Bewertungsanalyse, politische Szenarien und KGV-Hebel
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1. Ausgangslage
Seit dem Börsengang im September 2022 hat die Aktie der Porsche AG deutlich an Wert verloren. Der aktuelle Kurs liegt klar unter dem Emissionspreis und weit entfernt von den zwischenzeitlichen Höchstständen. Die anfängliche Euphorie ist einer ausgeprägten Skepsis gewichen.
Belastend wirkten insbesondere:
• rückläufige Absatzzahlen, vor allem im chinesischen Markt
• Margendruck durch eine schwächere Nachfrage im Elektrosegment
• geopolitische Spannungen zwischen China, den USA und Europa
• regulatorische Unsicherheiten rund um das Verbrenner-Aus
Der Markt bewertet Porsche aktuell defensiv und preist ein schwieriges Umfeld weitgehend ein.
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2. Fundamentale Bewertung und KGV-Hebel
Das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erscheint auf den ersten Blick wenig attraktiv. Diese Betrachtung greift jedoch zu kurz, da das KGV stark zyklisch verzerrt ist.
Wesentliche Punkte:
• Die aktuellen Gewinne spiegeln ein politisch und wirtschaftlich angespanntes Umfeld wider
• Bereits moderate Verbesserungen bei Absatz, Preisstabilität oder Marge führen zu einem überproportionalen Rückgang des KGV
• Automobilaktien reagieren erfahrungsgemäß stark auf politische und regulatorische Entspannung
Zentrale These:
Sollte es in China, den USA und Europa zu einer Entspannung kommen, kann sich das KGV sehr schnell positiv verändern – ohne dass Porsche außergewöhnliches Wachstum liefern muss.
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3. Politische Rahmenbedingungen als Kurstreiber
China
• Starker Preiskampf, Subventionen und politische Spannungen belasten aktuell das Premiumsegment
• Erste Anzeichen einer Marktkonsolidierung sind erkennbar
• Eine mildere Außenwirtschaftspolitik würde Premiumherstellern unmittelbar helfen
USA
• Importzölle und handelspolitische Unsicherheiten wirken ergebnisbelastend
• Politische Entspannung hätte direkte Auswirkungen auf Margen und Bewertung
Europa / Verbrenner-Aus
• Der politische Ton wird pragmatischer
• Ein schnelles und vollständiges Verbrenner-Aus erscheint zunehmend unrealistisch
• Eine verlängerte Übergangsphase erhöht Planungssicherheit und stabilisiert Cashflows
Fazit
Politische Belastungen sind aktuell stark kurswirksam, aber nicht strukturell dauerhaft. Sie stellen damit ein erhebliches Aufwärtspotenzial dar.
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4. Elektro- und Hybridmarkt: Konsolidierung statt Euphorie
Der globale Elektromarkt befindet sich in einer Übergangsphase:
• Die anfängliche Euphorie ist abgeklungen
• Kunden achten stärker auf Qualität, Haltbarkeit und Restwerte
• Reine Feature- und Gadget-Strategien verlieren an Attraktivität
Porsche profitiert langfristig von:
• hoher Fertigungsqualität
• Fokus auf Fahrdynamik statt reiner Digitalisierung
• technologischem Know-how (z. B. 800-Volt-Architektur)
Die Hybridtechnologie wird zunehmend als Vorteil wahrgenommen:
• höhere Systemleistung
• bessere Alltagstauglichkeit
• sinnvoller Übergang zwischen Verbrenner und Elektromobilität
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5. Der Gebrauchtwagenmarkt als unterschätzter Faktor
Ein oft vernachlässigter Aspekt ist der Gebrauchtwagenmarkt:
• Elektrofahrzeuge verlieren aktuell überdurchschnittlich an Wert
• Hohe Reparaturkosten und komplexe Elektronik schrecken Käufer ab
• Viele Kunden bevorzugen langlebige, bewährte Fahrzeuge
• Autos, die bis 2015 gebaut worden sind werden gesucht; gebrauchte noch junge Elektroautos stehen wie die Steine in den Verkaufs Häusern.
Hersteller mit hoher Wertstabilität und Qualität könnten hiervon profitieren. Porsche besitzt hier strukturelle Vorteile, die sich zeitverzögert, aber nachhaltig auswirken können.
Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos ist im Vergleich zu Verbrennern volatil und noch in der Lernphase. Während viele E-Autos initial stark an Wert verlieren, gibt es deutliche Unterschiede nach Marke und Modell: Premium- und stark nachgefragte Fahrzeuge behalten relativ mehr Restwert, während ältere oder wenig gefragte Modelle deutlich stärker abschreiben. Insgesamt verliert ein durchschnittlicher E-Wagen über 3–5 Jahre 45–60 % seines Neupreises, was höher ist als bei klassischen Verbrennern. INPA
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6. Zielkurs-Szenarien
Bear Case – Anhaltende Belastung
Zielkurs: 35–40 €
Annahmen:
• Eskalation USA–China
• Dauerhafter Preiskrieg in China
• Schnelles Verbrenner-Aus in Europa
• Anhaltend schwache EV-Nachfrage
Dieses Szenario ist bereits zu großen Teilen eingepreist.
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Base Case – Normalisierung
Zielkurs: 60–65 €
Annahmen:
• Keine tiefe Rezession
• Stabilisierung in China
• Abschwächung regulatorischer Eingriffe
• Margen erholen sich moderat
Reines Bewertungs-Reversal ohne Euphorie.
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Bull Case – Politische Entspannung
Zielkurs: 75–90 €
Annahmen:
• Entspannung zwischen USA und China
• Konsolidierter chinesischer Automarkt
• Verlängerte Relevanz von Verbrenner- und Hybridmodellen
• Gebrauchtwagenmarkt stärkt Premiumhersteller
Der KGV-Hebel wirkt stark: Gewinne normalisieren sich, Bewertung steigt.
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7. Chancen und Risiken
Chancen:
• Politische Entspannung
• Bewertungsnormalisierung
• Starke Marke und Preissetzungsmacht
Risiken:
• Geopolitische Eskalation
• Anhaltender Preiskampf
• Regulatorische Verschärfungen
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8. Fazit
Die Porsche-Aktie ist aktuell keine klassische Wachstumsstory, sondern eine antizyklische Bewertungschance. Der Markt preist ein negatives Szenario weitgehend ein, während positive politische und regulatorische Veränderungen erhebliches Aufwärtspotenzial bieten.
Investment-These:
Porsche bietet eine asymmetrische Chance: begrenztes Abwärtsrisiko bei gleichzeitig attraktivem Aufwärtspotenzial im Falle einer Normalisierung des Umfelds.
8. persönliche Einschätzung
Es ist eine W-Formation im Chart zu sehen, die noch nicht bestätigt ist. Eine Verschlechterung ist für mich weniger wahrscheinlich als eine Verbesserung. Der Impuls einer Kurssteigerung kann sich als viel stärker erweisen, weil Porsche eine emotionale Marke ist. Wahrscheinlich braucht man etwas Geduld. Aber der Druck der Autoindustrie auf die Regierung und dem Verbrenner-aus ist spürbar. Ich denke Porsche wird auch in seiner Model Strategie positiv reagieren. In Deutschland geht es mehr als nur um den Aktienkurs einer Automarke. Ich bin optimistisch.
Chart Beurteilung:
9. Einordnung als Anlage
Die Porsche-Aktie zeigt auf Wochenbasis Anzeichen einer Bodenbildung in Form einer möglichen W-Formation. Das zweite Tief wurde auf vergleichbarem Niveau verteidigt, während der Abwärtsdruck sichtbar nachgelassen hat. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone würde das Umkehrmuster bestätigen und ein technisches Kursziel im Bereich von rund 65–70 € eröffnen.
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10. Kurzfassung
Charttechnisch bildet die Porsche-Aktie derzeit eine potenzielle W-Formation (Doppelboden) aus. Nach einem ausgeprägten Abwärtstrend wurden zwei vergleichbare Tiefpunkte ausgebildet, ohne dass neue Tiefs generiert wurden. Der Bereich um 55–58 € fungiert als entscheidende Nackenlinie. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das Umkehrmuster bestätigen und ein technisches Ziel im Bereich von etwa 65–70 € aktivieren.
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📌 Hinweis
Dies stellt keine Anlageberatung dar, sondern eine persönliche Markt- und Bewertungsanalyse.
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1. Ausgangslage
Seit dem Börsengang im September 2022 hat die Aktie der Porsche AG deutlich an Wert verloren. Der aktuelle Kurs liegt klar unter dem Emissionspreis und weit entfernt von den zwischenzeitlichen Höchstständen. Die anfängliche Euphorie ist einer ausgeprägten Skepsis gewichen.
Belastend wirkten insbesondere:
• rückläufige Absatzzahlen, vor allem im chinesischen Markt
• Margendruck durch eine schwächere Nachfrage im Elektrosegment
• geopolitische Spannungen zwischen China, den USA und Europa
• regulatorische Unsicherheiten rund um das Verbrenner-Aus
Der Markt bewertet Porsche aktuell defensiv und preist ein schwieriges Umfeld weitgehend ein.
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2. Fundamentale Bewertung und KGV-Hebel
Das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erscheint auf den ersten Blick wenig attraktiv. Diese Betrachtung greift jedoch zu kurz, da das KGV stark zyklisch verzerrt ist.
Wesentliche Punkte:
• Die aktuellen Gewinne spiegeln ein politisch und wirtschaftlich angespanntes Umfeld wider
• Bereits moderate Verbesserungen bei Absatz, Preisstabilität oder Marge führen zu einem überproportionalen Rückgang des KGV
• Automobilaktien reagieren erfahrungsgemäß stark auf politische und regulatorische Entspannung
Zentrale These:
Sollte es in China, den USA und Europa zu einer Entspannung kommen, kann sich das KGV sehr schnell positiv verändern – ohne dass Porsche außergewöhnliches Wachstum liefern muss.
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3. Politische Rahmenbedingungen als Kurstreiber
China
• Starker Preiskampf, Subventionen und politische Spannungen belasten aktuell das Premiumsegment
• Erste Anzeichen einer Marktkonsolidierung sind erkennbar
• Eine mildere Außenwirtschaftspolitik würde Premiumherstellern unmittelbar helfen
USA
• Importzölle und handelspolitische Unsicherheiten wirken ergebnisbelastend
• Politische Entspannung hätte direkte Auswirkungen auf Margen und Bewertung
Europa / Verbrenner-Aus
• Der politische Ton wird pragmatischer
• Ein schnelles und vollständiges Verbrenner-Aus erscheint zunehmend unrealistisch
• Eine verlängerte Übergangsphase erhöht Planungssicherheit und stabilisiert Cashflows
Fazit
Politische Belastungen sind aktuell stark kurswirksam, aber nicht strukturell dauerhaft. Sie stellen damit ein erhebliches Aufwärtspotenzial dar.
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4. Elektro- und Hybridmarkt: Konsolidierung statt Euphorie
Der globale Elektromarkt befindet sich in einer Übergangsphase:
• Die anfängliche Euphorie ist abgeklungen
• Kunden achten stärker auf Qualität, Haltbarkeit und Restwerte
• Reine Feature- und Gadget-Strategien verlieren an Attraktivität
Porsche profitiert langfristig von:
• hoher Fertigungsqualität
• Fokus auf Fahrdynamik statt reiner Digitalisierung
• technologischem Know-how (z. B. 800-Volt-Architektur)
Die Hybridtechnologie wird zunehmend als Vorteil wahrgenommen:
• höhere Systemleistung
• bessere Alltagstauglichkeit
• sinnvoller Übergang zwischen Verbrenner und Elektromobilität
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5. Der Gebrauchtwagenmarkt als unterschätzter Faktor
Ein oft vernachlässigter Aspekt ist der Gebrauchtwagenmarkt:
• Elektrofahrzeuge verlieren aktuell überdurchschnittlich an Wert
• Hohe Reparaturkosten und komplexe Elektronik schrecken Käufer ab
• Viele Kunden bevorzugen langlebige, bewährte Fahrzeuge
• Autos, die bis 2015 gebaut worden sind werden gesucht; gebrauchte noch junge Elektroautos stehen wie die Steine in den Verkaufs Häusern.
Hersteller mit hoher Wertstabilität und Qualität könnten hiervon profitieren. Porsche besitzt hier strukturelle Vorteile, die sich zeitverzögert, aber nachhaltig auswirken können.
Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos ist im Vergleich zu Verbrennern volatil und noch in der Lernphase. Während viele E-Autos initial stark an Wert verlieren, gibt es deutliche Unterschiede nach Marke und Modell: Premium- und stark nachgefragte Fahrzeuge behalten relativ mehr Restwert, während ältere oder wenig gefragte Modelle deutlich stärker abschreiben. Insgesamt verliert ein durchschnittlicher E-Wagen über 3–5 Jahre 45–60 % seines Neupreises, was höher ist als bei klassischen Verbrennern. INPA
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6. Zielkurs-Szenarien
Bear Case – Anhaltende Belastung
Zielkurs: 35–40 €
Annahmen:
• Eskalation USA–China
• Dauerhafter Preiskrieg in China
• Schnelles Verbrenner-Aus in Europa
• Anhaltend schwache EV-Nachfrage
Dieses Szenario ist bereits zu großen Teilen eingepreist.
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Base Case – Normalisierung
Zielkurs: 60–65 €
Annahmen:
• Keine tiefe Rezession
• Stabilisierung in China
• Abschwächung regulatorischer Eingriffe
• Margen erholen sich moderat
Reines Bewertungs-Reversal ohne Euphorie.
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Bull Case – Politische Entspannung
Zielkurs: 75–90 €
Annahmen:
• Entspannung zwischen USA und China
• Konsolidierter chinesischer Automarkt
• Verlängerte Relevanz von Verbrenner- und Hybridmodellen
• Gebrauchtwagenmarkt stärkt Premiumhersteller
Der KGV-Hebel wirkt stark: Gewinne normalisieren sich, Bewertung steigt.
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7. Chancen und Risiken
Chancen:
• Politische Entspannung
• Bewertungsnormalisierung
• Starke Marke und Preissetzungsmacht
Risiken:
• Geopolitische Eskalation
• Anhaltender Preiskampf
• Regulatorische Verschärfungen
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8. Fazit
Die Porsche-Aktie ist aktuell keine klassische Wachstumsstory, sondern eine antizyklische Bewertungschance. Der Markt preist ein negatives Szenario weitgehend ein, während positive politische und regulatorische Veränderungen erhebliches Aufwärtspotenzial bieten.
Investment-These:
Porsche bietet eine asymmetrische Chance: begrenztes Abwärtsrisiko bei gleichzeitig attraktivem Aufwärtspotenzial im Falle einer Normalisierung des Umfelds.
8. persönliche Einschätzung
Es ist eine W-Formation im Chart zu sehen, die noch nicht bestätigt ist. Eine Verschlechterung ist für mich weniger wahrscheinlich als eine Verbesserung. Der Impuls einer Kurssteigerung kann sich als viel stärker erweisen, weil Porsche eine emotionale Marke ist. Wahrscheinlich braucht man etwas Geduld. Aber der Druck der Autoindustrie auf die Regierung und dem Verbrenner-aus ist spürbar. Ich denke Porsche wird auch in seiner Model Strategie positiv reagieren. In Deutschland geht es mehr als nur um den Aktienkurs einer Automarke. Ich bin optimistisch.
Chart Beurteilung:
9. Einordnung als Anlage
Die Porsche-Aktie zeigt auf Wochenbasis Anzeichen einer Bodenbildung in Form einer möglichen W-Formation. Das zweite Tief wurde auf vergleichbarem Niveau verteidigt, während der Abwärtsdruck sichtbar nachgelassen hat. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone würde das Umkehrmuster bestätigen und ein technisches Kursziel im Bereich von rund 65–70 € eröffnen.
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10. Kurzfassung
Charttechnisch bildet die Porsche-Aktie derzeit eine potenzielle W-Formation (Doppelboden) aus. Nach einem ausgeprägten Abwärtstrend wurden zwei vergleichbare Tiefpunkte ausgebildet, ohne dass neue Tiefs generiert wurden. Der Bereich um 55–58 € fungiert als entscheidende Nackenlinie. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das Umkehrmuster bestätigen und ein technisches Ziel im Bereich von etwa 65–70 € aktivieren.
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📌 Hinweis
Dies stellt keine Anlageberatung dar, sondern eine persönliche Markt- und Bewertungsanalyse.
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