Österreichs Notenbankchef lobt Vorteile des Bargelds in höchsten Tönen

Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann sagt dem Euro-Bargeld auch in Zeiten der Digitalisierung eine große Zukunft voraus. Es handele sich um eine Erfolgsgeschichte, deren Ende auch nach 20 Jahren noch lange nicht absehbar sei, sagte das EZB-Ratsmitglied am Mittwoch in Wien. "Bargeld ist für unsere Gesellschaft nach wie vor unverzichtbar, da es immer noch das einzige vollständig inklusive Zahlungsmittel ist."

Bargeld sei "mit Sicherheit das gesellschafts- und wirtschaftspolitisch verbreitetste, am meisten verbindende und akzeptierte Zahlungsmittel". Die Menschen hätten ein sehr feines Gespür dafür und wollten aus diesen Gründen daher auch in Zukunft keinesfalls darauf verzichten.

Es sei vielen Bürgern nach wie vor wichtig, nicht bei allen Bezahlvorgängen gläsern zu sein: "In einer Zeit, in der wir unsere elektronisch-digitalen Fußabdrücke kaum noch kontrollieren können und in der wir die Hoheit über unsere eigenen Daten längst in fremde Hände gelegt haben, bleibt Bargeld eines der letzten Refugien persönlicher Anonymität", betonte Holzmann. Das sei zu respektieren und zu schützen.

Zudem sei gerade der Euro so fälschungssicher wie nie ein Bargeld zuvor. Ein Vorteil sei auch, dass es physisch aufzubewahren sei: "Damit ist es vor Hackerangriffen geschützt und steht uns in Energie-Blackouts auch dann noch zur Verfügung, wenn alle Bankomaten längst stillstehen." Trotz der zunehmenden Digitalisierung wird Bargeld auch nach Einschätzung der Bundesbank in absehbarer Zukunft wichtig bleiben.

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