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Was ist eigentlich bei Shell los?

XETR:R6C   ROYAL DUTCH SHELL A
Der Coronacrash hat die Aktie von Shell tief in den Keller fallen lassen. Trotz Ölpreisen, die mittlerweile wieder auf dem Niveau von vor Corona liegen.

Schaut man sich die Kurse von Shell vor dem Coronaausbruch am 31.Dezember 2020 an so fällt auf, dass Shell einem intakten Aufwärtstrend gefolgt ist. Es fällt aber auch auf, dass sich in den Jahren 2018 und 2019 eine Art doppeltes Top mit einer RSI Divergenz gebildet hat, wie im nachfolgenden Chart dargestellt. Es drängt sich als die Frage auf, ob Corona vielleicht nur katalysiert hat, was sowieso passiert wäre?

Der Kursrutsch nach dem Ausbruch der Pandemie war heftig. Nimmt man Pivotpunkte zur Hilfe um die Stärke des Einbruchs abzuschätzen so wird klar, dass alle Pivotpunkte S1 bis S6 durchbrochen wurden und erst S7 für Unterstützung gesorgt hat. Klar, der Ölpreis war im Keller, auch andere Ölunternehmen wie Chevron, BP und Exxon Mobile sind stark eingebrochen. Aber diese Unternehmen sind weniger stark eingebrochen und ihre Aktienkurse haben sich seitdem wieder zum Großteil erholt.


Ich weiß leider nicht warum Shell den anderen hinterherläuft, deswegen interessiert mich wie man sich aktuell positionieren sollte.
Der Kurs befindet sich aktuell ziemlich genau am Pivotpunkt für 2021 und kann sich für keine Richtung entscheiden.
Fällt der Kurs deutlich darunter wäre ein Anlaufen der Unterstützung S1 (7.46€) durchaus denkbar. Diese liegt im Wesentlichen am Allzeittief und wäre eine perfekte Kaufgelegenheit.
Steigt der Kurs deutlich über den Pivotpunkt wäre ein Anlaufen des Widerstands bei 23.37€ möglich, was einem Test des Ausbruchspunktes vor dem Coronachrash entsprechen würde.

Nutzt man Trendlinien so sieht man im Wochenchart einen Abwärtstrend. Vor 2020 waren Spikes in den Bereich zwischen 100 (grün) und 200 (rot) Wochenlinie Kaufgelegenheiten. Wären wir in einem Abwärtstrend so könnte man die aktuellen Kurse zum shorten nutzen.

Im Tageschart sieht mal allerdings einen deutlichen Aufwärtstrend und Rücksetzer unter die 100 und 200 Tagelinie sind Kaufgelegenheiten.

Zusammenfassung:
Es wird demnächst eine Richtungsentscheidung geben müssen. Der zentrale Pivotpunkt bei 16.70€ wirkt als Trennung zwischen Bullen und Bären. Fundamental spricht einiges für die Bullen, die sich aber noch nicht richtig durchsetzen können. Coronasorgen im kommenden Herbst und Winter sowie die schleppende Erholung von Shell im Vergleich mit ähnlichen Unternehmen sprechen eher für die Bären. Charttechnisch ist mir unklar ob wir uns gerade in der Korrektur des Coronacrashs befinden oder in einer kurzen Korrektur vor dem nächsten Aufwärtsimpuls. Eine Überschreitung von 17.60€ würde für die Bullen sprechen, eine Unterschreitung der letzten Tiefs bei 15.20€ für die Bären. Es bleibt spannend. Deswegen bleibe ich bis zur Richtungsentscheidung neutral.
Aktuell befinden wir uns knapp unterhalb des zentralen Pivotpunktes im September, der vielleicht eine Entscheidung bringen könnte.

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