DAX Tagesausblick 12.Juni – EZB, SpaceX IPO, PPI, Risk on?!Geopolitische Lage: Von Eskalation zu Deeskalation innerhalb weniger Stunden
Der gestrige Handelstag wurde zunächst von massiven geopolitischen Spannungen dominiert. Noch am Vormittag verdichteten sich Meldungen über eine mögliche weitere Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Im Raum standen zusätzliche Militärschläge, Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur sowie sogar Diskussionen über Maßnahmen gegen Kharg Island, das wichtigste iranische Ölexportterminal. Gleichzeitig sorgten Meldungen über sinkende US-Ölreserven und Sorgen vor einer Ausweitung des Konflikts für erhebliche Nervosität an den Märkten.
Im Verlauf des Nachmittags und insbesondere am Abend kam es jedoch zu einer vollständigen Kehrtwende der Nachrichtenlage.
Zunächst verdichteten sich Hinweise auf intensive Vermittlungsbemühungen Katars, der Vereinigten Arabischen Emirate sowie weiterer regionaler Akteure. Anschließend folgten mehrere Meldungen über konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Präsident Trump erklärte wiederholt, dass ein Abkommen praktisch fertiggestellt sei. Mehrfach wurde betont, dass geplante Militärschläge abgesagt worden seien, die Verhandlungen weit fortgeschritten seien und eine Unterzeichnung bereits innerhalb der nächsten Tage oder sogar am Wochenende stattfinden könne.
Besonders wichtig für die Märkte war dabei:
• Geplante US-Schläge wurden vorerst zurückgestellt.
• Kharg Island wurde faktisch von der Agenda genommen.
• Die Straße von Hormus soll nach einer Einigung offen bleiben.
• Mehrere Vermittlerstaaten bestätigten Fortschritte.
• Die Märkte begannen eine deutliche Entspannung der geopolitischen Risikoprämie einzupreisen.
Zwar gab es aus iranischen Quellen weiterhin zurückhaltende Aussagen, wonach noch keine endgültige Zustimmung vorliege, dennoch überwog an den Finanzmärkten klar die Erwartung einer diplomatischen Lösung.
Die Reaktion fiel entsprechend aus:
• Ölpreise brachen massiv ein.
• Renditen fielen deutlich.
• Zinserhöhungserwartungen gingen zurück.
• Aktienmärkte schalteten vollständig in den Risk-On-Modus.
Die geopolitische Entwicklung war damit der mit Abstand wichtigste Kurstreiber des gestrigen Tages.
SpaceX-IPO sorgt für zusätzliche Risikobereitschaft
Neben der geopolitischen Entspannung sorgte auch die Meldung über die bevorstehende SpaceX-Börsennotierung für Aufmerksamkeit.
Berichten zufolge soll die Transaktion ein Volumen von rund 75 Milliarden US-Dollar erreichen und damit eine der größten Börsennotierungen der modernen Kapitalmarktgeschichte werden. Institutionelle Investoren sollen bereits massive Orders platziert haben, darunter Berichte über milliardenschwere Zeichnungen großer Vermögensverwalter.
Auch wenn der direkte Einfluss auf den DAX begrenzt ist, wirkt eine derart große Kapitalmarkttransaktion oftmals als Stimmungsindikator für globale Risikobereitschaft. Die Bereitschaft institutioneller Investoren, enorme Summen in Wachstumsunternehmen zu investieren, unterstreicht die weiterhin hohe Nachfrage nach Technologie- und KI-Investments.
Für Nasdaq und Wachstumswerte bleibt dies grundsätzlich unterstützend.
Wichtige Wirtschaftsdaten gestern
OPEC-Monatsbericht
Der OPEC-Monatsbericht stand gestern stark im Schatten der geopolitischen Entwicklungen.
Grundsätzlich bestätigte die OPEC ihre Einschätzung einer robusten globalen Nachfrageentwicklung. Allerdings wurden die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Angebot und Preisentwicklung intensiv diskutiert.
Mit der überraschenden geopolitischen Entspannung verloren viele der zuvor eingepreisten Risikoaufschläge schlagartig an Bedeutung.
Die Folge:
• Brent verlor deutlich.
• WTI verlor deutlich.
• Die Inflationssorgen im Energiesektor nahmen ab.
Damit entwickelte sich der OPEC-Bericht letztlich eher zu einem sekundären Faktor, da die Marktteilnehmer wesentlich stärker auf die geopolitischen Entwicklungen reagierten.
EZB-Zinsentscheid
Die Europäische Zentralbank erhöhte wie erwartet sämtliche Leitzinsen um 25 Basispunkte.
Deposit Facility Rate
Die Einlagefazilität wurde um 25 Basispunkte angehoben.
EZB Interest Rate Decision
Auch der Hauptrefinanzierungssatz wurde erwartungsgemäß um 25 Basispunkte erhöht.
Da die Anhebung vollständig eingepreist war, lag der Fokus nicht auf dem eigentlichen Zinsschritt, sondern auf dem zukünftigen Zinspfad.
EZB Monetary Policy Statement
Der entscheidende Punkt war die Formulierung der EZB bezüglich der weiteren Entwicklung.
Die Notenbank machte deutlich:
• Die Inflation bleibt weiterhin ein Problem.
• Die Auswirkungen steigender Energiepreise werden beobachtet.
• Risiken für die Inflation bestehen weiterhin auf der Oberseite.
• Gleichzeitig verschlechtern sich die Wachstumsaussichten.
Damit bleibt die EZB in einer schwierigen Situation zwischen Inflationsbekämpfung und konjunktureller Schwäche.
Pressekonferenz mit Lagarde
Die anschließende Pressekonferenz war deutlich interessanter als der eigentliche Zinsentscheid.
Christine Lagarde machte mehrfach deutlich:
• Es gibt keinen vorgegebenen Zinspfad.
• Weitere Entscheidungen bleiben datenabhängig.
• Die Inflation könnte durch höhere Energiepreise erneut steigen.
• Die Risiken für die Inflation liegen weiterhin eher auf der Oberseite.
• Die wirtschaftliche Dynamik bleibt schwach.
• Finanzielle Bedingungen sind bereits deutlich restriktiver als vor dem Krieg.
Gleichzeitig vermied sie jedoch jede klare Festlegung auf weitere Zinserhöhungen.
Die Tonalität war daher insgesamt:
Leicht hawkisch im Inflationsbereich, aber gleichzeitig vorsichtig bezüglich weiterer Zinsschritte.
Der Markt interpretierte dies letztlich als weniger aggressiv als befürchtet.
Besonders wichtig war später die Meldung, dass EZB-Kreise bei stabilen Energiepreisen sogar eine Pause im Juli diskutieren könnten.
Das war einer der Gründe für die starke Rallye bei Risikoanlagen.
PPI-Daten USA
Die Produzentenpreise lieferten ebenfalls wichtige Signale.
Der PPI blieb insgesamt unter den Befürchtungen.
Besonders relevant:
Core PPI Month-over-Month
• Aktuell: 0,4 %
• Forecast: 0,5 %
• Vorher: 0,7 %
Damit setzte sich der Trend einer nachlassenden Preisdynamik auf Produzentenebene fort.
Dies unterstützt die Hoffnung, dass die Inflation mittelfristig weiter zurückgehen könnte.
Arbeitsmarktdaten USA
Auch die Arbeitsmarktdaten zeigten eine weitere Abschwächung.
Initial Jobless Claims
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen über den Erwartungen und über dem vorherigen Wert.
Continuing Jobless Claims
Auch die fortlaufenden Anträge fielen höher aus als erwartet.
Die Interpretation des Marktes:
• Arbeitsmarkt verliert etwas an Dynamik.
• Lohndruck dürfte perspektivisch sinken.
• Inflationsdruck könnte weiter nachlassen.
Zusammen mit den PPI-Daten ergab sich damit ein insgesamt eher positiver Mix für Risikoanlagen.
WASDE-Report
Der WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums sorgte vor allem in Agrarrohstoffen für Bewegung.
Der Bericht bestätigte im Wesentlichen die bestehenden Erwartungen bezüglich Angebot und Nachfrage wichtiger Agrargüter.
Für Aktien- und Indexmärkte blieb der Einfluss jedoch begrenzt.
Wirtschaftsdaten heute
Deutschland
Die heutigen deutschen Inflationsdaten bestätigten den Disinflationstrend.
German CPI MoM
• Aktuell: -0,2 %
• Forecast: -0,2 %
German CPI YoY
• Aktuell: 2,6 %
• Forecast: 2,6 %
• Vorher: 2,9 %
German HICP YoY
• Aktuell: 2,7 %
• Forecast: 2,7 %
Die Daten zeigen weiterhin, dass die Inflation in Deutschland deutlich unter Kontrolle bleibt.
Das stützt grundsätzlich die Erwartung, dass der Zinshöhepunkt in Europa näher rückt.
Heute Nachmittag: Michigan-Daten
Der Fokus richtet sich nun vollständig auf die Universität-Michigan-Daten.
Wichtige Veröffentlichungen:
• Michigan Consumer Sentiment
• Michigan Consumer Expectations
• Michigan One-Year Inflation Expectations
• Michigan Five-Year Inflation Expectations
Insbesondere die Inflationserwartungen dürften nach den geopolitischen Entwicklungen und dem starken Rückgang der Ölpreise genau beobachtet werden.
Niedrigere Inflationserwartungen könnten die jüngste Risk-On-Bewegung zusätzlich unterstützen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil verzeichnete gestern einen massiven Einbruch von rund sechs Prozent.
Die Ursache war ausschließlich die geopolitische Entspannung im Nahen Osten. Nach dem Schlusskurs unterhalb der psychologisch wichtigen 90-Dollar-Marke wurden inzwischen auch die Tiefs der vergangenen Tage unterschritten.
Solange keine neue Eskalation entsteht und sich Öl nicht nachhaltig über 90 Dollar stabilisieren kann, bleibt das kurzfristige Bild bearish.
Die nächsten relevanten Ziele liegen im Bereich von:
• 85 Dollar
• 83 Dollar
• 81 Dollar
Derzeit spricht vieles für einen weiteren Abbau der geopolitischen Risikoprämie.
US-Staatsanleihen
Die Renditen gingen gestern deutlich zurück.
Treiber waren:
• Schwächerer Arbeitsmarkt.
• Schwächere Inflationsdaten.
• Sinkende Ölpreise.
• Deeskalation im Nahen Osten.
Die Zinserhöhungserwartungen wurden erneut nach hinten verschoben.
Der Markt geht inzwischen nicht mehr von einer vollständigen Einpreisung weiterer Zinserhöhungen in diesem Jahr aus.
US-Dollar Index (DXY)
Der Dollar zeigte zunächst Stärke und stieg kurzzeitig über die Hochs der vergangenen Tage.
Anschließend kam es jedoch zu einem deutlichen Abverkauf.
Der DXY schloss sogar unter mehreren wichtigen Tageshochs und Tagestiefs der Vorwoche.
Damit bleibt die entscheidende Range:
• Oberseite: 100,00 bis 100,30
• Unterseite: 99,50
Ein Ausbruch aus dieser Zone dürfte die Richtung der kommenden Handelstage bestimmen.
VIX
Der Volatilitätsindex verlor rund 13 Prozent.
Mit einem Rückgang unter die wichtige 20-Punkte-Marke signalisiert der Markt eine deutliche Entspannung der Risikoaversion.
Aktuell notiert der VIX im Bereich von 19,5 Punkten.
Das spricht kurzfristig für eine Fortsetzung des Risk-On-Umfelds.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia konnte sich gestern deutlich stabilisieren und gewann rund 2,3 Prozent.
Die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar wurde erfolgreich verteidigt.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend:
• Halten der Supportzone.
• Rückeroberung der 212-Dollar-Marke.
Darüber könnte neues Momentum in Richtung der nächsten Hochs entstehen.
Bitcoin
Bitcoin zeigte ebenfalls Stärke. Trotzdem bleibt das aktuelle Marktbild vergleichsweise unspektakulär. Der Markt befindet sich weiterhin in einer Konsolidierungsphase.
Entscheidend bleibt die Frage, ob sich die aktuelle Range auflösen kann und eine neue Trendbewegung entsteht.
S&P 500
Der S&P 500 zeigte einen außergewöhnlich starken Handelstag.
Nach einem Test der Unterstützungszone konnte der Index den Tag mit rund 1,6 Prozent Plus beenden.
Besonders beeindruckend:
Die gesamte schwache CPI-Reaktion vom Vortag wurde vollständig neutralisiert.
Die Bullen haben damit wieder die Kontrolle übernommen.
Wichtige Marken:
• Unterstützung: 7.250 bis 7.350
• Widerstand: 7.420
• Zielzone: 7.500
Nasdaq
Der Nasdaq gehörte erneut zu den stärksten Märkten.
Mit rund 4,4 Prozent Tagesgewinn wurden mehrere schwache Handelstage vollständig neutralisiert.
Der Index schloss oberhalb der wichtigen 29.500-Punkte-Marke.
Solange dieses Niveau hält, bleibt das technische Bild klar positiv.
Mögliche Ziele:
• 30.000 Punkte
• neue Allzeithochs
Mit dem heutigen SpaceX IPO kann es insgesamt etwas volatiler werden.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones profitierte von der verbesserten Stimmung.
Der Index gewann rund 2,1 Prozent.
Mit dem Schlusskurs oberhalb von 50.500 Punkten wurde ein wichtiges technisches Signal erzeugt.
Nächste Ziele:
• 51.000 Punkte
• 51.280 Punkte
• 51.500 Punkte
DAX Charttechnischer Ausblick
Auch der DAX zeigte eine beeindruckende Gegenbewegung.
Nach einem kurzfristigen Unterschreiten der 24.000-Punkte-Zone drehten die Käufer den Markt vollständig nach oben.
Mit einem Tagesgewinn von rund 2,4 Prozent wurden sämtliche Verluste seit Wochenbeginn neutralisiert.
Gleichzeitig konnte die wichtige 24.500-Punkte-Marke zurückerobert werden.
Damit rückt nun die nächste große psychologische Marke in den Fokus.
Bullisches Szenario
Solange der DAX oberhalb von 24.400 bis 24.500 Punkten notiert, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt.
Die nächsten Ziele liegen bei:
• 24.670 Punkten
• 24.800 Punkten (Jahreshoch)
• 25.000 Punkten
Ein nachhaltiger Ausbruch über die aktuellen Hochs könnte zusätzliche Momentum-Käufe auslösen und den Weg in Richtung 25.000 Punkte freimachen.
Alternativszenario
Sollte es im Tagesverlauf zu Gewinnmitnahmen kommen, bleibt insbesondere die Zone um 24.400 Punkte interessant.
Ein erfolgreicher Retest dieser Unterstützung würde das bullische Gesamtbild nicht beschädigen und könnte sogar neue Long-Setups liefern.
Fazit
Die Kombination aus geopolitischer Entspannung, fallenden Ölpreisen, sinkenden Renditen, schwächeren Inflationsdaten und einem insgesamt konstruktiven Ton der Zentralbanken hat die Marktstimmung innerhalb weniger Stunden komplett gedreht.
Die Bären verloren gestern nahezu sämtliche Argumente, während die Bullen die Kontrolle über die kurzfristige Marktstruktur zurückgewonnen haben.
Solange keine neue Eskalation im Nahen Osten auftritt und die heutigen Michigan-Daten keine negative Überraschung liefern, bleibt das Umfeld für Risikoanlagen konstruktiv.
Für den DAX rückt damit die 25.000-Punkte-Marke wieder klar in den Fokus.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wünsche euch einen schönen Freitag und stabile Trades!
US30
DAX Tagesausblick 11. Juni – EZB-Zinsentscheid im Fokus!!!Geopolitische Lage
Die geopolitische Situation bleibt weiterhin der dominierende Unsicherheitsfaktor an den Finanzmärkten. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine Stabilisierung im Nahen Osten aufgekommen waren, kam es in den vergangenen Stunden erneut zu einer Eskalation. Medienberichten zufolge führten die USA und Iran bereits den zweiten Tag in Folge gegenseitige Angriffe durch. Gleichzeitig erhöhte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran und kündigte weitere militärische Maßnahmen an, falls keine Einigung in den laufenden Verhandlungen erzielt wird.
Die Folge ist ein deutlicher Anstieg der Risikoaversion an den Märkten. Insbesondere der Ölpreis reagierte erneut mit Stärke, während Aktienmärkte unter Druck gerieten. Anleger suchen aktuell verstärkt Schutz in klassischen Safe-Haven-Anlagen wie dem US-Dollar und Staatsanleihen.
Abseits des Nahost-Konflikts standen weitere Schlagzeilen im Fokus. So belasteten Sorgen über eine mögliche Verlangsamung des KI-Booms nach gemischten Unternehmensmeldungen aus dem Technologiesektor zusätzlich die Stimmung. Gleichzeitig bleiben die globalen Wachstumsaussichten durch geopolitische Risiken, steigende Energiepreise und Unsicherheiten über den zukünftigen Zinspfad der Notenbanken geprägt.
Wirtschaftsdaten gestern – CPI im Fokus
Im Mittelpunkt stand gestern der amerikanische Verbraucherpreisindex (CPI).
Auf den ersten Blick wirkten die Daten gemischt. Die Gesamtinflation (CPI YoY) stieg auf 4,2 % und lag damit deutlich über dem Vormonat von 3,8 %. Gleichzeitig blieb die monatliche Inflationsrate mit 0,5 % exakt im Rahmen der Erwartungen.
Die eigentliche Überraschung lag jedoch bei der Kerninflation. Der Core CPI MoM fiel auf 0,2 % und lag damit unter den Erwartungen von 0,3 % sowie deutlich unter dem Vormonat von 0,4 %. Auch die Kerninflation auf Jahresbasis lag mit 2,9 % zwar leicht über dem Vormonat von 2,8 %, entsprach jedoch exakt den Erwartungen.
Viele Marktteilnehmer konzentrieren sich aktuell weniger auf die Gesamtinflation und deutlich stärker auf die Kerninflation. Der Grund dafür liegt im Detail des Berichts. Über 60 % des gesamten monatlichen Inflationsanstiegs wurden allein durch den Energiesektor verursacht. Benzinpreise stiegen im Mai um 7 %, während der Energieindex insgesamt um 3,9 % zulegte. Die eigentliche zugrunde liegende Inflation entwickelte sich dagegen deutlich moderater.
Zusätzlich zeigte der Bericht eine weitere Abschwächung in wichtigen Bereichen wie Versicherungen, Fahrzeugen und Teilen des Immobilienmarktes. Vor allem der Shelter-Bereich, der für die Fed von besonderer Bedeutung ist, entwickelte sich erneut moderat.
In Kombination mit den zuletzt starken NFP-Arbeitsmarktdaten ergibt sich jedoch ein interessantes Gesamtbild. Der Arbeitsmarkt bleibt robust. Die Arbeitslosenquote verharrt auf niedrigem Niveau, die Average Hourly Earnings steigen weiter und die Beschäftigungszahlen überraschten zuletzt positiv. Gleichzeitig zeigt die Kerninflation weitere Entspannungstendenzen.
Genau dieser Mix sorgt aktuell für Diskussionen an den Märkten. Einerseits sinkt der unmittelbare Druck auf die Fed durch die schwächere Kerninflation. Andererseits sprechen die starken Arbeitsmarktdaten gegen schnelle Zinssenkungen. Für Risk Assets bleibt die Situation damit grundsätzlich konstruktiv, solange die Inflationsentwicklung nicht erneut durch steigende Energiepreise beschleunigt wird.
Wirtschaftsdaten heute
Der heutige Handelstag steht ganz im Zeichen wichtiger geldpolitischer und makroökonomischer Ereignisse.
Bereits am Mittag wird der OPEC Monthly Report veröffentlicht. Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten dürfte dieser Bericht für den Ölmarkt von besonderer Bedeutung sein.
Der größte Fokus liegt jedoch auf der Europäischen Zentralbank.
Erwartet wird eine Anhebung der Deposit Facility Rate von 2,00 % auf 2,25 %. Gleichzeitig wird bei der EZB Interest Rate Decision ein Anstieg von 2,15 % auf 2,40 % erwartet. Neben dem eigentlichen Zinsentscheid dürfte vor allem das EZB Monetary Policy Statement entscheidend werden, da Investoren hier Hinweise auf den zukünftigen Zinspfad suchen.
Am Nachmittag folgen dann weitere hochrelevante US-Daten. Veröffentlicht werden die PPI-Daten sowie der Core PPI. Der Produzentenpreisindex gilt als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Entwicklung der Verbraucherpreise und erhält nach den gestrigen CPI-Daten zusätzliche Aufmerksamkeit.
Ebenfalls im Fokus stehen die Initial Jobless Claims sowie die Continuing Jobless Claims. Zusammen mit den Inflationsdaten liefern sie weitere Hinweise auf die aktuelle Verfassung der US-Wirtschaft.
Abgerundet wird der Handelstag durch die EZB-Pressekonferenz sowie die Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die zusätzliche Volatilität in den europäischen Märkten auslösen könnten.
Für morgen richtet sich der Blick zudem auf den erwarteten SpaceX-IPO, der derzeit für erhebliches Interesse an den Märkten sorgt.
Zu den heutigen EZB-Entscheidungen werde ich nach Veröffentlichung außerdem ein ausführliches YouTube-Video hochladen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil zeigte gestern erneut Stärke und konnte den Handelstag rund 3,7 % im Plus beenden. Aktuell notieren die Preise oberhalb der wichtigen 90-Dollar-Marke bei rund 91 Dollar. Das Monatstief aus dem Mai bei 86,3 Dollar sowie das Wochentief der KW23 konnten erfolgreich verteidigt werden. Fundamental bleibt die Entwicklung nahezu vollständig von der Lage im Nahen Osten abhängig. Solange keine nachhaltige Stabilisierung eintritt, bleibt der Ölmarkt anfällig für weitere Aufwärtsbewegungen. Erst ein Bruch unter die Region um 86 Dollar würde das Bild deutlich eintrüben und Potenzial in Richtung 81 Dollar eröffnen.
Am Anleihemarkt konnten US-Staatsanleihen gestern ebenfalls zulegen. Unterstützt wurden die Kurse sowohl durch die CPI-Daten als auch durch die geopolitischen Risiken.
Der US-Dollar-Index schloss erneut oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke. Ein Ausbruch über 100,25 Punkte könnte weiteres Potenzial bis in den Bereich von 100,50 Punkten eröffnen. Gleichzeitig profitiert der Dollar aktuell weiterhin von seiner Funktion als Safe Haven.
Der Volatilitätsindex VIX notiert weiterhin oberhalb der wichtigen 20-Punkte-Marke bei rund 22,2 Punkten. Dies signalisiert weiterhin erhöhte Nervosität und Schwankungsbereitschaft an den Aktienmärkten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia verlor gestern rund 3,7 % und notiert aktuell bei etwa 200 Dollar. Der jüngste Ausbruchsversuch konnte nicht gehalten werden. Damit rückt die wichtige Unterstützungszone zwischen 198 und 200 Dollar erneut in den Fokus. Die Reaktion in diesem Bereich dürfte richtungsentscheidend für die kommenden Handelstage werden.
Bitcoin zeigte sich vergleichsweise stabil, konnte sich der allgemeinen Risikoaversion jedoch ebenfalls nicht vollständig entziehen. Aktuell notiert BTC im Bereich von 62.500 Dollar. Für neues bullisches Momentum wäre eine Rückeroberung der Region oberhalb von 64.500 Dollar wichtig. Sollte hingegen die Unterstützung um 60.500 Dollar brechen, wären weitere Korrekturen denkbar.
Der S&P 500 verlor gestern rund 1,53 %. Die von mir zuletzt genannte Unterstützungszone um 7.251 Punkte konnte bislang verteidigt werden. Solange diese Zone hält, bleibt das übergeordnete Bild stabil. Unterhalb dieser Marke würde sich das Risiko einer Ausweitung der Korrektur in Richtung 7.100 Punkte erhöhen. Neue bullische Signale entstehen erst wieder oberhalb von 7.360 Punkten.
Auch der Nasdaq schloss unterhalb der wichtigen 28.500-Punkte-Marke. Aktuell sehen wir jedoch bereits erste Kaufinteresse. Eine Rückeroberung von 28.500 Punkten und insbesondere der 29.000-Punkte-Marke könnte den Weg für eine größere Erholung freimachen. Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 28.120 Punkte entscheidend.
Im US30 erfolgte gestern ebenfalls ein schwacher Schlusskurs mit rund 1,8 % Minus. Die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten wurde unterschritten. Kann diese Zone zurückerobert werden, wäre eine Bewegung in Richtung 50.500 Punkte denkbar. Bleibt der Index darunter, rücken zunächst 49.500 und anschließend 49.000 Punkte in den Fokus.
DAX – Charttechnischer Überblick
Der DAX zeigte gestern ebenfalls deutliche Schwäche und verlor rund 1,87 %. Besonders relevant war dabei der Test der langfristig wichtigen Unterstützungszone um 24.000 Punkte. Diese Region besitzt sowohl auf Monats- als auch auf Jahresbasis hohe Bedeutung und konnte zunächst verteidigt werden.
Für das bullische Szenario bleibt entscheidend, dass sich der Markt oberhalb dieser Zone stabilisiert und anschließend wieder in Richtung 24.500 Punkte arbeitet. Nach einer Korrektur von mittlerweile rund 6 % vom Hoch sind jederzeit kräftige Gegenbewegungen und Short Squeezes möglich.
Sollte der DAX allerdings das heutige Tagestief bei 23.930 Punkten unterschreiten, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben. In diesem Fall wären Bewegungen in Richtung 23.630 sowie 23.500 Punkte denkbar.
Die heutigen EZB-Entscheidungen sowie die US-PPI-Daten dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob der DAX die aktuelle Unterstützungszone verteidigen kann oder ob eine weitere Ausweitung der Korrektur bevorsteht.
Aktuell bevorzuge ich weiterhin das Szenario einer Erholung in Richtung 24.500 Punkte, insbesondere nachdem die Region um 24.000 Punkte zunächst erfolgreich verteidigt werden konnte.
Zu den heutigen EZB-Entscheidungen und den wichtigsten Marktreaktionen wird später ein ausführliches Video auf meinem YouTube-Kanal folgen.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte spiegeln ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung wider.
Ich wünsche euch erfolgreiche und stabile Trades.
DAX Tagesausblick 10. Juni - US CPI Daten im Fokus!!!Wichtiger Hinweis vorab:
Ich habe gestern ein ausführliches YouTube-Spezial zu den heutigen US-Inflationsdaten veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf alle CPI-Szenarien, die Auswirkungen auf die Märkte sowie die wichtigsten Chartmarken ein. Für den heutigen Handelstag ist dieses Video besonders relevant, da die CPI-Daten heute der zentrale Treiber für nahezu alle Assetklassen sein werden.
Fundamentale & geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Trotz zwischenzeitlicher Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Situation im Nahen Osten berichten internationale Medien erneut über Vergeltungsmaßnahmen zwischen Israel und Iran. Die Reuters Schlagzeile „Tit-for-tat attacks threaten fragile ceasefire“ zeigt deutlich, dass die aktuelle Waffenruhe weiterhin äußerst fragil bleibt.
Damit bleibt die geopolitische Risikoprämie grundsätzlich bestehen. Allerdings zeigen die Märkte aktuell eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen Nachrichten. Während in den vergangenen Monaten jede Eskalation unmittelbar zu Risikoaversion geführt hätte, liegt der Fokus der Marktteilnehmer inzwischen wieder deutlich stärker auf Inflation, Zinsen und Wirtschaftsdaten.
Zusätzlich bleibt das Thema Künstliche Intelligenz ein wesentlicher Treiber für die Aktienmärkte. Die Nachfrage nach AI-Infrastruktur, Rechenzentren und Chips bleibt hoch. Gleichzeitig sorgen Berichte rund um OpenAI, Anthropic sowie die anhaltend starke Nachfrage nach AI-Investitionen weiterhin für Unterstützung im Technologiesektor.
Auch SpaceX sorgt weiter für Schlagzeilen. Die Nachfrage nach der geplanten Börsennotierung scheint laut aktuellen Berichten weiterhin außerordentlich hoch zu sein und unterstreicht die anhaltende Risikobereitschaft institutioneller Investoren.
Fundamentaldaten gestern
Die wichtigste Konjunkturmeldung des gestrigen Tages waren die Existing Home Sales.
Existing Home Sales (Mai)
• Aktuell: 4,17 Mio.
• Prognose: 4,07 Mio.
• Vorher: 4,04 Mio.
• Revidiert von 4,02 Mio.
Damit wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich trotz des weiterhin hohen Zinsniveaus überraschend robust.
Diese Daten passen insgesamt zu dem Bild, das wir bereits am Freitag nach den starken NFP-Arbeitsmarktdaten erhalten haben:
• Der Arbeitsmarkt bleibt stark.
• Die Wirtschaft zeigt aktuell keine klaren Rezessionssignale.
• Die Fed steht dadurch weiterhin unter Druck, die Inflation nachhaltig zurück Richtung 2 % zu bringen.
Christine Lagarde sprach zudem am Abend. Für die Märkte ergaben sich daraus jedoch keine wesentlichen neuen geldpolitischen Impulse.
Fundamentaldaten heute – Alles dreht sich um CPI
Der heutige Handelstag wird nahezu ausschließlich von den US-Inflationsdaten bestimmt.
Im Fokus stehen:
CPI MoM
• Prognose: 0,3 %
• Vorher: 0,6 %
Core CPI MoM
• Prognose: 0,5 %
• Vorher: 0,4 %
CPI YoY
• Prognose: 4,2 %
• Vorher: 3,8 %
Core CPI YoY
• Prognose: 2,9 %
• Vorher: 2,8 %
Von institutionellen Anlegern wird insbesondere die Core CPI Month-over-Month Zahl beobachtet.
Ranking der Relevanz:
1. Core CPI MoM
2. CPI MoM
3. Core CPI YoY
4. CPI YoY
Warum ist das so wichtig?
Nach den starken NFP-Daten vom Freitag ist die Rezessionsdebatte vorerst in den Hintergrund gerückt. Der Markt konzentriert sich nun vollständig auf die Frage:
Kann die Inflation weiter fallen und der Fed Zinssenkungen ermöglichen oder muss die Fed länger restriktiv bleiben?
Zusätzlich sorgt ein aktueller Reuters-Bericht für Aufmerksamkeit. Dort wird darauf hingewiesen, dass die gestiegenen Benzinpreise im Mai die Verbraucherpreise erneut nach oben gedrückt haben könnten. Deshalb rechne ich persönlich weiterhin mit einem erhöhten Risiko einer negativen Inflationsüberraschung.
CPI-Szenarien
Bullishes Szenario
• CPI MoM 0,2 % oder tiefer
• Core CPI 0,4 % oder tiefer
Folgen:
• US-Renditen fallen
• DXY fällt
• Zinssenkungshoffnungen steigen
• Nasdaq steigt
• S&P 500 steigt
• DAX steigt
Dieses Szenario wäre sehr bullish für Risk Assets.
Neutrales Szenario
• CPI MoM 0,3 %
• Core CPI 0,5 %
Folgen:
• Hohe Volatilität
• Keine nachhaltige Richtungsentscheidung
• Fokus verlagert sich schnell auf FOMC, Dot Plot und Warsh
Bearishes Szenario
• CPI MoM 0,4 % oder höher
• Core CPI 0,6 % oder höher
Folgen:
• Renditen steigen
• DXY steigt
• Zinssenkungserwartungen werden nach hinten verschoben
• Risk Assets geraten unter Druck
Genaueren Einblick hier zu findet ihr im YT Video!!!
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil konnte die Bewegung über 90 Dollar nicht halten.
Gestern wurde sogar das Monatstief unterschritten, bevor die Meldungen zu den US-Lagerbeständen eine Gegenbewegung ausgelöst haben. Dennoch konnte das Momentum nach oben nicht gehalten werden.
Aktuell notiert Öl wieder knapp oberhalb der 88-Dollar-Marke.
Entscheidend bleibt für mich:
• Stabilisierung über dem Wochentief von KW23 → bullishes Szenario
• Bruch des gestrigen Tiefs bei 85,90 Dollar → Potenzial für eine Bewegung Richtung 81 Dollar
Insbesondere positive Entwicklungen im Nahen Osten könnten zusätzlichen Druck auf den Ölpreis ausüben.
US Bonds
Die US-Renditen kamen gestern erneut deutlich zurück.
Der Hauptgrund dafür dürfte die zunehmende Positionierung vor den heutigen CPI-Daten gewesen sein. Viele Marktteilnehmer reduzieren vor wichtigen Inflationsveröffentlichungen Risiko, was häufig zu Käufen im Anleihemarkt und damit fallenden Renditen führt.
Heute entscheidet CPI über die nächste größere Bewegung.
DXY
Der US-Dollar zeigte gestern ebenfalls Schwäche.
Trotz eines schwächeren Handelstages konnte der Dollar knapp oberhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke schließen.
Für mich bleibt klar:
• Höhere Inflation → Dollar bullish
• Niedrigere Inflation → Dollar bearish
Die 100-Punkte-Marke bleibt der entscheidende Referenzbereich.
VIX
Der VIX sprang zwischenzeitlich wieder über 23 Punkte an.
Zum Handelsschluss fiel er jedoch erneut unter 20 zurück und notiert aktuell bei rund 20,25 Punkten.
Das spiegelt die Unsicherheit vor den heutigen Inflationsdaten wider.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia verlor gestern zeitweise über 4 %. Die wichtige 200-Dollar-Marke wurde nahezu punktgenau getestet und verteidigt.
Der Schlusskurs lag wieder bei etwa 208 Dollar.
Für heute bleibt entscheidend:
• Gute CPI-Daten → Potenzial über 212 Dollar
• Schlechte CPI-Daten → erneuter Test der 200-Dollar-Marke
Bitcoin
Bitcoin wurde ebenfalls abverkauft.
Die Zone um 60.000 Dollar bleibt weiterhin der wichtigste Bereich.
Aktuell spricht vieles für eine kurzfristige Range-Bildung, bis die heutigen CPI-Daten für neue Impulse sorgen.
S&P 500
Der S&P reagierte nahezu exakt an den im gestrigen Video besprochenen Zonen.
Die Region um 7.500 Punkte fungierte als Widerstand und führte zu einer deutlichen Reaktion.
Wichtige Marken:
• Unter 7.330 → Potenzial Richtung 7.250
• Über 7.400 → erneuter Angriff auf 7.500
Auch hier wird CPI die Richtung vorgeben.
Nasdaq
Der Nasdaq verfehlte die 30.000-Punkte-Marke knapp.
Zwischenzeitlich lag das Minus bei über 4 %, bevor ein großer Teil der Verluste aufgeholt wurde.
Dennoch erfolgte der Schlusskurs unterhalb der wichtigen 29.000er-Marke.
Für mich bleiben folgende Bereiche relevant:
• Unter 28.700 bzw. 28.500 → stärkeres Abwärtsmomentum
• Schlechte CPI-Daten → Potenzial Richtung 27.500
• Gute CPI-Daten → schneller Anstieg zurück Richtung 30.000
US30
Der US30 scheiterte erneut am Bereich um 51.280 Punkte.
Anschließend kam es zu einem deutlichen Abverkauf, bevor der Markt oberhalb der wichtigen 50.500er-Marke schließen konnte.
Entscheidend bleibt:
• Bruch über 51.280 → Potenzial Richtung 51.500
• Scheitern an 51.000 → Risiko einer Bewegung Richtung 50.000
DAX – Charttechnischer Tagesausblick
Der DAX hat bereits das Tagestief vom Montag unterschritten und gestern Tiefs um 24.230 Punkte erreicht.
Gleichzeitig wurde das gestrige Tageshoch angelaufen, bevor erneut Verkaufsdruck einsetzte.
Besonders interessant bleibt der Bereich um:
• 24.500 Punkte
• 24.570 Punkte
• 24.800 Punkte
Die Zone um 24.800 Punkte ergibt sich aus dem Monatshoch der April-Kerze sowie dem Jahreshoch 2025 und fungiert aktuell als starker Widerstand.
Für den heutigen Handelstag gilt:
Solange wir uns oberhalb von 24.500 bis 24.570 stabilisieren können, halte ich einen weiteren Angriff auf die 24.800er-Zone vor den CPI-Daten für möglich.
Sollten wir hingegen unter das gestrige Tagestief bei 24.225 Punkten fallen, erwarte ich zunächst eine Korrektur in Richtung 24.000 Punkte.
Bei einer negativen Inflationsüberraschung könnte die Korrektur sogar deutlich tiefer ausfallen.
Sollten die CPI-Daten dagegen positiv überraschen, halte ich einen schnellen Anstieg zurück über 25.000 Punkte für realistisch.
Fazit
Der Arbeitsmarkt bleibt stark.
Die Wirtschaft zeigt aktuell keine eindeutigen Rezessionssignale.
Damit entscheidet heute nicht Wachstum, sondern ausschließlich die Inflation über die weitere Richtung der Märkte.
Die wichtigste Kennzahl bleibt der Core CPI MoM.
Nach den starken NFP-Daten vom Freitag dürfte jede positive Inflationsüberraschung deutlich kritischer aufgenommen werden als noch vor einigen Wochen.
Für heute rechne ich daher mit hoher Volatilität über sämtliche Assetklassen hinweg.
Die heutigen CPI-Daten dürften außerdem direkten Einfluss auf die kommende FOMC-Sitzung, den Dot Plot sowie die Zinserwartungen für die zweite Jahreshälfte haben.
Heute entscheidet die Inflation über die Richtung von DAX, Nasdaq, S&P 500, Dollar, Renditen, Gold, Öl und Bitcoin.
Keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung. Alle genannten Szenarien, Marken und Einschätzungen spiegeln ausschließlich meine persönliche Marktmeinung wider und dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken.
Welches Szenario seht ihr heute für die CPI-Daten?
Erwartet ihr niedrigere Inflationsdaten als prognostiziert und damit Rückenwind für Risk Assets?
Schreibt eure Einschätzung gerne in die Kommentare.
Ich wünsche euch allen viel Erfolg für die heutigen CPI-Daten, einen kühlen Kopf während der erhöhten Volatilität und vor allem stabile Trades!
DAX Tagesausblick 09. Juni – Hält die 24.500er Marke?Bevor wir in den heutigen Marktüberblick starten, noch ein kurzer Hinweis:
Auf meinem YouTube-Kanal erscheint heute ein neues Video mit einer ausführlichen Vorbereitung auf die morgigen US-Inflationsdaten (CPI). Darin gehe ich detailliert auf die verschiedenen Inflationsszenarien, mögliche Marktreaktionen sowie konkrete Setups für heute und insbesondere für morgen ein. Außerdem werfe ich einen tieferen Blick auf die Charttechnik der wichtigsten Risk Assets und Indizes.
Geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start des heutigen Handelstages einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Der Fokus liegt weiterhin auf dem Nahost-Konflikt rund um Iran, Israel und die USA.
Während die Märkte zuletzt zeitweise auf eine diplomatische Lösung gesetzt hatten, kam es in den vergangenen Tagen erneut zu militärischen Aktivitäten und gegenseitigen Drohungen. Gleichzeitig gab es jedoch auch mehrere Signale, die auf eine mögliche Deeskalation hindeuten könnten.
Donald Trump erklärte zuletzt mehrfach, dass sowohl die USA als auch der Iran einer Verhandlungslösung näher gekommen seien. Laut verschiedenen Medienberichten soll Trump auch direkten Druck auf die israelische Regierung ausgeübt haben, keine weitere Eskalation zu riskieren. Gleichzeitig betonte Israel jedoch mehrfach, dass man sich das Recht auf weitere militärische Maßnahmen ausdrücklich vorbehalte, falls es erneut zu Angriffen kommen sollte.
Aus den jüngsten Meldungen geht hervor, dass beide Seiten ihre direkten Angriffe vorerst eingestellt haben. Eine endgültige Einigung oder ein offizieller Deal liegt jedoch weiterhin nicht vor. Die aktuelle Situation lässt sich deshalb eher als fragile Waffenruhe beziehungsweise temporäre Deeskalation beschreiben als als dauerhaft gelöster Konflikt.
Insgesamt bleibt die geopolitische Lage damit zwar angespannt, aktuell scheinen die Märkte jedoch davon auszugehen, dass kurzfristig keine massive Eskalationswelle bevorsteht.
Weitere fundamentale Faktoren
Neben dem Nahost-Konflikt rücken zunehmend wieder die Themen Künstliche Intelligenz und Tech-Sektor in den Fokus der Marktteilnehmer.
Besonders im Blick steht aktuell der geplante SpaceX-IPO, der laut aktuellen Berichten bereits in dieser Woche für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Gleichzeitig hat OpenAI offiziell die ersten Unterlagen für einen möglichen US-Börsengang eingereicht. Angesichts der enormen Unternehmensbewertungen im KI-Sektor und der Bedeutung dieser Unternehmen für die Kapitalmärkte sorgt dies zusätzlich für Aufmerksamkeit im Technologiesektor.
Gerade für Nasdaq, S&P 500 und die großen KI-Aktien bleiben diese Entwicklungen ein wichtiger Treiber für die Marktstimmung.
Wirtschaftsdaten
Der gestrige Wirtschaftskalender fiel insgesamt relativ ruhig aus.
Veröffentlicht wurden unter anderem die deutschen Auftragseingänge der Industrie sowie die New York Fed 1-Year Consumer Inflation Expectations.
Die Inflationserwartungen der US-Konsumenten für die kommenden zwölf Monate gingen dabei leicht von 3,6 % auf 3,5 % zurück. Dieser Indikator misst die Inflationserwartung privater Haushalte und liefert der Federal Reserve wichtige Hinweise darauf, wie die Bevölkerung die zukünftige Preisentwicklung einschätzt. Rückläufige Inflationserwartungen gelten grundsätzlich als positives Signal für die Inflationsbekämpfung und können den Druck auf die Fed etwas reduzieren.
Heute stehen mehrere US-Daten auf dem Kalender.
Unter anderem werden die Handelsbilanz, Import- und Exportdaten sowie der ADP Employment Change veröffentlicht.
Der wichtigste Termin des heutigen Tages sind jedoch die Existing Home Sales für Mai. Erwartet werden 4,07 Millionen verkaufte Bestandsimmobilien nach zuletzt 4,02 Millionen.
Dieser Indikator misst die annualisierte Anzahl verkaufter bestehender Wohnimmobilien und gilt als wichtiger Gradmesser für die Stärke des US-Immobilienmarktes. Da der Immobiliensektor eng mit Konsum, Kreditvergabe und der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung verbunden ist, liefern diese Daten wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Gesamtlage in den USA.
Zusätzlich spricht heute Abend EZB-Präsidentin Lagarde. Die Märkte werden genau beobachten, ob sich Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik oder mögliche Aussagen im Vorfeld der kommenden EZB-Zinsentscheidung ergeben.
Der eigentliche Fokus liegt jedoch bereits vollständig auf dem morgigen Tag. Dann werden die wichtigen US-Inflationsdaten veröffentlicht, die voraussichtlich die Richtung für Aktienmärkte, Anleihemärkte, den US-Dollar und Risk Assets vorgeben werden.
Auf die verschiedenen Inflationsszenarien und die daraus resultierenden Setups gehe ich heute ausführlich im neuen YouTube-Video ein.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Im Ölmarkt konnten wir gestern trotz des Gap-Ups zum Wochenstart und des starken Anlaufs der 95-Dollar-Zone keine nachhaltige Fortsetzung sehen. Stattdessen setzte erneut Verkaufsdruck ein und wir schlossen den Handelstag bearish.
Besonders wichtig bleibt dabei, dass wir auf Daily-Basis nicht unter 90 Dollar geschlossen haben. Der Schlusskurs lag bei 91,24 Dollar.
Aktuell notieren wir erneut im Bereich der 90-Dollar-Marke und haben bereits das gestrige Tagestief unterschritten. Entscheidend bleibt nun das Wochentief der vergangenen Woche bei 88,30 Dollar.
Sollte diese Zone brechen, rückt für mich als nächstes die 87,70-Dollar-Marke sowie anschließend das Monatstief bei 86,30 Dollar in den Fokus. Ein Bruch dieser Zone würde die Wahrscheinlichkeit für eine größere Korrektur in Richtung 81 Dollar deutlich erhöhen.
Auf der Oberseite bleibt die 95-Dollar-Zone weiterhin der zentrale Widerstand.
Insgesamt zeigt der Ölmarkt aktuell eine zunehmend schwächere Reaktion auf die geopolitischen Entwicklungen, was ein weiteres Indiz für die nachlassenden Eskalationssorgen sein könnte.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen sahen wir gestern erneut eher neutrale Kursbewegungen. Während die kürzeren Laufzeiten eine weitere Doji-Kerze ausbildeten, zeigten die längeren Laufzeiten leicht steigende Renditen.
Heute sehen wir erneut erste Rückgänge. Insgesamt bleibt die Lage hier weiterhin relativ entspannt. Übermäßige Ausschläge zum Wochenstart blieben bislang aus.
Mit Blick auf die morgigen Inflationsdaten bleibt dieser Markt jedoch besonders wichtig.
DXY
Der US-Dollar-Index setzte gestern seine Schwäche fort.
Zwar konnte der DXY noch knapp im Bereich der 100er-Marke schließen, notiert inzwischen jedoch wieder darunter. Für mich bleibt jetzt entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 anlaufen oder uns erneut über 100 stabilisieren können. Sollte sich der Dollar wieder über 100 etablieren, bleibt das Jahresrange-High bei 100,50 das nächste wichtige Ziel.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX konnte seinen starken Anstieg vom Freitag nicht halten und verlor gestern rund 12 %. Aktuell notieren wir wieder unter der 20er-Marke bei etwa 18,9 Punkten.
Auch hier wird entscheidend sein, wie die morgigen Inflationsdaten ausfallen. Der starke Anstieg am Freitag wurde vor allem durch die Arbeitsmarktdaten ausgelöst. Ob wir hier den nächsten Short-Trigger bekommen oder erneut steigende Volatilität sehen, dürfte maßgeblich von den CPI-Daten abhängen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia konnte das Tief vom Freitag erfolgreich verteidigt werden.
Die Aktie schloss erneut innerhalb der wichtigen Unterstützungszone um 208,60 Dollar. Für mich bleibt das bullische Szenario oberhalb von 212 Dollar aktiv. In diesem Fall sehe ich einen erneuten Anlauf auf die 217-Dollar-Zone.
Sollte hingegen das Freitagstief bei rund 204 Dollar brechen, rücken die Bereiche um 200 und anschließend 198 Dollar wieder in den Fokus.
Bitcoin
Auch Bitcoin konnte die wichtige Unterstützungszone im Bereich des Februartiefs sowie die 60.000er-Marke bislang verteidigen. Trotzdem entstand gestern erneut eine eher schwache Tageskerze in Form eines Dojis. Für mich bleibt nun entscheidend, ob wir das gestrige Tagestief bei rund 62.300 Dollar brechen. In diesem Fall sehe ich weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 61.000 Dollar.
Auf der Oberseite bleibt die Zone um 64.500 Dollar entscheidend. Ein Ausbruch darüber würde die Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg in Richtung 66.000 Dollar deutlich erhöhen.
S&P 500
Im S&P 500 sahen wir gestern zunächst eine starke Erholung vom Freitagstief. Diese Bewegung wurde jedoch im Tagesverlauf erneut verkauft.
Wir konnten die wichtige 7.500er-Zone nicht erreichen.
Grundsätzlich gehe ich aktuell davon aus, dass wir vor den morgigen Inflationsdaten noch einmal höhere Kurse sehen könnten. Eine bessere Positionierung der Market Maker vor dem CPI-Event erscheint für mich aktuell wahrscheinlicher als ein sofortiger weiterer Abverkauf.
Sollten wir das gestrige Tageshoch überwinden, bleibt die 7.500er-Marke das zentrale Ziel.
Auf der Unterseite wird das gestrige Tagestief bei rund 7.350 Punkten entscheidend. Ein Bruch dieser Zone würde aus meiner Sicht weiteres Korrekturpotenzial bis in den Bereich von 7.250 Punkten eröffnen.
Nasdaq
Auch der Nasdaq konnte gestern einen stärkeren Handelstag verzeichnen.
Aktuell notieren wir im Bereich von 29.585 Punkten.
Entscheidend bleibt für mich das gestrige Tageshoch bei 29.715 Punkten. Ein Ausbruch darüber würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir die psychologisch wichtige 30.000er-Marke erneut anlaufen.
Sollten wir uns hingegen nicht über 29.500 stabilisieren können, sehe ich zunächst einen Rücklauf in Richtung 29.000 Punkte.
Unterhalb von 28.500 Punkten würde sich das Korrekturpotenzial sogar bis in den Bereich von 27.500 Punkten ausweiten.
US30
Im Dow Jones sahen wir gestern ebenfalls zunächst eine stärkere Erholung, die jedoch direkt wieder verkauft wurde. Die wichtige 51.000er-Zone konnte nicht nachhaltig zurückerobert werden. Für mich bleibt entscheidend, dass wir nicht unter das gestrige Tagestief bei rund 50.500 Punkten fallen. Ein Bruch dieser Zone würde weiteres Potenzial bis in den Bereich von 50.000 Punkten eröffnen.
Kann sich der Markt hingegen wieder über 51.000 etablieren und anschließend das gestrige Tageshoch bei rund 51.300 Punkten überwinden, sehe ich einen erneuten Anlauf auf die 51.500er-Zone.
DAX charttechnischer Ausblick
Auch im DAX bleibt die 25.000er-Marke der zentrale Fokus.
Wir haben gestern zwar bereits das Wochentief unterschritten, konnten jedoch im Anschluss wieder deutlich Stärke zeigen und den Handelstag oberhalb von 24.500 Punkten beenden.
Positiv ist zudem, dass wir heute Nacht bereits einen sauberen Retest dieser Zone gesehen haben. Für das bullische Szenario bleibt entscheidend, dass wir uns oberhalb von 24.500 Punkten und idealerweise in Richtung der 25.000er-Marke stabilisieren können. Der erste wichtige Schritt dafür wäre ein Bruch des gestrigen Tageshochs bei rund 24.750 Punkten.
In diesem Fall sehe ich zunächst einen erneuten Anlauf auf die Widerstandszone um 24.800 Punkte und anschließend die psychologisch wichtige 25.000er-Marke.
Grundsätzlich gehe ich aktuell davon aus, dass die Market Maker vor den morgigen US-Inflationsdaten eher an höheren Kursen interessiert sein könnten, bevor anschließend die eigentliche Richtungsentscheidung folgt.
Sollten wir jedoch erneut Schwäche zeigen und das gestrige Tagestief bei rund 24.330 Punkten unterschreiten, würde sich das Bild deutlich eintrüben.
In diesem Fall sehe ich zunächst Potenzial bis 24.200 Punkte und anschließend in Richtung der wichtigen 24.000er-Zone.
Wie sich die Märkte nach den Inflationsdaten entwickeln könnten und welche Szenarien ich aktuell für wahrscheinlich halte, bespreche ich heute ausführlich im neuen YouTube-Video.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Handelstag und stabile Trades.
DAX Tagesausblick 08. Juni – 24.500er Zone heute entscheidend!Kurz vorab
Ich habe zusätzlich ein ausführliches Video zum Wochenausblick veröffentlicht, in dem ich detailliert auf die wichtigsten fundamentalen Entwicklungen, geopolitischen Risiken, Wirtschaftsdaten sowie die wichtigsten Setups bei DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin, Nvidia, Öl, US-Dollar und weiteren Märkten eingehe.
Den Link zum Video findet ihr wie gewohnt auf meinem Profil.
Der heutige Tagesausblick konzentriert sich auf die wichtigsten Entwicklungen zum Wochenstart sowie die relevanten charttechnischen Szenarien für die großen Märkte.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der neuen Handelswoche einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation rund um Iran, Israel und die USA.
Während die Märkte in den vergangenen Wochen zeitweise verstärkt auf eine diplomatische Lösung gesetzt hatten, blieb eine endgültige Einigung bislang aus. Gleichzeitig kam es zuletzt erneut zu militärischen Aktivitäten, gegenseitigen Drohungen und neuen Spannungen in der Region.
Über das Wochenende sorgten insbesondere Meldungen über Angriffe auf US-Stützpunkte im Nahen Osten, Luftalarm in Bahrain sowie abgefangene Raketen- und Drohnenangriffe in Kuwait für erhöhte Aufmerksamkeit. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Marktreaktionen, dass Investoren aktuell zwar eine erhöhte Unsicherheit einpreisen, bislang jedoch noch nicht von einer unkontrollierten Eskalation ausgehen.
Bemerkenswert bleibt dabei insbesondere die Entwicklung am Ölmarkt. Trotz der zuletzt vergleichsweise ruhigen Entwicklung an den Rohstoffmärkten führte die aktuelle Nachrichtenlage bereits zum Wochenstart zu deutlichen Aufschlägen beim Ölpreis. Damit zeigt sich erneut, wie sensibel die Märkte derzeit auf neue Schlagzeilen aus dem Nahen Osten reagieren.
Für die Finanzmärkte bleibt entscheidend, ob es in den kommenden Tagen zu weiteren Eskalationen kommt oder ob diplomatische Bemühungen wieder stärker in den Vordergrund rücken. Neue Spannungen hätten unmittelbare Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen, Volatilität und damit letztendlich auch auf die Entwicklung der globalen Aktienmärkte.
Abseits der geopolitischen Entwicklungen bleibt Nvidia weiterhin einer der wichtigsten Einzelwerte für die Stimmung im gesamten Technologiesektor. Zuletzt sorgten weitere positive Unternehmensmeldungen und neue Partnerschaften für konstruktive Schlagzeilen. Gleichzeitig achten Marktteilnehmer jedoch zunehmend darauf, ob die zuletzt sehr hohen Bewertungen weiterhin durch Fundamentaldaten gerechtfertigt werden können.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Der heutige Handelstag verläuft aus fundamentaler Sicht vergleichsweise ruhig.
Der Fokus der gesamten Handelswoche liegt weiterhin auf Mittwoch und Donnerstag.
Am Mittwoch werden die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) veröffentlicht. Nach den überraschend starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche gelten diese Zahlen als wichtigstes Event der gesamten Handelswoche. Die Märkte werden genau beobachten, ob sich der Inflationsdruck erneut beschleunigt und mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve weiter nach hinten verschoben werden müssen.
Am Donnerstag folgt die Zinsentscheidung der EZB. Zusätzlich stehen weitere Inflationsdaten auf Produzentenebene (PPI) sowie neue Arbeitsmarktdaten auf dem Programm.
Insgesamt dürfte die Kombination aus Inflation, Geldpolitik und geopolitischen Entwicklungen im weiteren Wochenverlauf für erhöhte Volatilität sorgen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt startet mit einem deutlichen Gap-Up in die neue Handelswoche. Aktuell notiert US Oil bei rund 94,30 US-Dollar und damit mehr als 4 % über dem Wochenschlusskurs vom Freitag.
Verantwortlich hierfür dürften vor allem die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten sein.
Für mich bleibt nun entscheidend, ob sich der Markt oberhalb der 95-Dollar-Marke etablieren kann. Diese Zone entspricht gleichzeitig dem Weekly High der KW22 und stellt eine wichtige technische Hürde dar.
Sollte ein Daily Close oberhalb dieser Marke gelingen, würde anschließend das Wochenhoch der vergangenen Woche bei rund 97 Dollar in den Fokus rücken.
Um kurzfristig bearish zu bleiben, sollte der Markt dagegen weiterhin unterhalb der 95-Dollar-Marke schließen.
US-Staatsanleihen
Auch die US-Staatsanleihen zeigen zum Wochenstart deutliche Stärke.
Besonders auffällig sind die Bewegungen bei den kürzeren Laufzeiten. Die dreijährigen Anleihen notieren rund 1,07 % im Plus, die fünfjährigen Anleihen rund 1,08 %, die zehnjährigen Anleihen knapp 0,97 % und die dreißigjährigen Anleihen etwa 0,60 % höher.
Zusätzlich wurden die Hochs der Vorwoche bereits überschritten.
Damit bleibt das Thema steigender Renditen und eine mögliche Verschiebung zukünftiger Zinssenkungen weiterhin ein wichtiger Belastungsfaktor für Risk Assets.
DXY
Der US-Dollar-Index startet ebenfalls mit einem leichten Gap-Up in die neue Woche.
Die Hochs der Vorwoche wurden bereits überschritten und die psychologisch wichtige 100-Punkte-Marke konnte erneut erfolgreich verteidigt werden. Solange sich der DXY oberhalb von 100 Punkten halten kann, bleibt für mich ein Anstieg in Richtung 100,50 Punkte das wahrscheinlichste Szenario. Ein starker US-Dollar bleibt dabei insbesondere für EUR/USD, Gold und zahlreiche Risk Assets ein wichtiger Gegenwind.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert nach einem kleinen Gap-Up aktuell wieder knapp unterhalb der Marke von 20 Punkten.
Trotz der erhöhten geopolitischen Unsicherheit konnte der VIX bislang keine nachhaltige Dynamik nach oben entwickeln. Für die kommenden Handelstage bleibt der VIX dennoch einer der wichtigsten Frühindikatoren für die allgemeine Risikobereitschaft institutioneller Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigt vorbörslich bereits erste Stabilisierungstendenzen und notiert aktuell leicht im Plus bei rund 208,50 US-Dollar.
Trotz der positiven Unternehmensmeldungen bleibt die charttechnische Situation zunächst unverändert. Für die Bullen wäre eine nachhaltige Stabilisierung oberhalb von 212 Dollar entscheidend. Sollte diese Rückeroberung nicht gelingen und das aktuelle Wochentief unterschritten werden, bleibt eine Ausweitung der Korrektur in den Bereich zwischen 200 und 198 Dollar weiterhin möglich.
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt den ersten positiven Daily Close seit mehreren Handelstagen ausbilden.
Für eine nachhaltigere Erholung wäre nun ein Bruch des gestrigen Tageshochs erforderlich. In diesem Fall könnte sich weiteres Potenzial in Richtung 66.000 US-Dollar eröffnen. Gelingt dies nicht, bleibt ein erneuter Test der wichtigen Unterstützung bei 60.000 Dollar das wahrscheinlichste Szenario.
S&P 500
Beim S&P 500 bleibt die Zone um 7.500 Punkte weiterhin die wichtigste kurzfristige Entscheidungsmarke.
Zwar konnte das Wochenhoch zunächst nahezu erreicht werden, allerdings kam es dort erneut zu Verkäufen. Sollte die Zone um 7.500 Punkte als Widerstand bestätigt werden, bleibt eine Fortsetzung der laufenden Korrektur möglich. Fällt der Markt erneut unter 7.350 Punkte, bleibt das nächste größere Ziel unverändert im Bereich von 7.250 Punkten.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt zum Wochenstart erste Stabilisierungstendenzen und konnte sich zunächst oberhalb der 29.000-Punkte-Marke halten.
Für das bullische Szenario wäre nun eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 29.500 Punkte sowie anschließend 30.000 Punkte denkbar. Auf der Unterseite bleibt die Marke von 28.500 Punkten entscheidend. Ein nachhaltiger Bruch könnte die Korrektur bis in den Bereich von 27.500 Punkten ausweiten. Besonders die CPI-Daten am Mittwoch dürften maßgeblich über die weitere kurzfristige Richtung entscheiden.
US30
Beim Dow Jones wurde das Wochentief bereits unterschritten, wodurch sich das Chartbild aktuell etwas schwächer präsentiert als bei Nasdaq und S&P 500.
Für mich bleibt nun besonders interessant, ob wir einen erneuten Retest der Zone um 51.000 Punkte sehen.
Dort könnten sich interessante Short-Setups ergeben, mit möglichen Zielen im Bereich von 50.500 beziehungsweise 50.000 Punkten. Sollte sich der Markt dagegen wieder nachhaltig oberhalb von 51.000 Punkten etablieren, würde dies das bullische Szenario stärken und weiteres Potenzial in Richtung 51.500 Punkte eröffnen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX startet mit erhöhter Unsicherheit in die neue Handelswoche und hat bereits das Wochentief der Vorwoche unterschritten.
Im Bereich von 24.300 Punkten konnte zunächst erste bullische Gegenwehr beobachtet werden. Gleichzeitig bleibt die Zone um 24.500 Punkte für mich die mit Abstand wichtigste Entscheidungsmarke des heutigen Handelstages.
Für ein nachhaltiges bullisches Momentum wäre entscheidend, dass sich der Markt oberhalb dieser Zone stabilisieren kann . Gelingt zusätzlich ein Ausbruch sowie ein Schlusskurs oberhalb der H4-Hochs bei rund 24.620 Punkten, würde sich weiteres Potenzial in Richtung Monatshoch April sowie Jahreshoch 2025 bei rund 24.800 Punkten eröffnen.
Bei anhaltender Dynamik wäre anschließend sogar ein Anlauf der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke denkbar.
Bullisches Szenario
Die Zone um 24.500 Punkte wird erfolgreich verteidigt.
Anschließend gelingt die Rückeroberung der H4-Hochs bei 24.620 Punkten.
In diesem Fall rücken zunächst 24.800 Punkte und anschließend die Marke von 25.000 Punkten in den Fokus.
Bearishes Szenario
Der DAX unterschreitet das aktuelle Tagestief und verliert damit die kurzfristige Stabilisierung.
In diesem Fall rückt zunächst die Unterstützung im Bereich von 24.200 Punkten in den Fokus.
Sollte auch diese Zone keinen Halt bieten, wäre eine Ausweitung der Korrektur bis an die psychologisch wichtige 24.000-Punkte-Marke denkbar.
Fazit
Fundamental dürfte der heutige Handelstag zunächst vergleichsweise ruhig verlaufen. Die größten Impulse der Woche werden voraussichtlich erst durch die CPI-Daten am Mittwoch sowie die geldpolitischen Entscheidungen und Pressekonferenzen am Donnerstag ausgelöst.
Bis dahin bleiben insbesondere die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, die Bewegungen am Ölmarkt, die Entwicklung des US-Dollars sowie die Renditen der US-Staatsanleihen die wichtigsten Einflussfaktoren für die Märkte.
Trotz der jüngsten Korrekturen befinden sich die großen Risk Assets weiterhin in übergeordnet bullischen Marktstrukturen. Ob die aktuellen Rücksetzer bereits attraktive Kaufgelegenheiten darstellen oder ob die Korrektur zunächst weiterläuft, dürfte sich maßgeblich in den kommenden Tagen entscheiden.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Setzt sich die Korrektur bei den Risk Assets fort oder sehen wir bereits wieder erste attraktive Buy-the-Dip-Chancen?
Wochenausblick KW24 –Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW24
Kurz vorab
Ich habe heute wieder zusätzlich ein ausführliches Analysevideo zum Wochenausblick KW24 veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf die wichtigsten Entwicklungen und Erwartungen für die gesamte Handelswoche ein – von Inflation, Geldpolitik und Arbeitsmarkt über die geopolitische Lage bis hin zu Öl, Anleiherenditen, US-Dollar, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Wer die aktuelle Marktlage noch tiefer verstehen möchte, findet den Link zu meinem YouTube-Kanal auf meinem TradingView-Profil.
Außerdem habe ich bereits den ausführlichen Wochenrückblick zur KW23 veröffentlicht. Dort analysiere ich die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Handelswoche, die Reaktionen der Märkte auf die jüngsten Wirtschaftsdaten sowie die Auswirkungen der geopolitischen Ereignisse. Den entsprechenden Beitrag findet ihr ebenfalls auf meinem TradingView-Profil.
Der heutige Wochenausblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten fundamentalen Entwicklungen, Wirtschaftsdaten und charttechnischen Szenarien der kommenden Handelswoche KW24.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der KW24 einer der wichtigsten fundamentalen Einflussfaktoren für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation rund um den Iran, die USA und die Entwicklungen im Nahen Osten.
Während Ende der KW22 und zu Beginn der KW23 noch verstärkt Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung und einen möglichen Deal zwischen den beteiligten Parteien eingepreist wurden, hat sich dieses Bild zuletzt etwas verändert. Zwar kam es nicht zu einer massiven Eskalation, gleichzeitig wurde jedoch auch keine endgültige Einigung erzielt. Genau dieser Umstand sorgt aktuell für eine gewisse Unsicherheit an den Märkten.
Im Verlauf der vergangenen Woche kam es erneut zu gegenseitigen Drohungen, militärischen Aktivitäten und politischen Spannungen. Aussagen von Donald Trump gegenüber der israelischen Regierung sowie neue Entwicklungen rund um Raketenangriffe, Vergeltungsmaßnahmen und diplomatische Verhandlungen zeigten erneut, wie fragil die Situation weiterhin bleibt. Die ursprünglich eingepreiste Hoffnung auf eine schnelle Lösung rückt damit zumindest kurzfristig wieder etwas in die Ferne.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Rohstoffmärkte zum Wochenende vergleichsweise ruhig geblieben sind. Insbesondere der Ölpreis konnte trotz der geopolitischen Unsicherheit keinen nachhaltigen Ausbruch nach oben vollziehen. Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der geopolitischen Risikoprämie bereits zuvor eingepreist und in den vergangenen Wochen wieder abgebaut wurde.
Für die kommende Woche bleibt deshalb entscheidend, ob neue Eskalationen auftreten oder ob die Märkte weiterhin auf eine spätere diplomatische Lösung setzen. Sollte sich die Situation erneut verschärfen, könnte dies unmittelbar Auswirkungen auf Ölpreise, Inflationserwartungen, Volatilität und letztlich auch auf die Aktienmärkte haben. Bleibt die Lage dagegen stabil, dürfte die geopolitische Risikoprämie weiter zurückgehen und den Risk Assets zusätzliche Unterstützung liefern.
Damit bleibt die Entwicklung im Nahen Osten weiterhin einer der wichtigsten externen Faktoren für die Finanzmärkte der kommenden Handelswoche.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW24 im Überblick
Neben der geopolitischen Lage richtet sich der Fokus in der kommenden Woche klar auf die Inflationsentwicklung und die Geldpolitik.
Besonders wichtig ist dabei die Einordnung der Daten im Zusammenhang mit den Ereignissen der vergangenen Woche. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA fielen zuletzt deutlich robuster aus als erwartet. Sowohl die Non-Farm Payrolls als auch die durchschnittlichen Stundenlöhne zeigten weiterhin eine überraschend hohe Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Genau deshalb gewinnen die CPI-Daten in dieser Woche nochmals zusätzlich an Bedeutung. Nach den starken Arbeitsmarktdaten stellt sich nun die entscheidende Frage, ob die Inflation tatsächlich weiter zurückgeht oder ob sich die Befürchtungen bestätigen, dass der Inflationsdruck erneut zunimmt und die Fed mögliche Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben muss.
Der Montag und Dienstag bleiben zunächst vergleichsweise ruhig.
Am Dienstag stehen die Existing Home Sales im Fokus. Erwartet werden 4,08 Millionen Verkäufe bestehender Wohnimmobilien nach zuvor 4,02 Millionen. Diese Kennzahl misst die annualisierte Anzahl verkaufter Bestandsimmobilien und gilt als wichtiger Indikator für die Stärke des US-Immobilienmarktes. Da der Immobiliensektor einen bedeutenden Bestandteil der US-Wirtschaft darstellt, liefern diese Daten wichtige Hinweise auf die allgemeine wirtschaftliche Aktivität sowie die Auswirkungen des aktuellen Zinsniveaus.
Zusätzlich wird am Dienstag eine Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwartet. Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine Zinsentscheidung, dennoch achten Marktteilnehmer sehr genau auf mögliche Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Der absolute Hauptfokus der Woche liegt jedoch auf Mittwoch und Donnerstag.
Am Mittwoch werden die mit Abstand wichtigsten Inflationsdaten der Woche veröffentlicht. Für den CPI Month over Month wird ein Wert von 0,3 % erwartet nach zuvor 0,6 %. Hier rechnen die Märkte also mit einer Abschwächung des monatlichen Inflationsanstiegs.
Besonders wichtig wird jedoch der Core CPI. Dieser misst die Preisentwicklung ohne die volatilen Komponenten Nahrung und Energie und gilt daher als einer der wichtigsten Inflationsindikatoren überhaupt. Hier liegt die Erwartung aktuell bei 0,5 % nach zuvor 0,4 %. Die Märkte rechnen also mit einer erneuten Beschleunigung der Kerninflation.
Auch beim CPI Year over Year wird aktuell ein weiterer Anstieg erwartet. Mit einem Forecast von 4,2 % gegenüber zuvor 3,8 % würde sich die Inflation erneut weiter vom langfristigen Zielwert der Federal Reserve entfernen.
Die Bedeutung dieser Daten kann kaum überschätzt werden. Nach den starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche könnte ein weiterer Inflationsanstieg die Erwartungen an zukünftige Zinssenkungen deutlich reduzieren. Entsprechend hoch dürfte die Volatilität an den Märkten ausfallen.
Ebenfalls am Mittwoch werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht. Hohe Lagerbestände wirken grundsätzlich belastend auf den Ölpreis, während sinkende Lagerbestände tendenziell preistreibend wirken. Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten besitzen diese Daten aktuell eine erhöhte Relevanz.
Zusätzlich findet die Versteigerung zehnjähriger US-Staatsanleihen statt. Die Nachfrage nach diesen Anleihen liefert wichtige Hinweise auf die Erwartungen institutioneller Investoren hinsichtlich Inflation, Wachstum und zukünftiger Zinspolitik.
Am Donnerstag richtet sich der Fokus zunächst auf Europa.
Veröffentlicht wird die Deposit Facility Rate der Europäischen Zentralbank. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, den Banken für überschüssige Einlagen bei der EZB erhalten. Aktuell wird eine Anhebung von 2,00 % auf 2,25 % erwartet.
Parallel dazu erfolgt die eigentliche EZB-Zinsentscheidung. Während die Deposit Facility Rate den Einlagenzins beschreibt, bezieht sich die offizielle Interest Rate Decision auf den Hauptrefinanzierungssatz der EZB. Die Märkte preisen aktuell mit rund 99 % Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Die Zinserhöhung selbst gilt damit weitgehend als eingepreist. Entscheidend wird vor allem der Ausblick auf die kommenden Sitzungen im Juli und September.
Anschließend folgt die EZB-Pressekonferenz. Besonders wichtig wird hierbei die Kommunikation der Zentralbank hinsichtlich Inflation, Wachstum und zukünftiger Zinsschritte.
Am Nachmittag stehen erneut wichtige US-Inflationsdaten auf dem Programm. Der Producer Price Index (PPI) misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene und gilt als Frühindikator für die spätere Verbraucherpreisinflation.
Für den PPI Month over Month wird aktuell ein Wert von 0,7 % erwartet nach zuvor 1,4 %. Die Märkte rechnen hier also mit einer Abschwächung des Preisauftriebs auf Produzentenebene.
Zusätzlich werden die Initial Jobless Claims veröffentlicht. Diese liefern wöchentlich wichtige Hinweise auf die aktuelle Verfassung des US-Arbeitsmarktes.
Am Freitag stehen schließlich noch die Michigan Inflation Expectations, die Consumer Expectations sowie das Consumer Sentiment im Fokus. Diese Daten liefern zusätzliche Hinweise darauf, wie Verbraucher Inflation, Wirtschaft und Konsum einschätzen.
Trotz aller Wirtschaftsdaten bleibt jedoch wichtig zu betonen, dass geopolitische Schlagzeilen jederzeit für zusätzliche Volatilität sorgen können. Entsprechend sollten Marktteilnehmer in der kommenden Woche nicht ausschließlich auf den Wirtschaftskalender achten.
Ein gesondertes YouTube-Video zu den CPI-Daten und den möglichen Marktszenarien werde ich am Dienstag veröffentlichen. Daher gehe ich an dieser Stelle bewusst nicht detailliert auf die einzelnen CPI-Szenarien ein.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Wie bereits im Wochenrückblick zur KW23 angesprochen, bleibt der Ölpreis aktuell einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Wir konnten zuletzt einen wichtigen Wochenschluss oberhalb der 90-Dollar-Marke nicht etablieren. Für das bearishe Szenario bleibt nun entscheidend, dass zunächst das Wochentief der KW23 bei rund 88,40 Dollar unterschritten wird. Anschließend rückt die wichtige Unterstützungszone um 87,70 Dollar in den Fokus.
Besonders relevant bleibt danach das Wochentief der Vorwoche bei rund 86,30 Dollar. Sollte auch diese Zone nachhaltig brechen, würde gleichzeitig das aktuelle Monatstief unterschritten werden. In diesem Fall könnte sich die Korrektur deutlich ausweiten und mittelfristig in Richtung der wichtigen 81-Dollar-Zone fortsetzen.
Bullisch würde das Bild für mich erst wieder bei einem nachhaltigen Daily Close oberhalb von 95 Dollar werden.
Solange sich die geopolitische Situation nicht deutlich verändert, erscheint aktuell jedoch eine größere Range zwischen etwa 88 und 95 Dollar als das wahrscheinlichste Szenario.
US-Staatsanleihen und DXY
Bei den US-Staatsanleihen bleibt für mich besonders interessant, dass wir zuletzt über nahezu sämtliche Laufzeiten hinweg starke Bewegungen gesehen haben. Auffällig war dabei vor allem die Stärke der kurzfristigen Laufzeiten.
Zum Wochenschluss zeigten sich jedoch erste Gewinnmitnahmen und Umschichtungen. Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob sich dieses Momentum fortsetzt und die Renditen erneut anziehen.
Dies hätte direkte Auswirkungen auf den US-Dollar.
Der Dollar Index DXY konnte die vergangene Woche oberhalb der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke beenden. Für die kommende Woche bleibt die Zone um 99,50 Punkte die wichtigste Unterstützung.
Sollte diese gehalten werden, bleibt ein erneuter Anlauf auf die 100,50 Punkte wahrscheinlich. Dort befindet sich aktuell das entscheidende Range High sowie das bisherige Jahreshoch bei rund 100,64 Punkten.
Ein Ausbruch darüber könnte die Rückkehr einer stärkeren Dollar-Dominanz signalisieren und zahlreiche Dollar-Paare unter Druck setzen.
Beim EUR/USD bleibt zusätzlich die EZB-Zinsentscheidung zu beachten. Eine restriktivere EZB könnte kurzfristig dazu führen, dass der Euro trotz eines starken US-Dollars relative Stärke zeigt.
Volatilitätsindex VIX
Der VIX bleibt für die kommende Woche ein besonders wichtiger Frühindikator.
Wir haben die vergangene Handelswoche mit einem Anstieg von rund 40 % beendet und notieren aktuell wieder oberhalb der Marke von 20 Punkten.
Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob dieser Anstieg lediglich eine kurzfristige Reaktion auf die geopolitischen Entwicklungen war oder ob sich daraus eine nachhaltige Veränderung der Marktstimmung entwickelt.
Sollte der VIX weiter steigen, würde dies auf zunehmende Unsicherheit und erhöhte Absicherungsaktivitäten institutioneller Marktteilnehmer hindeuten.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der wichtigsten Einzelwerte für die Entwicklung des gesamten Technologiesektors.
Charttechnisch wurde zuletzt die wichtige Zone zwischen 208 und 212 Dollar unterschritten. Die Aktie notiert aktuell im Bereich von rund 205 Dollar.
Für mich liegt die nächste entscheidende Unterstützungszone nun zwischen 198 und 200 Dollar. Dort wird sich zeigen, ob erneut Käufer in den Markt kommen oder ob sich die Korrektur weiter ausdehnt. Auf der Oberseite wäre eine Rückkehr über 212 Dollar ein erstes positives Signal.
Bitcoin
Bitcoin konnte zuletzt im Bereich der wichtigen 60.000-Dollar-Unterstützung zunächst einen Boden ausbilden. Gleichzeitig wurde mit der jüngsten Bewegung unter die Hochs aus dem Februar gebrochen. Die vergangene Woche war insgesamt von deutlichen Gewinnmitnahmen geprägt.
Für mich bleibt Bitcoin aktuell zunächst weniger interessant. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir zunächst nochmals eine Erholung in Richtung 65.000 Dollar sehen, bevor über die weitere Richtung entschieden wird.
Entsprechend bleibe ich hier vorerst abwartend.
S&P 500
Der S&P 500 bleibt für mich aktuell einer der spannendsten Märkte.
Entscheidend wird sein, ob die Zone um 7.350 Punkte unterschritten wird. Dort treffen mehrere wichtige technische Marken aufeinander.
Sollte dieser Bereich brechen, könnte sich die laufende Korrektur bis in den Bereich von 7.250 Punkten ausweiten.
Auf der Oberseite bleibt die Zone um 7.500 Punkte die wichtigste Entscheidungsmarke. Sollte sich dieser Bereich nun als Widerstand etablieren, könnten sich dort erneut interessante Short-Setups ergeben.
Die endgültige Richtung dürfte jedoch maßgeblich von den CPI-Daten am Mittwoch beeinflusst werden.
Nasdaq
Der Nasdaq verzeichnete zuletzt eine deutliche Korrektur und löschte innerhalb einer einzigen Handelswoche einen erheblichen Teil der Gewinne der vorangegangenen Wochen aus.
Für das bearishe Szenario bleibt die Marke bei 28.500 Punkten entscheidend. Ein Bruch könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich von 27.500 Punkten ermöglichen.
Sollte sich der Markt dagegen stabilisieren und wieder über 29.000 Punkte steigen, würden 29.500 Punkte und anschließend die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wieder in den Fokus rücken.
US30
Auch beim Dow Jones ergibt sich aktuell ein gemischtes Bild.
Sollten wir den Bereich um 50.660 Punkte nachhaltig unterschreiten, wäre zunächst eine Bewegung bis etwa 50.400 Punkte denkbar.
Kann die Zone um 50.500 Punkte anschließend ebenfalls nicht verteidigt werden, rückt die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Punkten in den Fokus.
Auf der Oberseite würde ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 51.000 Punkten das bullische Szenario stärken und weiteres Potenzial in Richtung 51.500 Punkte eröffnen.
DAX – Charttechnischer Ausblick für die kommende Woche
Der DAX bleibt trotz der jüngsten Korrektur weiterhin in einer grundsätzlich bullischen Marktstruktur.
Für die kommende Woche wird zunächst entscheidend sein, ob das Wochentief der KW23 verteidigt werden kann. Sollte der Markt unter 24.400 Punkte fallen, rückt die nächste Unterstützungszone im Bereich von rund 24.300 Punkten in den Fokus.
Kann sich die Korrektur weiter ausdehnen und etabliert sich die Zone um 24.500 Punkte als Widerstand, wären im weiteren Verlauf sogar Bewegungen bis in den Bereich von 24.000 Punkten denkbar.
Auf der Oberseite bleibt zunächst abzuwarten, ob sich die Märkte nach den jüngsten Gewinnmitnahmen stabilisieren können.
Der Montag dürfte dabei besonders wichtig werden. Marktteilnehmer werden genau beobachten, ob die Korrekturen der vergangenen Woche fortgesetzt werden oder ob bereits erste Käufer zurückkehren.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt wichtig festzuhalten, dass sich die großen Risk Assets weiterhin in übergeordnet bullischen Strukturen befinden. Die jüngsten Rückgänge spiegeln vor allem die gestiegenen Inflationssorgen, die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinssenkungen sowie die geopolitischen Risiken wider.
Von einer vollständigen Trendwende kann aktuell jedoch noch keine Rede sein.
Wichtigste Erkenntnisse für KW24
* Die geopolitische Lage rund um den Iran bleibt der wichtigste externe Markttreiber.
* Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung haben zuletzt etwas nachgelassen.
* Die CPI-Daten am Mittwoch werden nach den starken Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche zum wichtigsten Event der Handelswoche.
* Die Märkte werden genau beobachten, ob sich die Inflation erneut beschleunigt.
* Die EZB-Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz stehen am Donnerstag im Fokus.
* Öl bleibt einer der wichtigsten Inflationstreiber und damit einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
* Der DXY notiert wieder oberhalb von 100 Punkten und könnte bei weiteren Zinssenkungsverschiebungen zusätzliche Stärke entwickeln.
* VIX, Ölpreis und geopolitische Schlagzeilen bleiben die wichtigsten kurzfristigen Risikofaktoren.
* Trotz der jüngsten Korrekturen bleiben die übergeordneten Strukturen bei DAX, S&P 500 und Nasdaq weiterhin bullisch.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen stabile Trades für die kommende Handelswoche und einen schönen Sonntag.
Ab morgen gibt es wie gewohnt wieder den täglichen DAX-Tagesausblick.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Werden die CPI-Daten und die Geldpolitik wieder zum dominierenden Markttreiber oder bleibt die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten das entscheidende Thema der kommenden Woche?
DAX Wochenrückblick KW23 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Fundamentale & geopolitische Lage
Die KW23 stand ganz klar unter zwei großen Themen: der zunehmenden Unsicherheit im Nahen Osten und den überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss. Während wir nach KW22 noch gesehen hatten, dass die Märkte zunehmend auf eine Deeskalation zwischen Israel, Iran und den beteiligten Akteuren gesetzt haben, wurde diese Hoffnung im Verlauf der aktuellen Woche immer stärker ausgepreist.
Zu Wochenbeginn war die Stimmung noch vergleichsweise optimistisch. Die Marktteilnehmer gingen davon aus, dass weitere diplomatische Fortschritte möglich sind und die Lage kontrollierbar bleibt. Mit jedem weiteren Tag wurden die Schlagzeilen jedoch negativer. Statt weiterer positiver Entwicklungen häuften sich Berichte über militärische Zwischenfälle, neue Angriffe, Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah, Angriffe im Libanon sowie eine zunehmend angespannte Situation rund um den Iran.
Besonders wichtig dabei: Die Märkte hatten bereits sehr viel Positives eingepreist. Deshalb reichten schon weniger optimistische Nachrichten aus, um erste Gewinnmitnahmen auszulösen. Man darf nicht vergessen, dass wir seit Monaten eine außergewöhnlich starke Rally in nahezu allen Risk Assets gesehen haben. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte aktuell auf jede Form von Unsicherheit.
Auch auf politischer Ebene blieb es spannend. Gleichzeitig liefen weiterhin Diskussionen über mögliche neue US-Zölle und Handelsmaßnahmen. Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass die US-Regierung weitere Schritte gegen verschiedene Handelspartner prüft. Das spielte zwar kurzfristig nicht die Hauptrolle, bleibt aber ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die kommenden Wochen.
Insgesamt kann man festhalten, dass sich die geopolitische Lage gegenüber der Vorwoche eher verschlechtert als verbessert hat. Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung wurde zurückgenommen und genau das war einer der Hauptgründe für die zunehmende Vorsicht der Marktteilnehmer.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Auch auf der fundamentalen Seite war die Woche vollgepackt mit wichtigen Daten und Notenbank Kommentaren.
Zu Beginn der Woche standen verschiedene FED-Mitglieder sowie Jerome Powell im Fokus. Die Botschaft blieb weitgehend unverändert. Die Inflation liegt weiterhin oberhalb der Zielmarke. Gleichzeitig zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin robust und der Arbeitsmarkt bleibt erstaunlich stabil. Entsprechend sehen die FED-Mitglieder aktuell keinen Grund für schnelle oder aggressive Zinssenkungen.
Auch von Seiten der EZB kamen ähnliche Signale. Zwar befindet sich Europa grundsätzlich auf einem Zinssenkungspfad, gleichzeitig betonen die Verantwortlichen aber weiterhin die Risiken durch steigende Energiepreise und mögliche Inflationsrückschläge.
Am Montag standen zunächst die S&P Global Manufacturing PMI-Daten, die ISM Manufacturing PMI-Daten sowie die ISM Manufacturing Prices im Fokus. Die Daten zeigten insgesamt weiterhin eine solide Wirtschaft, während gleichzeitig die Preiskomponenten erhöht blieben.
Am Dienstag folgten die Inflationsdaten der Eurozone sowie die JOLTS Job Openings aus den USA. Die Stellenangebote zeigten erneut, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch bleibt und der Arbeitsmarkt keine größeren Schwächesignale sendet.
Am Mittwoch rückten dann die ADP Non-Farm Employment Daten, die S&P Global Services PMI-Daten, die ISM Non-Manufacturing Prices, die ISM Non-Manufacturing PMI-Daten sowie die Rohöllagerbestände in den Mittelpunkt. Gerade die Dienstleistungsdaten bestätigten erneut die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft.
Am Donnerstag standen die Initial Jobless Claims sowie weitere Aussagen von Donald Trump im Fokus. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lieferten ebenfalls keine Hinweise auf einen deutlich schwächer werdenden Arbeitsmarkt.
Der absolute Höhepunkt der Woche folgte jedoch am Freitag mit den Average Hourly Earnings, den Non-Farm Payrolls und der Unemployment Rate.
Noch wichtiger wird nun die kommende Handelswoche. Bereits am Mittwoch stehen die US-CPI-Daten an, welche aktuell wahrscheinlich neben den tatsächlichen Zinsentscheiden, die wichtigste Veröffentlichung des gesamten Monats darstellen. Am Donnerstag folgt anschließend die EZB-Zinsentscheidung inklusive Pressekonferenz. Beide Termine werden entscheidend dafür sein, ob die Märkte weitere Zinssenkungen einpreisen oder ob sich die aktuelle Neubewertung fortsetzt.
Gesamtbild Wirtschaft, Inflation & Arbeitsmarkt
Wenn man sämtliche Daten der Woche zusammennimmt, ergibt sich ein relativ klares Gesamtbild.
Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin erstaunlich robust. Sowohl die Manufacturing-Daten als auch die Services-Daten signalisieren weiterhin Wachstum. Von einer Rezession ist aktuell wenig zu sehen. Besonders der Dienstleistungssektor bleibt ein wichtiger Stabilitätsfaktor.
Die S&P Global Manufacturing PMI-Daten sowie die ISM Manufacturing PMI-Daten zeigten eine weiterhin stabile Aktivität in der Industrie. Gleichzeitig signalisierten die Manufacturing Prices aber weiterhin bestehenden Preisdruck.
Noch stärker zeigte sich die Wirtschaft bei den Dienstleistungsdaten. Sowohl die S&P Global Services PMI-Daten als auch die ISM Non-Manufacturing PMI-Daten bestätigten eine weiterhin starke Aktivität im Servicesektor.
Bei den Inflationsdaten waren vor allem die ISM Manufacturing Prices und die ISM Non-Manufacturing Prices wichtig. Beide zeigten, dass Unternehmen weiterhin steigende Kosten melden. Das bedeutet, dass der Inflationsdruck zwar nicht explodiert, aber weiterhin vorhanden bleibt.
Zusätzlich kommt die Entwicklung am Ölmarkt hinzu. Öl notiert weiterhin oberhalb der wichtigen 90-Dollar-Marke und stellt damit einen potenziellen Inflationsfaktor für die kommenden Monate dar.
Das Gesamtbild lautet daher aktuell: Die Wirtschaft bleibt stark, der Arbeitsmarkt bleibt stark und die Inflation geht zwar zurück, aber deutlich langsamer als von vielen Marktteilnehmern gewünscht.
Genau diese Kombination ist problematisch für schnelle Zinssenkungen.
NFP-Special Freitag
Der Freitag war ohne Zweifel der wichtigste Handelstag der Woche.
Die Average Hourly Earnings lagen mit 0,3 % exakt auf den Erwartungen. Gleichzeitig blieb die Jahresrate bei 3,4 %. Das bedeutet weiterhin steigende Löhne und damit grundsätzlich weiterhin Inflationsdruck. Höhere Löhne bedeuten mehr Kaufkraft, gleichzeitig steigen aber auch die Kosten der Unternehmen. Diese Kosten werden langfristig häufig an die Verbraucher weitergegeben.
Die größte Überraschung kam anschließend bei den Non-Farm Payrolls. Erwartet wurden lediglich 85.000 neue Stellen. Gemeldet wurden dagegen 172.000 neue Stellen. Zwar wurde der Vormonat nach oben revidiert, trotzdem lag der aktuelle Wert deutlich über den Erwartungen und bestätigte erneut die Stärke des US-Arbeitsmarktes.
Zusätzlich blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 %. Das bedeutet, dass trotz zusätzlicher Beschäftigung keine Verschlechterung des Arbeitsmarktes sichtbar wurde.
Zusammengefasst erhielten die Märkte damit genau die Datenkombination, die sie aktuell eigentlich nicht sehen wollten: starke Wirtschaft, starker Arbeitsmarkt und weiterhin bestehender Inflationsdruck.
Die Folge war eindeutig. Zinssenkungen wurden unmittelbar ausgepreist. Die Renditen stiegen stark an, der US-Dollar legte deutlich zu und Risk Assets gerieten unter Druck.
Dazu blieb die erhoffte Deeskalation mit Deal zwischen USA und Iran im Nahen Osten aus und wurde erstmal wieder auf Eis gelegt, daraus ergibt sich ein starkes short Momentum.
Die Kombination aus diesem bisher sehr starken Q2 2026, in dem nahe zu alle Indizes auf ATH stehen und den nun ernüchternden Fundamentaldaten triggert natürlich Gewinnmitnahmen von Rekordständen.
Charttechnik & Märkte im Überblick
Beim Ölmarkt sahen wir erneut eine äußerst volatile Woche. Nach einem starken Wochenstart konnte WTI zunächst deutlich zulegen und zwischenzeitlich sogar die wichtige 95-Dollar-Zone überschreiten. Dabei wurde das offene Gap im Bereich von rund 97 Dollar geschlossen. Anschließend setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein. Die Woche endete bei rund 90,94 Dollar und damit dennoch rund 2,8 % höher als in der Vorwoche. Besonders wichtig bleibt die Tatsache, dass Öl weiterhin oberhalb der psychologisch extrem wichtigen 90-Dollar-Marke notiert. Die Märkte preisen aktuell keine vollständige Eskalation im Nahen Osten ein, gleichzeitig aber auch keine nachhaltige Entspannung.
Am Anleihemarkt wurde die Neubewertung besonders deutlich sichtbar. Zu Wochenbeginn waren die Bewegungen noch relativ ruhig. Am Freitag kam es jedoch zu einem starken Renditeanstieg über die gesamte Kurve hinweg. Die Renditen der 3-jährigen US-Staatsanleihen stiegen um rund 2,5 %, die 5-jährigen um rund 2 %, die 10-jährigen um 1,27 % und die 30-jährigen um 0,42 %. Die Märkte preisen damit zunehmend aus, dass kurzfristig mehrere Zinssenkungen folgen könnten. Höhere Renditen bedeuten gleichzeitig Gegenwind für Aktienmärkte und Risk Assets.
Der DXY profitierte direkt von dieser Entwicklung. Bis Freitag bewegte sich der Dollar weitgehend seitwärts, ehe die NFP-Daten den Ausbruch lieferten. Der Dollarindex konnte die wichtige 100-Punkte-Marke zurückerobern und schloss die Woche mit einem Plus von rund 1,16 %. Damit befindet sich der DXY erneut an der Oberseite seiner seit April 2025 bestehenden Range. Entscheidend wird nun sein, ob die Zone um 100,5 nachhaltig überwunden werden kann. Sollte die Wirtschaft weiterhin stark bleiben und Zinssenkungen weiter nach hinten verschoben werden, könnte sich die Dollarstärke fortsetzen.
Auch der VIX zeigte die zunehmende Nervosität der Marktteilnehmer. Während die Woche zunächst relativ ruhig verlief, explodierte die Volatilität am Freitag regelrecht. Der VIX legte um knapp 40 % zu und schloss wieder oberhalb der wichtigen 20-Punkte-Marke bei rund 21,5 Punkten. Damit signalisiert der Markt erstmals seit längerer Zeit wieder deutlich steigende Unsicherheit.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia sahen wir eine äußerst turbulente Handelswoche. Nach einem starken Wochenstart und neuen Hochs kam es ab Dienstag zu massiven Gewinnmitnahmen. Vom Hoch bei rund 232 Dollar fiel die Aktie bis Freitag um rund 12 %. Allein am Freitag verlor Nvidia rund 6,3 %. Besonders kritisch ist dabei, dass die Unterstützungszone zwischen 208 und 212 Dollar unterschritten wurde. Damit rückt nun der Bereich zwischen 198 und 200 Dollar als nächster relevanter Support in den Fokus.
Bitcoin
Auch Bitcoin setzte seine Schwäche fort. Die Kryptowährung verlor auf Wochenbasis rund 17,85 % und fiel sogar zeitweise unter die Marke von 60.000 Dollar. Besonders auffällig war die fehlende Kaufdynamik. Praktisch die gesamte Woche war von Verkaufsdruck geprägt. Nun wird entscheidend sein, ob sich im Bereich um 60.000 Dollar eine neue Range etablieren kann oder ob die Korrektur weiter in Richtung 50.000 Dollar läuft.
SPX
Der S&P 500 markierte zu Wochenbeginn zunächst noch neue Allzeithochs. Die Dynamik ließ jedoch von Tag zu Tag nach. Bereits am Mittwoch kamen die ersten stärkeren Gewinnmitnahmen auf. Nach einer kurzfristigen Stabilisierung am Donnerstag folgte am Freitag der eigentliche Abverkauf. Der Index verlor rund 2,7 % und schloss bei etwa 7.384 Punkten. Besonders bemerkenswert ist, dass wir hier die erste wirklich bärische Wochenkerze seit rund neun Wochen gesehen haben.
NASDAQ
Ein ähnliches Bild zeigte sich im Nasdaq. Zu Wochenbeginn wurden ebenfalls neue Allzeithochs erreicht. Danach folgten zunehmende Gewinnmitnahmen, die am Freitag in einen deutlichen Abverkauf übergingen. Die Woche endete mit einem Minus von rund 5,5 %. Trotz dieser Schwäche muss die Bewegung jedoch eingeordnet werden. Seit Anfang April war der Nasdaq zuvor rund 35 % gestiegen. Im Verhältnis dazu handelt es sich aktuell noch um eine normale Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends.
US30
Auch der Dow Jones zeigte zunächst neue Allzeithochs. Besonders interessant war hier der starke Donnerstag, an dem der Index um rund 1,8 % zulegen konnte und neue Höchststände markierte. Am Freitag wurde diese Bewegung jedoch nahezu vollständig wieder abverkauft. Die Woche endete leicht negativ bei rund 50.740 Punkten und damit wieder unterhalb der wichtigen 51.000-Punkte-Marke.
DAX charttechnischer Rückblick
Der DAX zeigte in KW23 ebenfalls deutliche Schwächesignale. Bereits in der Vorwoche hatten wir erste Rejections im Bereich der Hochs gesehen. Diese Schwäche setzte sich nun fort. Auf Wochenbasis verlor der deutsche Leitindex rund 2,4 %.
Besonders auffällig war, dass der DAX die wichtige Zone um 25.000 Punkte nicht zurückerobern konnte. Bereits am Mittwoch wurde die Marke unterschritten. Die anschließenden Erholungsversuche am Donnerstag und Freitag scheiterten. Die Woche endete schließlich bei rund 24.437 Punkten.
Damit notiert der DAX nun unterhalb einer technisch äußerst wichtigen Zone. In diesem Bereich befinden sich mehrere Quartals- und Jahresschlusskurse, darunter der Jahresschlusskurs 2025, der Eröffnungskurs des aktuellen Jahres sowie weitere wichtige Referenzpunkte aus den vergangenen Quartalen. Genau deshalb besitzt die Zone um 24.500 Punkte aktuell eine besonders hohe Bedeutung.
Entscheidend wird nun sein, ob die Käufer diese Marke schnell zurückerobern können oder ob die Korrektur zunächst in Richtung 24.000 Punkte ausgeweitet wird.
Fazit
Insgesamt haben wir in KW23 erstmals seit langer Zeit wieder spürbare Gewinnmitnahmen in nahezu allen großen Risk Assets gesehen. Besonders betroffen waren Nvidia, Bitcoin, Nasdaq, S&P 500, Dow Jones und auch der DAX. Der Auslöser war dabei nicht nur die zunehmende Unsicherheit im Nahen Osten, sondern vor allem die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Diese führten zu steigenden Renditen, einem deutlich stärkeren US-Dollar und einer Neubewertung der Zinssenkungserwartungen.
Trotzdem bleibt wichtig festzuhalten, dass sich die großen Indizes weiterhin in übergeordneten Aufwärtstrends befinden. Seit März beziehungsweise April haben wir im Nasdaq einen Anstieg von rund 35 % und im S&P 500 einen Anstieg von rund 20 % gesehen – nahezu ohne nachhaltige Korrektur. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Rücksetzer zunächst normale Gewinnmitnahmen und noch kein Beweis für einen größeren Trendwechsel.
Die kommende Woche dürfte nun entscheidend werden. Mit den CPI-Daten am Mittwoch und der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag stehen zwei Ereignisse an, die den weiteren Kursverlauf maßgeblich beeinflussen können.
Wie seht ihr die aktuelle Situation? Weitet sich die Korrektur in der kommenden Woche weiter aus oder sehen wir bereits rund um die CPI-Daten die Rückkehr der Bullen?
M orgen folgt mein ausführlicher Wochenausblick für die KW24 inklusive detaillierter YouTube-Analyse, konkreter Trading-Setups und aller wichtigen Zonen und Fundamental Daten für die kommende Handelswoche.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
DAX Tagesausblick 05. Juni – NFP-Daten im Fokus!!!Geopolitische Lage
Bevor wir auf die eigentliche Analyse eingehen, zunächst ein Blick auf die geopolitische Lage. Diese bleibt weiterhin einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Rohstoff-, Anleihe- und Aktienmärkte.
Nachdem in den vergangenen Tagen Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten aufgekommen waren, gab es gestern und heute erneut gemischte Signale. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran weiterhin möglich sei und dass Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt würden. Gleichzeitig kamen jedoch Berichte auf, wonach die Hisbollah einen neuen Waffenruhe-Vorschlag ablehnt und Israel weiterhin auf Sicherheitsgarantien besteht. Dadurch bleibt die Situation äußerst fragil.
Der Markt beobachtet insbesondere weiterhin die Entwicklungen rund um den Iran, Israel, den Libanon sowie die Straße von Hormus. Zwar hat sich die unmittelbare Eskalationsangst im Vergleich zu Beginn der Woche etwas reduziert, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein. Entsprechend bleiben Ölpreis und Risikoaufschläge weiterhin stark von neuen Schlagzeilen abhängig.
Zusätzlich sorgten heute Nacht Aussagen von Nvidia CEO Jensen Huang für Aufmerksamkeit. Huang betonte erneut die starke Dynamik der KI-Industrie, sprach von einer beschleunigten AI-Expansion und bezeichnete Robotik als einen der nächsten großen Wachstumsmärkte. Darüber hinaus kündigte Nvidia weitere Investitionen und eine stärkere Präsenz in Südkorea an. Fundamental bleiben die Aussagen klar positiv für den Technologiesektor.
Auch von Seiten der Zentralbanken standen gestern mehrere Reden auf der Agenda. Sowohl FOMC-Mitglied Bowman als auch FOMC-Mitglied Daly äußerten sich weiterhin vorsichtig hinsichtlich möglicher Zinssenkungen. Die Aussagen änderten jedoch nichts am übergeordneten Bild: Die FED bleibt datenabhängig und richtet ihren Fokus weiterhin stark auf Inflation und Arbeitsmarkt.
Wirtschaftsdaten gestern
Kurzer Hinweis vorab: Gestern habe ich ein sehr ausführliches YouTube-Video hochgeladen. Dort gehe ich die verschiedenen NFP-Szenarien detailliert durch, bespreche Best-Case-, Worst-Case- sowie mein bevorzugtes Szenario und zeige konkrete Trading-Setups für die heutigen Daten. Wer sich auf die Veröffentlichung vorbereiten möchte, findet dort die vollständige Analyse.
Die wichtigsten Wirtschaftsdaten des gestrigen Tages kamen erneut vom US-Arbeitsmarkt.
Besonders auffällig waren die Initial Jobless Claims. Diese stiegen auf 225.000, während lediglich 214.000 erwartet wurden. Gleichzeitig wurde der Vormonatswert von 215.000 auf 212.000 nach unten revidiert. Die Kennzahl misst die Anzahl der Personen, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen, und gilt als einer der frühesten Indikatoren für Veränderungen am Arbeitsmarkt.
Der deutliche Anstieg spricht dafür, dass sich erste Schwächesignale im US-Arbeitsmarkt zeigen könnten. Da die Initial Jobless Claims häufig als Vorläufer der Non-Farm Payrolls betrachtet werden, bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz heute in den offiziellen Arbeitsmarktdaten bestätigt.
Etwas widersprüchlich fielen dagegen die Continuing Jobless Claims aus. Diese lagen bei 1,777 Millionen gegenüber erwarteten 1,780 Millionen und einem vorherigen Wert von 1,785 Millionen. Hier zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilität.
Zusätzlich wurden gestern die Daten zur Produktivität und zu den Lohnkosten veröffentlicht. Die Produktivität fiel mit 0,3 % deutlich schwächer aus als erwartet, während die Unit Labor Costs mit 1,8 % ebenfalls unter den Prognosen lagen. Dies spricht grundsätzlich für nachlassenden Inflationsdruck und erhöht die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinssenkungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute richtet sich der Fokus zunächst auf die finalen BIP-Daten der Eurozone. Erwartet wird ein Wachstum von 0,8 % gegenüber 1,2 % im Vorquartal. Die Zahlen liefern wichtige Hinweise darauf, wie stark sich die europäische Wirtschaft aktuell entwickelt.
Der absolute Schwerpunkt des Tages liegt jedoch auf den US-Arbeitsmarktdaten!
Veröffentlicht werden:
• Average Hourly Earnings (Forecast: 0,3 %, Previous: 0,2 %)
• Non-Farm Payrolls (Forecast: 85K, Previous: 115K)
• Unemployment Rate (Forecast: 4,3 %, Previous: 4,3 %)
Mein bevorzugtes Szenario:
Die Non-Farm Payrolls kommen leicht unter den Erwartungen im Bereich von etwa 85K bis 105K, die Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 4,3 % und die Lohnentwicklung bewegt sich zwischen 0,2 % und 0,3 %.
Dieses Szenario wäre ideal, da der Arbeitsmarkt weiterhin stabil erscheint, gleichzeitig aber kein zusätzlicher Inflationsdruck entsteht. Die FED würde dadurch Spielraum für spätere Zinssenkungen gewinnen, ohne dass sofort Rezessionsängste aufkommen.
Ein deutlich schwächerer Arbeitsmarkt mit Payrolls unter 95K, steigender Arbeitslosenquote und schwachen Löhnen wäre kurzfristig ebenfalls positiv für Risk Assets, würde jedoch gleichzeitig Rezessionsängste verstärken.
Das bearishste Szenario wäre dagegen ein deutlich stärkerer Arbeitsmarkt mit Payrolls von 130K bis 150K+, einer fallenden Arbeitslosenquote und einem Lohnwachstum von 0,3 % oder höher. In diesem Fall könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt zeigte gestern eine sehr wichtige Entwicklung. US Oil verlor auf Tagesbasis rund 3,5 % und schloss deutlich schwächer.
Besonders wichtig war dabei, dass wir unter dem Tief der Mittwochskerze schließen konnten. Gleichzeitig notiert Öl inzwischen wieder unter der Marke von 95 US-Dollar und aktuell im Bereich von rund 93 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild an den Aktienmärkten bleibt entscheidend, dass das gestrige Tagestief nach unten durchbrochen wird und Öl vor Wochenschluss wieder in Richtung 90 US-Dollar läuft. Dies würde den Inflationsdruck weiter reduzieren und insbesondere die Zinssenkungsfantasie unterstützen.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen konnten wir gestern erneut leicht fallende Renditen beobachten. Auch heute zeigen sich die Renditen zunächst etwas schwächer.
Auf Wochenbasis befinden sich die Renditen allerdings weiterhin im Plus, da wir zu Wochenbeginn ein starkes Gap-Up gesehen hatten. Für die kommende Handelswoche bleibt entscheidend, wie hoch der Weekly-Gain der Renditen tatsächlich ausfällt und welche Signale die heutigen NFP-Daten liefern.
DXY
Der US-Dollar-Index zeigte gestern erneut eine Doji-Kerze und testete nochmals das Tagestief der Mittwochskerze.
Für mich bleibt hier entscheidend, ob wir die Zone um 99,50 nach oben durchbrechen und wieder Richtung 100 laufen oder ob wir weiterhin innerhalb der seit Mitte Mai bestehenden Range bleiben.
VIX
Der Volatilitätsindex fiel gestern erneut deutlich und verlor knapp 4 %. Mit einem aktuellen Stand von rund 15,39 Punkten bleibt die implizite Volatilität im S&P 500 weiterhin sehr niedrig und signalisiert aktuell keine größere Marktpanik.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin einer der wichtigsten Marktführer für den Technologiesektor.
Die wichtige Supportzone zwischen 212 und 208 US-Dollar konnte erfolgreich verteidigt werden. Gestern legte die Aktie erneut knapp 2 % zu und notiert aktuell wieder über dem wichtigen April-Monatshoch bei rund 217 US-Dollar.
Für das bullische Gesamtbild wäre nun entscheidend, dass Nvidia die Woche über dem Hoch der Vorwoche sowie über dem Monatshoch abschließt. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 218 US-Dollar würde die bullische Struktur deutlich stärken.
Bitcoin
Bei Bitcoin fehlt weiterhin die relative Stärke. Auf die detaillierte Analyse bin ich bereits ausführlich im gestrigen YouTube-Video eingegangen. Aktuell ergeben sich hier für mich keine neuen kurzfristigen Trade-Setups.
S&P 500
Der S&P 500 konnte nach den Gewinnmitnahmen vom Mittwoch bereits gestern wieder rund 0,4 % zulegen.
Für die Oberseite bleibt der Bereich um 7.613 bis 7.614 Punkte entscheidend. Ein Bruch dieser Zone könnte den Weg in Richtung neuer Allzeithochs freimachen.
Auf der Unterseite bleibt die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten weiterhin die wichtigste Unterstützung. Sollte diese durch den NFP Trigger brechen, sehe ich bei 7.400 Punkte den nächsten Support.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte die erwartete Reaktion. Die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten wurde nahezu punktgenau getestet.
Für die Bullen bleibt nun entscheidend, dass dieser Bereich verteidigt werden kann. Sollte die Marke von 30.000 Punkten brechen, könnte eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 29.700 Punkte folgen.
Für neue Hochs benötigen wir zunächst einen Ausbruch über das aktuelle Tageshoch bei rund 30.315 Punkten.
US30
Der Dow Jones gehörte gestern mit einem Tagesgewinn von rund 1,8 % zu den stärksten Indizes.
Die starke Performance dürfte vor allem auf die Rotation aus Technologie- und KI-Werten in klassische Value-Titel zurückzuführen sein. Gleichzeitig unterstützten die schwächeren Wirtschaftsdaten die Hoffnung auf zukünftige Zinssenkungen.
Der Index notiert inzwischen deutlich über der Zone um 51.500 Punkte und befindet sich in der Nähe neuer Allzeithochs. Aufgrund der starken Rally sind vor dem Wochenende jedoch weitere Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX konnte gestern um rund 0,85 % zulegen und schloss bei 24.888 Punkten.
Positiv bleibt vor allem, dass wir oberhalb der wichtigen Zone um 24.800 Punkte schließen konnten. Dieser Bereich markiert sowohl das April-Monatshoch als auch das bisherige Jahreshoch 2025 und bleibt damit die zentrale Schlüsselzone.
Bearishes Szenario
Sollten die heutigen NFP-Daten negativ aufgenommen werden und der DAX erneut unter 24.800 Punkte fallen, wäre zunächst das aktuelle Tagestief bei 24.760 Punkten entscheidend.
Unterhalb dieser Marke sehe ich weiteres Potenzial bis zum Donnerstagstief bei 24.645 Punkten.
Sollte auch dort kein Halt gefunden werden, rückt die zentrale Unterstützungszone bei 24.500 Punkten in den Fokus.
Ein Szenario mit deutlich stärkeren NFP-Daten, steigenden Löhnen und einer fallenden Arbeitslosenquote könnte genau diesen Abverkauf auslösen.
Wichtig bleibt aber ebenfalls die Nahost Thematik, diese Szenarien erläutere ich im YT Video genauer!
Bullishes Szenario
Auf der Oberseite bleibt das Wochenhoch aus KW22 entscheidend, welches gleichzeitig das aktuelle Tageshoch markiert.
Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 24.920 Punkten würde zunächst einen erneuten Angriff auf die psychologische Marke von 25.000 Punkten ermöglichen.
Darüber hinaus wäre anschließend das Tageshoch vom Mittwoch das nächste relevante Kursziel.
Für dieses bullische Szenario wären leicht schwächere NFP-Daten, stabile Arbeitslosigkeit und moderate Lohnzuwächse die ideale Grundlage.
Da es Freitag ist, steht auch der Wochenschlusskurs heute an, für das bullische Bild, wäre es sehr gut, wenn der DAX heute über 25.050 Punkten schließt und somit eine bullische Wochenkerze ausbildet.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei den heutigen NFP-Daten und schon einmal ein schönes Wochenende!
Was glaubt ihr: Fallen die Non-Farm Payrolls heute eher bullish oder bearish aus?
Morgen folgt wie gewohnt mein DAX-Wochenrückblick und am Sonntag der ausführliche Wochenausblick für die KW24.
DAX Tagesausblick 04. Juni – Kommt jetzt die große Korrektur?Bevor wir starten: '
Heute wird noch ein ausführlicheres YouTube Video speziell zu den morgigen US-Arbeitsmarktdaten (NFP) erscheinen. Dort gehe ich deutlich detaillierter auf die verschiedenen Szenarien, mögliche Marktreaktionen und die wichtigsten Levels ein. Wer sich auf den wichtigsten Makro Event der Woche vorbereiten möchte, sollte dort unbedingt vorbeischauen.
Wie immer handelt es sich hierbei um keine Anlageberatung, sondern ausschließlich um meine persönliche Markteinschätzung.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die Märkte standen gestern erneut stark unter dem Einfluss der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Nachrichtenlage rund um Israel, den Iran, die USA und die gesamte Region bleibt angespannt und sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den Finanzmärkten.
Im Fokus standen erneut Berichte über mögliche Fortschritte bei diplomatischen Gesprächen, gleichzeitig aber auch neue Spannungen und militärische Entwicklungen. Die USA arbeiten weiterhin an verschiedenen Szenarien zur Stabilisierung der Lage. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Aussagen von Donald Trump, Meldungen rund um Benjamin Netanjahu sowie Berichte über mögliche Angriffe und Sicherheitsrisiken im Bereich Kuwait, Bahrain und der Straße von Hormus für erhöhte Nervosität.
Besonders die Straße von Hormus bleibt dabei der zentrale Faktor für die Rohstoffmärkte. Ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte verläuft durch diese Region. Jede neue Meldung über mögliche Eskalationen oder diplomatische Fortschritte führt deshalb unmittelbar zu starken Bewegungen bei Öl, Staatsanleihen, Währungen und den Aktienmärkten.
Hinzu kamen weitere marktrelevante Nachrichten aus dem Technologiesektor. Die geplante IPO von SpaceX sorgt weiterhin für Aufmerksamkeit. Besonders interessant dabei ist, dass Elon Musk trotz Börsengang weiterhin rund 82,4 % der Stimmrechte kontrollieren soll. Darüber hinaus standen Entwicklungen rund um Alphabet, Google, Anthropic sowie die bevorstehenden Broadcom Zahlen im Fokus der Investoren.
Insgesamt führte die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen und vorsichtiger Positionierung vor den morgigen Arbeitsmarktdaten zu einer deutlichen Risk Off Bewegung. Risk Assets standen gestern unter Druck und zeigten erste größere Gewinnmitnahmen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Auch auf der makroökonomischen Seite war gestern einiges geboten.
Zusätzlich zu den geopolitischen Entwicklungen standen gestern mehrere Aussagen von EZB- und Fed-Vertretern im Fokus der Märkte. Dabei überwog insgesamt ein eher restriktiver beziehungsweise hawkisher Ton.
EZB-Direktor Elderson betonte erneut die Risiken einer weiterhin hartnäckigen Inflation und signalisierte, dass die EZB auch nach der nächsten Zinssitzung wachsam bleiben müsse. Die Marktteilnehmer rechnen inzwischen zunehmend damit, dass der Zins Pfad in Europa länger restriktiv bleiben könnte als noch vor einigen Wochen erwartet, daher auch der stärkere Abverkauf bei Europäischen Aktien.
Auch von Seiten der US-Notenbank kamen keine Signale für eine kurzfristige Lockerung der Geldpolitik. Fed-Mitglieder wie Logan und Williams betonten weiterhin die Bedeutung der Inflationsbekämpfung und machten deutlich, dass die Federal Reserve bei anhaltend robusten Wirtschaftsdaten keinen unmittelbaren Handlungsdruck für Zinssenkungen sieht.
Zusätzlichen Druck auf die Märkte brachte die Aussage von Bessent, der darauf hinwies, dass das weiterhin starke Konsumwachstum ein Problem für den Kampf gegen die Inflation darstellen könnte. Insgesamt verstärkten die Aussagen der Notenbankvertreter daher die Wahrnehmung, dass sowohl die EZB als auch die Fed aktuell keinen Grund sehen, ihre restriktive Haltung deutlich aufzuweichen, sondern eher von gegen Maßnahmen sprechen.
