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DAX Wochenrückblick KW25 – Die wichtigsten Erkenntnisse!

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Fundamentale und geopolitische Lage

Die KW25 stand vollständig im Zeichen der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Nach Wochen der Eskalation zwischen Israel/USA und Iran kam es überraschend zu deutlichen Fortschritten bei den diplomatischen Bemühungen. Die USA und der Iran unterzeichneten ein Memorandum of Understanding als Grundlage für einen möglichen langfristigen Friedensvertrag. Gleichzeitig wurde eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon vereinbart.

Die Märkte reagierten auf diese Entwicklung mit deutlicher Erleichterung. Der Ölpreis brach massiv ein, Risikoanlagen wurden gekauft und die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten ging deutlich zurück. Dennoch bleibt die Situation fragil. Bereits wenige Stunden nach Bekanntgabe der Waffenruhe wurden neue Angriffe im Libanon gemeldet. Israel und die Hisbollah werfen sich weiterhin gegenseitige Verstöße vor. Auch die ursprünglich geplanten Verhandlungen in der Schweiz wurden verschoben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Woche war die Diskussion um die wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Iran-Deals. Reuters berichtete ausführlich darüber, dass insbesondere die iranischen Revolutionsgarden von einer Lockerung der Sanktionen profitieren könnten, da sie große Teile der iranischen Wirtschaft kontrollieren. Damit entsteht für die kommenden Monate ein zusätzlicher politischer Konfliktpunkt, obwohl die Märkte aktuell ausschließlich die positiven Auswirkungen eines Friedensabkommens einpreisen.

Abseits der Geopolitik sorgte der SpaceX-IPO weiterhin für Aufmerksamkeit. Die Aufnahme in die großen Indizes und die damit verbundenen Kapitalzuflüsse unterstützten den Technologiesektor zusätzlich. Gleichzeitig bleibt der KI-Sektor mit Nvidia weiterhin einer der Haupttreiber der aktuellen Marktstärke.

Fundamentaldaten der Woche im Überblick

Auf der Datenseite begann die Woche mit starken Einzelhandelsumsätzen aus den USA. Die Retail Sales stiegen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen damit deutlich über den Erwartungen von 0,5 Prozent. Die Core Retail Sales, welche die volatilen Bereiche Automobile, Benzin und Baumaterialien ausklammern und damit einen besseren Blick auf den tatsächlichen Konsum ermöglichen, stiegen ebenfalls stärker als erwartet auf 0,8 Prozent.

Diese Daten zeigen weiterhin eine robuste Konsumnachfrage in den USA. Da der private Konsum rund zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, spricht ein starker Einzelhandel für eine weiterhin gesunde Wirtschaft. Gleichzeitig erhöht dies jedoch den Inflationsdruck und reduziert den Handlungsbedarf der Federal Reserve für Zinssenkungen.

Auch die Lagerbestände für Rohöl sorgten für Aufmerksamkeit. Die Crude Oil Inventories fielen um 8,263 Millionen Barrel und damit deutlich stärker als erwartet. Normalerweise wäre ein derart starker Rückgang bullish für den Ölpreis. Aufgrund der geopolitischen Entspannung wurde dieser Effekt jedoch vollständig überlagert.

Das wichtigste Ereignis der Woche war jedoch die Sitzung der US-Notenbank.

Die Fed beließ den Leitzins wie erwartet unverändert zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Dennoch war die gesamte Sitzung eindeutig hawkish. Das Statement wurde deutlich gekürzt, große Teile der bisherigen Forward Guidance wurden entfernt und der Fokus lag klar auf Preisstabilität. Kevin Warsh setzte bereits bei seiner ersten Sitzung als Fed-Chef neue Akzente.

Die Economic Projections zeigten eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem März:

- Wachstumserwartungen wurden gesenkt
- Inflationserwartungen wurden deutlich angehoben
- Core PCE wurde von 2,7 Prozent auf 3,3 Prozent erhöht
- Gesamtinflation von 2,7 Prozent auf 3,6 Prozent angehoben


Auch der Dot Plot wurde deutlich hawkisher. Neun Mitglieder der Federal Reserve erwarten inzwischen mindestens eine Zinserhöhung bis Ende 2026.

