Liquidationsdaten: Auf was Sie achten sollten

Bei den Liquidationen handelt es sich um die automatische Schließung von Positionen mit Leverage. Auf den Kryptobörsen ist es möglich, Positionen für Perpetual-Futures mit einem Leverage zu eröffnen, dies steigert sowohl die potenziellen Gewinne und Verluste. Eine Liquidation wird ausgeführt, wenn Ihre verbliebene Marge unter die Erhaltungsmarge der Börse fällt.

INHALT:

Wie die Liquidationsdaten zu verstehen sind

Liquidation sind möglich, wenn ein Handelsgeschäft ein Leverage verwendet. Hierbei leiht die Börse dem Trader Geld, welcher er dann verwendet, um eine größere Handelsposition zu eröffnen. Die Börse definiert einen Liquidationspreis basierend auf dem geliehenen Geldbetrag. 

 

Zum Beispiel: Bei einem Leverage von 2x würde der Liquidationspreis ca. um 50 % von dem aktuellen Preis entfernt liegen (in die von dem Handelsgeschäft entgegengesetzte Richtung). Wenn Sie also eine Long-Position für Bitcoin zu $ 100.000 mit einem Leverage von 2x eröffnen, dann werden Sie einen Gewinn von 100 % erzielen, falls der Preis $ 150.000 erreicht (anstelle von 50 %). Sollte der Preis jedoch um ca. $ 50.000 fallen, dann würden Sie einen Margin Call erhalten und die Position könnte dann liquidiert werden.

 

Die Liquidationen werden von den Börsen verwendet, um die Positionen mit Leverage davor zu bewahren, unter die benötigten Margenniveaus zu sinken. Wenn sich der Preis in die entgegengesetzte Richtung entwickelt, dann steigert sich der Verlust des Handelsgeschäfts, und hierbei kann dann die Börse die Position schließen, um weitere Verluste zu verhindern. 

 

Im Orderbuch werden die Liquidation wie ein Handelsgeschäft eingetragen, da sie im Grunde genau das sind – es handelt sich hierbei einfach um eine Kauf- oder Verkaufstransaktion. 

 

Eine Long-Liquidation steht für die Schließung von Long-Positionen.

 

Eine Short-Liquidation steht für die Schließung von Short-Positionen.

 

Die Liquidationsdaten können sowohl von Day-Tradern wie für Portfolios als Hilfe für die Entscheidungsfindung genutzt werden: 

  • Support und Widerstand: Liquidationsgruppierungen bilden sich häufig in der Umgebung von wichtigen Preisniveaus, wo die Volatilität gesteigert wird. 
  • Volatilitätserwartungen: Steigende Liquidationen können als Signal dafür dienen, dass die kurzfristige Volatilität wahrscheinlich hoch bleiben wird.
  • Marktsentiment: Liquidationsungleichgewichte können uns zeigen, ob der Markt eher zu „bullish“ oder „bearish“ ist. Auf diese Weise können wir ein überfülltes Sentiment erkennen. 
  • Trendstärke: Falls sich der Preis nach vielen Liquidationen weiterhin bewegt, dann kann es sein, dass es sich um einen starken Trend handelt. Wenn sich die Bewegung jedoch schnell erschöpft, dann kann dies für eine Schwäche stehen. 
  • Potenzielle Umkehrungen: Große Liquidationsspitzen können in der Nähe von lokalen Hochs und Tiefs entstehen. Hierbei werden die Trader mit zu viel Leverage aus den Handelsgeschäften getrieben, bevor sich der Preis stabilisiert oder umkehrt. 
  • Risikomanagement: Die Liquidationsdaten können uns davor warnen, wenn sich der Markt überhitzen sollte. Auf diese Weise können wir einen späten Einstieg oder die Verwendung eines zu hohen Leverage vermeiden. 
  • Erkennung von Druckpunkten: Schwerwiegende Short-Liquidationen können als Signal für einen „Short-Squeeze“ stehen, während schwerwiegende Long-Liquidationen für einen „Long-Squeeze“ stehen können. In beiden Fällen wird die Preisbewegung von einem exzessiven Leverage und nicht einer „wahren“ Preisbewegung angetrieben. 