Diese Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen, robusten Konjunkturdaten und weiterhin restriktiven Notenbankkommentaren sorgte gestern für zusätzlichen Gegenwind bei Aktien und anderen Risk Assets.
Bei den Wirtschaftsdaten stand zunächst der ADP Nonfarm Employment Change für Mai im Fokus. Die Beschäftigung im Privatsektor stieg um 122.000 Stellen und lag damit über den Erwartungen von 118.000. Der Vormonat wurde zudem von 109.000 auf 105.000 nach unten revidiert. Insgesamt zeigen die Daten weiterhin einen robusten US-Arbeitsmarkt. Für die Fed bedeutet ein stärkerer Arbeitsmarkt grundsätzlich weniger Druck für schnelle Zinssenkungen.
Der S&P Global Services PMI lag bei 50,7 Punkten und damit leicht unter den Erwartungen von 50,9. Trotz des kleinen Rückgangs bleibt der Index weiterhin über der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert damit weiterhin Expansion im Dienstleistungssektor.
Deutlich stärker fiel hingegen der ISM Non-Manufacturing PMI aus. Der Index stieg auf 54,5 Punkte und übertraf sowohl die Prognose von 53,7 als auch den Vormonatswert von 53,6 deutlich. Dies signalisiert weiterhin eine robuste wirtschaftliche Aktivität im US-Dienstleistungssektor.
Der ISM Non-Manufacturing Prices Index fiel leicht auf 71,3 Punkte gegenüber einer Erwartung von 72,3 Punkten. Trotz des Rückgangs bleibt das Preisniveau weiterhin sehr hoch und deutet auf anhaltenden Inflationsdruck hin.
Besonders interessant waren auch die Rohöllagerbestände. Erwartet wurde ein Rückgang von 2,9 Millionen Barrel. Tatsächlich lagen die Bestände jedoch bei minus 7,974 Millionen Barrel. Ein derart starker Lagerabbau deutet auf eine deutliche Verknappung des Angebots hin und wirkt grundsätzlich unterstützend beziehungsweise bullisch auf den Ölpreis.
Heute richtet sich der Fokus ausschließlich auf die Initial Jobless Claims in den USA. Erwartet werden 214.000 neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nach zuvor 215.000.
Der wichtigste Termin der gesamten Woche folgt jedoch morgen . Um 15:30 Uhr stehen die Average Hourly Earnings, die Nonfarm Payrolls sowie die US-Arbeitslosenquote auf dem Kalender. Die Erwartungen liegen aktuell bei 95.000 neuen Stellen, einer Arbeitslosenquote von 4,3 % sowie einem Anstieg der Stundenlöhne um 0,3 %. Diese Daten dürften die Richtung für die Märkte in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis konnte gestern bereits den dritten bullischen Tagesschlusskurs in Folge seit Wochenbeginn ausbilden. Besonders wichtig ist dabei, dass wir wieder oberhalb der 95 Dollar Marke sowie oberhalb des Wochenhochs der Vorwoche schließen konnten.
Aktuell notiert Öl erneut im Bereich dieser wichtigen Zone. Für mich bleibt nun entscheidend, ob sich der Markt nachhaltig über 95 Dollar etablieren kann. Gelingt dies, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 98 Dollar sowie anschließend einen erneuten Angriff auf die psychologisch wichtige 100 Dollar Marke.
Sollten wir hingegen wieder unter 95 Dollar zurückfallen, würde sich das Bild zunächst eintrüben und eine Bewegung zurück in Richtung 88 Dollar wahrscheinlicher werden.
Die weitere Entwicklung bleibt dabei unmittelbar von den geopolitischen Nachrichten rund um den Nahen Osten und insbesondere von der Situation in der Straße von Hormus abhängig.
US-Staatsanleihen
Bei den US-Staatsanleihen sahen wir gestern über nahezu alle Laufzeiten hinweg starke Anstiege. Sowohl 3-jährige, 5-jährige, 10-jährige als auch 30-jährige Anleihen konnten teilweise um rund 1 % zulegen.
Heute sehen wir zwar ein leichtes Gap Down, insgesamt zeigt die Entwicklung aber weiterhin, wie sensibel die Märkte aktuell auf geopolitische Entwicklungen und Wirtschaftsdaten reagieren.
Gerade im Zusammenhang mit den morgigen NFP-Daten bleibt das Risiko weiterer starker Bewegungen bei Renditen und Anleihen sehr hoch.
DXY – US-Dollar Index
Der US-Dollar profitierte gestern von der Bewegung am Anleihemarkt und legte rund 0,35 % zu.
Besonders wichtig war dabei der Schlusskurs oberhalb der zentralen 99,50-Punkte-Marke. Für mich bleibt nun entscheidend, ob das gestrige Tageshoch nach oben durchbrochen werden kann. Sollte dies gelingen, sehe ich weiteres Potenzial in Richtung der psychologisch wichtigen 100-Punkte-Marke.
Kann der Dollar hingegen das gestrige Hoch nicht überwinden, bleibt das gestrige Tagestief bei 99,18 Punkten die entscheidende Unterstützung.
Volatilitätsindex (VIX)
Der Volatilitätsindex zeigte gestern zwar einen kurzfristigen Anstieg, bleibt mit einem Stand von rund 16,05 Punkten jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise entspannten Niveau.
Von echter Panik kann aktuell trotz der Gewinnmitnahmen also noch keine Rede sein.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia steht seit Dienstag verstärkt unter Druck. Gestern folgte mit einem Tagesverlust von rund 3,6 % ein weiterer schwacher Handelstag.
Der Markt befindet sich aktuell im Retest des offenen Gaps vom Monatsanfang. Für mich bleibt die entscheidende Unterstützungszone weiterhin zwischen 212 und 208 Dollar.
Solange dieser Bereich hält, bleibe ich grundsätzlich bullisch. Sollte die Zone jedoch aufgegeben werden, rückt als nächstes wichtiges Unterstützungsniveau die psychologisch relevante 200-Dollar-Marke in den Fokus.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich ebenfalls schwach und wurde in der Nacht erneut deutlich abverkauft. Aktuell notiert der Markt wieder knapp oberhalb von 64.000 Dollar.
Für mich bleibt die wichtigste Unterstützung das Tief im Bereich von 60.000 Dollar. Solange dieses Level verteidigt wird, bleibt eine Stabilisierung möglich.
Sollte die Marke von 60.000 Dollar jedoch nachhaltig nach unten brechen, würde sich das charttechnische Bild deutlich verschlechtern und weitere Abgaben wären wahrscheinlich.
Auf der Long-Seite bleibe ich aktuell vorsichtig. Neue Long-Positionen erscheinen für mich erst dann interessant, wenn wir wieder klare bullische Daily-Schlusskurse sehen.
S&P 500
Der S&P 500 verzeichnete gestern erstmals seit mehreren Wochen wieder einen stärkeren Rücksetzer und schloss rund 0,75 % im Minus.
Die Daily-Kerzen wurden bereits in den vergangenen Tagen kleiner und signalisierten nachlassende Dynamik. Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten.
Entscheidend bleibt nun die Zone zwischen 7.530 und 7.500 Punkten. Dort befindet sich aktuell das wichtigste Unterstützungsniveau.
Kann sich der Markt dort stabilisieren, bleibt ein erneuter Angriff auf die Hochs im Bereich von 7.600 Punkten möglich.
Fällt hingegen auch die 7.500-Punkte-Marke, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur in Richtung 7.400 Punkte.
Nasdaq
Auch der Nasdaq zeigte gestern erste stärkere Gewinnmitnahmen und verlor rund 0,9 %.
Heute wurde bereits das gestrige Tagestief unterschritten. Für mich bleibt nun entscheidend, ob die Zone um 30.500 Punkte als Widerstand fungiert.
Sollte der Markt dort erneut abgewiesen werden, wäre ein Rücksetzer in Richtung 30.200 Punkte und anschließend zur psychologisch wichtigen 30.000-Punkte-Marke denkbar.
Kann sich der Nasdaq hingegen wieder nachhaltig über 30.500 Punkte etablieren, bleibt für mich weiterhin ein Angriff auf die Allzeithochs das bevorzugte Szenario.
US30
Der Dow Jones zeigte gestern die stärksten Gewinnmitnahmen der großen US-Indizes und verlor rund 1,3 %. Nach dem neuen Allzeithoch am Dienstag schloss der Markt im Bereich von 50.700 Punkten.
Für mich bleibt die 51.000-Punkte-Marke nun die entscheidende Zone. Sollte der Markt diesen Bereich von unten testen und dort erneut abgewiesen werden, könnte ein weiterer Rücklauf in Richtung 50.500 Punkte folgen. Für neue Short-Szenarien wäre jedoch zunächst ein nachhaltiger Bruch unter den gestrigen Tagestief bei 50.690 Punkten erforderlich.
Long-Setups werden für mich erst wieder interessant, wenn sich der Markt nachhaltig oberhalb von 51.000 Punkten stabilisieren kann und erneut Richtung Allzeithochs marschiert.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX stand gestern massiv unter Druck und zeigte nach den deutlichen Rejections vom Montag und Dienstag schließlich den erwarteten Verkaufsimpuls.
Auf Tagesbasis verlor der Markt rund 1,73 % und schloss deutlich unter der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke. Zusätzlich wurde die zentrale Zone aus Monatshoch April und Jahreshoch 2025 zwischen 24.770 und 24.800 Punkten nach unten durchbrochen.
Aktuell hat der Markt zunächst Unterstützung im Bereich von 24.650 Punkten gefunden. Dort befindet sich gleichzeitig ein wichtiges Quartalshochpreislevel aus Juli 2025. Für die bullische Seite bleibt nun entscheidend, dass wir uns im Tagesverlauf wieder oberhalb der Zone zwischen 24.770 und 24.800 Punkten etablieren können.
Gelingt dies, würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir zunächst das Wochentief der Kalenderwoche 22 bei 24.911 Punkten zurückerobern und anschließend erneut die Schlüsselmarke bei 25.000 Punkten angreifen.
Das bearische Szenario aktiviert sich für mich erst dann wirklich, wenn der Markt nachhaltig unter 24.630 Punkten schließt. In diesem Fall würde sich das Korrekturpotenzial zunächst bis in den Bereich von 24.500 Punkten ausweiten.
Trotz des deutlichen Rücksetzers bleibe ich insgesamt weiterhin konstruktiv. Gewinnmitnahmen nach der starken Rally der vergangenen Wochen sind völlig normal und die übergeordnete Marktstruktur bleibt bislang intakt.
Deshalb würde ich aktuell zwar die Risiken nicht ignorieren, gleichzeitig aber auch vorsichtig mit aggressiven Short-Positionierungen sein. Wie am Wochenanfang gesagt, wurde extrem viel Optimismus eingepreist über die letzten Wochen im Bezug auf die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten. Wenn die Dynamik hier abflacht, entstehen größere Risk Off Bewegungen wie gestern.
Kein Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Abschließend wünsche ich euch allen erfolgreiche und vor allem stabile Trades für den heutigen Handelstag.
Wie seht ihr die aktuelle Situation bei den Risk Assets? Sehen wir gerade den Beginn einer größeren Korrektur oder handelt es sich lediglich um normale Gewinnmitnahmen vor den morgigen NFP-Daten?
Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen.
DAX Tagesausblick 03. Juni – Sind die Bullen erschöpft?Geopolitische und fundamentale Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start des heutigen Handelstages der wichtigste Einflussfaktor für die Finanzmärkte. Besonders im Fokus steht weiterhin die Situation im Nahen Osten. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine Entspannung zwischen den USA und Iran aufgekommen waren, zeigen die jüngsten Meldungen erneut ein deutlich gemischteres Bild.
Laut Reuters hat Iran ballistische Raketen in Richtung Bahrain und Kuwait abgefeuert. Die Angriffe sollen ihre Ziele verfehlt haben, woraufhin US-Streitkräfte Gegenmaßnahmen eingeleitet haben. Gleichzeitig berichten iranische Medien, dass es seit mehreren Tagen keinen direkten Kontakt zwischen Teheran und Washington gegeben habe, während Donald Trump weiterhin von laufenden Verhandlungen spricht. Der Markt bewertet diese widersprüchlichen Signale aktuell als Zeichen dafür, dass die Lage weiterhin festgefahren bleibt.
Zusätzliche Unsicherheit kommt von der Straße von Hormus. Berichten zufolge soll Iran große Teile der strategisch wichtigen Wasserstraße vermint haben. Zwar gibt es erste Anzeichen dafür, dass wieder mehr Schiffe die Route nutzen, die Anzahl der Durchfahrten liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Beginn der Eskalation. Gleichzeitig warnte die Internationale Energieagentur vor kritisch niedrigen globalen Ölbeständen. Die Kombination aus geopolitischen Risiken und sinkenden Lagerbeständen sorgt aktuell dafür, dass wieder eine deutliche Risikoprämie im Ölpreis eingepreist wird.
Im Technologiesektor bleiben die Schlagzeilen bullish. Nvidia CEO Jensen Huang betonte erneut, dass das Unternehmen über ausreichende Kapazitäten verfüge, um die weiterhin enorm hohe Nachfrage nach KI Chips bedienen zu können. Die Aussagen unterstreichen einmal mehr, dass die KI Revolution nach wie vor der zentrale Wachstumstreiber für die großen US Technologieunternehmen bleibt.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor durch Microsoft. Auf der jüngsten Entwicklerkonferenz stellte das Unternehmen weitere KI Produkte und neue Anwendungen vor und machte deutlich, dass künstliche Intelligenz weiterhin im Zentrum der langfristigen Unternehmensstrategie steht. Gleichzeitig sorgten Berichte über eine mögliche Milliardenfinanzierung von DeepSeek sowie die Vorbereitungen von Anthropic auf einen Börsengang für weitere Fantasie im KI Sektor.
Diese Entwicklungen erklären auch, weshalb insbesondere der Nasdaq weiterhin deutlich stärker performt als viele andere Indizes. Die großen Technologieunternehmen bleiben der wichtigste Treiber der aktuellen Rally.
Ein weiteres wichtiges Thema bleibt der mögliche SpaceX Börsengang diesen Monat. Reuters berichtete, dass SpaceX offenbar einen IPO Preis von 135 US Dollar pro Aktie anstrebt und dabei rund 75 Milliarden US Dollar einsammeln möchte. Die angestrebte Bewertung soll bei rund 1,75 Billionen US Dollar liegen. Sollte sich dies bestätigen, würde es sich um einen der größten Börsengänge der Geschichte handeln. Der Markt beginnt bereits, diese Fantasie einzupreisen, was zusätzlich für Kapitalzuflüsse in den Technologiesektor sorgt.
Auch die Zentralbanken bleiben ein entscheidender Faktor. In Europa lagen die Inflationsdaten gestern leicht über den Erwartungen. Besonders die Kerninflation fiel höher aus als prognostiziert und bestätigt damit, dass der Inflationsdruck weiterhin vorhanden ist. Für die EZB bedeutet dies, dass zukünftige Zinssenkungen schwieriger werden könnten. Gleichzeitig zeigen die jüngsten US Arbeitsmarktdaten weiterhin einen robusten Arbeitsmarkt, was auch der FED weniger Spielraum für schnelle Zinssenkungen lässt.
Fundamentale Wirtschaftsdaten gestern
Die wichtigsten Daten des gestrigen Handelstages kamen aus Europa und den USA.
In der Eurozone wurde die Verbraucherpreisinflation veröffentlicht. Die Gesamtinflation entsprach mit 3,2 % den Erwartungen. Die Kerninflation lag jedoch bei 2,5 % und damit über den erwarteten 2,4 %. Genau diese Abweichung sorgte für leichte Schwäche im DAX. Höhere Kerninflation bedeutet für die Marktteilnehmer, dass die EZB zukünftig vorsichtiger bei Zinssenkungen agieren könnte. Gerade europäische Aktien reagieren auf solche Entwicklungen besonders sensibel. Für das Zins Bild der Marktteilnehmer sind solche Zahlen eher negativ, da bei der EZB deutlich hawkishere Aussagen kommen in Bezug auf Zinserhöhungen für das Jahr 2026.
Noch wichtiger für die internationalen Märkte waren die JOLTS Job Openings aus den USA. Erwartet wurden 6,86 Millionen offene Stellen. Gemeldet wurden jedoch 7,618 Millionen nach zuvor 6,887 Millionen. Der US Arbeitsmarkt präsentiert sich damit weiterhin deutlich stärker als erwartet.
Die Konsequenz daraus ist relativ eindeutig. Einerseits bestätigt dies die Stärke der amerikanischen Wirtschaft. Andererseits sinkt damit die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen durch die FED. Genau dieses Spannungsfeld begleitet die Märkte aktuell bereits seit Monaten zuzüglich der geopolitischen Spannungen und der daraus resultierenden Inflation durch erhöhte Energiepreise.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Auch heute stehen wieder mehrere wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda.
Besonders im Fokus steht der ADP Non Farm Employment Change. Dieser Bericht misst die Veränderung der Beschäftigung im privaten US Sektor und gilt als wichtiger Vorläufer für die offiziellen Non Farm Payrolls am Freitag. Erwartet werden 116.000 neue Stellen nach zuvor 109.000.
Ebenfalls veröffentlicht werden die S&P Global Services PMI-Daten. Dieser Indikator misst die wirtschaftliche Aktivität im Dienstleistungssektor. Werte oberhalb von 50 signalisieren weiterhin Wachstum, weshalb der Markt insbesondere darauf achten wird, ob die Expansion der US-Wirtschaft weiterhin intakt bleibt.
Zusätzlich erscheinen die ISM Non-Manufacturing Prices. Dieser Bericht liefert wichtige Hinweise auf die Preisentwicklung innerhalb des Dienstleistungssektors und damit auf zukünftige Inflationsrisiken.
Ebenfalls im Fokus steht der ISM Non-Manufacturing PMI. Dieser zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für die amerikanische Wirtschaft und gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Dynamik außerhalb des Industriesektors.
Abgerundet wird der Datenkalender heute durch die Crude Oil Inventories. Die US-Rohöllagerbestände sind aktuell aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten besonders relevant. Sollten die Bestände weiter sinken, könnte dies zusätzlichen Aufwärtsdruck auf den Ölpreis ausüben.
Trotz aller heutigen Veröffentlichungen bleibt der Blick der Märkte bereits auf Freitag gerichtet. Dann stehen die offiziellen Non-Farm Payrolls sowie die US-Arbeitslosenquote an. Diese Daten dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die zukünftige Zinspolitik der FED einschätzt.
Trotzdem bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten Thema Nummer 1.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis bleibt aktuell einer der wichtigsten Indikatoren für die Risikoeinschätzung der Märkte. US Oil notiert derzeit bei 94,87 US-Dollar und konnte die wichtige 90 Dollar Marke erneut erfolgreich verteidigen.
Charttechnisch wirkt die Situation wieder bullish. Das Wochenhoch der Vorwoche wurde bereits überschritten und aktuell entsteht evtl. die dritte bullische Tageskerze in Folge. Besonders wichtig bleibt nun die Zone um 95 US-Dollar. Sollte dieser Bereich nachhaltig überwunden werden, könnte die Bewegung schnell in Richtung 100 US-Dollar fortgesetzt werden.
Die aktuelle Price Range liegt damit weiterhin zwischen 90 und 100 US-Dollar. Die Entwicklung im Nahen Osten bleibt hierbei der entscheidende Einflussfaktor.
US-Staatsanleihen
Die Bondmärkte zeigten gestern erneut leichte Stärke. Zwar wurden überwiegend Doji-Kerzen ausgebildet, dennoch notieren die Anleihekurse weiterhin leicht im Plus. Gleichzeitig steigen die Renditen wieder leicht an.
Der Markt bleibt extrem sensibel gegenüber steigenden Energiepreisen und möglichen Inflationsrisiken. Gerade die Kombination aus höherem Ölpreis und robustem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass Zinssenkungen aktuell immer wieder nach hinten verschoben werden.
DXY
Der US-Dollar-Index konnte gestern erneut leicht positiv schließen und befindet sich weiterhin in seiner bekannten Seitwärtsrange.
Entscheidend bleiben für mich die beiden Marken bei 98,70 Punkten auf der Unterseite und 99,50 Punkten auf der Oberseite. Erst ein Ausbruch aus dieser Range dürfte den nächsten größeren Impuls liefern. Bis dahin bleibt der Dollar technisch neutral.
VIX
Der Volatilitätsindex zeigte gestern zwar kurzzeitig einen Anstieg, dieser wurde jedoch relativ schnell wieder verkauft. Aktuell notiert der VIX bei 15,76 Punkten.
Damit signalisiert der Markt weiterhin ein vergleichsweise entspanntes Umfeld. Von echter Panik oder größerer Unsicherheit ist aktuell noch nichts zu erkennen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia zeigte gestern zunächst erneut starke Aufwärtsdynamik und erreichte zwischenzeitlich Kurse von rund 232,50 US-Dollar. Anschließend kam es jedoch zu Gewinnmitnahmen, wodurch die Aktie den Handelstag leicht negativ beendete.
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Long-Struktur jedoch weiterhin vollständig intakt. Solange die Unterstützungszone zwischen 212 und 208 US-Dollar verteidigt wird, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend aus meiner Sicht unangetastet. Ein Rücklauf in diesen Bereich wäre sogar eine gesunde Konsolidierung innerhalb des laufenden Trends.
Bitcoin
Bitcoin wurde gestern deutlich abverkauft und verlor auf Tagesbasis rund 6,64 %. Besonders auffällig war dabei, dass selbst die wichtige Marke bei 68.100 US-Dollar nicht gehalten werden konnte.
Für die kommenden Tage wird entscheidend sein, ob die Käufer wieder Stabilität in den Markt bringen oder ob Bitcoin in eine größere Seitwärtsphase übergeht. Vergleichbar wäre dies mit der Range-Phase, die wir bereits zwischen März und Oktober 2024 beobachten konnten. Bis sich hier ein klareres Bild ergibt, bleibe ich weiterhin eher zurückhaltend.
S&P 500
Der S&P 500 konnte erneut einen positiven Tagesschlusskurs ausbilden und notiert mittlerweile bei 7.623 Punkten.
Trotzdem fällt auf, dass die Dynamik langsam nachlässt. Die Tageskerzen werden kleiner und das bullische Momentum wirkt zunehmend erschöpft. Zwar werden Rücksetzer weiterhin gekauft, allerdings nicht mehr mit derselben Aggressivität wie noch vor einigen Wochen.
Die Zone um 7.500 Punkte bleibt für mich weiterhin die wichtigste Unterstützung.
Nasdaq
Deutlich stärker präsentiert sich weiterhin der Nasdaq. Der technologielastige Index konnte gestern erneut zulegen und markierte neue Allzeithochs. Aktuell notieren wir bei rund 30.669 Punkten.
Der Markt wird weiterhin von der KI-Euphorie getragen. Nvidia, Microsoft, Anthropic, DeepSeek und nun auch die Fantasie rund um den SpaceX-IPO sorgen für eine enorme Kapitalrotation in den Technologiesektor.
Solange keine negativen Überraschungen aus dem Nahen Osten oder vom US-Arbeitsmarkt kommen, halte ich sogar einen Anstieg in Richtung 31.000 Punkte für möglich. Im Vergleich zum S&P 500 wirkt das Momentum hier weiterhin deutlich stärker.
Dow Jones
Auch der Dow Jones konnte den Handelstag positiv beenden und schloss rund 0,62 % im Plus.
Für mich bleibt die Zone um 51.000 Punkte weiterhin die wichtigste Unterstützung. Oberhalb davon bleibt die Struktur bullish. Sollte das aktuelle Tageshoch überwunden werden, wäre eine Fortsetzung in Richtung neuer Allzeithochs denkbar.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte gestern ein gemischtes Bild. Positiv bleibt, dass das Tagestief vom Montag erfolgreich verteidigt werden konnte und sogar der Tageshöchstkurs vom Montag kurzzeitig überschritten wurde. Allerdings gelang es den Bullen erneut nicht, das Momentum nachhaltig aufrechtzuhalten. Der Ausbruch wurde relativ schnell wieder verkauft und der Markt drehte von der Zone um 25.365 Punkte erneut nach unten ab.
Trotzdem konnte die Tageskerze oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten schließen. Solange wir über diesem Bereich handeln, bleibt die aktuelle Range-Struktur aktiv und das bullische Szenario hat weiterhin leichte Vorteile.
Für die Oberseite bleibt die Zone um 25.210 Punkte entscheidend. Dort befindet sich aktuell ein wichtiger Widerstandsbereich. Sollte es dem DAX gelingen, diese Zone nachhaltig und nicht nur per kurzfristigem Fake-Out zu überwinden, könnte weiteres Momentum in Richtung 25.500 Punkte und darüber hinaus sogar in Richtung Allzeithoch entstehen.
Auf der Unterseite wird die Lage erst kritischer, wenn das Wochentief bei etwa 24.890 Punkten unterschritten wird. In diesem Fall rückt zunächst die Zone um 24.800 Punkte in den Fokus. Sollte auch dort keine Unterstützung mehr auftreten, befindet sich die nächste relevante Unterstützungszone aus meiner Sicht erst wieder im Bereich um 24.650 Punkte.
Auffällig bleibt außerdem die relative Schwäche des DAX gegenüber den US-Indizes. Während Nasdaq und Dow Jones ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen konnten, wurde der deutsche Leitindex durch die höheren europäischen Inflationsdaten ausgebremst. Die über den Erwartungen liegende Kerninflation erhöht den Druck auf die EZB und spricht gegen eine schnelle Lockerung der Geldpolitik, was aktuell insbesondere europäische Aktien belastet.
Für den heutigen Handel bleiben meine wichtigsten Long-Zonen unverändert. Der erste interessante Bereich liegt direkt an der psychologisch wichtigen Marke zwischen 25.000 und 25.020 Punkten. Sollte dieser Bereich nicht halten, rückt die Zone zwischen 24.910 und 24.895 Punkten in den Fokus. Die letzte größere Unterstützungszone sehe ich aktuell im Bereich zwischen 24.800 und 24.770 Punkten. Solange diese Bereiche verteidigt werden, bleibt für mich das bullische Szenario der bevorzugte Fahrplan.
Keine Anlageberatung, sondern ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX heute? Werden Gewinnmitnahmen bei den Risk Assets zunehmend wahrscheinlicher oder bleibt ihr weiterhin bullish? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 02. Juni - 25.000 Punkte Marke im FokusKurz Vorab:
Heute erscheint noch ein ausführliches YouTube Video mit einem detaillierten charttechnischen Ausblick auf DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und weitere Märkte. Dort werde ich noch einmal deutlich tiefer auf konkrete Trade Ideen, relevante Zonen und mögliche Szenarien für heute und morgen eingehen. Wer Interesse an einer ausführlicheren Analyse hat, kann gerne vorbeischauen.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die Märkte bleiben aktuell stark headlinegetrieben. Während viele Risk Assets weiterhin nahe ihrer Allzeithochs notieren und bereits viel Optimismus eingepreist haben, hat der gestrige Handel erneut gezeigt, wie empfindlich die Märkte auf geopolitische Entwicklungen reagieren.
Im Fokus standen dabei erneut Meldungen rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Zeitweise wurde von einer zunehmenden Eskalation und einer weiterhin schwierigen Verhandlungslage gesprochen. Die Reaktion an den Märkten erfolgte unmittelbar. Im DAX sahen wir innerhalb kurzer Zeit eine Bewegung von knapp 400 Punkten zwischen Hoch und Tief, begleitet von deutlichen Abgaben in zahlreichen Risk Assets.
Für mich zeigt das vor allem eines: Der Markt hat inzwischen sehr viel Hoffnung auf eine weitere Deeskalation im Nahen Osten eingepreist. Sollte sich die Situation zwischen den USA und dem Iran verschlechtern oder ein möglicher Deal ausbleiben, könnte die gestrige Bewegung lediglich ein erster Vorgeschmack gewesen sein. Gleichzeitig bleibt auch die Situation zwischen Israel, dem Libanon und der Hisbollah angespannt. Entsprechend sollten geopolitische Schlagzeilen aktuell weiterhin ganz oben auf der Watchlist stehen.
Zusätzlich sorgt die Entwicklung rund um Nvidia weiterhin für positive Impulse. CEO Jensen Huang hat auf der Computex Konferenz erneut die Vision eines KI-getriebenen Technologiezyklus bekräftigt. Besonders die neuen Vera Prozessoren und die RTX Spark Plattform sollen den Weg für lokale KI Agenten und AI PCs ebnen. Nvidia spricht inzwischen von einem potenziellen Marktvolumen von rund 200 Milliarden US-Dollar. Aussagen, dass Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und SpaceX bereits auf entsprechende Technologien setzen, wurden vom Markt sehr positiv aufgenommen. Die Aktie legte gestern erneut deutlich zu und bleibt damit weiterhin einer der wichtigsten Treiber für Nasdaq und S&P 500.
Wirtschaftsdaten gestern
Auch die Konjunkturdaten fielen gestern insgesamt konstruktiv aus. Der S&P Global Manufacturing PMI lag mit 55,1 Punkten zwar leicht unter den Erwartungen von 55,3 Punkten, konnte sich jedoch gegenüber dem Vormonat von 54,5 Punkten verbessern. Noch stärker fiel der ISM Manufacturing PMI aus. Mit 54,0 Punkten lag dieser deutlich über den Erwartungen von 53,3 Punkten und ebenfalls über dem Vormonat von 52,7 Punkten. Die US-Wirtschaft zeigt damit weiterhin robuste Aktivität und sendet keine unmittelbaren Rezessionssignale.
Gleichzeitig fiel der ISM Manufacturing Prices Index von 84,6 auf 82,1 Punkte. Auch wenn das Preisniveau weiterhin hoch bleibt, deutet dieser Rückgang auf eine leichte Entspannung beim Inflationsdruck hin. Die Kombination aus solider Wirtschaft und leicht sinkendem Preisdruck wird von den Märkten derzeit positiv interpretiert und unterstützt weiterhin Risk Assets.
Wirtschaftsdaten heute
Der Fokus liegt heute zunächst auf den europäischen Inflationsdaten. Für den Verbraucherpreisindex der Eurozone wird im Jahresvergleich ein Anstieg von 3,0 % auf 3,2 % erwartet. Sollte die Inflation über den Erwartungen liegen, dürfte dies die Erwartung eines restriktiveren EZB Kurses unterstützen. Fällt die Inflation hingegen deutlich schwächer aus, könnte dies die Zinserwartungen für die kommenden Monate erneut verändern. Diese Infaltionszahlen sind extrem wichtig für den Zinsentscheid der EZB am 11. Juni, sollte es hier zu anderen Werten kommen als erwartet, kann es spannend werden.
Am Nachmittag folgen dann die JOLTS Job Openings aus den USA. Erwartet werden 6,86 Millionen offene Stellen nach zuletzt 6,866 Millionen. Die Daten gelten als wichtiger Frühindikator für den US-Arbeitsmarkt und dürften insbesondere mit Blick auf die NFP-Daten und Arbeitslosenquote am Freitag genau beobachtet werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Bei US Oil bleibt die Entwicklung im Nahen Osten der entscheidende Treiber. Nach dem starken Anstieg am Montag notiert Öl aktuell wieder etwas tiefer bei rund 91,35 USD. Solange sich die geopolitische Lage nicht weiter verschärft, halte ich eine Stabilisierung unterhalb der 95 Dollar Marke weiterhin für das bevorzugte Szenario. Ich hatte hier am Sonntag drauf verwiesen, dass der Test der 95 $ sehr wahrscheinlich ist mit geopolitischen Unruhen im Nahen Osten.
US Bonds und DXY
Die US-Anleiherenditen konnten gestern zunächst deutlich ansteigen, gaben ihre Gewinne im Verlauf jedoch größtenteils wieder ab. Entsprechend bleiben auch Dollar und Anleihemarkt wichtige Indikatoren für die weitere Entwicklung der Risk Assets. Der DXY konnte sich über der Marke von 99 Punkten behaupten, bewegt sich insgesamt jedoch weiterhin innerhalb seiner bekannten Range.
VIX
Der VIX reagierte zwar kurzfristig auf die geopolitischen Schlagzeilen, notiert mit rund 16 Punkten aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Von echter Panik oder Risikoaversion ist aktuell also weiterhin wenig zu sehen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt der klare Leader innerhalb der Risk Assets. Nach dem gestrigen Anstieg von über 6 % notiert die Aktie wieder deutlich über der wichtigen Unterstützungszone zwischen 208 und 212 USD. Das fundamentale Umfeld bleibt ausgesprochen stark und der KI-Boom zeigt bislang keine Anzeichen einer Abschwächung.
BTC
Bei Bitcoin bleibe ich vorerst vorsichtig. Die Zone um 70.500 USD wurde bereits angelaufen, das nächste relevante Ziel auf der Unterseite liegt für mich weiterhin im Bereich um 68.200 USD. Neue Long-Positionen bleiben für mich erst oberhalb von 74.500 USD auf Tagesbasis interessant.
SPX, US30 NASDAQ
Der S&P 500 konnte gestern erneut ein Allzeithoch markieren. Auch Nasdaq und Dow Jones bleiben grundsätzlich konstruktiv. Besonders im Nasdaq bleibt Nvidia weiterhin der dominante Treiber. Kurzfristig könnten Gewinnmitnahmen auftreten, solange jedoch die relevanten Unterstützungen halten, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
In meinem YT Video gehe ich genauer auf die Märkte ein und gebe Konkretere Tradeideen von mir durch - vorbei schauen lohnt sich also.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX zeigte gestern einen äußerst volatilen Handelstag. Die geopolitischen Schlagzeilen sorgten zwischenzeitlich für einen deutlichen Rücksetzer, dennoch konnte der Markt sämtliche Verluste nahezu vollständig aufholen und sogar oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten schließen.
Genau diese Schlusskursbasis macht den Unterschied. Trotz hoher Volatilität bleibt die übergeordnete Struktur für mich weiterhin bullisch. Solange wir uns oberhalb der 25.000-Punkte-Marke stabilisieren können, bleibt das Szenario eines erneuten Angriffs auf das Freitagshoch bei 25.220 Punkten aktiv. Wird diese Zone überwunden, halte ich auch eine Ausdehnung in Richtung 25.400 Punkte für möglich.
Erst ein nachhaltiger Bruch unter das gestrige Tagestief sowie unter das Wochentief der Vorwoche würde das aktuelle Bild für mich eintrüben.
Insgesamt bleiben heute die europäischen Inflationsdaten, die US-Arbeitsmarktdaten sowie sämtliche geopolitischen Schlagzeilen die wichtigsten Einflussfaktoren für den weiteren Handelsverlauf.
Keine Anlageberatung,nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX und die Risk Assets heute? Setzt sich die aktuelle Stärke fort oder stehen nach den jüngsten Allzeithochs zunächst weitere Gewinnmitnahmen an?
Ich wünsche euch stabile Trades!
DAX Tagesausblick 1 Juni- Start in den letzten Monat von Q2 2026Fundamentale & geopolitische Lage
Wir starten heute in den letzten Monat des zweiten Quartals und damit in einen potenziell sehr entscheidenden Börsenmonat. Die Marktteilnehmer blicken aktuell vor allem auf die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten, nachdem die vergangene Handelswoche stark von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung geprägt war.
Über das Wochenende blieb die große Eskalation zunächst aus. Gleichzeitig warten die Märkte weiterhin auf konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die Hoffnung auf einen Deal wurde in den vergangenen Tagen bereits deutlich eingepreist, weshalb die kommenden Headlines nun darüber entscheiden dürften, ob die aktuelle Risk On Stimmung weitergetragen werden kann oder ob erneut Unsicherheit in die Märkte zurückkehrt.
Auch aus dem Libanon gab es Berichte über mögliche Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Insgesamt bleibt die geopolitische Lage zwar angespannt, aktuell überwiegt jedoch weiterhin die Erwartung einer diplomatischen Lösung gegenüber einer weiteren Eskalation.
Zusätzlich sorgte Nvidia über Nacht erneut für zahlreiche Schlagzeilen. Das Unternehmen stellte weitere Entwicklungen im Bereich KI, Agentic AI, Robotik, autonome Systeme, AI-Factories und neue KI-Infrastruktur vor. Besonders die Themen Humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge sowie neue AI-PC-Plattformen zeigen weiterhin, in welche Richtung sich die nächste Wachstumsphase im Technologiesektor entwickeln könnte. Aufgrund der hohen Gewichtung von Nvidia innerhalb des Nasdaq und S&P 500 bleiben diese Entwicklungen für die Gesamtmärkte weiterhin von hoher Relevanz.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Rede von Jerome Powell am Wochenende. Dabei handelte es sich allerdings nicht um eine klassische geldpolitische Rede. Powell betonte vor allem die Bedeutung unabhängiger Zentralbanken und warnte vor einer zunehmenden Politisierung der FED. Neue Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik oder zu möglichen Zinsschritten wurden nicht geliefert. Für die Märkte war die Rede daher weitgehend neutral und lieferte keine neuen Impulse für die Zinserwartungen.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Der Hauptfokus dieser Handelswoche liegt klar auf den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Besonders die Non-Farm Payrolls (NFP), die Arbeitslosenquote sowie die Average Hourly Earnings dürften entscheidend dafür sein, wie die Marktteilnehmer die weitere Zinspolitik der FED bewerten.
Bereits heute stehen jedoch wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Programm.
