Bitcoin im Bärenmarkt: Die vielleicht beste asymmetrische Wette?Bitcoin, Knappheit und die Mathematik der Diversifikation
Während die meisten Marktteilnehmer Bitcoin ausschließlich als spekulatives Asset betrachten, könnte genau darin der größte Denkfehler liegen.
Die eigentlich interessante Frage lautet nicht, ob Bitcoin morgen, nächste Woche oder nächstes Jahr steigt oder fällt.
Die entscheidende Frage lautet:
Was passiert langfristig mit einem absolut knappen Gut innerhalb eines unbegrenzt ausweitbaren Fiat-Geldsystems?
Bitcoin stellt in diesem Zusammenhang einen einzigartigen Vermögenswert dar. Während nahezu alle staatlichen Währungen durch Kreditvergabe, Staatsverschuldung und geldpolitische Expansion potenziell unbegrenzt vermehrbar sind, ist das Bitcoin-Angebot mathematisch auf 21 Millionen Einheiten limitiert.
Damit existiert erstmals in der modernen Finanzgeschichte ein digitaler Vermögenswert, dessen zukünftige Angebotsentwicklung nicht von politischen Entscheidungen, Zentralbanken oder Konjunkturzyklen abhängt.
Ob man Bitcoin letztendlich als Währung, Rohstoff, digitales Gold oder eigenständige Anlageklasse betrachtet, ist fast schon zweitrangig.
Entscheidend ist:
Knappheit besitzt einen ökonomischen Wert.
Und absolute Knappheit ist sogar einzigartig.
Die philosophische Frage
Rein philosophisch betrachtet könnte man argumentieren, dass die Kaufkraft eines Fiat-Geldsystems langfristig gegen Null tendiert.
Nicht zwingend abrupt.
Nicht zwingend sichtbar im Alltag.
Aber kontinuierlich.
Jede zusätzliche Geldeinheit reduziert die Knappheit der bereits existierenden Einheiten.
Bitcoin funktioniert exakt gegensätzlich.
Jeder Bitcoin wird mit zunehmender Zeit relativ knapper, da keine zusätzliche Verwässerung stattfinden kann.
Daraus ergibt sich eine interessante Fragestellung:
Wenn ein Gut nicht verwässert werden kann und das Referenzsystem dauerhaft verwässert wird, besitzt dieses Gut dann nicht bereits einen strukturellen Vorteil?
Viele Bitcoin-Befürworter würden diese Frage mit Ja beantworten.
Viele Kritiker mit Nein .
Der Markt entscheidet letztendlich selbst.
Die finanzmathematische Perspektive
Noch interessanter wird die Diskussion, wenn man Bitcoin gar nicht isoliert betrachtet.
Denn die eigentliche Stärke von Bitcoin könnte weniger in der absoluten Rendite liegen als vielmehr im Beitrag zum Gesamtportfolio.
Zahlreiche institutionelle Investoren beschäftigen sich inzwischen mit folgender Fragestellung:
Was passiert mit einem breit diversifizierten Portfolio, wenn eine kleine Bitcoin-Beimischung hinzugefügt wird?
Nicht weil Bitcoin risikolos wäre.
Sondern gerade weil es anders reagiert als traditionelle Vermögenswerte.
Die langfristige Attraktivität eines Assets hängt nicht ausschließlich von seiner Rendite ab.
Mindestens genauso wichtig sind:
Korrelation
Volatilität
erwarteter Ertrag
Risikobeitrag innerhalb eines Gesamtportfolios
Sollte Bitcoin langfristig tatsächlich eine geringe oder sogar gegen Null tendierende Korrelation zu klassischen Anlageklassen aufweisen, könnte bereits eine kleine Allokation die risikoadjustierte Rendite eines Portfolios deutlich verbessern.
Genau dieser Aspekt wird meiner Meinung nach noch immer massiv unterschätzt.
Warum die aktuelle Marktphase interessant sein könnte
Historisch betrachtet entstehen die besten Chancen selten dann, wenn Euphorie herrscht.
Sondern dann, wenn Unsicherheit dominiert.
Bitcoin befindet sich aktuell in einer deutlichen Korrekturphase.
Stimmung, Medienberichte und Anlegerverhalten erinnern vielfach an frühere Marktphasen, die rückblickend attraktive Einstiegsgelegenheiten darstellten.
Natürlich garantiert das nichts.
Märkte können länger irrational bleiben, als viele Anleger liquide bleiben.