Zusätzlich überraschte der Philadelphia Manufacturing Index positiv. Mit 10,3 Punkten lag er deutlich über den Erwartungen von 9,8 Punkten und markierte eine klare Verbesserung gegenüber dem Vormonat.


Gesamtbild: Wirtschaft, Inflation und Arbeitsmarkt

Das übergeordnete Bild hat sich in dieser Woche weiter gefestigt.

Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Die Arbeitsmarktdaten bleiben stark, die NFP-Daten vom Monatsanfang überzeugten und auch die Einzelhandelsumsätze signalisieren weiterhin eine robuste Nachfrage.

Gleichzeitig steigt die Inflation erneut an. Die Fed hat ihre Inflationsprognosen deutlich angehoben und signalisiert zunehmend, dass Zinssenkungen aktuell nicht notwendig sind. Vielmehr rücken weitere Zinserhöhungen wieder in den Fokus der Marktteilnehmer.

Eigentlich stellt dieses Umfeld eine Belastung für Risikoanlagen dar. Eine starke Wirtschaft, ein robuster Arbeitsmarkt, steigende Inflation und eine hawkishe Notenbank sprechen normalerweise gegen neue Höchststände an den Aktienmärkten.

Der Grund, weshalb die Märkte dennoch weiter steigen konnten, liegt aktuell in zwei Faktoren:

Erstens sorgt die geopolitische Entspannung im Nahen Osten für sinkende Ölpreise und damit für Hoffnungen auf rückläufigen Inflationsdruck.

Zweitens fließen weiterhin enorme Kapitalmengen in den KI-Sektor und in neu gelistete Unternehmen wie SpaceX.


Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen lautet daher: Wie lange können geopolitische Hoffnungen die zunehmend restriktiven Fundamentaldaten überdecken?


Korrelationen und Märkte im Überblick

US Oil

Der Ölpreis erlebte eine außergewöhnlich volatile Woche. Insgesamt verlor US Oil über neun Prozent und schloss unter der wichtigen Marke von 77 US-Dollar.

Nach dem massiven Abverkauf infolge der geopolitischen Entspannung bildete sich im Bereich von 72 US-Dollar eine erste Stabilisierung. Aktuell notiert Öl bei rund 76,55 US-Dollar.

Entscheidend wird nun sein, ob sich der Markt wieder über 77 und anschließend über 80 US-Dollar etablieren kann oder ob die Entspannung im Nahen Osten weitere Verkäufe Richtung 70 US-Dollar auslöst.

US-Staatsanleihen

Die kurzfristigen Renditen legten in dieser Woche erneut zu. Besonders die drei- und fünfjährigen Laufzeiten profitierten von den gestiegenen Zinserwartungen.

Die zehn- und dreißigjährigen Staatsanleihen zeigten dagegen leichte Rückgänge bei den Renditen. Der Markt preist damit kurzfristig ein restriktiveres Fed-Umfeld ein, langfristig bleiben die Erwartungen jedoch deutlich differenzierter.

DXY

Der US-Dollar gehörte zu den stärksten Märkten der Woche. Mit einem Wochenplus von knapp einem Prozent konnte der DXY über der wichtigen Marke von 100 Punkten schließen und erreichte zwischenzeitlich sogar die 101.

Trotz einer deutlichen Doji-Rejection zum Wochenschluss bleibt das Bild konstruktiv. Entscheidend wird nun sein, ob der Bereich um 100 Punkte als Unterstützung dient oder ob sich die Dollarstärke in Richtung 102 fortsetzen kann.

VIX

Die Volatilität bleibt weiterhin bemerkenswert niedrig. Trotz geopolitischer Schlagzeilen notiert der VIX aktuell bei lediglich 16,41 Punkten und damit rund sieben Prozent unter der Vorwoche.

Dies zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer derzeit keine unmittelbare Eskalation erwarten.

Risk Assets im Überblick

Nvidia

Nvidia konnte die Woche mit einem Plus von 2,75 Prozent beenden und schloss bei rund 210 US-Dollar.

Trotz Gewinnmitnahmen seit den Q1-Earnings bleibt die Nachfrage im KI-Sektor hoch. Für die Bullen bleibt die Zone um 213 US-Dollar entscheidend. Darüber wären neue Allzeithochs möglich. Auf der Unterseite fungiert der Bereich zwischen 198 und 200 US-Dollar als wichtiger Support.