 

Wie Sie sich vor einem Margin Call schützen können

Hierbei sollten Sie das Folgende berücksichtigen: 

  • Verwenden Sie ein geringeres Leverage: Manche Börsen bieten ein Leverage von bis zu 125x an, was beinahe immer zu einer Degradierung des Portfolios führt. Selbst 10x ist bereits ziemlich hoch für ein Intraday-Trading.
  • Definieren Sie Ihre Strategie: Identifizieren Sie Ihr Risiko-/Gewinnverhältnis, die Haltezeit und Risikotoleranz. 
  • Stellen Sie ein passendes Stop Loss ein: Nachdem Sie dies getan haben, sollten Sie es auch nicht mehr verändern oder stornieren (in der Hoffnung auf höhere Gewinne). 
  • Traden Sie nicht gegen einen Trend: Umkehrungen können vorkommen, aber der Markt kann dann genauso rasch wieder in die Trendrichtung ausschlagen. 

 

Wo bei TradingView die Liquidationsdaten zu finden sind

Gehen Sie auf unseren Supercharts in das Indikatormenü → Fundamentaldaten → Derivate → Finanzierungssatz.

 

Die Liquidationsdaten werden für viele Börsen gesammelt und Sie können einstellen, wie diese Daten angezeigt werden sollen: 

  • Aggregiert: Dies zeigt die Liquidationen dieses Assets auf allen verfügbaren Börsen an. 
  • Nicht-aggregiert: Dies zeigt die Liquidationen dieses Assets auf nur einer Börse an.

 

Hinweis: Für den Spot-Markt werden nur aggregierte Daten angezeigt. Wenn Sie sich die nicht-aggregierten Daten ansehen möchten, dann wählen Sie einen Terminkontrakt aus. 

 

Sie können sich diese Daten außerdem auch in dem Krypto-Screener ansehen.

 

Die Kryptobörsen sind üblicherweise 24/7 für den Handel geöffnet, also stellen die 24-Stunden-Daten in dem Screener die letzten 24 Stunden dar (bis zur aktuellen Minute). Diese Daten werden automatisch aktualisiert. 

 

Mit den Fundamentalgraphen können Sie die fundamentalen und Börsendaten leichter miteinander vergleichen. Wählen Sie hierfür einfach das gewünschte Symbol und die verfügbaren Metriken aus.

 

 

Auf der Symbolseite einer Coin können Sie sich hierfür auch den Tab Derivate ansehen. Hier sind auch weitere interessante Daten über diese Coin zu finden.

Auf den Symbolseiten werden nur aggregierte Daten angezeigt.

Welche Börsen von dieser Metrik gedeckt werden

Die Liquidationsdaten sind für die Krypto-Perpetual-Futures auf den folgenden Börsen verfügbar:

  • Binance
  • Bybit
  • Deribit
  • HTX
  • OKX
  • BitMEX (nicht für aggregierte Daten verfügbar)

 

Hinweis: Die Werte können in der Basis- oder Notierungswährung angezeigt werden, abhängig von der Börse und dem Kryptoderivat. 

 

Im Fazit

Mit den Liquidationsdaten können Sie sich verdeutlichen, wie sich das Leverage auf das Marktverhalten auswirkt, von den Volatilitätsspitzen bis zu überfüllten Positionierungen und möglichen Umkehrungen. Wenn Sie diese Daten zusammen mit einem vernünftigen Risikomanagement verwenden, dann kann dies maßgeblich Ihre Handelsentscheidungen unterstützen und dafür sorgen, dass Sie die Märkte mit mehr Vorsicht navigieren. 

 

Auch lesenswert: