Gold Konsolidiert Bei 4.330 USD und Wartet Auf Ein Ausbruchssign📊 Marktentwicklung:
Der Goldpreis testet erneut den Bereich von 4.330 USD pro Unze. Trotz einer technischen Erholung bleibt Gold unter psychologischem Druck, da die Märkte auf neue politische Signale unter dem Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh warten. Schwache Rohöldaten wirken weiterhin als Belastungsfaktor und verhindern eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Der Markt befindet sich derzeit in einem fragilen Gleichgewicht und benötigt neue Impulse durch Wirtschaftsdaten oder Kapitalzuflüsse, um die nächste Richtung zu bestimmen.
📉 Technische Analyse:
• Wichtige Widerstände: 4.333 USD (letztes Hoch) und 4.358 USD (technischer Hauptwiderstand).
• Nächste Unterstützungen: 4.321 USD (letztes Tief) und 4.253 USD (starke mittelfristige Unterstützung).
• EMA: Der aktuelle Preis (4.330,02 USD) liegt nahe bzw. leicht unter dem DEMA 09 (4.330,62 USD) und dem SMA 09 (4.332,96 USD), was auf eine neutrale Konsolidierungsphase im kurzfristigen Trend hindeutet.
• Kerzenmuster / Volumen / Momentum: Der RSI liegt bei 49,62 und signalisiert ein Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern. Gold bewegt sich seitwärts um die gleitenden Durchschnitte und zeigt derzeit keinen starken Ausbruchsimpuls.
📌 Ausblick:
Gold könnte kurzfristig in einer engen Spanne zwischen 4.320 und 4.335 USD handeln. Ein Schlusskurs über 4.333 USD könnte weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen. Andernfalls dürfte der Markt die Unterstützung bei 4.321 USD erneut testen.
💡 Handelsstrategie:
🔻 SELL XAU/USD: 4355 – 4358
🎯 TP: 40 / 80 / 200 / 300
❌ SL: 4.363
🔺 BUY XAU/USD: 4.320 – 4.317
🎯 TP: 40 / 80 / 200 / 300
❌ SL: 4.312
Goldman
Wie die Yield Curve zur Waffe wird Moin zusammen, willkommen zu Tag 21.
Heute werdet ihr vom Schüler zum Praktiker. Heute lernt ihr, wie die Profis die Yield Curve nicht BEOBACHTEN, sondern HANDELN.
Denn hier ist die brutale Wahrheit, die 99 % der Retail-Trader nie verstehen werden: Die Yield Curve ist nicht nur ein Indikator. Sie ist ein handelbares Instrument. Die Form der Kurve selbst – ihre Steilheit, ihre Krümmung, ihre Wölbung – kann gekauft und verkauft werden. Ihr könnt auf eine steiler werdende Kurve wetten. Auf eine flacher werdende Kurve. Auf eine Verformung in der Mitte. Ohne eine einzige Meinung zum absoluten Zinsniveau zu haben.
Das sind die Relative-Value-Trades – die Trades, mit denen PIMCO, Bridgewater, Citadel und die Fixed-Income-Desks von Goldman tagtäglich Milliarden verdienen. Trades, die isoliert von der generellen Marktrichtung funktionieren. Trades, die in Bullen- UND Bärenmärkten Alpha generieren
Heute lernen wir drei davon. Die drei Klassiker, die jeden Tag an der Wall Street gehandelt werden:
1. Der Steepener – die Wette auf eine steiler werdende Kurve
2. Der Flattener – die Wette auf eine flacher werdende Kurve
3. Der Butterfly – die chirurgische Wette auf Verformungen in der Kurvenmitte
Und wir hören da nicht auf. Wir gehen tiefer. Wir zerlegen die drei fundamentalen Theorien, die erklären, WARUM die Kurve überhaupt eine bestimmte Form hat. Wir sezieren die Term Premium – das verborgene Geld, das die Institutionen für das Halten langer Laufzeiten verlangen. Wir analysieren die Belly der Kurve – den 5-bis-7-Jahres-Bereich, in dem die größten Mispricings stecken. Und wir bauen das Playbook, das euch zeigt, in welchem Makro-Regime welcher Curve-Trade funktioniert.
Das hier wird dicht. Das hier wird lang. Und das hier wird euch einen Edge geben, den kein Aktien-Trader auf TikTok je haben wird.
Schnallt euch an. Tag 21 ist der Moment, in dem ihr aufhört, die Yield Curve zu lesen – und anfangt, sie zu handeln.
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Kapitel 1: Warum die Yield Curve überhaupt eine Form hat Die Frage, die niemand stellt – und die alles verändert
Ihr habt jetzt vier Tage lang die Yield Curve gesehen. Ihr wisst, was sie ist. Ihr wisst, warum sie wichtig ist. Aber habt ihr euch jemals die eigentliche Frage gestellt?
Warum hat die Kurve überhaupt eine Form?
Warum liegen 30-Jahres-Yields normalerweise über 2-Jahres-Yields? Warum nicht umgekehrt? Warum nicht alle gleich? Und warum verändert sich die Form ständig – mal steil, mal flach, mal invertiert?
Die Antwort ist nicht einfach. Sie ist mehrschichtig. Und die akademische Finanzwelt hat drei konkurrierende Theorien entwickelt, die sich über Jahrzehnte ergänzt – und manchmal widersprochen – haben. Der Elite-Trader versteht alle drei. Nicht weil er ein Professor werden will. Sondern weil jede Theorie ihm erklärt, in welchem Szenario welcher Trade funktioniert.
Das ist der entscheidende Punkt: Theorien sind keine Denkgebäude für Seminarräume. Theorien sind Trading-Werkzeuge. Wer die Theorien versteht, weiß, wann er Steepener handelt, wann Flattener, wann er lieber die Finger von der Kurve lässt.
Theorie 1: Expectations Theory – Die Kurve als kollektive Prognose
Die erste und eleganteste Theorie ist die Pure Expectations Theory. Sie sagt: Die Form der Yield Curve ist nichts anderes als die aggregierte Markterwartung über zukünftige kurzfristige Zinsen.
Konkret: Wenn der 2-Jahres-Yield bei 4 % steht und der 10-Jahres-Yield bei 4,5 %, dann sagt der Markt: „Im Durchschnitt erwarten wir, dass die kurzfristigen Zinsen über die nächsten 10 Jahre bei etwa 4,5 % liegen werden – also leicht höher als heute."
Und wenn die Kurve invertiert ist – 2-Jahres bei 5 %, 10-Jahres bei 4 % –, sagt der Markt: „Wir erwarten, dass die Zinsen in den nächsten Jahren FALLEN. Die Fed wird senken müssen."
Das ist die Theorie hinter dem Satz, den ihr an Tag 18 gelernt habt: Jede Rezession der letzten 70 Jahre wurde von einer invertierten Kurve angekündigt. Die Inversion ist nichts anderes als der Markt, der laut sagt: „Die Fed wird bald gezwungen sein, radikal zu senken – weil die Wirtschaft kollabiert."
Wenn ihr einen 10-Jahres-Bond kauft, wettet ihr implizit gegen die Markterwartung über 10 Jahre zukünftiger kurzfristiger Zinsen. Wenn ihr denkt, der Markt liegt falsch, habt ihr einen Trade. Wenn ihr der Marktmeinung zustimmt, habt ihr keinen Edge.
Das ist das Herzstück von Relative-Value-Trading: Ihr tradet nicht die Zinsen selbst – ihr tradet die Differenz zwischen euer Erwartung und der Markterwartung
Theorie 2: Liquidity Preference Theory – Die Angst vor der Zukunft kostet Geld
Aber Expectations Theory allein erklärt nicht alles. Wenn die Theorie perfekt stimmen würde, wäre die Kurve genauso oft invertiert wie normal steigend. In der Realität ist sie aber in etwa 85 % der Zeit steigend. Warum?
Die Antwort liefert die Liquidity Preference Theory von John Hicks: Investoren verlangen eine Extra-Prämie für das Halten längerer Laufzeiten. Nicht weil sie höhere Zinsen erwarten – sondern weil längere Laufzeiten mehr Unsicherheit bedeuten
Erinnert euch an Tag 20: Ein 30-Jahres-Bond kann bei einem Zinsanstieg um 100 bp um 10 % fallen. Das ist pures Mark-to-Market-Risiko. Und die meisten Investoren – Pensionsfonds, Versicherungen, selbst Hedge-Funds – wollen für dieses Risiko entschädigt werden. Diese Entschädigung ist die Term Premium (auch Liquiditätsprämie genannt).
Die Formel lautet
Long-Term Yield = Durchschnitt erwarteter kurzer Zinsen + Term Premium
Die Term Premium ist der Teil des langen Yields, der NICHT durch Erwartungen erklärt wird, sondern durch reine Risikoaversion.
Und hier wird es spannend. Die Term Premium ist NICHT konstant. Sie schwankt dramatisch über Zyklen:
In ruhigen Zeiten (wie 2015–2019): Term Premium schrumpft, manchmal sogar negativ. Investoren sind entspannt. Die Kurve wird flacher – nicht weil Rezession droht, sondern weil die Risikoprämie verschwunden ist
In Krisenzeiten (2008, 2020, 2022): Term Premium explodiert. Investoren wollen massiv mehr für das Halten langer Papiere. Die Kurve wird steiler – unabhängig von Fed-Erwartungen
Das ist ein gigantischer Insight für euch: Wenn die Kurve flach ist, müsst ihr fragen – ist das, weil die Fed senken wird (Expectations), oder weil die Term Premium verschwunden ist (Liquidity)? Die Antwort bestimmt euren Trade komplett
Man kann die Term Premium mit Modellen wie dem Adrian-Crump-Moench (ACM) Model der NY Fed abschätzen. Diese Schätzungen sind öffentlich verfügbar – und sie sind Gold wert. Wenn die ACM-Term-Premium für den 10-Jährigen bei –50 bp steht, wisst ihr: Der Markt unterbewertet das Risiko langer Laufzeiten massiv. Die Prämie wird irgendwann zurückkommen. Das ist ein Setup.
Theorie 3: Market Segmentation Theory – Die Kurve als Summe getrennter Märkte
Die dritte Theorie ist die radikalste und am wenigsten bekannte: Market Segmentation Theory (auch Preferred Habitat genannt, in der weichen Variante).
Sie sagt: Die Yield Curve ist keine einheitliche Preisstruktur, sondern eine Serie segmentierter Märkte, in denen jeweils andere Investoren mit anderen Bedürfnissen agieren. Und diese Segmentierung erzeugt Mispricings, die der kluge Trader ausnutzen kann
Was heißt das
Short End (0–2 Jahre): Dominiert von Geldmarktfonds, Banken (Liquiditätsmanagement) und der Fed. Hochliquide, extrem rational gepreist
Belly (2–10 Jahre): Dominiert von aktiven Asset Managern, Hedge Funds, ausländischen Zentralbanken. Das ist der Kampfplatz – hier wird am aktivsten gehandelt
Long End (10–30 Jahre): Dominiert von Pensionsfonds und Lebensversicherungen – Akteuren, die nicht frei wählen können. Sie MÜSSEN lange Papiere kaufen, um ihre langfristigen Verbindlichkeiten zu matchen (Asset-Liability Matching, kurz ALM).
Beispiel aus der Realität: 2014–2016 kollabierten die 30-Jahres-Yields in Deutschland und Japan auf fast Null. Nicht weil der Markt Deflation erwartete (Expectations). Nicht weil die Term Premium negativ wurde (Liquidity). Sondern weil Pensionsfonds durch regulatorische Änderungen gezwungen waren, noch mehr lange Bonds zu kaufen. Eine reine Segmentierungs-Dynamik. Die drei Theorien gemeinsam haben zwei dieser drei Phänomene nicht erklärt – die Market Segmentation Theory alle drei.
Der Elite-Trader nutzt diesen Effekt: Er weiß, dass das lange Ende der Kurve von technischen Flüssen (ALM-Rebalancing, Pensionsfonds-Regulierung, Zentralbank-Käufe) getrieben wird, die nichts mit Fundamentals zu tun haben. Wenn diese technischen Flüsse temporär die Kurve verzerren, entsteht eine Mean-Reversion-Chance
Wie alle drei Theorien zusammenspielen
Keine der drei Theorien ist allein richtig. Alle drei sind gleichzeitig aktiv. In jedem Moment setzt sich die Form der Kurve zusammen aus
1. Der aggregierten Erwartung zukünftiger kurzer Zinsen (Expectations)
2. Der Term Premium für Unsicherheit (Liquidity)
3. Technischen Flüssen aus segmentierten Märkten (Segmentation)
Wir versuchen JEDEN Tag zu dekomponieren, welche Komponente welche Bewegung erklärt. Wenn die Kurve 10 bp flacher wird, fragen wir: War das wegen veränderter Fed-Erwartungen? Wegen einer Term-Premium-Kompression? Wegen erzwungener Käufe von Pensionsfonds?
Das ist Professionelles Trading. nd darauf bauen die drei Klassiker auf, die wir jetzt zerlegen.
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Kapitel 2: Der Steepener – Die Wette auf eine steiler werdende Kurve
Was ein Steepener mechanisch IST
Ein Curve Steepener ist ein Trade, bei dem ihr darauf wettet, dass sich die Differenz zwischen einem langen und einem kurzen Yield vergrößert. Also: Long-Yield steigt relativ zu Short-Yield. Oder Short-Yield fällt relativ zu Long-Yield. Oder beides gleichzeitig.
Die klassische Ausführung: Short 2-Year Treasury, Long 10-Year Treasury – aber in duration-neutraler Gewichtung.
Was bedeutet duration-neutral? Erinnert euch an Tag 20: Duration misst die Preissensitivität auf Zinsänderungen. Ein 10-Jahres-Bond hat ca. 7–8 mal die Duration eines 2-Jahres-Bonds. Das heißt: Wenn ihr 1 Million $ 2-Jährige und 1 Million $ 10-Jährige handelt, reagiert der 10-Jährige VIEL stärker auf parallele Zinsbewegungen.
Das wollt ihr nicht. Ihr wollt NICHT auf parallele Zinsbewegungen wetten (das wäre eine Directional-Duration-Wette). Ihr wollt auf die Veränderung der Kurvenform wetten. Deshalb müsst ihr die Positionen so skalieren, dass eine parallele Bewegung von 1 bp beide Beine identisch bewegt.
Die Faustformel: Nehmt ca. 7x so viel Notional des 2-Jährigen wie des 10-Jährigen. Dann ist das Paar ungefähr duration-neutral, und ihr tradet reine Kurvenform.
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Die zwei Varianten: Bull Steepener vs. Bear Steepener
Hier wird es entscheidend. Denn „Steepener" ist nicht gleich „Steepener". Es gibt zwei fundamentale Varianten – und sie treten in komplett unterschiedlichen Makro-Regimen auf:
Bull Steepener: Die Kurve wird steiler, weil die kurzen Yields FALLEN. Der lange Yield bleibt relativ stabil. Das passiert klassisch, wenn die Fed aggressiv senkt – entweder weil Rezession droht (Notfall) oder weil die Inflation unter Kontrolle ist und die Fed Spielraum hat.
Beispiel aus der Geschichte: 2008. Lehman kollabiert. Die Fed senkt in Notfall-Meetings von 2 % auf praktisch 0 %. Der 2-Jahres-Yield crasht von 2,5 % auf 0,75 %. Der 10-Jahres-Yield fällt auch – aber weniger stark, von 3,8 % auf 2,2 %. Die Kurve wird steiler, weil das kurze Ende brutaler fällt. Wer einen Steepener auf hatte: Jackpot.
