Die Inflation geht schneller zurück als sie gekommen istWirklich?
Kaum zu glauben, oder?
Naja.....bis JETZT zumindest.
Es ist nicht ganz einfach der aktuellen Entwicklung überhaupt irgend etwas positives abzugewinnen.
Denn erstens baute sich die Inflation 1,5 Jahre lang auf bis sie endlich ein Peak markierte und es wird daher entsprechend dauern, bis sie sich wieder auf Normalmaß einpendelt.
Zweitens bedeutet eine rückläufige Zielinflation auf 2% (so sie denn erreicht wird) ja nicht, dass Produkte wieder billiger werden, sondern lediglich, dass die Preise nicht weiter steigen.
Aber dennoch: ein Lichtbllick. All denen, die von der sticky-inflation reden, kann man entgegensetzen, dass die Inflation doch gar nicht so sticky ist. Sie verschwindet nur eben nicht über Nacht.
Arbeitshypthese zu den Charts: Wir haben das Peak-Level erreicht und es geht weiter runter mit der Inflation.
Zu sehen sind oben Verbraucherpreise und unten die Produzentenpreise jeweils für die USA, DE und EU.
Der Anstieg der Inflation ist am Peak jeweils nach rechts gespiegelt und als abfallende rote Benchmark eingezeichnet, sodass man direkt sehen kann ob der Rücklauf der Inflation schneller oder langsamer als der Anstieg ist.
Aktuell sind fast alle Inflationsdaten unter dem roten Pfad der Benchmark. Wie gesagt: ein kleiner Lichtblick.
Ökonomie
Den Arbeitsmarktdaten auf den Zahn gefühltDie Arbeitsmarktdaten sind die Mutter aller Makrodaten.
Sie gehören zu den relevantesten Makrodaten und bekommen vom Markt viel Aufmerksamkeit.
Inbesondere vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession werden die Arbeitsmarktdaten noch mehr in den Fokus geraten, da sie der entscheidende Dominostein sind, der den Kipppunkt besiegelt.
Es geht hier ausschließlich um den US-Markt und dessen amtliche Statistiken.
Das ist ein Versuch mit einfachsten Mitteln ganz objektiv einen Paradigmenwechsel in den Arbeitsmarktdaten zu zeigen.
Feinheiten und Details wie sich z.B. die Erhebung der Daten geändert hat, lass ich hier bewußt weg. Geht hier nicht um das WIE, sondern nur um das OB.
Dafür gibts Google und viele informative Seiten.
Mein Trigger war: Kürzlich erreichte mich eine Frage wie ich zu den Arbeitsmarktdaten stehe. Ich habe eine tendenziöse Antwort gegeben, aber mich um eine klare Aussage gedrückt.
Zwischen den Zeilen habe ich beim Fragesteller eine gewisse Skepsis rausgehört. Auch wenn ich für diese Skepsis Verständnis habe, bin ich ein Freund von Zahlen und Fakten und wollte nicht mich in Vermutungen und Spekulationen verlieren. Jeder hat irgendwann einmal einen Artikel über manipulierte Statistiken oder "gemanagte" Zahlen gelesen. Irgendwann irgendwo irgendwie mal halbgares Zeug gelesen.
Weil genau dieses vage Gefühl nicht die Grundlage meiner Antwort und schon gar nicht die Grundlage einer Sachdiskussion sein sollte, hab ich selbst geguckt was Tradingview hier für Daten zum Thema anbietet.
Und siehe da: Alles da. Zumindest was für mich relevant ist.
Das gute daran: Die Statistiken selbst liefern die Antworten, ohne das man Zweit- oder Drittquellen anzapfen muss, ohne dass man sie individuell interpretieren muss und damit nicht der Gefahr der Falschinterpretation oder der Versuchung der Überinterpretation erliegt.
Der Beitrag kommt ohne story-telling, denn ich hoffe die Charts inkl. Kommentare in den Charts sind schon soweit selbsterklärend.
Falls dem nicht so ist und ihr Fragen zur Darstellung habt, dann lasst einfach Kommentar da.
Makroindikatoren im historischen Vergleich ....sollte eigentlich in die private Chart-Sammlung.
Aber warum nicht auch öffentlich.
Daher keine Story, keine Beschreibung, einfach nur ein paar Vergleiche.
Wer was damit anfangen kann.....
(Ergänzung: grad bemerkt, dass in Bild3 unten links das blaue Rechteck, das die Rezession markieren soll, verrutscht ist. Egal, bleibt jetzt so.....)
Aktuelle Marktlage - Hintergründe Seit den 80ern nehmen die USA Kredite für Militär, Steuersenkungen, Importe und die Rettung der Märkte nach Crashs (senkrechte graue Linien) auf (Chart 2). Insbesondere Letzteres führte zu einer Reihe von Zinssenkungen (Chart 3) und einem Anstieg von Staatsverschuldung und Geldmenge im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (GDP) (Chart 1). Es ist anzunehmen, dass dieser Anstieg den derzeitigen Boom des US-Aktienmartktes mindestens begünstigte. Der US-Aktienmarkt erscheint im Verhältnis zum GDP auch deutlich überbewertet (Chart 1).
Mit dem Anstieg der Geldmenge zuletzt stieg auch die Inflation (d.h. aus fundamentalen Gründen). Notwendige Zinserhöhungen stellen u.a. aufgrund der enormen Schuldenlast und der hohen aktuellen Bewertung der Märkte ein echtes Risiko dar. Die FED steckt allem Anschein nach in einem Dilemma.
Für mehr Ausführungen s. offizieller Tradingview-Livestream vom 18.05.22.
de.tradingview.com
Dies ist keine Anlageempfehlung.
Peak Inflation und PivotDie Inflation Rate in den USA liegt bei 6,5%.
Die FED-Offiziellen stimmen uns ein auf eine Zielmarke der Zinsen bei ca. 5%
und darauf, dass sie dieses Niveau eine Weile halten wollen.
Einen Pivot interpretiere ich ab dem Zeitpunkt, zu dem keine Zinsanhebungen mehr stattfinden.
Die Daten zeigen, dass die Aktienmärkte nicht immer ein Low zum Zeitpunkt eines PIVOTs bilden.
Am Kliffrand... | Europäisches Sentiment - ein VergleichDie Europäische Union (EU) ist mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt von 16.518 Mrd. US-Dollar (2016, Internationaler Währungsfonds) die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und repräsentiert 22,8 % der globalen Wirtschaftsleistung.
Grund genug sich das Wohlbefinden bzw. das Sentiment der Bürger mittels der Konsumentenerwartung in diesem Wirtschaftsraums anzusehen, natürlich auch im Vergleich mit weiteren Sentimentmessungen.
Grundlage soll hier im ersten Teil zunächst der EU-Indikator zur Verbrauchereinschätzung über die Wirtschaftsentwicklung im Europa-Raum als Grad des Optimismus sein. Zur besseren zeitlichen Einordnung habe ich einige zeitliche Schlaglichter in Form von Callouts angefügt. Dadurch entsteht ein gewisser Erinnerungsmaßstab für den Betrachter. Als EW-Anwender bin ich gegenüber der Auswertbarkeit von Nachrichten skeptisch, aber jene dürften halbwegs groß genug für einen Einfluss sein. Wie auch immer ermöglicht es ein Gefühl für den Zeitraum in dem wir uns bewegen.
Ab dem Datenpunkt Dez. 1996 steht auch ein weiterer Wert zur Verfügung, die europäische Inflationsrate. Beachtenswert: nicht jeder größere Anstieg führt sofort zu einer Senkung des Optimismus. Teilweise läuft dieser auch längere Zeit parallel nach oben.
Jedenfalls ist festzustellen, dass der EU-Raum von 2002 bis 2021 rund 20 Jahre eine stetig sinkende Inflation verzeichnete. Der Optimismus machte sehr wechselhafte Zeiten durch, bewegte sich jedoch seit dem Tiefpunkt 2009 insgesamt nach oben. Entsprechend erreichte - trotz Corona - im Februar 2022 der wirtschaftliche Optimismus seinen absoluten Höhepunkt. Man könnte meinen - aus Putins Sicht - der beste Zeitpunkt um das Projekt Europa zu treffen.
Im Moment scheint der Optimismus den seit 2015 gebildeten inneren aufstrebenden Trendkanal auf der Unterseite zu verlassen (rote Strichlinie). Die bislang vom Hochgefühl zurückgelegte Fallhöhe entspricht derzeit fast jener aus der Weltwirtschaftskrise 2007-2008. Der Krieg gegen die Ukraine läuft inzwischen weiter und auch der Dax stieg monatelang scheinbar unbeeindruckt weiter... (aus meiner Sicht sind es aber eben gerade oft die Korrekturwellen, welche die heftigsten Anstiege zeigen - und dann auch beeindruckend zusammenbrechen).
(Hinweis: leider war es mir nicht möglich, die Informationen auf dem Ipad oder Handy in guter Qualität von der TV-App abspielbereit darstellen zu lassen. Dort drängen sich leider die Callouts und Infos. Ich empfehle bei mobilen Geräten einen Browser zu verwenden und nur in den Screenshot zu zoomen, Sorry im Voraus). Gut wird es hoffentlich auf euren gut aufgelösten PC-Bildschirmen dargestellt.
Stagflation vorausGetrieben durch die (zwar rücklaufende) Inflation, aber unter dem enormen Druck der Südostasiatischen Länder, China und Indien, die mit ihrer Produktschwemme die Preise im Westen zwangsläufig noch viel stärker drücken werden, steht m.E. der westlichen Weltwirtschaft ein stagflatorisches Szenario an.
Vergleichbar zur Situation damals in Japan. Waren es in Japan die hochgetunten Japans AG die den Nikkei in unermessliche Höhen trieben, die schmerjzhaft rückabgewickelt werden mussten, steht in der westlichen Welt bevor, die Schuldenwirtschaft zu beenden. Das wird schmerzhaft sein und der Fall Griechenland lässt etwa erahnen, wie eng die Gürtel geschnallt werden müssen.
Die Darstellung oben vergleicht den Nikkei225 aktuell mit dem breit gefassten Willshire5000 Index, der ein Aktien-Querschnitt durch die US Unternehmungen abbildet.
Warum die Geldmenge eher ein kleines Problem istHeute mal etwas zur Geldmenge.
Mein Eindruck ist, dass die Meinungen zu diesem Thema weit auseinander gehen und das Thema meist sehr kontrovers und sehr lebhaft diskutiert wird.
Das gilt für meine eigenen Analysen zum Thema Inflation, ebenso für Analysen der Community zum Thema Inflation. Schnell ist dann die Geldmenge das Hauptthema und oft prallen dann Welten aufeinander.