Dennoch sprechen zahlreiche fundamentale Faktoren dafür, dass Bitcoin sich bereits wieder in einer Zone befindet, in der langfristig orientierte Investoren zumindest aufmerksam werden sollten.
Ob der Boden bereits erreicht wurde, weiß niemand.
Ob weitere Rückschläge kommen können, ebenfalls nicht.
Aber genau deshalb entstehen überhaupt Chancen.
Der eigentliche Risikotrade: 2x Long Bitcoin ETP
Für Anleger mit einer klar bullischen Langfristthese auf Bitcoin existieren mittlerweile Hebelprodukte, die diese Überzeugung gezielt umsetzen können.
Eine Möglichkeit stellt der 2x Long Bitcoin ETP von HANetf dar.
Dabei wird die tägliche Entwicklung von Bitcoin grundsätzlich mit dem Faktor 2 abgebildet.
Steigt Bitcoin an einem Handelstag um 5 %, steigt das Produkt näherungsweise um 10 %.
Fällt Bitcoin um 5 %, verliert das Produkt entsprechend etwa 10 %.
Genau daraus resultiert jedoch auch die größte Gefahr:
Der Hebel wirkt immer in beide Richtungen.
Viele Anleger unterschätzen dabei insbesondere das sogenannte Pfad- bzw. Fahrtabhängigkeitsrisiko.
Die langfristige Entwicklung eines gehebelten Produkts entspricht eben nicht einfach der zweifachen Bitcoin-Rendite.
Volatilität und Schwankungsreihenfolge spielen eine entscheidende Rolle.
Deshalb können längere Seitwärtsphasen oder starke Schwankungen trotz unverändertem Bitcoin-Kurs erhebliche Performancenachteile erzeugen.
Wer dieses Risiko nicht vollständig versteht, sollte sich vorab intensiv damit beschäftigen.
Die asymmetrische Wette
Trotz aller Risiken finde ich die aktuelle Situation aus Chance-Risiko-Sicht bemerkenswert.
Nehmen wir rein hypothetisch an, Bitcoin kehrt lediglich zu seinem langfristigen Allzeithoch zurück.
Dann könnte ein Produkt mit doppelter täglicher Partizipation über die Laufzeit hinweg eine deutlich überproportionale Rendite erzielen.
Je nach Marktverlauf, Volatilität und Weg der Kursentwicklung erscheinen Größenordnungen von mehreren hundert Prozent grundsätzlich denkbar.
Natürlich lässt sich das nicht exakt hochrechnen.
Die tatsächliche Entwicklung hängt entscheidend vom Kursverlauf ab.
Dennoch entsteht hier aus meiner Sicht eine klassische asymmetrische Situation:
maximaler Verlust: 100 %
kein Nachschussrisiko
gleichzeitig potenziell sehr hohe Gewinnchancen bei erfolgreicher Bitcoin-These
Genau deshalb habe ich persönlich hier einen kleinen spekulativen Risikotrade aufgebaut.
Mein Einstieg ist im Chart markiert.
Risikomanagement
Wichtig:
Ich arbeite hier bewusst ohne Stop-Loss.
Nicht weil Verluste unmöglich wären.
Sondern weil ich die Position von Beginn an als potenziellen Totalverlust betrachte.
Wer einen solchen Trade eingeht, sollte gedanklich bereits beim Kauf akzeptieren können, dass das eingesetzte Kapital theoretisch vollständig verloren gehen kann.
Der Unterschied zu Futures:
Es existiert kein Nachschussrisiko.
Mehr als den eingesetzten Betrag kann man nicht verlieren.
Zusätzlich bleibt selbstverständlich das Emittentenrisiko des ETP bestehen.
Fazit
Wenn man davon ausgeht, dass
Bitcoin langfristig von seiner absoluten Knappheit profitiert,
die Fiat-Geldmenge weltweit weiter wächst,
Bitcoin als Diversifikator einen Platz in modernen Portfolios erhält und
der aktuelle Marktzyklus tatsächlich näher am Bärenmarktende als am Bullenmarktende liegt,
dann könnte ein gehebeltes Bitcoin-Produkt aktuell eine der interessantesten asymmetrischen Wetten am Markt darstellen.
Ob diese These aufgeht, wird die Zukunft zeigen.
Aber genau dafür sind Märkte da:
Große Renditen entstehen selten dort, wo Konsens herrscht. Sie entstehen dort, wo eine Minderheit richtig liegt.
Keine Anlageberatung. Nur meine persönliche Marktmeinung und eine Diskussionsthese für die Community.
