10:21Nov 29, 2021Reuters

Dermatologie-Konzern Galderma kauft in den USA zu

Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

GALDERMA - Frankfurt: Der Schweizer Börsenkandidat will mit einem Zukauf sein US-Geschäft ankurbeln. Galderma übernimmt das kalifornische Hautpflege-Unternehmen Alastin zu einem nicht genannten Preis, wie der Schweizer Dermatologie-Konzern mitteilten. Die 2015 gegründete Alastin entwickelt über Ärzte vertriebene Produkte gegen Hautalterung und wuchs zwischen 2016 und 2020 um jährlich durchschnittlich 106 Prozent. Galderma-Eigner EQT () peilt Medienberichten zufolge ein IPO an, der das Unternehmen mit über 20 Milliarden Dollar bewerten könnte. "Wir haben Banken mit der Prüfung von Optionen, einschließlich eines Börsengangs, beauftragt, aber noch keine Entscheidung über den Zeitpunkt getroffen", sagte Galderma-Chef Flemming Ornskov zur Nachrichtenagentur Reuters. Insidern zufolge ist ein Börsengang an der Schweizer SIX geplant. Ornskov erklärt, eine endgültige Entscheidung zum möglichen Handelsplatz sei noch nicht gefallen.

RWE () - Essen: Der Energiekonzern will vor der Küste Südkoreas schwimmende Windenergieparks errichten. Der größte deutsche Stromerzeuger habe mit der Stadt Ulsan dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, erklärte RWE. Geplant seien Projekte mit einer installierten Leistung von bis zu 1,5 Gigawatt. "Südkoreas gute Windverhältnisse in räumlicher Nähe zu wichtigen Wirtschaftszentren eröffnen großartige Chancen für schwimmende Windkraftanlagen in großen Wassertiefen", sagte der Chef des Bereichs Wind Offshore bei RWE Renewables, Sven Utermöhlen.

GAZPROM () - Moskau: Der russische Gaskonzern hat von den hohen Gaspreisen profitiert und im dritten Quartal einen Rekordgewinn erzielt. Der Nettogewinn sprang von Juli bis September auf 581,8 Milliarden Rubel (6,9 Milliarden Euro) nach einem Verlust von 251 Milliarden im Vorjahresquartal, wie der vom russischen Staat kontrollierte Erdgasförderer mitteilte. Der Umsatz kletterte auf 2,4 Billionen Rubel von 1,4 Billionen.

VERBUND () - Wien: Österreichs größter Stromkonzern hat vom deutschen Agrar- und Baustoffhändler BayWa () ein Photovoltaik-Projekt in Südspanien übernommen. Zu Kaufpreis und Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart, wie Verbund mitteilte. Der Solarpark Illora liegt in Pinos Puente in der Nähe von Granada. Es handelt sich um drei PV-Anlagenabschnitte mit einer geplanten Gesamtleistung von 147,6 MWp. Illora wird rund 260 Gigawattstunden grünen Strom pro Jahr produzieren. Baubeginn des Parks war im Mai, die Inbetriebnahme ist im ersten Quartal 2022 geplant. Der Schritt passt zur Strategie von Verbund, bis 2030 rund 20 bis 25 Prozent der Gesamterzeugung aus Photovoltaik und Wind zu erreichen.

FAURECIA () - Paris: Der französische Autozulieferer kappt angesichts der geringeren Fahrzeugproduktion weltweit und höherer Kosten seine Prognose. Das Unternehmen, das zuletzt den deutschen Zulieferer Hella () übernommen hatte, rechnet nun 2021 mit einem Umsatz zwischen 15 und 15,5 Milliarden Euro und einer operativen Gewinnmarge von 5,5 Prozent. Bislang hatte Faurecia 15,5 Milliarden Euro Erlöse und eine Marge von 6 bis 6,2 Prozent vorhergesagt. Das Analysehaus IHS Markit hatte zuletzt seine Prognose für die weltweite Autoproduktion in der zweiten Jahreshälfte um eine Million auf 6,8 Millionen Fahrzeuge reduziert.

SCALABLE CAPITAL - Berlin: Der digitale Vermögensverwalter will sich für mehr Kunden öffnen. Geld könne ab Dienstag ab monatlich 20 Euro oder einmalig 1000 Euro angelegt werden, teilte das 2014 gegründete Unternehmen mit, das seit Sommer zu Deutschlands "Einhörnern" gehört. Bisher hatte die Mindestanlagesumme 10.000 Euro betragen. "Damit sprechen wir noch mehr Menschen an, für die klassische Finanzprodukte wegen hoher Einstiegsbeträge, hoher Kosten oder niedriger Zinsen nicht in Frage kamen", sagte Firmenchef Erik Podzuweit. Seit seiner Finanzierungsrunde im Sommer wird Scalable Capital mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Inzwischen verwaltet das Unternehmen mehr als sechs Milliarden Euro auf seiner Plattform.

NISSAN () - Tokio: Der japanische Automobilhersteller baut seine Produktion von Elektroautos und Hybriden aus. In den kommenden fünf Jahren investiere Nissan rund 17,6 Milliarden Dollar in die Elektromobilität, teilte das Unternehmen mit. Strengere Emissionsbeschränkungen in wichtigen Absatzmärkten wie China und den Vereinigten Staaten werden die Nachfrage nach Elektroautos und Hybriden ankurbeln. Japans drittgrößter Autobauer hat sich bislang nicht dazu verpflichtet, Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen vollständig abzuschaffen. Auf dem Klimagipfel in Glasgow in diesem Monat verpflichteten sich mehrere große Automobilhersteller - darunter Mercedes-Benz (), Volvo (), die chinesische BYD () und Jaguar Land Rover sowie die US-Autobauer Ford () und General Motors () - die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennermotoren bis 2040 einzustellen.