Grund genug zum Thema mal einen separaten Artikel zu verfassen.
Ich möchte hier so objektiv wie möglich bleiben und berufe mich dabei auf Daten. Ohne ideologische Voreingenommenheit. So gut es eben geht.
Arbeitshypothese: Die Geldmenge ist ein viel kleineres Problem als viele glauben.
Gegenstand der Analyse ist der US-Markt. Alle Daten sind also US-Daten.
Chart1 (oben links)
-Geldmenge absolut
-Geldmengenwachstum M2 YoY
-Inflation YoY
In den allermeisten journalistischen Artikeln, Chartbildern und sonstigen Analysen wird die einfache unbereinigte Geldmenge M2 verwendet.
Das ist absolut legitim, bringt aber einige unerwünschte Nebeneffekte mit sich.
M2 wächst in den Jahren 2001, 2008 und 2012 in der Spitze mit 10%.
Die Inflation bleibt dennoch überschaubar und generiert jahrelang bzw. jahrzehntelang keine nennenswertes Inflationsproblem.
Einmalig ist der Spike im Zuge der Pandemie mit einem Geldmengenwachstum von +24%.
Chart1 dient hier dem Vergleich zu Chart2.
Chart2 (oben rechts)
-Geldmenge absolut
-Geldmengenwachstum Real M2 YoY
-Inflation YoY
Nach der alten Lehre darf bzw. muss die Geldmenge mit der Menge der Waren, Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft mitwachsen.
Es macht also Sinn die Geldmenge als Ratio zum GDP zu nehmen. Dieses Ratio macht am meisten Sinn, weil sich das Geldmengenwachstum an der Größe orientiert, die den Gegenwert dieser Geldmenge repräsentieren soll.
Entsprechend ist Real M2 definiert.
Die Werte für M2 = 21,4 Billionen Dollar und Real M2 = 7,1 Billionen Dollar. Ziemlich genau ein Drittel.
In Chart 1 und 2 sind die Größenverhältnisse von M2 und Real M2 korrekt wiedergegeben.
Da Real M2 das Ratio aus M2/GDP ist, fällt das Geldmengenwachstum entsprechend niedriger aus.
Man kann gut erkennen, dass es hier mehrere und längere Phasen mit sehr niedrigem Geldmengenwachstum nahe Null gibt.
Eine Ausnahme bildet auch hier die Pandemie mit sagenhaften +22% in der Spitze.
Einmalig ebenso, dass die Geldmenge Real M2 jetzt sogar sinkt mit -5%, während M2 sich in Chart1 lediglich der Null nähert.
Die stetigen hohen Wachstumsraten in Chart1 sorgen zwangsläufig dafür, dass sich M2 überproportional entwickelt, weil es das organische Wachstum der Wirtschaft nicht berücktigt.
Chart3 (unten links)
-Umlaufgeschwindigkeit M2, Änderungsrate der Umlaufgeschwindigkeit M2
Warum ist die Umlaufgeschwindigkeit überhaupt wichtig?
Die Umlaufgeschwindigkeit gibt an wie schnell die Geldmenge in der Wirtschaft zirkuliert.
Inflation kann nur entstehen, wenn Geld ausgegeben wird. Wenn also das Geld zirkuliert.
Wenn es auf Konten verbleibt, im Sparstrumpf oder unterm Kopfkissen, dann kann die Geldmenge beliebig wachsen ohne die Inflation anzuheizen.
Diesen Effekt sehen wir seit es Geldmengenwachstum gibt.
Die Zeit der Sparsocke ist natürlich vorbei.
Im Moment der Geldmengenerhöhung landet es erst einmal auf Konten und zirkuliert nicht am Tag1 danach in der Wirtschaft.
Das Geldmengenwachstum wird größtenteils kompensiert durch die niedrigere Umlaufgeschwindigkeit und ist daher nicht umittelbar inflationswirksam.
Besonders gut sieht man das am Geldmengenwachstum M2 in der Pandemie. Die Umlaufgeschwindigkeit sinkt in gleichem Maße wie M2 steigt.
Die Erklärung: das Geld landet erst einmal auf Konten und wird erst nach und nach, aber nie komplett ausgeben. (gilt für die Volkswirtschaft, für den Einzelnen kann das natürlich zutreffen)
Das Geldmengenwachstum M2 von 24% in Chart1 für also nicht zu 24% Inflation, sondern tröpfelt langsam in den Wirtschaft.
Chart4 (unten rechts)
-relativer Vergleich von M2, Real2, GDP un Lohnwachstum.
Während M2 völlig enteilt ist und nach Hyperinflation schreit, bleibt Real M2 nahe am GDP-Wachstum und notiert nur undramatisch darüber.
Natürlich kann man die Zeitachse verschieben und der Abstand der Graphen verändert sich entsprechend.
Der Abstand Real M2 und GDP ist im Rahmen und Real M2 näher sich dem GDP an.
Die Zeiten expansiver und restriktiver Geldpolitik wechseln sich ab und die Geldmenge kann sehr agil gemanagt werden, was aktuell auch passiert.
Fazit: Ich will hier nicht den Eindruck erwecken als sei das Geldmengenwachstum überhaupt kein Problem.
Das M2-Wachstum ist in der Pandemie so stark angestiegen wie noch nie und über jedes gesunde Maß hinaus.
Das ist aber ein Problem, dass erst durch die Pandemie entstanden ist.
Und dieses Problem wird gerade wieder eingefangen, denn Real M2 sinkt derzeit stark.
Es gibt kein strukturelles Problem mit dem Geldmengenwachstum. Das geben die Daten nicht her.
Trotz stetigem Geldmengenwachstum haben wir vor der Pandemie über 20 Jahren keine problematische Inflation.
Viele Jahre lang lag die Inflation sogar unter dem Zielwert von 2% trotz des permanenten Geldmengenwachstum.
Ich dreh den Spieß mal um: Angenommen wir hätten ein strukturelles Geldmengenproblem.
Über 20 Jahre Geldmengenwachstum und dann braucht es eine Pandemie, um einmal kräftig zuzuschlagen?
Ich denke da vor allem an die Crashpropheten, die sich seit Ewigkeiten am Geldmengenwahnsinn abarbeiten.
Disclaimer: Asset-Inflation zählt nicht dazu. Das heißt bei mir Rendite. Wir sind hier in einem Chartforum. Jeder hier in der Community hat wohl irgendwie seine Geldvermehrung im Sinn ;-)
Rezession: Soft-Landing, Hard-Landing oder No-Landing?Nach dem wie erwartet ausgefallenen Zinsschritt gestern am Mittwoch hat FED Chairman Powell in seiner anschließenden Rede unmissverständlich klar gemacht, dass es keinen "schmerzfreien" Weg gibt die aktuelle Inflation zu bekämpfen.
Die Inflationsbekämpfung werde ein langer Weg und gehe nur mit einer Abschwächung am Arbeitsmarkt.
Frei übersetzt kann man auch sagen, dass die FED eine Rezession billigend in Kauf nimmt und sie vielleicht sogar nötig ist, damit sich der Arbeitsmarkt signifikant abschwächt.
Aktuell sind diverse Indikatoren bereits auf Rezessions-Level, aber die entscheidenden Eckdaten sind auf absolutem Boom-Level und damit viel zu stark:
Das Lohnwachstum liegt über 6% und die Arbeitslosenquote ist weiter bei niedrigen 3,7%.
Was auch auffällt: Während die Head-Inflation aufgrund von Basiseffekten fällt (von 9% auf jetzt 7,1%), bleibt die Kerninflation hoch und nahezu unverändert, ebenso wie das Lohnwachstum.
Die Arbeitsmarktdaten sind nachlaufende Konjunkturindikatoren. Die Daten sind daher nicht widersprüchlich, sondern als Indikatoren mit Lag zu verstehen.
Guckt man sich die Historie an, kann es keine signifikante Abschwächung am Arbeitsmarkt ohne Rezession geben.
Das gabs zumindest so noch nicht. Vielleicht kommt dieses Mal alles anders, aber ich glaubs erst, wenn ichs sehe :-)
Und vor allem ein Powell wird schon wissen, was er meint, wenn er von "Schmerzen" redet.
Also wird die Rezession wohl als Hard-Landing oder Soft-Landing kommen. Meine Lesart ist, dass ein No-Landing gestern ein weiteres Stück unwahrscheinlicher geworden ist.
Der Rezessions-Trade ist für mich bis auf weiteres Value Statt Tech. Den FED-Pivot werden wir wohl im März/April sehen.
Damit soll erstmal gut sein mit dem Makrokram. Good Trades :-)
LohnPreisSpirale: Warum 2% Zielinflation aktuell weit weg sind Hier eine Gegenthese zum Inflationsbeitrag vom letzten Mal .
Zuletzt haben die Börsen auf die etwas schwächer als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten mit regelrechter Kaufpanik reagiert.
Die Daten zeigen einen Trend. Peak-Inflation ist vermutlich erreicht und die Inflation geht zurück.
So weit so gut.
Aber wie weit genau?
Wo stehen wir in 12 Monaten?
Eine exakte Antwort darauf kann ich natürlich auch nicht geben.
Beim Blick auf die Daten kommen mir allerdings ernsthafte Zweifel ob wir die 2% Zielinflation so schnell wieder sehen werden.
Im Chart: 3 Kennzahlen auf Monatsbasis (MoM= Month over Month)
-US-Lohnwachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne (mit 12 Monatsglättung)
-US-Inflation auf Monatsbasis
-US-Erzeugerpreise auf Monatsbasis
Was sofort auffällt:
Die Erzeugerpreise sinken, ebenso die Konsumentenpreise.
Das Lohnwachstum verbleibt auf sehr hohem Niveau. Das Lohnwachstum auf Monatsbasis beträgt aktuell 0,6%.
Klingt nach nicht viel. Rechnet man 0,6% allerdings aufs Jahr hoch (x 12), dann kommt man auf ein Lohnwachstum von 7,2%.
Die Tatsache, dass die Inflation überhaupt zurückläuft, ist auf Basiseffekte zurückzuführen.
Die Preise gehen im Bereich Manufacturing zurück, denn die Preise für Erdöl, Erdgas, Benzin, Diesel, Heizöl, Kohle usw. sind auf Monatsbasis rückläufig. Ebenso für Industriemetalle und Nahrungsmittel.
Im Bereich Dienstleistung sieht das anders aus, da das Lohnwachstum im diesem Sektor preistreibend wirkt.
Gedankenspiel:
Selbst wenn Rohstoffe ab heute im Preis nicht weiter steigen, wird allein das Lohnwachstum die Erzeugerpreise weiter anheizen.
