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Bitcoin: Die Ruhe vor der nächsten Abwärtsbewegung

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Bitcoin bewegt sich aktuell in einer technisch interessanten Phase. Nach dem starken Abverkauf im Juni konnte sich der Kurs stabilisieren und handelt seit mehreren Wochen in einer relativ engen Range. Auf meinem Chart bewegt sich Bitcoin aktuell um 62.800 USD und damit weiterhin deutlich unter wichtigen langfristigen Durchschnittswerten.

Für mich spricht momentan einiges dafür, dass wir den finalen Tiefpunkt dieses Zyklus noch nicht gesehen haben. Gleichzeitig könnte dieser bereits deutlich näher liegen, als es die aktuelle Kursentwicklung vermuten lässt.

Die aktuelle Range im Fokus

Seit dem starken Abverkauf im Juni hat sich Bitcoin in einer breiten Seitwärtsrange stabilisiert. Der Kurs konnte dabei mehrfach den Bereich um 57.200 USD verteidigen und anschließend wieder in Richtung 64.000 bis 66.000 USD steigen.

Auf der Oberseite sehe ich aktuell mehrere relevante Widerstandsbereiche:

63.150 USD
64.000 bis 64.400 USD
66.000 USD
anschließend die wichtige Zone um 68.000 USD

Solange Bitcoin diese Bereiche nicht nachhaltig zurückerobert, bleibt die übergeordnete Struktur für mich angeschlagen.

Auf der Unterseite ist insbesondere der Bereich um 57.200 USD interessant. Ein Bruch dieses Supports würde aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung deutlich erhöhen.

Das nächste Kursziel liegt für mich bei 52.000 bis 54.000 USD

Genau diesen Bereich habe ich im Chart als mögliche nächste Zielzone markiert.

Sollte Bitcoin die Unterstützung bei 57.200 USD verlieren, könnte sich die aktuelle Konsolidierung nach unten auflösen. In diesem Szenario sehe ich zunächst den Bereich zwischen 52.000 und 54.000 USD als potenzielle Auffangzone.

Das wäre gleichzeitig eine interessante Region für eine mögliche Bodenbildung. Ob dort tatsächlich das Zyklustief entsteht, lässt sich natürlich erst im Nachhinein bestätigen.

Der 200-Wochen-Moving-Average bleibt entscheidend

Ein weiterer Punkt, der mich aktuell vorsichtig bleiben lässt, ist die langfristige technische Struktur.

Bitcoin handelt momentan unterhalb des 200-Wochen-Moving-Average. Dieser langfristige Durchschnitt hat in vergangenen Bitcoin-Zyklen immer wieder eine wichtige Rolle bei größeren Bodenbildungsphasen gespielt.

Dass der Kurs aktuell darunter liegt, spricht für mich nicht dafür, dass der Bärenmarkt bereits eindeutig beendet ist.

Vielmehr sehe ich die aktuelle Seitwärtsbewegung als mögliche Akkumulations- beziehungsweise Konsolidierungsphase, die noch eine letzte Abwärtsbewegung benötigen könnte.

August und September sind historisch schwierige Monate

Auch die Saisonalität spricht aktuell nicht unbedingt für eine sofortige nachhaltige Rally.

Historisch betrachtet gehören August und insbesondere September zu den schwächeren Monaten für Bitcoin. Diese saisonale Schwäche kann während eines Bärenmarktes besonders interessant werden.

Genau deshalb würde ich die aktuelle Stabilisierung nicht vorschnell als endgültige Bodenbildung interpretieren.

Sollte Bitcoin in den kommenden Wochen erneut unter Druck geraten, könnte das Zusammenspiel aus schwacher Saisonalität, einer weiterhin angeschlagenen technischen Struktur und makroökonomischem Gegenwind eine weitere Abwärtsbewegung begünstigen.

Das historische Zeitfenster wird immer interessanter

Ein weiterer Punkt ist der zeitliche Verlauf des aktuellen Zyklus.

Das letzte Allzeithoch wurde am 6. Oktober 2025 erreicht. Betrachtet man frühere Bitcoin-Bärenmärkte, wurde der jeweilige Zyklustiefpunkt häufig ungefähr ein Jahr nach dem vorherigen Allzeithoch erreicht.

Überträgt man dieses historische Muster auf den aktuellen Zyklus, würde der 6. Oktober 2026 zu einem interessanten zeitlichen Orientierungspunkt werden.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Bitcoin exakt an diesem Datum seinen Tiefpunkt erreichen muss. Märkte funktionieren nicht nach einem Kalender.

