14:10Nov 27, 2021Reuters

Spahn - 2G-Regeln noch lange beibehalten

Es folgen aktuelle Entwicklungen rund um die Virus-Pandemie:

15.05 Uhr - Der scheidende Gesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt, die 2G-Regeln noch lange beizubehalten. "Ich finde es wichtig, wenn es noch viele Monaten nach der Welle bei 2G bliebe", sagt er mit Blick auf Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene. Falls die Gültigkeitsdauer der Corona-Impfzertifikate künftig in der EU von einem Jahr auf neun Monate verkürzt werde, sollte dies möglichst europaweit gelten.

14.55 Uhr - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil rechnet in der vierten Corona-Welle mit einer steigenden Zahl von Kurzarbeitern. "Aufgrund von Lieferkettenstörungen in der Industrie und Umsatzeinbrüchen aufgrund regionaler Lockdowns rechnen wir mit einer leichten Zunahme der Kurzarbeit in diesem Winter und Zusatzkosten von 400 Millionen Euro", sagt der SPD-Politiker, der sein Ministeramt in der künftigen Bundesregierung behalten soll. Dies sei eine sinnvolle staatliche Investition, um Massenarbeitslosigkeit zu verhindern.

14.45 Uhr - Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert an Bürger, nicht bereits zwei oder drei Monate nach der Zweitimpfung eine sogenannte Booster-Impfung zu verlangen. Solche Anfragen seien ein zunehmendes Problem in ohnehin stark belasteten Arztpraxen. Diesen Trend bestätigt Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands. Auffrischimpfungen sollten sechs Monate nach der Zweitimpfung erfolgen. Einige Bundesländer bieten sie bereits nach fünf Monaten an.

14.40 Uhr - Der Charite-Immunologe Leif Erik Sander zeigt sich optimistisch, dass die bisherigen Corona-Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante wirken. Zwar könne man dies noch nicht abschließend sagen, weil dies noch erforscht werden müsse, sagt er bei einer Veranstaltung des Bundesgesundheitsministeriums. Aber er sei optimistisch, dass man bei dieser Variante "nicht bei Null" anfangen müsse.

14.25 Uhr - Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt der Politik schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Dazu zähle die rasche Einführung einer Impfpflicht für Ärzte und Pflegekräfte und die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht. Zudem sollten Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich reduziert werden, auch für Geimpfte und Genesene. Diese müssten in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Wissenschaftler, darunter der Virologe Christian Drosten, empfehlen auch ein Vorziehen der Weihnachtsferien.

13.55 Uhr - Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen befürchtet, dass wegen beschränkter Krankenhauskapazitäten Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen. "Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig", sagt der Gesundheitspolitiker der "Welt am Sonntag".

13.45 Uhr - Südafrika beklagt, es werde mit den von mehreren Staaten verhängten Verbot von Einreisen aus dem Land für seine Aufklärungsarbeit bestraft. Die Maßnahmen, die Tourismus und andere Wirtschaftszweige des Landes treffen, seien ungerechtfertigt, erklärt das Außenministerium. Die neue, nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannte Variante des Coronavirus war erstmals in Südafrika festgestellt worden.

12.15 Uhr - Am Flughafen Schiphol sind 61 Rückreisende aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Fälle seien unter insgesamt rund 600 Passagieren entdeckt worden, die am Freitag mit zwei Flügen angekommen seien, teilen die niederländischen Behörden mit. Es werde nun geprüft, ob die Menschen sich mit der Omikron-Variante angesteckt haben. Die Rückkehrer aus Südafrika seien von anderen Passagieren getrennt worden. Positiv getestete Personen seien in einem Hotel in der Nähe des Flughafens in Isolation. Die beiden Maschinen landeten in Schiphol, bevor die niederländische Regierung alle Flüge aus dem südlichen Afrika unterbunden hat.

11.55 Uhr - Weltweit haben sich bislang mehr als 260,21 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 5,44 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde.

