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Lkw-Fahrerstreik in Südkorea droht - Gefahr für globale Lieferketten

In dem für die globalen Lieferketten wichtigen Südkorea droht ein landesweiter Streik der Lkw-Gewerkschaften. Ab Mitternacht (Ortszeit) wollen die Fahrer ihre Arbeit niederlagen. Die Regierung kündigte deshalb am Mittwoch an, Militärtransporter für dringende Fahrten in Erwägung zu ziehen. Der landesweite Streik wäre bereits der zweite in weniger als sechs Monaten, der die Produktion und Kraftstoffversorgung in der zehntgrößten Volkswirtschaft der Welt unterbrechen könnte.

Die führende Gewerkschaft CTSU will mit der Aktion unter anderem eine Verlängerung der Mindestlohngarantien durchsetzen. Sie droht damit, die Öllieferungen an großen Raffinerien sowie den Transport in großen Häfen und Industrieanlagen zu stoppen. Die Regierung drohte streikenden Fahrern damit, ihnen die Lizenzen zu entziehen, sollte der Streik länger andauern. "Ich fordere die Gewerkschaft auf, den Streikplan jetzt zurückzuziehen", sagte Won Hee Ryong. Er sei offen für Gespräche mit der Gewerkschaft, um den Schaden zu minimieren.

Im Juni verzögerte ein achttägiger Streik der Lkw-Fahrer den Transport von Gütern für die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens, von Autos bis hin zu Halbleitern. Dadurch wurden Produktionsausfälle von geschätzt mehr als 1,2 Milliarden Dollar verursacht. Branchenriesen wie Hyundai Motor 005380 und der Stahlhersteller Posco 005490 waren aufgrund des Sommerstreiks im Juni gezwungen, ihre Produktion zu drosseln. Die erneute Aktion könnte die Reparaturarbeiten in einem großen Werk, das im Sommer von Überschwemmungen betroffen war, verzögern, so das Unternehmen.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums hatten sich rund 7000 Personen an dem Streik im Juni beteiligt. Die Gewerkschaft sprach sogar von mehr als 22.000 Teilnehmern. "Beim letzten Mal hatten wir einen minimalen Spielraum gelassen, aber jetzt sind wir angesichts der Frist in die Enge getrieben und werden so viele Transporte wie möglich blockieren", sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

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