Trotzdem finde ich die zeitliche Übereinstimmung bemerkenswert. Sollte sich der historische Zyklus annähernd wiederholen, könnte der Zeitraum rund um September und Oktober 2026 besonders spannend werden.

Inflation und Zinspolitik könnten der nächste Katalysator werden

Neben der Charttechnik wird für mich in den kommenden Wochen vor allem das makroökonomische Umfeld entscheidend.

Die Entwicklung der Inflation im September und die daraus resultierenden Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik könnten erheblichen Einfluss auf Risikoanlagen und damit auch auf Bitcoin haben.

Sollte die Inflation erneut stärker anziehen, könnte der Druck auf die Zentralbanken steigen, die Geldpolitik länger restriktiv zu halten oder sogar weitere Zinserhöhungen in Betracht zu ziehen.

Für Bitcoin wäre das kurzfristig eher negativ.

Sollte sich die Inflation dagegen weiter abkühlen und die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik zunehmen, könnte dies dem Markt entsprechend Rückenwind geben.

Genau deshalb dürften die kommenden Wochen wesentlich spannender werden, als es die aktuell relativ ruhige Seitwärtsbewegung vermuten lässt.

Mein persönliches Szenario

Mein aktuelles Basisszenario bleibt vorsichtig bearish.

Ich gehe momentan nicht davon aus, dass Bitcoin den endgültigen Tiefpunkt dieses Zyklus bereits erreicht hat. Gleichzeitig glaube ich auch nicht, dass wir noch extrem weit davon entfernt sein müssen.

Technisch sehe ich zunächst die Range zwischen ungefähr 57.200 und 66.000 USD als entscheidend an.

Ein nachhaltiger Ausbruch über 66.000 USD und anschließend über 68.000 USD würde mein negatives Szenario abschwächen, jedoch muss dieses Niveau dann auch gehalten werden.

Fällt dagegen die Unterstützung bei 57.200 USD, würde für mich der Bereich von 52.000 bis 54.000 USD zum nächsten wichtigen Zielbereich werden.

Das Entscheidende bleibt das Verhalten an den Schlüsselzonen

Für mich ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob Bitcoin kurzfristig 1.000 oder 2.000 USD steigt oder fällt.

Viel wichtiger ist, wie der Markt auf die großen technischen und makroökonomischen Marken reagiert.

Solange Bitcoin unter den wichtigen Widerständen bleibt und gleichzeitig unter dem 200-Wochen-Moving-Average handelt, sehe ich weiterhin das Risiko einer letzten Abwärtsbewegung.

Sollte der Bereich zwischen 52.000 und 54.000 USD erreicht werden und dort gleichzeitig eine klare Bodenbildung entstehen, könnte sich das Bild anschließend sehr schnell verändern.

Bis dahin bleibe ich geduldig.

Für mich ist das Zyklustief noch nicht bestätigt. Ich halte es sogar für wahrscheinlicher, dass wir es noch nicht gesehen haben. Allerdings könnten wir uns bereits relativ nahe an der finalen Bodenbildungsphase befinden.

Die nächsten Wochen, insbesondere die Entwicklung der Inflation und die Erwartungen hinsichtlich der Zinspolitik, dürften deshalb besonders interessant werden.

⚠️ Risikohinweis

Diese Analyse stellt ausschließlich meine persönliche Einschätzung der aktuellen Marktsituation dar und dient lediglich zu Informations- und Bildungszwecken. Sie stellt keine Anlageberatung, Finanzberatung oder Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar.

Der Handel mit Bitcoin, Kryptowährungen und insbesondere gehebelten Finanzprodukten ist mit erheblichen Risiken verbunden. Es besteht die Möglichkeit, einen Teil oder das gesamte eingesetzte Kapital zu verlieren. Bei gehebelten Produkten können Verluste den ursprünglichen Einsatz unter Umständen übersteigen.

Vergangene Kursentwicklungen und historische Muster sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Auch die in dieser Analyse genannten Kursbereiche und Szenarien sind keine Prognose mit Gewinngarantie, sondern lediglich technische Einschätzungen.

Jeder Anleger sollte seine eigene Recherche durchführen und seine Anlageentscheidungen unter Berücksichtigung seiner persönlichen finanziellen Situation und Risikotoleranz treffen.

Analyse von Esteban Virginio

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