11.45 Uhr - Auch in Tschechien besteht der Verdacht, dass die Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten ist. Wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit mitteilt, ist eine Person betroffen, die sich in Namibia aufgehalten hat. Weitere Tests würden noch unternommen.

11.15 Uhr - Hessens Sozialminister Kai Klose ruft Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika auf, sich auf das Coronavirus testen zu lassen und ihre sozialen Kontakte einzuschränken. "Bitte schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen", schreibt Klose auf Twitter.

10.50 Uhr - Die Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der hessischen Landesregierung "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" schon in Deutschland angekommen. Das teilt der Staatsminister für Soziales und Integration, Kai Klose, per Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien gestern Nacht mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. "Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person würde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus."

09.50 Uhr - In Deutschland haben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten. Das entspreche 8,6 Millionen Dosen, teilt der amtierende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) per Twitter mit. Allein in den vergangenen fünf Tagen habe es 2,7 Millionen Booster-Impfungen gegeben. Zudem hätten sich rund 450.000 Menschen in dieser Woche doch noch zur ersten Impfung entschlossen. "Tendenz erfreulich steigend!"

09.30 Uhr - In Tschechien verzeichnen die Gesundheitsbehörden 20.315 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der erste Rückgang im Wochenvergleich seit zwei Monaten. Vor einer Woche wurden in dem Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern noch 22.957 Neuinfektionen registriert. Das Land weist eine der höchsten Infektionsraten weltweit auf. Seit Freitag sind auf Anweisung der Regierung Bars und Clubs geschlossen, Weihnachtsmärkte sind verboten. In den Krankenhäusern hat sich die Zahl der wegen Covid-19 behandelten Menschen verdoppelt. Viele Hospitäler haben bereits nicht zwingend notwendige Behandlungen abgesagt.

08.30 Uhr - Die Polizei verzeichnet einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge einen deutlichen Anstieg beim Handel mit gefälschten Impfnachweisen. Allein in elf Landeskriminalämtern seien seit Jahresbeginn zusammen mehr als 2500 Fälle bekanntgeworden, die meisten in den vergangenen Wochen. Hinzu kommen laut Bericht mehrere hundert Fälle aus Baden-Württemberg und Niedersachsen, die von Ermittlungsverfahren im dreistelligen Bereich sprechen, und dem Saarland, das von zweistelligen Fallzahlen berichtete. Nordrhein-Westfalen und Hessen hätten auf Anfrage keine Fallzahlen nennen können. Fast alle Landeskriminalämter hätten mitgeteilt, dass in den vergangenen Wochen der Handel mit gefälschten Impfzertifikaten vor allem im Internet spürbar zugenommen habe – einhergehend mit den 2G-Regeln vielerorts, die Zugang zu öffentlichen Orten nur noch für Geimpfte und Genesene ermöglichen. Besonders viele Fälle habe Bayern gemeldet. Dort seien seit Jahresbeginn 1286 Vorkommnisse bekanntgeworden – etwa die Hälfte davon allein im November.

07.55 Uhr - In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 54.175 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden damit seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 48,26 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 625 auf 781.608. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf.

07.20 Uhr - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus dringt in der "Welt am Sonntag" auf weitere rasche Maßnahmen, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren." Notfalls müsse es auch einen Teil-Lockdown geben, sagt der CDU-Politiker. "Die Lage ist blitzgefährlich, die Lage ist akut. Wir müssen sofort handeln. Die Bundestagsfraktion der Union ist jedenfalls bereit, für zusätzliche Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden zu einer Sondersitzung des Bundestages nach Berlin zu kommen."