Bear Steepener: Die Kurve wird steiler, weil die langen Yields STEIGEN. Der kurze Yield bleibt relativ stabil. Das passiert klassisch, wenn der Markt Inflation oder steigende Term Premium einpreist – oft bei Rezessions-Ende, wenn Wachstum zurückkommt und Inflation droht.
Beispiel aus der Geschichte: 2021. Die Fed hält die Short Rate bei Null („transitory inflation"). Aber der Markt glaubt nicht mehr dran und fängt an, massive Inflation einzupreisen. Der 10-Jahres-Yield steigt von 0,9 % auf 1,7 %. Der 2-Jahres-Yield bewegt sich kaum. Die Kurve bear-steepened. Wer long 10Y / short 2Y war: hat verloren, weil die Short-Seite gegen ihn lief. Wer stattdessen einen Payer Swap oder einen Short-only-Long-Bond-Trade hatte: hat gewonnen.
Das ist der entscheidende Punkt: Die Struktur eures Steepener-Trades muss zum Regime passen. Ein klassischer Cash-Steepener funktioniert in Bull-Steepener-Phasen. In Bear-Steepener-Phasen wollt ihr oft eher eine direktionale Short-Duration-Position auf dem langen Ende.
Wann die Profis einen Steepener aufziehen. Hier ist das Playbook der Buyside
Nach einer massiven Inversion: Wenn die Kurve extrem invertiert ist (wie 2022–2023), ist der Steepener die Regression-zum-Mittelwert-Wette. Historisch folgt auf jede tiefe Inversion ein Disinvertierungsprozess – entweder durch Fed-Senkungen (Bull Steepener) oder durch Langzins-Anstieg (Bear Steepener). Die Frage ist nicht OB, sondern WANN und WIE.
Am Ende eines Zinserhöhungszyklus: Wenn die Fed signalisiert, dass sie den Höhepunkt erreicht hat (Tag 20: die „Pause-Signale" in FOMC-Statements), beginnt der Markt, Senkungen einzupreisen. Das kurze Ende fällt → Bull Steepener.
Wenn die Term Premium extrem komprimiert ist: Wenn ACM-Term-Premium-Schätzungen extrem negativ sind (wie 2019), ist die Kurve künstlich flach. Jede Normalisierung der Term Premium erzeugt einen Steepener – unabhängig von Fed-Politik.
Die versteckten Kosten: Negative Carry als Killer
Steepener haben einen versteckten Feind – die Carry-Kosten. Wenn ihr Short 2Y / Long 10Y aufzieht, zahlt ihr auf der Short-Seite den 2Y-Yield und kassiert auf der Long-Seite den 10Y-Yield. Wenn die Kurve noch invertiert ist (2Y > 10Y), habt ihr negative Carry. Jeden Tag, an dem sich nichts bewegt, verliert ihr Geld.
In einer stark invertierten Kurve kann die negative Carry 50–100 bp pro Jahr betragen. Das bedeutet: Eure Steepener-Wette muss groß genug ausgehen, um nicht nur Gewinn zu machen, sondern auch die Carry-Kosten zu überbieten. Das ist kein Trade für geduldige Menschen ohne Timing.
Der Goldman-Trader löst das mit Forward-Starting Steepenern: Er positioniert sich nicht heute in der Spot-Kurve, sondern in der 6-Monats-Forward-Kurve. Dort ist die Inversion oft schon eingepreist, und die Carry ist weniger brutal. Das ist chirurgisch – aber dafür haben Profis ihre Bloomberg-Terminals.
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Kapitel 3: Der Flattener – Die Wette auf eine flacher werdende Kurve
Ein Curve Flattener ist das exakte Gegenteil: Ihr wettet darauf, dass die Differenz zwischen langem und kurzem Yield sich verkleinert. Klassische Ausführung: Long 2-Year Treasury, Short 10-Year Treasury – wieder duration-neutral gewichtet.
Aber auch hier: zwei Varianten, zwei Regime
Bull Flattener: Kurve flacht ab, weil die langen Yields FALLEN. Das kurze Ende bleibt stabil. Das passiert klassisch, wenn der Markt Wachstumsschwäche oder Deflation einpreist – Langfristige Wachstumserwartungen kollabieren, die Term Premium verschwindet, Pensionsfonds rennen in lange Papiere.
Beispiel: 2019. Die Fed hatte 2018 vier Mal erhöht. Aber der Markt begann, Rezession einzupreisen. Der 10Y-Yield fiel von 3,2 % auf 1,5 %. Der 2Y-Yield fiel auch, aber weniger stark. Bull Flattener – bis hin zur Inversion im August 2019. Wer long 10Y / short 2Y war: fette Gewinne.
Bear Flattener: Kurve flacht ab, weil die kurzen Yields STEIGEN. Das lange Ende bleibt relativ stabil. Das passiert klassisch, wenn die Fed aggressiv erhöht (wie 2022) und der Markt glaubt, dass die Erhöhungen die Inflation langfristig unter Kontrolle bringen. Kurze Zinsen steigen – lange bleiben „anchored" bei der erwarteten langfristigen neutralen Rate.
