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Platow Brief - ProSieben – Keine gute Werbung

ProSiebenSat.1 Media hat ehrgeizige Ziele. Als „innovativer Digitalkonzern“ will der Vorstand den Umsatz mittel- bis langfristig um 4 bis 5% pro Jahr steigern und bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) einen Wert von mind. 15% erreichen. Zudem zeigt sich der Medienkonzern sehr aktionärsfreundlich.

Bei einer angestrebten Steigerung des Ergebniswachstums sollen rund 50% des Nettogewinns ausgeschüttet werden. Bei den aktuellen Konsensschätzungen für den diesjährigen Gewinn je Aktie errechnen sich so ein KGV von 6 und eine Dividendenrendite von 8,0%.

Doch die Prognosen stehen auf wackeligen Füßen. Schon im Mai hatte Credit Suisse von „echten Risiken für die Gewinne“ gesprochen, weil der Konzern mit seinem Werbegeschäft extrem konjunktursensibel sei. Die Kollegen von Goldman Sachs haben nun nachgelegt und die Aktie wegen „immenser Ergebnisrisiken“ als klaren Verkauf eingestuft. Wichtig zu wissen ist dabei, dass schon das moderate Umsatzplus im Startquartal allein einem deutlichen Wachstum der Werbeerlöse zu verdanken war. Die Abhängigkeit von dieser Einnahmequelle ist also klar hinterlegt.

Unsere vor gut einem Jahr ausgesprochene Empfehlung (PB v. 4.6.21) wurde im Oktober mit gut 20% Verlust ausgestoppt. Seitdem hat die Aktie (8,08 Euro; DE000PSM7770) weitere 45% an Wert verloren. Trotz optisch günstiger Bewertung ist im aktuellen Umfeld ein Test des Corona-Crash-Tiefs bei 5,72 Euro nicht auszuschließen.

Wir warten bei ProSiebenSat.1 Media daher zunächst einmal ab.

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