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Handel mit Osteuropa wächst trotz Kriegs - Russland rutscht ab

Trotz des russischen Krieges gegen die Ukraine wächst der deutsche Außenhandel mit Osteuropa deutlich. Der gesamte Warenverkehr mit den 29 Ländern - Exporte und Importe zusammen - legte von Januar bis Mai um 12,6 Prozent auf 229 Milliarden Euro zu, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft hervorgeht. "In einem extrem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld zeigt sich der deutsche Außenhandel mit Mittel- und Osteuropa insgesamt noch robust", hieß es dazu.

Die Ausfuhren nach Polen - dem wichtigsten Absatzmarkt der Region - schnellten allein im Mai um 16,2 Prozent nach oben. Die Exporte nach Tschechien, dem zweitwichtigsten Kunden, nahmen sogar um 25,6 Prozent zu. "Unsere engen wirtschaftlichen Verbindungen mit Mittelosteuropa stützen damit weiterhin die Konjunktur in Deutschland", betonte der Ost-Ausschuss.

Deutliche Rückschläge zeigen sich dagegen im Handel mit den den Kriegsparteien Ukraine und Russland. Der bilaterale Warenaustausch mit der Ukraine ging im Mai um 12,3 Prozent zurück. Die deutschen Exporte sanken dabei um fast ein Fünftel. "Erfreulich ist hingegen, dass sich die deutschen Importe aus der Ukraine trotz der Auswirkungen des Krieges im Vergleich zum Mai 2021 stabilisiert haben", hieß es. "Das beweist, dass die ukrainische Wirtschaft zu großen Teilen weiter lieferfähig ist." Vor Ort produzierende deutsche Unternehmen engagierten sich, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die deutschen Lieferungen nach Russland brachen dagegen im Mai um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Russland rutschte damit binnen Jahresfrist als Absatzmarkt für deutsche Exporteure von Platz 14 auf Rang 25 ab, da nach dem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar zahlreiche westliche Sanktionen in Kraft traten. Die Importe aus Russland legten dennoch um 33 Prozent. "Dies ist mit den hohen Energiepreisen zu erklären, denn die Importmengen von Öl und Gas sind rückläufig", so der Ost-Ausschuss.

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