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Viel Bewegung und doch wenig Neues bei der Uniper-Aktie

Das Bildnis der Achterbahnfahrt ist gerade an der Börse derart abgedroschen, dass es eigentlich überhaupt nicht mehr benutzt werden sollte. Doch es gibt Fälle, da passt diese Metapher einfach zu gut und das jüngste Beispiel dafür ist die Aktie von Uniper.

Jene zeigt in diesen Tagen enorme Bewegungen, und manches Mal geht es auch in die aus Anlegersicht richtige Richtung. In den letzten fünf Tagen konnte Uniper (DE000UNSE018) an der Börse mal eben um knappe 58 Prozent zulegen, obschon noch immer massive Verluste eingefahren werden. Einige Beobachter führen die gute Laune auf die Verstaatlichung von Gazprom Germania zurück.

Wahrscheinlicher ist aber, dass bei der Uniper-Aktie derzeit schlicht hemmungslos spekuliert wird. Nachdem die Kurse auf Jahressicht um rund 90 Prozent in die Tiefe gekracht sind, sieht mancher Glücksritter hier eine Chance auf schnelle Gewinne. Wie sich kürzlich zeigte, sind die mit dem richtigen Timing auch durchaus machbar. Am allgemeinen Abwärtstrend hat sich aber nichts geändert und auf kurzfristige Erfolge zu setzen, bleibt wenig empfehlenswert.

Denn schon kleine Anzeichen über schlechte Neuigkeiten können die Uniper-Aktie ebenso schnell wieder in die andere Richtung schicken. Die Risiken sind da derart massiv, dass Investments ganz und gar einem Glücksspiel gleichen. Spekulanten mit zu viel Geld auf der hohen Kante haben daran freilich ihre helle Freude. Wer aber auf der Suche nach serösen bzw. nachhaltigen Investments ist, wird bei Uniper weiterhin nicht fündig.

Die fetten Jahre für Uniper sind vorbei

Einzig die Verstaatlichung rettet Uniper derzeit vor dem sicheren Untergang. Dadurch ist ein Comeback zwar nicht unmöglich. Es dürfte aber viele Jahre in Anspruch nehmen, denn auf Russland als Lieferanten von billigem Gas kann sich Uniper auch in Zukunft nicht mehr verlassen. Das Unternehmen muss sich daher vollkommen neu erfinden. Das ist nicht mal eben von heute auf morgen getan. Die Flaute dürfte Jahre anhalten – im günstigsten Fall.

16.11.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Der original Artikel wurde auf NTG24 veröffentlicht