebenfalls nach Region unterscheiden. Die USA und Kanada verwenden hierfür hauptsächlich gemeldete Werte, in Europa werden ebenfalls gemeldete Werte verwendet, mit der Ausnahme des Vereinigten Königreichs, wo angepasste Werte genutzt werden. In Asien werden des Weiteren auch angepasste Werte genutzt, mit der Ausnahme von Indien und Australien, welche angepasste Werte verwenden.
  • Die Schätzungen für den freien Cashflow spiegeln im Allgemeinen eine „im Verlauf des Zyklus“ Methodologie ohne Akquisitionen wider (falls anwendbar). Abhängig von den Analystennormen kann dieser Wert vor oder nach Steuern dargestellt werden. 
  • Die CAPEX-Schätzungen werden üblicherweise als positive Werte dargestellt und spiegeln meist den CAPEX insgesamt und nicht den Netto-CAPEX wider.
  • Die Schätzungen für Dividenden je Aktie (DPS) enthalten im Allgemeinen keine außergewöhnlichen Dividenden, um sich vergleichbar zu halten.