Beispiel: 2022. Fed erhöht von 0 auf 4,5 %. Der 2Y-Yield explodiert von 0,8 % auf 4,4 %. Der 10Y-Yield steigt auch, aber nur auf 3,9 %. Bear Flattener – und am Ende Inversion. Wer rechtzeitig einen Flattener aufgezogen hatte, hat einen Jahrhundert-Trade gemacht
Der beste Zeitpunkt für Flattener
Am Anfang eines Zinserhöhungszyklus: Wenn die Fed gerade beginnt zu erhöhen und die Inflation noch nicht klar abflacht, bewegt sich das kurze Ende aggressiv. Das lange Ende reagiert verzögert. Bear Flattener.
Wenn Wachstumserwartungen kollabieren: Wenn Makro-Daten schwächeln (ISM fällt, NFP enttäuscht), rennt der Markt in lange Papiere als „safe haven". Die langen Yields fallen, Bull Flattener.
Wenn die Term Premium extrem hoch ist: Umkehrung des Steepener-Setups. Wenn Term Premium extrem positiv ist und historisch wahrscheinlich komprimiert, wird die Kurve flacher – selbst ohne Fed-Action.
Positiver Carry – der Freund des Flattener-Traders
Und hier kommt die gute Nachricht: In einer normal steigenden Kurve hat ein Flattener positive Carry. Ihr kauft den höher-yieldenden langen Bond und shortet den niedriger-yieldenden kurzen Bond. Die Differenz fließt euch täglich zu.
Das ist der Grund, warum Flattener in „ruhigen" Phasen (wenn die Kurve normal steigt, aber nichts Spektakuläres passiert) als Carry-Trade mit eingebautem Optionswert funktionieren. Ihr kassiert Carry, während ihr auf eine Flattening-Bewegung wartet. Selbst wenn die Flattening-Bewegung nie kommt, verliert ihr kein Geld – ihr verdient nur die Carry.
Das nennt man positiven Erwartungswert mit asymmetrischem Risk/Reward. Und es ist einer der klassischsten Hedge-Fund-Trades überhaupt.
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Kapitel 4: Der Butterfly – Chirurgie an der Kurvenmitte
Die eleganteste Wette im Bond-Markt
Jetzt kommen wir zum Butterfly – dem Trade, den wirklich nur die Profis aufziehen. Weil er am komplexesten ist. Weil er die präziseste Sicht auf die Kurve verlangt. Und weil er, wenn er funktioniert, den höchsten Return pro Risiko-Einheit liefert.
Ein Butterfly ist ein Drei-Bein-Trade auf die Krümmung der Yield Curve. Er wettet darauf, dass sich die mittlere Laufzeit (die „Belly") relativ zu den beiden Enden (den „Wings") verformt.
Die klassische Struktur:
- Short 2-Year (Wing 1)
- Long 5-Year (Belly) – doppelte Gewichtung
- Short 10-Year (Wing 2)
Oder die umgekehrte Variante:
- Long 2-Year (Wing 1)
- Short 5-Year (Belly) – doppelte Gewichtung
- Long 10-Year (Wing 2)
Die Gewichtungen werden so kalibriert, dass der Trade gleichzeitig duration-neutral UND directional-neutral ist. Er reagiert weder auf parallele Zinsbewegungen noch auf einfache Steepening/Flattening-Bewegungen. Er reagiert nur auf eine Veränderung der Krümmung der Kurve.
Was Butterflies ökonomisch ausdrücken
Hier ist die zentrale Einsicht, die den Butterfly-Trade so mächtig macht: Die Belly der Kurve ist der Kampfplatz aktiver Asset Manager. Das ist, wo PIMCO, BlackRock, Citadel und Bridgewater ihre Positionierung konzentrieren. Wenn sich die Belly relativ zu den Wings bewegt, sagt euch das etwas über das Positionierungsungleichgewicht der großen Spieler.
Wenn die Belly reich wird (niedrigere Yields als durch die Wings impliziert), bedeutet das: Zu viele Asset Manager sind long das mittlere Ende. Das ist Overcrowded – und überbewertet
Wenn die Belly billig wird (höhere Yields als durch die Wings impliziert), bedeutet das: Die Asset Manager haben das mittlere Ende gemieden oder verkauft. Das ist unter-owned – und unterbewertet.
Der Elite-Trader kauft billige Bellies und verkauft reiche Bellies. Das ist reines Relative-Value-Trading auf höchstem Niveau. Die Wings dienen als Hedge gegen parallele Zinsbewegungen und einfache Kurven-Rotationen.
Die klassischen Setups
Setup 1 – „Cheapening Belly": Die Belly ist teuer relativ zu den Wings. Der Spread „2s5s10s" (ein Maß für Krümmung) ist extrem niedrig oder negativ. Ihr zieht einen Long Wings / Short Belly Butterfly auf.
Setup 2 – „Richening Belly": Umgekehrter Fall. Die Belly ist billig. 2s5s10s-Spread ist hoch. Ihr zieht einen Long Belly / Short Wings Butterfly auf.
Setup 3 – Event-driven Butterflies: Vor Fed-Meetings, wichtigen CPI-Reports, oder Auktionen kann die Belly kurzfristig durch One-Way-Flüsse verzerrt werden. Der Butterfly-Trade wettet darauf, dass sich die Verzerrung nach dem Event korrigiert.