Bitcoin

Bitcoin bleibt aktuell der schwächste große Risk Asset Markt.

Trotz eines positiven Tagesabschlusses am Donnerstag notiert Bitcoin auf Wochenbasis weiterhin rund drei Prozent im Minus. Während Aktienmärkte von geopolitischer Entspannung profitieren, gelingt es Bitcoin bislang nicht, neues Momentum aufzubauen.

Der Weekly Close dürfte entscheidend sein für die Frage, ob die 60.000-Dollar-Marke erneut getestet wird oder eine Erholung in Richtung 66.000 US-Dollar startet.

S&P 500

Der S&P 500 gewann in der Woche knapp ein Prozent hinzu und schloss dennoch direkt an einer entscheidenden Widerstandszone.

Auffällig ist, dass trotz der starken Fundamentaldaten und der hawkishen Fed keine neuen nachhaltigen Allzeithochs erzielt werden konnten. Das Momentum beginnt leicht nachzulassen.

Nasdaq

Auch der Nasdaq schloss die Woche im Plus und verteidigte die wichtige Marke von 30.000 Punkten.

Im Vergleich zu den Vorwochen fiel jedoch auf, dass keine neuen Hochs mehr erreicht wurden. Die Aufwärtsdynamik bleibt intakt, verliert aber zunehmend an Geschwindigkeit.

Dow Jones

Der US30 markierte neue Höchststände, wurde jedoch insbesondere zur Wochenmitte und zum Wochenschluss deutlich abverkauft.

Trotzdem bleibt der Index oberhalb der wichtigen Marke von 51.500 Punkten. Solange dieser Bereich hält, bleibt das übergeordnete Bild konstruktiv.

Charttechnischer Rückblick DAX

Der DAX konnte die Woche mit einem Plus von 1,25 Prozent beenden und zeigte erneut relative Stärke.

Allerdings gelang es dem Markt nicht, die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten nachhaltig zurückzuerobern. Nach einem Anstieg bis 25.179 Punkte wurden die Gewinne erneut verkauft und der Markt schloss bei 24.989 Punkten knapp unter dem Widerstand.

Damit zeigt sich weiterhin das gleiche Bild wie in den vergangenen Wochen. Starke Aufwärtsbewegungen werden zunehmend verkauft, während die Käufer Schwierigkeiten haben, neue Hochs nachhaltig zu etablieren.

Mit Blick auf das Monats- und Quartalsende steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen weiter an.


Fazit KW25

- Der Nahost-Konflikt bleibt der wichtigste Kurstreiber der Märkte.
- Der US-Iran-Deal sorgt für Hoffnung, bleibt aber äußerst fragil.
- Öl verlor über neun Prozent und entlastete die Inflationserwartungen.
- Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin Stärke.
- Arbeitsmarkt und Konsum bleiben robust.
- Die Inflation steigt erneut an.
- Die Federal Reserve präsentierte sich auf allen Ebenen hawkish.
- Der Dot Plot signalisiert höhere Zinsen für längere Zeit.
- Der Dollar gewinnt an Stärke.
- Die Aktienmärkte steigen trotz zunehmend restriktiver Fundamentaldaten weiter an.
- Erste Ermüdungserscheinungen zeigen sich jedoch insbesondere im S&P 500, Nasdaq und DAX.


Die Ausgangslage für die KW26 bleibt damit außergewöhnlich spannend. Die Märkte handeln aktuell nahezu ausschließlich die Hoffnung auf eine geopolitische Entspannung. Sollte dieser Optimismus bestätigt werden, könnten neue Hochs folgen. Scheitern die Verhandlungen oder kommt es erneut zu einer Eskalation im Nahen Osten, könnten die inzwischen sehr ambitionierten Bewertungen schnell unter Druck geraten.

Keine Anlageberatung. Alle Aussagen spiegeln ausschließlich meine persönliche Marktmeinung und Einschätzung wider.

Wünsche euch ein schönes Wochenende und morgen kommt wie gewohnt mein Wochenausblick für KW26 mit allen wichtigen Daten und Ausblicken für die Woche!

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