Am Nachmittag werden die S&P Global Manufacturing PMI Daten veröffentlicht. Erwartet wird ein Wert von 55,3 nach zuvor 54,5 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex misst die Aktivität innerhalb des verarbeitenden Gewerbes. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum und Expansion innerhalb des Sektors, während Werte unterhalb von 50 Punkten auf eine wirtschaftliche Abschwächung oder Kontraktion hindeuten würden. Da Einkaufsmanager oftmals sehr früh Einblicke in die Auftragslage und Unternehmensentwicklung erhalten, gelten diese Daten als wichtiger Frühindikator für die Gesamtwirtschaft.
Zusätzlich folgen die ISM Manufacturing PMI Daten. Hier werden verschiedene Komponenten wie Neuaufträge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten sowie Lagerbestände ausgewertet und zu einem Gesamtindex zusammengeführt. Stärkere Werte würden weiterhin für eine robuste US-Wirtschaft sprechen und könnten die Erwartungen an mögliche Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben. Schwächere Werte würden dagegen die Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik unterstützen.
Ebenfalls veröffentlicht werden die ISM Manufacturing Prices. Diese Daten geben Aufschluss über die Preisentwicklung innerhalb des Industriesektors und liefern wichtige Hinweise auf potenziellen Inflationsdruck. Höhere Werte könnten darauf hindeuten, dass Unternehmen weiterhin steigende Kosten tragen müssen, während niedrigere Werte für eine nachlassende Preisentwicklung sprechen würden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Bei US Oil sehen wir zum Wochenstart erneut Stärke. Nach dem Close am Freitag konnte der Markt bereits rund 3 % zulegen und notiert aktuell wieder knapp oberhalb der Marke von 90 Dollar. Damit bestätigt sich zunächst das kurzfristig bullische Szenario, welches ich bereits in den vergangenen Analysen angesprochen hatte.
Entscheidend wird nun sein, ob die aktuelle Dynamik ausreicht, um die Bewegung in Richtung 95 Dollar fortzusetzen oder ob wir erneut Druck in Richtung 88 Dollar sehen. Maßgeblich bleibt dabei weiterhin die Nachrichtenlage rund um den Nahostkonflikt.
US-Staatsanleihen & DXY
Auch die US-Staatsanleihen starten mit leichten Aufschlägen in die neue Woche.
• 3-jährige Anleihen: +0,84 %
• 5-jährige Anleihen: +0,80 %
• 10-jährige Anleihen: +0,68 %
• 30-jährige Anleihen: +0,32 %
Die steigenden Renditen unterstützen weiterhin den US-Dollar. Der Dollar Index konnte zwischenzeitlich zulegen, wurde jedoch zunächst wieder abverkauft und notiert aktuell bei 98,96 Punkten nahezu auf dem Niveau vom Freitagsschluss.
Für mich bleibt entscheidend, ob sich der DXY nachhaltig über der 99er Marke stabilisieren kann. In diesem Fall wären weitere Anstiege in Richtung 99,50 denkbar. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 98,50 relevant, sofern die Unterstützung bei 99 Punkten erneut verloren geht. Entscheidend bleibt hier aber für mich ob die Wochenkerze nach oben oder unten gebrochen wird.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert weiterhin bei lediglich rund 15,3 Punkten und signalisiert damit nach wie vor ein sehr ruhiges Marktumfeld ohne größere Absicherungsaktivitäten institutioneller Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia bleibt die Zone zwischen 208 und 212 Dollar weiterhin besonders interessant. Hier wird sich zeigen, ob die Aktie nach den jüngsten Gewinnmitnahmen einen nachhaltigen Support aufbauen kann oder ob eine tiefere Korrektur in Richtung 200 Dollar folgt.
Trotz kurzfristiger Schwankungen bleibe ich aufgrund der starken Fundamentaldaten, der weiterhin beeindruckenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur sowie der zahlreichen neuen Produktankündigungen mittelfristig bullish.
Bitcoin
Bitcoin bleibt dagegen weiterhin vergleichsweise schwach. Das bullische Szenario hatte ich zuletzt an einen Daily Close oberhalb von 74.550 Dollar geknüpft. Dieser konnte nicht erreicht werden.
Aktuell notiert Bitcoin bei rund 73.000 Dollar und hat bereits das Tief vom Samstag unterschritten. Sollte nun auch die Zone um 72.000 Dollar verloren gehen, wäre aus meiner Sicht eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich um 70.500 Dollar denkbar.
Bullisch würde das Gesamtbild erst wieder mit einem nachhaltigen Daily Close oberhalb von 74.550 Dollar werden.
S&P 500
Die Futures auf den S&P 500 konnten bereits neue Allzeithochs markieren und notieren aktuell bei rund 7.620 Punkten.
Damit wurden sowohl die Tageshochs als auch die Wochenhochs der Vorwoche bereits überschritten. Das Momentum bleibt klar positiv. Aufgrund der aktuellen Lage würde ich jedoch bevorzugt auf Rücksetzer in relevante Unterstützungsbereiche warten, anstatt direkt auf Rekordniveau neue Positionen aufzubauen.
Nasdaq
Auch der Nasdaq setzt seine Stärke fort und markierte bereits neue Allzeithochs bei rund 30.476 Punkten.
Die erwartete Bewegung in Richtung der psychologisch wichtigen 30.500 Punkte läuft damit aktuell weiter. Gleichzeitig wurden auch hier die Wochenhochs der Vorwoche bereits überschritten. Solange das Momentum anhält, bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet.
Dow Jones
Der US30 notiert aktuell bei rund 51.059 Punkten.
Für mich bleibt die Marke von 51.000 Punkten kurzfristig entscheidend. Solange wir darüber handeln, bleibt das bullische Szenario aktiv. Sollte die Marke verloren gehen, wären zunächst normale Rücksetzer innerhalb der übergeordneten Aufwärtsstruktur denkbar.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Der DAX startet ebenfalls freundlich in die neue Handelswoche und konnte bereits rund 0,35 % zulegen. Gleichzeitig wurde auf Tagesbasis jedoch zunächst nochmals das Tagestief vom Freitag unterschritten, wodurch kurzfristig weiterhin Vorsicht angebracht bleibt.
Für das bullische Szenario bleibt vor allem das Tageshoch vom Freitag bei 25.210 Punkten entscheidend. Ein Ausbruch über diese Marke könnte den Weg in Richtung 25.400 Punkte freimachen und damit einen erneuten Angriff auf die Hochs vorbereiten.
Auf der Unterseite bleibt die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zunächst der erste relevante Support. Sollte dort Kaufinteresse aufkommen, wäre dies aus meiner Sicht ein interessanter Bereich für Long-Setups innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends.
Wird hingegen auch die Marke von 25.000 Punkten nachhaltig unterschritten, rückt das Wochentief der KW22 in den Fokus. Ein Bruch dieses Bereichs würde die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur deutlich erhöhen.
Für den heutigen Handel bleiben daher vor allem drei Bereiche interessant:
• Breakout Long über 25.210 Punkte
• Reaktion Long im Bereich von 25.000 Punkten
• Beobachtung des Wochentiefs der KW22 als letzte wichtige Unterstützung
Übergeordnet bleibt die Marktstruktur weiterhin bullish, solange keine deutlichen Schwächesignale unterhalb der relevanten Unterstützungen entstehen und die Lage im Nahen Osten nicht erneut eskaliert.
Keine Anlageberatung. Alle Inhalte stellen ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung dar.
Wie seht ihr den DAX für diese Woche? Kommt es zu einem Deal zwischen den USA und Iran beziehungsweise zu weiteren Fortschritten im Nahostkonflikt vor den NFP-Daten am Freitag?
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche und stabile Trades!
Wochenausblick KW23 –Fundamental,Makro und technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW23
Kurz vorab
Ich habe heute wieder zusätzlich ein ausführliches Analysevideo zum Monatsausblick Juni veröffentlicht. Dort gehe ich detailliert auf die wichtigsten Entwicklungen und Erwartungen für den gesamten Monat ein, von Inflation, Geldpolitik und Arbeitsmarkt über die geopolitische Lage bis hin zu Öl, Anleiherenditen, US-Dollar, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Wer die aktuelle Marktlage noch tiefer verstehen möchte, findet den Link zu meinem YouTube-Kanal auf meinem TradingView Profil.
Außerdem habe ich bereits einen ausführlichen Monatsrückblick Mai veröffentlicht, in dem ich die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen analysiere. Den entsprechenden Beitrag habe ich unten bei dem Post angepinnt.
Der heutige Wochenausblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten Ereignisse, Wirtschaftsdaten und Marktbewegungen der kommenden Handelswoche KW23.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt auch zum Start der KW23 der wichtigste fundamentale Einflussfaktor für die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Situation zwischen den USA, dem Iran und der Entwicklung im Nahen Osten. Während vor wenigen Wochen noch eine deutliche Eskalation eingepreist wurde, handeln die Märkte inzwischen zunehmend die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung. Genau diese Erwartung war einer der Hauptgründe für den starken Rückgang des Ölpreises, sinkende Inflationserwartungen und die robuste Entwicklung vieler Risk Assets.
Zum Wochenende gab es allerdings weiterhin keinen finalen Durchbruch. Die Märkte preisen aktuell vor allem die Erwartung eines Deals ein, nicht dessen tatsächlichen Abschluss. Damit bleibt die Situation äußerst sensibel. Sollte es in den kommenden Tagen zu einer endgültigen Einigung kommen, dürfte dies den Druck auf den Ölpreis weiter entlasten und die Inflationserwartungen zusätzlich zurück drängen. Davon würden insbesondere Aktienmärkte und andere Risk Assets profitieren. Kommt es dagegen zu neuen Verzögerungen, weiteren Sanktionen oder einer erneuten Eskalation, könnte die geopolitische Risikoprämie sehr schnell in die Märkte zurückkehren.
Besonders wichtig bleibt weiterhin die Straße von Hormus. Ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels läuft durch diese Region. Entsprechend aufmerksam beobachten die Märkte jede Entwicklung rund um die Verhandlungen. Nach mittlerweile rund vier Monaten Nahost-Konflikt bleibt festzuhalten, dass die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte die Situation bislang bemerkenswert stabil verarbeitet haben. Der vielfach befürchtete Energieschock ist bislang ausgeblieben.
Auch außerhalb des Nahen Ostens bleibt die geopolitische Nachrichtenlage aktiv. Die Beziehungen zwischen den USA und China sowie die Situation rund um Taiwan bleiben weiterhin wichtige langfristige Risikofaktoren für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig nehmen militärische Aktivitäten und sicherheitspolitische Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum weiter zu. Zwar stehen diese Themen aktuell nicht im Mittelpunkt der Marktbewegungen, sie bleiben jedoch relevante Risiken für die kommenden Monate.
Insgesamt bleibt die Entwicklung im Nahen Osten der wichtigste geopolitische Treiber für die kommende Woche. Ein erfolgreicher Deal würde die aktuelle Risk on Stimmung wahrscheinlich weiter unterstützen. Eine erneute Eskalation hätte dagegen das Potenzial, Inflationserwartungen, Ölpreis und Volatilität kurzfristig deutlich nach oben zu treiben.
Fundamentale Wirtschaftsdaten der KW23 im Überblick
Neben der geopolitischen Lage steht die kommende Woche ganz klar im Zeichen wichtiger Makro- und Wirtschaftsdaten. Praktisch an jedem Handelstag erwarten die Märkte relevante Veröffentlichungen, weshalb ein regelmäßiger Blick auf den Wirtschaftskalender in dieser Woche besonders wichtig bleibt.
Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag sowie erneut zu Wochenbeginn steht eine Rede von Fed Chairman Jerome Powell im Fokus. Marktteilnehmer werden genau darauf achten, ob sich neue Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik, Inflationseinschätzung oder dem weiteren Zinspfad ergeben. Nachdem die Märkte zuletzt wieder verstärkt mögliche Zinssenkungen für die kommenden Monate eingepreist haben, besitzt jede Aussage der US-Notenbank aktuell eine besonders hohe Bedeutung. Die Marktteilnehmer werden hier auch den Übergang von Powell und Warsh beobachten und wie sich die Tonlage für den weiteren Zinsverlauf der nächsten Monate ändert.
Am Montag stehen außerdem die S&P Global Manufacturing PMI Daten, der ISM Manufacturing PMI sowie die ISM Manufacturing Prices an. Diese Daten geben wichtige Hinweise auf die aktuelle Verfassung des produzierenden Gewerbes in den USA. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum, Werte unterhalb von 50 Punkten eine wirtschaftliche Abschwächung. Da Einkaufsmanager häufig sehr früh Einblicke in die tatsächliche Geschäftsentwicklung ihrer Unternehmen erhalten, gelten diese Daten als wichtige Frühindikatoren für die gesamte Wirtschaft. Stärkere Daten würden die Robustität der US-Wirtschaft bestätigen, während schwächere Werte erste Hinweise auf eine nachlassende Dynamik liefern könnten.
Zusätzlich startet am Montag der neue Monat Juni. Zum Monatsanfang kommt es häufig zu erhöhten Kapitalströmen durch ETF-Sparpläne, institutionelles Rebalancing und neue Kapitalallokationen. Entsprechend können insbesondere die ersten Handelstage eines neuen Monats für erhöhte Volatilität und stärkere Marktbewegungen sorgen.
Am Dienstag rückt die Inflation in Europa in den Fokus. Veröffentlicht wird der Verbraucherpreisindex der Eurozone. Die Erwartungen liegen aktuell bei 3,3 % nach zuvor 3,0 %. Die Entwicklung der Inflation bleibt entscheidend für die zukünftige Geldpolitik der EZB. Aktuell wird für die nächste EZB-Sitzung bereits mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet. Umso wichtiger werden die Inflationsdaten für die Erwartungen an die darauffolgenden Sitzungen im Juli und September.
Ebenfalls am Dienstag werden die JOLTS Job Openings veröffentlicht. Diese gelten als einer der wichtigsten Frühindikatoren für den US-Arbeitsmarkt. Ein Rückgang offener Stellen könnte auf eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt hindeuten, während stabile oder steigende Werte weiterhin die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft bestätigen würden.
Am Mittwoch folgen die ADP Non-Farm Employment Change Daten als weiterer wichtiger Vorläufer für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Gleichzeitig werden die S&P Global Services PMI Daten, der ISM Non-Manufacturing PMI sowie die ISM Non-Manufacturing Prices veröffentlicht. Da der Dienstleistungssektor den größten Teil der US-Wirtschaft ausmacht, besitzen diese Daten eine besonders hohe Relevanz für die Marktteilnehmer.
Ebenfalls am Mittwoch werden die US-Rohöllagerbestände veröffentlicht. Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten und der starken Bewegungen am Ölmarkt könnten Überraschungen bei den Lagerdaten zusätzliche Auswirkungen auf den Energiesektor haben.
Am Donnerstag folgen die Initial Jobless Claims. Diese Daten liefern jede Woche wichtige Hinweise auf die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt und werden insbesondere im Vorfeld der Non-Farm Payrolls aufmerksam verfolgt.
Der Hauptfokus der Woche liegt jedoch eindeutig auf Freitag. Dann werden die Average Hourly Earnings, die Non-Farm Payrolls sowie die Arbeitslosenquote veröffentlicht. Diese Daten gehören zu den wichtigsten Wirtschaftsdaten überhaupt und besitzen das Potenzial, sämtliche Assetklassen gleichzeitig zu bewegen.
Besonders wichtig wird dabei die Kombination der Daten . Sollten die Arbeitsmarktdaten erste Schwächesignale liefern, die Arbeitslosenquote steigen und gleichzeitig die Inflationserwartungen durch niedrigere Energiepreise weiter sinken, könnte dies die Erwartungen zukünftiger Zinssenkungen deutlich erhöhen. Ein solches Umfeld würde insbesondere Aktienmärkte und andere Risk Assets unterstützen. Bleibt der Arbeitsmarkt dagegen außergewöhnlich robust, könnten Zinssenkungserwartungen erneut nach hinten verschoben werden.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölpreis bleibt aktuell einer der wichtigsten Märkte überhaupt, da er direkt mit Inflation, Zinserwartungen und geopolitischen Entwicklungen verknüpft ist.
US Oil schloss den Monat Mai bei rund 87,75 Dollar und damit weiterhin unterhalb der psychologisch wichtigen 90 Dollar Marke. Aus charttechnischer Sicht bleibt die Struktur kurzfristig weiterhin bearish, solange sich der Markt unterhalb dieser Zone aufhält.
Besonders wichtig bleibt nun die Unterstützung im Bereich von 86,30 Dollar. Sollte diese Marke nachhaltig unterschritten werden, würde sich das Risiko einer Fortsetzung der Korrektur in Richtung der wichtigen ~81 Dollar Zone deutlich erhöhen. Diese Zone besitzt hohe technische Relevanz, da dort unter anderem das Jahreshoch 2025, der Schlusskurs 2022 sowie der Eröffnungskurs 2023 notieren.
Gleichzeitig ist zu erkennen, dass das Momentum der Abwärtsbewegung zuletzt nachgelassen hat. Im Bereich des Jahreshochs 2024 bei rund 87,65 Dollar wurden erneut Käufer aktiv und die Tageskerzen zeigen zunehmend kleinere Kerzenkörper.
Für die kommende Woche bleibt daher entscheidend, ob sich der Markt weiterhin unterhalb der 90 Dollar Marke hält und die Bewegung Richtung 81 Dollar fortsetzt oder ob neue geopolitische Entwicklungen beziehungsweise ein Ausbleiben eines Deals erneut zu steigenden Ölpreisen führen und eine Rückkehr Richtung 95 Dollar ermöglichen.
Bonds & DXY
Am Anleihemarkt setzte sich zuletzt die Entspannung fort. Sinkende Renditen spiegeln die Erwartung wider, dass sich die Inflationsrisiken zuletzt etwas abgeschwächt haben und die Diskussion über zukünftige Zinssenkungen wieder an Bedeutung gewinnt.
Für Aktienmärkte ist dies grundsätzlich positiv. Sinkende Renditen erhöhen die Attraktivität von Risk Assets und reduzieren gleichzeitig den Druck durch hohe Finanzierungskosten.
Beim US Dollar Index DXY bleibt die Marke von 99 Punkten weiterhin entscheidend. Der Dollar schloss die vergangene Woche unterhalb dieses Bereichs und notiert aktuell nahe der Unterstützung bei 98,75 Punkten.
Sollte diese Unterstützung brechen, wäre eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 98,50 Punkte denkbar. Gelingt dagegen eine Rückkehr über die 99 Punkte Marke, könnte erneut die Zone um 99,50 Punkte angelaufen werden.
Gerade für Gold, EUR/USD und zahlreiche weitere Dollarpaare bleibt die Entwicklung des DXY daher ein wichtiger Indikator.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX notiert aktuell bei rund 15,35 Punkten und signalisiert damit weiterhin ein sehr ruhiges Marktumfeld.
Die niedrige Volatilität bestätigt aktuell die hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und unterstützt grundsätzlich die Entwicklung von Risk Assets. Solange der VIX auf diesem niedrigen Niveau verbleibt, bleibt das Umfeld für Aktienmärkte konstruktiv.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Fundamental bleibt Nvidia weiterhin einer der wichtigsten Einzelwerte für die globalen Aktienmärkte. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Aktie durch Berichte über die Einführung neuer Windows PCs mit Nvidia Technologie in den kommenden Tagen.
Aufgrund der hohen Gewichtung von Nvidia im S&P 500 sowie im Nasdaq bleibt die Aktie ein bedeutender Treiber für die gesamte Marktentwicklung.
Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 208 und 212 Dollar weiterhin entscheidend. Nach den Gewinnmitnahmen der vergangenen Handelstage erscheint ein Retest dieses Bereichs durchaus möglich.
Sollte die Unterstützung bei 208 Dollar nicht halten, wäre eine Ausweitung der Korrektur bis zur psychologisch wichtigen 200 Dollar Marke ebenfalls denkbar. Für eine klare bullische Fortsetzung bevorzuge ich weiterhin Kurse oberhalb von 217 Dollar.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich zuletzt deutlich schwächer als die großen Aktienindizes. Nach mehreren erfolglosen Angriffen auf die Zone um 83.000 Dollar kam es zu deutlichen Gewinnmitnahmen und der Markt notiert aktuell wieder im Bereich von 74.000 Dollar.
Charttechnisch bleibt die Marke von 74.500 Dollar entscheidend für mich. Oberhalb dieser Zone wäre eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung 76.700 Dollar möglich.
Sollte sich der Markt dagegen nicht oberhalb von 74.500 Dollar stabilisieren können, steigt das Risiko einer weiteren Korrektur in Richtung 70.600 Dollar.
S&P 500 & Nasdaq
Der S&P 500 bleibt weiterhin in einer äußerst starken Aufwärtsstruktur. Der Monatsabschluss fiel klar bullish aus und bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Für die kommende Woche bleibt die Zone um 7.500 Punkte entscheidend. Solange dieser Bereich verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv. Oberhalb der bisherigen Hochs im Bereich von 7.600 Punkten wäre eine Fortsetzung in Richtung 7.700 Punkte denkbar.
Beim Nasdaq ergibt sich ein ähnliches Bild. Hier bleibt die Marke von 30.000 Punkten die wichtigste Unterstützung. Solange diese Zone verteidigt wird, bleibt die Aufwärtsstruktur intakt. Oberhalb von 30.500 Punkten würde sich das bullische Momentum erneut verstärken.
Sollten die Makrodaten erste Hinweise auf eine wirtschaftliche Abschwächung liefern und gleichzeitig die Inflation weiter zurückgehen, könnten Zinssenkungserwartungen erneut zunehmen und zusätzlichen Rückenwind für Technologieaktien liefern. Sollten wir dann zusätzliche Entspannung oder einen möglichen Deal zwischen USA und Iran sehen, könnten wir in den Risk Assets nochmal deutlich anziehen.
US30
Auch der Dow Jones präsentierte sich zuletzt äußerst stark und konnte die wichtige Marke von 51.000 Punkten verteidigen.
Für die kommende Woche bleibt ein möglicher Retest der Zone um 50.500 Punkte denkbar. Gleichzeitig bleibt das Allzeithoch bei 51.165 Punkten die wichtigste Widerstandsmarke.
Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau würde das bullische Gesamtbild zusätzlich bestätigen und neue Allzeithochs ermöglichen.
DAX – Charttechnischer Ausblick für die kommende Woche
Der DAX konnte den Monat Mai oberhalb der wichtigen 25.000 Punkte Marke sowie oberhalb des Monatshochs vom März abschließen und notiert aktuell bei rund 25.038 Punkten. Der Monatsabschluss kann insgesamt als sehr stark bewertet werden.
Für die kommende Woche bleibt zunächst entscheidend, ob die 25.000 Punkte Marke weiterhin verteidigt werden kann. Solange dies gelingt, bleibt die technische Struktur klar bullish.
Die nächste wichtige Unterstützung befindet sich im Bereich des Wochentiefs der KW22 bei rund 24.915 Punkten. Darunter folgt unmittelbar die Zone zwischen 24.770 und 24.800 Punkten, in der das Jahreshoch 2025 sowie weitere wichtige technische Marken verlaufen.
Sollte diese Zone ebenfalls unterschritten werden, würde sich das Bild kurzfristig eintrüben und eine Ausweitung der Korrektur bis in den Bereich von 24.500 Punkten ermöglichen.
Auf der Oberseite bleibt das Tageshoch vom Freitag bei 25.212 Punkten die entscheidende Trigger-Marke. Ein Ausbruch darüber könnte neue Kaufdynamik freisetzen und einen erneuten Angriff auf die Allzeithochs ermöglichen.
Aus aktueller Sicht bleibt das übergeordnete Szenario weiterhin bullish. Solange die fundamentale Lage stabil bleibt, die geopolitischen Risiken nicht erneut eskalieren und die Wirtschaftsdaten keine größeren negativen Überraschungen liefern, erscheint ein erneuter Angriff auf die Allzeithochs im DAX weiterhin wahrscheinlich.
Wichtigste Erkenntnisse für KW23
* Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt der wichtigste Markttreiber.
* Die Märkte preisen aktuell weiterhin eine diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran ein.
* Öl bleibt der entscheidende Inflationstreiber und damit einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
* Die kommende Woche ist außergewöhnlich datenlastig und bietet nahezu täglich wichtige Wirtschaftsdaten.
* Der Fokus liegt klar auf den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.
* Sinkende Inflation bei gleichzeitig nachlassender Stärke am Arbeitsmarkt könnte Zinssenkungserwartungen erhöhen.
* Risk Assets profitieren weiterhin von sinkenden Renditen, niedriger Volatilität und stabilen Inflationsdaten.
* Nvidia bleibt einer der wichtigsten Einzelwerte für Nasdaq und S&P 500.
* Bitcoin zeigt aktuell weiterhin relative Schwäche gegenüber klassischen Aktienmärkten.
* DAX, S&P 500, Nasdaq und Dow Jones bleiben technisch weiterhin konstruktiv.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche.
Ab morgen gibt es wie gewohnt wieder den täglichen DAX Tagesausblick.
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Bleibt die geopolitische Entspannung der wichtigste Treiber für die Märkte oder rücken Inflation, Arbeitsmarkt und Geldpolitik in den kommenden Wochen wieder stärker in den Fokus?
Monatsrückblick Mai – Deeskalation,fallende Ölpreise & neue ATHsMonatsrückblick Mai 2026
Noch zu Monatsbeginn dominierten Sorgen über steigende Inflation, hohe Ölpreise, geopolitische Eskalationen im Nahen Osten und erneut steigende Anleiherenditen die Schlagzeilen. Viele Marktteilnehmer befürchteten eine stärkere Korrekturbewegung und größere Gewinnmitnahmen in Risk Assets.
Vier Wochen später präsentiert sich ein völlig anderes Bild.
Der Ölpreis ist massiv eingebrochen, die Volatilität hat deutlich nachgelassen, die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen wurden wieder zurückgekauft und die großen US-Indizes konnten neue Allzeithochs markieren. Auch der DAX etablierte sich erneut oberhalb der psychologisch wichtigen 25.000 Punkte Marke.
Der Mai war damit nicht einfach nur ein weiterer positiver Börsenmonat.
Vielmehr war es der Monat, in dem die Märkte trotz zahlreicher Belastungsfaktoren bemerkenswerte Stärke zeigten und eine deutliche Neubewertung der makroökonomischen Lage vorgenommen haben.
Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen.
Geopolitische Lage – Der wichtigste Markttreiber des Monats
Die geopolitische Lage war im Mai erneut ohne Zweifel der dominierende Faktor an den Finanzmärkten.
Im Mittelpunkt standen weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere die Beziehungen zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Zu Monatsbeginn waren die Märkte noch stark von Eskalationssorgen geprägt. Die Sorge vor einer Ausweitung militärischer Konflikte sowie möglichen Störungen wichtiger Öltransportrouten führte zeitweise zu einem Anstieg des Ölpreises auf über 107 Dollar.
Insbesondere die Straße von Hormus rückte erneut in den Fokus der Anleger. Jede potenzielle Beeinträchtigung dieser zentralen Handelsroute hätte erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und damit auf die Inflationserwartungen gehabt.
Im Verlauf des Monats änderte sich das Bild jedoch zunehmend.
Die Märkte begannen immer stärker eine diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran einzupreisen. Berichte über Fortschritte bei den Verhandlungen, mögliche Verlängerungen bestehender Waffenstillstände sowie Signale einer Deeskalation sorgten zunehmend für Entspannung.
Besonders in den letzten beiden Maiwochen nahm die Hoffnung auf einen möglichen Deal deutlich zu. Während es weiterhin Sanktionen, politische Spannungen und militärische Aktivitäten in der Region gab, rückte für die Märkte zunehmend die Wahrscheinlichkeit einer diplomatischen Lösung in den Vordergrund.
Diese Neubewertung war einer der Hauptgründe für die massive Schwäche im Ölpreis sowie die starke Entwicklung vieler Risk Assets.
Auch außerhalb des Nahen Ostens blieb die geopolitische Lage angespannt.
Die Beziehungen zwischen den USA und China standen erneut im Fokus. Insbesondere die Situation rund um Taiwan sowie die fortgesetzten Spannungen im Bereich Technologie, Handel und Halbleiterproduktion sorgten weiterhin für Unsicherheit.
Dennoch gelang es den Märkten, diese Risiken weitgehend auszublenden. Anleger konzentrierten sich zunehmend auf die unmittelbaren Auswirkungen für Inflation, Energiepreise und Wachstum.
Die wichtigste Erkenntnis des Monats lautet daher:
Nicht die geopolitischen Risiken verschwanden, vielmehr verringerte sich die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Eskalation deutlich.
FED, EZB und die Entwicklung der Geldpolitik
Neben der Geopolitik standen auch die Zentralbanken im Mittelpunkt.
Die US-Notenbank FED bewegte sich im Mai weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsunterstützung.
Die veröffentlichten FOMC-Protokolle machten deutlich, dass innerhalb der FED weiterhin große Vorsicht herrscht.
Zwar wurden Fortschritte bei der Inflation anerkannt, gleichzeitig betonten zahlreiche Mitglieder jedoch, dass weitere Beweise für einen nachhaltigen Rückgang erforderlich seien, bevor größere Zinssenkungen gerechtfertigt wären.
Mehrere FED-Mitglieder äußerten sich im Monatsverlauf weiterhin vergleichsweise hawkish.
Insbesondere Williams und Musalem machten deutlich, dass Zinssenkungen keineswegs garantiert seien und bei einer erneuten Beschleunigung der Inflation sogar weitere Zinserhöhungen nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Diskussion um Kevin Warsh.
Sein Name wurde im Mai verstärkt im Zusammenhang mit zukünftigen Führungsrollen innerhalb der US-Geldpolitik genannt. Da Warsh traditionell eher als geldpolitisch Dovish wahrgenommen wird, verfolgten die Märkte diese Entwicklung aufmerksam.
Auch die Europäische Zentralbank stand im Fokus.
Die EZB-Protokolle sowie Aussagen von Lagarde und Lane zeigten, dass die Inflationsbekämpfung weiterhin oberste Priorität besitzt.
Gleichzeitig wurden jedoch zunehmend Hinweise sichtbar, dass die europäische Inflation langsam unter Kontrolle kommt. Vor allem gegen Monatsende sorgten mehrere Inflationsdaten aus Europa für positive Überraschungen und stärkten die Erwartung, dass die EZB in den kommenden Monaten zusätzlichen Spielraum für eine lockerere Geldpolitik erhalten könnte und es bei einer Zinserhöhung im Juni bleibt.
Insgesamt blieb die Kommunikation sowohl der FED als auch der EZB vorsichtig.
Die Märkte interpretierten die Datenlage jedoch zunehmend als Zeichen dafür, dass der Höhepunkt der restriktiven Geldpolitik hinter uns liegen könnte.
Wirtschaftsdaten und Fundamentallage
Die fundamentalen Wirtschaftsdaten zeichneten im Mai ein überraschend robustes Bild.
Während viele Marktteilnehmer zu Jahresbeginn noch mit einer deutlichen Abschwächung der Wirtschaft gerechnet hatten, bestätigten zahlreiche Daten die Widerstandsfähigkeit der Konjunktur.
Besonders bemerkenswert war die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes.
Die Non-Farm Payrolls lagen bei 115.000 neu geschaffenen Stellen und damit deutlich über den Erwartungen. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 Prozent.
Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bewegten sich über weite Strecken des Monats auf einem Niveau, das weiterhin einen robusten Arbeitsmarkt signalisiert.
Auf der Inflationsseite zeigte sich ein gemischtes, insgesamt jedoch konstruktives Bild.
Der US-Verbraucherpreisindex lag im Jahresvergleich bei 3,8 Prozent. Die Core CPI Daten sowie später die Core PCE Daten bestätigten, dass die Inflation zwar weiterhin oberhalb des FED Ziels liegt, der übergeordnete Trend jedoch zunehmend nach unten zeigt, wenn eine Entspannung rund um die Straße von Hormus bald einsetzt.
Besonders positiv wurde die Veröffentlichung des Core PCE zum Monatsende aufgenommen.
Mit einem Monatswert von 0,2 Prozent fiel die Entwicklung etwas besser aus als erwartet und unterstützte die Hoffnung auf eine langfristige Entspannung des Inflationsdrucks.
Auch die Wirtschaftsdaten selbst blieben erstaunlich stabil.
Die Durable Goods Orders überraschten mit einem Anstieg von 7,9 Prozent massiv positiv und signalisierten weiterhin hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen.
Der Chicago PMI sprang auf 62,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit längerer Zeit. Werte oberhalb von 50 signalisieren eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität.
Gleichzeitig gab es auch einige Schwachstellen.
Der Immobilienmarkt zeigte sich weiterhin verhalten. Die Verkäufe neuer Häuser blieben hinter den Erwartungen zurück.
Trotzdem ergibt sich für den Mai insgesamt folgendes Bild:
Die Inflation sinkt langsam.
Die Wirtschaft wächst weiter.
Der Arbeitsmarkt bleibt robust.
Eine Rezession ist aktuell nicht erkennbar.
Genau dieses Umfeld erwies sich als ideal für die Aktienmärkte.
Dazu kommen starke Earnings und Quartalsberichte der großen Tech und KI Firmen. Die Euphorie rund um KI wird nach wie vor von realen starken Umsatzzahlen getragen. Auf Grund der mittlerweile extrem hohen Gewichtung von Tech Unternehmen in den Indizes, beflügelt dieser sehr stark performende Sektor die größeren Indizes wie SPX und NASDAQ massiv.
Charttechnik und Korrelationen im Überblick
US Oil
Der Ölmarkt war einer der auffälligsten Märkte des Monats.
Zu Beginn des Mai stieg US Oil noch auf über 107 Dollar und erreichte damit neue Mehrmonatshochs.
Anschließend folgte jedoch eine massive Trendwende.
Über den gesamten Monat hinweg wurden zunehmend geopolitische Risiken ausgepreist. Gleichzeitig sorgten sinkende Inflationserwartungen und eine verbesserte Nachrichtenlage im Nahen Osten für starke Kapitalabflüsse aus dem Energiesektor.
Am Monatsende notiert US Oil bei rund 87,75 Dollar und damit mehr als 16 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Besonders bemerkenswert ist der Schlusskurs unterhalb der psychologisch wichtigen 90 Dollar Marke.
Die Monatskerze zählt damit zu den bearishsten Kerzen der vergangenen Monate.
US-Staatsanleihen
Auch am Anleihemarkt sahen wir im Mai enorme Schwankungen.
Vor allem in den ersten beiden Maiwochen stiegen die Renditen deutlich an.
Die Renditen der 3-jährigen, 5-jährigen, 10-jährigen sowie 30-jährigen US-Staatsanleihen erreichten zeitweise neue Mehrmonatshochs.
Mit zunehmender Entspannung im Nahen Osten sowie rückläufigen Inflationssorgen wurden diese Bewegungen jedoch größtenteils wieder zurückgenommen. Insbesondere die langfristigen Renditen konnten ihre Hochs nicht verteidigen und wurden zum Monatsende deutlich zurückgekauft.
Dies reduzierte den Druck auf die Aktienmärkte erheblich.
DXY
Der US Dollar zeigte sich im Mai vergleichsweise stabil.
Mit einem Monatsplus von rund 0,87 Prozent schloss der DXY bei 98,94 Punkten.
Trotz der Erholung bleibt der Dollar damit weiterhin innerhalb seiner großen Seitwärtsrange, die bereits seit rund einem Jahr Bestand hat. Aus Sicht der Aktienmärkte sorgte der stabile Dollar für keine größeren Belastungen.
VIX
Der Volatilitätsindex zeigte im Mai eine deutliche Entspannung.
Zwischenzeitlich stieg der VIX im Zuge der geopolitischen Unsicherheit nochmals in Richtung 20 Punkte. Mit zunehmender Deeskalation sank die Volatilität jedoch wieder deutlich. Der Monat endet bei rund 15,3 Punkten und damit etwa 10 Prozent unter dem Vormonat. Dies bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia blieb auch im Mai einer der wichtigsten Einzelwerte des gesamten Marktes.
Die veröffentlichten Quartalszahlen fielen erneut stark aus und bestätigten die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Trotz hervorragender Zahlen und positiver Prognosen kam es nach den Earnings zu ersten Gewinnmitnahmen. Auf Monatssicht verbleibt dennoch ein Plus von rund 5,6 Prozent. Die langfristige Aufwärtsstruktur bleibt vollständig intakt, gleichzeitig zeigen sich erstmals seit längerer Zeit leichte Ermüdungserscheinungen.
Bitcoin
Bitcoin gehörte zu den schwächsten großen Risk Assets des Monats. Nach einem starken Start in den Mai scheiterte die Kryptowährung im Bereich von 82.500 Dollar. Anschließend dominierte Verkaufsdruck. Während Aktien neue Rekordstände markierten, verlor Bitcoin auf Monatssicht rund 3,5 Prozent. Die relative Schwäche gegenüber den Aktienmärkten bleibt damit bestehen.
S&P 500
Der S&P 500 setzte seine beeindruckende Rally fort.
Mit einem Monatsplus von rund 5 Prozent markierte der Index neue Allzeithochs bei rund 7.580 Punkten. Sinkende Ölpreise, stabile Wirtschaftsdaten, positive Performance des hochgewichteten Tech Sektors und rückläufige Renditen sorgten für ideale Rahmenbedingungen. Besonders bemerkenswert bleibt die Tatsache, dass seit Anfang April keine einzige bearishe Wochenkerze entstanden ist.
Nasdaq
Der Nasdaq war erneut der stärkste große Aktienindex.
Mit einem Monatsgewinn von rund 10,5 Prozent zählt der Mai zu den stärksten Monaten der vergangenen Jahre. Die KI-Dynamik bleibt ungebrochen. Die Kombination aus Nvidia, Halbleitern, Softwareunternehmen und KI-Infrastruktur sorgt weiterhin für starke Kapitalzuflüsse. Der Monat endet oberhalb von 30.000 Punkten und damit auf neuen Rekordständen.
Dow Jones (US30)
Auch der Dow Jones konnte neue Höchststände markieren.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Bereich der 50.000 Punkte Marke gelang schließlich der Ausbruch. Mit einem Monatsplus von rund 2,5 Prozent schloss der Index bei rund 51.018 Punkten. Damit bestätigt auch der Dow Jones die aktuell hohe Risikobereitschaft der Anleger, dieser ist sehr viel weniger Tech lastig wie SPX und NASDAQ.
DAX – Monatsrückblick Mai
Auch der DAX blickt auf einen starken Mai zurück.
Der Monatsverlauf war dabei deutlich volatiler, als es das finale Ergebnis vermuten lässt.
Zu Beginn des Monats stand die wichtige 24.000 Punkte Marke im Fokus. Nach den Belastungen aus dem April gelang es den Käufern zunächst, diese Zone erfolgreich als Unterstützung zu verteidigen. Von dort aus setzte eine erste starke Aufwärtsbewegung ein, die den Index wieder in Richtung 25.000 Punkte führte.
Im Bereich der 25.000er-Marke kam es jedoch zunächst zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Der Markt wurde erneut abverkauft und fiel im weiteren Verlauf sogar nochmals bis in den Bereich der Monatstiefs zurück. Zwischenzeitlich wurden dabei Kurse um 23.600 Punkte getestet.
Diese erneute Schwächephase fiel zeitlich mit den Sorgen über steigende Renditen, hohe Ölpreise sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten zusammen. Die entscheidende Wende erfolgte anschließend in der zweiten Monatshälfte.
Mit der zunehmenden Entspannung im Nahen Osten, dem deutlichen Rückgang der Ölpreise sowie wieder fallenden Renditen verbesserte sich das Umfeld für europäische Aktien spürbar.
Der DAX konnte die 24.000 Punkte Marke nachhaltig zurückerobern und etablierte sich erneut oberhalb dieses Bereichs. In den letzten beiden Maiwochen setzte daraufhin eine starke Aufwärtsbewegung ein, die den Index erstmals seit längerer Zeit wieder klar über die psychologisch wichtige 25.000 Punkte Marke führte.
Das Monatshoch wurde bei rund 25.442 Punkten markiert.
Dort kam es erneut zu Gewinnmitnahmen, sodass der DAX zum Monatsende etwas unterhalb der Höchststände notierte.
Mit einem Monatsschlusskurs von rund 25.038 Punkten beendet der deutsche Leitindex den Mai dennoch oberhalb der wichtigen 25.000er Zone und verzeichnet gegenüber dem Vormonat einen Zugewinn von rund 3 %.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der DAX über dem Hoch des Vormonats schließen konnte und sich damit wieder in unmittelbarer Nähe seiner Allzeithochs befindet. Aktuell beträgt der Abstand zum Rekordhoch lediglich rund 1,9 %. Auch wenn die Dynamik zuletzt etwas hinter Nasdaq und S&P 500 zurückblieb, bleibt die technische Struktur des DAX weiterhin klar konstruktiv. Die Käufer konnten sowohl die 24.000er Zone als auch die 25.000er Marke zurückerobern und verteidigen.
Aus charttechnischer Sicht bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend damit vollständig intakt.
Wichtigste Erkenntnisse des Monats Mai
* Die Märkte preisen zunehmend eine Deeskalation im Nahen Osten ein.
* Der Ölpreis verliert über 16 Prozent und wirkt klar disinflationär.
* Langfristige Anleiherenditen können ihre Hochs nicht verteidigen.
* Der VIX fällt deutlich zurück und signalisiert ein Risk-On-Umfeld.
* Die Inflationsdaten zeigen insgesamt sehr leichte Fortschritte.
* Die US-Wirtschaft bleibt überraschend robust.
* Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin Stabilität.
* Die KI-Story bleibt der wichtigste strukturelle Wachstumstreiber.
* S&P 500, Nasdaq und Dow Jones markieren neue Allzeithochs.
* Bitcoin zeigt deutliche relative Schwäche.
* Der DAX etabliert sich erneut oberhalb von 25.000 Punkten .
Fazit
Der Mai 2026 war der Monat, in dem die Märkte mehrere potenzielle Belastungsfaktoren absorbierten und trotzdem neue Höchststände erreichten. Geopolitische Risiken, hohe Ölpreise, steigende Renditen und eine weiterhin vorsichtige FED konnten die Aufwärtsbewegung letztlich nicht stoppen. Stattdessen dominierten sinkende Energiepreise, robuste Wirtschaftsdaten, stabile Arbeitsmärkte und die ungebrochene Dynamik im KI-Sektor.
Besonders bemerkenswert bleibt dabei die starke Divergenz zwischen Aktienmärkten und Bitcoin sowie die zunehmende Konzentration der Rally auf Technologie- und KI-Werte. Ob sich diese Entwicklung auch im Juni fortsetzen kann, bleibt eine der spannendsten Fragen für die kommenden Wochen.
Keine Anlageberatung, sondern ausschließlich meine persönliche Markteinschätzung.
Wie hat euch dieses neue Format mit Tagesausblicken, Wochenrückblicken und nun auch Monatsrückblicken gefallen?
Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.
Morgen folgt zunächst der Wochenausblick für die KW23. Anschließend veröffentliche ich den ausführlichen Monatsausblick Juni mit allen relevanten Entwicklungen, Chancen und Risiken für die kommenden Wochen.
Zusätzlich erscheint auf YouTube ein ausführlicher Marktüberblick inklusive konkreter Handelsideen für die KW23.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
DAX Wochenrückblick KW22 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Vorwort
Bevor wir in den Wochenrückblick starten:
Heute Abend werde ich zusätzlich noch einen ausführlichen Monatsrückblick für den Mai veröffentlichen. Dort gehe ich detaillierter auf die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen vier Wochen ein, von den geopolitischen Ereignissen über Inflation, Zentralbanken und Wirtschaftsdaten bis hin zur Entwicklung von Öl, Anleiherenditen, DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und den wichtigsten Markttrends.
Der heutige Wochenrückblick konzentriert sich daher bewusst auf die wichtigsten Ereignisse und Marktbewegungen der KW22.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage blieb auch in KW22 der dominierende Markttreiber. Im Fokus stand weiterhin der Konflikt im Nahen Osten sowie die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Während in den Vorwochen noch eine direkte Eskalation eingepreist wurde, setzte sich in dieser Woche zunehmend die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung durch.
Besonders marktbewegend waren Berichte über eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands sowie Meldungen, dass beide Seiten bei zentralen Verhandlungspunkten Fortschritte erzielt hätten. Gleichzeitig blieben zahlreiche Risiken bestehen. Die USA verhängten neue Sanktionen gegen iranische Ölexporte, Israel weitete seine militärischen Aktivitäten im Gazastreifen aus und die Lage in der Region bleibt insgesamt angespannt.
Trotzdem überwog an den Finanzmärkten klar die Hoffnung auf weitere Deeskalation. Besonders deutlich zeigte sich dies beim Ölpreis, bei den Anleiherenditen sowie beim Volatilitätsindex VIX.
Auch außerhalb des Nahen Ostens blieb die geopolitische Nachrichtenlage aktiv. Die Beziehungen zwischen den USA und China standen erneut im Fokus, während weltweit weiterhin hohe Verteidigungsausgaben und zunehmende geopolitische Fragmentierung diskutiert werden. Für die Märkte war jedoch vor allem entscheidend, dass die unmittelbaren Risiken einer Eskalation im Nahen Osten deutlich geringer eingepreist wurden als noch vor wenigen Wochen.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Die Wirtschaftsdaten der KW22 zeichneten insgesamt ein Bild einer weiterhin robusten Weltwirtschaft bei gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck.
In Europa standen die Inflationsdaten im Fokus. Besonders Deutschland überraschte mit einem Rückgang des monatlichen Verbraucherpreisindex von -0,2 % gegenüber einer Erwartung von +0,1 %. Auch mehrere andere europäische Inflationsdaten fielen schwächer aus als erwartet. Dies stärkte die Erwartung, dass die EZB in den kommenden Monaten zusätzlichen Spielraum für eine lockerere Geldpolitik erhalten könnte bzw. der Zinserhöhungsschritt für Juni evtl. doch noch für Überraschungen sorgen könnte.
In den USA sorgte vor allem der Chicago PMI für Aufmerksamkeit. Mit einem Wert von 62,7 Punkten wurde die Erwartung von 50,6 Punkten deutlich übertroffen. Die US-Wirtschaft zeigt damit weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit trotz des hohen Zinsniveaus.
Zusätzlich standen zahlreiche Aussagen von Fed-Mitgliedern im Fokus. Insgesamt blieb der Tenor vorsichtig. Einerseits zeigen sich Fortschritte bei der Inflation, andererseits möchte die Fed weiterhin sicherstellen, dass der Inflationsdruck nachhaltig zurückgeht, bevor größere Zinssenkungen erfolgen.
Gesamtbild Wirtschaft und Inflation
Das Gesamtbild hat sich gegenüber den Vorwochen leicht verbessert.
Der deutliche Rückgang des Ölpreises reduziert kurzfristig den Inflationsdruck. Gleichzeitig bleiben die Arbeitsmärkte stabil und die Konjunkturdaten zeigen bislang keine Anzeichen einer scharfen wirtschaftlichen Abschwächung.
Die Märkte bewegen sich damit weiterhin in einem klassischen Risk-on-Umfeld. Anleger setzen auf sinkende Inflation, stabile Wirtschaftsdaten und eine weiterhin unterstützende Entwicklung im KI-Sektor.
Besonders entscheidend bleibt jedoch die weitere Entwicklung im Nahen Osten. Sollte die aktuelle Deeskalation Bestand haben, würde dies die Inflationserwartungen zusätzlich entlasten und Risk Assets weiter unterstützen.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis sahen wir in KW22 einen massiven Rückgang. US Oil verlor auf Wochensicht rund 9,5 % und schloss bei 87,75 Dollar damit erstmals wieder deutlich unterhalb der psychologisch wichtigen 90 $ Marke.
Der Markt preist aktuell eine weitere Entspannung im Nahen Osten ein. Gleichzeitig reduziert der Rückgang des Ölpreises den Inflationsdruck und unterstützt damit die positive Entwicklung an den Aktienmärkten.
Entscheidend bleibt nun, ob sich die aktuelle Deeskalation fortsetzt. Solange US Oil unterhalb der 90 Dollar Marke notiert, bleibt ein weiterer Rückgang in Richtung 80 bis 87 Dollar möglich.
Bonds & DXY
Am Anleihemarkt setzte sich die Entspannung fort. Besonders die langfristigen US-Staatsanleihen verzeichneten rückläufige Renditen. Die 10-jährigen Renditen fielen auf Wochensicht um rund 2,7 %, die 30-jährigen um rund 1,7 %.
Parallel dazu zeigte sich auch der US-Dollar etwas schwächer. Der DXY verlor auf Wochenbasis rund 0,4 % und schloss bei 98,94 Punkten.
Entscheidend bleibt nun, ob der Dollar die Unterstützung im Bereich um 98,75 Punkte verliert oder erneut innerhalb seiner bisherigen Range Richtung 99,50 Punkte ansteigen kann.
VIX
Der Volatilitätsindex setzte seinen Rückgang fort.
Nach den erhöhten Schwankungen der vergangenen Wochen fiel der VIX auf rund 15,3 Punkte zurück und verlor auf Wochensicht knapp 9 %.
Die niedrige Volatilität signalisiert weiterhin ein konstruktives Umfeld für Risk Assets und bestätigt die aktuell hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.
Risk Assets im Gesamtüberblick
Die großen US-Indizes präsentierten sich erneut äußerst robust. Während Öl, Anleiherenditen und Volatilität zurückkamen, flossen weiterhin Kapitalströme in Aktienmärkte.
Besonders auffällig bleibt die enorme Stärke von Technologie- und KI-Werten. Gleichzeitig zeigen europäische Aktien ebenfalls weiterhin relative Stärke.
Lediglich Bitcoin konnte mit der Entwicklung klassischer Aktienmärkte nicht mithalten und zeigte auf Wochenbasis eine deutlich schwächere Performance.
Nvidia
Nach dem starken Ausbruch der Vorwochen kam es bei Nvidia zu ersten Gewinnmitnahmen.
Die Aktie verlor auf Wochenbasis knapp 2 % und fiel wieder in die Widerstandszone zwischen 208 und 212 Dollar zurück. Trotzdem bleibt die langfristige Aufwärtsstruktur vollständig intakt.
Entscheidend wird nun sein, ob die Unterstützung um 208 Dollar verteidigt werden kann. Oberhalb von 218 Dollar würde sich das bullische Momentum erneut deutlich verstärken.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich in KW22 schwächer als klassische Aktienmärkte.
Die Kryptowährung verlor rund 4,6 % auf Wochenbasis und bewegt sich weiterhin innerhalb ihrer aktuellen Range.
Charttechnisch bleibt vor allem der Bereich um 74.555 Dollar entscheidend. Oberhalb dieser Marke wären erneute Angriffe auf die Hochs möglich. Unterhalb davon erhöht sich das Risiko einer Ausweitung der Korrektur Richtung 71.000 Dollar.
S&P 500 & Nasdaq
Die US-Indizes bleiben die klaren Gewinner des aktuellen Marktumfelds.
Der S&P 500 konnte erneut neue Allzeithochs markieren und schloss die Woche rund 1,4 % im Plus. Auch der Nasdaq setzte seine Rekordjagd fort und gewann auf Wochenbasis rund 2 % hinzu.
Die Kombination aus sinkenden Renditen, rückläufigem Ölpreis und weiterhin starker KI-Dynamik sorgt weiterhin für Rückenwind im Technologiesektor. Insgesamt bleibt die Aufwärtsstruktur in beiden Indizes klar bullish.
US30
Auch der Dow Jones zeigte sich stark.
Der Index schloss oberhalb der wichtigen 51.000 Punkte Marke und gewann auf Wochenbasis knapp 0,9 %. Damit bestätigt der Markt weiterhin die übergeordnete Aufwärtsstruktur und signalisiert unverändert hohe Risikobereitschaft der Anleger.
DAX
Der DAX zeigte in KW22 ebenfalls eine positive Woche, konnte jedoch nicht ganz mit der Dynamik der US Indizes mithalten, vor allem zum Freitag.
Nach einem erneuten Angriff auf die Zone um 25.200 Punkte am Freitag, kam es dort zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Trotzdem gelang es dem Markt, die wichtige 25.000 Punkte-Marke zum Wochenschluss zu verteidigen.
Auf Wochenbasis ergibt sich damit weiterhin ein Plus von rund 1,1 %.
Die technische Struktur bleibt konstruktiv, auch wenn sich erste Ermüdungserscheinungen im Bereich der jüngsten Hochs zeigen. Solange die 25.000 Punkte Marke verteidigt wird, bleibt das übergeordnete Bild weiterhin bullish.
Wichtigste Erkenntnisse der KW22
• Die Märkte preisen zunehmend eine Deeskalation im Nahen Osten ein.
• Der Ölpreis verliert rund 9,5 % und wirkt klar disinflationär.
• US-Anleiherenditen kommen spürbar zurück.
• Der VIX fällt erneut deutlich und signalisiert ein Risk-on-Umfeld.
• Die europäischen Inflationsdaten überraschen überwiegend positiv.
• Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin bemerkenswerte Stärke.
• KI bleibt der wichtigste strukturelle Wachstumstreiber an den Märkten.
• S&P 500, Nasdaq und Dow Jones markieren neue Rekordstände.
• Bitcoin bleibt deutlich schwächer als klassische Aktienmärkte.
• Der DAX verteidigt die wichtige 25.000 Punkte Marke und bleibt technisch bullish.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Bleibt die Deeskalation im Nahen Osten der wichtigste Treiber für die Märkte oder rücken Inflation und Geldpolitik bald wieder stärker in den Fokus?
Heute Abend folgt zusätzlich der große Monatsrückblick Mai mit allen wichtigen Entwicklungen der vergangenen vier Wochen im Überblick.
DAX Tagesausblick – 29. Mai - Finaler US-IRAN Deal in Sicht?Kommt heute der entscheidende Iran-USA-Deal?
Bevor wir in die Märkte schauen, ein wichtiger Hinweis: Heute ist der letzte Handelstag im Monat Mai. Damit schließen heute Abend nicht nur die Tages- und Wochenkerzen, sondern auch die Monatskerzen. Gerade zum Monatsende sehen wir häufig erhöhte Volatilität, Umschichtungen institutioneller Investoren und Gewinnmitnahmen. Entsprechend wichtig sind heute die Schlusskurse auf Monatsbasis.
Geopolitische Lage im Nahen Osten
Die geopolitische Lage bleibt aktuell der wichtigste Markttreiber.
Gestern haben wir eine Vielzahl teils widersprüchlicher Meldungen gesehen. Auf der einen Seite gab es Berichte über neue US-Luftschläge, iranische Gegenreaktionen, weitere Sanktionen und Spannungen rund um die Straße von Hormus. Auf der anderen Seite tauchten gleichzeitig Meldungen auf, wonach die USA und Iran offenbar eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere 60 Tage ausgearbeitet haben und lediglich noch die finale Zustimmung von Donald Trump ausstehen soll.
Genau diese Hoffnung auf eine Deeskalation hat gestern für einen massiven Risk-On-Squeeze gesorgt. Nach einem breiten Abverkauf wurden Aktien, Kryptowährungen und andere Risikoanlagen innerhalb weniger Minuten aggressiv gekauft, sobald positive Schlagzeilen aus dem Nahen Osten über die Ticker liefen.
Das zeigt sehr deutlich, worauf die Märkte aktuell achten. Sollte heute tatsächlich eine offizielle Zustimmung Trumps oder ein belastbarer Deal verkündet werden, dürfte dies kurzfristig sehr positiv für Risk Assets interpretiert werden. In diesem Szenario wären weitere Anstiege bei DAX, Nasdaq, S&P 500 und Bitcoin durchaus denkbar, vor allem weil wir gestern schon erste Squeeze Szenarien gesehen haben.
Kommt es dagegen zu neuen Eskalationen oder scheitert ein möglicher Deal, kann sich die Stimmung sehr schnell wieder drehen.
Für heute bleibt deshalb die geopolitische Nachrichtenlage der mit Abstand wichtigste Faktor.
FED und EZB im Fokus
Auch die Notenbanken standen gestern erneut im Mittelpunkt.
Von Seiten der FED äußerten sich sowohl Williams als auch Musalem vergleichsweise hawkish.
Williams betonte, dass die Inflation zwar Fortschritte gemacht habe, man aber weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Die FED sei datenabhängig und müsse sicherstellen, dass die Inflation nachhaltig zurück Richtung Zielwert fällt.
Musalem ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, dass weitere Zinserhöhungen nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten, falls sich der Inflationsdruck wieder verstärken sollte. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Zinssenkungen aktuell keineswegs dringend seien.
Auch die EZB präsentierte sich gestern überraschend restriktiv.
Lagarde, Lane sowie die veröffentlichten EZB-Protokolle zeigten, dass die Sorge über Energiepreise und mögliche Zweitrundeneffekte weiterhin hoch bleibt. Mehrere Mitglieder hätten laut Sitzungsprotokoll sogar weitere Zinserhöhungen nicht grundsätzlich abgelehnt. Die EZB sieht sowohl steigende Inflationsrisiken als auch zunehmende Wachstumsrisiken.
Insgesamt bleiben sowohl FED als auch EZB durch die erhöhte Inflation durch Energiepreise aktuell deutlich vorsichtiger als viele Marktteilnehmer noch vor einigen Wochen erwartet hatten.
Fundamentale Wirtschaftsdaten von gestern
Der Donnerstag war einer der wichtigsten Makrotage der Woche.
Die Core-PCE-Daten, das bevorzugte Inflationsmaß der FED, kamen leicht besser als erwartet herein. Diese Inflationsdaten sind ohne Lebensmittel und Energie und daher sehr entscheidend.
Core PCE MoM:
• Aktuell: 0,2 %
• Erwartet: 0,3 %
• Vorher: 0,3 %
Core PCE YoY:
• Aktuell: 3,3 %
• Erwartet: 3,3 %
• Vorher: 3,2 %
Die Inflation bleibt damit erhöht und deutlich über dem FED-Ziel von 2 %, liegt jedoch im Rahmen der Erwartungen.
Beim BIP gab es eine kleine Enttäuschung:
GDP Q1:
• Aktuell: 1,6 %
• Erwartet: 2,0 %
• Vorher: 0,5 %
Trotz der Verfehlung gegenüber dem Forecast bleibt das Wachstum deutlich über dem Vorquartal.
Besonders stark fielen die Durable Goods Orders aus. Diese messen die Neuaufträge für langlebige Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Industrieanlagen und gelten als wichtiger Frühindikator für Investitionen.
Durable Goods:
• Aktuell: 7,9 %
• Erwartet: 4,0 %
• Vorher: 1,3 %
Das ist ein klar positives Signal für die Wirtschaft und zeigt weiterhin robuste Investitionstätigkeit.
Auf der anderen Seite zeigte sich der Arbeitsmarkt schwächer:
Initial Jobless Claims:
• Aktuell: 215k
• Erwartet: 211k
• Vorher: 210k
Mehr Menschen beantragten erstmals Arbeitslosenhilfe als erwartet.
Auch der Immobilienmarkt enttäuschte:
New Home Sales:
• Aktuell: 622k
• Erwartet: 661k
• Vorher: 663k
Zusätzlich kamen die Rohöllagerbestände besser als erwartet herein, was kurzfristig etwas Druck vom Ölmarkt nimmt.
In Summe ergibt sich daraus ein interessantes Bild:
• Inflation im Rahmen
• Arbeitsmarkt etwas schwächer
• Immobilienmarkt schwächer
• Investitionen deutlich stärker
Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED mittelfristig wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen erhält, auch wenn die Notenbank aktuell noch sehr vorsichtig kommuniziert. Entscheidend bleibt hier die Inflation.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute stehen deutlich weniger Daten auf dem Kalender.
Heute Mittag wird der deutsche Verbraucherpreisindex veröffentlicht.
German CPI:
• Forecast: 0,1 %
• Previous: 0,6 %
Hier wird aktuell ein deutlicher Rückgang der Inflation erwartet.
Später folgt der Chicago PMI.
Chicago PMI:
• Forecast: 50,6
• Previous: 49,2
Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum im verarbeitenden Gewerbe, während Werte unter 50 auf eine Abschwächung hindeuten.
Trotz dieser Daten dürfte der Fokus der Märkte weiterhin auf den Entwicklungen im Nahen Osten liegen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US-Öl
US Oil bleibt einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Trotz zwischenzeitlicher Erholungen notiert Öl mittlerweile wieder deutlich unter der Marke von 90 Dollar. Auf Wochensicht beträgt das Minus rund 9 %, auf Monatssicht sogar über 16 %.
Das ist grundsätzlich positiv für Risk Assets, weil sinkende Energiepreise den Inflationsdruck reduzieren.
Entscheidend bleibt heute, ob Öl den Monat unter 90 Dollar beendet. Sollte es positive Nachrichten zu einem Iran-Deal geben, wäre sogar ein Rückgang in Richtung 85 Dollar denkbar.
US-Anleihen
Die Renditen zeigten gestern erneut hohe Schwankungen, konnten sich aber nicht nachhaltig nach oben durchsetzen.
Das spricht weiterhin dafür, dass die Märkte mittelfristig mit niedrigeren Zinsen rechnen.
DXY
Der US-Dollar bleibt innerhalb seiner Range gefangen.
Wichtig wird heute, ob der Dollar die Region um 99 Punkte halten kann oder die Range nach unten verlässt.
VIX
Der Volatilitätsindex notiert aktuell bei rund 15,7 Punkten und signalisiert weiterhin sehr geringe Angst am Markt.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt einer der stärksten Titel im Markt.
Nach dem erfolgreichen Retest der Zone zwischen 208 und 212 Dollar notiert die Aktie mittlerweile wieder bei rund 214 Dollar.
Gelingt ein Ausbruch über das Monatshoch bei etwa 217 Dollar, bleibt das Gesamtbild klar bullisch, wichtig ist heute der Bruch des Tageshochs von gestern.
Bitcoin
Bitcoin bleibt für mich kurzfristig technisch angeschlagen.
Entscheidend ist die Zone um 74.576 Dollar. Solange diese nicht überzeugend zurückerobert wird, bleibe ich bei neuen Long-Positionen vorsichtig.
S&P 500
Der S&P 500 konnte erneut neue Allzeithochs markieren.
Die 7.500er-Zone wurde erfolgreich verteidigt und dient weiterhin als zentrale Unterstützung.
Sollte heute eine positive Nahost-Meldung kommen, sind weitere Hochs absolut möglich.
Nasdaq
Der Nasdaq zeigt weiterhin enorme Stärke.
Die Zone um 30.000 Punkte wurde erfolgreich verteidigt. Oberhalb von 30.300 Punkten sehe ich weiteres Potenzial in Richtung 30.500 Punkte, aber nur mit Fundamentalem Rückenwind.
Dow Jones (US30)
Der US30 konnte sich ebenfalls stabilisieren.
Über 50.870 Punkten bleibt das Bild bullish. Unterhalb von 50.500 Punkten würden hingegen wieder Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher werden.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Im DAX haben wir gestern eine sehr interessante Tageskerze gesehen.
Die Zone um 25.000 Punkte wurde erneut getestet und erfolgreich verteidigt. Zwischenzeitlich fiel der Markt sogar unter 24.900 Punkte, bevor die Käufer wieder deutlich zurückkehrten.
Der Tagesschluss erfolgte oberhalb der wichtigen 25.000er-Marke.
Zusätzlich konnten wir vor dem London Open einen H4-Schluss über dem Wochenhoch der Vorwoche sehen.
Solange wir oberhalb von 25.000 Punkten bleiben, bleibe ich bullish gestimmt und sehe weiteres Potenzial in Richtung 25.300 bis 25.400 Punkte.
Das Short-Szenario aktiviert sich für mich erst wieder unterhalb von 24.900 Punkten.
Übergeordnet bleibt der Trend weiterhin klar aufwärtsgerichtet.
Fazit
Der heutige Handelstag dürfte maßgeblich von einer einzigen Frage bestimmt werden:
Wird Donald Trump den möglichen Iran-USA-Deal final genehmigen?
Kommt es zu einer offiziellen Deeskalation, dürfte dies Öl weiter belasten und gleichzeitig Risk Assets wie DAX, Nasdaq, S&P 500 und Bitcoin unterstützen.
Scheitert der Deal oder kommt es zu neuen militärischen Spannungen, kann sich das Bild sehr schnell wieder eintrüben.
Wie seht ihr die Lage?
Bleibt ihr Risk-On?
Kommt heute der Iran-USA-Deal?
Wird Trump das finale Approval geben?
Ich wünsche euch schon jetzt ein schönes Wochenende. Bleibt diszipliniert und gebt die Gewinne der Woche nicht am letzten Handelstag wieder ab.
Morgen folgt wie gewohnt der Wochenrückblick KW22 inklusive Monatsrückblick Mai.
Am Sonntag erscheint dann der große Monatsausblick für Juni sowie der Wochenausblick für KW23 auf TradingView und YouTube.
Gute Trades!
DAX Tagesausblick – 28. Mai - Bruch oder Retest der 25.000?Kurz vorab:
Wie bereits letzte Woche Donnerstag habe ich auch diese Woche wieder ein ausführlicheres Video auf meinem YouTube-Kanal hochgeladen. Den Link dazu findet ihr direkt in meinem TradingView-Profil. Dort kann ich deutlich tiefer auf die Charttechnik, konkrete Trade-Ideen und verschiedene Szenarien eingehen, da sich das alles in einem schriftlichen TradingView-Post nur begrenzt zusammenfassen lässt. Dauert vermutlich noch 1 Stunde, dann ist das Video online.
Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin einer der wichtigsten Belastungsfaktoren für die Märkte. Nachdem Anfang der Woche noch sehr viel Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten eingepreist wurde, sieht die Realität inzwischen deutlich komplizierter aus. Es fliegen weiterhin Raketen, es gibt massive Widersprüche zwischen Aussagen aus Washington und Teheran und die Verhandlungen rund um ein mögliches Abkommen mit Iran scheinen sich weiter nach hinten zu verschieben.
Donald Trump sprach erneut über mögliche Einigungen und verknüpfte diese öffentlich mit den Abraham Accords, während Iran den USA gleichzeitig neue Verstöße gegen Waffenstillstandsvereinbarungen vorwirft. Zusätzlich bleibt das Atomprogramm weiterhin ein zentraler Streitpunkt. Auch die Gespräche über Oman und mögliche Vermittlungen laufen deutlich schwieriger als vom Markt zunächst erwartet.
Besonders kritisch bleibt weiterhin die Straße von Hormuz. Genau dort konzentrieren sich aktuell viele geopolitische Risiken, da ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung durch diese Region transportiert wird. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte momentan auf jede neue Eskalation.
Zusätzlich warnte die EZB gestern in ihrem Financial Stability Report offen vor steigenden Risiken für Finanzmärkte, Banken, Energieversorgung, Liquidität und geopolitische Stabilität. Die EZB spricht inzwischen sogar davon, dass viele Risiken vom Markt möglicherweise weiterhin unterschätzt werden.
Allgemeine Situation zum Zinspfad – EZB & FED
Monetär bleibt das Umfeld ebenfalls angespannt. Die EZB bleibt klar hawkish. Für das nächste Meeting am 11. Juni preist der Markt inzwischen mit rund 91 % Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinserhöhung auf 2,25 % ein. Auch für die darauffolgenden Meetings werden weitere Schritte zunehmend eingepreist. Die Aussagen der EZB wirkten insgesamt restriktiv. Inflation bleibt ein Problem, gleichzeitig steigen die Sorgen über geopolitische Schocks und mögliche Belastungen für die Finanzstabilität.
Auch die FED bleibt weiterhin vorsichtig. FED-Speaker Jefferson betonte erneut die Stärke des Arbeitsmarktes und dass Inflation weiterhin zu hoch bleibt. Zinssenkungen scheinen kurzfristig weiterhin eher unwahrscheinlich. Das Marktumfeld bleibt damit schwierig: geopolitische Risiken steigen, die Zentralbanken bleiben restriktiv und gleichzeitig laufen viele Risk Assets weiterhin auf extrem hohen Bewertungen.
Wirtschaftsdaten gestern
Gestern lag der Fokus hauptsächlich auf der EZB-Pressekonferenz sowie den Aussagen aus dem Financial Stability Report. Die EZB betonte erneut die Risiken steigender Energiepreise, geopolitischer Unsicherheit und möglicher Belastungen für Banken und Kreditmärkte.
Gleichzeitig bleiben die Märkte extrem sensibel gegenüber allem, was Inflation und Energiepreise betrifft. Besonders die geopolitische Lage im Nahen Osten spielt dabei aktuell eine zentrale Rolle.
Wirtschaftsdaten heute
Heute steht einer der wichtigsten Makro-Tage der gesamten Woche an. Um 14:30 Uhr kommen gleichzeitig mehrere extrem wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA.
Besonders entscheidend wird der Core PCE Price Index. Der Markt rechnet beim Year-over-Year-Wert bereits mit einem Anstieg auf 3,3 % nach zuvor 3,2 %. Genau diese Daten beobachtet die FED aktuell besonders stark, da hier vor allem die Kerninflation ohne stark schwankende Energie- und Lebensmittelpreise gemessen wird. Höhere Inflationsdaten könnten die Hoffnung auf Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben.
Zusätzlich kommen heute GDP-Daten für die US-Wirtschaft. Hier erwartet der Markt einen deutlichen Sprung von 0,5 % auf 2,0 %, was eine starke Wirtschaft signalisieren würde.
Ebenfalls wichtig werden die Durable Goods Orders mit einem Forecast von 4,0 % nach zuvor 0,8 %. Diese Daten geben Hinweise auf die industrielle Nachfrage und wirtschaftliche Stärke.
Zusätzlich folgen noch Initial Jobless Claims, New Home Sales sowie die Crude Oil Inventories.
Gerade die Öl-Lagerbestände könnten heute wegen der Hormuz-Thematik erneut extrem wichtig werden. Sollten die Inventories kleiner ausfallen als erwartet, könnte das Öl erneut stark antreiben und damit Inflationssorgen verstärken.
Genau deshalb bleibt der heutige 14:30-Uhr-Datenblock potenziell extrem volatil. Besonders gefährlich werden möglicherweise widersprüchliche Datenkombinationen, beispielsweise starke Wirtschaftsdaten bei gleichzeitig steigender Inflation oder schwächeren Arbeitsmarktdaten. Genau solche Konstellationen führen oft zu massiven Liquiditätsabgriffen und aggressiven Richtungswechseln im Markt.
Zusätzlich rückt jetzt das Monatsende immer stärker in den Fokus. Heute und besonders morgen als letzter Handelstag im Mai könnten verstärkt Gewinnmitnahmen einsetzen. Gerade nach der starken Rally in Tech-, KI- und Risk Assets sollte dieses Risiko definitiv nicht unterschätzt werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölmarkt haben wir gestern zunächst einen sehr starken Abverkauf gesehen. US Oil konnte sogar kurzzeitig unter der wichtigen 90 Dollar Marke schließen, was grundsätzlich positiv für Inflationshoffnungen gewesen wäre. Allerdings konnte die aktuelle Tageskerze heute Nacht bereits wieder stark aufholen und zwischenzeitlich knapp 3,9 % zulegen.
Trotzdem bleibt wichtig zu erwähnen, dass wir auf Wochenbasis weiterhin über 6 % im Minus liegen und die Monatskerze aktuell deutlich bearish aussieht.
Jetzt wird entscheidend, ob sich Öl langfristig wieder unter 90 Dollar etablieren kann. Sollte das gelingen, würde das den Druck auf Energiepreise und Inflation deutlich entspannen und könnte Zinssenkungshoffnungen wieder stärken. Aktuell notieren wir wieder um die 91 Dollar und genau diese Zone dürfte für den Monats Schlusskurs extrem wichtig werden.
Bonds & DXY
Bei den US-Staatsanleihen sehen wir erneut Stärke. Besonders die 3- und 5-jährigen Bonds konnten bereits wieder deutlich zulegen. Das zeigt weiterhin, dass Kapital wieder stärker in sichere Anlagen fließt. Sollten die Bondpreise weiter steigen und Renditen entsprechend attraktiv bleiben, könnte das erneut Kapital in den US-Dollar ziehen.
Passend dazu bewegt sich auch der DXY weiterhin in seiner entscheidenden Range zwischen 99 und 99,5. Heute Vormittag wurde erneut versucht, die 99,5 anzugreifen. Für mich bleibt entscheidend, ob wir dort nachhaltig ausbrechen können, um die 100 erneut anzulaufen. Bisher sehen wir allerdings erste Rejection.
VIX
Der VIX bleibt trotz geopolitischer Risiken weiterhin erstaunlich entspannt und notiert aktuell bei 16,29. Solange der VIX unter 20 bleibt, spricht das grundsätzlich weiterhin eher für ein Risk-On-Umfeld beziehungsweise zumindest gegen panikartige Marktbedingungen.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Nvidia bleibt weiterhin der entscheidende Treiber für Nasdaq und den gesamten KI-Sektor. Gestern haben wir nochmal den Retest der wichtigen Zone zwischen 208 und 212 Dollar gesehen. Der Bereich wurde erneut stark aufgekauft und Nvidia konnte über 212,5 Dollar schließen.
Jetzt wird entscheidend, ob wir das Tageshoch bei 214,5 Dollar brechen können oder ob zum Monatsende weitere Gewinnmitnahmen einsetzen. Auf Monatsbasis bleibt Nvidia weiterhin klar bullish, besonders wenn wir es schaffen sollten, über dem April-Hoch bei 217,2 Dollar zu schließen.
Bitcoin
Bitcoin zeigt dagegen weiterhin deutliche Schwäche. Die wichtige Zone bei 74.500 wurde nach unten gebrochen und aktuell sehen wir klares Risk-Off-Verhalten. Für mich bleibt Bitcoin momentan eher uninteressant, solange sich keine stabile Supportbildung auf größeren Zeiteinheiten zeigt.
SPX
Im SPX sehen wir inzwischen erste deutliche Rejections auf Tagesbasis. Trotzdem hält die Zone über 7.500 bisher noch. Solange diese hält, sind weitere High-Abgriffe möglich.
Unterhalb von 7.500 mit klaren Schlusskursen würde ich allerdings zunehmend Shorts bevorzugen, besonders wenn die heutigen Inflationsdaten stärker ausfallen sollten.
Nasdaq
Der Nasdaq hat gestern zwar nochmal die 30.000er-Zone attackiert und zwischenzeitlich sogar 30.310 erreicht, konnte sich darüber aber nicht halten. Dort kam bereits erste stärkere Gegenwehr rein.
Jetzt bleibt entscheidend, ob wir die 29.500 erneut anlaufen und dort Stabilität finden oder ob stärkere Gewinnmitnahmen Richtung 29.000 folgen.
US30
Auch im US30 sehen wir inzwischen erste Gewinnmitnahmen nach den Allzeithochs um 51.000 Punkte. Wichtig bleibt hier die Zone um 50.500. Darüber bleibt weiteres Long-Momentum möglich, darunter könnten tiefere Retests Richtung 50.100 folgen.
Für konkretere Setups und Charttechnik, schaut auf meinem YT Kanal vorbei.
DAX charttechnischer Überblick
Beim DAX haben wir gestern zunächst nochmal einen starken Push nach oben gesehen und das Tageshoch bei 25.395 angelaufen. Dort kam allerdings deutliche Gegenwehr rein. Besonders wichtig: Wir konnten erneut nicht nachhaltig über dem Februar Monatshoch schließen und wurden daraufhin stark abverkauft.
Heute Nacht kam direkt weiterer Verkaufsdruck in den Markt und wir haben erneut die extrem wichtige 25.000er-Zone getestet.