Warum Butterflies Carry-Könige sind
Butterflies haben oft positive Carry und positive Roll-Down. Roll-Down bedeutet: Wenn sich die Zeit einfach weiterbewegt und nichts an der Kurvenform passiert, rollt der 5-Jahres-Bond zu einem 4,9-Jahres-Bond, und wenn die Kurve steiler ist im Belly-Bereich als in den Wings, verdient ihr allein durch Zeit-Passage Geld.
Der Roll-Down ist einer der am meisten unterschätzten Ertragsquellen im Bond-Markt. Und Butterflies maximieren ihn systematisch.
Kapitel 5: Die Mechanik – Wie ihr einen Curve-Trade ausführt
Ihr könnt Curve-Trades auf drei Wegen ausführen:
Treasury Futures (CME): Die Standardlösung für aktive Trader. 2Y (ZT), 5Y (ZF), 10Y (ZN), 30Y (ZB), Ultra-10Y (TN), Ultra-Long (UB). Vorteile: Extrem liquide, geringe Margin, 24/5 Handel, einfaches Shorting. Nachteile: Cheapest-to-Deliver-Problematik, Basis-Risiko zwischen Future und Underlying-Bond.
Für die allermeisten von euch: Treasury Futures sind der richtige Weg. Liquide genug, günstig genug, und ihr könnt alle drei Trades (Steepener, Flattener, Butterfly) damit abbilden.
Das Makro-Regime-Playbook – Welcher Trade in welchem Umfeld
Jetzt kommt das Herzstück. Das Playbook, das euch zeigt, wann welcher Trade funktioniert. Merkt euch diese Tabelle – tätowiert sie euch notfalls auf den Unterarm.
Regime 1: Späte Expansion, Inflation steigend
- Fed: Im Zinserhöhungszyklus
- Makro: Wachstum solide, aber verlangsamt sich. Inflation über Ziel.
- Kurve: Wird flacher (kurze Yields steigen stärker als lange)
- Der Trade: Bear Flattener (Long 2Y / Short 10Y)
- Warum: Fed-Erhöhungen treiben das kurze Ende. Langes Ende bleibt anchored, weil der Markt glaubt, die Fed bekommt Inflation in den Griff.
- Historisches Beispiel: 2022, 2005–2006, 1994
Regime 2: Rezession-Anfang, Fed beginnt zu senken
- Fed: Pivot-Phase, erste Senkungen
- Makro: Wachstum kollabiert, Arbeitslosigkeit steigt
- Kurve: Wird schnell steiler (Bull Steepener)
- Der Trade: Bull Steepener (Short 2Y / Long 10Y)
- Warum: Fed senkt aggressiv am kurzen Ende. Langes Ende fällt weniger stark, weil Term Premium steigt (Unsicherheit).
- Historisches Beispiel: 2008, 2001, 1990
Regime 3: Rezession-Ende, Reflation beginnt
- Fed: Zinsen nahe Null, QE aktiv
- Makro: Wachstum kehrt zurück, Inflation beginnt zu steigen
- Kurve: Wird steiler am langen Ende (Bear Steepener)
- Der Trade: Bear Steepener via direktionalem Short-30Y
- Warum: Kurzes Ende ist durch Fed verankert. Langes Ende preist Reflation und höhere Term Premium.
- Historisches Beispiel: 2009–2010, 2020–2021, 2003
Regime 4: Mid-Cycle, ruhige Makro-Phase
- Fed: Neutral, keine Veränderung erwartet
- Makro: Stabiles Wachstum, Inflation nahe Ziel
- Kurve: Relativ stabil, aber positioniert sich technisch
- Der Trade: Butterflies auf die Belly (2s5s10s oder 5s10s30s)
- Warum: In ruhigen Phasen dominieren technische Flüsse (Auktionen, Pensionsfonds-Rebalancing). Diese erzeugen temporäre Mispricings in der Kurvenmitte.
- Historisches Beispiel: 2014–2015, 2017, 2019 Q2
Regime 5: Krise, Liquiditätsvakuum
- Fed: Emergency-Modus, unlimited QE
- Makro: Panik, systemisches Risiko
- Kurve: Chaotisch, aber typischerweise extrem steiler am Belly (30Y fällt am brutalsten, weil Forced Buying)
- Der Trade: KEIN Curve-Trade. Stattdessen: Liquidität, Cash, Treasury-Long-Only bis Märkte sich stabilisieren.
- Warum: In echten Krisen brechen Korrelationen zusammen. Spreads verhalten sich irrational. Hebel tötet.
- Historisches Beispiel: März 2020 (erste Woche), Oktober 2008, August 2015 Flash-Crash
Die verbotenen Fehler – Was selbst Profis falsch machen
Viele Retail-Trader werden von positiver Carry angezogen. Sie sehen: „Long 10Y / Short 2Y in steiler Kurve zahlt mir 150 bp pro Jahr. Geil." Und sie ignorieren, dass diese Carry ihnen jeden Cent wieder wegnimmt, wenn die Kurve sich gegen sie bewegt.