In der breiten Masse können die Produzenten höhere Preise nicht 1:1 an die Konsumenten weitergeben. In Teilen aber wird das Lohnwachstum auf die Inflation durchschlagen.
Die Lohn-Preis-Spirale lebt.
Jedem einzelnen Arbeitnehmer sei es gegönnt, wenn er/sie mehr Geld verdient, aber hier solls um die Makrobetrachtung gehen.
Realistisch gesehen werden die USA mit Blick auf die nächsten 12 Monate wohl eher bei 4-5% und nicht 2% stehen.
Und die Konsequenz daraus wäre, dass die FED auf diesem Level kein Anlass haben wird die Leitzinsen zu senken.
Das bedeutet wiederum, dass der Markt momentan falsch liegt, weil er die Inflation unterschätzt.
S&P500 Start der größeren Korrektur steht an…Q2 2023 TiefpunktDie Konflikte bestehen immer noch und verhindern eine breite und fundamentale Bodenbildung. Die Ausschreitungen in China und die ungelöste Immobilienblase die jederzeit platzen könnte verursachen steigende Risiken zudem. Technisch gesehen stößt der S & P 500 an mehrere Wiederstände an. Die Endjahresrally sollte wenn überhaupt noch maximal zwei Wochen andauern bis es dann eine Abwärtskorrektur innerhalb Q1 bis Q2 23 erfolgt.
Die negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden Q1 23 sichtbar sein. Zudem könnte der Taiwan Konflikt aufgrund des zunehmenden Drucks auf den chinesischen Präsidenten anwachsen und eskalieren. Nach dem Motto, ein Krieg in der Nachbarschaft kommt gerade rechtens das chinesische Volk wieder zu vereinen und die Aufmerksamkeit abzulenken. Daher sehe ich ein absichern des Portfolios angebracht.
Abschwung ohne Rezession? Eine Rechnung ohne den Häusermarkt...Zuletzt kamen wieder positivere Signale aus der US-Wirtschaft.
Die rückläufige Inflation wird gefeiert, obwohl immer noch sehr hoch.
Der Markt erwartet ein Peak bei den Zinsen knapp oberhalb von 5% und damit eine deutliche Drosselung der Zinserhöhungsschritte.
Das GDP fürs 3. Quartal wurde nach oben korrigiert und weist ein Wachstum von 1,8% aus. Sehr solide.
Das Wachstum fürs jetzige 4. Quartal wurde gleich miit angehoben und einige Banken rechnen sogar mit einem Soft-Landing der Wirtschaft als Basisszenario.
Die Lage scheint viel besser zu sein als die Stimmung in der Wirtschaft.
Die Branchen der US-Wirtschaft haben unterschiedlich stark reagiert.
Der Häusermarkt als eine der tragenden Säulen steht immernoch ziemlich gut da und ist ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftslage.
Der Häusermarkt ist auch ein Markt, der vergleichsweise langsam reagiert. Die Konstellation mit all seinen Rahmenbedingungen hat aus meiner Sicht aber das Potential für einen tiefgreifenderen Abschwung.
Die Kombination aus stark gestiegenen Hypothesenzinsen innerhalb der letzten Monate, stark gestiegenen Hauspreisen in den letzten 20 Jahren, aber nur moderat gestiegenen Stundenlöhnen, scheint mir vor dem Hintergrund einer noch nicht erledigten Inflation ein immer höheres Risiko für die US-Wirtschaft zu werden, je länger die Inflation hoch bleibt.
Disclaimer: Ich sehe hier ein gewisses Risiko für das Szenario eines Soft-Landings und mag hier keine Weltuntergangsprognose und kein Black-Swan-Event herbeischreiben.
Weniger Inflation ohne eine Rezession?Die US-Zentralbank Fed ist bereit, zur Bekämpfung der hohen Inflation einen Rückgang der Wirtschaftskraft in Kauf zu nehmen. Die Europäische Zentralbank steht vor demselben Dilemma. Dennoch feiern die Aktienmärkte eine Party. Ob diese von Dauer sein kann, wird sich zeigen. In jedem Fall waren die Vorzeichen in der Geschichte andere.
CPI und Core CPICPI und Core CPI werden von der FED sehr stark beachtet bei ihren Zinsentscheidungen.
Man sollte unterscheiden zwischen dem Wunsch der Finanzmärkte nach einem PIVOT und den CPI-Fakten.
Diese Fakten zeigen bisher keine Wende an.
Die Aktienmärkte sind der FED sicherlich augenblicklich relativ egal.
Die Probleme existieren an den Bondmärkten, die gilt es zuerst zu lösen.
Pension Funds, die verpflichtet waren, das meiste Geld in die (sicheren (laugh) Anleihen zu stecken, sind in großen Schwierigkeiten, weltweit.
England lässt grüßen / Gilts getting killed.
Wenn PIVOT kommt, dann wegen der Bondmärkte.
US-Inflation überm Berg und größtenteils ausgepreist.......zumindest im langfristigen Durchschnitt.
Im Chart:
-US-Inflation im Jahresvergleich (Year over Year)
-US-Inflation im Monatsvergleich (Month over Month)
-5 Year Breakeven Inflation Rate (durchschnittliche Inflationerwartung über die nächsten 5 Jahre)
-7 Year Breakeven Inflation Rate (durchschnittliche Inflationerwartung über die nächsten 7 Jahre)
-10 Year Breakeven Inflation Rate (durchschnittliche Inflationerwartung über die nächsten 10 Jahre)
Die Breakeven Inflation Rates zeigen ganz klar auf mittlere Sicht eine Normalisierung nur knapp über der Zielinflation von 2% an.