Für mich bleibt das jetzt die entscheidende Zone. Sollten wir uns oberhalb von 25.000 stabilisieren und zurück über das Wochenhoch von KW19 bei 25.160 schließen, kann ich mir weiterhin einen erneuten Angriff Richtung 25.400 vorstellen.
Sollten wir allerdings erneut rejected werden und nachhaltig unter 25.000 brechen, sehe ich deutlich tiefere Retests Richtung 24.850, 24.800 oder sogar zurück zum Jahreshoch bei 24.770.
Allgemein bleibt wichtig zu verstehen: Der Markt hat Anfang der Woche sehr viel Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten eingepreist. Diese Hoffnung bekommt inzwischen erste Risse. Gleichzeitig bleiben FED und EZB hawkish, heute kommen extrem wichtige Inflations-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsdaten und zusätzlich stehen wir direkt vor dem Monatsende.
Genau diese Kombination könnte jetzt zu stärkeren Gewinnmitnahmen und deutlich höherer Volatilität führen.
Wie seht ihr den DAX und die Risk Assets heute? Sehen wir stärkere Gewinnmitnahmen zum Monatsende oder stabilisieren sich die Märkte erneut? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung. Ich wünsche euch gute Trades.
DAX Tagesausblick 27. Mai – Risk On bleibt intakt, aber...Fundamentale & geopolitische Daten
Die Märkte bleiben weiterhin klar im Risk-On-Modus, obwohl die geopolitische Lage im Nahen Osten nach wie vor unklar bleibt.
Im Fokus steht weiterhin die Situation rund um Iran, US und Israel und die Straße von Hormuz. Zwar preisen die Märkte aktuell weiterhin eine mögliche Deeskalation und einen potenziellen Deal zwischen den USA und Iran ein, dennoch gab es erneut Meldungen über neue US-Strikes sowie weitere militärische Aktivitäten Israels im Libanon. Gleichzeitig hieß es aus US-Kreisen, dass ein möglicher Deal noch mehrere Tage dauern könnte.
Die Straße von Hormuz bleibt damit weiterhin der entscheidende Faktor für Energiepreise, Inflation und das allgemeine Risk-On-Umfeld. Trotzdem sieht man aktuell ganz klar: Der Markt ignoriert viele negative Schlagzeilen weiterhin und konzentriert sich stärker auf die Hoffnung einer Deeskalation.
Zusätzlich bleibt das AI- und Tech-Momentum extrem stark. Micron konnte gestern massiv zulegen, Qualcomm meldete einen weiteren AI-Deal mit ByteDance und allgemein treiben die Chipwerte die Märkte aktuell weiter aggressiv nach oben. Auch die Euphorie rund um den möglichen SpaceX-IPO bleibt ein Thema an den Märkten.
SpaceX IPO
Mit einer möglichen Bewertung von bis zu 1.75 - 2 Billionen US-Dollar könnte das der größte IPO der Geschichte werden. Besonders interessant: Durch neue Nasdaq-Regeln (die im Mai, also vor 4 Wochen beschlossen wurden ;)) könnte SpaceX extrem schnell in wichtige Indizes aufgenommen werden, wodurch ETFs und passive Fonds automatisch Milliarden in die Aktie investieren müssten.
Das könnte zusätzlich Momentum in den gesamten Tech-, AI- und Space-Sektor bringen. Gleichzeitig bleibt aber auch das Risiko höherer Volatilität und möglicher Kapitalumschichtungen im Markt bestehen.
Auf das Thema SpaceX IPO, Nasdaq-Gewichtung und die möglichen Auswirkungen auf die Märkte gehe ich morgen nochmal ausführlicher im YouTube-Video ein, schaut dort gerne vorbei!
Fundamentale Wirtschaftsdaten
Gestern standen die CB Consumer Confidence Daten im Fokus.
Der Previous-Wert wurde von 92,8 auf 93,8 nach oben revidiert. Der Forecast lag bei 91,9 und der Actual-Wert kam bei 93,1 rein.
Damit bleibt die Konsumentenstimmung in den USA weiterhin robust und über den Erwartungen. Das spricht nach wie vor gegen akute Rezessionsängste und zeigt weiterhin eine stabile US-Wirtschaft aus Konsumentensicht.
Heute stehen insgesamt eher ruhige fundamentale Daten an. Der Fokus bleibt weiterhin klar auf geopolitischen Headlines aus dem Nahen Osten.
Wichtig wird heute Abend die EZB-Pressekonferenz. Hier wird entscheidend sein, ob eher hawkishe, dovishe oder neutrale Aussagen zur zukünftigen Geldpolitik und dem Zinspfad gemacht werden.
Märkte & Korrelationen im Überblick
US Oil
US Oil wurde gestern wieder an der 90-Dollar-Marke aggressiv aufgekauft. Nichtsdestotrotz haben wir weiterhin bearishe Strukturen und bewegen uns insgesamt wieder leicht nach unten.
Entscheidend bleibt jetzt, ob wir uns nachhaltig unter 90 Dollar etablieren können. Die 90-Dollar-Zone bleibt extrem wichtig für Inflation, Energiepreise und damit auch für die Risk Assets, hier kam in den vergangenen Wochen immer wieder Kaufkraft rein.
Trotz der geopolitischen Spannungen sieht man weiterhin eine gewisse Entspannung im Ölmarkt. Allein diese Woche steht Öl trotz des Feiertags am Montag bereits mehrere Prozent im Minus.
Aktuell notieren wir wieder knapp unter beziehungsweise um die 92-Dollar-Marke.
Bonds & Dollar
Die US-Anleiherenditen fallen aktuell weiter zurück. Besonders bei den kurzfristigen Laufzeiten sieht man deutliche Schwäche.
Das unterstützt grundsätzlich weiterhin das Risk-On-Umfeld. Interessant bleibt allerdings, dass der Dollar sich trotz fallender Renditen weiterhin relativ stark hält.
Der DXY notiert aktuell um die 99,1 Punkte. Entscheidend bleibt jetzt, ob wir unter die Tiefs vom Montag brechen oder erneut Stärke Richtung 99,26 sehen. Dies betrifft alle Handelpaare XXXUSD/USDXXX.
VIX
Der VIX konnte gestern zwar leicht anziehen, notiert mit rund 17 Punkten aber weiterhin klar unter der kritischen 20er-Zone.
Die Volatilität bleibt damit insgesamt weiterhin relativ niedrig und die Marktteilnehmer zeigen nach wie vor Vertrauen ins aktuelle Umfeld.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia hatten wir gestern erste Reaktionen aus der wichtigen Supportzone zwischen 212 und 208 gesehen, wie ich im YT-Video erwähnt habe.
Aber der Daily-Close bleibt eher bearish und auf Weekly-Basis wurden bereits die Lows der letzten Wochen angegriffen.
Entscheidend bleibt jetzt, ob diese Zone hält und ob Nvidia mit der starken Guidance und den letzten Zahlen erneut Richtung neue Hochs laufen kann. Das würde natürlich auch Nasdaq und SPX weiter nach oben treiben.
Bitcoin
Bitcoin konnte keinen Daily-Close über 77.500 liefern und wurde nach einem erneuten Angriff auf die 78.000 wieder stark abverkauft.
Für mich bleibt jetzt die Zone um 74.500 entscheidend. Solange wir dort Support finden und keinen Daily-Close darunter sehen, bleibt die Struktur noch stabil.
Bullisch werde ich persönlich erst wieder mit einem klaren Daily-Close über 77.500 Richtung 80.000.
SPX
Der SPX handelt weiterhin über der wichtigen 7.500er-Zone und konnte erneut neue All-Time-Highs markieren.
Wie bereits im Video erwähnt: Solange die 7.500 als Support hält, bleibt das Momentum grundsätzlich intakt.
Nichtsdestotrotz werde ich ab heute und speziell Richtung Donnerstag/Freitag deutlich vorsichtiger. Monatsende, starke Risk-Asset-Rallys und neue All-Time-Highs können jederzeit größere Gewinnmitnahmen triggern.
Nasdaq
Der Nasdaq hat mittlerweile die psychologisch extrem wichtige 30.000er-Marke erreicht.
Auch hier bleibt die Frage, ob das Momentum weiter eskalieren kann oder ob die ersten größeren Gewinnmitnahmen einsetzen.
Gerade bei diesen psychologischen Marken und zum Monatsende wäre ich extrem vorsichtig mit aggressiven Long-Einstiegen. Gleichzeitig würde ich Shorts nur mit klarer fundamentaler Bestätigung eingehen.
US30
Der US30 reagierte extrem stark an der 51.000er-Zone.
Wir haben mittlerweile erste Gewinnmitnahmen gesehen und sogar leicht unter der 50.500 geschlossen. Trotzdem bleibe ich kurzfristig bullisch, solange wir die 50.500 verteidigen und nicht nachhaltig unter das gestrige Tagestief brechen.
Sollte das passieren, kann ich mir durchaus nochmal eine größere Korrektur Richtung 50.000 vorstellen.
DAX – Charttechnischer Ausblick
Beim DAX hatte ich bereits gestern mit einem kleineren Rücksetzer gerechnet. Daran hat sich erstmal nichts verändert.
Das kurzfristig bearishe Szenario wäre ein Bruch unter das gestrige Tagestief bei 25.160 Punkten. Dort liegt gleichzeitig eine wichtige Wochenstruktur.
Sollten wir darunter brechen, sehe ich erstmal Potenzial Richtung 25.000 beziehungsweise 25.050 Punkte. Dort könnte anschließend erneut Support entstehen und ein weiterer Angriff Richtung 25.500 starten. Das wäre mein bevorzugtes Szenario.
Das bullische Szenario bleibt ein klarer Break über die 25.410 Punkte beziehungsweise das Monatshoch Februar. Erst darüber sehe ich weiteres Potenzial Richtung neue All-Time-Highs bei 25.500+.
Insgesamt kann ich mir jetzt erstmal etwas mehr Ranging vorstellen. Entscheidend wird sein, wie die Märkte auf weitere Headlines aus dem Nahen Osten und auf die EZB-Pressekonferenz später reagieren.
Sollten wir die All-Time-Highs erneut anlaufen und Momentum verlieren, kann ich mir dort auch einen kurzfristigen High-Risk-/High-Reward-Short vorstellen – natürlich nur mit entsprechender fundamentaler Bestätigung und klarer Price Action.
Wie seht ihr die aktuelle Lage im DAX und allgemein bei den Risk Assets?
Rechnet ihr Richtung Monatsende eher mit weiteren All-Time-Highs oder mit stärkeren Gewinnmitnahmen?
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Ich wünsche euch allen gute Trades und einen erfolgreichen Handelstag!
DAX Tagesausblick 26. Mai – Risk Assets drehen durch!Kurz Vorab:
Ich habe heute wieder ein ausführliches YouTube Video hochgeladen. Dort gehe ich charttechnisch deutlich detaillierter auf die Märkte, mögliche Trade-Setups und wichtige Levels ein, weil das hier textbasiert natürlich immer etwas schwieriger ist. Würde mich wie immer extrem über Support, Kommentare und den Austausch freuen.
Fundamentale und geopolitische Lage
Kommen wir erstmal zur fundamentalen und geopolitischen Lage im Nahen Osten, denn genau das bleibt aktuell weiterhin der größte Markttreiber. Der enorme Push gestern kam vor allem durch die Hoffnung auf eine weitere Deeskalation zwischen den USA und Iran. Die Märkte preisen aktuell zunehmend ein, dass es zumindest zu einer vorläufigen Einigung oder einem Framework kommen könnte, wodurch die Lage rund um die Straße von Hormuz stabilisiert wird und Öltransporte wieder normalisiert werden könnten.
Genau das hat man gestern extrem stark gesehen. Öl wurde massiv verkauft, Bonds haben sich entspannt, der Dollar wurde schwächer und gleichzeitig floss extrem viel Kapital in Risk Assets wie Aktien, Tech und teilweise auch Krypto. Besonders bemerkenswert war dabei, dass dieser Move trotz Feiertag und eigentlich dünner Liquidität so aggressiv gehandelt wurde. Genau das zeigt meiner Meinung nach ziemlich klar, wie stark der Markt aktuell dieses Risk-On-Szenario spielen möchte.
Nichtsdestotrotz bleibt die Lage extrem headlineabhängig. Einerseits spricht Iran davon, dass es Fortschritte und Frameworks gibt, andererseits wurde mehrfach betont, dass noch kein finaler Deal unmittelbar bevorsteht. Gleichzeitig gab es sogar erneut defensive US-Schläge in Südiran. Das heißt: Der Markt handelt aktuell weniger den perfekten Frieden, sondern vielmehr die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation.
Zusätzlich relevant bleibt weiterhin das Thema Inflation, Ölpreise und mögliche Auswirkungen auf FED und EZB. Gerade die fallenden Ölpreise haben gestern zusätzlich extrem geholfen. Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannen und Öl nachhaltig zurückkommen, könnte das den Druck auf weitere Zinserhöhungen reduzieren. Genau deshalb kam gestern meiner Meinung nach auch so viel bullische Stärke in den DAX und generell in die europäischen Märkte.
Fundamentale Wirtschaftsdaten heute
Heute wird fundamental insgesamt eher ein ruhigerer Tag, zumindest was klassische Wirtschaftsdaten angeht. Der Fokus liegt klar auf den US Consumer Confidence Daten heute Nachmittag. Forecast liegt bei 91,9 nach zuvor 92,8. Die Consumer Confidence misst das Vertrauen der Konsumenten in die wirtschaftliche Lage und ist deshalb extrem wichtig, weil die US-Wirtschaft massiv konsumabhängig ist. Consumer Spending macht einen enorm großen Teil des US-BIPs aus. Genau deshalb wird heute interessant zu sehen sein, ob Konsum und Wirtschaft weiterhin robust bleiben oder ob sich langsam erste Schwächen zeigen. Gerade mit Blick auf die kommenden FED-Entscheidungen und die PCE-Daten am Donnerstag könnte das nochmal sehr relevant werden.
Kommen wir zu Märkte und Korrelationen im Überblick.
US Oil notiert aktuell im Bereich um 91,8 Dollar. Ich verstehe zwar ehrlich gesagt selbst nicht ganz, warum TradingView hier keinen richtigen Daily-Schlusskurs angezeigt hat und nur diese komische Dienstagskerze zeigt, wahrscheinlich wegen des Feiertags gestern. Nichtsdestotrotz bleibt die 90-Dollar-Marke weiterhin extrem entscheidend. Sowohl Anfang Mai als auch Mitte April wurde Öl dort stark aufgekauft. Genau deshalb ist es jetzt extrem wichtig, ob wir nachhaltig unter die 90 Dollar kommen können. Das wäre wichtig für Entspannung bei Energiepreisen, Inflation und somit auch für die kommenden FED- und EZB-Meetings. Gleichzeitig sieht man aber auch: Die 90 Dollar wurden erstmal wieder verteidigt. Jetzt wird entscheidend, ob wir nochmal höher laufen oder ob jetzt tatsächlich nachhaltiger Druck nach unten reinkommt.
Auch bei den US-Bonds sehen wir leichte Entspannung. Renditen kamen insgesamt etwas zurück, trotzdem bleiben sie historisch betrachtet weiterhin extrem hoch. Genau deshalb bleiben die Bondmärkte nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren für Aktienmärkte und insbesondere Tech.
Beim DXY hatte ich gestern bereits darauf hingewiesen, dass wir unter die 99 brechen müssen, um wirklich Momentum nach unten zu bekommen. Wir konnten zwar intraday darunter handeln, aber keinen wirklich signifikanten Breakdown etablieren, auch auf Grund des niedrigen Volumens. Trotzdem war der Dollar gestern schwächer, was perfekt zum aktuellen Risk-On-Umfeld passt. Jetzt wird entscheidend, ob die Deeskalation weiter anhält und dadurch weiterer Druck auf den Dollar entsteht.
Der VIX notiert weiterhin unter 20, aktuell etwa bei 16,7. Das zeigt, dass der Markt aktuell keine extreme Eskalation einpreist und insgesamt eher entspannt bleibt.
Risk Assets im Überblick
NVDA
Bei Nvidia bleibe ich weiterhin grundsätzlich bullisch. Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass trotz starker Earnings und Guidance jederzeit Gewinnmitnahmen kommen können, einfach weil die Aktie in sehr kurzer Zeit extrem stark gelaufen ist. Wichtig bleiben für mich weiterhin die Bereiche um 216, 212 und insbesondere 208 als möglicher Retestbereich. Aufgrund der extremen Gewichtung bleibt Nvidia weiterhin einer der wichtigsten Werte für Nasdaq und SPX.
BTC
Bei Bitcoin hatte ich ebenfalls gestern darauf hingewiesen, dass wir für wirklich neues Momentum einen signifikanten Break über die 77.500 brauchen. Aktuell haben wir eher wieder leichte Schwäche und bereits das gestrige Daily Low gebrochen. Für mich bleibt deshalb weiterhin entscheidend, ob wir nachhaltig über 77.500 schließen können. Erst dann sehe ich wieder echtes Momentum Richtung 80k.
SPX und Nasdaq
Beim SPX bleibt hier für mich die 7.500er Marke extrem entscheidend. Entweder finden wir dort klaren Support oder eben stärkere Resistance. Aufgrund des aktuellen Risk-On-Umfelds bleibe ich hier aber weiterhin eher bullisch.
Beim Nasdaq haben wir die 30.000 zwar nicht ganz erreicht, trotzdem ist die Idee insgesamt ziemlich gut aufgegangen. Auch hier hatten wir gestern wieder einen starken Push. Heute wird entscheidend, ob wir nochmal Richtung 29.500 laufen und von dort den nächsten Versuch Richtung 30k starten oder ob jetzt tatsächlich stärkere Gewinnmitnahmen einsetzen und dort erste größere Algo-Sell-Orders getriggert werden. Das bleibt heute extrem spannend.
Der US30 bleibt ebenfalls extrem stark. Wir sind hier sauber über die All-Time-Highs gelaufen, haben gestern mit einem fetten Gap-Up eröffnet und erneut etwa ein Prozent zugelegt. Der Close über 51.000 war genau das Ziel, das ich genannt hatte. Jetzt sehen wir zwar erste Gewinnmitnahmen, trotzdem bleibt das Momentum weiterhin sehr stark. Entscheidend wird jetzt sein, ob weitere Deeskalation im Nahen Osten sowie stabile Wirtschaftsdaten dieses Momentum weiter unterstützen können.
Charttechnischer Ausblick DAX
Der DAX war gestern mit Abstand der stärkste Markt. Vom Freitagsschluss bis gestern Abend haben wir etwa 2,54 Prozent Plus gesehen. Wir sind nicht nur klar über die 25.000 gelaufen, sondern direkt in den Bereich um 25.400. Ich hatte zwar gesagt, dass dieser Bereich möglich ist, aber ehrlich gesagt hätte ich selbst nicht gedacht, dass wir ihn so schnell erreichen, vor allem direkt am Montag mit Feiertag.
Das bisherige Hoch lag bei etwa 25.445. Für mich bleibt das bullische Szenario weiterhin, dass wir jetzt Stabilität oberhalb der 25.400 reinbekommen und anschließend die 25.500 sowie potenziell neue All-Time-Highs attackieren.
Trotzdem möchte ich an dieser Stelle definitiv zur Vorsicht raten. Die Märkte preisen aktuell extrem viel Deeskalation und Optimismus gleichzeitig ein. Dadurch kann es jederzeit zu schnellen Gewinnmitnahmen kommen. Gerade weil Monatsende bevorsteht, Rebalancing-Effekte dazukommen und zusätzlich noch wichtige Daten wie Consumer Confidence heute oder PCE am Donnerstag anstehen.
Für mich wäre das gesündeste Szenario jetzt eigentlich, wenn wir nach diesem extremen Push nochmal einen sauberen Rücksetzer Richtung 25.000 sehen würden und von dort aus dann den nächsten Angriff Richtung All-Time-High starten.
Auf der Unterseite wäre ich aktuell extrem vorsichtig mit aggressiven Shorts, außer vielleicht direkt an starken Widerständen oder All-Time-Highs und selbst dort nur mit sauberem Risk-Management, genug Platz und klarer Bestätigung über Price Action und fundamentale Trigger. Ansonsten sehe ich aktuell weiterhin eher die Gefahr eines weiteren Squeezes nach oben in unbekannte Preiszonen.
Besonders wichtig bleibt jetzt die Zone um 25.400 bis 25.408, dort liegt ebenfalls das Monatshoch vom Februar. Darüber kommt dann direkt das All-Time-High im Bereich 25.515.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wie seht ihr den Anstieg gestern? Glaubt ihr die Märkte sind nachhaltig bullisch oder sehen wir hier eher starke Gewinnmitnahmen zum Monatsende gegen Ende der Woche?
Ich wünsche euch allen einen soliden Start in den Dienstag, gute Trades und einen erfolgreichen Handelstag.
DAX Tagesausblick 25. Mai – GAP UP All-Time-Highs in ReichweiteDer Wochenstart beginnt insgesamt deutlich stärker als viele Marktteilnehmer noch vor wenigen Tagen erwartet hätten. Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten sorgt aktuell für ein klares Risk-On-Umfeld an den Märkten. Vor allem die laufenden Gespräche rund um Iran, die Straße von Hormus und mögliche diplomatische Fortschritte zwischen den USA und Iran treiben heute Morgen Futures, Risk Assets und Tech-Werte deutlich nach oben, während Öl massiv unter Druck gerät.
Donald Trump sprach zuletzt davon, dass ein möglicher Iran-Deal bereits „largely negotiated“ sei und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte. Gleichzeitig bleiben die Headlines aber extrem widersprüchlich. Während einige Quellen bereits über Fortschritte und mögliche Vereinbarungen berichten, betont Iran weiterhin, dass zentrale Punkte – insbesondere rund um angereichertes Uran und Sanktionen – noch nicht final geklärt seien. Genau diese Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit sorgt momentan für enorme Bewegungen in Öl, Bonds, Währungen und Risk Assets.
Wer den kompletten fundamentalen und charttechnischen Wochenausblick sehen möchte: Ich habe gestern bereits ein ausführliches YouTube-Video hochgeladen, in dem ich alle Märkte detailliert analysiere. Den Link zum Kanal findet ihr auf meinem Profil bzw. direkt auf meinem TradingView-Account.
Fundamentale & geopolitische Lage
Heute dürfte insgesamt ein etwas ruhigerer Handelstag werden. Sowohl in den USA (Memorial Day) als auch im Vereinigten Königreich ist Feiertag. Zusätzlich bleiben Teile Asiens ebenfalls geschlossen. Das bedeutet: geringeres Volumen, weniger institutionelle Liquidität und potenziell eher Rangebildung statt extremer Trendtage.
Nichtsdestotrotz bleiben die Headlines aus dem Nahen Osten heute extrem wichtig. Gerade weil die Märkte aktuell sehr stark auf die Hoffnung einer Deeskalation reagieren, könnten neue Meldungen zu Iran, Hormus oder weiteren Statements aus Washington sofort wieder größere Bewegungen auslösen.
Besonders entscheidend bleibt weiterhin die Straße von Hormus. Normalerweise passieren dort rund 120 bis 140 Schiffe pro Tag. In der Hochphase der Krise waren es zeitweise nur noch fünf bis zehn Schiffe täglich. Mittlerweile gibt es erste Aussagen, dass innerhalb der kommenden 30 Tage eine schrittweise Normalisierung möglich wäre. Genau das erklärt auch die massive Schwäche im Ölpreis heute Morgen.
Marktkorrelationen & technischer Überblick
US Oil (WTI)
Im Öl sehen wir heute genau das Szenario, auf das ich bereits im gestrigen Wochenausblick hingewiesen hatte. Der Markt eröffnet mit einem massiven Gapdown und notiert aktuell rund 6 % schwächer bei etwa 91,23 Dollar.
Jetzt wird entscheidend sein, ob wir – ähnlich wie am 6./7. Mai oder rund um den 20. April – erneut starkes Kaufvolumen im Bereich der 90-Dollar-Zone sehen oder ob sich die Deeskalation im Nahen Osten tatsächlich weiter durchsetzt und Öl sich nachhaltig unter 90 Dollar etablieren kann.
Das wäre fundamental extrem relevant, weil niedrigere Energiepreise automatisch Druck von der Inflation nehmen würden. Genau deshalb sehen wir heute bereits starke Reaktionen bei Tech, Futures und generell den Risk Assets.
DXY – Dollar Index
Auch der Dollar reagiert auf die sinkende geopolitische Unsicherheit. Der DXY hat heute Morgen die Unterseite der Weekly Range angetestet und notiert aktuell bei etwa 99,028 Punkten.
Der klassische Safe-Haven-Demand im Dollar nimmt damit kurzfristig etwas ab. Jetzt bleibt abzuwarten, ob das Weekly Low bei 98,93 nachhaltig unterschritten wird und wir die Range weiter nach unten verlassen oder ob der Dollar im Tagesverlauf wieder Stärke aufbauen kann Richtung 99,5.
Bitcoin
Bitcoin reagiert bislang ebenfalls sehr konstruktiv auf das aktuelle Risk-On-Umfeld. Wie bereits im Wochenrückblick angesprochen, kam im Bereich der 74.500 wieder starkes Kaufvolumen in den Markt.
Mittlerweile wurde erneut die Zone um 77.500 angelaufen. Für weiteres bullisches Momentum wäre jetzt wichtig, dass wir uns per Schlusskurs nachhaltig darüber etablieren können. Gelingt das, rückt aus charttechnischer Sicht die Zone um 80.500 deutlich stärker in den Fokus.
Nasdaq / US30 / Risk Assets
Der Nasdaq handelt vorbörslich bereits auf neuen All-Time-Highs und notiert aktuell knapp unter der psychologisch extrem wichtigen 30.000-Punkte-Marke bei rund 29.890 Punkten.
Damit wurde das Szenario eines direkten Pushs Richtung 30.000 schneller erreicht als erwartet. Sollte diese Marke direkt zu Wochenbeginn überwunden werden, könnte das Momentum kurzfristig noch einmal deutlich beschleunigen.
Auch der US30 zeigt ein extrem starkes Bild. Der Markt eröffnet mit einem deutlichen Gap-Up und notiert bereits nahe der entscheidenden 51.000er-Zone. Insgesamt zeigt sich aktuell sehr klar: fallende Ölpreise, sinkende Inflationserwartungen und die Hoffnung auf geopolitische Entspannung treiben die Risk Assets massiv an.
Charttechnischer Überblick DAX
Der DAX startet ebenfalls extrem stark in die neue Woche. Bereits vor dem London Open notiert der Markt rund 1,5 % im Plus und konnte damit direkt das wichtige Strukturhoch aus KW19 bei etwa 25.164 Punkten herausnehmen.
Besonders wichtig: Der Markt eröffnete direkt oberhalb der psychologisch extrem relevanten 25.000er-Marke und konnte damit das große Widerstandscluster sofort überwinden. Genau in diesem Bereich kam es am 6. Mai noch zu einer massiven bearishen Reaktion von rund 6 % Abverkauf.
Aktuell sehe ich für heute zwei realistische Szenarien:
Durch die Feiertage und das geringere Volumen rechne ich eher mit einer gewissen Rangebildung im Bereich um 25.000 Punkte. Bedeutet: Der Markt könnte heute zunächst das neue Niveau stabilisieren, kleinere Gewinnmitnahmen verarbeiten und sich im Bereich zwischen 25.000 und 25.200 einpendeln.
Bullisch wird es für mich erneut, sobald das heutige Hoch bei etwa 25.240 nachhaltig überschritten wird. Dann sehe ich weiteres Momentum Richtung 25.400 Punkte und damit rücken die All-Time-Highs endgültig in greifbare Nähe.
Aktuell fehlen nur noch rund 1,6 % bis zu neuen Rekordständen im DAX. Das zeigt, wie stark die aktuelle Marktstruktur momentan ist, trotz wahrscheinlicher Zinserhöhung der EZB.
Solange fundamental keine neue Eskalation im Nahen Osten entsteht, bleibt das übergeordnete Bild für mich weiterhin bullish. Trotzdem glaube ich aufgrund des Feiertags heute eher an eine Stabilisierung und kleinere Rangebewegungen, bevor dann ab morgen wieder mehr Volumen in den Markt kommt.
Ich wünsche euch allen einen schönen Feiertag und einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche 📈
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX heute? Kommt direkt der Angriff auf neue All-Time-Highs oder sehen wir erstmal eine Konsolidierung über der 25.000er-Zone bevor es weiter geht?
Wochenausblick KW22 – Fundamental, Makro & technischer Ausblick!Fundamentaler, makroökonomischer und charttechnischer Ausblick für die kommende Woche KW22
Kurzes Update vorab:
Ich habe heute zusätzlich ein neues ausführliches Analysevideo auf meinem YouTube-Kanal hochgeladen. Dort gehe ich künftig noch detaillierter auf Marktanalysen, Wochenausblicke sowie verschiedene Märkte und charttechnische Setups ein.
Wer die Analysen lieber visuell verfolgt, kann dort gerne vorbeischauen. Gerade in den aktuellen Marktphasen mit extrem schnellen Bewegungen, geopolitischen Schlagzeilen und hoher Intraday-Volatilität macht es aus meiner Sicht Sinn, die Märkte auch visuell regelmäßig einzuordnen.
Über Support und Feedback freue ich mich natürlich sehr.
Den Link zum Kanal findet ihr auf meinem Profil.
Fundamentale und geopolitische Lage
Die neue Handelswoche startet fundamental mit einem insgesamt deutlich verbesserten Risk-On Umfeld. Besonders über das Wochenende zeigte sich bereits sehr klar, dass die Märkte aktuell verstärkt auf eine Deeskalation im Nahen Osten setzen.
Trotzdem bleibt die Gesamtlage weiterhin extrem fragil und headlineabhängig. Genau das sehen wir aktuell sehr stark an den teilweise widersprüchlichen Aussagen aus den USA. Besonders Donald Trump sorgte zuletzt erneut für Unsicherheit mit seinen Aussagen rund um einen möglichen „50/50“-Ausgang zwischen militärischer Eskalation und diplomatischer Einigung mit Iran.
Und genau diese Unsicherheit begleitet die Märkte inzwischen bereits seit rund drei Monaten. Ursprünglich war von wenigen Wochen die Rede, inzwischen entwickelt sich die gesamte Situation jedoch immer stärker zu einem strukturellen Belastungsfaktor für Inflation, Energiepreise und die globale Wirtschaft.
Nichtsdestotrotz preisen die Märkte aktuell klar ein, dass kurzfristig eher eine Entspannung als eine weitere Eskalation wahrscheinlich ist. Das sehen wir momentan insbesondere an:
• stark fallenden Ölpreisen
• sinkender Volatilität
• neuen Hochs bei Risk Assets
• deutlich verbesserter Marktstimmung
• sowie weiter steigenden US-Indizes.
Besonders relevant bleibt dabei weiterhin die Straße von Hormus.
Um sich die Bedeutung nochmal klar vor Augen zu führen: Normalerweise passieren täglich rund 120 bis 140 Schiffe diese Passage. Während der aktuellen Krise lag die Zahl zeitweise jedoch nur noch bei rund fünf bis zehn Schiffen pro Tag – ein massiver Einbruch des globalen Handelsflusses.
Zusätzlich bleibt extrem wichtig, dass rund ein Viertel des weltweiten maritimen Ölhandels durch die Straße von Hormus transportiert wird. Genau deshalb reagierten die Märkte in den vergangenen Wochen derart sensibel auf jede Schlagzeile rund um Iran, OPEC oder mögliche diplomatische Fortschritte.
Besonders interessant bleibt aktuell auch die Rolle Chinas. China zählt weiterhin zu den größten Abnehmern der durch Hormus transportierten Ölströme und drängt entsprechend stark auf Stabilität und wirtschaftliche Normalisierung. Genau deshalb bleibt die geopolitische Beziehung zwischen USA, Iran, China, OPEC und den globalen Energiemärkten weiterhin einer der wichtigsten Makrofaktoren überhaupt.
Parallel dazu bleibt auch die Inflation ein zentraler Punkt. Die zuletzt veröffentlichten Michigan-Daten zeigten erneut sehr hohe Inflationserwartungen für die kommenden Jahre. Genau deshalb wäre ein nachhaltiger Rückgang des Ölpreises aktuell enorm wichtig für die Märkte.
Sollte Öl tatsächlich weiter deutlich fallen und sich die Lage rund um Hormus normalisieren, könnte dies:
• Energiepreise entlasten
• Inflationsdruck reduzieren
• Zinssenkungshoffnungen stärken
• und insgesamt das aktuelle Risk-On-Umfeld weiter unterstützen.
Überblick Wirtschaftsdaten KW22
Fundamental dürfte die kommende Woche erneut stark datenabhängig verlaufen. Besonders wichtig bleibt dabei, dass wir uns weiterhin in der letzten Handelswoche des Monats befinden.
Genau das sorgt historisch häufig für erhöhte Volatilität. Zum Monatsende sehen wir regelmäßig:
• Rebalancing großer Marktteilnehmer
• Umschichtungen institutioneller Investoren
• ETF-Zuflüsse
• Gewinnmitnahmen
• erhöhte algorithmische Handelsaktivität
• und stärkere Intraday-Bewegungen.
Gerade deshalb bleibt es extrem wichtig, kurzfristige Bewegungen diese Woche nicht überzubewerten.
Zusätzlich startet die Woche vergleichsweise ruhig. Am Montag bleiben unter anderem die USA, Großbritannien, die Schweiz sowie Teile Asiens aufgrund verschiedener Feiertage geschlossen beziehungsweise nur eingeschränkt aktiv.
Dadurch dürfte insbesondere zum Wochenstart mit geringerer Liquidität und teilweise reduzierter Volatilität gerechnet werden. Gleichzeitig können gerade Feiertage und geringe Liquidität jedoch auch zu schnelleren Bewegungen führen, falls größere Orders in den Markt kommen.
Am Dienstag rückt anschließend insbesondere das CB Consumer Confidence in den Fokus. Dieses Verbrauchervertrauen zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für die Stärke der US-Wirtschaft. Gerade die amerikanische Wirtschaft bleibt extrem konsumabhängig. Wenn Konsumenten vorsichtiger werden und weniger Geld ausgeben, wirkt sich das unmittelbar auf Unternehmensumsätze, Wirtschaftswachstum und letztlich auch auf die Börsen aus.
Erwartet wird aktuell ein leichter Rückgang von 92,8 auf 91,9 Punkte. Das wäre zwar weiterhin ein solides Niveau, würde jedoch gleichzeitig signalisieren, dass die Konsumenten vorsichtiger werden.
Am Mittwoch rückt dann insbesondere die EZB-Pressekonferenz in den Fokus. Die Märkte achten hier weiterhin extrem genau auf jede Aussage rund um die zukünftige Geldpolitik.
Besonders spannend bleibt:
• ob sich die EZB weiterhin eher hawkish positioniert
• ob erneut Inflationsrisiken betont werden
• oder ob erste vorsichtige Signale Richtung zukünftiger Zinssenkungen kommen bzw. gegen Zinserhöhungen.
Der mit Abstand wichtigste Tag der Woche dürfte anschließend der Donnerstag werden.
Hier stehen mehrere extrem wichtige US-Wirtschaftsdaten gleichzeitig an:
• Core PCE Price Index
• GDP-Daten
• Durable Goods Orders
• Initial Jobless Claims
• New Home Sales
• sowie die Rohöllagerbestände.
Besonders der Core PCE bleibt einer der wichtigsten Inflationsindikatoren der FED überhaupt. Genau diese Daten könnten deshalb erneut massive Auswirkungen auf Zinserwartungen, Renditen, Dollar und Risk Assets haben.
Sollten die Inflationsdaten erneut höher ausfallen als erwartet, könnte dies kurzfristig Druck auf die Märkte auslösen, da Zinssenkungen dadurch wieder unwahrscheinlicher würden.
Fallen die Daten hingegen schwächer aus, könnte das das aktuelle bullische Sentiment nochmals zusätzlich unterstützen.
Am Freitag stehen anschließend noch Chicago PMI sowie deutsche Inflationsdaten im Fokus. Gerade die deutschen CPI-Daten bleiben für den europäischen Markt und insbesondere den DAX weiterhin sehr relevant.
Wer zusätzlich einen detaillierten Überblick über die aktuelle fundamentale Lage sucht, sollte sich gerne nochmals meinen gestrigen Wochenrückblick KW21 anschauen.
Märkte und Korrelationen im Überblick
Öl / Crude Oil
Bei Öl sehen wir aktuell eine massive Gegenbewegung. Allein seit dem Market Close am Freitag notiert Crude Oil bereits rund 7 % tiefer. Genau daran erkennt man sehr deutlich, wie stark die Märkte aktuell auf Deeskalation im Nahen Osten setzen.
Charttechnisch bleibt besonders wichtig:
Der Wochenschluss lag zuletzt bei rund 96,99 USD.
Sollten wir nun nachhaltig unter die 90-Dollar-Zone fallen, würde sich das Gesamtbild deutlich aufhellen. Die aktuelle Monatskerze wirkt momentan weiterhin bearish – solange wir nicht nachhaltig zurück über die Zone rund um 105,5 USD ansteigen, dort ist der Wendebereich für einen bullischen Monatsclose.
Genau deshalb bleibt Öl aktuell einer der wichtigsten Märkte überhaupt.
Niedrigere Ölpreise würden:
• Energiepreise entlasten
• Inflationsdruck reduzieren
• Zinssenkungshoffnungen stärken
• und gleichzeitig Risk Assets unterstützen.
Ich hatte bereits vergangene Woche mehrfach gesagt, dass ich mir bei einer echten Deeskalation im Nahen Osten durchaus einen schnellen Rücklauf Richtung 80 bis 85 USD vorstellen könnte.
Entscheidend bleibt jetzt:
Können wir uns nachhaltig unterhalb der 90-Dollar-Marke etablieren oder wird Öl erneut aggressiv aufgekauft wie in den vergangenen Monaten?