Carry ist kein Gewinn. Carry ist Kompensation für Risiko. Wenn ihr positive Carry bekommt, wettet ihr implizit darauf, dass die Forward-Kurve nicht eintritt. Die Forward-Kurve preist bereits die Carry als „erwartete Bewegung" ein. Wer positive Carry kassiert, wettet gegen den implizierten Forward.
Curve-Trades haben eingebettete Convexity. Ein Steepener mit Long 30Y hat massiv positive Convexity am langen Bein und nur moderate am kurzen Bein. Das ist ein versteckter Gewinn bei großen Bewegungen in eine Richtung. Aber ein Flattener mit Short 30Y hat negative Convexity am kurzen Bein – was euch bei großen Rallyes überproportional trifft.
Fed-Meetings können in Minuten Kurven-Bewegungen erzeugen, die sonst Wochen brauchen. Wer einen Curve-Trade durch ein Fed-Meeting trägt, sollte entweder aktiv hedgen (mit Optionen) oder die Position vorher reduzieren. Ein einziges überraschendes FOMC-Statement kann einen sauberen Trade in einen Totalschaden verwandeln.
Die Verbindung zu allem, was ihr bisher gelernt habt
Tag 11 (Zins als Schwerkraft): Die Yield Curve ist die dreidimensionale Karte dieser Schwerkraft. Curve-Trades sind Wetten auf die Verformung des Gravitationsfelds.
Tag 12 (Time Preference): Jede Yield entlang der Kurve ist ein Preis für Zeit. Curve-Trades handeln die Differenz zwischen Zeitpräferenzen für kurze und lange Perioden.
Tag 15 (Reach for Yield): Wenn John Bull in lange Bonds rennt, komprimiert er die Term Premium. Das ist der Vorbote eines Bull Flatteners.
Tag 16 (Whisky der Notenbanken): Wenn die Fed das kurze Ende künstlich niedrig hält, zwingt sie Investoren die Kurve hinunter – und erzeugt strukturelle Bear Steepener am langen Ende, wenn die Realität zurückkehrt.
Tag 17 (Goodharts Gesetz): Die Fed zielt auf 2 % Inflation. Wenn der Markt glaubt, die Fed verfehlt dieses Ziel dauerhaft, explodiert die Term Premium am langen Ende → Bear Steepener.
Tag 18 (Yield Curve als Orakel): Die Invertierung ist das Rezessionssignal. Der Steepener ist der Trade, der diese Rezessions-Prognose monetarisiert.
Tag 19 (Marktstruktur): Die Liquidität der Curve-Trades hängt von der Tiefe der zugrundeliegenden Märkte ab. Futures sind liquide, Swaps sind maßgeschneidert, Cash ist präzise.
Tag 20 (Convexity, Duration): Jedes Bein eures Curve-Trades hat eine eigene Duration und Convexity. Die Kunst ist die Kalibrierung der Gewichte, um reine Form zu isolieren
Ihr seht: Tag 21 ist nicht „noch ein Thema". Tag 21 ist die Synthese aller bisherigen Themen in handelbare Strategien. Alles, was ihr bisher als Theorie gelernt habt, wird hier zu konkreten Trades.
Es gibt keinen universellen „besten" Curve-Trade. Es gibt den richtigen Trade für das aktuelle Makro-Regime. Wer Regime-Erkennung mit Trade-Auswahl kombiniert, hat einen systematischen Edge. 99 % der Trader haben noch nie von Term Premium gehört. Aber jede Curve-Bewegung kann in „Expectations" und „Term Premium" zerlegt werden. Wer diese Dekomposition beherrscht, versteht den Markt auf einer Ebene, auf der sonst nur Fed-Ökonomen und Goldman-Strategen operieren
Ihr habt heute einen fundamentalen Schritt gemacht. Bisher wart ihr **Lerner**. Ab heute seid ihr **Praktiker**. Ihr wisst jetzt nicht nur, was die Yield Curve ist, warum sie wichtig ist, und wie sie funktioniert – ihr wisst, wie ihr sie **handelt**. Ihr versteht die drei Theorien, die die Kurve erklären. Ihr kennt die drei klassischen Trades, die jeden Tag an der Wall Street exekutiert werden. Ihr habt das Regime-Playbook, das euch sagt, welcher Trade wann funktioniert. Und ihr kennt die verbotenen Fehler, die selbst Profis machen.
Während 99 % der Retail-Trader die 10-Year-Yield auf Bloomberg anstarren und sich fragen „geht die hoch oder runter?", fragt ihr euch: Steepener oder Flattener? Bull oder Bear? Expectations oder Term Premium? Belly rich oder belly cheap? In welchem Regime stehen wir? Wie viel Carry? Wie viel Roll-Down? Wie viel Convexity in jedem Bein?
Das sind die Fragen des Top-1-%-Traders. Das sind die Fragen, die an den Fixed-Income-Desks von Goldman, PIMCO und Bridgewater gestellt werden – jeden einzelnen Tag. Ab heute stellt ihr sie auch.
Der Bond-Markt ist der Boss (Tag 18). Die Maschinerie ist ein System (Tag 19). Die unsichtbaren Kräfte sind eure Waffen (Tag 20). Und die Yield Curve – die Kurve selbst – ist ab heute euer **Schlachtfeld**.
Willkommen in Tag 21. Willkommen im Relative-Value-Universum.
Wir sehen uns bei Tag 22.