Dass das nicht nur ein auf Hoffnung basierendes Luftschloss ist, zeigt u.a. die Inflation auf Monatsbasis.
Diese war in den letzten 3 Monaten schon relativ niedrig. D.h. die Inflation ist im Jahresvergleich immernoch sehr hoch, steigt aber kaum noch.
Man kann auch weitere Kennzahlen wie den Produzentenpreisindex nehmen, die die Anzeichen von Disinflation alle mehr oder weniger bestätigen.
In den USA wird die Inflation also sehr wahrscheinlich und zeitnah auf ein gesundes Maß zurück laufen.
Nicht zuletzt die Rezession (noch nicht amtlich und offiziell bestätigt) wird den Rücklauf der Inflation wohl forcieren.
Passt thematisch und vom Timing her bestens zum vorherigen Artikel .
Für die EU bzw. Deutschland gilt das leider nicht, denn wir haben im Gegensatz zu den USA noch ein immenses Energiekostenproblem und Energieknappheit lässt sich leider nicht mit Zinserhöhungen managen.
Inflation to the moon 🚀Hello Freunde der Börse,
ich möchte hier einmal auf den deutschen Inflationsverlauf seid 1950 eingehen, die rote Linie stellt dabei den 0% Horizont dar. Die grüne Linie ist die durchschnittliche Inflationsrate Deutschlands von 1960 bis heute und liegt bei 2,6%.
Es sind deutliche mehrere Ausbrüche nach oben zu erkennen, welche ich mit den damaligen Ursachen gekennzeichnet habe. Der Höchststand wurde 1951 erreicht und betrug 11,54%. Dieser Wert wurde seitdem nicht mehr erreicht, aber aktuell sind wir auf einen gutem Weg dahin.
Zuletzt ist die Inflationsrate nach oben geschnellt und hat die letzten Höchststande dabei deutlich überschritten. Gründe dafür sind zum einen die Folgen der Corona-Pandemie durch Lockdowns in China, welche sich deutlich auf die Weltwirtschaft auswirkten. Aber auch der der Ukraine Krieg spielt eine Rolle und damit verbundene politische Machtspielchen.
Durch diese Faktoren entstand z.B. eine Verknappung von Waren & Dienstleistungen wie Baustoffe oder Computerchips, bei einer gleichbleibend hohen Nachfrage, aber auch steigende Energiepreise, welche die Inflation weiter begünstigen.
Die dabei anhaltende bzw. auch wachsende hohe Nachfrage nach Gütern & Waren kann nicht mehr Bedarfsgerecht gestillt werden und eine Preissteigerung setzt ein. Diese löst dann steigende Löhne aus, welche wiederum die Nachfrage nach Güterwaren weiter erhöht und auch steigende Kosten von Unternehmen bewirkt, was zur weiteren Preissteigerung der Güter führt.
Durch diesen Prozess verliert das Geld immer weiter an Wert und Kaufkraft. Mit einer Geldeinheit kann also immer weniger gekauft werden und Ersparnisse werden so schrittweise immer weiter entwertet.
An diesem Punkt stehen wir aktuell.
Um sein Geld vor der Entwertung zu schützen sollte man schauen es überall dort anzulegen, wo die erwirtschaftenden Renditen höher ausfallen, als die der Inflation.
Solch hohe Renditen können langfristig nur Sachwerte bieten wie: Aktien, Aktienfonds, Immobilien, Edelmetalle oder Kryptowährungen
Es bleibt abzusehen wie sich die Lage weiter entwickelt.
Ausblick restriktive FED und Folgen / BTC kurz vor neuem Tief ?Beim letzten Zinsentscheid der FED gab es einige wichtige Änderungen in der Geldpolitik. Neben der Zinserhöhung um 75 Basispunkte gab die FED einige düstere Aussichten. Die Prognose für das Real GDP im Jahr 2022 wurde von 1,7% auf 0,2% gesenkt. Gleichzeitig wurde der Federal Funds Rate für das Jahr 2022 um 1% erhöht, die Range liegt bei 3,9-4,6%.
Der Markt preist nun bis zum Ende 2022 zu 70% weitere Zinserhöhungen um 125 Basispunkte ein:
Als Analyst muss ich mir also die Frage stellen, was das Ergebnis dieser aggressiven Zinserhöhungen sein wird. Im letzten Artikel habe ich bereits über die Probleme im Immoblienmarkt, sowie über die Probleme des starken Dollars gesprochen. Wer diesen noch nicht gelesen hat, kann das jetzt kurz nachholen (einmal auf den nächsten Chart klicken):
Als nächstes beschäftigen wir uns mit dem Chart des S+P 500:
Die technischen Indikatoren zeigen ein klar bullishes Bild. RSI, sowie MacD haben starke Divergenzen und der Stochastic ist im überverkauften Bereich. Trotzdem darf man die steigenden Rezessionssorgen nicht vernachlässigen, Zinserhöhungen wirken mit einer gewissen vorlaufzeit. Ebenso sind Kriege, Energiekrisen oder das erneute Aufflackern von Covid 19 immer noch mögliche Ereignisse mit schwerwiegenden Folgen für die US-Wirtschaft. Ziele bis in den Bereich von 3100-3200 Punkten sind realistisch, dass wären vom heutigem Stand noch knapp 15% weiter runter. Spätestens dann muss aber auch die FED ihren Kurs ändern. Betrachtet man die historische, durchschnittliche Dauer von dem Beginn der ersten Zinserhöhung bis zur ersten Zinssenkung, kommt man auf 7 Monate. Nur als Randbemerkung: der momentane Zinserhöhungszyklus läuft bereits seit knapp 7 Monaten! Mit den erwarteten Zinserhöhungen im November/Dezember sind wir sogar schon bei 8-9 Monaten!