Bonds & US-Dollar
Auch der Bondmarkt bleibt aktuell extrem spannend.
Während die 3- und 5-jährigen Staatsanleihen zuletzt leichte Stärke zeigten, standen insbesondere die 10- und 30-jährigen Anleihen eher unter Druck.
Genau dieses Zusammenspiel bleibt aktuell enorm wichtig, da Renditen direkten Einfluss auf:
• den Dollar
• die FED-Erwartungen
• die Finanzierungskosten
• und letztlich auch auf die Bewertungen der Aktienmärkte haben.
Der DXY-Dollar-Index notiert aktuell mehr oder weniger auf Vorwochenniveau und zeigt damit weiterhin Unsicherheit.
Charttechnisch sehen wir aktuell eine Doji-Weekly-Candle – also ein Zeichen dafür, dass der Markt momentan noch keine klare Richtung gefunden hat.
Entscheidend bleibt nun:
Kann sich der Dollar nachhaltig über der Zone rund um 99,56 Punkten etablieren?
Sollte dies gelingen, könnte anschließend erneut die psychologisch wichtige 100er-Zone in den Fokus rücken.
Fällt der Dollar hingegen wieder unter die aktuellen Weekly-Lows zurück, sehe ich eher erneut die Zone rund um 98,5 Punkte als wahrscheinlich.
VIX
Der VIX zeigte sich zuletzt deutlich entspannter und signalisiert aktuell weiterhin ein vergleichsweise stabiles Marktumfeld.
Mit einem Rückgang von knapp 10 % notiert der Volatilitätsindex aktuell bei rund 16,71 Punkten.
Das bestätigt momentan klar das aktuelle Risk-On-Sentiment der Märkte. Solange der VIX auf diesem Niveau bleibt, spricht kurzfristig weiterhin wenig für eine größere Panikbewegung an den Aktienmärkten.
Risk Assets – Bitcoin, Nasdaq, SPX & US30
Besonders interessant bleibt aktuell die Entwicklung der Risk Assets. Die Kombination aus:
• fallenden Ölpreisen
• sinkender Volatilität
• Entspannung im Nahen Osten
• starken Nvidia-Zahlen
• und weiter bullishen Tech-Märkten
unterstützt momentan klar das bullische Gesamtbild.
Natürlich bleibt trotzdem wichtig zu erwähnen, dass inzwischen bereits sehr viel Positives eingepreist sein dürfte. Genau deshalb bleibt die Gefahr eines klassischen „Buy the Rumor, Sell the News“-Moves weiterhin vorhanden.
Nvidia
Die Nvidia-Zahlen bleiben weiterhin ein massiver Treiber für den gesamten Tech-Sektor.
Die Guidance sowie die Earnings waren erneut extrem stark und bestätigen weiterhin die enorme Dynamik rund um KI, Rechenzentren und Infrastruktur.
Nichtsdestotrotz halte ich kurzfristig eine Korrektur Richtung 212 bis 208 USD weiterhin für absolut realistisch. Dort liegen wichtige charttechnische Zonen sowie potenzielle Bereiche für Gewinnmitnahmen – insbesondere gegen Monatsende.
Mittelfristig bleibe ich jedoch weiterhin bullish, solange sich fundamental nichts verändert.
Bitcoin
Bei Bitcoin zeigt sich aktuell sehr schön, wie stark das Marktumfeld zuletzt wieder Richtung Risk-On gedreht hat.
Die Jahrestiefs aus 2025 rund um 74.500 USD wurden zuletzt erneut getestet – dort reagierte der Markt jedoch stark bullish.
Der gestrige Schlusskurs war aus charttechnischer Sicht sehr wichtig.
Entscheidend bleibt nun:
Kann sich Bitcoin nachhaltig über der Zone rund um 77.500 stabilisieren und anschließend die 78.300 USD überwinden?
Sollte das gelingen, rücken aus meiner Sicht erneut:
• 80.600 USD
• sowie 82.500 USD
deutlich stärker in den Fokus.
SPX / S&P500
Auch der SPX bleibt insgesamt weiterhin extrem stark.
Die vergangene Woche schloss mit einem Plus von rund 0,9 %, obwohl wir am Freitag bereits erste kleinere Gewinnmitnahmen gesehen haben.
Nichtsdestotrotz notiert der Markt weiterhin extrem nah an den All-Time-Highs.
Für mich bleibt entscheidend:
Kann sich der Markt nachhaltig über der 7.500er-Zone etablieren?
Gelingt das, halte ich weitere neue All-Time-Highs weiterhin für absolut realistisch.
Bearish würde sich das Bild aus meiner Sicht erst unterhalb der Zone rund um 7.330 Punkte deutlich eintrüben.
Nasdaq
Der Nasdaq bleibt momentan einer der stärksten Märkte überhaupt.
Aktuell notieren wir bereits wieder nahe neuer All-Time-Highs bei rund 29.800 Punkten. Besonders Nvidia sowie die allgemeine KI-Euphorie bleiben weiterhin massive Treiber.
Die psychologisch extrem wichtige 30.000er-Zone dürfte kurzfristig jedoch eine entscheidende Rolle spielen. Dort könnte es:
• zu algorithmischen Reaktionen
• Gewinnmitnahmen
• oder kurzfristiger Volatilität kommen.
Nichtsdestotrotz bleibe ich insgesamt weiterhin bullish.
Ein klar bearishes Szenario würde sich für mich erst unterhalb der 28.500 Punkte ergeben.
US30 / Dow Jones
Der US30 bleibt besonders spannend, da wir hier zuletzt erstmals seit Februar wieder neue All-Time-Highs gesehen haben.
Das zeigt sehr deutlich, wie stark die Märkte aktuell auf eine Entspannung im Nahen Osten setzen.
Die vergangene Woche schloss mit einem Plus von rund 2,3 % – ein extrem starker Wochenabschluss.
Besonders wichtig:
Der Markt konnte sich oberhalb der psychologisch wichtigen 50.500er-Zone halten.
Die Monatskerzen bei SPX, Nasdaq und US30 wirken aktuell insgesamt weiterhin sehr bullish.
Mein wahrscheinlichstes Szenario bleibt:
• zunächst weiteres bullisches Momentum Richtung Monatsende
• anschließend erste stärkere Gewinnmitnahmen
• insbesondere rund um die wichtigen US-Daten am Donnerstag.
Charttechnischer Wochenausblick DAX
Auch der DAX zeigte vergangene Woche enorme Stärke.
Mit knapp 4 % Wochenplus gehörte der deutsche Markt erneut zu den stärksten Märkten überhaupt.
Besonders wichtig:
Der Markt konnte sich oberhalb der extrem relevanten 24.500er-Zone etablieren und schloss die Woche bei rund 24.768 Punkten.
Der aktuelle Wochenendkurs notiert sogar bereits deutlich höher bei rund 25.086 Punkten, also erneut klar bullisch.
Damit bleibt das Gesamtbild aus charttechnischer Sicht momentan weiterhin sehr konstruktiv.
Besonders wichtig wird jetzt der Monatsschluss.
Für mich bleibt entscheidend, dass der DAX den Monat nachhaltig oberhalb der 24.800er-Zone beendet. Diese Zone bleibt extrem relevant, da dort:
• wichtige Wochenhochs
• frühere Strukturzonen
• sowie ehemalige Jahreshochs
zusammenlaufen.
Sollte das gelingen, halte ich in den kommenden Wochen sogar neue All-Time-Highs weiterhin für absolut realistisch.
Kurzfristig bleibt jetzt entscheidend:
Kann der Markt das Wochenhoch von KW21 beziehungsweise die Zone rund um 24.960 nachhaltig überwinden?
Gelingt das, sehe ich zunächst:
• die psychologische 25.000er-Zone
• anschließend 25.160
• und später sogar 25.400 bis 25.500 Punkte
als realistische Ziele.
Gerade die Zone um 25.160 bleibt extrem spannend. Dort wurde zuletzt das große Gap aus dem Februar geschlossen und der Markt reagierte damals mit einem starken Abverkauf von rund 6 %.
Genau deshalb bleibt dort erneut mit erhöhter Volatilität zu rechnen.
Nichtsdestotrotz bleibe ich aktuell weiterhin klar bullish, solange sich fundamental nichts verändert.
Das wahrscheinlichste Szenario bleibt für mich:
• starke erste Wochenhälfte
• weiterhin Risk-On-Umfeld
• Unterstützung durch fallende Ölpreise
• bullische US-Märkte
• und anschließend erste Gewinnmitnahmen gegen Ende der Woche beziehungsweise zum Monatsende.
Besonders aufgrund:
• der wichtigen US-Wirtschaftsdaten am Donnerstag
• möglicher Rebalancing-Effekte
• sowie Gewinnmitnahmen zum Monatsende
könnte die zweite Wochenhälfte deutlich volatiler werden.
Short-orientiert würde ich kurzfristig erst werden, wenn wir das Freitagstief signifikant unterschreiten und die 24.500er-Zone erneut verlieren.
Solange das nicht passiert, bleibt das Momentum aus meiner Sicht klar auf der Oberseite.
Die detaillierten Tradeideen dazu findet ihr im YT- Video!
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wie seht ihr den DAX diese Woche?
Bleibt das starke Risk-On-Umfeld bestehen oder sehen wir zum Monatsende größere Gewinnmitnahmen?
DAX Wochenrückblick KW21 – Die wichtigsten Erkenntnisse!Fundamentale geopolitische Lage
Die geopolitische Lage blieb auch in KW21 der zentrale Markttreiber. Im Fokus standen weiterhin die Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Über die gesamte Woche hinweg kamen widersprüchliche Meldungen aus Teheran, Washington, Katar und Pakistan. Einerseits berichteten mehrere Quellen von „Fortschritten“ und einer grundsätzlichen Annäherung bei den Gesprächen rund um das iranische Atomprogramm. Pakistanische und katarische Vermittler reisten erneut nach Teheran, während gleichzeitig Meldungen aufkamen, dass ein „breites Verständnis“ über die groben Linien eines möglichen Deals erreicht worden sei.
Andererseits betonte der iranische Außenministeriumssprecher mehrfach, dass weiterhin große Differenzen zwischen Iran und den USA bestehen würden. Besonders das Thema Urananreicherung sowie die schrittweise Aufhebung von Sanktionen bleiben die größten Streitpunkte. Auch wurde mehrfach klargestellt, dass noch keine finale Einigung in Sicht sei. Trotzdem reagierten die Märkte insgesamt positiv auf die zunehmenden diplomatischen Bemühungen und die geringere Wahrscheinlichkeit einer direkten Eskalation im Nahen Osten.
Auch innerhalb der OPEC und der Golfstaaten zeigte sich eine interessante Entwicklung. Die UAE schlossen sich Saudi-Arabien und Katar an und drängten die USA öffentlich dazu, den Krieg mit Iran nicht erneut eskalieren zu lassen. Gleichzeitig blieb die Straße von Hormuz weiterhin offen und passierbar, was ein entscheidender Faktor für die Stabilisierung der Ölpreise war. Dennoch blieb die Lage fragil, da Brent Crude Oil weiterhin deutlich über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke notierte.
Zusätzlich verschärften sich die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China weiter. Meldungen über den Ausbau chinesischer und russischer Geheimdienstaktivitäten in Kuba sowie neue Diskussionen über mögliche Halbleiterzölle und Investitionsschutzmaßnahmen im Technologiesektor zeigten erneut die zunehmende globale Fragmentierung. Taiwan und asiatische Tech-Werte profitierten trotzdem massiv vom anhaltenden KI-Boom.
Auch in Europa blieb die geopolitische Lage angespannt. Trump kündigte zusätzliche NATO-Truppenbewegungen Richtung Osteuropa an, während gleichzeitig politische Spannungen in der Türkei sowie Proteste in mehreren europäischen Ländern zunahmen. Insgesamt zeigt sich weiterhin eine Weltordnung im Wandel mit zunehmender geopolitischer Fragmentierung, höheren Sicherheitsausgaben und strukturell inflationären Entwicklungen.
Fundamentaldaten der Woche – Überblick
Die Wirtschaftsdaten der KW21 zeichneten insgesamt ein gemischtes, aber weiterhin robustes Bild der Weltwirtschaft. Besonders in den USA zeigte sich erneut, dass die Wirtschaft trotz hoher Zinsen weiterhin erstaunlich widerstandsfähig bleibt.
Die US-Arbeitsmarktdaten, darunter Initial Jobless Claims, deuteten weiterhin auf einen stabilen Arbeitsmarkt hin. Auch mehrere Einkaufsmanagerindizes wie die Global Manufacturing PMIs und regionale Daten wie der Philadelphia Fed Manufacturing Index signalisierten, dass die Wirtschaft zwar langsamer wächst, aber weiterhin expandiert.
Die FOMC Meeting Minutes sowie zahlreiche Fed-Statements standen diese Woche ebenfalls stark im Fokus. Besonders auffällig war der zunehmend hawkishe Ton mehrerer Fed-Mitglieder. Fed-Mitglied Waller betonte mehrfach, dass die Inflation weiterhin ein Risiko darstelle und Zinssenkungen kurzfristig unwahrscheinlich seien. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass steigende Inflationserwartungen problematisch wären und im Zweifel sogar weitere Zinserhöhungen notwendig machen könnten.
Besonders spannend war zudem die offizielle Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Fed Chair. Seine Aussagen sorgten für große Aufmerksamkeit an den Märkten. Warsh sprach von einer „reformorientierten Federal Reserve“, betonte langfristiges Wachstumspotenzial und stellte gleichzeitig klar, dass Inflation bekämpft werden müsse, ohne das Wirtschaftswachstum abzuwürgen. Gleichzeitig kritisierte er indirekt die bisherige Kommunikation und Guidance der Fed. Die Märkte interpretierten dies teilweise als Zeichen einer zukünftig wachstumsfreundlicheren Geldpolitik.
Inflationsseitig blieben die Daten widersprüchlich. Während einige Konjunkturdaten eher auf eine Abschwächung der Inflation hindeuteten, zeigten besonders die University of Michigan Inflation Expectations einen deutlichen Anstieg. Die 1-Jahres-Inflationserwartungen stiegen auf 4,8%, die 5-Jahres-Erwartungen sogar auf 3,9%. Genau diese Daten sorgten dafür, dass die Märkte zeitweise wieder Zinserhöhungen bis Ende 2026 einpreisten.
Auch die Rohstoffseite blieb relevant. Die Ölpreise gaben zwar im Wochenverlauf deutlich nach, notierten aber weiterhin auf historisch erhöhtem Niveau. Gleichzeitig blieben die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Energiepreise und Inflation ein zentrales Thema.
In Europa fielen die Daten ebenfalls überwiegend robust aus. Der deutsche IFO-Geschäftsklimaindex überraschte positiv, ebenso wie mehrere französische Konjunkturdaten. Die EZB-Mitglieder signalisierten gleichzeitig zunehmend Sorge über mögliche Zweitrundeneffekte durch steigende Energiepreise. Mehrere EZB-Mitglieder sprachen offen über mögliche Zinserhöhungen bereits im Juni.
Gesamtbild Wirtschaft und Inflation
Insgesamt zeigt sich aktuell weiterhin ein ungewöhnliches Marktumfeld. Die Wirtschaft bleibt robust, die Arbeitsmärkte stabil und die KI-getriebene Wachstumsstory unterstützt weiterhin Risk Assets wie Aktien und Tech-Werte. Gleichzeitig bleibt die Inflation hartnäckiger als ursprünglich erwartet.
Die Märkte befinden sich aktuell in einer Art „Risk-on trotz Inflation“-Umfeld. Anleger setzen weiterhin auf Wachstum, KI, starke Unternehmensgewinne und eine weiche Landung der Wirtschaft. Gleichzeitig sorgen steigende Inflationserwartungen, geopolitische Risiken und hohe Rohstoffpreise dafür, dass die Zentralbanken zunehmend vorsichtiger werden.
Besonders entscheidend bleibt aktuell die Entwicklung der langfristigen Inflationserwartungen sowie die Reaktion der Bondmärkte. Sollte sich die Inflation erneut beschleunigen oder die Renditen weiter stark ansteigen, könnte dies mittelfristig Druck auf hoch bewertete Risk Assets ausüben. Noch ignorieren die Aktienmärkte diese Risiken jedoch weitgehend.
Das Gesamtbild bleibt deshalb kurzfristig bullish, mittelfristig jedoch zunehmend fragil.
Charttechnik und Märkte im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis haben wir auf Wochenbasis seit Eröffnung letzter Woche bis Schluss dieser Woche ein Minus von rund 4,2% gesehen. US Oil notiert aktuell bei 96,99 Dollar. Der Ölpreis zeigte damit speziell in der zweiten Wochenhälfte deutliche Schwäche. Seit Mittwoch kam es vom Hoch bis zum Tief zu einem Abverkauf von knapp 10%.
Nichtsdestotrotz notiert der Preis weiterhin deutlich über 90 Dollar und damit weiterhin auf erhöhtem Niveau. Zwar wurde die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke kurzfristig unterschritten, allerdings bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt und die Straße von Hormuz weiterhin ein zentraler Risikofaktor. Entspannung ist zwar etwas stärker sichtbar als noch in KW20, jedoch reicht dies aktuell noch nicht aus, um nachhaltig disinflationär zu wirken.
Bonds & DXY
Am Bondmarkt sahen wir zu Beginn der Woche zunächst steigende Bondpreise beziehungsweise fallende Renditen. Dieses Bild schwächte sich jedoch im Wochenverlauf zunehmend ab.
Die 3-jährigen US-Staatsanleihen schlossen leicht im Plus bei 4,171%, die 5-jährigen bei 4,258%. Die 10-jährigen US-Treasuries notierten dagegen bei 4,556% und die 30-jährigen sogar bei 5,063%, wobei beide Laufzeiten auf Wochenbasis Verluste verzeichneten. Auffällig war insbesondere, dass die 10er- und 30er-Renditen erneut ihre lokalen Hochs testeten und dort deutliche Rejections zeigten.
Auch im DXY-Dollarindex zeigte sich Konsolidierung. Nach der starken Vorwoche bildete der US-Dollar diese Woche eine Doji-Wochenkerze innerhalb einer klaren Range zwischen ungefähr 98,9 und 99,45 Punkten. Bonds und US-Dollar bleiben weiterhin stark miteinander korreliert. Entscheidend bleibt nun, ob der Dollar aus dieser Range ausbrechen kann oder weiter konsolidiert.
VIX
Der VIX stieg Anfang der Woche kurzfristig bis auf 19,5 Punkte an, ist anschließend jedoch stark zurück gekommen. Auf Wochenbasis ergibt sich ein Minus von knapp 10%. Aktuell notiert der VIX bei 16,71 Punkten. Die Volatilität bleibt damit insgesamt niedrig und signalisiert weiterhin ein eher entspanntes Risk-on-Umfeld an den Märkten.
Risk Assets im Gesamtüberblick
Nvidia
Nvidia lieferte erneut extrem starke Quartalszahlen sowie eine sehr starke Guidance. Trotzdem kam es nach den Earnings am Donnerstag und Freitag zu stärkeren Gewinnmitnahmen. Auf Wochenbasis notiert Nvidia rund 4,5% im Minus.
Nichtsdestotrotz bleibt die übergeordnete Longstruktur weiterhin intakt. Entscheidend wird nun sein, ob die starken Zahlen und die weiterhin extrem bullishe KI-Story neues Momentum in den kommenden Wochen erzeugen können. Nvidia bleibt weiterhin einer der wichtigsten Treiber für Nasdaq und S&P 500.
Bitcoin
Bitcoin zeigte sich diese Woche deutlich schwächer als andere Risk Assets. Während Aktienmärkte neue Hochs anliefen, kam es bei Bitcoin speziell seit Donnerstag zu stärkeren Abverkäufen. Allein am Freitag verlor Bitcoin rund 2,8%. Die Wochenkerze notiert aktuell rund 3,4% im Minus.
Gleichzeitig befindet sich Bitcoin nun an einer extrem wichtigen Schlüsselzone auf Jahresbasis. Aktuell handelt Bitcoin auf dem niedrigsten Niveau der Jahreskerze 2025. Das macht diesen Bereich technisch enorm interessant. Trotzdem zeigt sich aktuell klar, dass Bitcoin kurzfristig schwächer performt als klassische Aktienmärkte.
S&P 500 & Nasdaq
Im S&P 500 wurde diese Woche wie erwartet erneut die psychologisch wichtige 7500-Punkte-Marke angelaufen. Der Index schloss auf Wochenbasis rund 0,86% im Plus bei 7473 Punkten. Besonders seit Mittwoch sorgten die starken Nvidia-Zahlen für neues Momentum. Am Freitag kam es jedoch zu ersten Gewinnmitnahmen direkt unterhalb der All-Time-Highs. Trotzdem bleibt die Aufwärtsstruktur weiterhin intakt.
Ein sehr ähnliches Bild zeigte sich im Nasdaq. Auch hier wurde zunächst das Weekly Low unterschritten, bevor die Käufer den Markt wieder stark aufkauften. Der Nasdaq schloss die Woche rund 1,11% im Plus bei 29.444 Punkten. Das All-Time-High bei rund 29.680 Punkten wurde am Freitag erneut getestet, allerdings kam es dort ebenfalls zu Gewinnmitnahmen und einem bearishen Tagesclose. Insgesamt bleibt der Markt jedoch weiterhin sehr stark.
US30
Der US30 zeigte diese Woche besonders starke Relative Strength. Bereits im YouTube-Video von Donnerstag hatte ich darauf hingewiesen, dass ein nachhaltiger Ausbruch über die 50.000er Marke das All-Time-High vom Februar erneut erreichbar machen könnte. Genau dieses Szenario trat ein.
Der US30 schloss die Woche rund 2,37% im Plus bei 50.563 Punkten und damit sogar oberhalb der psychologisch wichtigen 50.500er Marke. Gleichzeitig sahen wir erste Gewinnmitnahmen vom neu markierten All-Time-High bei rund 50.850 Punkten. Insgesamt bleibt das charttechnische Bild jedoch bullisch.
DAX
Der DAX zeigte in KW21 eine extrem starke Woche. Europäische Aktien gehörten insgesamt zu den stärksten Märkten weltweit. Der DAX verzeichnete auf Wochenbasis ein Plus von knapp 4% und schloss bei 24.768 Punkten.
Besonders wichtig: Der Index schloss deutlich oberhalb der zentralen 24.500er Marke, die sowohl aus Sicht des Jahresschlusskurses 2025 als auch aus Monats- und Wochenperspektive ein entscheidendes Key Level darstellt.
Nach einem kurzfristigen Boden am Montag bei ungefähr 23.640 Punkten kam es zu einer starken Aufwärtsbewegung Richtung 25.000 Punkte. Zwar wurde die 25.000er Marke knapp verfehlt, dennoch bleibt das Bild erstmal bullisch. Besonders der Mittwoch zeigte eine außergewöhnlich starke Kaufdynamik.
Zusätzlich interessant: Der DAX notiert nun nur noch knapp 3% unter seinen All-Time-Highs. Nach der sehr bearishen Wochenkerze aus KW20 wurde der Markt diese Woche komplett wieder aufgekauft. Das spricht kurzfristig klar für Stärke im europäischen Markt.
Wichtigste Erkenntnisse der KW21
- Die Märkte setzen weiterhin auf eine Deeskalation zwischen USA und Iran, obwohl noch keine finale Einigung erreicht wurde.
- Inflation bleibt deutlich hartnäckiger als erwartet. Besonders Inflationserwartungen steigen wieder an.
- Die Fed wird hawkisher, Zinssenkungen rücken weiter nach hinten. Teilweise werden sogar wieder Zinserhöhungen eingepreist.
- Kevin Warsh könnte den zukünftigen Ton für Geldpolitik der Fed deutlich verändern.
- Trotz steigender Inflation und hoher Zinsen bleiben Aktienmärkte extrem stark.
- KI bleibt weiterhin der wichtigste Treiber für globale Risk Assets.
- Erneut starke Zahlen von NVDA.
- Bitcoin zeigt aktuell relative Schwäche gegenüber klassischen Aktienmärkten.
- Der DAX und europäische Aktien zeigen aktuell enorme Stärke und nähern sich erneut den All-Time-Highs.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung.
Wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein? Sehen wir weiterhin ein Risk-on-Umfeld oder wird Inflation bald wieder zum Problem für die Märkte?
Morgen kommt wieder ein längeres YouTube-Video sowie der neue Wochenausblick hier auf TradingView!
DAX Tagesausblick 22. Mai – ATHs in Reichweite - Risk On!Bevor wir starten:
Ich habe gestern ein extrem ausführliches YouTube-Video zur New YorkSession hochgeladen, inklusive fundamentaler Analyse, Trade Ideen und detaillierter Ausblicke auf Nasdaq, US30, DAX, Bitcoin sowie Nvidia und die aktuelle Makrolage. Gerade im Hinblick auf die gestrigen Nvidia Reaktionen, die Nahost Thematik und die heutige FED Story lohnt sich das Video definitiv nochmal anzuschauen.
Marktüberblick zwischen Geopolitik, FED-Unsicherheit und AI-Euphorie
Die Märkte bleiben weiterhin komplett im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Eskalation im Nahen Osten und gleichzeitig extrem bullischer AI-/Liquidity Fantasie.
Besonders wichtig bleiben aktuell die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormuz. Reuters berichtete zuletzt, dass Iran zunehmend Kontrolle über die Schifffahrtsrouten durch Hormuz konsolidiert und ein mehrstufiges Kontrollsystem für Tanker etabliert. Genau das hatte den Ölpreis zuletzt massiv nach oben gedrückt, weil Hormuz einer der wichtigsten Energie-Engpässe weltweit ist. Gleichzeitig wird mittlerweile aber wieder verstärkt über mögliche Gespräche und diplomatische Lösungen gesprochen. Pakistan versucht offenbar aktiv zwischen den USA und Iran zu vermitteln, während auch aus anderen Regionen zunehmend von möglichen Talks berichtet wird.
Genau diese Hoffnung auf Deeskalation sorgt momentan wieder für Entspannung an den Märkten. Man merkt extrem, wie sensibel die Risk Assets aktuell auf jede positive oder negative Schlagzeile reagieren. Sobald geopolitische Entspannung reinkommt, fallen Öl und Volatilität direkt ab und die Indizes schieben massiv nach oben. Wir werden sehen, ob sich am Wochenende mehr Entspannung entwickelt und wir weitere Deeskalation im Nahen osten sehen.
Dazu kommt heute eine weitere extrem wichtige Story für die Märkte: Kevin Warsh .
Nach allem, was aktuell berichtet wird, dürfte Kevin Warsh heute offiziell als neuer FED-Chair präsentiert beziehungsweise vereidigt werden. Donald Trump soll dazu später am White House auftreten. Die Märkte beobachten das extrem genau, weil Warsh deutlich anders wahrgenommen wird als Jerome Powell.
Warsh galt früher zwar eher als Hawk, hat sich in den letzten Jahren aber zunehmend dovisher positioniert und mehrfach niedrigere Zinsen unterstützt. Gleichzeitig spricht er von einem „Regime Change“ innerhalb der FED, kritisiert frühere Fehler der Notenbank und will die Kommunikation sowie Entscheidungsfindung der FED grundlegend verändern.
Trotzdem bleibt die Lage für die FED extrem schwierig.
Denn auf der einen Seite fordert Donald Trump massiv Zinssenkungen, auch wegen der enormen US-Staatsverschuldung und der brutal hohen Zinskosten. Auf der anderen Seite bleibt die Inflation weiterhin hartnäckig hoch – insbesondere durch die Energiepreise und die Nahost-Thematik. Genau das limitiert aktuell die Möglichkeit aggressiver Zinssenkungen.
Das macht die aktuelle Lage so spannend:
Die Märkte wollen Liquidität, Zinssenkungen und AI-Euphorie spielen – gleichzeitig bleiben Inflation, Ölpreise und geopolitische Risiken ein massiver Gegenwind.
Zusätzlich bleibt auch die OPEC+ beziehungsweise die gesamte Öl-Thematik extrem relevant. Sollte sich die Lage mit Iran weiter entspannen, könnte das Öl deutlich unter Druck setzen und den Märkten nochmal zusätzlichen Rückenwind geben. Darauf bin ich gestern im YouTube-Video bereits ausführlich eingegangen.
Wirtschaftsdaten von gestern
Die gestrigen Wirtschaftsdaten waren insgesamt sehr interessant und gemischt.
Besonders auffällig war der Philadelphia Fed Manufacturing Index. Dieser ist auf -0,4 gefallen. Forecast lag bei 17,6, Previous sogar bei 26,7. Damit ist der Index nicht nur massiv eingebrochen, sondern sogar unter die Nulllinie gefallen, was auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen im verarbeitenden Gewerbe hindeutet. Das war definitiv eine schwache Zahl.
Die Initial Jobless Claims hingegen kamen mit 209K rein, Forecast lag bei 210K und Previous bei 212K. Bedeutet: Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. Weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe signalisieren nach wie vor Stabilität im Arbeitsmarkt.
Dazu kamen die S&P Global Manufacturing PMI Daten. Der Manufacturing PMI lag bei 55,3 und damit deutlich über Forecast von 53,8 sowie Previous von 54,5. Der Dienstleistungs-PMI kam mit 50,9 leicht schwächer rein als erwartet, bleibt aber weiterhin über der wichtigen 50er Marke.
Alles in allem zeigt sich also weiterhin ein Bild einer grundsätzlich stabilen US-Wirtschaft – trotz einzelner Schwächesignale wie dem Philadelphia Manufacturing Index.
Fundamentale Daten heute
Heute wird es datenmäßig insgesamt etwas ruhiger.
Im Fokus stehen später die deutschen GDP-Daten.
Forecast liegt bei 0,3%, Previous bei 0,2%. Es wird also von einer leichten Verbesserung des deutschen Wirtschaftswachstums ausgegangen.
Hier bleibt abzuwarten, wie die Daten tatsächlich ausfallen und vor allem wie der DAX darauf reagiert.
Später wird natürlich noch spannend, was zu Kevin Warsh kommt.
Märkte und Korrelationen im Überblick
US Oil
Beim Ölpreis sehen wir aktuell wieder leichte Entspannung. US Oil notiert momentan bei rund 97,75 Dollar und hat nach der starken geopolitischen Rally zuletzt wieder etwas abgegeben.
Besonders wichtig:
Wir hatten gestern erneut eine massive Rejection oberhalb der 100-Dollar-Marke und die Tageskerze hat bearish unter 100 Dollar geschlossen. Das ist erstmal sehr positiv für Risk Assets und natürlich auch für die Inflationsthematik.
Nichtsdestotrotz bleibt Öl mit knapp 98 Dollar weiterhin extrem hoch.
Entscheidend wird jetzt der Weekly Close. Besonders interessant wird, ob wir nicht nur bearish schließen, sondern sogar unter das letzte Weekly Low beziehungsweise unter die Zone um 96 Dollar fallen können.
Dann wird extrem spannend, was sich übers Wochenende geopolitisch entwickelt – insbesondere mit Blick auf Iran, mögliche Talks und Deeskalation.
Auch darauf bin ich gestern im YouTube-Video ausführlich eingegangen, vor allem was Öl bei einer echten diplomatischen Einigung potenziell machen könnte.
Bonds & DXY
Die Bondpreise haben gestern ebenfalls wieder leicht abgegeben. Besonders bei den 10- und 30-jährigen Staatsanleihen sieht es aktuell danach aus, als würden wir zumindest kurzfristig etwas runterkommen.
Im Dollarindex sehen wir ebenfalls eine spannende Situation. Der DXY notiert aktuell bei 99,23 und bewegt sich weiterhin innerhalb einer wichtigen Range.
Hier bleibt entscheidend:
Kann der DXY über die 99,5 ausbrechen und Richtung 100 laufen oder wird die Range erneut nach unten verlassen Richtung 98,5?
Nichtsdestotrotz bleibt der Safe-Haven-Demand weiterhin stabil – auch aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten.
VIX
Der Volatilitätsindex VIX hat gestern erneut deutlich abgegeben und notiert aktuell bei 16,75 Punkten.
Das zeigt ziemlich klar:
Sobald geopolitische Entspannung in den Markt kommt, entspannen sich auch die Märkte selbst extrem schnell.
Das aktuelle Umfeld bleibt daher insgesamt weiterhin eher risk-on.
Risk Assets im Überblick
Nvidia
Bei Nvidia hatten wir am Mittwochabend die Earnings.
Wie erwartet kam zunächst nochmal Momentum nach oben rein, anschließend folgten aber erste Gewinnmitnahmen. Auch hier bleibt jetzt extrem spannend, wie die Weekly Candle schließt.
Im gestrigen YouTube-Video hatte ich bereits erklärt, warum Nvidia mittlerweile so unglaublich wichtig für die gesamten US-Indizes geworden ist. Die Gewichtung im Nasdaq liegt inzwischen bei rund 13–14%, im SPX ebenfalls extrem hoch bei 8-9%.
Das bedeutet:
Jede größere Bewegung in Nvidia beeinflusst direkt Nasdaq und SPX.
Ich hatte außerdem darauf hingewiesen, dass ich bei NVDA einen tieferen Retest Richtung 213 Dollar für wahrscheinlich halte. Genau das könnte kurzfristig nochmal etwas Druck auf die Indizes bringen.
Bitcoin
Bei Bitcoin hatte ich ebenfalls darauf hingewiesen, dass wir die 77.500 zurückerobern müssen.
Genau dort notieren wir aktuell. Die Tageskerze gestern konnte bullish schließen und solange wir die Tiefs um 76.000 nicht verlieren, bleibe ich hier weiterhin bullisch und sehe nochmal einen möglichen Angriff auf die Hochs.
SPX
Der SPX startete gestern zunächst mit einem Gap Down, dieses wurde allerdings vollständig aufgekauft.
Wir haben erneut einen bullischen Schlusskurs gesehen und auch hier hatte ich gesagt:
Solange wir das Mittwochstief nicht nachhaltig brechen, sehe ich die 7.500er Marke weiterhin als realistisches Ziel.
Die Wochenkerze bleibt extrem wichtig. Wir hatten kurz einen Sweep unter das Wochentief gesehen, wurden dort aber massiv aufgekauft.
Aktuell bleibt das Momentum klar bullish.
Nasdaq
Im Nasdaq sieht die Lage weiterhin extrem stark aus.
Wir haben gestern erneut einen starken bullischen Impuls von rund 1,2% gesehen und notieren nahezu an den Allzeithochs bei rund 29.500 Punkten.
Wie bereits gestern im Video angesprochen, halte ich die 30.000er Marke weiterhin für sehr wahrscheinlich. Die Frage bleibt eher, ob wir das bereits heute oder erst kommende Woche sehen.
Kurzfristig bleibt allerdings relevant, ob weitere Gewinnmitnahmen bei Nvidia auftreten.
US30
Der US30 bleibt ebenfalls extrem spannend.
Ich hatte bereits darauf hingewiesen:
Sobald wir nachhaltig über die 50.000 laufen, werden die Allzeithochs aus Februar wieder extrem realistisch.
Genau das sehen wir aktuell. Der Index notiert bei rund 50.475 Punkten und bleibt auf Wochenbasis extrem stark mit einer klar bullischen Dynamik.
Für mich sind neue Allzeithochs heute definitiv möglich – bevor zum Wochenende eventuell erste Gewinnmitnahmen einsetzen.
DAX – Charttechnischer Tagesausblick
Auch im DAX haben wir gestern erneut eine starke Dynamik gesehen.
Ich hatte darauf hingewiesen, dass die 24.500 nochmal angelaufen werden könnten – genau dort kamen starke Käufe rein. Nachdem wir die wichtige Zone um 24.800 überschritten hatten, sahen wir zunächst eine stärkere bearish Reaktion, wurden anschließend aber wieder massiv aufgekauft.
Aktuell notieren wir direkt an den gestrigen Tageshochs bei knapp 24.900 Punkten.
Für den weiteren Verlauf bleibt jetzt entscheidend, ob wir den gestrigen Höchstkurs bei 24.925 nachhaltig brechen können.
Sollte das passieren, sehe ich eine Fortsetzung Richtung:
• 25.000
• 25.150
• und anschließend potenziell sogar Richtung 25.400
Vor allem wenn geopolitisch weitere Entspannung reinkommt, halte ich auch einen schnellen Spike Richtung 25.400 durchaus für möglich.
Insgesamt bleibt festzuhalten:
Sollten wir die 25.000 nachhaltig überwinden, rückt das Allzeithoch im DAX wieder deutlich näher. Aktuell fehlen lediglich rund 2,6%.
Falls wir allerdings keinen Breakout schaffen und die Kraft kurzfristig ausgeht, bleibt die Zone um 24.800 extrem wichtig. Dort liegen mehrere relevante technische Levels:
• Wochenhoch KW16
• Jahreshöchstkurs 2025
• April-Monatshoch
Das bleibt für mich ein sehr interessantes Long-Szenario.
Sollte diese Zone allerdings nicht halten, sehe ich die nächste starke Kaufzone erst wieder bei:
• 24.620
• beziehungsweise erneut bei 24.500
Im aktuellen Marktumfeld halte ich noch tiefere Rücksetzer allerdings eher für weniger wahrscheinlich, solange keine neuen Geopolitischen Eskalationen reinkommen.
Keine Anlageberatung, nur meine persönliche Markteinschätzung!
Wie seht ihr den DAX heute?
Knacken wir die 25.000 bereits heute oder sehen wir vor dem Wochenende nochmal Gewinnmitnahmen?
Schaut euch gerne nochmal das gestrige YouTube-Video an, dort bin ich auf alle Märkte deutlich ausführlicher eingegangen.
Morgen kommt wie jede Woche mein Wochenrückblick und am Sonntag folgt der neue Wochenausblick.
Ich wünsche euch einen entspannten Freitag und einen guten Start ins Wochenende, Gute Trades!






















