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Corona haben die Anleger von Valneva längst abgeschrieben, doch an anderer Stelle gibt es Fortschritte

Valneva musste in diesem Jahr einige schwere Niederlagen wegstecken. Der eigene Corona-Impfstoff kam zu spät und traf auf eine kaum vorhandene Nachfrage, sodass die Produktion letztlich schon eingestellt wurde, bevor überhaupt die erste Nadel nach der Zulassung angesetzt wurde. Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder, der seit Jahresbeginn um satte 70 Prozent nachgegeben hat.

Corona spielt für die Valneva-Aktie weiterhin keine Rolle, und so haben sich nicht wenige Anleger dauerhaft von dem Titel abgewendet. Allerdings besteht das französische Unternehmen nicht nur aus Corona-Impfstoffen. In der Pipeline befindet sich auch ein Kandidat für einen Chikungunya-Impfstoff und eben hier gab es jüngst positive Neuigkeiten zu verkünden. Das ist für die Anleger ein längst überfälliger Hoffnungsschimmer.

Berichtet wurde, dass bei laufenden Studien eine gute Langzeitwirkung nach nur einer Verabreichung des Impfstoffs festgestellt werden konnte. 12 Monate nach der ersten Impfung haben dem Vernehmen nach 99 Prozent der Teilnehmer noch Antikörper im Blut gehabt, und das oberhalb einer entscheidenden Schwelle. Anders ausgedrückt konnte Valneva (FR0004056851) auch nach längerer Zeit eine anhaltende Wirkung gegen Chikungunya-Viren feststellen. Die Daten sollen nun einen bereits laufenden Zulassungsantrag bei der US-amerikanischen Behörde FDA unterstützen und sie machen es zumindest wahrscheinlicher, dass jene ein positiver Urteil fällen wird.

Über Nacht wird der Impfstoff deshalb wohl kaum seinen Weg an die Märkte finden und die Zielgruppe für das Ganze ist auch deutlich geringer, als es im Falle von Corona noch vor rund einem Jahr der Fall war. Dennoch zeigt Valneva, dass das Unternehmen durchaus noch Erfolge erzielen kann. Die Anleger bedankten sich dafür gestern artig mit grünen Vorzeichen, welche es hier selten genug zu beobachten gibt.

Ein guter Anfang

Um immerhin 2,32 Prozent konnte Valneva sich zu Wochenbeginn verbessern und damit die Linie von 7 Euro wieder hinter sich lassen. Im frühen Handel ging es zeitweise sogar bis auf 7,36 Euro aufwärts, wodurch für einen Moment Zugewinne von über acht Prozent auf dem Ticker standen. Letztlich mussten aber große Teile dieser Zugewinne aus der Hand gegeben werden. Angesichts der vielen Enttäuschungen in den letzten Monaten ist es auch nicht allzu überraschend, dass es hier recht schnell zu Gewinnmitnahmen kommt.

Bei Handelsschluss standen immerhin noch 7,05 Euro auf dem Ticker, was dem höchsten Schlusskurs seit drei Wochen entspricht. Das können die Bullen als einen kleinen Erfolg verbuchen, wenngleich es noch lange nicht der große Ausbruch aus dem Kurskeller ist. Zumindest ist es aber ein guter Anfang bei dem Versuch, die Tendenz an den Märkten wieder in die richtige Richtung zu schieben.

Valneva könnte wieder interessant werden

Die Niederlagen rund um das Thema Corona-Impfstoff werden Valneva noch eine ganze Weile nachhängen. Dennoch ist die Aktie des Unternehmens nicht gänzlich uninteressant. Denn die großen Schlappen aus dem laufenden Jahr dürfen mittlerweile als vollständig eingepreist gelten und es ist kaum vorstellbar, wie es von hier aus noch zu weiteren großen Enttäuschungen kommen sollte. Daraus ergibt sich vielleicht eine Gelegenheit, zu günstigen Kursen einzusteigen und sich so Chancen im Falle einer Zulassung für andere Impfstoffe zu sichern.

Ob Valneva bei Chikungunya und anderen Erregern nun erfolgreicher sein wird, das lässt sich freilich nicht mit Sicherheit vorhersagen und so bleibt stets ein nicht geringes Risiko für Anleger bestehen. Die jüngsten Studiendaten lassen aber das Beste hoffen und die Konkurrenz ist bei dem Impfstoff weitaus weniger ausgeprägt als noch bei Corona. Ohne die eigenen Erwartungen allzu sehr in die Höhe schießen zu lassen, können Anleger da durchaus wieder einen Blick riskieren. Investments sollten aber mit einem eher eng gesetzten Stopp abgesichert werden.

06.12.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Der original Artikel wurde auf NTG24 veröffentlicht