In diesem Zusammenhang möchte ich, wie in meinem letzten Artikel, nochmal den TLT-ETF aufgreifen. Dieser ist kurz vor einem starken Unterstützungsbereich. Gleichzeitig sind technische Indikatoren auf extrem überverkauften Levels und zeigen bullishe Divergenzen. Meiner Meinung nach stehen wir kurz vor einer Anleihen Ralley.
Warum ich gerade den TLT-ETF zeige, liegt vor allem daran, dass ein Ende des Zinserhöhungszyklus immer mit einem Tief im TLT-ETF hervorging. Bringt man diese Information zusammen mit den Mittel der FED (Zinsen/Bilanz) und dem volatilsten Asset Bitcoin, in einen Chart, kommt man zu einem beeindruckenden Ergebnis.
Aus diesem Chart lässt sich ableiten, dass wir kurz vor einem langfristigen Boden in Bitcoin stehen. Betrachten wir den Chart des Bitcoin etwas genauer, so ist dieser von einem sehr bärishen Sentiment geprägt. Niemand möchte den Bitcoin mehr besitzen, Google Suchanfragen für "buy bitcoin" sind auf ein 2-year-low gefallen.
Chartanalyse Bitcoin:
Die technischen Indikatoren zeigen auch hier ein klares Bild. In der Summe sehe ich bei Bitcoin nichtmehr die große Downside wie beispielsweise im SPX. Klar können wir nochmal in einen Bereich von 15600$-16300$ fallen, jedoch ist dies im Vergleich zur gesamten Abwärtsbewegung nichtmehr viel. Sobald der Markt das Ende des Zinserhöhungszyklus einpreist und die Renditen für Anleihen wieder fallen (TLT-ETF steigt), gibt das Bitcoin die Chance auf einen langfristigen Boden. Ob wir gleichzeitig bei den traditionellen Märkten ein langfristiges Tief sehen, bleibt zu bezweifeln. Diese könnten je nach fundamentaler Ereignisse nochmal tiefer fallen. Ähnliches haben wir auch nach dem letzten Zinserhöhungszyklus gesehen während BTC im Corona crash ein Higher Low und der SPX ein lower Low formte:
Zusammengefasst sind jetzt weitere Konjunktur-, Arbeitsmarkt oder PMI-Daten wichtig und werden die Pläne der FED beeinflussen. Denn diese wird ihre restriktive Haltung nur in 2 Fällen ändern: Entweder fällt die Inflation in den erwarteten Bereich der FED (siehe erster Chart) oder die Wirtschaft schlittert in eine tiefe Rezession, geprägt von hoher Arbeitslosigkeit (SPX bei 3100-3200 Punkten). Achtet also vor allem auf die nächsten Finanzdaten, hier eine kleine Liste der wichtigsten:
- 29.09.2022, 14:30: US GDP (Q2), Prognose: -0,6% | USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe, Prognose: 215k
- 30.09.2022, 3:30: China Einkaufsmanagerindex (EMI) Verarbeitendes Gewerbe, Prognose: 49,6 / 11:00: VPI Europa, Prognose: 9,7% / 14:30: USA PCE-Kernrate Preisindex, Prognose: 0,5%
- 03.10.2022, 16:00: USA EMI (Verarbeitendes Gewerbe), Prognose: 52,8
- 04.10.2022, !6:00: Jop Openings, Prognose: 10,45M
- 05.10.2022, 16:00: ISM EMI (Dienstleistungen), Prognose: 56,5
So weit es mir möglich ist, werde ich diese Idee updaten und euch auf dem Laufenden halten. Wenn euch mein Artikel gefallen hat, würde ich mich über einen Like freuen. Fragen, Feedback oder Anregungen für weitere Ideen bitte in die Kommentare. Außerdem würde es mich interessieren, ob ihr in Zukunft mehr Chartanalysen aus technischer oder fundamentaler Sicht sehen wollt.
glückliches investieren und viel Erfolg
Euer CryptoRaphael
Inflation 2023-24-25 in Deutschland über 10 %Hallo Traders
die Inflation könnte in Deutschland noch bis über 10% ansteigen und wenn die Wahrscheinlichkeit selbst erfüllend wird, dann sogar bis 2025 sich mit über 14 % hinziehen...
Zitat der Deutschen Bundesbank 2012 zur Krise
Die gegenwärtige Krise stellt die politisch Verantwortlichen und auch die Notenbanken jedoch vor außergewöhnliche Herausforderungen: Für die Notenbanken ist dies mit einer erheblichen Gefahr verbunden. Angesichts ihrer hohen Glaubwürdigkeit und ihrer bisherigen Erfolge sind die Erwartungen an ihren Beitrag zu Krisenbekämpfung hoch. Doch die wesentlichen Ursachen der Krise – mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, hohe staatliche Defizite und Schulden sowie schwache Finanzsysteme in einigen Mitgliedstaaten – können nicht durch die Geldpolitik behoben werden. Hierzu sind umfassende Strukturreformen nötig, die nur von den Regierungen und Parlamenten auf den Weg gebracht werden können.