Den Trend hinter bei $GSMoin liebe Investoren,
wenn ich das nötige Kleingeld hätte, so sehe ich für mich ein mögliches long setup.
Die lila Boxen zeigen S/R Zonen wo der Markt entscheidet was er damit macht.
Da ein abfallen kurz vor den Dividenden möglich sein kann, wäre ein enges SL ratsam ( in diesen Bsp: 338,88 )
Gutes Ziel wäre bei ca. 376,90
Euch allen noch ein Happy Trading
Goldman Sachs - ist "Gottes Werk" beendetDaumen Hoch, denn auch dieser Inhalt + Analyse ist es wieder wert!
Goldman Sachs (Sucks) - die Banker von Gottes gnaden oder wie Lloyd Blankfein (Ex-Vorstand und nun Aufsichtsratmitglied) es gesagt hat: "Ich bin ein Banker, der Gottes Werk verrichtet", sind heute eine ausführliche Analyse wert.
Zusammenfassung der Aktivitäten von GoldmanSachs:
1996 - Deutsche Telekom, mit 13 Milliarden DM die damals größte Aktienemission aller Zeiten. Die Telekom, mit Manfred Krug als damaligen Werbeträger, hat durch den anschließenden Kurssturz ab März 2000 (Bitcoin läßt grüßen), dem wiederaufkeimenden Pflänzchen einer deutschen Aktienkultur, symbolisch den Gar ausgemacht.
1997 - Rußland stoppt Jelzin den Export von Platin und Paladium. Die Geldkoffer sollen von Goldman Sachs gekommen sein und diese haben sich entsprechend positioniert.
1998 - der Daimler Chrysler Deal wird unter Alexander Dibelius eingestielt. Daimler ging fast Pleite und nur die CashCow Mercedes konnte Daimler retten. Goldman verdiente über $ 400 Mio. Beratungsgebühren.
2000 - Vodafon übernimmt den DAX-Konzern Mannesmann für DM 190 Milliarden, die damals teuerste Übernahme der Welt. Zuvor hatte Frank Esser das Angebot von 100 Mrd. abgelehnt.
2001 - GS ermöglicht durch Kreativität den Beitritt zur Euro-Zone. Dies kostet den Steuerzahler später über 100 Mrd. Euro, allein in Deutschland. Die Beraterfee soll $600 Mio. betragen haben.
2001 - WTC 7 stürzt zusammen. Die SEC ermittelte gegen Enron, World.com und California Energy und hatte im WTC7 diese Ermittlungsakten, die mit dem "spontanen" Einsturz vernichtet worden sind. Bei dem Bilanzskanal war u.a. auch Goldman Sachs mit involviert aber ohne Dokumente ist es schlecht im die Beweislage bestellt. (Verschwörung)
(Hinweis: Der Vorgang mit dem Pentagon, war in Teil des Pentagons abgelegt, wo am 11.09.2001 das Flugobjekt rein gerauscht ist und alle Unterlagen vernichtete. Das hat aber wohl weniger mit GS zu tun und habe ich falsch rein gepackt, Sorry, Video war aber schon fertig als mir das im Nachgang innerhalb der 15Min Frist aufgefallen ist).
2006 - Karstadt Quelle wird beraten- später größte Pleite in der neueren deutschen Wirtschaftsgeschichte.
2007 - Siemens verkauft VDO an Continental für €11,4 Milliarden und die Schaeffler Gruppe verhebt sich gewaltig an diesem Deal so daß sich Maria-Elisabeth Schaeffler später mit Nerzmantel vor die Kamera stellt und den Staat um Hilfe bittet. Die Conti Aktie fällt von €111,70 auf sage und schreibe €10,10 in 2009!
2007-2009 - Finanzkrise, ausgelöst durch Mortgage Back Securities und Credit Default Swaps, gegen deren Ausfall sich GS bei AIG abgesichert hat (Als Konstrukteur dieser Produkte kannten Sie den wahren Wert), wurde durch den ehemaligen Goldman Sachs Manager Hank Paulson, der unter George W. Bush in diesem zeitraum Finanzminister war, zum einem der Wettbewerber Lehmann Brother ausgeschaltet aber auf der anderen Seite AIG mit zig Milliarden USD gerettet. Durch diese Rettung auf Steuerzahlerkosten, konnte GS die eigenen Forderungen gegenüber AIG von über 10 Mrd. USDollar durchsetzen und "heim" holen.
2018 - MDB Skandal. Der malayische Staatsfonds, wurde mit einer $6,5 Mrd. Anleihe ausgestattet. Davon fehlen nun aber $ 2,7 Mrd. (40%) und diese fordert nun Malaysia zurück zzgl. der bezahlten Beratungsfee von über 600 Millionen Dollar. Da mit Abu Dhabi auch ein zweiter Staat viel Geld verloren hat und Malaysia bereits Klage erhoben hat, sieht es für GS nicht mehr so gut aus. Auch Griechenland erwägt eine Klage und Abu Dhabi wird Malaysia entsprechend unterstützen.
Es wird also spannend, was in den kommenden Monaten und Jahren noch so ans Licht kommt.
Gruß aus Hannover
Stefan Bode
P.S. Daumen hoch nicht vergessen und teilen was das Zeug hält.