05.45 Uhr - Die deutsche Exportwirtschaft warnt vor Reisebeschränkungen für Geimpfte angesichts ausfallender Flüge wegen der neuen Corona-Variante Omikron. "Mit Sorge blicken wir auf die sich wieder verschärfende Corona-Situation. Eine Wiedereinführung der Reisebeschränkungen wäre für den Groß- und Außenhandel eine Katastrophe", sagt der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Reisen zu Kunden und Lieferanten seien unerlässlich. Gerade in Zeiten, in denen es immer noch zu massiven Lieferengpässen komme, sei die Präsenz vor Ort entscheidend. "Die Empfehlung der Europäischen Kommission, keine neuen Reisebeschränkungen für Geimpfte, Genesene und kürzlich Getestet einzuführen, unterstützen wir zu 100 Prozent."

04.45 Uhr - In den USA sind bisher keine Fälle der in Südafrika entdeckten neuen Coronavirus-Variante festgestellt worden. Das teilt das US-Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) mit. "Wir erwarten, dass Omikron schnell identifiziert wird, wenn es in den USA auftaucht."

04.15 Uhr - Australien verhängt wegen der neuen Virus-Mutante eine 14-tägige Quarantäne für Bürger und deren Angehörige, wenn diese zuvor in einem von neun festgelegten Ländern im Süden Afrikas waren. Wie Gesundheitsminister Greg Hunt mitteilt, dürfen alle Reisende, die nicht die australische Staatsbürgerschaft besitzen und sich in den vergangenen 14 Tagen in afrikanischen Ländern aufgehalten haben, in denen die Omikron-Variante entdeckt und verbreitet wurde, nicht nach Australien einreisen.

03.45 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 67.125 neue Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Das sind 3201 Fälle mehr als am Samstag vor einer Woche, als 63.924 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 444,3 von 438,2 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 303 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus, insgesamt sind es damit 100.779. Bislang fielen in Deutschland mehr als 5,71 Millionen Corona-Tests positiv aus.

01.45 Uhr - Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine strikte Reduzierung der Kontakte, um die Infektionskurve wieder zu senken. "Wir sollten deswegen die Weihnachtsmärkte bundesweit schließen. Es bringt nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren, wo sie noch geöffnet sind", sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Länder und Kommunen sollten zudem zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei flächendeckend verbieten. "Das verhindert nicht nur Ansteckungen, sondern entlastet auch die Notfallambulanzen." Wenn man die Inzidenzen nicht in den Griff bekomme, müssten die Länder auch wieder flächendeckend Betriebe schließen oder Ausgangssperren verhängen können.

01.00 Uhr - Die niederländischen Gesundheitsbehörden teilen mit, dass Dutzende von Menschen, die am Freitagabend mit zwei Flügen aus Südafrika in Amsterdam ankamen, wahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert sind. Nun werden alle Passagiere getestet, um herauszufinden, ob sie sich möglicherweise schon mit der kürzlich entdeckten Omikron-Variante angesteckt haben. Rund 600 Fluggäste kamen mit zwei KLM-Flügen auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol an. Die niederländische Regierung hatte am Freitagmorgen alle Flugreisen aus dem südlichen Afrika verboten. Wer bereits auf dem Weg war, wurde bei Ankunft getestet und musste danach in Quarantäne.

00.25 Uhr - Wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron wird auch Brasilien die Einreise aus sechs afrikanischen Ländern verbieten. Wie die Regierung mitteilt, dürfen Reisende aus Südafrika, Swasiland, Lesotho, Namibia, Simbabwe und Botswana nicht mehr nach Brasilien einreisen.

00.10 Uhr - Wegen des Mangels an Schnelltests hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Wirksamkeit der sogenannten 3G-Regel infrage gestellt. "Es ist eine gravierende Fehleinschätzung, dass für die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr das tägliche Testen für die Ungeimpften so einfach ist", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In Sachsen habe man deswegen schon früh große Teile des öffentlichen Lebens wieder heruntergefahren und auf die 2G-Regel gesetzt. "Wir kommen mit den Kapazitäten der Schnelltests schon an die Grenzen, und die Preise steigen rapide."