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Avolon verklagt Lloyd's wegen in Russland gestrandeter Flugzeuge

Die wegen des Ukraine-Kriegs in Russland festsitzenden Leasing-Flugzeuge werden ein Fall für die Gerichte. Der weltweit zweitgrößte Flugzeugverleiher Avolon hat beim obersten Gericht in Irland Klage gegen die Europa-Tochter des Londoner Versicherungsmarkts Lloyd's (SOLYD.UL) eingereicht, wie aus den den am Donnerstag zugänglichen Gerichtsunterlagen hervorgeht. Es geht um zehn Avolon-Maschinen, die in Russland gestrandet sind, weil die EU-Sanktionen alle Leasingfirmen zwingen, ihre Verträge mit russischen Fluggesellschaften zu beenden. Diese haben die Flugzeuge - insgesamt rund 400 im Wert von elf Milliarden Dollar - aber nicht an die Eigentümer zurückgegeben.

Die Leasingfirmen fordern nun Schadenersatz von ihren Versicherern - doch diese wollen mit Verweis auf den Krieg nicht zahlen. Hannover-Rück (HNRGn-DE)-Finanzchef Clemens Jungsthöfel bekräftigte am Donnerstag, die Rechtsauffassung habe sich nicht geändert, dass für solche Fälle keine Deckung bestehe. Avolon hat im ersten Quartal 304 Millionen Dollar auf die zehn Flugzeuge abgeschrieben. Ein Sprecher wollte sich zum Umfang der Klage gegen Lloyd's nicht äußern: "Wir haben immer gesagt, dass wir unsere Ansprüche konsequent verfolgen werden. Die Klage einzureichen, ist nun der nächste Schritt in diesem Prozess."

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