Ist das passiert ?!
INFLATION | Deutscher Wirtschaftsraum | Euro am Ende?Hallo liebe TradingView Community,
Elliott-Waves auf einem Inflationsindex; kann das funktionieren?
Ein Video, wie ihr es wahrscheinlich noch nie gesehen habt, schaut es euch unbedingt an!
Hinterlasst mir doch Kommentare, ob ihr das Ganze als möglich anseht oder als kompletten Humbug - ich bin auf die Diskussionen gespannt :)
Like & Follow nicht vergessen :)
Euer Markus von Hawkeye Charting
Liegt die EZB doch richtig?Inflation ist in aller Munde. Überall und jederzeit.
Aber Inflation ist nicht gleich Inflation.
Die EZB steht mit ihrer Zinspolitik heftig in der Kritik viel zu spät zu reagieren und viel wenig gegen die Inflation zu tun.
Ich habe mir mal die beiden großen Wirtschaftsräume USA und EU und ihre jeweiligen Notenbanken die FED und EZB dazu angeschaut.
Das ist ein Versuch die unterschiedlichen Arten der Inflation grob vereinfacht darzustellen.
Es geht hier (außer ganz am Ende) nicht um meine persönliche Meinung, sondern wie die Notenbankpolitik der FED und EZB durch ein anderes Zahlenwerk begründet ein könnte.
Gemeinsamkeiten:
-Beide Wirtschaftsräume haben ein massives Inflationsproblem
-Beide Wirtschaftsräume haben die Inflation nicht unter Kontrolle
-In beiden Wirtschäftsräumen ist die Inflation nicht mehr "temporary"
Unterschiede:
-USA haben vor allem eine strukturelle, klassische Inflation und ein vergleichsweise kleines Energiekostenproblem, was sich an der hohen Kerninflation zeigt. Der gesamte Warenkorb ist betroffen inklusive einer Lohninflation.
-Die EU hat vor allem ein Energiekostenproblem und weniger eine strukturelle Inflation.
-Die USA hatten deutlich früher eine erhöhte Inflation und die FED hat entsprechend früher begonnen die Zinsen anzuheben.
-Die spätere Inflation in der EU und eine andere Zusammensetzung der Inflation sind sogar gute Argumente, warum die EZB vergleichsweise spät tätig wurde.
Die klassische Nachfrageinflation in den USA ist wohl darin begründet, dass die US-Hilfspakete deutlich umfangreicher waren als in der EU.
Es wurde quasi Helicoptergeld abgeworfen. Arbeitnehmer bekamen teilweise mehr Hilfszahlungen als in ihren regulären Jobs.
Die hohen Energiepreise treffen die USA zwar auch, aber sie machen einen vergleichsweise niedrigen Teil der Inflation aus.
Das gute daran: Die klassische Nachfrageinflation kann mit höheren Zinsen bekämpft werden. Genau das macht die FED mit großer Entschlossenheit.
Die EU erlebt dagegen keine klassische Nachfrageinflation, sondern eine Angebotsinflation, konkret durch einen Gas- und Strompreisschock.
Das Schlechte daran: Hohe Energiepreise kann man nicht mit hohen Zinsen bekämpfen, weil sich die Ursachen von Gasmangel damit nicht beseitigen lassen.
Das dürfte auch der Hauptgrund für das zögerliche Handeln der EZB sein.
Das dürfte ebenfalls dafür sorgen, dass EZB mit ihren Zinsanhebungen deutlich unter denen der FED bleiben wird.
Auch wenn es weh tut: Die EZB kann kaum etwas gegen die hohen Energiepreise machen. Der EZB-Werkzeugkasten gibt das einfach nicht mehr.
Die viel gescholtene EZB mit ihrer vermeintlich zögerlichen Art hat bei genauerer Betrachtung sogar gute Gründe für ihr Handeln.
Ausblick und persönliche Einschätzung:
In den USA sehen wir das Risiko einer permanten bzw. einer längeren Inflation.
Die Zinsen werden entsprechend lange hoch bleiben.
In der EU stehen die Chancen sehr gut, dass die Inflation nicht zu einer breiten Nachfrageinflation ausufert. Schon deshalb, weil wir jetzt schon Anzeichen einer Rezession sehen.
Die EU muss das Energiekostenproblem auf einer anderen Baustelle lösen und wird sich auf die Kerninflation fokussieren.
Allerdings besteht das Risiko, dass die Energiekosten außer Kontrolle geraten und das allein reicht aus die Inflation weiter hoch zu halten.
Der Markt ist an einem Punkt an dem die risikolose Anleiherendite 4,0 bis 4,5% zu einem ernsthaften Problem für Aktien werden.
Der Zeitpunkt einer möglichen Zinswende verschiebt sich nahezu wöchentlich nach hinten, ist damit weiter unklar und muss kurzfristig betrachtet werden.
Claim in eigener Sache:
Das ist der mit Abstand aufwändigste Artikel, den ich hier jemals verfasst habe.
Schuld daran ist eine Anfrage, bei der auch ein kleiner Obolus gerollt ist.
Wenn du ebenfalls Interesse an einer Analyse hast (egal ob Makro- oder Mikroshit), dann kontaktiere mich einfach.
Ist alles Verhandlungssache.






















